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Innere Unruhe: Ursachen, Symptome & Behandlung

Ständige Anspannung, Gereiztheit und Nervosität: Wen innere Unruhe beherrscht, der fühlt sich getrieben, ist unaufmerksam und ungeduldig. Das spiegelt sich im sozialen Miteinander, in der Arbeit oder beim Lernen wider. Ist dieses Gefühl der Unruhe stets anwesend, sollte man sich ärztliche Hilfe suchen.


Innere Unruhe - Kurz zusammengefasst

  • Ursachen

Oftmals sind Anlässe wie eine Prüfung oder ein Bewerbungsgespräch, ebenso der Konsum von zu viel Kaffee oder Tee, Auslöser von innerer Unruhe. Es gibt aber auch Krankheiten, die mit innerer Unruhe einhergehen.

  • Symptome

Innere Unruhe äußert sich in Angespanntheit, Nervosität und Gereiztheit. Oft rasen die Gedanken und wechseln ständig. Auch körperliche Symptome können hinzukommen, zum Beispiel Schwindel, Herzklopfen oder Schweißausbrüche.

  • Therapie

Gegen innere Unruhe helfen Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation. Körperliche Bewegung wirkt zudem ausgleichend. Empfohlen werden regelmäßiges Radfahren, Laufen oder Schwimmen. Wichtig ist allerdings abzuklären zu lassen, ob nicht eine ernste Erkrankung für die Unruhe verantwortlich ist. 

  • Wann zum Arzt?

Helfen einfache Hausmittel sowie Entspannungsmethoden nicht, die Unruhe zu bekämpfen und dauern die Beschwerden länger an, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. 

  • Diagnose

Innere Unruhe kann ein Symptom körperlicher oder psychischer Erkrankungen sein. Für die Diagnosestellung wird der Arzt die Krankengeschichte erheben und verschiedene Untersuchungen vornehmen.

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Was ist innere Unruhe?

Unter innerer Unruhe zu leiden, bedeutet, beinahe ständig unter Anspannung zu stehen. Dieses oft grundlose Aufgeregtsein begleitet einige Menschen permanent, bei anderen zeigt es sich nur hin und wieder. In welcher Intensität sich die unangenehme Spannung äußert, ist individuell unterschiedlich. Betroffene beschreiben den Zustand, „als würden die Nerven blank liegen“. Der innere Druck wird als sehr belastend und teilweise als ausweglos empfunden. In der Kommunikation mit anderen Menschen und im täglichen Tun fehlen die nötige Ruhe und Gelassenheit. Zudem kommen häufig auch körperliche Beschwerden dazu wie Schweißausbrüche, Herzklopfen oder Zittern.

Ursachen von innerer Unruhe

Häufig gibt es für innere Unruhe leicht nachvollziehbare Gründe wie Prüfungsangst oder Lampenfieber. Manchmal steckt auch einfach nur ein zu hoher Kaffeegenuss dahinter. Ebenso können außergewöhnlich belastende Lebenssituationen wie Trennungen, beruflicher Stress oder der Tod eines nahestehenden Menschen für die vorübergehende Unfähigkeit zur Entspannung sorgen. Aber auch ernste Erkrankungen führen zu innerer Unruhe.

Häufige Ursachen, die innere Unruhe auslösen, sind:

  • Ein zu hoher Konsum von Kaffee, Nikotin oder Alkohol.
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung) kann neben Heißhunger, Schweißausbruch und Zittern auch innere Unruhe auslösen.
  • Bei Hypotonie (niedrigem Blutdruck) kommt es manchmal auch zu Kreislaufstörungen und innerer Unruhe.
  • Vegetative Dystonie (psychovegetative Allgemeinstörungen) bezeichnen unspezifische Beschwerden, denen keine organischen Ursachen zugrunde liegen. Dazu zählen Schlafstörungen, Nervosität, Erschöpfung, Herzschmerzen, Schwindel und innere Unruhe.
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) löst neben zahlreichen anderen Beschwerden auch innere Unruhe aus.
  • Eine Lungenembolie führt unter anderem zu akuter Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, Husten, Angst sowie innerer Unruhe.
  • Während der Hormonumstellungen in den Wechseljahren leiden viele Frauen unter Unruhe, Reizbarkeit und Nervosität.
  • Eine Herzneurose (funktionelle Herzbeschwerden) bringt typische Symptome wie Herzjagen, Herzstolpern, Enge- und Beklemmungsgefühle im Brustkorb mit sich. Häufig tritt zusätzlich innere Unruhe auf.
  • Depressionen werden oft von innerer Unruhe begleitet.
  • Persönlichkeitsstörungen sind unter anderem von Unruhe, Depressionen, Sucht, Angst und Erschöpfung gekennzeichnet.
  • Eine schizophrene Ersterkrankung kündigt sich häufig durch innere Unruhe, Anspannung, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche, Niedergeschlagenheit sowie Geräusch-, Licht- und Lärmempfindlichkeit an.
  • Der Konsum verschiedener Drogen kann neben weiteren Beschwerden auch innere Unruhe auslösen.
  • Bestimmte Medikamente wie beispielsweise einige Antidepressiva, Grippe- und Asthmamittel können als Nebenwirkung innere Unruhe verursachen. Auch der Entzug bei einer Medikamentenabhängigkeit (wie von Schlaf- oder bestimmten Beruhigungsmitteln) löst häufig Unruhe aus.

Symptome von innerer Unruhe

Innere Unruhe wird in ihrer Intensität von jedem Menschen anders erlebt. Vor allem ist der Zustand gekennzeichnet, von der Unfähigkeit sich zu entspannen. Diese starke Nervosität kann ein kontinuierlicher Begleiter sein oder nur ab und zu auftreten. Oftmals bleibt es nicht allein bei der seelischen Anspannung. Es kommen dann auch körperliche Symptome hinzu: Das können Schweißausbrüche sein, Herzklopfen, Zittern, Schwindel, Benommenheit und Schwächegefühle. Wird die innere Unruhe eher als Angst wahrgenommen, kann sich dies zusätzlich in Atembeschwerden, Beklemmungsgefühlen, Hitzewallungen oder Übelkeit äußern.

Welche Folgen kann innere Unruhe haben?

Häufig führen länger anhaltende Unruhezustände auch zu nicht erholsamer Nachtruhe. Die Anspannung vom Tag ist dann Ursache für Schlafstörungen. Und unter diesem Schlafmangel leiden Betroffene dann wiederum tagsüber. 

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Folgen für die Gesundheit

Jeder Anspannungssituation folgt in der Regel eine Entspannungsphase. Körper und Geist können sich dann wieder regenerieren. Die Atmung beruhigt sich, die Herzfrequenz reguliert sich herunter und die Kreislaufleistung wird vermindert. Wenn diese Erholung jedoch länger nicht stattfindet, kann das Folgen für den gesamten Organismus haben. So wird beispielsweise die körpereigene Abwehr gegenüber Viren und Bakterien geschwächt und man erkrankt häufiger an Infektionskrankheiten. Ständige Anspannung und ausbleibende Entspannung können aber auch Langzeitfolgen hervorrufen und zu physischen und psychischen Beeinträchtigungen führen. So kann zum Beispiel die Entwicklung einer Depressionen oder Angsterkrankungen begünstigt werden. Aufgrund eines lang andauernden Schlafmangels erhöht sich zudem das Risiko, an Fettleibigkeit oder Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Folgen für das Arbeitsleben und soziale Beziehungen

Innere Unruhe und daraus resultierender Schlafmangel wirken sich negativ auf Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit aus. Aufgaben im Beruf, die bislang leicht zu bewerkstelligen waren, fallen nun schwer oder können nicht mehr gemeistert werden. Betroffene arbeiten nicht mehr effizient und geraten schneller in Konfliktsituationen mit Kollegen, Vorgesetzten und auch Freunden. Auf Dauer können sich innere Unruhe und ständige Gereiztheit negativ auf berufliche und private Beziehungen auswirken. Häufig ziehen sich Freunde und Familie auch zurück.

