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Corona Impfung: Wirkung, Ablauf, Nebenwirkungen

Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen. Im Dezember 2020 werden die ersten Corona-Schutzimpfungen starten. Hier erfahren Sie alles zu Wirkung, Sicherheit, Ablauf sowie Nebenwirkungen und erhalten Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Corona-Impfschutz.


Inhaltsverzeichnis

Corona Impfstoff: Wirkung und Sicherheit

Der Corona Impfstoff des Unternehmens Biontech aus Mainz und dem US-Pharmaunternehmen Pfizer ist ein genbasierter Impfstoff (mRNA-Impfstoff). Dabei wird dem Körper genetisches Material des Coronavirus verabreicht. Das menschliche Immunsystem reagiert darauf mit der Bildung von Antikörpern. Der Vorteil solcher genbasierter Impfstoffe liegt in der Geschwindigkeit der Produkte. Sie können schneller hergestellt werden als konventionelle Impfstoffe. Andererseits müssen genbasierte Impfstoffe bei  einer Temperatur von minus 70 Grad gelagert werden, was die Auslieferung des Corona Impfstoffs sehr aufwändig macht.

Impfstoffe werden im Allgemeinen erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht. Die Überprüfung unterteilt sich in präklinische und klinische Phase, Zulassungsprüfung, Auflagen der Zulassungsbehörden und Marktzulassung sowie die Nachzulassungsbeobachtung. So auch beim Covid-19-mRNA-Impfstoff. Die klinischen Studien zum Corona Impfstoff haben mehrere zehntausend Probanden eingeschlossen, die dabei stets unter intensiver medizinischer Beobachtung standen. Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung wurden in drei Studienphasen überprüft. Die Studie ergab, dass die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Virus zu infizieren, bei den COVID-19 geimpften Teilnehmern um 95% geringer war als bei den Placebo-Geimpften. Zudem gehen Wissenschaftler momentan davon aus, dass der Covid-19-Impfstoff auch gegen die in Großbritannien entdeckte Mutation der Coronavirus wirksam ist. Um diese Frage abschließend klären zu können, sind allerdings noch weitere Tests notwendig. 

Wie lange der Impfschutz gegen Corona bei einer geimpften Person besteht, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Außerdem ist noch unklar, in welchem Maße die Übertragung durch geimpfte Personen verringert oder verhindert wird. In jedem Fall bietet die COVID-19 Impfung erwachsenen Personen einen sehr guten Schutz vor der Erkrankung. Der Impfstoff steht zunächst nur für Erwachsene zur Verfügung, da er bei Kindern und Jugendlichen noch nicht ausreichend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht werden konnte.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat den Impfstoff nach ausgiebiger Überprüfung als sicher und wirksam gegen das Coronavirus befunden, so dass die EU-Kommission dem Biontech/Pfizer-Impfstoff am 21.12.2020 die bedingte Marktzulassung erteilt hat. Der Zusatz „bedingt“ bedeutet, dass die Hersteller in allen 27 EU-Staaten dazu verpflichtet werden, weiterhin Daten zur Langzeitwirkung an die Europäische Arzneimittelagentur zu übermitteln. Zudem werden auch Angaben zu möglichen Nebenwirkungen oder allergischen Reaktionen weiterhin geprüft.

Warum sollte man sich gegen Corona impfen lassen?

Die Corona Impfung trägt sowohl zum Schutz eines jeden Einzelnen als auch zur Eindämmung der weltweiten Pandemie bei. Da das Virus sehr leicht übertragbar ist, breitet sich SARS-CoV-2 schnell aus, so dass Mitte Dezember 2020 weltweit 69 Mio. Corona-Infizierte und 1,6 Mio. Todesfälle verzeichnet wurden. Allein in Deutschland sind bis Ende des Jahres 2020 über 1,3 Millionen Menschen daran erkrankt und mehr als 22.000 Menschen an Corona gestorben.

Der Impfstoff kann das Infektions- und Erkrankungsrisiko um ein Vielfaches reduzieren, die Eindämmung der Pandemie beschleunigen und so dazu beitragen, Kontaktbeschränkungen zu lockern. 
Bevor wieder Normalität einkehren kann, muss ein Großteil der Bevölkerung Immunität gegen das Virus entwickeln. Der Corona-Impfschutz ebnet den Weg zu einer relevanten Bevölkerungsimmunität.
 

Wann startet die Impfung gegen das Coronavirus?

Der Impfstart soll in den EU-Ländern in den Tagen nach Weihnachten erfolgen. In Deutschland ist der Beginn der Impfkampagnen auf den 27.12.2020 datiert. Für die Organisation und den Betrieb der Impfzentren sowie die Terminvergabe sind die Bundesländer zuständig. Bis Ende Januar werden in Deutschland voraussichtlich 3 bis 4 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, wobei die Lieferungen je nach Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt werden.

Für das erste Quartal des Jahres 2021 ist mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen zu rechnen.

Wie wird der Corona Impfstoff verabreicht?

Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer wird in zwei Impfdosen verabreicht. Eine vollständige Immunisierung besteht aus zwei Dosen à je 30 µg mRNA mit einem Volumen von je 0,3 ml.

