Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen. Diese Personen benötigen, nach der Definition des Pflegeversicherungsgesetzes, auf Dauer - voraussichtlich für mindestens 6 Monate - in erheblichen oder höherem Maße Hilfe im Bereich der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung.


Die heutige, stark verrichtungsbezogene Beurteilung, welcher Pflegestufe eine pflegebedürftige Person zuzuordnen ist, wird allerdings der konkreten Lebenssituation vieler Pflegebedürftiger nicht mehr ausreichend gerecht. Ab dem 1. Januar 2017 wird daher ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff in der Pflegeversicherung eingeführt. Ziel ist es, die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und Menschen mit geistigen oder psychischen Einschränkungen ebenso zu berücksichtigen wie die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ist Teil der Pflegereform, die mit den Pflegestärkungsgesetzen I und II auf den Weg gebracht hat. Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ist auch ein neues Begutachtungsinstrument zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit verbunden. Maßstab soll nicht mehr der Hilfebedarf in Minuten sein, sondern der Grad der Selbstständigkeit eines Menschen.