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Nierensteine: Ursachen, Symptome, Behandlung

Nierensteine können sich in Nieren, im Nierenbecken und in den ableitenden Harnwegen bilden. Kleine Steine verursachen meist keine Beschwerden. Größere Nierensteine können dagegen zu schmerzhaften Nierenkoliken führen. Dann sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden.


Inhaltsverzeichnis

SOS – Erste-Hilfe-Tipps bei Nierensteinen

Wenn es aufgrund von Nierensteinen zu einer Harnwegsinfektion und zusätzlichem Fieber kommt, ist dies ein Notfall. Der Betroffene muss dann unverzüglich in ein Krankenhaus. Denn Fieber und Schüttelfrost können manchmal auch auf eine lebensgefährliche Blutvergiftung hinweisen. Der Arzt sorgt dann unverzüglich für eine Urinableitung und behandelt den Patienten mit Antibiotika.

Was sind Nierensteine?

Als Nierensteine werden Ablagerungen bezeichnet, die sich aus den auskristallisierten Bestandteilen des Urins bilden. Die Steine können in den Kanälchen der Niere entstehen, im Nierenbecken oder in den ableitenden Harnwegen. Es gibt Nierensteine, die so klein sind wie ein Reiskorn, aber auch solche, die das ganze Nierenbecken ausfüllen (sogenannte Ausgusssteine).

Ein Nierenstein durchwandert häufig die Harnwege und wird dann nach seiner jeweiligen Position benannt. So sprechen Mediziner auch von Harnleitersteinen, von einem Harnblasenstein oder einem Harnröhrenstein, wenn sich das Kristall an einer dieser Stellen ablagert. Schmerzen treten in der Regel erst dann auf, wenn Nierensteine in den Harnleiter wandern. Dann kann es zu einer Nierenkolik kommen.

Etwa jeder fünfte Deutsche erhält mindestens einmal im Leben die Diagnose Nierensteine. Meist erfolgt dies im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. Männer sind davon deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Nierensteine – Symptome

Betroffene spüren von ihren Nierensteinen oftmals gar nichts. Dann sind die Steine klein und ruhen in der Niere. Entdeckt werden sie in diesem Fall meist zufällig bei einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung des Bauchraums. Es kann auch sein, dass sie nur leichte Symptome verursachen, beispielsweise ein Ziehen in der Nierengegend. Ebenso können Harnwegsinfektionen oder Blutspuren im Urin die Folge sein. Werden kleine Steine in der Niere entdeckt, sollte man viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Oftmals kann der Körper einen kleinen Stein so selbstständig mit dem Harn ausspülen.

Je umfangreicher Nierensteine werden, desto stärkere Beschwerden können sie auslösen. Gelangt ein größerer Stein von der Niere in den Harnleiter, kann er diesen, insbesondere an Engstellen, blockieren oder sogar verschließen. Dies führt zu einer Harnstauung und die Muskulatur des Harnleiters um den Nierenstein herum verkrampft. Man spricht dann von einer Nierenkolik. Nierenkoliken treten meist wellenartig im Bereich von Nieren und unterem Rücken auf.

Eine Nierenkolik kann zu diesen Symptomen führen:

  • Starke, wehenartige Schmerzen, die plötzlich einsetzen.
  • Die krampfartigen Schmerzen verlaufen meist wellenförmig. Sie schwellen zunächst an und lassen anschließend wieder nach.
  • Die Beschwerden zeigen sich im Bereich der Nieren und des unteren Rückens. Sie können bis in die Bauch- und Genitalregion ausstrahlen.
  • Meist sind die Schmerzen mit Übelkeit und Erbrechen verbunden.
  • Es kann zu häufigem Wasserlassen mit nur kleinen Harnmengen kommen. Oft ist der Harndrang nicht zu unterdrücken.
  • Auch Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Urin können auftreten.
  • Abhängig von Lage und Größe des Steins, können die Beschwerden sehr intensiv sein und lange anhalten.

Schnelles Handeln ist dann nötig, wenn es bei einem Steinleiden zu einer Harnwegsinfektion und außerdem zu Fieber kommt. Dieser Notfall muss rasch in einer urologischen Klinik behandelt werden. In seltenen Fällen weisen Fieber und Schüttelfrost auch auf eine Blutvergiftung hin. Dann wird der Arzt die Harnstauung sofort durch Ableitung des Urins und Antibiotikagabe therapieren.

