Professionelle Zahnreinigung

Professionelle Zahnreinigung (Prophylaxe): Ablauf, Vorteile & Kosten

Mindestens einmal im Jahr geht die überwiegende Zahl der Bundesbürger zum Zahnarzt. Obwohl die meisten Menschen ihre Zähne regelmäßig pflegen, müssen bei der jährlichen Kontrolle dennoch Plaque und Zahnstein entfernt werden. Häufig klagen Patienten auch über bakterielle Entzündungen, Karies oder Parodontose-Erkrankungen. Bei regelmäßiger, professioneller Zahnreinigung kann man diesen Problemen vorbeugen. Bestehen Vorerkrankungen oder ist eine Patientin schwanger, sollten mögliche Risiken einer professionellen Zahnreinigung im Vorfeld abgeklärt werden.


Inhaltsverzeichnis

Was ist die professionelle Zahnreinigung (Zahnprophylaxe/PRZ)?


Zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, die der Zahnarzt seinen Patienten anbieten kann, zählt die professionelle Zahnreinigung (PZR). Durch die tägliche Zahnpflege allein lassen sich – auf Dauer gesehen – die fortwährend entstehenden Zahnbeläge nicht vollständig beseitigen. Deshalb wird in der Zahnarztpraxis eine regelmäßige Entfernung von festsitzenden oder schwer zugänglichen Plaque-Anlagerungen vorgenommen. Bei der professionellen Zahnreinigung dienen spezielle Instrumente dazu, auch hartnäckigste Zahnbeläge zu entfernen. Darüber hinaus werden die Zähne nach Abschluss der Reinigung poliert und mit fluoridhaltigen Mitteln versiegelt. Das härtet den Zahnschmelz und schützt vor Karies.

Die regelmäßige Entfernung festsitzender bakterieller Beläge durch den Zahnarzt dient der Gesunderhaltung von Zahn und Zahnfleisch. Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung (PZR) lassen sich durch eine private Zahnzusatzversicherung komplett abdecken.

Wie ist der Ablauf einer professionellen Zahnreinigung?

Ob Kaffee, Tee oder Tabak – unsichtbare und sichtbare Beläge schädigen die Zähne. Mit einer Prophylaxe können die Zähne schonend und gründlich gereinigt werden und die natürlichen Zähne somit dauerhaft erhalten bleiben. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt den Ablauf einer professionellen Zahnreinigung.

Zahnreinigung Einfärben der BelägeSchritt 1: Einfärben der Beläge mit einem Plaque-Test

Um Plaque und Zahnstein sichtbar zu machen gibt es Test-Tabletten zum Einfärben der Zähne. Ältere Zahnbeläge erscheinen danach z. B. in einer bläulichen Farbe.

Zahnreinigung Entfernung von ZahnsteinSchritt 2: Die Entfernung von Zahnstein

Nachdem die Verfärbungen sichtbar gemacht sind, reinigt der Zah­narzt die betroffenen Stellen in einem schonenden Verfahren ent­weder mit Handinstrumenten wie Scaler und Küretten, oder mit speziellen Airflow- und Ultraschallgeräten. Bei Ablagerungen in den Zahnzwischenräumen und an den Zahnfleischrändern kommen Zahnseide und dentale Geräte wie Interdentalbürsten und Schaber zum Einsatz.

Zahnreinigung mit Airflow-PulverstrahlSchritt 3: Zahnreinigung mit Airflow-Pulverstrahl

Mit einem Pulverstrahlgerät entfernt der Zahnarzt Zahnverfärbungen z. B. von Genussmitteln.
 

Reinigung der Zähne mit Wasser und Luft Schritt 4: Reinigung der Zähne mit Wasser und Luft

Im nächsten Schritt werden die Zähne mit Wasser gespült und anschließend mit Luft getrocknet.

Politur der ZähneSchritt 5: Die Politur der Zähne

Nach der gründlichen Reinigung der Zähne werden freiliegende Zahnhälse und feine Risse innerhalb der Zahnsubstanz mit einer Spezialpaste poliert und versiegelt.

Fluoridierung bietet KariesschutzSchritt 6: Eine Fluoridierung bietet Kariesschutz

Im Anschluss an der Politur wird dann ein Fluorid-Gel aufgetragen. Am Ende strahlen die Zähne wieder und auch die Neubildung von Belägen wird durch die Fluoridierung erschwert.

