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Hochwasser – was tun?

Starkregen und Hochwasser haben in einigen Bundesländern große materielle Schäden verursacht. Viele Menschen starben. Die verheerenden Unwetter dieses Sommers 2021 hatten ein in Deutschland bislang unbekanntes Ausmaß.


Inhaltsverzeichnis

Wie stark ist Deutschland von Überschwemmungen betroffen?

Seit Jahrhunderten sind in Deutschland die Anwohner großer Flüsse von Hochwasser betroffen. So gilt beispielsweise das Hochwasser von 1501 an der Donau als das stärkste in der Vergangenheit. Der Wasserstand in Passau betrug damals 13 Meter.

Hochwasser in der Geschichte Deutschlands:

Aus der jüngeren Geschichte sind vielen Menschen noch die Winterhochwasser der Jahre 1993, vor allem an Mosel und Rhein, sowie 1995 in Köln und Umgebung bekannt. Das Sommerhochwasser im August 2002 wirkte sich besonders stark an der Elbe aus. An vielen Messständen registrierte man dort die historisch schwersten Hochwasser. Der Wasserstand in Dresden erreichte damals eine Marke von 9,40 Meter. Im Frühjahr 2006 kam es zu einem weiteren extremen Hochwasser an der Elbe, im Frühjahr 2010 dann an der Oder. Beinahe alle Hochwasser forderten viele Menschenleben und verursachten hohen materiellen Schaden.

In seiner räumlichen Ausdehnung war das Rekordhochwasser von 2013 innerhalb der letzten 60 Jahre einzigartig. Betroffen waren die Elbe mit einigen Nebenflüssen und auch die Donau nebst Nebenflüssen. Sowohl Süd- und Ostdeutschland als auch Österreich, die Tschechische Republik, Polen, Ungarn, Slowakei, Kroatien und Serbien litten unter den Folgen. Die Pegelstände in Passau erreichten einen Wert, ähnlich dem der historischen Rekordflut aus dem Jahr 1501. Die Elbe bei Magdeburg übertraf ihren bisherigen Höchststand aus dem Jahr 1845 („Sächsische Sintflut“) um 62 Zentimeter.

Hochwasser im Sommer 2021:

Katastrophenartige Überschwemmungen mit Starkregen und Unwetter haben Teile Deutschlands erst kürzlich getroffen. Unter den besonders heftigen Folgen von Tiefdruckgebiet Bernd mit extremem Hochwasser leiden die Eifel und der Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz noch immer. Aber auch das Oberbergische Land mit den Städten Wuppertal und Hagen in Nordrhein-Westfalen sind betroffen. Kurze Zeit danach trafen schwere Überschwemmungen ebenfalls Teile Bayerns und Sachsens. Dieses Unwetter zählt zu den verheerendsten Naturkatastrophen der Nachkriegszeit in Deutschland. Bisher sind 179 Tote zu beklagen (Stand 29.07.21)

Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen

Entsprechend den Angaben des Bundeamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) waren 19 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen: Städteregion Aachen, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Mettmann, Heinsberg, Düren, Rheinisch-Bergischer Kreis, Wuppertal, Rhein-Erft-Kreis, Hagen, Mühlheim an der Ruhr, Euskirchen, Essen, Köln, Leverkusen, Solingen, Märkischer Kreis, Obernhausen und Düsseldorf.

Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz

In den schwer geschädigten Flutgebieten in Rheinland-Pfalz besteht inzwischen auch keine unmittelbare Gefahr mehr (Stand 29.07.21). Jedoch sind noch immer zahlreiche Regionen und Städte von hohen Pegelständen und Verwüstungen des Starkregens beeinträchtigt. Zu den Regionen zählen: Kreis Ahrweiler, gesamte Region Eifel mit Kreis Vulkaneifel, Kreis Bitburg-Prühm, Landkreis Trier-Saarburg, Kreis Bernkastel-Wittlich.

