Rückenschmerzen

Rückenschmerzen erkennen und behandeln

Rückenschmerzen sind wohl das Volksleiden Nr. 1 in Deutschland. Ein gesunder Rücken und regelmäßiges Training der Rückenmuskulatur bleiben allerdings im Alltag meist auf der Strecke. Es gibt kaum einen Bundesbürger im Erwachsenenalter, der nicht schon einmal Rückenprobleme hatte. Ob Muskelverhärtung, Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall – die Krankheitsbilder sind genauso vielfältig wie häufig.


Ursachen von Rückenschmerzen

Allein die Techniker Krankenkasse verzeichnete 2015, dass zehn Prozent aller Krankschreibungen unter ihren Versicherten auf Rückenprobleme zurückgehen. Das ist medizinisch betrachtet im Schnitt mit 17,5 Tagen die dritthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit.

Rückenschmerzen können auf körperlichen und seelischen Ursachen basieren. Oder es ist eine Kombination aus beidem. Körperliche Ursachen sind beispielsweise auf eine Abnutzung oder Verletzung der Bandscheiben oder Skoliose (Verschiebung der Wirbelsäule) zurückzuführen. Das kann unter anderem von einer einseitigen Haltung, zu gering ausgebildeten Rückenmuskeln sowie von zu wenig Bewegung herrühren. Das wiederum führt zu Muskelverspannungen – der häufigsten Ursache für Rückenschmerzen.

Bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Entzündung kommt der Schmerz von einer gereizten Nervenwurzel. In der Fachsprache heißt das radikulärer Schmerz. Dieser kann vom Ausgangspunkt weit bis zum Beispiel in die Arme strahlen und dort sogar stärker empfunden werden. Pseudoradikuläre Schmerzen ähneln den radikulären sehr, gehen aber von Gelenken in der Wirbelsäule aus.

Symptome von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen werden häufig von weiteren Beschwerden begleitet wie eingeschränkte Beweglichkeit, plötzlich stechendem Schmerz oder Muskelschmerzen. Dabei können sich Rückenschmerzen auch über Muskelverspannungen, Abgeschlagenheit und morgendliche, eingeschränkte Beweglichkeit ankündigen. Die individuellen Beschwerden und vor allem die empfundene Einschränkung durch Rückenbeschwerden variieren je nach Arbeitsplatz und persönlicher Tagesgestaltung.

Tipps für einen gesunden Rücken

Was wir in unserer leistungsorientierten Gesellschaft gern vergessen, ist, dass es im Sport nicht auf das Gewinnen ankommt, sondern auf die Aktivität und den Spaß. Also, suchen sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht. Wenn Sie bei der Arbeit eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausüben und viel mit Oberkörper und Armen arbeiten, integrieren Sie kleine Körperübungen in den Arbeitsweg. Fahren Sie mit dem Auto, dann parken Sie etwas weiter weg und gehen ein Stück an der frischen Luft. Nutzen Sie den öffentlichen Nahverkehr, steigen Sie etwas eher aus und laufen den Rest. Benutzen Sie auch die Mittagspause, um sich die Beine zu vertreten oder spazieren Sie am Abend ein Stück. Nehmen Sie die Treppe, statt den Fahrstuhl. So sorgen Sie ganz einfach nebenbei für einen gesunden Rücken und ein schmerzfreies Leben.

Wechseln Sie bei Tätigkeiten im Sitzen häufiger die Sitzposition oder legen kurze Pausen ein, um andere Muskeln zu belasten. Krummes Sitzen oder übereinander geschlagene Beine belasten die Bandscheiben. Stattdessen helfen Übungen wie Arm- oder Oberkörperkreisen.

Wenn man bei der Arbeit viel steht, ist es wichtig das Gewicht immer von einem auf das andere Bein zu verlagern. Zudem sollten die Schuhe flach sein. Muss man viel bei der Arbeit laufen, ist eine aufrechter, gerader Gang wichtig.

Allerdings gibt es auch Bewegungen, die übermäßig belasten können und bei denen deshalb ein Umlernen nötig ist, um die Bandscheiben zu entlasten. Grundsätzlich sollten Sie nach Möglichkeit bei Belastung eine gerade Haltung beibehalten. Das heißt, dass man beim Heben in die Knie geht, um die Beinkraft mit zu nutzen. Stellen Sie zum Beispiel das Teleskoprohr des Staubsaugers so ein, dass Sie ganz aufrecht arbeiten können.