Zahnprophylaxe – was kann man selbst tun?

Bei der Prophylaxe gegen Karies und Zahnfleischentzündungen ist mit Eigeninitiative viel zu erreichen. Mindestens zweimal am Tag sollten die Zähne mit einer Fluorid-Zahnpasta geputzt werden. Dreiminütiges Zähneputzen hat sich als optimal erwiesen, um saubere Zähne zu erzielen. Zusätzlich sollten mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen die Ablagerungen in den Zahnzwischenräumen entfernt werden. Ergänzend sind antibakterielle Mundspülungen empfehlenswert, genauso wie die Reinigung der Zunge mit einer Zungenbürste oder einem Zungenschaber. Beides senkt die Bakterienbelastung im Mundraum und leistet so einen zusätzlichen Beitrag für gesunde Zähne.

Auch die richtige Ernährung spielt eine Rolle für die Zahngesundheit. Nahrungsmittel, die gründlich durchgekaut werden müssen, sind vorteilhaft, weil sie den Speichelfluss fördern. Davon profitiert der Zahnschmelz. Zuckerhaltige Getränke und zuckerreiche Nahrungsmittel sollte man dagegen meiden. Einen positiven Einfluss hat es, auf die Linie zu achten, denn Übergewicht fördert die Entzündungsneigung. Das gilt nicht zuletzt auch für Zahnfleischentzündungen.

Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt im Rhythmus von zwölf Monaten, besser noch von sechs Monaten, sorgen dafür, dass Schädigungen des Gebisses oder des Zahnfleisches frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Vorteile der professionellen Zahnreinigung

Es gibt medizinische und kosmetische Vorteile einer professionellen Zahnreinigung. Zu den medizinischen Vorteilen zählen die Vorsorge gegen Karies und Parodontitis, die Glättung und Mineralisierung der Zähne und nicht zuletzt auch der Erhalt einer gesunden Mundflora. Darüber hinaus gibt es kosmetische Vorteile, wie glattere Oberflächen und deutlich hellere, strahlende Zähne. Besonders vorteilhaft ist die professionelle Zahnreinigung für Träger von Zahnspangen und Zahnersatz, denn Problemstellen erreicht man mit der Zahnbürste nur schwer oder gar nicht. Außerdem sind Brücken und Kronen bei regelmäßiger Pflege langlebiger. Auch Personen mit schmerzempfindlichen Zahnhälsen und Patienten mit chronischen Krankheiten sowie Schwangere und Stillende profitieren von der professionellen Zahnreinigung.

Nachteile/Risiken der professionellen Zahnreinigung

Wie jede medizinische Behandlung ist auch die professionelle Zahnreinigung nicht völlig risikofrei. Schädigungen des Zahnschmelzes sind zwar sehr selten, aber dafür kann es durch ungünstige Umstände zu anderen Problemen kommen:

Freisetzung von Bakterien

Aus den Zahntaschen können während der Reinigung Bakterien freigesetzt werden und durch kleine Mikrorisse im Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen. Für immunschwache Patienten kann das gefährlich sein. So müssen etwa Patienten mit Herzpass eine Stunde vor der Behandlung vorbeugend ein Antibiotikum einnehmen. Für gesunde Patienten genügt eine Mundspülung mit einer desinfizierenden Lösung, um die Belastung durch Bakterien zu senken. Als naturheilkundliche Mittel bieten sich alternativ auch Teebaum- und Wacholder-Öl an. Von den ätherischen Ölen werden wenige Tropfen in die Zahnzwischenräume eingebracht und sollten vor der Behandlung einige Zeit einwirken können.

Infektion mit Erregern

Jede Behandlung, die mit Blutungen verbunden ist, kann zu einer Infektion mit Keimen aus der unmittelbaren Umgebung führen. Das Risiko hängt stark von den Hygienestandards in der Praxis ab. Da sich diese aus Patientenwarte nur schwer beurteilen lässt, ist eine vorbeugende Desinfektion des Mundraums immer empfehlenswert. Neben der Spülung mit konventionellen Lösungen, wie Chlorhexamed, bieten sich hier auch bestimmte ätherische Öle aus der Naturheilkunde an.

