Rückenschmerzen

Rückenschmerzen - Ursachen, Symptome und Therapie

Rückenschmerzen sind das Volksleiden Nr. 1 in Deutschland. Fast jeder Erwachsene hatte schon einmal damit zu kämpfen. Ob Muskelverhärtung, Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall – die Krankheitsbilder sind genauso vielfältig wie häufig.


SOS: Erste Hilfe Tipps bei Rückenschmerzen

Stufenlagerung: Wenn Sie plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken spüren, legen Sie sich in die sogenannte Stufenlagerung. Diese entlastet die Wirbelsäule und trägt zur Entspannung der Muskeln und Gelenke bei.

  1. Auf einem festen Untergrund flach auf den Rücken legen.
  2. Unterschenkel im rechten Winkeln zu Oberschenkeln auf einem Hocker oder Stuhl lagern. Die Höhe der Ablage sollte der Länge Ihrer Oberschenkel entsprechen.
  3. Den Kopf mit einem Kissen oder zusammengerollten Handtuch stützen.
    Wärme- und Kältebehandlungen: Wärme wirkt sich sehr wohltuend auf verspannte Muskeln aus. In Apotheken erhältliche Wärmepflaster können Sie einfach auf die betroffenen Stellen aufkleben, damit diese für mehrere Stunden erwärmt werden, um Verspannungen zu lösen.

Heißes Bad: Ein heißes Vollbad lockert die verhärteten Muskeln, fördert die Durchblutung und wirkt den Schmerzen so entgegen.

Eisbeutel: Wenn ein Gelenk entzündet oder ein Nerv gereizt ist, wirkt sich Hitze eher kontraproduktiv aus. Dann benötigen Sie eher Kälte, um den Schmerz zu betäuben. Legen Sie einen Eisbeutel auf die schmerzende Stelle, um die Durchblutung zu hemmen und die Weiterleitung des Schmerzreizes zu unterbinden.

Rückenschmerzen

Nahezu 80 Prozent aller Mitteleuropäer leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter der Volkskrankheit Rückenschmerzen. Die Ursachen sind ebenso vielfältig wie die Behandlungsmöglichkeiten. Zu den häufigsten Ursachen gehören Stress, Bewegungsmangel und Bandscheibenvorfälle. Akute Schmerzen lassen sich in aller Regel gut sowie effektiv behandeln oder klingen schnell und ohne Behandlung ab. Bei jedem neu auftretenden Rückenschmerz besteht jedoch die Gefahr, dass die Symptome chronisch werden. Bei chronischen Rückenschmerzen ist die Behandlung, je nach Ursache, schwieriger.

Je älter man ist, desto wahrscheinlicher ist es, an Rückenschmerzen zu leiden. Die Wirbelsäule unterliegt mit zunehmendem Alter Verschleißerscheinungen. Dennoch sind auch junge Menschen betroffen. Insgesamt leiden Frauen mit 46,9 Prozent etwas seltener an Rückenbeschwerden als Männer mit 48,7 Prozent. Auch der Arbeitsplatz spielt bei der Entstehung von Rückenschmerzen eine Rolle. Am häufigsten fallen Beschäftigte bei den Postdiensten, Mitarbeiter der Abfallentsorgung und von Metallerzeugung und –bearbeitung, wegen Muskel- und Skeletterkrankungen, aus. Rückenschmerzen sind im Schnitt mit 17,5 Tagen die dritthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit.

Rückenschmerzen: Arten

Rückenschmerzen werden in der Medizin nach verschiedenen Kriterien eingeteilt.

Lokalisation der Rückenschmerzen

Rückenschmerzen im oberen Rücken: Die Schmerzen treten oben an der Wirbelsäule (Nacken) auf und können akut bis chronisch sein. Sie strahlen oftmals in Schultern, Arme und/oder Hinterkopf aus. Auslöser der Schmerzen im oberen Rücken können eine falsche Körperhaltung am Arbeitsplatz, ein Bandscheibenvorfall oder auch psychische Einflüsse sein.

Rückenschmerzen im mittlerer Rücken: Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule treten häufig aufgrund von Reizungen (Irritationen) großer Muskelgruppen in diesem Bereich auf. Sie können ebenfalls durch Funktionsstörungen der Rippen-Wirbel-Gelenke bedingt sein.

Rückenschmerzen im unteren Rücken: Da die Lendenwirbelsäule (LWS) sehr anfällig für Verletzungen und Schädigungen ist, treten diese Rückenschmerzen am häufigsten auf. Als Ursache kommen Bandscheibenvorfälle oder Überanstrengungen der Muskulatur in Frage.

Dauer der Rückenschmerzen

Akute Rückenschmerzen: Als akute Rückenschmerzen werden Rückenbeschwerden bezeichnet, die zum ersten Mal oder nach mindestens sechs schmerzfreien Monaten auftreten und maximal sechs Wochen anhalten. In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden nach wenigen Wochen.

Subakute Rückenschmerzen: Subakute Beschwerden im Bereich des Rückens halten länger als sechs Wochen bis maximal drei Monate an.

Chronische Rückenschmerzen: Halten die Rückenschmerzen länger als drei Monate an, spricht man von chronischen Rückenschmerzen beziehungsweise chronisch wiederkehrenden (rezidivierende) Beschwerden. Die Stärke der Schmerzen kann dabei variieren. Chronische Rückenschmerzen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf und stehen oft in Zusammenhang mit zusätzlichen Erkrankungen (Komorbiditäten).

Rückenschmerzen: Ursachen

Rückenbeschwerden können auf körperlichen und seelischen Ursachen basieren. In manchen Fällen ist es eine Kombination aus beidem. Rückenschmerzen lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: nicht-spezifische und spezifische Rückenschmerzen.

Nicht-spezifische Rückenschmerzen ohne strukturelle Ursache

Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen besteht keine klare Einzelursache. Es lässt sich also keine strukturelle Ursache in Form von Schäden oder Verletzungen im Röntgenbild oder MRT erkennen. In den meisten Fällen ist eine funktionelle Ursache im Sinne einer Muskelverkrampfung oder eines Muskelungleichgewichts im Bereich der Wirbelsäule zu erkennen.

