Kinder und spätere Rente

Kindererziehung und Rente

Wer Kinder erzieht, kann in dieser Zeit oftmals keinen Beruf ausüben und folglich weniger in die Rentenversicherung einzahlen. Um die Erziehungszeiten auszugleichen, erkennt die Deutsche Rentenversicherung diese in einem gewissen Umfang als Beitrags- und Wartezeit für die spätere gesetzliche Rente an.


Entgeltpunkte zählen im Alter

Für nach 1991 geborene Kinder beginnt die dreijährige Erziehungszeit mit dem Monat nach der Geburt des Kindes. Bei mehreren Kindern verlängert sich die Erziehungszeit um den Zeitraum, in dem die Kinder gleichzeitig erzogen worden. Während der dreijährigen Erziehungszeit zahlt der Bund die Rentenbeiträge an die Deutsche Rentenversicherung. Die Kindererziehungszeit wird pro Kind mit "Entgeltpunkten" auf das Rentenkonto angerechnet. Bewertet wird die Erziehungszeit anhand eines Durchschnittsverdienstes aller gesetzlich Versicherten des jeweiligen Jahres.

Verbesserungen durch die Mütterrente

Die zum 1. Juli 2014 in Kraft getretene Mütterrente verbessert die Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden. Vor der Einführung der Mütterrente gab es für die vor 1992 geborenen Kinder nur ein Jahr Erziehungszeit. Mit der Einführung der Mütterrente wird der Rentenbezug verbessert. Wer bereits eine Rente bezieht, erhält pauschal einen weiteren Entgeltpunkt für jedes Kind. Das heißt, die Rente hat sich um einen Rentenpunkt erhöht. Eine Beantragung ist nicht notwendig – die Kindererziehungszeiten werden automatisch angerechnet. Wer noch nicht in Rente gegangen muss den Anspruch zur Mutterrente von der Rentenversicherung vorab prüfen lassen.

Zu beachten ist, dass die so genannte Mütterrente sich nicht immer nur auf die Mutter bezieht, sondern auf die Person, die sich die Kindererziehungszeit anrechnen lässt – also z. B. auch ein erziehender Vater. Dabei gilt: Nur ein Elternteil kann sich die Erziehungszeit anrechnen lassen – also die Person, die hauptsächlich für die Erziehung zuständig war. Haben Mutter und Vater ihren Nachwuchs gemeinsam betreut, so fällt der Anspruch auf die Erziehungszeit automatisch der Mutter zu. Doch wenn beide Elternteile gegenüber der Rentenversicherung übereinstimmend erklären dass der Vater die Erziehungszeit angerechnet bekommen soll, dann ist auch dieses möglich. Die Erklärung gilt für die Zukunft, d.h. rückwirkend höchstens für zwei Monate.

Antrag rechtzeitig stellen

Wichtig: Erziehungszeiten werden dem Rentenkonto nur gutgeschrieben, wenn dies auch beantragt wird. Eltern müssen dazu bei der Deutschen Rentenversicherung einen "Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten" stellen und die Geburtsurkunde des Kindes vorlegen. Die Erklärung muss spätestens beim Stellen des Rentenantrags abgegeben werden.

Mütterrente schützt nicht vor Altersarmut

Selbst mit einer besseren Anerkennung der Kindererziehungszeiten bleibt für viele Bundesbürger die Rente im Alter gering. Viele Rentner sind von Altersarmut bedroht und sind von Sozialleistungen abhängig. Noch dramatischer wird die finanzielle Situation, wenn es zu einer Pflegebedürftigkeit kommt. Um sich vor den hohen Kosten im Pflegefall zu schützen, ist unbedingt der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung zu empfehlen.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

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