Schädigung der Zahnoberfläche

Von den Geräten und Hilfsmitteln, die für die professionelle Zahnreinigung genutzt werden, geht bei geschultem Einsatz kaum Gefahr für Beschädigungen des Zahnschmelzes aus. Sollte bei Airflowgeräten jedoch Natriumcarbonatpulver eingesetzt werden, besteht ein gewisses Risiko für die Schädigung der Zahnoberfläche. Schonender sind hier Aminosäurepulver, die auch für Implantate und freiliegende Wurzelhälse zugelassen sind.

Kratzer auf Implantaten

Sehr viel empfindlicher als der natürliche Zahnschmelz sind die Titanoberflächen von Implantaten. Hier kann es bei der professionellen Reinigung durchaus zu Kratzern kommen. Herkömmliche Instrumente sind zwar für die Behandlung geeignet, aber nur unter Einsatz spezieller Instrumente aus Kunststoff oder Titan kann man eine Beschädigung vermeiden. Bei der Arbeit mit Airflowgeräten sollte ein besonders schonendes Pulver verwendet werden.

Fluoride aus naturheilkundlicher Sicht

Naturheilkundler sehen in synthetisch hergestelltem, ungebundenem Fluorid ein Gesundheitsrisiko für den Menschen. Die Verwendung von künstlichem Fluorid bei der professionellen Zahnreinigung wird daher prinzipiell abgelehnt. Negative Einflüsse der Fluoride konnten bisher allerdings wissenschaftlich nicht belegt werden.

Schnelle Neubildung von Plaque

Nach der professionellen Zahnreinigung bildet sich innerhalb von 24 Stunden wieder ein Biofilm auf den behandelten Zähnen. Auch die typischen Verfärbungen durch den Konsum von Tee, Kaffee und Rotwein zeigen sich nach einiger Zeit wieder. Trotzdem ist die gründliche Entfernung von Zahnstein und Plaques als Ergänzung der eigenen Zahnpflege sinnvoll und stellt eine gute Vorsorge gegen Karies und Parodontitis dar.

Schmerzen während der Behandlung

Die Professionelle Zahnreinigung verläuft meist völlig schmerzfrei, so dass auch keine Betäubung erforderlich ist. Allerdings können Patienten, deren Zahnhälse freiliegen, das Entfernen des Zahnsteins als schmerzhaft empfinden. Die Reinigung der Zähne am Zahnfleischrand kann ebenfalls als unangenehm wahrgenommen werden. Ist dies der Fall, bietet der Zahnarzt eine leichte Oberflächenanästhesie an, bei der er auf das Zahnfleisch ein Gel aufträgt. Eine Spritze ist nicht notwendig. Wer wegen eventueller Schmerzen besorgt ist, sollte vorab mit seinem Zahnarzt sprechen. Wird die Mundhygiene zu Hause gründlich durchgeführt und werden die Termine für eine professionelle Zahnreinigung regelmäßig eingehalten, dann müssen in der Regel auch nur geringe Mengen an Zahnstein und Plaque entfernt werden. Die Behandlung ist dann weniger aufwendig, zeitintensiv und belastend.

Schmerzen nach der Behandlung

Hin und wieder klagen Patienten nach einer professionellen Zahnreinigung über Schmerzen. Grund dafür kann die Entfernung des Zahnsteins sein: Er bildet eine Art Schutzschicht, so dass es nach der PZR bei sensiblen Menschen an den Zahnhälsen zu Schmerzempfindungen kommen kann. Besonders heiße oder kalte Getränke sind dann häufig Auslöser, ebenso säurehaltige Lebensmittel. Auch Menschen mit größeren Zahnfleischtaschen können nach der PZR stärkere Reizungen empfinden. Treten leichte Blutungen bei der Behandlung auf, ist das Zahnfleisch meist entzündet.

Ein anderer Grund für Beschwerden kann unsanftes Vorgehen des Zahnarztes oder der zahnmedizinischen Fachhelferin sein. Wird beispielsweise beim Einsatz des Airflows das Pulver mit zu hohem Druck auf die Zahnfleischfurche aufgetragen, führt dies auch zu Schmerzen. Üblicherweise klingen mögliche Beschwerden nach der PZR innerhalb von zwei bis drei Tagen völlig ab. Ist dies nicht der Fall, sollte der Zahnarzt noch einmal aufgesucht werden.