Überschwemmungen in Bayern

Auch Teile Bayerns wurden von schweren Überschwemmungen überrascht. Viele Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Landkreis Berchtesgadener Land rief den Katastrophenfall aus. Vor allem betroffen waren das Berchtesgadener Land und Hof. Außerdem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau.

Überschwemmungen in Sachsen

Extreme Regenfälle sorgten auch in Teilen Sachsens für starke Überschwemmungen. In der Sächsischen Schweiz konnten mehrere Ortslagen von Städten und Gemeinden nicht mehr erreicht werden. Betroffen waren insbesondere: Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gorisch.

Wann kommt es zu einem Hochwasser?

Dominierten in den letzten Jahren Dürren den Sommer in Deutschland, erlebten einige Bundesländer im Juli 2021 lang andauernden Starkregen. Innerhalb von 48 Stunden fielen an vielen Orten Niederschlagsmengen von 150 bis 200 Litern pro Quadratmeter. Dies hatte Überflutungen, Erdrutsche und Hauseinstürze zur Folge. Viele Menschen starben.

Ursachen für Starkregen

Sommerliche Extremwetter wie Dürre oder Starkregen werden uns auch in Zukunft begleiten. Ursache für diese Wetterextreme sehen Klimawissenschaftler in der starken Erwärmung der Arktis. Die Durchschnittstemperatur hat sich in Deutschland seit 1881 um 1,6 Grad erhöht. Bis zur Mitte unseres Jahrhunderts wird eine weitere Erwärmung um 2,4 bis 3 Grad erwartet. – Auslöser der aktuellen Unwetter in Deutschland waren feucht-warme Luft, ein träges Tief und das Aufsteigen warmer, feuchter Luft, die dann als Niederschlag niederging. – Laut Deutschem Wetterdienst fällt soviel Regen innerhalb von 48 Stunden (wie gerade in Deutschland erlebt) nur alle 100 Jahre. Die für dieses Jahrhundert-Ereignis verantwortliche Wetterlage tritt zwar selten auf, wird Fachleuten zufolge künftig jedoch häufiger vorkommen.

So entsteht Starkregen:

Durch den Klimawandel bewegt sich der Jetstream (ein atmosphärisches Windband) langsamer. Er wird angetrieben durch den Temperaturunterschied, der zwischen Nordpol und Äquator herrscht. Aufgrund des Klimawandels wird dieser Unterschied zunehmend kleiner, da die Arktis schmilzt. Der Jetstream verlangsamt sich und Wettergebiete bleiben dadurch länger an einer Stelle. Beispiele dafür sind das Tief „Bernd“, das sich kaum von der Stelle bewegte und so das Hochwasser in Deutschland verursachte oder auf der anderen Seite die anhaltende Hitzewelle in den USA und Kanada.

Wärmere Luftmassen können mehr Wasserdampf speichern und es bilden sich größere Regenwolken. Pro Grad Celsius ein Zuwachs von etwa sieben Prozent. Wenn mehr Wasser in der Atmosphäre gehalten wird, steht entsprechend mehr für Starkniederschläge bereit. Diese Wetterereignisse lassen sich mit dem Klimawandel erklären.

Waren in der Vergangenheit eher Gebiete wie das Erzgebirge und die Alpen von derartigen Wetterlagen betroffen, zeigte sich das Hochwasser in diesem Sommer insbesondere im Westen Deutschlands. Ausschlaggebende Faktoren dafür sind: die auslösende Wetterlage, besonders feuchte und warme, instabile Luft sowie ein mit Wasser gesättigter Boden. Ebenfalls wirkte sich die ungünstige Lage, beispielsweise eine Senke oder ein Tal aus. So wurden bei den jüngsten Unwettern vor allem Gebiete in Hanglage oder nahe kleiner Bäche, Flüsse oder Talsperren überflutet.

