Kieferschwund durch Osteoporose

Kieferschwund durch Osteoporose

Um im zunehmenden Alter und bei Osteoporose-Neigung nicht die schwerwiegende Nebenwirkung eines Abbaus des Kieferknochens zu befördern, hilft dieser Ratgeber-Artikel zur Gefahr von Kiefernekrose, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Was hat Vitamin D mit den Knochen zu tun? Was ist die Ursache und welche Medikamente helfen? Warum es bei Knochenschwund nicht zum Knochenbruch kommen muss und welche Therapie in jedem Fall gute Erfolge erzielt, möchten wir in diesem Ratgeber zum Thema Osteoporose beleuchten.


Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist im Volksmund auch als Knochenschwund bekannt und sie umfasst das gesamte Skelett. Bei der Osteoporose gerät der ständige Prozess von Knochenabbau und -neubildung in der Regel im höheren Alter aus dem Gleichgewicht. In den meisten Fällen einer Osteoporose baut der Körper im Knochen mehr Zellen ab als auf. Grundsätzlich nimmt die Knochendichte in jungen Jahren bis zu einem Alter von 30 Jahren zu und dann mit dem Erreichen der maximalen Knochendichte wieder ab. Die Knochendichte ist ein Merkmal für die Widerstandsfähigkeit und Stabilität der Knochen.

Bei postmenopausalen Frauen kommt noch erschwerend hinzu, dass sie nach den Wechseljahren noch anfälliger für Knochenschwund sind, da der Körper weniger Östrogen produziert, was wiederum vor Osteoporose schützt. Mit abnehmender Knochendichte steigt bei älteren Menschen das Risiko eines Knochenbruchs, wobei die häufigsten Frakturen von Knochen an Wirbeln und Oberschenkelknochen auftreten. Ebenfalls häufig von einem osteoporose-bedingten Knochenbruch betroffen sind die Speichenknochen nahe des Handgelenks.

Wie viele Menschen leiden in Deutschland unter Osteoporose?

Im Jahr 2016 waren etwa acht Millionen Menschen in Deutschland von Osteoporose betroffen. Das sind rund zehn Prozent der Bevölkerungen. In den meisten Fällen betrifft der Knochenschwund ältere Menschen und 80 Prozent aller postmenopausalen Frauen (postmenopausale Osteoporose). Von Knochenmetastasen und Knochenkrebs waren 2016 200.000 bis 500.000 Menschen betroffen.

Wie kann Osteoporose behandelt werden?

Etwa 20 Prozent aller Patienten mit einer Diagnose Osteoporose erhalten eine Therapie mit Medikamenten, bei der der Wirkstoff Bisphosphonat zum Einsatz kommt. Das Bisphosphonat setzt sich auf der Oberfläche der Knochen ab. Dort nehmen es die Abbau-Zellen der Knochen auf. Sie sterben ab und der Abbau des Knochens ist gebremst. Diese Methode der Therapie von Knochenschwund gilt bei Osteoporose- und Knochenkrebs-Patienten als sicher und ist mit wenigen Nebenwirkungen verbunden. Aber trotzdem ist Vorsicht geboten, denn die Bisphosphonate können einen bestimmten Knochen empfindlich schädigen.

Welche Nebenwirkung bringt die Behandlung mit sich?

Der Nachteil an Medikamenten mit Bisphosphonat ist, dass teilweise das Gewebe des Kieferknochens bei der Therapie absterben kann und sich der Kieferknochen dadurch abbaut (Kieferschwund). Von einer Kiefernekrose sprechen Mediziner, wenn der Knochen des Kiefers länger als acht Wochen frei liegt. Dadurch sind das Kauen, Schlucken und Sprechen erschwert. Anzeichen für eine Kiefernekrose sind unter anderem starker Mundgeruch über lange Zeit, sich lockernde Zähne und Fisteln im Mund.

Was sind die Ursachen für Kieferschwund?

Bakterielle Entzündungen im Kieferknochen können eine Kiefernekrose auslösen, sind aber nicht allein die Ursache, denn zahlreiche Faktoren begünstigen überhaupt erst das Entstehen von Entzündungen. Das können beispielsweise Rauchen, Alkohol und unausgewogene Ernährung sein, aber auch schief stehende Zähne, Zahnlücken oder Diabetes Mellitus. Deshalb sollte vor einer Behandlung mit Medikamenten, die Bisphosphonaten enthalten, dringend eine Zahnkontrolle erfolgen und der Zahnstatus sowie die Mundhygiene in Ordnung gebracht werden. Das bedeutet, dass Zähne repariert oder gegebenenfalls bei sehr schlechtem Zustand entfernt werden müssen.