Mögliche Folgen ohne regelmäßige Prophylaxe

Zahnzwischenräume, Zahnfleischtaschen und Backenzähne sind mit der Zahnbürste nur schwer zu erreichen. Schon nach kurzer Zeit bildet sich ein dünner Film – die sogenannte Plaque entsteht. Plaquebakterien wandeln Zucker in Säure um und greifen die Zahnsubstanz an. Es entsteht Zahnstein und es bilden sich Entzündungen, die zu einer Parodontitis führen können. Parodontitis kann nicht nur einen Zahnverlust verursachen, sondern auch schwerwiegende organische Erkrankungen auslösen. Deshalb ist eine gründliche Zahnpflege durch eine professionelle Zahnreinigung sehr zu empfehlen.

Wie kann man sich auf die Reinigung vorbereiten?

Eine professionelle Zahnreinigung ist in der Regel kein schmerzhafter Vorgang. Dennoch gibt es Patienten, die sich davor ängstigen. Ihnen wird empfohlen, eine Praxis zu konsultieren, die mit Hypnosetechniken arbeitet. Aber auch eine klassische Oberflächenanästhesie mit einem Gel kann eventuelle Schmerzen unterbinden. Die Betäubung ist dann nur leicht. Am Ende der Behandlung wird meist künstliches Fluorid auf die Zahnhälse aufgetragen, so dass die Schmerzsensibilität stark reduziert wird. Vor und nach der PZR wird Patienten eine desinfizierende Mundspülung empfohlen.

Wer ein Implantat trägt, sollte den Zahnarzt bzw. die Zahnpflegeexpertin sicherheitshalber vorab darauf hinweisen. Implantate dürfen nämlich nur mit ausgewählten Mitteln gereinigt werden. Besteht für einen Patienten ein erhöhtes Risiko, an einer Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) zu erkranken, sollte vor der PZR unbedingt eine Antibiotikaprophylaxe durchgeführt werden.

Worauf sollten Patienten achten, bevor sie der Zahnreinigung zustimmen?

Der Zahnarzt sollte die Empfehlung für eine professionelle Zahnreinigung erst dann aussprechen, wenn er sich ein umfassendes Bild von den Zähnen des Patienten gebildet hat. Erfolgt vorab keine Kontrolluntersuchung, sollte der Patient beim Arzt nachhaken. Wichtig ist auch, dass entweder der Zahnarzt oder dafür ausgebildetes Fachpersonal die Reinigung vornimmt. Patienten haben das Recht, sich alle Schritte der professionellen Zahnreinigung und auch die dafür eingesetzten Instrumente erläutern zu lassen. Selbst die Frage, ob das ein oder andere wirklich nötig ist, kann gestellt werden. Denn je aufwendiger die Zahnreinigung ausfällt, desto höher sind die Kosten. Der Preis für die professionelle Zahnreinigung sollte vorab erfragt werden. Das ermöglicht Vergleiche mehrerer Angebote.

Was muss ich nach einer professionellen Zahnreinigung beachten?

Im Anschluss an eine professionelle Zahnreinigung erhalten Patienten in der Regel Empfehlungen und Tipps für die Gesunderhaltung ihrer Zähne. In den Stunden unmittelbar nach der Behandlung ist Folgendes zu beachten:

  • In der nächsten Stunden nicht essen und möglichst nur Wasser trinken.
  • Das Rauchen für rund acht Stunden einstellen.
  • Zeitnah keine färbenden Lebensmittel, wie Kaffee, Tee, Wein, Cola, Karotten, Rote Beete, o.ä. essen.

Wer sich an diese Ratschläge hält, kann seine Zähne vor schnellen, neuen Verfärbungen schützen. Denn noch einige Stunden nach der professionellen Zahnreinigung sind die Zahnoberflächen besonders sensibel.

Professionelle Zahnreinigung: Besonders wichtig für ältere Menschen, Raucher, Diabetiker und Implantatträger

Die professionelle Zahnreinigung sollte ein- bis zweimal im Jahr von einem Zahnpflegeexperten beim Zahnarzt vorgenommen werden. Bestimmte Patientengruppen leiden jedoch häufiger an Zahn- und Zahnfleischerkrankungen und sollten die Prozedur daher öfter im Jahr durchführen lassen. Besonders empfohlen wird dies älteren Menschen, Diabetikern und Rauchern. Ebenso Patienten, die ein Implantat tragen oder Medikamente einnehmen, die den Speichelfluss hemmen (Antidepressiva, Blutdruckmittel, Antihistaminika).

