Deliktunfähige Kinder

Was bedeutet "deliktunfähige Kinder"? Können auch Kinder für einen Schaden, den sie verursacht haben in Anspruch genommen werden? Oder deren Eltern? Welche Anspruchsgrundlage kommt hierfür in Frage? Und welche Regelungen gibt es zu beachten?


Eingeschränkte Regelung für Kinder bei einem Schaden

Verursacht eine Person einen Schaden, dann gilt im Grundsatz, dass der Verursacher für den Schaden nach § 823  BGB aufkommen muss. Jedoch gilt bei Kindern eine eingeschränkte Regelung.

Wer kommt für den Schaden auf?

Kinder können bis zur Vollendung des 7. Lebensjahrs (im Straßenverkehr bis zum 10. Jahr) nicht selbst haftbar gemacht werden. Sie sind laut BGB deliktunfähig.

Wenn auch keine Aufsichtspflichtverletzung der Eltern vorliegt, hat der Geschädigte keinen Anspruch auf Schadensersatz. Durch den Einschluss dieser Leistung kann die „Einrede der Deliktunfähigkeit“ ausgeschlossen werden, da oftmals die „moralische Verpflichtung“ gegenüber dem Geschädigten wie z. B. dem Nachbarn bleibt. 

Falls die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und der Geschädigte eine Entschädigung verlangt, muss die Haftpflichtversicherung der Eltern für den Schaden aufkommen.

Versicherungsschutz für deliktunfähige Kinder

Seit einigen Jahren werden Haftpflichtversicherungen angeboten, die trotz Deliktunfähigkeit der Kinder bei einem Schadensfall bis zu einer Höhe von maximal 5000 Euro leisten.

Das Kind ist zwar deliktunfähig, jedoch leistet die Versicherung einen gewissen Beitrag an den Geschädigten, da die Eltern ein gutes Nachbarschaftsverhältnis oder Freundschaften nicht belasten wollen.
In einigen Tarifen ist das deliktunfähige Kind beitragsfrei mitversichert oder es gibt geringe Zusatzbeiträge.

Einige weitere Versicherungen bieten sogar einen Versicherungsschutz in der Haftpflicht für deliktunfähige Kinder und deliktunfähige Erwachsene, darunter fallen Behinderte oder Senioren.