Folgen von Starkregen

Der stundenlang andauernde Regen führte beispielsweise im Ahrtal zum Anschwellen des Flusses. Aus ihm entstand ein reißender Strom, der alles mit sich riss. Wasser- und Schlammmassen zerstörten viele Dörfer und zahlreiche Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten. In Erftstadt beispielsweise, kam es zu massiven Erdrutschen, Häuser wurden unterspült und fortgerissen. Viele Menschen verloren ihr Leben.

Für die katastrophalen Folgen des Starkregens in Wuppertal, vermutet Jürgen Jensen vom Institut für Wasser und Umwelt, folgende Gründe: Gewässer- und Kanalisationssysteme waren total überlastet und durch die Versiegelung von Oberflächen wurde das Wasser oberflächlich stärker zusammengeführt.

Ursachen für Hochwasser

Die meisten Städte sind nicht wirksam auf Starkregen und Hochwasser vorbereitet. Die Kanalisation wurde für diese Mengen an Wasser nicht gebaut und der Boden kann aufgrund der Flächenversiegelung kaum etwas aufnehmen. Dadurch kann das Wasser nicht vollständig abfließen. Laut Umweltbundesamt (UBA) sind in Deutschland etwa 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen aktuell versiegelt. Die Flächen sind unter anderem bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert, so dass die Wassermassen nicht versickern können. Dadurch kommt es zu Überschwemmungen.

Wie lässt sich das Hochwasser-Risiko vorhersagen?

Grundsätzlich lässt sich das Risiko für Starkregen schwieriger prognostizieren als etwa für extreme Temperaturereignisse. Laut Annegret Thieken (Institut für Umweltwissenschaften und Geographie der Universität Potsdam) verfolgt man seit den Rheinhochwassern in den 1990er-Jahren ein integriertes Management, das zunehmend auch vermehrt auf Starkregen übertragen wird. So können Gemeinden mit dem Hochwasseraudit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) dabei unterstützt werden, ihren Vorsorgestatus einzuschätzen und zu verbessern. Zudem existieren bundesweit sogenannte Gefahrenkarten für Flusshochwasser und Starkregen, die allerdings detaillierter ausgestalten werden müssten. Andreas Becker, Klimaexperte vom Deutschen Wetterdienst, erklärte im Deutschlandfunk, dass die Vorhersagezentralen für bestimmte Unwetterlagen Vorwarnungen herausgeben. In der räumlichen Eingrenzung sind diese jedoch nicht scharf genug, um gezielt für bestimmte Orte Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Die bestehenden Modelle würden dies nicht hergeben. Verlässliche Vorhersagen gebe es erst ein bis zwei Stunden vor dem Eintreten eines Ereignisses.

Was tun, wenn das Wasser kommt?

Sobald man weiß, dass man selbst vom Hochwasser betroffen sein wird, sollte man Maßnahmen zur Sicherung des Hauses oder der Wohnung sowie des Autos einleiten. Wichtig ist es, die Ruhe zu bewahren und besonnen vorzugehen. Auf gar keinen Fall sollte man sich während des Hochwassers im Keller aufhalten. Das ist lebensgefährlich. Grundsätzlich gilt: Menschenrettung gilt vor dem Erhalt von Sachwerten. – Folgende Sicherungsvorkehrungen sollten getroffen werden:

Das Haus vor Hochwasser sichern

  • Keller räumen, die volllaufen können. Auch eindringendes Grundwasser stellt häufig ein Risiko dar.
  • Rückstauklappen im Keller kontrollieren.
  • Fenster, Türen und Abflussöffnungen abdichten.
  • Elektrische Geräte und Heizungen dort abschalten, wo Hochwasser eindringen kann. Es besteht Stromschlaggefahr. Im Zweifelsfall den Strom komplett ausschalten.
  • Keinesfalls noch im Keller aufhalten, wenn das Hochwasser unmittelbar bevorsteht oder bereits Wasser eindringt. Dann besteht Lebensgefahr.