Nierensteine – Ursachen

Für die Bildung von Nierensteinen gibt es unterschiedliche Ursachen. Anfangs fallen die Kristalle klein aus. Über längere Zeit wachsen sie weiter und schließen sich zusammen. Dabei bildet sich zuerst Nierengrieß, aus dem später Nierensteine entstehen. Die Steine können sich aus unterschiedlichen Mineralien zusammensetzen. Zu den häufigsten Steinarten zählen:

Kalziumoxalatsteine

Wenn sich im Körper zu viel Oxalsäure und Kalzium befinden, reichert sich Kalziumoxalat vor allem im Harn an. Dies steigert das Risiko für die Bildung eines Harnsteins. Rund drei Viertel aller diagnostizierten Harnsteine bestehen aus diesem Salz. Die Ursache für das übermäßige Vorkommen bei einigen Menschen liegt zumeist in einer oxalatreichen Ernährung, aber auch verschiedene Krankheiten können ein Grund dafür sein. Für erhöhte Kalziumwerte kann beispielsweise eine Nebenschilddrüsen-Überfunktion verantwortlich sein. Kommt es zu einem erhöhten Oxalsäurespiegel, kann eine Erkrankung mit Gallensäureverlust, wie Morbus Crohn oder das Kurzdarmsyndrom, dahinter stecken.

Struvitsteine

Etwa zehn Prozent der Nierensteine bestehen aus dem Mineral Struvit. Sie entstehen manchmal infolge einer Harnwegsinfektion. Mediziner bezeichnen die Steine aufgrund ihrer Zusammensetzung auch als Magnesiumammoniumphosphatsteine oder als Tripelphosphatsteine.

Harnsäuresteine

Der Verzehr von purinreichen Lebensmitteln, wie Fleisch, Innereien, Fisch oder Meeresfrüchten, kann die Harnsäurewerte im Körper erhöhen und so die Entstehung von Harnsäuresteinen begünstigen. Das Risiko, Harnsäuresteine auszubilden, erhöht sich zusätzlich, wenn jemand an Gicht leidet.

Nierensteine entstehen aufgrund einer Übersättigung des Urins mit steinbildenden Substanzen. Zu den Ursachen dieser Übersättigung zählen beispielsweise:

  • Eine vermehrte Ausscheidung steinbildender Substanzen, wie Kalzium, Oxalat, Phosphat oder Harnsäure. Sowie eine verminderte Ausscheidung nicht-steinbildender Substanzen, wie Magnesium und Citrat.
  • Eine erhöhte Urinkonzentration. Grund dafür können Flüssigkeitsmangel oder Austrocknung sein, ebenso ein tropisches Klima oder chronische Darmerkrankungen.
  • Eine Störung im Kalziumstoffwechsel. Zum Beispiel durch eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen mit verstärkter Ausscheidung von Kalzium.
  • Eine Störung im Harnsäurestoffwechsel mit vermehrter Harnsäureausscheidung. Gründe dafür können ein Enzymdefekt oder purinhaltige Ernährung mit viel Fleisch oder Alkoholmissbrauch sein. Auch der Zerfall von Tumorgewebe kann dazu führen.
  • Urin, dessen pH-Wert weniger als 5,5 beträgt (bei Harnsäuresteinen) oder mehr als 7,0 (bei Phosphatsteinen)

Die Bildung von Nierensteinen kann durch weitere Faktoren begünstigt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kalzium und Vitamin D.
  • Eine Harnstauung aufgrund von Narben, Verengungen oder Fehlbildungen in den Nieren oder ableitenden Harnwegen.
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Acetalzolamid, Sulphonamide, Triamteren, Indinavir. Zudem bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure in sehr hoher Dosis (mehr als 4 Gramm am Tag).
  • Wiederholte Harnwegsinfekte.
  • Wenn Nierensteine innerhalb der Familie öfter vorkommen.
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme.
  • Übergewicht.

