Unterleibsschmerzen

Unterleibsschmerzen – Ursachen, Symptome, Behandlung

Unterleibsschmerzen können akut oder chronisch auftreten. Häufig gehen sie von einem der Organe im unteren Beckenraum aus. Von den Beschwerden sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen.


SOS: Erste-Hilfe-Tipps bei Unterleibsschmerzen

Schmerzen im Unterleib, hinter denen keine ernsthafte Erkrankung steckt, kann man meist selbst lindern oder komplett auflösen. Zum Beispiel, wenn die Beschwerden aufgrund von Blasenproblemen, der Menstruation, einer Verstopfung oder bei Blähungen auftreten.

Das lindert Unterleibsschmerzen:

  • Kräutertee trinken: Bei Harnwegsinfektionen werden beispielsweise Tees aus Bärentrauben- oder Birkenblättern empfohlen. In der Apotheke gibt es zudem spezielle Blasen- und Nierentees.Bei Darmproblemen können Tees aus Fenchel, Anis und Kümmel sowie Pfefferminztee Linderung verschaffen. Bei Schmerzen während des Zyklus helfen oft Kamillen- oder Melissentee.
  • Wärmflasche auf den Unterbauch legen: Wärme wirkt entspannend und ist insbesondere bei krampfartigen Beschwerden wirkungsvoll. Auch ein warmes Kirschkernkissen hilft.
  • Ein warmes Bad nehmen: Das warme Wasser wirkt wohltuend auf den Körper und kann Unterleibsschmerzen lindern.
  • Den Bauch massieren: Eine sanfte Massage oder behutsames Streichen über die schmerzende Bauchregion kann ebenfalls Linderung herbeiführen.
  • Leicht verdauliche Nahrungsmittel aufnehmen: Rühren die Schmerzen von den Verdauungsorganen her, sollte nur leichte Kost gegessen werden. Zum Beispiel Haferbrei, Zwieback oder Reis. Außerdem viel Tee oder Wasser trinken. Es geht darum, den Darm zu entlasten.
  • Krampflösende Medikamente einnehmen: Bei starken Menstruationsbeschwerden hilft unter anderem Ibuprofen.

Was sind Unterleibsschmerzen?

Von Schmerzen im Unterbauch oder Unterleibsschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden in der Region zwischen den Hüftknochen, den seitlichen Leisten, dem Nabel und dem Schambereich auftreten. Hier befinden sich die Beckenorgane, wie die weiblichen Geschlechtsorgane sowie der überwiegende Teil der männlichen Geschlechtsorgane, aber auch Harnblase mit Harnröhre, Harnleitern und der untere Darmabschnitt.

Arten von Unterleibsschmerzen

Unterleibsschmerzen können akut auftreten oder sich chronisch darstellen. Die Art der Schmerzen kann dabei sehr unterschiedlich sein. So treten einige Beschwerden einseitig auf, andere machen sich im gesamten Unterbauch bemerkbar. Der Schmerz kann krampfartig sein, als dumpfes Drücken, Ziehen oder Stechen empfunden werden.

Ursachen für Unterleibsschmerzen

Von Unterleibsschmerzen können sowohl Frauen als auch Männer betroffen sein. Meist gehen die Schmerzen von den Organen des unteren Beckens aus. Das heißt, Ursache der Beschwerden sind entweder männliche oder weibliche Geschlechtsorgane, Verdauungsorgane oder der Harntrakt. Schmerzen im Unterleibe können aber auch psychische Ursachen haben.