Das Auto vor Hochwasser schützen

  • Autos frühzeitig aus gefährdeten Garagen oder von Parkplätzen, die betroffen sein könnten, wegfahren.
  • Besondere Vorsicht ist bei Tiefgaragen geboten. Diese sollten nur dann betreten werden, wenn das Hochwasser noch nicht einzudringen droht. Ansonsten besteht Lebensgefahr.
  • Auf keinen Fall durch überflutete Straßen fahren. Das kann lebensgefährlich sein, denn es besteht Gefahr aufgrund möglicher Unterspülungen oder Abbrüche. Auch bei niedrigem Wasserstand sollte davon abgesehen werden, denn Wasser im Motorraum beschädigt das Auto.
  • Steht das Fahrzeug bis über die Räder tief im Wasser, sollte man es besser abschleppen lassen.

Anderen Menschen helfen

  • Im Notfall geht die Rettung von Menschen vor dem Erhalt materieller Werte.
  • Anderen Menschen sollte man unbedingt helfen, allerdings, ohne dabei das eigene Leben zu gefährden.
  • Es ist wichtig, Kinder und andere Hilfsbedürftige, auch Haustiere, vor Eintritt des Überflutungsereignisses aus dem betroffenen Gebiet, in Sicherheit, zu bringen.

Was es noch zu beachten gibt:

  • In überfluteten Gebieten sollte man nicht einfach so, ohne Not, mit Booten umherfahren.
  • Möglichst keine Uferbereiche betreten, denn es besteht Gefahr durch Unterspülungen oder Abbrüche.
  • Alle Anweisungen der Einsatzkräfte sollten beachtet werden. Absperrungen akzeptieren.

Weitere Informationen zum richtigen Verhalten bei Hochwasser

Um auf ein mögliches Hochwasser gut vorbereitet zu sein, kann man sich umfassend informieren. So hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ herausgegeben. Beim Umweltbundesamt gibt es zudem die Broschüre „Hochwasser – verstehen, erkennen, handeln.“ Qualifizierte Beratung erhalten Interessierte auch bei vielen Landesbehörden, beim Hochwasser-Kompetenz-Centrum oder den örtlichen Feuerwehren.

Vorbeugende Maßnahmen bei einer Flutwarnung

Im Fall eines Hochwassers, kann es passieren, dass man für einige Zeit von der Außenwelt abgeschnitten ist. Daher sollte man sich auf diese mögliche Situation gut vorbereiten. Die nötigen Maßnahmen sollten Betroffene rechtzeitig einleiten.

So bereitet man sich auf das Hochwasser vor:

  • Sandsäcke, Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten sowie Silikon besorgen.
  • Befinden sich gefährliche Chemikalien oder andere bedenkliche Stoffe im Haus, sollten sie aus dem Einzugsbereich des Wassers gebracht werden.
  • Wertvolle Einrichtungsgegenstände, wichtige Unterlagen, technische Geräte in hochwassergeschützten Räume aufbewahren.
  • Befindet sich ein Heizöltank im Haus – diesen gegen Wasserauftrieb sichern.
  • Vorräte anlegen: Dafür sorgen, dass genügend Trinkwasser und Lebensmittel vorhanden sind. Zudem ein Radio bereithalten, dass mit Batterie betrieben wird. Auch wichtig: Taschenlampe und gegebenenfalls ein Campingkocher.
  • Für den Ernstfall, falls Wohnung oder Haus verlassen werden müssen, Notgepäck vorbereiten und auch wichtige Dokumente einpacken.
  • Nachdem sich das Hochwasser zurückgezogen hat, können sich Mücken und auch andere Schädlinge im Haus verbreiten. Am besten ein Insektenschutzmittel besorgen.

Hochwasser: Welche Versicherung zahlt welchen Schaden?

