Was ist Alzheimer?

Alzheimer ist eine besondere Form der Demenz. Medizinisch betrachtet handelt es sich um eine neurodegenerative Erkrankung und tritt am häufigsten bei Personen über 65 Jahren auf. Die Krankheit ist nach dem Arzt Alois Alzheimer benannt, der diese Krankheit 1906 erstmals beschrieb.


Alzheimer = Demenz?

Oft wird die Krankheit Alzheimer mit Demenz gleichgesetzt. Das ist so jedoch nicht ganz richtig, weil die Demenz nur ein wesentliches Merkmal bzw. Symptom der Krankheit Alzheimer darstellt. Tatsächlich können noch weitere Symptome dazukommen, wie z. B. Wahrnehmungsstörungen.


Allerdings geht es auch bei Alzheimer immer um den Verlust geistiger Funktionen. Denken, Orientieren und Erinnern fällt zunehmend schwerer. Alzheimer-Demenz ist aber wohl die häufigste Erscheinungsform einer Demenz.

Unterscheidung in primäre Demenz und sekundäre Demenz

Die Demenz wird in verschiedene Demenzformen unterteilt:

1.    Die hirnorganische/primäre Demenz

Die hirnorganische, primäre Demenz wird auch vaskuläre Demenz genannt und kann aufgrund von Durchblutungsstörungen entstehen. Die Folge könnte eine plötzlich verschlechterte Hirnleistung sein, die sogar eine schlaganfall-artige Symptomatik aufweisen kann.

2.    Die nicht-hirnorganische/sekundäre Demenz

Bei der sekundären Demenz ist der geistige Verfall Folge einer anderen organischen Krankheit. Es könnte sich dabei um eine vorausgegangene Hirnverletzung handeln oder einer Herz-Kreislauf-Krankheit. Auch der Konsum von Alkohol oder Drogen können dazu führen. Wird die Grunderkrankung behandelt, so normalisiert sich in der Regel auch die geistige Leistungsfähigkeit in den meisten Fällen wieder.


Alzheimer gehört zu den primären Demenzerkrankungen, bei der das Verhalten direkt auf die Gehirnveränderung zurückzuführen ist. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren und Frauen leiden in Deutschland bereits mehr als 1,3 Millionen Menschen an Demenz. Schon 2014 wurde ein Anstieg auf 2,6 Millionen bis ins Jahr 2050 prognostiziert.

Charaktereistisch für Alzheimer

Die auftretenden Symptome einer Alzheimer-Demenz lassen sich in drei Stadien aufteilen:

1.    Das Anfangsstadium

  • Es treten geistige Defizite und Vergesslichkeit auf
  • Es kommt zeitweise zu Orientierungsschwierigkeiten

Im Anfangsstadium der Alzheimer Demenz ist ein durchaus noch möglich, völlig selbständig sein Leben zu Leben und den Alltag zu organisieren.

2.    Das moderate Stadium

  • Es kommt immer häufiger zum Verlust geistiger Fähigkeiten
  • Problemlösungsfähigkeit geht verloren
  • Rechenfähigkeit verschwindet
  • Erkennungsstörungen treten auf
  • Zunehmende Desorientierung von Ort und Zeit
  • Sprachverständnis ist gestört
  • Hygiene lässt nach
  • Wahnvorstellungen treten auf (bestehlen, betrügen, verfolgen)

Im moderaten Stadium von Alzheimer Demenz nimmt der Verlust der geistigen Fähigkeiten immer mehr zu. Die Selbständigkeit ist noch vorhanden, allerdings in bereits ziemlich eingeschränkter Form. Es sollte immer mal ein Angehöriger oder eine Betreuungskraft nach dem Patienten geschaut werden.

3.    Das schwere Stadium

  • Es kommt zum Verlust der Alltagskompetenz
  • Jetzt ist auch das Langzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen
  • Mangelnde persönliche Orientierung
  • Sätze bilden ist kaum noch möglich
  • Angehörige werden nicht mehr erkannt
  • Inkontinenz

Durch den völligen Verlust der Alltagskompetenz tritt, nach dem neu definierten Begriff von Pflegebedürftigkeit, genau diese ein. Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, seinen Alltag allein zu bewältigen und somit auf fremde Hilfe angewiesen. Die Hilfe kann durch  Angehörige, Altenpfleger, ambulante Pflegedienste bzw. mobile Altenpflege – wenn die Pflege zu Hause stattfinden soll – erfolgen oder der Pflegebedürftige muss in ein Pflegeheim.


Bislang wurden an Demenz erkrankte Personen der so genannten Pflegestufe 0 zugeordnet – korrekterweise handelte es sich um zusätzliche Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz nach  §§ 45 a, b SGB XI. 

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II werden erstmals alle an Demenz erkrankten Pflegebedürftigen genauso behandelt, wie Patienten mit körperlichen Beschwerden und erhalten somit einen gleichberechtigten Zugang zu den Pflegeleistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Die Gleichstellung von Demenzpatienten ist ein sehr guter Schritt. Fakt ist aber auch, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung allein nicht ausreichen, um die entstehenden Kosten im Pflegefall zu bewältigen. Der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung schützt vor einer Finanzierungslücke im Pflegefall.