Der unspezifische akute Rückenschmerz kann, begünstigt durch eine Behandlung, häufig wieder nach kurzer Zeit folgenlos abklingen.

Spezifische Rückenschmerzen

Spezifische Rückenschmerzen haben eine eindeutig feststellbare Ursache. Diese kann im Bereich der Wirbelsäule liegen oder auf verschiedenste Erkrankungen anderer Organe zurückzuführen sein.

Akute Prostataentzündung (Prostatitis): Neben Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen haben Männer bei einer akuten Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata) auch unter Rückenschmerzen zu leiden.

Bandscheibenvorfall: Die Bandscheiben fungieren als polsterförmige Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie bestehen aus einem weichen Gallertkern, der von einem Ring aus Faserknorpel umschlossen wird. Wenn der Gallertkern verrutscht und die Faserhülle durchbricht, liegt ein Bandscheibenvorfall vor. Es kommt zu heftigen Rückenschmerzen, wenn die austretende Gallertmasse auf die benachbarten Nerven drückt.

Am häufigsten wird der Ischiasnerv eingeklemmt. Dieser dickste und längste Nerv des Körpers zieht an der Rückseite des Oberschenkels bis hinunter zum Fuß. Ein eingeklemmter Ischiasnerv verursacht somit Schmerzen, die vom Gesäß über die Rückseite des Beins bis in den Fuß ausstrahlen.

Blockade: Ein verspannter Muskel kann mit der Zeit einen Wirbel aus seiner normalen Position ziehen und es kommt zu einer Wirbelfehlstellung. Oft entsteht diese bei einer ruckartigen Bewegung während des Sports. Die Blockade äußert sich in Form von Schmerzen an der Muskulatur, an den Wirbelgelenken oder den Austrittskanälen der Nerven aus dem Rückenmark. Die Schmerzen können in Arme oder Beine ausstrahlen.

Brustenge (Angina pectoris): Erhält der Herzmuskel vorübergehend zu wenig Sauerstoff, löst dies einen Angina-pectoris-Anfall aus. Betroffene verspüren Schmerzen und Enge in der Brust, Beklemmungsgefühle, plötzliche Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und Rückenschmerzen.

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis): Bei einer akuten oder chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung kommt es zu Schmerzen im Oberbauch. Diese strahlen gürtelförmig nach hinten aus und werden dann als Rückenschmerzen wahrgenommen.

Herzbeutel-Entzündung (Perikarditis): Eine akute Herzbeutelentzündung wird durch Viren, Bakterien, andere Erkrankungen oder Herzoperationen ausgelöst. Betroffene verspüren stechende Schmerzen hinter dem Brustbein oder im linken Brustkorb. Die Schmerzen können in die Schulterblattregion ausstrahlen und so Rückenschmerzen verursachen.

Herzmuskel-Entzündung (Myokarditis): Die Herzmuskel-Entzündung entsteht zumeist aufgrund von Viren oder Bakterien. Sie verursacht unter anderem auch Rückenschmerzen.

Entzündung des Rippenfells (Pleuritis): Eine Rippenfellentzündung tritt oft infolge einer Lungenerkrankung wie Lungenentzündung auf. Es kommt zu starken, stechenden Brust- oder Rückenschmerzen.

Erweiterung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma): Im Bauchbereich kommt es zu einer sack- oder spindelförmige Erweiterung der Aorta. Das Bauchaortenaneurysma kann Rückenschmerzen verursachen.

Gürtelrose: Der schmerzhafte Hautausschlag wird vom Variella-Zoster-Virus ausgelöst. Er bildet sich einseitig am Rumpf, entlang der Rückenmarksnerven. Im Zusammenhang mit der Gürtelrose kann es zu starken Rückenschmerzen kommen.

Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Die Schmerzen im Herzbereich strahlen bei einem Herzinfarkt oft in andere Körperregionen wie z. B. zwischen die Schulterblätter in den Rücken aus.

Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom): Das ISG-Syndrom ist eine häufig auftretende Wirbelblockade. Die Blockade betrifft das Gelenk zwischen Kreuzbein und Beckenknochen, das sogenannte Iliosakralgelenk (ISG) oder Kreuzbein-Darmbein-Gelenk. Da es von starken Bändern straff zusammengehalten wird, ist es nur begrenzt beweglich. Bei dem ISG-Syndrom verschieben sich die Gelenkflächen des Iliosakralgelenks gegeneinander und blockieren durch erhöhte Muskelspannung, was zu Rückenschmerzen führt.

Lungenentzündung (Pneumonie): Eine Lungenentzündung wird durch Bakterien verursacht und kann neben Husten und Fieber auch Rückenschmerzen verursachen.

Lungeninfarkt (Lungenembolie): Ursache der Lungenembolie ist ein angeschwemmtes Blutgerinnsel, das den Blutfluss in einer Lungenarterie blockiert. In der Folge kommt es zu Schmerzen in der Brust, die sich nach hinten fortsetzen und Rückenschmerzen im Brustkorbbereich verursachen können.

Lungenkollaps (Pneumothorax): Ein Lungenkollaps kann spontan, ohne erkennbare Ursache entstehen oder die Folge einer Erkrankung/Verletzung der Lunge sein. Dabei sammelt sich Luft in dem Raum zwischen Lunge und Brustwand. Der betroffene Lungenflügel fällt in sich zusammen und es kommt zu plötzlich einsetzenden Schmerzen im Brustbereich, die bis in den Rücken ausstrahlen können.

Muskelverspannungen: Muskelverspannungen resultieren aus Fehlhaltungen, einseitigen Belastungen und mangelnder Bewegung. Manche Muskeln werden überfordert, andere unterfordert, so dass eine ungleichmäßige Belastung entsteht. In der Folge verkürzen oder verhärten sich Muskeln, was Verspannungen und Schmerzen nach sich ziehen kann. Auch ein eingeklemmter Nerv kann aus Muskelverspannungen resultieren und Rückenschmerzen verursachen.

Nierenbeckenentzündung: Eine Nierenbeckenentzündung wird in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Wenn die Entzündung chronisch verläuft, kann sie langwierige Rückenschmerzen hervorrufen.