Beide Dosen werden, in einem Abstand von 17 bis 21 Tagen, intramuskulär in den Oberarm geimpft.

Aktuell ist davon auszugehen, dass der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer nicht durch ein anderes Corona-Impfstoffprodukt ersetzbar ist. Bisher wurde die Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfregimes mit gemischten Produkten nicht untersucht. Aus diesem Grund sollten Personen, die eine erste Dosis mit dem Produkt von Biontech/ Pfizer beginnen, die zweite Impfung auch mit diesem Produkt fortführen.

Wer wird zuerst gegen Corona geimpft?

Eine Priorisierung der zu impfenden Personen ist notwendig, da der Impfstoff zunächst nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, um alle impfwilligen Menschen damit zu versorgen. Die Reihenfolge der Corona Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt. Diese Impfverordnung baut auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut auf und soll rückwirkend ab dem 15.12.2020 in Kraft treten.

Die Impf-Verordnung sieht folgende Priorisierung vor:

Höchste Priorität

  • Personen in einem Alter von über 80 Jahren
  • Personen, die in stationären Pflegeeinrichtungen behandelt, betreut oder gepflegt werden 
  • Beschäftigte in stationären Pflegeeinrichtungen
  • Beschäftigte in ambulanten Pflegediensten 
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Erkrankungsrisiko (Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, SARS-CoV-2-Impfzentren, Bereiche mit infektionsrelevanten Tätigkeiten)
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen

Hohe Priorität

  • Personen in einem Alter von über 70 Jahren
  • Personen mit Trisomie 21, Demenz, geistiger Behinderung, nach einer Organtransplantation
  • Enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Pflegeinrichtungen
  • Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Beschäftigte in stationären Einrichtungen für geistig behinderte Menschen und Beschäftigte ambulanter Pflegedienste, die regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Beschäftigte in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Corona-Infektionsrisiko (v.a. Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste sowie in SARS-CoV-2-Testzentren)
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst (z. B. bei Demonstrationen) einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Beschäftigte des öffentlichen Gesundheitsdienstes und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind 

Erhöhte Priorität

  • Personen in einem Alter von über 60 Jahren
  • Personen mit bestimmten Krankheiten (Adipositas, chronische Nierenerkrankung, chronische Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, diverse Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma)
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Infektionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Beschäftigte in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Beschäftigte in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, in Apotheken und Pharmawirtschaft, in der öffentlichen Versorgung sowie Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Lehrer und Erzieher
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen 

Priorisierte Personen werden über ihre Impfberechtigung informiert. Um lange Warteschlangen vor den Impfzentren zu vermeiden, wird es ein einheitliches Terminmanagement geben, das voraussichtlich in allen Bundesländern unter der Telefonnummer 116117 die Terminvergabe regelt.

Wo kann ich mich gegen Corona impfen lassen?

Die Impfung wird zunächst in Impfzentren erfolgen, die die Bundesländer eingerichtet haben. Zudem sind mobile Impfteams vorgesehen, die stationäre Pflegeeinrichtungen versorgen werden. In Einrichtungen wie Krankenhäusern oder stationären Pflegeeinrichtungen ist außerdem geplant, Betriebsärzte für die Corona Impfung einzusetzen.

Aktuelle Informationen zu den Impfzentren sind bei den jeweiligen Landesregierungen zu finden. Sobald der Corona Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, sollen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte regulär impfen.

Corona Impfung: Kosten

Unabhängig vom Versicherungsstatus steht die Impfung der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung. Der Bund zahlt den Impfstoff, während die Kosten für Aufbau und Organisation der Impfzentren von den Ländern und der gesetzlichen sowie der privaten Krankenversicherung getragen werden. Für die zweite Phase der Corona Impfungen ist die Verabreichung in Arztpraxen vorgesehen. Dann übernehmen wie üblich gesetzliche und private Krankenversicherungen die Kosten der ärztlichen Leistung.

Corona Impfstoff: Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Laut Biontech zeigt der Corona Impfstoff bei allen untersuchten Altersgruppen eine ähnlich gute Wirkung und keine ernsten Nebenwirkungen. Dennoch sind Nebenwirkungen, wie bei jeder anderen Impfung auch, nicht ganz ausgeschlossen.

Die Auswertung der Studie zum Biontech/Pfizer-Impfstoff zeigt, dass sich vorübergehende Impfreaktionen der Corona Impfung, je nach Alter und je nachdem, ob es sich um die erste oder zweite Impfdosis handelte, wie folgt äußern können:

  • Schmerzen/Schwellungen an der Einstichstelle (66 bis 83 Prozent)
  • Durchfall (8 bis 12 Prozent)
  • Muskelschmerzen (14 bis 37 Prozent)
  • Gliederschmerzen (9 bis 22 Prozent)
  • Müdigkeit (34 bis 59 Prozent)
  • Kopfschmerzen (25 bis 52 Prozent)
  • Schüttelfrost (6 bis 35 Prozent)
  • Fieber (11 bis 16 Prozent)

Die vorübergehenden Impfreaktionen klangen nach kurzer Zeit wieder ab und haben sich schwach bis mäßig geäußert. Ältere Teilnehmer der Studie haben weniger und schwächer ausgeprägte Impfreaktionen aufgewiesen. Solche Impfreaktionen sind nicht ungewöhnlich. Sie zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet.