Unwetter können große Schäden an Haus, Grundstück oder Autos verursachen. Seien es vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume oder ein Pkw, der im Wasser steht. Gegen die meisten Schäden ist man in der Regel abgesichert. Aber welche Versicherung kommt für welchen Schaden auf?

Welche Versicherung bei Unwetterschäden?

Gegen Schäden, die von Unwettern verursacht wurden, gibt es keine Universalversicherung. Wer sich gut absichern möchte, benötigt mehrere Versicherungen. So kommt bei Schäden am Haus beispielsweise eine Wohngebäudeversicherung auf. Bewegliche Gegenstände, wie Möbel, Teppiche oder technische Geräte, kann man durch eine Hausratversicherung absichern. Wurden das Auto oder andere Fahrzeuge beschädigt, greift die Teil- oder Vollkaskoversicherung. Eine private Haftpflichtversicherung kommt beispielsweise dann auf, wenn ein Mensch, verletzt wurde. Etwa durch einen heruntergefallenen Dachziegel. Bei Mehrfamilienhäusern ist die Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung zuständig.

Diese Schäden übernimmt die Wohngebäudeversicherung

Verursacht ein Sturm Schäden am Haus, sind diese durch die Grundgebäudeversicherung abgedeckt. Vorausgesetzt allerdings, der Sturm hatte mindestens die Windstärke acht. Versicherungsnehmer sind in der Pflicht, dies nachzuweisen. Am besten lässt man sich die genauen Daten des Unglückstages vom Deutschen Wetterdienst geben. Auch in den Medien sind diese Informationen nachzulesen. Entstehen Schäden aufgrund von Hagel, muss die Stärke des Naturereignisses nicht nachgewiesen werden. Die Gebäudeversicherung übernimmt auch dann die Schadensregulierung, wenn der Blitz eingeschlagen hat oder ein Brand ausgebrochen ist. Für die Kostenübernahme bei Gewitterschäden durch Überspannung, Überstrom oder Kurzschluss, muss man eine extra Überspannungsklausel vereinbaren. – Von der Gebäudeversicherung nicht abgesichert sind sogenannte Elementarschäden durch ins Haus eindringendes Wasser von der Straße oder durch Überflutungen. Dazu wird eine Elementarschadenversicherung benötigt.

Die Elementarschadenversicherung

Eine Elementarschadenversicherung schützt bei Schäden durch Naturereignisse, wie Hochwasser, Überschwemmungen, Erdbeben oder Schneemassen. Sie wird zusätzlich zu einer Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung angeboten. – Wichtig, zu wissen: Die Elementarschadenversicherung sichert Wasserschäden nur dann ab, wenn das Wasser an die Oberfläche gelangt ist. Grundwasserschäden sind nicht versichert. Beispielsweise, wenn Wasser von unten in das Mauerwerk drückt. Beim Abschluss einer Elementarschadenversicherung wird empfohlen, darauf zu achten, dass Schäden durch Witterungsniederschläge und Schäden durch Rückstau mit eingeschlossen sind.

Die Hausratversicherung

Mit einer Hausratversicherung kann man Schäden an Möbeln und anderen Einrichtungsobjekten absichern. Sollte der Fall eintreten, dass man sein Haus oder seine Wohnung wegen des Schadens vorübergehend räumen muss, kommt die Hausratversicherung für eine bestimmte Zeit auch für die Kosten des Hotels auf. Ebenso für Aufräumarbeiten sowie für Transport und Lagerung der Möbel. – Der Versicherungsnehmer erhält aber nur dann Geld, wenn Fenster und Türen während eines Sturms geschlossen waren.