Innere Unruhe – wann zum Arzt?

Wer dauerhaft an innerer Unruhe leidet, sollte über seine Beschwerden mit einem Arzt sprechen. Dies gilt ebenso, wenn selbst Entspannungsübungen oder Tees zur Beruhigung die innere Unausgeglichenheit nicht bekämpfen können. Kommen noch weitere Symptome hinzu, zum Beispiel Depressionen oder Bluthochdruck, dann wird eine ärztliche Abklärung der Ursachen ebenfalls empfohlen.

Innere Unruhe – Diagnose

Innere Unruhe kann ein Hinweis auf unterschiedliche körperliche und auch psychische Erkrankungen sein. Daher wird sich der Arzt in einem ausführlichen Gespräch ein gründliches Bild von den Beschwerden des Patienten machen. Er wird zum Beispiel danach fragen, seit wann die innere Unruhe besteht und auch, ob Medikamente eingenommen werden. Abhängig von der vermuteten Diagnose folgen entsprechende Tests. So ist die Blutdruckmessung Teil der körperlichen Untersuchung, denn ein niedriger Blutdruck kann auch für die innere Unruhe verantwortlich sein. Eine Blutanalyse ist oft sinnvoll, denn Unterzuckerung oder Schilddrüsenüberfunktion sind ebenfalls häufig Verursacher der Unruhe. Gegebenenfalls werden auch eine Computertomografie, Röntgen oder Ultraschall angeordnet. Erfolgt eine Szintigrafie, dann vermutet der Arzt eventuell eine Schilddrüsenüberfunktion. Wird angenommen, dass hinter der Unruhe eine psychische Erkrankung steckt, folgen gesonderte Tests zur Abklärung.

Therapie von innerer Unruhe

Innere Unruhe kann ein Symptom von unterschiedlichen körperlichen und psychischen Erkrankungen sein. Dementsprechend richtet sich die Behandlung der Betroffenen ganz gezielt nach der vorliegenden Grunderkrankung. Kann also zum Beispiel ein niedriger Blutdruck beseitigt werden, dann legt sich auch die innere Nervosität. Ist die Unruhe eine Begleiterscheinung von Depressionen oder einer anderen psychischen Erkrankung, wird eine psychotherapeutische Behandlung voraussichtlich Besserung bringen.

Innere Unruhe – Was man selbst dagegen tun kann:

Steckt keine ernste Erkrankung hinter den Symptomen, kann man selbst einiges tun, um innere Unruhe zu bekämpfen:

  • Entspannungstechniken lernen und regelmäßig praktizieren, zum Beispiel Autogenes Training, Meditation, Yoga oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.
  • Beruhigungstees über den Tag verteilt trinken. Zum Beispiel aus Baldrian, Passionsblume, Johanniskraut oder Melisse.
  • Arzneimittel aus beruhigenden Kräutern einnehmen: zum Beispiel Tropfen aus Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Melisse.
  • Ein Glas Buttermilch trinken. Dieses Hausmittel hat sich schon oft bewährt.
  • Ein warmes Vollbad nehmen. Zusätze aus Lavendel oder Heublumen unterstützen den beruhigenden Effekt. Das Wasser sollte nicht wärmer als 38 Grad sein. Nach zehn bis höchstens 20 Minuten baden, für eine Stunde gut zugedeckt im Bett ausruhen. – Wer unter Kreislaufproblemen leidet, sollte jedoch davon absehen.
  • Körperliche Bewegung ist gut gegen Nervosität, innere Unruhe und Stress. Ob Joggen, Schwimmen oder Radfahren, regelmäßiger Sport wirkt ausgleichend.

