Pflegestufe

Eine Pflegestufe entscheidet über die gezahlten Leistungen der Pflegekassen. Um in eine Pflegestufe zu gelangen, muss eine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes vorliegen. In Abhängigkeit des täglichen Zeitaufwandes, der zur Pflege aufgewendet werden muss, unterscheiden sich die Stufen I, II und III. Die Einstufung über die notwendige Pflegezeit übernimmt der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung).


Die Leistungsträger bzw. Pflegekassen sprechen von folgenden Pflegestufen:

  • Pflegestufe I: Aufwand mindestens 90 Minuten pro Tag, hierbei müssen auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen.
  • Pflegestufe II: Aufwand mindestens 3 Stunden pro Tag, hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens 2 Stunden entfallen.
  • Pflegestufe III: Aufwand mindestens 5 Stunden pro Tag, hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens 4 Stunden entfallen.

Wie wird die Pflegestufe ermittelt?

Die Feststellung einer Pflegestufe er folgt auf Basis festgelegter Richtlinien durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen MDK (bei gesetzlich Versicherten) bzw. MEDICPROOF (bei privat Versicherten) oder seit 2013 durch andere unabhängige Gutachter.

Die Gutachter der gesetzlichen Pflegeversicherung bewerten anhand von Richtlinien und Vorgaben (z. B. nebenstehende Tabelle) den zeitlichen Aufwand, der erforderlich ist, um den Pflegebedürftigen ausreichend zu unterstützen

Auszug aus den Begutachtungsrichtlinien:

Auch wenn bestimmte gesetzlich festgelegte Verrichtungen des täglichen Lebens nicht täglich anfallen (z. B. das Baden), sind diese zu berücksichtigen, soweit sie regelmäßig, d. h. mindestens einmal pro Woche und auf Dauer für mindestens 6 Monate anfallen.

Ein ein- bis zweimaliges Haare waschen pro Woche entspricht dem heutigen Hygienestandard.

Und was ist mit Pflegestufe 0?

Unter Patienten, Angehörigen und Pflegedienstleistern hat sich der Begriff Pflegestufe 0 etabliert. Dieser wird von Leistungsträgern und Pflegekassen aber offiziell nicht verwendet.

Die korrekte Bezeichnung dieser Leistung der Pflegeversicherung lautet:

Zusätzliche Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz (§§ 45a, b SGB XI)

In diese Gruppe fallen Menschen, die an einer Demenz oder ähnlichen Erkrankungen leiden und dadurch ein erhöhtes Maß an Beaufsichtigung und Betreuung benötigen. Mit der Pflegestufe 0 sind also die Patienten ohne Pflegestufe gemeint, deren Pflegebedarf noch unter 45 Minuten Grundversorgung am Tag liegt.