Die Teilkasko-Versicherung

Wird das Auto durch herabgefallene Dachziegel, abgerissene Äste oder abgeknickte Bäume beschädigt, deckt dies die Teilkasko-Versicherung ab. Vorausgesetzt, ein Sturm hat mindestens die Stärke acht erreicht. Die Versicherung greift ebenfalls bei Schäden aufgrund von Hagel und Überschwemmungen. Bei vereinbarter Selbstbeteiligung wird diese vom Schaden abgezogen. ¬– Wurde das Auto, trotz polizeilicher Warnung, in einem durch Hochwasser gefährdeten Gebiet stehen gelassen, kann eine Versicherung die Regulierung ganz oder teilweise ablehnen.

Die Vollkasko-Versicherung

Eine Vollkasko-Versicherung bietet mehr Sicherheit. Sie reguliert den Schaden unabhängig von Windstärke oder möglichem Selbstverschulden. Allerdings ist in der Regel nur der Zeitwert des Autos versichert und nicht dessen Wiederbeschaffungswert.

Schäden durch Naturgefahren versichern

Schäden, die durch Überschwemmungen, Rückstau oder auch Schneedruck entstehen, lassen sich durch eine Elementarschadenversicherung absichern. Hierzulande besitzen allerdings nur 46 Prozent der Hausbesitzer diesen Schutz vor Naturgefahren. Die meisten Menschen haben ihre Wohngebäude zwar gegen Hagel oder Sturm versichert, nicht jedoch gegen Elementarschäden wie Starkregen und Hochwasser.

Das deckt eine Elementarschadenversicherung ab:

Schäden durch eine Überschwemmung: Von einer Überschwemmung spricht man, wenn ein Gewässer über sein Ufer tritt oder wenn das Grundstück durch Regen überschwemmt wird. Wenn dann Grundwasser an die Oberfläche und in das Haus gelangt, besteht Versicherungsschutz. – Schäden durch eine Sturmflut und durch Grundwasser, das nicht an die Oberfläche gelangt, sind hingegen nicht versichert. Wird zum Beispiel das Mauerwerk des Kellers durch von unten eindringendes Grundwasser geschädigt, ist dies demnach ein nicht versicherter Schaden.

Gelangt Wasser aus Ableitungsrohren des Gebäudes durch Regen oder Überschwemmung ins Haus, also durch Rückstau, trägt dies die Elementarschadenversicherung. – Der Schaden durch Rückstau ist nur dann versichert, wenn eine funktionstüchtige Rückstausicherung vorhanden war.

Schäden aufgrund von Erdbeben, Erdsenkung oder Erdrutsch sind nur dann versichert, wenn das Ereignis naturbedingt ist. Wurde der Schaden von Menschen verursacht, beispielsweise durch den Steinkohleabbau oder durch Bautätigkeit, ist er nicht versichert.

Stürzt ein Dach durch das Gewicht von Schnee ein, spricht man von einem Schaden durch Schneedruck. Ebenfalls versichert sind etwaige Folgen, wenn Schnee oder Eismassen, von Berghängen niedergehen (Lawinen.) – Nicht versichert hingegen ist der Schaden durch Schneedruck, wenn der Schnee von Bäumen niedergeht.

FAQ zum Thema: Hochwasser

Wie kann man sich über die Hochwasserlage informieren?

Gründliche Information über ein drohendes Hochwasser zählt zu den wichtigsten Vorkehrungen. So sollte man die Warnmeldungen aus Rundfunk, Fernsehen oder von speziellen Apps, wie NINA oder Katwarn im Blick behalten. Zudem kann man die Hochwasserstände bei den Hochwasserzentralen der Länder abfragen. Außerdem bieten viele Kommunen inzwischen Starkregengefahrenkarten online an.

Warum darf man bei Hochwasser nicht mehr in den Keller?

Wer in den Keller geht, obwohl schon Wasser eingedrungen ist, riskiert einen Stromschlag. Auch wenn der Strom abgeschaltet ist, kann der Aufenthalt in Kellerräumen lebensgefährlich sein. Denn bereits ab 50 Zentimetern Wasserhöhe im Raum, lässt sich eine Tür nicht mehr öffnen.

Wer zahlt den Schaden meines geparkten Autos?

