Obliegenheiten

Was genau ist mit Obliegenheiten gemeint? Und welche Arten von Obliegenheitenverletzungen gibt es?


Obliegenheiten – Versicherungsdefinition

Obliegenheiten sind Vorschriften, die im Versicherungsvertrag  (z. B. bei einer Hausratversicherung) und den Versicherungsbedingungen definiert sind.

Hierbei unterscheidet man zwischen den vorvertraglichen Obliegenheiten und den Obliegenheiten, die nach Abschluss eines Versicherungsvertrages bestehen.

Ein Beispiel für eine vertragliche Obliegenheit wäre: Schließt eine Person eine Hausratversicherung ab, muss er unter anderem berücksichtigen, in der kälteren Jahreszeit die Wohnung zu beheizen, damit keine Frostschäden entstehen können.

Meldet der Versicherungsnehmer einen Schaden und verletzt zugleich eine Obliegenheit, kann der Versicherer den Anspruch auf Leistung verweigern.

Berücksichtigt werden muss, dass einige Obliegenheiten erst auf Verlangen des Versicherers erfüllt werden müssen.

Fahrlässige Obliegenheitsverletzung

Falls der Versicherungsnehmer fahrlässig eine Obliegenheit verletzt, muss der Versicherer weiterhin die Leistung bei einem Schadensfall zahlen.

Fahrlässigkeit würde dann vorliegen, wenn der Versicherungsnehmer die im Verkehr objektiv erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen hat.

Grob fahrlässige Obliegenheitsverletzung    

Bei einer grob fahrlässigen Verletzung der Pflichten muss der Versicherer zu einem bestimmten Teil die Leistung erbringen. Zudem hat der Versicherer das Recht, eine fristlose Kündigung des Vertrages einzufordern.

Eine grobe Fahrlässigkeit würde dann angenommen, wenn eine Nichtbeachtung dessen vorliegen würde, was jedem normalerweise einleuchten müsste.

Vorsätzliche Obliegenheitsverletzung

Eine absichtliche Verletzung der Obliegenheit befreit den Versicherer vor seiner Leistungspflicht. Eine vorsätzliche Obliegenheit liegt vor, wenn der Versicherungsnehmer bewusst die Verletzung herbeigeführt hat.