Während der Bisphosphonaten-Behandlung ist es sehr wichtig, Mund sowie Kieferknochen beim Zahnarzt regelmäßig auf Veränderungen kontrollieren zu lassen.

Tritt eine Kiefernekrose ein, muss entschieden werden, ob ein Antibiotikum oder eine antibakterielle Mundspülung ausreichen oder vorsichtshalber ein chirurgischer Eingriff erfolgen muss. Dabei kommt es darauf an, offene Knochenstellen dauerhaft zu bedecken und Neuinfektionen zu verhindern. Ein chirurgischer Eingriff kann in schweren Fällen mit einem Krankenhausaufenthalt und der temporären Ernährung über eine Sonde verbunden sein. Um solche Strapazen zu verhindern, ist die Infektionsbehandlung im Mund im Vorfeld einer Osteoporose-Therapie oder Krebs-Behandlung so wichtig.

Was sind weitere Gründe für einen Kieferknochenschwund?

Ein weiterer Grund für Kieferknochenschwund kann Paradontitis sein. Sie entsteht aus Zahnbelag oder einer Zahnfleischentzündung, wobei die Bakterien eine Entzündung des Zahnhalteapparats zur Folge haben. Im schlimmsten Fall droht bei Kieferknochenschwund eine Schädigung der Zahnsubstanz und dadurch Zahnverlust. Diabetes Mellitus, Rauchen, hoher Alkoholkonsum und schlechte Ernährung bergen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Paradontitis. Aber auch eine Schwangerschaft kann wegen des wechselnden Hormonhaushalts und des körperlichen Stress zu einer primären Osteoporose am Kieferknochen führen.

Um Paradontitis vorzubeugen, sollten neben den Zähnen einmal pro Tag die Zahnzwischenräume gepflegt werden. Zudem hält die Reinigung des Zungenrückens den Bakterienhaushalt im Mund in Schach. Dazu entfielt es sich, einmal am Tag den Zungenbelag mit der Zahnbürste oder einem Zungenschaber zu entfernen. Ferner sollten die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt eingehalten und eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Denn gerade in Putznischen, in die die Zahnbürste nicht so gut vordringt, können sich Entzündungen bilden. Ferner offenbart eine professionelle Zahnreinigung Stellen, die bei der Zahnpflege unbewusst vernachlässigt werden.

Wie können die Nebenwirkungen der Osteoporose-Behandlung verringert werden?

Kalzium ist wichtig für die Knochendichte und -stabilität, was bei Osteoporose zusätzlich die Zahngesundheit verbessert. Allerdings führt eine zu kalziumhaltige Ernährung mit Milchprodukten, Eiern und Fleisch zu einer Übersäuerung. Sojaprodukte, kalziumhaltiges Mineralwasser und Gemüse tragen zu einer ausgewogeneren Ernährung bei. Zu den kalziumhaltigen Gemüsesorten zählen unter anderem Grünkohl, Brokkoli oder auch Rucola.

Man könnte auf die Idee kommen, sich bei Osteoporose in Watte zu packen und möglichst wenig zu bewegen, damit man keinen Knochenbruch riskiert. Aber das Gegenteil ist der Fall. Osteoporose-Gymnastik stärkt Körper und Knochen und beugt so Knochenbrüchen aktiv vor. Am besten ist es, sich an der frischen Luft zu bewegen. Denn durch die Sonneneinstrahlung produziert der Körper Vitamin D, das wiederum bei der Einlagerung des Kalziums hilft und so Kieferknochen und Zähne schützt. Um bei Vitamin-D-Mangel ein hohes Risiko für Erkrankungen der Knochen zu reduzieren, helfen Vitamin-D-Präparate aus der Apotheke. Auch bei noch gesunden Knochen und einem Mangel an Vitamin D kann auf diese Therapie zurückgegriffen werden.

Wie bereits gesagt, ist eine sehr gute Mundhygiene wichtig, aber bei Osteoporose-Therapie mit Bisphosphonaten-Behandlung noch viel wichtiger. Am besten ist es, wenn der Arzt, der die Osteoporose behandelt und der Zahnarzt sich in Kontrollintervallen abstimmen. Weiteren Maßnahmen, wie Zahnsteinentfernung, verhindern das Ansiedeln von Bakterien und Entzündungen im Mund- und Rachenraum und beugen Entzündungen vor. Zu Hause lässt sich der Prozess mit regelmäßigem Zähneputzen, Reinigen der Zahnzwischenräume und des Zungenrückens ebenfalls unterstützen.

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