Zahnstein

Zahnstein– Entstehung und wie man Zahnstein am besten entfernen kann

Zahnstein ist in etwa vergleichbar mit Tropfstein in der Mundhöhle. Das heißt, Tropfsteine entstehen durch Mineralien in tropfendem Wasser und Zahnstein unter anderem durch Mineralien im Speichel.


Wie entsteht Zahnstein?

Damit Zahnstein entstehen kann, braucht er zunächst eine dünne Schleimschicht, die sich etwa vier Stunden nach dem Zähneputzen auf der Zahnoberfläche bildet. Als zweites müssen sich Bakterien auf dieser Schicht ansiedeln. Das geschieht über die Nahrungsaufnahme. Im dritten Schritt wachsen die Bakterienkolonien zu Plaque heran. Das Bakterienwachstum wird vor allem durch zuckerhaltige Nahrung gefördert. Im letzten Schritt mineralisiert die Plaque durch anorganische Stoffe im Speichel, wie z.B. Calcium innerhalb von acht bis zehn Tagen zu Zahnstein. Dieser dauerhafte, feste Zahnbelag ist durch die Zahnbürste nicht mehr entfernbar.

Was bedeutet das für die Pflege der Mundhöhle?

„Kann man die Mundhöhle nicht einfach trocken legen, damit die Stoffe im Speichel keinen Zahnstein bilden?“, werden Sie vielleicht fragen. Die Idee ist gut, aber unsere Zähne brauchen den Speichel und die Mineralien, um winzig kleine Schäden am Zahnschmelz zu reparieren und eine Karieserkrankung abzuwenden.

Zahnstein trotz regelmäßigem Zähneputzen

Falls Sie Zahnsteinbildung trotz regelmäßiger Pflege beobachten, hilft es, etwas genauer hinzusehen, wo der Zahnstein am häufigsten entsteht: nämlich da, wo die Speicheldrüsen den Zähnen am nächsten sind. Das betrifft die unteren Schneidezähnen und die Außenseiten an den seitlichen, hinteren Backenzähnen. Zusätzlich entsteht Zahnstein dort, wo die Zahnbürste die Plaque innerhalb von acht bis zehn Tagen nicht gründlich und regelmäßig entfernt, weil diese Stellen wie Zahnzwischenräume und kleine Nischen bei schiefen Zähnen oft nicht gut mit der Zahnbürste erreicht werden können. Deshalb ist die regelmäßige Verwendung von Zahnseide so wichtig.

Warum ist Zahnstein so schlimm?

„Ja, was soll’s“, werden Sie sagen, „unter dem Zahnstein kann wenigstens kein Karies entstehen, da dort keine Bakterien hinkommen.“ Das ist richtig, aber der Zahnstein bildet eine raue Oberfläche, die wiederum beste Siedlungsbedingungen für Bakterien, weitere Plaque und die nächste Schicht Zahnstein bietet. Zudem greifen die Bakterien das Zahnfleisch an und eine Entzündung (Gingivitis) entsteht, die sich weiter zu einer Zahnfleischerkrankung (Parodontitis) entwickeln kann.

Behandlung von Zahnstein

Komplett verhindern lässt sich die Zahnsteinbildung nicht, aber eine gründliche Zahnpflege zahlt sich dennoch aus. Denn nur beim Zahnarzt kann man den Zahnstein wieder entfernen lassen. Oft geschieht dies im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten – die mechanische und die maschinelle Entfernung.

Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt: Der Zahnstein kann rein mechanisch mit entsprechenden Instrumenten abgekratz oder maschinell mit einem Ultraschallgerät gelöst werden. Das Ultraschallgerät verfügt über eine Metallspitze, die mit hoher Frequenz schwingt und somit Wärme erzeugt. So lässt sich der Zahnstein mit wenig Druck lösen und der abgeplatzte Zahnstein wird mit Wasser weggespült. Im Anschluss werden die Zahnoberflächen poliert, da glatte Flächen die Neubildung erschweren.