Nierensteine – Diagnose

Der Arzt lässt sich die Art der Beschwerden genau beschreiben. Bei der körperlichen Untersuchung werden unter anderem Bauch und Rücken vorsichtig abgetastet und abgeklopft. Erhärtet sich der Verdacht auf Harnstein, folgen weitere Untersuchungen. Die Blutanalyse kann zum Beispiel Aufschluss darüber geben, ob der Elektrolyt- und Harnsäuregehalt auffällig sind. Eventuell lässt sich bei einer Kontrolle des Urins auch Blut finden. Im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung kann man den Nierenstein dann gut ausmachen, wenn er sich in der Niere oder im Harnleiter nahe der Blase befindet. Zu erkennen sind Nierensteine dabei ab einer Größe von circa zwei Millimetern. Zudem kann man die Nierenfunktion beurteilen und eine eventuelle Harnstauung feststellen. Auch eine Computertomografie wird häufig eingesetzt. Dabei zeigt sich, ob Steine vorhanden und wie groß sie sind. Eine zusätzliche Röntgenuntersuchung erfolgt meist mit Gabe von Kontrastmittel. Bei Bedarf erhält man so Informationen über die Abflussverhältnisse aus beiden Nieren.

Nierensteine – Behandlung

Kleine Steine, die bei einer Untersuchung zufällig entdeckt werden, müssen nicht zwingend behandelt werden. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Nierensteine keine Schmerzen bereiten, keinen Harninfekt und keine Harnabflussstörung verursachen. Leiden Patienten unter Schmerzen, können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Diclofenac hilfreich sein. Oft reichen bei kleinen Steinen regelmäßige Kontrollen aus. In Absprache mit dem behandelnden Urologen kann man manchmal einfach abwarten, ob ein Stein von selbst mit dem Urin abgeht. Dies ist häufig dann der Fall, wenn er kleiner als sieben Millimeter ist. Oftmals wird empfohlen, den Stein beim Wasserlassen aufzufangen. Dies gelingt meist mit einem Sieb oder einer Kaffeefiltertüte. Das ist sinnvoll, um die kleinen Kristalle auf ihre Zusammensetzung hin zu untersuchen. Der Bildung weiterer Nierensteine kann man mit diesem Wissen gezielt vorbeugen. – Einen Steinabgang kann man oft durch gezielte Maßnahmen unterstützen:

  • Viel trinken (Wasser oder Tee). Dies sollte jedoch unbedingt in Absprache mit dem Arzt erfolgen.
  • Gezielt bewegen. So kann zum Beispiel Hüpfen eine gute Methode sein, um vorhandene Steine im Harnleiter weiterzubefördern.
  • Bestimmte Medikamente können den Steinabgang manchmal erleichtern. Geeignete Wirkstoffe empfiehlt der Urologe.

Kann man einen spontanen Abgang des Nierensteins ausschließen, wird das Kristall in der Regel aktiv entfernt. Dies gilt ebenfalls dann, wenn sich die Schmerzen durch Medikamente nicht beherrschen lassen oder wenn eine Nierenschädigung droht. Welche Therapie erfolgt, hängt auch von der Zusammensetzung des Steins ab sowie von seiner Lage und Größe. Zudem spielt es eine wesentliche Rolle, ob sich der Stein noch im Nierenbecken oder bereits im Harnleiter befindet. Folgende Behandlungen werden häufig durchgeführt:

Litholyse

In einigen Fällen lassen sich Nierengrieß und Nierensteine mithilfe spezieller Substanzen auflösen. Diese können oral aufgenommen oder über einen Katheter zugeführt werden.

Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL)

Vor Beginn der Behandlung wird die Lage der Nierensteine genau bestimmt. Dies erfolgt entweder durch Ultraschall oder Röntgen. Anschließend werden von außen gezielt mechanische Druckwellen beziehungsweise Stoßwellen auf den Stein ausgerichtet. Sie durchdringen das Gewebe und zertrümmern den Stein. Die dadurch entstehenden Einzelfragmente können in der Folge spontan abgehen und mit dem Harn ausgeschieden werden.

Perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL)

Dabei bohrt der Arzt mit einer Punktionsnadel einen dünnen Kanal zur Niere. Durch den Kanal führt er anschließend ein optisches Instrument, zertrümmert und entfernt die Nierensteine.