Nierensteine: Nierensteine treten vor allem bei Männern auf. Kleinere Nierensteine werden mit dem Urin über den Harnleiter ausgeschieden. Größere Nierensteine können im Harnleiter stecken bleiben und eine Nierenkolik auslösen. Je nach Lage des Nierensteins leiden Betroffene unter stechenden, krampfartigen und wellenförmigen Rückenschmerzen.

Osteoporose (Knochenschwund): Bei Osteoporose werden die Knochen zunehmend brüchig und können schon bei kleinsten Belastungen wie Hinfallen oder Anstoßen brechen. Damit einhergehende Wirbelkörpereinbrüche führen zu Rückenschmerzen. Die Osteopenie (Vorstufe von Osteoporose) kann ebenfalls mit Rückenschmerzen einhergehen.

Pancoast-Tumor: Die Erkrankung bezeichnet eine bösartige Wucherung an der Lungenspitze. Der Tumor verursacht Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule.

Schwangerschaft: Durch die Hormonumstellung während einer Schwangerschaft lockern sich Sehnen und Bänder im Beckenbodenbereich. Die fehlende Stabilität führt zu Schmerzen im Bereich des Beckens und des unteren Rückens. Zudem verlagert sich durch das wachsende Ungeborene der Körperschwerpunkt der Frau. Zum Ausgleich fallen viele Schwangere ins Hohlkreuz. Das kann ebenfalls Rückenschmerzen zur Folge haben. Des Weiteren können Vor-und Frühwehen mit Rückenbeschwerden einhergehen.

Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis, Refluxkrankheit): Eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut führt zu brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen), die bis in den Rücken ausstrahlen können.

Speiseröhrenkrampf (Ösophagusspasmus): Kommt es zu einer krampfartigen Kontraktion der Speisröhrenmuskulatur, kann der Nahrungsbrei nicht weiter in Richtung Magen befördert werden. Er staut sich und erzeugt damit starke Schmerzen hinter dem Brustbein und in benachbarten Körperregionen wie dem Rücken.

Speiseröhrenverletzungen: Einrisse in der Speiseröhrenwand können durch das Verschlucken eines Fremdkörpers oder heftiges Erbrechen wie bei Bulimie entstehen. Sie äußern sich durch einen plötzlichen heftigen Schmerz (Vernichtungsschmerz) hinter dem Brustbein, der bis in den Rücken ausstrahlen kann.

Wirbelsäulen-Verschleiß (Arthrose der Wirbelsäulengelenke, Facettensyndrom): Mit zunehmendem Alter unterliegen die Wirbelsäulengelenke Abnutzungserscheinungen. Geht der altersbedingte Gelenkverschleiß über das normale Maß hinaus, handelt es sich meistens um Arthrose, die unter anderem Rückenschmerzen verursachen kann. Die Beschwerden treten vor allem zu Beginn einer Bewegung (bspw. morgendliches Aufstehen) auf und lassen während der Bewegung langsam nach.

Wirbelgleiten (Spondylisthesis): Bei dieser Erkrankung sind die Wirbel (vor allem im Lendenwirbelbereich) instabil, so dass sie sich leicht verschieben können. In der Folge treten bei Belastung und bestimmten Bewegungen Rückenschmerzen auf. Drückt ein verschobener Wirbel auf eine Nervenwurzel, sind zudem neurologische Ausfälle wie Gefühlsstörungen oder Lähmungen möglich.

Wirbelkanalenge (Spinalkanalstenose): In der Wirbelsäule verläuft der Spinalkanal mit dem darin liegenden Rückenmark, das Nervensignale vom Gehirn in den Körper und zurück leitet. Bei der Wirbelkanalenge ist der Spinalkanal stellenweise eingeengt und drückt auf das Rückenmark bzw. die austretenden Nervenwurzeln. Betroffene leiden dann unter Rückenschmerzen, bspw. im Bereich des Kreuzbeins.

Wirbelsäulenentzündung (Morbus Bechterew): Morbus Bechterew bezeichnet eine chronisch-rheumatische Entzündung der Wirbelsäule sowie des Gelenks, das die Wirbelsäule mit dem Darmbein verbindet (Iliosakralgelenk). Die Erkrankung führt zur Versteifung der Gelenke und löst tiefsitzende Rückenschmerzen aus.

Wirbelsäulentumor und Rippentumor: Rückenschmerzen können auch durch einen Tumor verursacht werden. Ist er bösartig, handelt es sich fast immer um Tochtergeschwülste von Krebstumoren in anderen Körperregionen.

Wirbelsäulenverkrümmung: Ist die Wirbelsäule seitlich verkrümmt, spricht man von einer Skoliose. Sie führt zu vorzeitigem Verschleiß, der Muskelverspannungen und Rückenschmerzen auslösen kann. Auch beim sogenannten Morbus Scheuermann verkrümmt sich die Wirbelsäule, was zu einem Buckel (Rundrücken), Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.

Rückenschmerzen: Symptome             

Rückenschmerzen werden häufig von weiteren Beschwerden begleitet. Individuelle Beschwerden und die empfundene Einschränkung variieren je nach Arbeitsplatz und persönlicher Tagesgestaltung. Diese Begleiterscheinung treten häufig auf:

  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • plötzlich stechender Schmerz oder Muskelschmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Abgeschlagenheit
  • morgendliche, eingeschränkte Beweglichkeit
  • Lähmungserscheinungen in den Beinen oder Armen
  • Schwächegefühl
  • Kribbeln
  • Probleme, sich gerade aufzurichten

Rückenschmerzen: Diagnose

Körperliche Untersuchung

Um die Ursache der Rückenschmerzen einzugrenzen und eine erste Diagnose zu stellen, erfolgt zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung. Nachdem sich der Arzt auf diese Weise ein exaktes Bild von den Beschwerden gemacht hat, spricht er das weitere Vorgehen ab, empfiehlt evtl. weitergehende, apparative Untersuchungen oder unterbreitet bereits konkrete Therapievorschläge.

Kraft/Beweglichkeit: Der Arzt überprüft, ob Sie sich Ihrem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand entsprechend bewegen können.