Menschen mit schwachem Immunsystem, einer Herzmuskelentzündung und Träger einer künstlichen Herzklappe haben bei PZR ein erhöhtes Risiko. Sie müssen vor der Reinigung ein Antibiotikum einnehmen oder eine spezielle Desinfektion durchführen lassen. Dies ist wichtig, da ansonsten die Gefahr besteht, dass evtl. freigesetzte Bakterien in die Blutbahn gelangen. Viermal im Jahr sollten Patienten zur PZR gehen, wenn ein oder mehrere der nachfolgend genannten Kriterien auf sie zutreffen:

  • tiefe Zahntaschen
  • Veranlagung zu Karies
  • besonders verwinkelt stehenden Zähnen
  • Parodontitis-Vorerkrankung

Professionelle Zahnreinigung im Alter

Für ältere Menschen ist die professionelle Zahnreinigung (PZR) besonders im Zusammenhang mit der Behandlung von Zahnfleischentzündungen empfehlenswert. Auch als Vorsorgemaßnahme gegen Parodontitis ist die Zahnreinigung in der Arztpraxis geeignet. Die Zahnhälse liegen altersbedingt zunehmend frei und profitieren von der intensiven Reinigung. Auf eine eventuelle Einschränkung für die PZR muss an dieser Stelle allerdings hingewiesen werden: Wer einen Herzschrittmacher trägt, sollte seinen Arzt vor der professionellen Zahnreinigung unbedingt darüber informieren. Unter Umständen stören manche Dentalgeräte die Funktion des Schrittmachers.

Professionelle Zahnreinigung bei Rauchern

Wer raucht, sollte seinen Zahnarzt auf eine häufigere professionelle Zahnreinigung ansprechen. Das hat weniger mit den typischen Zahnverfärbungen durch das Rauchen zu tun, als mit der unzureichenden Durchblutung des Zahnfleisches – einer Nebenwirkung des Nikotins. Dadurch steigt das Risiko von Zahnfleischentzündungen, dem die professioneller Zahnreinigung entgegenwirken kann.

Professionelle Zahnreinigung bei Diabetes

Parodontitis gilt als typische Folgeerkrankung eines Diabetes. Diabetiker haben ein um das Dreifache erhöhte Risiko, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken. Das sollte aber unbedingt vermieden werden, da sich eine entstehende Parodontitis ihrerseits negativ auf die Zuckerkrankheit auswirken kann. Starke Schwankungen und Verschlechterungen der Blutzuckerwerte sind möglich. Als Prophylaxe gegen die Parodontitis bietet sich die die professionelle Zahnreinigung an. Wer an Diabetes erkrankt ist, sollte daher unbedingt auch mit dem Zahnarzt über eine mögliche und auf die Krankheit abgestimmte Therapie sprechen.

Professionelle Zahnreinigung bei Zahnimplantaten

Zahnimplantate können empfindlich auf die Behandlung mit Metallinstrumenten reagieren. Um Beschädigungen zu vermeiden, werden für die Reinigung von Implantaten, die sehr häufig aus Titan bestehen, Instrumente aus Kunststoff oder Titanlegierungen verwendet. Auch der Einsatz von Ultraschall- und Pulverwasserstrahlgeräten ist ausgeschlossen, um mögliche Rissbildungen an den Oberflächen der Implantate zu vermeiden.

Professionelle Zahnreinigung bei Kindern

Eine fachgerechte Zahnreinigung sollte bereits im Kindesalter vorgenommen werden. Das gilt um so mehr, wenn Kinder eine feste Zahnspange tragen, die die gründliche Reinigung durch die Zahnbürste erschwert. Diese spezielle Zahnreinigung für Kinder wird auf gezielte Lerneffekte und die Besonderheiten des heranwachsenden Gebisses zugeschnitten. Sie umfasst das Entfernen der weichen Zahnbeläge, die Fluoridierung der Zähne und die Versiegelung von kariesfreien Fissuren der Zähne 6 und 7. Ein gesonderter Schwerpunkt liegt auf der Kontrolle der richtigen Mundhygiene. Die jungen Patienten erhalten Informationen über zahnschädliche Ernährung und Tipps für die optimale Zahnputztechnik. Nicht nur die Private Krankenversicherung, auch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Termin in der Zahnarztpraxis. Das gilt ab einem Alter von 6 Jahren bis zum Erreichen der Volljährigkeit.