Man schläft nur so gut wie man sich bettet, heißt es. Eine rückengerechte Matratze gibt dort nach, wo der Druck des Rückens am größten ist. Bei Problemen mit der Halswirbelsäule sollte man beim Einschlafen nicht auf dem Bauch liegen, da diese Position den Kopf zu stark verdreht.

Bei der Wahl des richtigen Schuhs gilt, dass die Sohle elastisch sein sollte, damit der Fuß richtig abrollt. Absätze sollten eine Höhe von drei Zentimetern nicht überschreiten, da Sie sonst im Rücken ein Hohlkreuz bilden und dies zu Rückenbeschwerden führt.

 

Muskulatur stärken für einen gesunden Rücken

Genau so wichtig wie gerades Sitzen ist bequemes Sitzen. Wenn bequemes Sitzen bedeutet, dass man krumm sitzt, ist auch das in Ordnung – nur eben nicht zu lange. Erlaubt ist alles was sich gut anfühlt: die Lehne nach vorn oder Wechsel zwischen Sitzball, Bürostuhl mit und ohne Ballkissen. Ein gesunder Rücken kann durch den Wechsel der Sitzposition in Kombination mit Aufstehen, Strecken und verschiedenen Übungen erreicht werden.

Körperhaltung bessern für einen schmerzfreien Rücken

Am besten sieht man, worauf es bei der Körperhaltung klemmt, wenn man sich in Unterwäsche betrachtet. Sind zum Beispiel die Schultern nach vorn gebeugt, können Schmerzen in Nacken und in den Oberkörper die Folge sein. Das kann wiederum an verhärteten Brustmuskeln liegen. Dehnen Sie dafür die Brustmuskulatur am Türrahmen, indem Sie die Handflächen oben an den Rahmen legen, die Ellenbogen einen 90-Grad-Winkel bilden und Sie Ihren Körper nach vorn beugen bis Sie eine Dehnung in Brust und Schulter spüren.

Eine krumme Haltung wirkt sich ebenfalls schmerzhaft auf Nacken, Schulter und Rücken aus. Um dem entgegen zu wirken, können Sie sich zum Beispiel rücklinks hinlegen. Eine Rolle aus Schaustoff oder ein aufgerolltes Badetuch positionierten Sie in die Mitte unter dem Körper. Die Wirbelsäule wird nun aufgerichtet, die Hände hinter den Kopf gebracht und der obere Rücken fünfmal über die Rolle bewegt. Die gleiche Übung wird im Anschluss in die andere Richtung nach unten hin wiederholt

Gesunder Rücken am Arbeitsplatz

Vermeiden Sie eine runde Sitzposition, denn diese belastet den Rücken stark. Gleiches gilt für das Hohlkreuz und langes Sitzen. Ein lockeres Dazwischen sollte richtig sein. Aber auch die Büromöbel sollten an den Körper angepasst sein, nicht umgekehrt. So sollte der Abstand zwischen Augen und Bildschirm 50 bis 80 Zentimeter betragen. Der Bildschirm sollte auch nicht keiner als 15 Zoll sein und die oberste Zeile auf dem Bildschirm befindet sich knapp unter der Augenhöhe.

Schmerztherapie bei Rückenproblemen

Handelt es sich um leichte Schmerzen, kann Wärme einiges bewirken und Verspannungen lösen. Schmerzmittel helfen, um aus einer Vermeidungs- oder Schonhaltung herauszukommen, denn diese führt früher oder später wieder zu Verspannungen und Schmerzen. Es ist wichtig, die Muskulatur durch gezielte Bewegung oder gegebenenfalls Physiotherapie wieder zu aktivieren. Fast jedes Rückenleiden kann mit stabiler Muskulatur und gestärkten Sehnen und Bändern entgegengewirkt werden. Ein gut trainierter, gesunder Rücken neigt weniger zu Verkrampfungen und erholt sich auch besser, wenn er mal wieder überansprucht wurde. Empfehlenswert sind z. B. ein beaufsichtigtes Training in einem geeigneten Fitnessstudio oder das Erlernen von speziellen Übungen. Darüber hinaus, sollte bei der Matratze nicht gespart werden und diese auch bei Verschleiß entsprechend ausgetauscht werden.

Es gibt also vielfältige Möglichkeiten dauerhaft etwas Gutes für seine Rücken zu tun. Rückenschmerzen sind keine Bagatellerkrankung und können im schlimmsten Fall sogar zu einer Berufsunfähigkeit und zu einer Pflegebedürftigkeit führen. Was mit leichten Schmerzen anfängt, kann sich irgendwann zu einem massiven Rückenproblem ausweiten. Tun Sie daher Ihren Rücken etwas Gutes – es lohnt sich!

Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Artikel

Inhaltsverzeichnis