Reflexe: Der Arzt versucht, bestimmte Reflexe auszulösen und protokolliert die Reaktion des Patienten. Sind Reflexe gestört, kann das auf eine Krankheit hinweisen.

Sensibilität: Eingeklemmte Nerven und Verschleißerscheinungen von Wirbelsäule und Bewegungsapparat führen oft zu einem gestörten Empfindungsvermögen und beeinträchtigen die Sensibilität. Solche Einschränkungen können Anhaltspunkt für eine Erkrankung sein.

Radiologie/Bildgebung

Computertomografie (CT): Die Computertomografie (CT) bildet die knöcherne Struktur des Körpers (Skelett, Gelenke und Wirbelsäule) dreidimensional ab, indem eine Röntgenröhre kreisförmig um den Patienten herumfährt und dabei mehrere Aufnahmen macht. Ein Computer setzt die verschiedenen Schichtbilder daraufhin zu einem 3D-Gesamtbild zusammen.

Magnetresonanz-Tomografie (MRT): Der Magnetresonanztomograf baut ein elektromagnetisches Feld auf und misst die Ausrichtung der Wasserstoffatome im Körper. So entsteht ein dreidimensionales Bild des Körperinneren.

Kernspintomografie: Mit unterschiedlichen Messungen werden die jeweils gewünschten Weichteilkontraste erzeugt und das Gewebe wird anatomisch dargestellt. Dies ermöglicht einen exakten Einblick in die Organe und die Teile des Bewegungsapparates, die einen hohen Wasseranteil haben. Sehr gut darstellbar sind bspw. die Bandscheiben, Bänder, Sehnen und Nerven. Knöcherne Strukturen können dabei allerdings nur indirekt abgebildet werden, da sie relativ wenig Wasser enthalten.

Myelografie: Das bildgebende Verfahren macht den schmalen Spalt zwischen Rückenmark und der umliegenden Hirnhaut sichtbar. Dafür wird ein Kontrastmittel in diesen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum eingespritzt. Daraufhin erfolgt eine Röntgenuntersuchung im Computertomografen (CT). Durch Einsatz des Kontrastmittels lassen sich der Hohlraum und die Flüssigkeitsverteilung darin darstellen und begutachten. Diese Methode wird meistens bei Bandscheibenvorfällen eingesetzt.

Knochendichtemessung (DXA): Diese Methode wird angewandt, um Osteoporose (Knochenschwund) zu diagnostizieren. Der Köper wird zweimal durchleuchtet, an der Lendenwirbelsäule und an den Hüften. Aus den Ergebnissen der Aufnahmen wird die Knochendichte berechnet und mit dem Durchschnittswert der Bevölkerung oder einer altersentsprechenden Gruppe verglichen. Liegt dieser Wert unter dem Durchschnitt, ist eine Osteoporose sehr wahrscheinlich.  

Röntgenuntersuchung: Knochen und knöcherne Strukturen werden schmerzlos und unkompliziert abgebildet, allerdings weniger detailliert und exakt wie bei einer Computertomografie. Auf den Bildern werden knöcherne Abnutzungserscheinungen der Wirbelkörper, Instabilitäten und Verkrümmungen sowie Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke und eine Höhenminderung der Bandscheibenräume erkennbar. Das kann auf strukturelle Veränderungen der Wirbelsäule hinweisen, die für Ihre Beschwerden verantwortlich sein könnten.  Weichteilgewebe kann im Röntgen nur schlecht sichtbar gemacht werden.

Neurologische Diagnostik

Elektromyografie (EMG): Mit dieser Methode werden Nervenschäden und Muskelerkrankungen diagnostiziert. Jede Muskelbewegung wird über die Nervenbahnen durch elektrische Impulse gesteuert. Ihre Intensität bestimmt die Stärke der Anspannung. Die Ströme, die bei Muskelanspannung entstehen, werden durch Klebeelektroden oder dünne Nadelelektroden auf der Haut gemessen. Sind die Impulse schwächer als üblich oder deutlich gestört, kann das auf eine Schädigung der Nervenwurzel oder des Rückenmarks hinweisen. Für eine abschließende Diagnose kann zudem eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) nötig sein.

Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): Durch die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit wird überprüft, ob die Übertragungsgeschwindigkeit der Nerven, welche die Muskeln steuern, durch eine Erkrankung gemindert oder gar blockiert ist. Zu diesem Zweck werden Elektroden auf die Haut geklebt, über die der zu untersuchende Nerv mit kurzen elektrischen Impulsen künstlich gereizt wird. Eine weitere Elektrode misst, wie lange die Reiz-Übertragung dauert d. h. wie lange der Körper braucht, um auf den Impuls zu reagieren.

Rückenschmerzen: Verlauf

Laut einer Auswertung der Universität Ulm erholen sich 90 Prozent aller Patienten mit Rückenschmerzen, unabhängig von der Art der Behandlung, innerhalb von zwei Monaten. Allerdings kehren die Beschwerden bei 50 bis 70 Prozent zurück. Rund 12 Prozent aller ursprünglichen Rückenschmerz-Patienten erleiden einen Bandscheibenprolaps oder eine Bandscheiben-Hernie. Bei 60 Prozent der Betroffenen, bei denen die Erkrankung länger als sechs Monate anhält, verläuft sie chronisch. Von diesen werden wiederrum 80 Prozent dauerhaft erwerbsunfähig. Nur 40 Prozent der Patienten, die länger als sechs Monate krankgeschrieben waren, kehren wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Nach einem Jahr Arbeitsunfähigkeit können das nur noch ca. 15 Prozent der Betroffenen.

Rückenschmerzen: Therapie

Medikamente

Die Behandlung akuter Rückenschmerzen mit entzündungshemmenden und entspannenden Medikamenten kann den Krankheitsverlauf verkürzen und chronische Verläufe verhindern. Schmerzmittel helfen, um aus einer Vermeidungs- oder Schonhaltung herauszukommen, denn diese führt früher oder später wieder zu Verspannungen und Schmerzen.