Ureterorenoskopie (URS)

Sind Nierensteine in den Harnleiter gewandert, wird diese Nierenstein-OP angewendet. Der Arzt schiebt ein gerades oder flexibles Endoskop über Harnröhre und Blase in den Harnleiter, manchmal auch bis hin zur Niere. So erhält er ein Bild vom Inneren des Harnleiters und des Nierenhohlsystems. Da das Instrument über zusätzliche Anschlüsse für Spülflüssigkeit und Arbeitskanäle verfügt, können Steine so auch per Lasersonde in Harnleiter oder Niere zerkleinert werden. Feine Zangen und Fangkörbchen transportieren die zerkleinerten Steine ab.

Homöopathie bei Nierensteinen

Eine Erkrankung der Niere beeinflusst den gesamten Organismus, denn sie ist das wichtigste Ausscheidungsorgan. Täglich durchlaufen etwa 180 Liter Flüssigkeit die gesunden Nieren. Kommt es zu akuten Beschwerden, sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Zur vorbeugenden Behandlung von Nierensteinen und auch zur Symptomlinderung bei einer Nierenkolik können homöopathische Medikamente unterstützend eingesetzt werden. Diese homöopathischen Mittel werden häufig bei Nierensteinen empfohlen:

  • Solidago: Bei Neigung zu Nierengrieß oder Nierensteinen. Unterstützt den Steinabgang. Auch zur Prophylaxe von Harnsäuresteinen.
  • Sarsaparilla: Bei Koliken, krampfartigem Schmerz, bei Nierensteinbildung und -abgang.
  • Lithium carbonicum: Bei Nierensteinen mit häufigem Wasserlassen und Brennen. Wenn der Harn trüb aussieht und viel Schleim enthält.

Akupunktur bei Nierensteinen

Das traditionelle chinesische Verständnis von Akupunktur basiert auf der Vorstellung, dass der gesamte Organismus von einem dichten Netzwerk sogenannter Meridiane durchzogen ist. Durch sie fließt demnach die Lebensenergie. Behandelt werden können mit der Akupunktur unter anderem Beschwerden von Blase und Nieren. Die Methode wird häufig zur Linderung von Schmerzen durch Nierensteine angewandt. Die Therapie sollte jedoch nur in Rücksprache mit dem behandelnden Urologen durchgeführt werden.

Nierensteine – Vorbeugung

Der Bildung von neuen Nierensteinen, kann man aktiv entgegenwirken. Dazu sollten folgende Tipps beherzigt werden:

  • Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen: Erwachsene sollten über den Tag verteilt zwischen 1,3 bis 1,5 Liter Wasser oder andere ungesüßte Getränke zu sich nehmen. – Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt diese Trinkmenge Erwachsenen, sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht.
  • Ausgewogen ernähren: Empfohlen wird eine Ernährung mit viel Gemüse, Salat, Obst sowie Vollkornprodukten. Der Verzehr von tierischem Eiweiß sollte reduziert werden.
  • Wenig Salz essen: Dazu am besten frisch kochen und keine Fertiggerichte verzehren. Diese enthalten oftmals zu viel Salz. Zudem kann man mit einer salzarmen Ernährung Bluthochdruck entgegenwirken.
  • Übergewicht vermeiden bzw. senken: Denn das Risiko für die Entstehung von Harnsteinen sinkt bei Normalgewicht.
  • Regelmäßig bewegen: Körperliche Bewegung kann dazu beitragen, dass sich kleine Nierensteine gar nicht erst festsetzen.

Ernährungstipps zur Prävention von Nierensteinen:

  • Fleisch und Wurst nur selten auf den Speiseplan nehmen.
  • Purinreiche Lebensmittel meiden. Dazu zählen einige Fischsorten wie Heringe, Makrelen oder Sardellen sowie Innerreien.
  • Den Verzehr von Salz und Zucker (Süßigkeiten) stark reduzieren.
  • Vollkornprodukte bevorzugen.
  • Viel Gemüse und Obst essen. Darauf achten, Produkte mit hohem Oxalatanteil zu meiden. Daher sollte beispielsweise auf Spinat, Rote Beete oder Rhabarber verzichtet werden.
  • Nüsse nur in geringen Mengen essen.

Medikamente zur Prävention von Nierensteinen:

Der Urin kann mit Hilfe von Medikamenten basischer gemacht oder angesäuert werden. Abhängig davon, wie sich die früheren Nierensteine zusammengesetzt haben, kann der Arzt Thiazide, Allopurinol oder Mineralien verordnen. Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass die von der Niere ausgeschiedenen Stoffwechselprodukte nicht als Kristalle ausfallen und sich nicht zusammenschließen.