Hausmittel bei innerer Unruhe

Gegen innere Unruhe und Nervosität gibt es verschiedene Anwendungen und pflanzliche Heilmittel, die die Beschwerden lindern können. Neben Tees, Einreibungen und Bädern sind auch Wadenwickel sehr wirksam:

Tee zubereiten: Über den Tag hinweg einige Tassen Baldriantee, Passionsblumentee, Tee aus Johanniskraut, Melisse oder auch Lindenblüten trinken. Einen beruhigenden Tee kann man selbst zubereiten oder in der Apotheke kaufen. Für eine eigene Mischung nimmt man beispielsweise 40 g Passionsblumenkraut, 20 g Baldrianwurzel und 20 g Melisse. Von dieser Mischung zwei Teelöffel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb gießen. Den Tee langsam über den Tag verteilt trinken.

Einreibungen für Rücken und Füße: Öle aus Lavendel und Thymian wirken beruhigend und können einen erholsamen Schlaf fördern. Für eine Rückeneinreibung am besten den Partner bitten, mit kreisenden Bewegungen mehrere Minuten lang das Öl einzureiben. Zuvor einige Tropfen Öl in den Händen erwärmen. Die Einreibung sollte ohne Druck erfolgen und nicht direkt auf der Wirbelsäule, sondern links und rechts daneben.

Für die Fußeinreibung beginnt man am Knöchel und massiert dann sanft weiter bis hin zu den Zehen. Beide Einreibungen sind besonders wirksam vor dem Zubettgehen. Auch wenn die Einreibung tagsüber vorgenommen wird, sollte man sich anschließend eine halbe Stunde lang hinlegen und ausruhen.

Wadenwickel anlegen: Am besten legt man die Wickel aus drei Lagen mit Baumwolltüchern an: Für die erste Lage nimmt man zwei dünne Tücher, tränkt sie in kühlem Leitungswasser, wringt sie aus und wickelt je ein Tuch fest um jede Wade. Die zweite Lage bilden dann zwei trockene Tücher. Zum Abschluss nimmt man eine wärmende Lage, zum Beispiel einen Schal oder ein Frotteehandtuch. Die Wadenwickel sollten immer im Liegen angewendet werden. Die Füße dabei warm halten, am besten Wollsocken anziehen. Wadenwickel kann man drei- bis viermal täglich anlegen. Die Zeit sollte 20 bis 30 Minuten nicht überdauern.

Ein warmes Vollbad nehmen: Zusätze aus Lavendel oder Heublumen unterstützen den beruhigenden Effekt. Das Wasser sollte nicht wärmer als 38 Grad sein. Nach zehn bis höchstens 20 Minuten baden, für eine Stunde gut zugedeckt im Bett ausruhen. – Wer unter Kreislaufproblemen leidet, sollte jedoch davon absehen.

Homöopathie bei innerer Unruhe

In der Homöopathie kann man innere Unruhe mit verschiedenen Mitteln bekämpfen. Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung des Patienten und nach der Ausprägung der individuellen Symptomatik. So verabreicht ein erfahrener Homöopath bei innerer Unruhe durch beruflichen Stress einen anderen Wirkstoff als bei Unruhe aufgrund von Angst oder Überempfindlichkeit. Im Gespräch mit dem Homöopathen sollte man daher die Situation, in der die Beschwerden auftreten, genau schildern.

Folgende homöopathische Mittel können gegen innere Unruhe wirken:

  • Aethusa
  • Arsenicum album
  • Aconitum
  • Rhus toxicodendron

Akupunktur bei innerer Unruhe

Neben innerer Unruhe zählt die Traditionelle Chinesische Medizin ebenso Rastlosigkeit, Nervosität und Schlafstörungen zu den typischen Symptomen einer Schwäche des Yin. Durch Akupunktur und eine angemessene Lebensweise lässt sich innere Unruhe, sofern sie nicht Symptom einer schweren Erkrankung ist, wirkungsvoll lindern. Betroffenen wird zudem empfohlen, sich viel Ruhe zu gönnen, ausreichend zu schlafen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Innere Unruhe – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird „Innere Unruhe“ entsprechend ihrer möglichen Ursachen unter folgenden ICD-Codes erfasst: „R45 – Symptome, die die Stimmung betreffen“, „F13 – Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika“ sowie „F43 – Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“. Häufig hilft die Eingabe des Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Innere Unruhe – Wie finde ich das richtige Krankenhaus?

Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von innerer Unruhe gut auskennt erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.de einige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.de und www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.

Auf die Startseite von www.kliniken.de gehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Für innere Unruhe hier in der linken Spalte (unter „Krankheiten und Diagnosen nach ICD10“) beispielsweise den ICD-Code „R45“ eingeben. Dann erscheint direkt darunter folgendes Feld: „XVIII Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind“. Klickt man auf dieses Feld, öffnet sich darunter ein weiteres: „R40-F46 Symptome, die das Erkennungs- und Wahrnehmungsvermögen, die Stimmung und das Verhalten betreffen“. Geht man wiederum auf dieses Feld, erscheint ein weiteres „R45 Symptome, die die Stimmung betreffen“. Wenn man darauf klickt, werden in der rechten Spalte die entsprechenden Krankenhäuser angezeigt, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 findet sich das Klinikum Konstanz, auf Platz 2 die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg und Platz 3 belegt die Vestische Kinder- und Jugendklinik in Datteln, usw.

FAQs zum Thema innere Unruhe

Wie entsteht innere Unruhe?

Eine fehlende Balance zwischen Entspannung und Anspannung führt häufig zu Nervosität und innerer Unruhe. Dieses unangenehme Gefühl kann das Ergebnis von zu viel Stress, kreisenden Gedanken oder Angst sein. Dabei steuert das vegetative Nervensystem die körperlichen und psychischen Symptome, ohne dass man darauf bewusst Einfluss nehmen kann. Für innere Unruhe sind oft psychische Ursachen wie depressive Verstimmungen verantwortlich, ebenso können körperliche Ursachen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, ein zu niedriger Blutdruck oder hormonelle Schwankungen das Gefühl auslösen.

Wie macht sich innere Unruhe bemerkbar?

Innere Unruhe tritt bei einigen Menschen immer nur in einer bestimmten Situation auf, andere leiden permanent darunter. Sie sind dann laufend gereizt und nervös. An erholsamen Schlaf ist meist nicht mehr zu denken. In Beruf und Freizeit verhalten sich Betroffene oft ungeduldig und sind unaufmerksam. Die nervöse Unruhe führt häufig auch zu körperlichen Beschwerden. Es kann zu Schweißausbrüchen, Herzklopfen, Zittern, Schwindel, Benommenheit und Schwächeempfinden kommen.

Wie kann ich gegen innere Unruhe tun?

Wird die Unruhe durch keine körperliche Erkrankung verursacht, sondern durch Stress, Burn-out oder eine besonders fordernde Situation, lässt sich die nervöse Unruhe oftmals gut bekämpfen. Grundsätzlich wird Betroffenen empfohlen, sich regelmäßig zu bewegen. Das wirkt in der Regel schon prophylaktisch und lässt Unruhe dann gar nicht erst aufkommen. Wer Entspannungsübungen in seinen Alltag integriert, profitiert ebenfalls davon. Vor dem Schlafengehen können Autogenes Training oder Übungen zur Muskelrelaxation für die nötige Ruhe und Gelassenheit sorgen. Außerdem wirken sich viel frische Luft und gesunde Ernährung positiv aus. Tritt die innere Unruhe immer in einer ganz bestimmten Situation auf, dann sollte man versuchen, die auslösenden Umstände oder seine Einstellung diesen gegenüber zu ändern. Schafft man das nicht alleine, kann eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.

Woher kommt die starke innere Unruhe?