Steht das Auto im Wasser oder wurde gar fortgeschwemmt, kann ein Totalschaden nicht ausgeschlossen werden. Die Kfz-Haftpflichtversicherung reicht dann nicht aus. Eine Teilkaskoversicherung ist sinnvoll. Wurde eine Selbstbeteiligung vereinbart, wird diese vom Schaden abgezogen. Wenn das Auto jedoch trotz Warnung durch die Polizei in einem von Hochwasser gefährdetem Areal geparkt wurde, kann die Versicherung die Regulierung zum Teil oder komplett ablehnen. Eine Vollkasko-Versicherung hingegen reguliert den Schaden unabhängig von möglichem Selbstverschulden. Versichert ist immer nur der Zeitwert des Autos und nicht sein Wiederbeschaffungswert.

Welche Versicherung bei Hochwasser-Schäden?

Schäden durch Hochwasser sind durch eine sogenannte Elementarschadenversicherung abgedeckt. Gelangt Grundwasser an die Oberfläche und in das Haus – etwa weil ein Fluss über sein Ufer getreten ist oder weil das Grundstück durch Regen überschwemmt wurde – besteht Versicherungsschutz. Kein Versicherungsschutz besteht bei Schäden durch eine Sturmflut oder durch Grundwasser, das nicht bis an die Oberfläche gelangt ist. Beispielsweise wenn von unten eindringendes Grundwasser das Mauerwerk des Kellers beschädigt hat.

Wodurch wird das Risiko für Überschwemmungen verstärkt?

Durch den zunehmenden Bau von Gewerbe- und Wohngebieten entstehen immer mehr versiegelte Flächen. Sie verhindern, dass Regenwasser ausreichend im Boden versickert. Stattdessen fließt es noch schneller an der Oberfläche in Kanäle und Flüsse ab. Wenn dann noch starke und lang andauernde Regenfälle hinzukommen, ist das Kanalisationssystem rasch überlastet. Zudem wurde es bislang vielerorts versäumt, Gewässer in einen naturnahen Zustand zurück zu versetzten. – Aber auch der Klimawandel wirkt sich maßgeblich aus. Durch den sogenannten Jetstream, verbleiben Wettergebiete länger an einer Stelle. Dann regnet es dauerhaft, wie bei Tief „Bernd“ oder es kommt zu extremen Hitzewellen.

Quellen

  • Deutschlandfunk: Verhaltensregeln bei Hochwasser, www.deutschlandfunk.de, (Abruf 24.07.2021)
  • Deutschlandfunk: Starkregen und Hochwasser, www.deutschlandfunk.de, (Abruf 24.07.2021)
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, www.bbk.bund.de (Abruf 25.07.2021)
  • Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de (Abruf 25.07.2021)
  • Die Zeit: Vor uns die Sintflut, 22.07.2021
  • Tagesschau: Land unter auch in Sachsen und Bayern, www.tagesschau.de (Abruf 25.07.2021)
  • Climate Service Center, Hamburger Bildungsserver, Deutscher Bildungsserver: Starkregen und Hochwasser in Deutschland, www.wiki.bildungsserver.de (Abruf 24.07.2021)
  • Morgenpost: Diese Städte sind besonders vom Hochwasser betroffen, www.morgenpost.de (Abruf 24.07.2021)
  • Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, www.rnd.de (Abruf 24.07.2021)
  • Quarks: So müssen sich Städte auf den Klimawandel vorbereiten, www.quarks.de (Abruf 27.07.21)
  • MDR: Vor, während, nach der Flut: Was tun bei Hochwasser?, www.mdr.de (Abruf 28.07.21)
  • Verbraucherzentrale: Versicherungsschutz gegen Elementarschäden, www.verbraucherzentrale.de (Abruf 28.07.21)
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): Für die Versicherer wird es sehr teuer, ET 28.07.2021

Alle Angaben ohne Gewähr.

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