Bei akuten Schmerzen setzen Ärzte sogenannte „peripher wirkende Analgetika“ ein. Dazu gehört bspw. Paracetamol, das eine muskelentspannende Wirkung hat. Bei stärkeren akuten Rückenschmerzen werden sogenannte „Nichtsteroidale Antirheumatika“, abgekürzt NSARs, eingesetzt. Dazu gehören Diclophenac, Ibuprofen oder Naproxen. Sie hemmen bestimmte Enzyme und unterdrücken die Produktion körpereigener Schmerz- und Entzündungsstoffe (Prostaglandine). Die Einnahme von NSARs ist für Patienten mit Herz- und Nierenproblemen allerdings nicht geeignet und kann zu Nebenwirkungen an der Magen- und Darmschleimhaut führen. Alternativ können Coxibe eingenommen werden. Diese Wirkstoffe hemmen gezielt ein ganz bestimmtes Enzym und sind, zumindest für einen Zeitraum von sechs Monaten, besser verträglich. Allerdings verursachen auch diese Medikamente Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt und sind bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, bei Durchblutungsstörungen der Arme und Beine und nach einem Schlaganfall nicht geeignet. Für beide Wirkstoffklassen gilt, dass sie nur kurzfristig und niedrig dosiert eingenommen werden sollten.

Medikamente wie Flupirtin oder Tolperison wirken ebenfalls muskelentspannend.

Eine weitere Möglichkeit der medikamentösen Behandlung stellt die sogenannte Infiltrationstherapie dar. Dabei werden Schmerzmittel gezielt in die schmerzende Körperregion gespritzt. Entzündungshemmende und abschwellende Mittel wie Kortison nehmen den Schmerz auf diese Weise sehr schnell von gereizten Nerven.

Konservative Therapie

Zu der konservativen Therapie bei Rückenschmerzen gehört die medikamentöse Schmerztherapie, Physiotherapie, traditionelle Schmerztherapie (Medikamente und physikalische Therapie) und die orthopädietechnische Versorgung (z. B. Korsett).

Folgende Behandlungsmethoden bei Rückenschmerzen zählen zu den Gängigsten:

Krankengymnastik/Physiotherapie: Der Patient absolviert ein individuell auf ihn abgestimmtes Übungsprogramm und der Physiotherapeut zeigt ihm, worauf er bei der Durchführung zu achten hat. Krafttraining an Geräten wird in der Praxis vor Ort durchgeführt, während Übungen ohne Geräte auch täglich zuhause und alleine durchgeführt werden sollten.

Manuelle Therapie/Chiropraktik: Der Physiotherapeut versucht durch Mobilisation oder Manipulation an Muskeln, Gelenken und Bindegewebe, Funktionsstörungen mithilfe von Druck, Zug und Gegenzug, Dehnung und Entspannung zu beseitigen.

Massage: Massagebewegungen sollen die Muskulatur vor allem in Rücken und Nacken lockern, die Durchblutung verbessern, Stoffwechselvorgänge aktivieren und Verhärtungen lösen. Zur Vertiefung der Entspannung kann vor oder nach der Behandlung eine warme Moorpackung (Fango) aufgelegt werden.

Elektrotherapie: Um die Durchblutung oder Kräftigung zu fördern, werden bestimmte Muskelgruppen mit Strom gereizt. Die Elektrotherapie lindert zudem Schmerzen und behandelt Entzündungen.

Thermotherapie: Diese Behandlungsmethode arbeitet entweder mit Wärme oder Kälte. Kälte lindert entzündliche oder verletzungsbedingte Schmerzen, während Wärme bei Hexenschuss, Arthrose oder Muskelverspannungen wohltuend wirkt.

Bewegungstherapie: Schulter-, Brust-, Hals-, Rumpf-, Becken- und Beinmuskulatur beeinflussen sich gegenseitig. Somit hat eine Störung in einem Bereich auch Folgen für die anderen Muskelgruppen. Die Bewegungstherapie setzt auf die Stärkung der Muskulatur.

OP

Eine Operation ist erst in Betracht zu ziehen, wenn die Beschwerden den Patienten stark einschränken, z. B. durch Auftreten starker Lähmungen und/oder wenn auch eine hohe Schmerzmitteldosis nicht ausreicht.

Bei einer Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose) wird in schweren Fällen eine Operation durchgeführt. Dabei wird der versteifte Wirbelsäulenabschnitt vollständig entfernt und durch künstliche Wirbel ersetzt.

Beim sogenannten Wirbelgleiten kann die Verschiebung auf wichtige Nervenstränge drücken und neurologische Ausfälle verursachen. In der Operation wird der verschobene Wirbel an den benachbarten Wirbeln fixiert. Der Eingriff führt allerdings zu einer Versteifung der Wirbelsäule.

Die Bandscheiben-OP zählt zu den in Deutschland am häufigsten durchgeführten Eingriffen. Die OP wird mit neuesten medizinischen Verfahren minimal-invasiv durchgeführt.

Eine Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals) kann zu schwerwiegenden Einschränkungen der Beweglichkeit führen und auf das zentrale Nervensystem drücken. Durch einen minimal-invasiven Eingriff kann die Verengung häufig behoben werden.

Was kann man selbst machen bei Rückenschmerzen?

Suchen sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht. Wenn Sie bei der Arbeit eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausüben und viel mit Oberkörper und Armen arbeiten, integrieren Sie kleine Körperübungen in den Arbeitsweg. Fahren Sie mit dem Auto, dann parken Sie etwas weiter weg und gehen ein Stück an der frischen Luft. Nutzen Sie den öffentlichen Nahverkehr, steigen Sie etwas eher aus und laufen den Rest. Benutzen Sie auch die Mittagspause, um sich die Beine zu vertreten oder spazieren Sie am Abend ein Stück. Nehmen Sie die Treppe, statt den Fahrstuhl. So sorgen Sie ganz einfach nebenbei für einen starken Rücken.

Wechseln Sie bei Tätigkeiten im Sitzen häufiger die Sitzposition oder legen kurze Pausen ein, um andere Muskeln zu belasten. Krummes Sitzen oder übereinander geschlagene Beine belasten die Bandscheiben. Stattdessen helfen Übungen wie Arm- oder Oberkörperkreisen.

Wenn man bei der Arbeit viel steht, ist es wichtig das Gewicht immer von einem auf das andere Bein zu verlagern. Zudem sollten die Schuhe flach sein. Muss man viel bei der Arbeit laufen, ist ein aufrechter, gerader Gang wichtig.