Innerer Unruhe kann ein ganz konkreter Anlass zugrunde liegen. Zum Beispiel, wenn ein Bewerbungsgespräch oder eine Prüfung bevorstehen. Hält die innere Unruhe jedoch länger an und bringen Beruhigungstees oder Entspannungstechniken keine Besserung, kann die Unruhe ebenso Symptom einer Erkrankung sein. Aber auch hormonelle Umstellungen während der Wechseljahre oder bestimmte Medikamente, wie Grippe- und Asthmamittel oder Antidepressiva, können zu starker innerer Unruhe führen. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte der Arzt aufgesucht werden.

Welcher Mangel führt zu innere Unruhe?

Ursache von innerer Unruhe kann unter anderem eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) sein. Sie ruft Symptome wie Heißhunger, Schweißausbrüche, Herzrasen, Zittern, innere Unruhe, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen hervor. Aber auch andere Mangelerscheinungen sind manchmal Ursache von innerer Unruhe: zum Beispiel ein Mangel an Magnesium, an Vitamin D oder Vitamin B12. Zur genauen Diagnose wird der Arzt eine Blutuntersuchung vornehmen.

Welche Hausmittel helfen gegen innere Unruhe?

Wer an innerer Unruhe leidet, sollte auf den Genuss von Alkohol, zu viel Kaffee und Nikotin verzichten. Oft stellt sich schon allein dadurch eine Besserung ein. Zudem wirken Kräutertees aus Johanniskraut, Melisse, Passionsblume und Baldrian beruhigend. Man kann aber auch Präparate mit diesen Wirkstoffen in Form von Tropfen oder Kapseln einnehmen. Als altbewährtes Hausmittel gegen innere Unruhe gilt Buttermilch. Am besten trinkt man ein großes Glas davon. Wohltuend für Körper und Seele wirkt sich ein warmes Vollbad aus. Mit Zusätzen aus Lavendel und Heublumen verstärkt sich der Effekt der Entspannung. Die Wassertemperatur sollte maximal 38 Grad betragen und das Bad nicht länger als 20 Minuten genommen werden. Anschließend in eine Decke kuscheln und eine Stunde ausruhen. Für Menschen mit Kreislaufproblemen ist das allerdings ungeeignet. Sie sollten die innere Unruhe mit anderen entspannenden Mitteln bekämpfen.

Innere Unruhe – welcher Arzt?

Innere Unruhe kann unterschiedliche Ursachen haben. Daher sollte man zuerst seinen Hausarzt aufsuchen. Im Anschluss an die Untersuchung kann der sich ein besseres Bild von den auslösenden Faktoren machen und den Patienten gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen. Abhängig von der vermuteten Ursache der Symptome kann das beispielsweise ein Internist, ein Neurologe oder ein Psychiater sein. Stecken hinter den Beschwerden keine ernsten körperlichen oder psychischen Erkrankungen, können gegebenenfalls ein Homöopath oder Akupunkteur bei der Bekämpfung der Beschwerden helfen.

Quellen

  • Herold, Gerd: Innere Medizin, Gerd Herold, Ausgabe 2019
  • Schiller, Gerald: Psychiatrie, Schulz-Kirchner Verlag 2007
  • Poehlke, Thomas: GK 3 Psychiatrie, 19. Auflage, Georg Thieme Verlag 2018
  • Möller, Hans-Jürgen; Laux, Gerd; Deister, Arno: Psychosomatik und Psychotherapie, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag 2015
  • Faller, Norbert: Atem und Bewegung, 3. Auflage, Springer Verlag 2019
  • Rieger, Berndt: Psychosomatische Homöopathie: Was hinter der Krankheit steckt, 1. Auflage, Trias Verlag 2008
  • FOCUS: „Innere Unruhe“, www.focus-arztsuche.de (Abruf 13.07.22)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), www.dgppn.de, Abruf: 5.11.2019)
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch, www.pschyrembel.de (Abruf: 6.11.2019)
  • HalloVita Verlag, www. hallo-homoeopathie.de (Abruf 4.11.2019)
  • Deutsche Akupunktur Gesellschaft, www.deutsche-akupunktur-gesellschaft.de (Abruf: 6.11.2019)

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