Nebenwirkungen der Zahnsteinentfernung

Manche Patienten reagieren empfindlich auf den Ultraschall, da der Nerv des Zahnes oder das Zahnfleisch gereizt werden können. Zudem wirkt das Geräusch des Gerätes auf einige Menschen störend.

Nach einer Zahnsteinentfernung können die Zähne empfindlicher auf Reize wie Kälte oder Wärme reagieren. Das hängt damit zusammen, dass der Zahnstein den Zahn gegen diese Reize abschirmt und sich der Zahn nach der Entfernung auf die Intensität der Reize neu einstellen muss.

Beobachtet man nach der Zahnsteinentfernung eine Lockerung der Zähne, besonders der Schneidezähne, liegt das nicht an der Zahnsteinentfernung an sich. Vielmehr kann das ein Zeichen für eine Parodontitis sein, die zuvor wegen des Zusammenhaltens der Zähne durch den Zahnstein nicht erkannt wurde. Je nach Ausprägung der Parodontitis behandelt der Zahnarzt den bakteriellen Befall des Zahnhalteapparates beispielsweise mit Medikamenten.

Zahnsteinbildung vorbeugen durch gründliche Pflege

Zur Vorbeugung der Zahnsteinbildung empfehlen Zahnärzte zweimal täglich für mindestens zwei Minuten die Zähne zu putzen, um der Entstehung von Plaque als Nährboden für Karies und Zahnstein entgegenzuwirken. Zahnpasta mit Fluorid unterstützt die Reparatur von angegriffenem Zahnschmelz. Dazu gehört auch die regelmäßige Anwendung von Zahnseide sowie entsprechender Bürstchen zur gründlichen Reinigung der Zahnzwischenräume, da dort die Zahnbürste nicht hinkommt. Zusätzlich unterstützt eine Mundspülung die Mundgesundheit.

Professionelle Zahnreinigung

Die professionelle Zahnreinigung sollte ein- bis zweimal jährlich in Anspruch genommen werden. So können entstandener Zahnstein regelmäßig entfernt und die Zahnoberflächen zur Vorbeugung geglättet werden. Durchschnittlich kostet eine professionelle Zahnreinigung in den westlichen Bundesländern 82,49 Euro und im Osten etwa 74,11 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen meist einmal jährlich die Kosten.

Hausmittel gegen Zahnstein

Hausmittel gegen Zahnstein sind mit Vorsicht zu genießen, dennoch sollen einige nachfolgend genannt werden, die mechanisch oder chemisch wirken. Als mechanische Methoden gelten Sesamkörner und Backpulver. Zerkaute Sesamkörner oder das Backpulver bzw. Natron sollen helfen, den Zahnstein abzutragen. Allerdings besteht Verletzungsgefahr für das Zahnfleisch oder die gesunden Zahnflächen.

So wie Essig und Zitronensäure gegen Verkalkungen im Wasserkocher und der Kaffeemaschine helfen, so lösen sie auch Zahnstein. Dazu wird die Säure mit einem Wattestäbchen aufgesaugt und vorsichtig auf die betroffenen Stellen auf dem Zahn getupft. Aber auch diese Methode birgt die Gefahr das Zahnfleisch zu verletzen oder aus dem Zahnschmelz wichtige Mineralien zu lösen, die dort eigentlich hingehören.

Tropfsteinhöhlen besitzen mit ihren Stalagmiten und Stalaktiten einen ganz besonderen Charme, aber Ihre Mundhöhle sollte dem nicht mit Zahnsteinbildung nacheifern. Denn wie gezeigt, ist die Zahnsteinbehandlung wichtig, um schädliche Bakterien und von ihnen ausgehende Krankheiten wie Parodontitis zu verhindern und langfristig für gesunde Zähne zu sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Artikel

Inhaltsverzeichnis