Allerdings gibt es auch Bewegungen, die übermäßig belasten können und bei denen deshalb ein Umlernen nötig ist, um die Bandscheiben zu entlasten. Grundsätzlich sollten Sie nach Möglichkeit, bei Belastung eine gerade Haltung beibehalten. Das heißt, dass man beim Heben in die Knie geht, um die Beinkraft mit zu nutzen. Stellen Sie zum Beispiel das Teleskoprohr des Staubsaugers so ein, dass Sie ganz aufrecht arbeiten können.

Eine rückengerechte Matratze gibt dort nach, wo der Druck des Rückens am größten ist. Bei Problemen mit der Halswirbelsäule sollte man beim Einschlafen nicht auf dem Bauch liegen, da diese Position den Kopf zu stark verdreht.

Bei der Wahl des richtigen Schuhs gilt, dass die Sohle elastisch sein sollte, damit der Fuß richtig abrollt. Absätze sollten eine Höhe von drei Zentimetern nicht überschreiten, da Sie sonst im Rücken ein Hohlkreuz bilden und dies zu Rückenbeschwerden führt.

Ebenso wichtig wie gerades Sitzen ist bequemes Sitzen. Wenn bequemes Sitzen bedeutet, dass man krumm sitzt, ist auch das in Ordnung – nur eben nicht zu lange. Erlaubt ist alles was sich gut anfühlt: die Lehne nach vorn oder Wechsel zwischen Sitzball, Bürostuhl mit und ohne Ballkissen. Ein gesunder Rücken kann durch den Wechsel der Sitzposition in Kombination mit Aufstehen, Strecken und verschiedenen Übungen erreicht werden.

Vermeiden Sie vor allem beim Arbeiten im Büro eine runde Sitzposition, denn diese belastet den Rücken stark. Gleiches gilt für das Hohlkreuz und langes Sitzen. Büromöbel sollten an den Körper angepasst sein und der Abstand zwischen Augen und Bildschirm sollte 50 bis 80 Zentimeter betragen. Der Bildschirm sollte auch nicht keiner als 15 Zoll sein und die oberste Zeile auf dem Bildschirm befindet sich optimalerweise knapp unter der Augenhöhe.

Autogenes Training hilft bei Rückenschmerzen, wenn diese auf eine  psychosomatische Ursache zurückzuführen sind. Bei der Entspannungstechnik versetzten Sie sich selbst durch Konzentration in einen Zustand der leichten Selbsthypnose.

Homöopathie bei Rückenschmerzen

Homöopathie gilt als sanfte Heilmethode aus dem Bereich der Komplementärmedizin. Sie gehört somit zu den Heilformen, die eine Basistherapie ergänzen können. Bei akuten Rückenschmerzen empfehlen Homöopathen z. B. Aconitum C30 (akuter Hexenschuss nach Kälteeinwirkung), Arnica D12 (Rückenschmerzen nach Überanstrengung oder Verheben) oder Nux vomica C30 (nervöse Anspannung und Verspannungen). Der Homöopath berät Sie hinsichtlich der Auswahl und Dosierung der Präparate.

Akupunktur bei Rückenschmerzen

Akupunktur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie geht davon aus, dass der Energiefluss des Körpers durch ein Ungleichgewicht zwischen den beiden gegensätzlichen Kräften Yin und Yang blockiert wird. Bei der Akupunktur werden feinste Nadeln in bestimmte Körperstellen des Patienten gestochen. Auf diese Weise sollen die Energieblockaden gelöst werden. Verschiedene Studien belegen die Wirksamkeit von Akupunktur bei der Behandlung von Rückenschmerzen. Sie bewirkt eine klinisch relevante Minderung der Schmerzsymptomatik und damit verbundener Begleitsymptomatiken.

Übungen bei Rückenschmerzen

Rückenmuskulatur dehnen: Auf den Boden knien und so weit wie möglich auf den Fersen absetzen. Hände weit vorne locker auf der Matte ablegen. Position etwa 60 Sek. halten und auf eine gleichmäßige Atmung achten.

Wirbelsäulenbeweglichkeit verbessern: In den Vierfüßlerstand gehen und Katzenbuckel machen. Rücken gerade und Blick nach unten gerichtet. Rücken so rund wie möglich machen und Kopf dabei locker hängen lassen. Bewegung 10 x wiederholen.

Oder auch: Ausgangsstellung Vierfüßlerstand. Rücken ist gerade und Blick ist nach unten gerichtet. Rücken vorsichtig nach unten durchhängen lassen und den Kopf dabei anheben, so dass der Blick nach vorne gerichtet ist. Bewegung 10 x wiederholen.

Kräftigung der Rückenmuskulatur: Ausgangsstellung ist die Rückenlage. Hände liegen neben dem Körper, beide Füße sind angestellt. Beim Steißbein angefangen und Wirbel für Wirbel nach oben abrollen bis Knie, Hüfte und Schulter eine Linie ergeben. Position für 10 Sekunden halten und Übung 10 x wiederholen.

Dehnung der Oberschenkelrückseite: In Rückenlage den Oberschenkel bei gestrecktem Knie anziehen, soweit bis eine angemessene Dehnung zu spüren ist. Für mind. 30 Sek. halten und 3 x wiederholen.

Kräftigung der Rückenmuskulatur: Ausgangsstellung Vierfüßlerstand. Rechten Arm und linkes Bein diagonal ausstrecken. Der Blick ist auf den Boden gerichtet. Übung ca. 10 Mal wiederholen, dann Arm und Bein wechseln.

Kräftigung der Gesäß- und der unteren Rückenmuskulatur: Ausgangsstellung Bauchlage. Auf den Unterarmen abstützen, Blick ist nach unten gerichtet. Ein Bein von der Unterlage abheben und es gestreckt nach oben führen. Spannung kurz halten und etwa 10 x wiederholen, danach Beinwechsel.