Nierensteine – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird ein Nierenstein unter dem ICD-Code: „N20“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Nierensteine – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Nierensteine – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Nierensteine

Kann man Nierensteine öfter bekommen?

Nierensteine können wiederholt auftreten. Bei etwa der Hälfte der Patienten, die schon einmal aufgrund von Nierensteinen behandelt wurden, kommt es in einem Zeitraum von zehn Jahren zur erneuten Steinbildung. Bei konsequenter Prophylaxe lässt sich ein Rückfallrisiko jedoch deutlich reduzieren.

Sind Nierensteine gefährlich?

Nierensteine können Komplikationen hervorrufen. Dazu zählen eine Entzündung des Nierenbeckens, eine Blutvergiftung aufgrund einer Entzündung der ableitenden Harnwege sowie Einengungen in den Harnwegen. Im äußersten Fall können Nierensteine zu akutem Nierenversagen führen.

Welche Medikamente können Nierensteine auflösen?

Wenn die Steine aus Harnsäure bestehen, lassen sie sich manchmal mithilfe von Medikamenten auflösen. So verändert beispielsweise der Wirkstoff Allopurinol die Harnsäurekonzentration im Blut. Der Harnsäurespiegel kann zudem über eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten beeinflusst werden. Auch Arzneien, die den Harn alkalischer machen, können dazu beitragen, einen Stein zu beseitigen.

Welche Lebensmittel sollte man bei Nierensteinen meiden?

In etwa 50 Prozent aller Fälle, tritt Harnstein erneut auf. Eine falsche Ernährung trägt häufig dazu bei. Durch eine gezielten Ernährungsumstellung kann man einer Neubildung jedoch oft vorbeugen. Verzichten sollte man daher unter anderem auf rotes Fleisch und Wurst. Auch purinreiche Nahrungsmittel wie Innereien und bestimmte Fischsorten wie Hering oder Makrele sind ungünstig. Den Verzehr von Salz und Zucker sollten Betroffen ebenfalls einschränken. Vorsicht ist zudem geboten bei der Aufnahme von zu viel Kalzium, etwa aus Milchprodukten und einigen Mineralwässern. Ein erhöhtes Risiko tragen zudem Menschen mit Übergewicht. Außerdem wird empfohlen, möglichst wenig Alkohol zu trinken.

Welche Symptome hat man bei einer Nierenkolik?

Zu den typischen Symptomen einer Nierenkolik zählen plötzliche, krampfartige Schmerzen, die wellenförmig auftreten. Abhängig von der Lage des Nierensteins strahlen die heftigen Schmerzen in den Rücken aus, in den seitlichen Unterbauch, die Leisten oder die Genitalregion. Hinzu kommen außerdem Übelkeit und Erbrechen. Oft ist auch Blut im Urin. Betroffene müssen häufig Wasserlassen, bei nur kleinen Harnmengen und nicht zu unterdrückendem Harndrang. Oftmals kommt es auch zu einem reflektorischem Darmverschluss, zu einer zusätzlichen Harnwegsinfektion, zu Schweißausbrüchen und Fieber.

Quellen

  • Herold, Gerd: Innere Medizin, Gerd Herold, Ausgabe 2019
  • Deutsche Gesellschaft für Urologie, www.urologenportal.de (Abruf 20.04.2021)
  • S2k-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis (Stand 2019), www.awmf.org (Abruf 20.04.21)
  • NDR „Nierensteine: Vorbeugung, Symptome und die richtige Behandlung“ (Abruf 22.04.21)
  • Bulbak, Robert "Nierensteine. Nach Nierenkolik schmerzfrei?", vom 22.11.2017, www.aerztezeitung.de (Abruf 31.03.2021)
  • Leitzmann, Claus; Müller, Claudia, et al: Ernährung in Prävention und Therapie, 3. Ausgabe 2009
  • Die Techniker, www.tk.de (Abruf 21.04.2021)
  • HalloVita Verlag: www.hallo-homoeopathie.de (Abruf 23.04.2021)
  • Deutsche Akademie für Akupunktur: www.akupunktur.de (Abruf 23.04.2021)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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