Professionelle Zahnreinigung in der Schwangerschaft

Patientinnen, die schwanger sind, wird eine sogenannte Schwangeren-Prophylaxe beim Zahnarzt empfohlen. Speziell für werdende Mütter ist die professionelle Zahnreinigung eine wichtige Maßnahme. Durch die Entfernung von sämtlichen Belägen und Zahnstein kann man unterschiedliche Risiken, wie der Entwicklung einer möglichen Schwangerschafts-Gingivitis (Zahnfleischerkrankung), vorbeugen. Die PZR dient auch der Prophylaxe vor einer Schwangerschafts-Parodontitis. Eine Zahnbetterkrankung kann das Risiko für Frühgeburten erhöhen. Die PZR findet üblicherweise im Liegen statt. Wird das weniger gut vertragen, weil Schwindel auftritt oder eine Ohnmacht droht, sollten Patientinnen einfach ihren behandelnden Zahnarzt darauf hinweisen. Die Kosten für die Schwangeren-Prophylaxe entsprechen in der Regel denen der klassischen professionellen Zahnreinigung und können beim behandelnden Zahnarzt erfragt werden.

Professionelle Zahnreinigung: Kosten

Die professionelle Zahnreinigung ist als medizinisch notwendige Maßnahme zwar anerkannt, aber trotzdem nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu finden. Einige Krankenkassen leisten jedoch einen Zuschuss zu der Zahnarztrechnung. Die Kosten für die Prophylaxe richten sich nach der noch vorhandenen Anzahl und dem individuellen Zustand der Zähne und variieren dementsprechend zwischen 70 und 100 Euro – können aber auch deutlich höher liegen. Wichtig ist es daher, vorab die Kosten und den genauen Ablauf der professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt zu ermitteln. Es gibt teilweise große Qualitätsunterschiede, die sich auch beim Preis widerspiegeln.

Darauf können Patienten achten:

  • Teilweise kann man selbst prüfen, ob wirklich alle Zähne einer professionelle Reinigung unterzogen werden müssen. Auch der Zahnarzt kann darauf angesprochen werden. Bei einem vollen Gebiss (28 bis 32 Zähne) muss nicht immer jeder Zahn so gründlich behandelt werden.
  • Die Abrechnung richtet ich unter anderem nach dem erfolgten Arbeits- und Zeitaufwand. Sind die Zähne mit viel Zahnstein und Plaque belegt, ist der Reinigungsaufwand höher als bei einem besser gepflegten Gebiss. Oftmals werden auch Zusatzleistungen angeboten. Zum Beispiel das Entfernen von Belägen und Zahnstein unter dem Zahnfleischrand. Dieser Aufwand wird zusätzlich berechnet.
  • Spezielle Anwendungen, wie das Reinigen mit Ultraschall oder das Polieren mit dem Pulverstrahlgerät, erhöhen die Kosten. Hier sollte jeder Patient abwägen, ob er die Vorteile dieser Leistungen in Anspruch nehmen möchte.
  • Abhängig vom Reinigungsaufwand können Zahnärzte einen höheren oder niedrigeren Abrechnungssatz zugrunde legen. Bei normalem Arbeits- und Zeitaufwand kann man pro Zahn rund 3,50 Euro kalkulieren. Ist der Aufwand für den Zahnarzt jedoch größer, können sich die Kosten auf ca. 5,50 Euro pro Zahn erhöhen, denn dann darf ein höherer Berechnungsfaktor angesetzt werden.
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Was ist nicht erlaubt?