Kräftigung der oberen Rücken und Nackenmuskulatur: Ausgangsstellung Bauchlage. Hände liegen entspannt auf der Matte. Hinterkopf und Arme anheben, so dass der Blick nach unten gerichtet bleibt und die Arme den Oberkörper halten (90° Beugung in Schulter und Ellenbogen). Daumen zeigen nach oben. Spannung kurz halten und etwa 10 x wiederholen.

Rückenschmerzen Therapie: Was übernimmt die GKV und was muss man selbst bezahlen?

Die Kassenleistungen beinhalten in aller Regel Krankengymnastik/Physiotherapie, manuelle Therapie/Chiropraktik, Massage, Elektrotherapie, Thermotherapie und Bewegungstherapie.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für Akupunktur nur bei Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und bei Arthroseschmerzen in den Kniegelenken. Chirotherapeutische Behandlungen übernimmt die Kasse für maximal drei Termine im Quartal. Manche Kassen übernehmen einen Teil der Kosten für osteopathische Therapien, vorausgesetzt ein Arzt bescheinigt die Notwendigkeit und der behandelnde Osteopath verfügt über eine nachgewiesene Qualifikation. Die Krankenkassen leisten in aller Regel nicht für alternative Behandlungsmethoden wie Reiki, Rolfing, Shiatsu oder Tuina. 

Rückenschmerzen: Was übernimmt die DFV?

Im Falle einer längeren Krankschreibung übernimmt der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung für maximal 6 Wochen. Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse zwar ein Krankengeld, allerdings beträgt die Differenz zwischen Nettoeinkommen und Krankengeld schnell ein paar Hundert Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen leisten lediglich 90 % Ihres Bruttogehalts.

Mit dem DFV-KrankenGeld sichern Sie sich Ihr gewohntes monatliches Nettoeinkommen bei längerer Arbeitsunfähigkeit. Die Krankentagegeldversicherung gleicht die finanzielle Differenz zwischen gewohntem Einkommen und dem gesetzlichen Krankengeld, ab dem 43. Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit und ohne zeitliche Begrenzung, aus. Im Falle einer Wiedereingliederung sorgt die Krankentagegeldversicherung der DFV dafür, dass sie finanziell abgesichert sind. Während Sie Ihre Erwerbstätigkeit, im Rahmen einer Wiedereingliederung, stufenweise wiederaufnehmen, erhalten Sie weiterhin das Krankentagegeld, bis Sie wieder vollständig arbeitsfähig sind. Auch im Falle von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen, bei ambulanter oder stationärer Reha sowie Krankenhausaufenthalten, steht Ihnen die Deutsche Familienversicherung mit dem DFV-KrankenGeld zur Seite.

Rückenschmerzen vorbeugen

Das Rückenschmerzrisiko lässt sich senken, indem man im Alltag ein paar einfache Regeln beachtet.

Rumpf-Muskeln kräftigen, dehnen und bewegen: Stärken Sie Bauch-, Brust-, Gesäß-, Nacken- und Rückenmuskulatur durch gezielten Sport oder Rückenübungen. Sportarten wie Nordic Walking, Rückenschwimmen oder Pilates sind besonders gut dazu geeignet, die Rumpfmuskeln zu trainieren. Neben Sport ist es zudem wichtig, allgemein auf ausreichend körperliche Aktivität zu achten. Wer sich im Beruf kaum bewegt und überwiegend sitzt, sollte in der Freizeit für Bewegung sorgen.

Stressabbau: Achten Sie auf einen gesunden und möglichst stressfreien Lebensstil, um Muskelverspannungen vorzubeugen. Unter psychischer Belastung und Anspannung verkrampfen sich Muskeln automatisch. Auf diese Weise kommt es zu anhaltenden, schmerzhaften Verspannungen der Rückenmuskulatur. Sorgen Sie in Ihrer Freizeit für ausreichend Ausgleich vom Alltagsstress.

Wirbelsäule vor Überlastung schützen: Achten Sie beim Aufheben und Tragen schwerer Gegenstände oder beim Sitzen und Stehen auf die richtige Technik und Körperhaltung. Die Rückenschule kann sie dabei unterstützen. Beim Sitzen am Schreibtisch helfen ergonomische Büromöbel. Beim Schlafen kann der Rücken durch eine geeignete Matratze und Schlafposition entlastet werden. Die Rückenlage mit leicht erhöhten Beinen ist bei Rückenbeschwerden am besten geeignet.

Gesunde Ernährung: Durch gesunde, abwechslungsreiche Ernährung wird Ihr Körper mit allen nötigten Nährstoffen versorgt. Der Rücken erhält wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

Rückenschmerzen bei älteren Menschen

Viele ältere Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Im Laufe des Lebens wird die Wirbelsäule erheblichen Belastungen ausgesetzt, die mit degenerativen Veränderungen und Rückenschmerzen einhergehen können. Rückenbeschwerden im Alter sind eine der häufigsten Verschleißerscheinungen bei Menschen. Vor allem die Bandscheiben leiden unter altersbedingtem Verschleiß. Durch dauerhafte Belastung geht ein Teil der Bandscheibenflüssigkeit verloren, die Bandscheibe wird dünner und ihre Dämpfwirkung nimmt ab, wodurch die Wirbel aneinander reiben und sich gegenseitig beschädigen. Behandelt wird der Bandscheibenvorfall entweder mit einer Physiotherapie oder mit einer Operation, bei der ein Teil des Wirbels entfernt wird. Weiterhin leiden viele ältere Menschen an der Knochenkrankheit Osteoporose.

Rückenschmerzen bei Kindern

Rückenbeschwerden bei Kindern und Jugendlichen sollten dringend untersucht werden, vor allem wenn sie dauerhaft und auch nachts auftreten. Besteht ein lokaler Druck- und Klopfschmerz, kann eine gefährliche Bandscheibenentzündung oder ein Tumor vorliegen.