Im Bezug auf die Nebenwirkungen der Corona Impfung hat die Studie von Biontech/Pfizer ergeben, dass bei etwas weniger als 1 % der Teilnehmer eine harmlose Schwellung der Lymphknoten auftrat. Bei 0,02 % kam es zu einer Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese). Bei 0,1 % trat eine allergische Reaktion als Nebenwirkung auf. Ob diese Reaktionen im Zusammenhang mit der Impfung stehen, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Insgesamt gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass es durch die Corona Impfung zu schweren Nebenwirkungen kommt.

Das Paul-Ehrlich-Institut (deutsches Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) überwacht auftretende Nebenwirkungen. Impfkomplikationen können dem PEI direkt über die Webseite mitgeteilt werden. Ärzte, Apotheker sowie die Unternehmen sind zur Meldung verpflichtet. In Zukunft sollen solche Meldungen auch über eine spezielle App möglich sein. Diese wird derzeit vom Paul-Ehrlich-Institut entwickelt und soll bald jedem zur Verfügung stehen.

Wer haftet bei Nebenwirkungen durch die Corona Impfung?

Kommt es zu Impfkomplikationen und ggf. zu einer Schädigung durch einen Impfstoff, kann je nach Fallgestaltung das pharmazeutischen Unternehmen haftbar gemacht werden. Haftungsregelungen können sich im Allgemeinen aus dem Arzneimittelrecht, dem Produkthaftungsgesetz sowie den allgemeinen Haftungsregelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs ergeben. Wann genau jemand einen Antrag auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz stellen kann, ist im Infektionsschutzgesetz geregelt. Das ist beispielsweise möglich, wenn eine von der zuständigen Landesbehörde öffentlich empfohlene Impfung gesundheitlichen Schaden am Geimpften zur Folge hatte.

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt sich außerdem der Abschluss einer privaten Unfallversicherung. Im DFV-UnfallSchutz sind Impfschäden (unerwünschte, negative Folge einer Impfung) grundsätzlich versichert. Sie profitieren damit im Fall der Fälle u. a. von hohen Invaliditätsleistungen, einer Sofortleistung bis zu 20.000 €, Krankenhaustagegeld sowie weltweitem Schutz. Auch wenn die Impfrisiken der Corona Impfung gering sind, sind Sie so rundum geschützt. Der DFV-UnfallSchutz konnte mit der hervorragenden Note „SEHR GUT“ (1,3) bei Stiftung Warentest überzeugen und gehört damit zu den besten Unfallversicherungen Deutschlands.
 

Corona Impfstoff: FAQ

Kann man das Coronavirus trotz Impfschutz übertragen?

Momentan ist noch nicht abschließend geklärt, ob man sich trotz einer Corona Impfung mit dem Virus anstecken kann, in der Folge aber beschwerdefrei bleibt. Ebenfalls ist noch ungeklärt, ob eine geimpfte Person das Coronavirus dennoch übertragen kann.

Wird es eine Impfpflicht geben?

Nein, es wird keine Impflicht geben. Ob man sich impfen lässt oder nicht, liegt im Ermessen eines jeden einzelnen. Die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig.

Wann werden weitere Corona-Impfstoffe zur Verfügung stehen? 

Neben dem bereits zugelassenen Impfstoff der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer werden aktuell weltweit Corona-Impfstoffe entwickelt und getestet. Sollten sich die Studien hierzu positiv entwickeln, könnten im Laufe des Jahres 2021 mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Muss ich nach der Impfung noch eine Maske tragen? 

Die bestehenden Empfehlungen sowie Einschränkungen zur Eindämmung der Corona Pandemie gelten auch weiterhin für Menschen, die bereits geimpft sind. 

Ist die Impfung auch gegen die Mutation des Coronavirus wirksam?

Biontech-Gründer Sahin geht davon aus, dass der Impfstoff auch gegen die kürzlich entdeckte Mutation des Coronavirus wirksam ist. Das Antigen, welches für den Impfstoff genutzt wird, besteht aus über 1270 Aminosäuren. Davon sind momentan neun mutiert - also noch nicht einmal ein Prozent. Angesichts der neuen Corona-Variante werden allerdings weitere experimentelle Tests zum Impfschutz durchgeführt.

Quellen

Bundesgesundheitsministerium: www.bundesgesundheitsministerium.de (Abruf: 23.12.2020)

Bundesregierung: www.bundesregierung.de (Abruf: 22.12.2020)

Frankfurter Rundschau: www.fr.de (Abruf: 22.12.2020)

Gesundheitsinformation: www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 21.12.2020)

Pharmazeutische Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Abruf: 22.12.2020)

Robert Koch Institut: www.rki.de (Abruf: 21.12.2020)

Tagesschau: www.tagesschau.de (Abruf: 23.12.2020)

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