Für die Zahnarztpraxis gibt es einige Einschränkungen beim Angebot der professionellen Zahnreinigung. So sind zum Beispiel Rabatte und Schnäppchenaktionen nach Ansicht der Zahnärztekammern nicht zulässig. Auch Jahrespauschalen für mehrere professionelle Zahnreinigungen dürfen den Patienten nach dem momentanen Stand der Rechtsprechung nicht angeboten werden. Auf der anderen Seite darf die Praxis den Patienten nur zusätzliche Leistungen separat berechnen, die auch tatsächlich über den festgelegten Umfang der professionellen Zahnreinigung hinausgehen. Das können zum Beispiel das Polieren der Füllungsränder, eine Fissuren-Versiegelung oder die Entfernung von Zahnbelägen unter dem Zahnfleisch sein. Wobei diese nicht sichtbaren Beläge nur vom Zahnarzt selbst entfernt werden dürfen und nicht vom sonstigen Fachpersonal der Praxis.

Worauf sollte man achten?

Nicht immer wird die professionelle Zahnreinigung (PZR) im vollen, dafür vorgesehenen, Umfang ausgeführt. Das haben inzwischen mehrere Untersuchungen gezeigt. Es ist daher ratsam, sich genau über alle zugehörigen Leistungen zu informieren. (Liste der vorgesehenen Behandlungsschritte, siehe oben). Auch die Behandlungskosten können sich erheblich unterscheiden. Im Zweifelsfall sollte ein zusätzliches Kostenangebot bei einer anderen Zahnarztpraxis angefragt werden. Auch die Zahnärztekammer im jeweiligen Bundesland gibt Auskunft über die voraussichtliche Preisspanne für eine professionelle Zahnreinigung. Einheitliche Kosten sind allerdings nicht zu erfragen. Grundsätzlich wird immer nach dem tatsächlich angefallenen Behandlungsbedarf abgerechnet.

PZR Kosten: Warum schwanken sie so stark?

Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung richten sich stark nach dem individuellen Gebiss des jeweiligen Patienten. Sind die Zähne gepflegt, auch weil ein Patient regelmäßig zur PZR geht, dann können die Kosten niedriger ausfallen. Zeit- und Arbeitsaufwand sind dann häufig geringer als bei stark mit Zahnstein und Plaque belegten Zähnen. Berechnet wird jeder einzelne Zahn, aber auch Zusatzleistungen können zu Buche schlagen. Und schließlich hängt es von der behandelnden Praxis ab, wie hoch die Kosten ausfallen.

Was zahlt die Krankenkasse und was leistet die DFV bei Zahnprophylaxe?

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung nicht. Wer dann zum Zahnarzt geht und eine professionelle Zahnreinigung durchführt, muss die Rechnung aus der eigenen Tasche bezahlen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich unbedingt eine private Zahnzusatzversicherung abzuschließen, die diese Kosten ganz oder zumindest teilweise übernimmt.

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FAQs zum Thema professionelle Zahnreinigung (PZR):

Wie lange dauert eine professionelle Zahnreinigung?

Wie lange eine professionelle Zahnreinigung dauert – das hängt vom nötigen Aufwand und der angewandten Methode in der Zahnarztpraxis ab. So behandelt nicht jeder Zahnarzt routinemäßig mit Fluoridlack. Häufig kommen auch unterschiedliche Reinigungsinstrumente zum Einsatz. In der Regel muss man für die PZR eine Zeitspanne von 45 bis 60 Minuten einkalkulieren.

Wie oft sollte man eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen?

Grundvoraussetzung, um seine Zähne dauerhaft zu erhalten, ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung in nicht zu großen Abständen. Zahnärzte empfehlen daher, sie zweimal im Jahr vornehmen zu lassen. Mittels Ultraschall, Zahnseide und ggf. Pulvergeräten werden Zahnstein und Plaque gründlich von jedem einzelnen Zahn entfernt. Auch hartnäckige Belege, die sich in Zahnzwischenräumen oder bis unter den Zahnfleischrand gebildet haben, können von den Zahnpflegeexperten erfolgreich beseitigt werden.

Wie oft ist eine professionelle Zahnreinigung nach einer Parodontose-Behandlung notwendig?

Je nach Schweregrad der Zahnfleischerkrankung können bis zu vier professionelle Zahnreinigungen im Jahr notwendig sein. Die Entscheidung über den konkreten Bedarf muss aber der behandelnde Zahnarzt treffen. Dies kann nur eine gründliche Untersuchung zeigen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch bei dieser Indikation nur in absoluten Ausnahmefällen die Kosten für die professionelle Zahnreinigung. Einige Krankenkassen leisten einen Zuschuss zur PZR. In jedem Fall trägt aber die genaue Einhaltung der Therapieempfehlungen dazu bei, den Zahnfleischrückgang zum Stillstand zu bringen.