Haltungsschwächen treten bei Jugendlichen recht häufig auf und sorgen ebenfalls für Rückenschmerzen. Fehlhaltungen können auch durch stundenlanges „Abhängen“ im bzw. auf dem Bett und einer schlaffen Rückenmuskulatur sowie durch gleichbleibende Haltung am PC bedingt sein. Ungeeignetes Mobiliar kann ebenso zu Rückenproblemen beitragen. Regelmäßige Bewegung, die viele Muskelgruppen beansprucht, wirkt vorbeugend. Die Beschwerden können auch Warnzeichen für entzündliche Vorgänge, Wachstumsstörungen oder Fehlbelastungen sein. Auch schwere oder falsch getragene Schulranzen, z.B. über nur einer Schulter oder in der Hand, sind häufige Gründe.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Etwa jede zweite Frau hat während der Schwangerschaft mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Das Gewicht des Kindes, des Fruchtwassers und der Plazenta belasten die Muskulatur der Schwangeren erheblich. Durch das Gewicht verlagert sich zudem der Körperschwerpunkt in die Bauchregion und viele Frauen fallen in ein Hohlkreuz. In der Folge kommt es zu Rückenschmerzen und starken Verspannungen. Mit sanftem Sport und regelmäßiger Bewegung lässt sich diesen Beschwerden in aller Regel vorbeugen. Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft können allerdings Anzeichen für Komplikationen sein. Bei anhaltenden Schmerzen sollten Schwangere in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

FAQs zum Thema Rückenschmerzen

Welche Tabletten bei Rückenschmerzen?

Sind Rückenschmerzen so stark und anhaltend, dass sie den Tagesablauf stören, empfehlen sich rezeptfreie Medikamente wie Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und Paracetamol. Sie lindern Schmerzen und wirken entzündungshemmend. Salben, Cremes und Gels wie Traumeel, Voltaren oder Ibuprofen Schmergel können den gleichen Effekt haben.

Wie lange hat man Rückenschmerzen?

Die Dauer der Rückenschmerzen hängt davon ab, ob es sich um akute oder chronische Rückenschmerzen handelt. Akute Rückenschmerzen beschränken sich maximal auf bis zu 12 Wochen. Chronische Rückenschmerzen dauern länger als drei Monate. Die Intensität der Schmerzen kann in beiden Fällen sehr unterschiedlich sein.

Wie sitzt man richtig bei Rückenschmerzen?

Die Sitzhaltung sollte aufrecht und unverkrampft sein. Die Sitzhöhe sollten Sie so wählen, dass Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Entlasten Sie Ihren Oberkörper durch Aufstützen der Arme und nutzen Sie die gesamte Sitzfläche aus. Dynamisches Sitzen entlastet Ihren Rücken.

Wie lange krank bei Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind direkt nach Atemwegsinfekten die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen. Eine Krankschreibung wegen Rückenleiden dauert im Schnitt 17,5 Tage. Das sind fünf Tage länger als eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit. Für einen Betrieb mit 60 Beschäftigten bedeut das, dass jedes Jahr fünf Mitarbeiter zweieinhalb Wochen deshalb ausfallen.

Wie vorbeugen bei Rückenschmerzen?

Um Rückenschmerzen vorzubeugen, sollten Sie Bauch-, Brust-, Gesäß-, Nacken- und Rückenmuskulatur durch gezielten Sport oder Rückenübungen stärken. Ausreichend körperliche Aktivität ist allgemein förderlich. Sie sollten zudem auf einen gesunden und möglichst stressfreien Lebensstil achten. Rückenschmerzen lassen sich auch durch gesunde Ernährung, die den Körper mit allen nötigen Nährstoffen versorgt, vorbeugen.

Wer kann helfen bei Rückenschmerzen?

Kann der Hausarzt die Ursache der Rückenprobleme nicht feststellen, wird er bei der weiteren Arztwahl helfen. Um Ihnen eine wirksame Behandlung zu ermöglichen, können weitere Untersuchungen bei einem Orthopäden, Rheumatologen oder Neurologen erforderlich sein. Außerdem können Physiotherapeuten, Chiropraktiker oder Osteopathen herangezogen werden.

Weshalb Rückenschmerzen bei Menstruation?

Während der Menstruation leiden viele Frauen unter Krämpfen. Diese entstehen im Unterleib durch ein starkes Zusammenziehen der Gebärmutter. Kommt es zu keiner Befruchtung, wird die Gebärmutterschleimhaut vom Körper abgestoßen, wodurch starke Kontraktionen entstehen können, die bis in den Rücken hineinziehen.

Warum Rückenschmerzen bei Erkältung?

Rückenschmerzen sind kein klassisches Erkältungssymptom, können jedoch als unspezifisches Allgemeinsymptom bei einer Erkältung und auch bei Grippe auftreten. Wie genau es dazu kommt, ist nicht vollumfänglich bewiesen. Vermutlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen kann bei einer Erkältung eine Art Schonhaltung eingenommen werden, wodurch sich die Muskulatur verkrampft. Zum anderen kann es auch sein, dass Betroffene sich nachts weniger bewegen oder unruhiger schlafen und so Verspannungen auftreten. Ist die Erkältung von heftigen Hustenattacken begleitet, wird die Atemmuskulatur stark beansprucht. Ein Muskelkater ist die Folge, der sich als Rückenschmerz äußert und hustenabhängig stärker wird.

Welcher Sport bei Rückenschmerzen?

Bei Rückenschmerzen sollte man Rückenschwimmen. Brustschwimmen ist wegen der steifen Kopfhaltung nicht empfehlenswert. Zudem empfiehlt sich Wassergymnastik und Aquajogging. Auch Nordic Walking kann bei Rückeschmerzen förderlich sein. Gehen ist gesund, wenn man dabei keine Schmerzen hat. Beim Joggen werden die Gelenke viel stärker belastet als beim Walken. Es ist gut für den Körper, die Arme mitzubewegen. Um diese Bewegung bewusst auszuführen und die Oberkörpermuskulatur zu stärken, kann man Stöcke verwenden (Nordic Walking).

Welcher Härtegrad bei Rückenschmerzen?

Matratzen sollten eher etwas härter gewählt werden, da das Durchhängen auf zu weichen Matratzen eine weit verbreitete Ursache für Rückenschmerzen ist. Eine zu harte Matratze sorgt oft für zu viel Bewegung in der Nacht, auf zu weichen Matratzen dagegen hängt die Wirbelsäule durch und die Wirbel können sich nicht richtig entspannen. Bei der Wahl des Härtegrads spielt vor allem das Gewicht des Schlafenden eine Rolle.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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