Ist eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll?

Die herkömmliche Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnpasta bietet eine gute Basis für den Erhalt der Zähne. Bei der täglichen Reinigung können hartnäckige Verfärbungen und Verunreinigungen allerdings nicht zu 100 Prozent entfernt werden. Denn mit der Zahnbürste erreicht man nur schlecht engere Stellen, wie den hinteren Bereich des Mundes, die Zahnzwischenräume oder den Zahnfleischrand. Lagern sich dort Essensreste oder Speichelbestandteile ab, kann sich Plaque bilden. Dieser Zahnbelag stellt eine optimale Grundlage für Bakterien dar. Die Folge können Karies oder Parodontitis sein. Bei einer professionellen Zahnreinigung werden auch die Partien im Mund gereinigt, die man alleine nur schlecht oder gar nicht erreicht. Zahnstein kann so gründlich entfernt werden, die Zähne werden geglättet und gestärkt. Sie erstrahlen wieder in einem helleren Weiß. Auch Kronen und Brücken profitieren von der professionell durchgeführten Reinigung. Ihre Lebensdauer kann bei regelmäßiger Pflege um Jahrzehnte verlängert werden. Das Risiko für Erkrankungen der Zähne wird deutlich gesenkt.

Wie schmerzhaft ist eine professionelle Zahnreinigung?

Während und auch nach der PZR-Behandlung können Schmerzen auftreten. Diese entstehen meist durch die Reizung des Zahnfleisches oder freiliegender Zahnhälse und lassen in der Regel schon bald wieder nach. Bei Patienten mit sehr empfindlichen Zähnen wird der Zahnarzt PZR-begleitend schmerzstillende Maßnahmen ergreifen. Wenn die Schmerzen nach der Zahnreinigung nicht nachlassen oder sogar zunehmen, sollte unbedingt der Zahnarzt zurate gezogen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Bleaching und einer professionellen Zahnreinigung beim Arzt?

Das Bleaching der Zähne ist ausschließlich auf die Erzielung eines helleren Farbtons des Gebisses ausgerichtet. Es ist eine rein kosmetische Behandlung. Die Zähne sollen strahlend weiß erscheinen. Zwar bringt auch die professionelle Zahnreinigung häufig eine leichte Aufhellung der Zahnschmelzfarbe mit sich. Diese entsteht aber nur als Nebeneffekt durch die gründliche Entfernung von Plaque und Zahnstein. Das eigentliche Ziel der Behandlung ist vielmehr die dauerhafte Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch.

Soll man trotz Zahnspange zur Zahnreinigung gehen?

Wer eine feste Zahnspange trägt, hat einen Grund mehr, das Angebot einer professionellen Zahnreinigung zu nutzen. Meist sind die engen Zwischenräume, die durch den Kontakt von Drahtkonstruktion und Zähnen entstehen, mit normalem Zähneputzen kaum frei von Ablagerungen zu halten. Mit den Instrumenten und Geräten der professionellen Zahnreinigung lassen sich diese Problemzonen erheblich besser erreichen. Häufig wird auch schon im Vorfeld der Anpassung einer neuen Zahnspange eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen, um sowohl harte Zahnbeläge als auch bakterielle Beläge zu entfernen. Ob die Krankenkasse einen Zuschuss zu den Kosten der Behandlung leistet, muss erfragt werden.

Quellen

  • Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de (Abruf 16.01.2020)
  • Weber, Thomas: Memorix Zahnmedizin,Georg Thieme Verlag, 5. Auflage 2017
  • Zahn-Lexikon: www.zahn-lexikon.com (Abruf 16.01.2020)
  • DocMedicus Verlag: www.zahngesundheit-online.de (Abruf 15.01.2020)
  • Test Zahnzusatzversicherung: www.test-zahnzusatzversicherung.de (Abruf 15.01.2020)
  • Dentnet: www.dentnet.de (Abruf 16.01.2020)
  • Institut der deutschen Zahnärzte: www.idz.institute.de (Abruf 16.01.2020)
  • Kassenärztliche Bundesvereinigng, www.kzbv. (Abruf: 15.01.2020)
  • Techniker Krankenkasse: www.tk.de (Abruf: 16.01.2020)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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