Unterleibsschmerzen bei der Frau

Den Schmerzen können gynäkologische Erkrankungen zugrunde liegen, aber ebenso Venenkrankheiten, Darmerkrankungen sowie Harnwegsprobleme:

Frauenkrankheiten:

  • Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhö)
  • Endometriose
  • Myome
  • Eierstockzyste (Ovarialzyste)
  • Entzündung der Eierstöcke und Eileiter (Adnexitis)
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis)
  • Absinken der Gebärmutter
  • Eileiterschwangerschaft
  • Tumore (gutartige, wie ein Myom oder bösartige, wie bei Eierstockkrebs oder Gebärmutterhalskrebs)

Venenkrankheiten:

  • Krampfadern, Thrombose der Bein- und, oder Beckenvenen

Darmstörungen und Darmerkrankungen bei Frauen und Männern:

  • Verstopfung
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Entzündete Darmausstülpungen
  • Reizdarmsyndrom
  • Leistenbruch (Hernie)
  • Ileus (Darmverschluss)
  • Mesenterialinfarkt (Verschluss einer Darmarterie)
  • Mastdarmkrebs (Darmkrebs im untersten Darmabschnitt)

Harnwegsprobleme bei Frauen und Männern

  • Blasenentzündung
  • Blasensteine
  • Harnsteine (Blasensteine, Harnleitersteine, Nierensteine)
  • Nierenbeckenentzündung
  • Reizblase (Urethralsyndrom)
  • Blasenkrebs

Unterleibsschmerzen beim Mann

  • Prostataentzündung (Prostatitis)
  • Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)
  • Hodenentzündung (Orchitis)
  • Entzündung der Nebenhoden und der Hoden (Epididymoorchitis)
  • Hodentorsion (Hodenverdrehung, Schmerzen im Hoden, in der Leistengegend, Hodenverfärbung)
  • Samenblasenentzündung
  • Prostatakrebs

Unterleibsschmerzen aufgrund psychischer Störungen

  • Burn-out, Stress, Depressionen
  • Traumata
  • Sexuelle Probleme
  • Chronisches Unterbauchschmerzsyndrom

Weitere mögliche Ursachen

  • Bandscheibenvorfall (unter anderem ziehende Schmerzen, die vom Rücken bis ins Bein ausstrahlen können)
  • Wirbelsäulenschäden (Schmerzen können sich bis in den Unterbauch erstrecken)
  • Fibromyalgie (Muskel- und Gelenkschmerzen)

Unterleibsschmerzen – wann zum Arzt?

Bei lang anhaltenden Beschwerden und bei Unterleibsschmerzen, die nicht klar zuzuordnen sind, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden. In einigen Fällen sind die Ursachen für Unterleibsschmerzen auch lebensbedrohlich. Das ist zum Beispiel bei einem Darmverschluss gegeben, aber auch bei einem Eileiter-Riss während einer Eileiterschwangerschaft oder bei einem Mesenterialinfarkt. Alle diese Vorfälle können zu einem sogenannten akuten Bauch (akutes Abdomen) führen. Betroffene sollten dann sofort einen Notarzt rufen.

Ein Arzt sollte auch immer dann konsultiert werden, wenn zu den Unterleibsschmerzen diese weiteren Symptome dazukommen:

  • Fieber, Erbrechen, Übelkeit, Stuhlverhalt
  • harte und angespannte Bauchdecke
  • Blut im Stuhl oder Blut im Urin
  • niedriger Blutdruck bei schnellem Puls (kann ein Anzeichen für Schock sein, zum Beispiel bei hohem Blutverlust)

Unterleibsschmerzen – Diagnose

Der Arzt wird den Patienten nach dessen aktuellen Beschwerden fragen, sich aber auch nach der bisherigen Krankengeschichte erkundigen. Um sich ein möglichst genaues Bild machen zu können, wird der Arzt zum Beispiel folgende Fragen stellen:

  • Wann treten die Schmerzen?
  • Kamen die Beschwerden plötzlich oder haben sie sich allmählich entwickelt?
  • Machen sich die Schmerzen in bestimmten Situationen bemerkbar?
  • Sind vielleicht Zusammenhänge beobachtet worden, wie zwischen der Nahrungsaufnahme oder bestimmten sportlichen Übungen?
  • Wie äußern sich die Beschwerden? Sind es ziehende Schmerzen oder eher krampfartige?
  • Treten die Schmerzen im rechten Unterbauch auf oder im linken Bereich? Ist vielleicht der ganze Unterbauch betroffen?
  • Kommen noch weitere Symptome hinzu, wie etwa Fieber, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung?
  • Bei Schmerzen während der Periode: Wie stark ist die Blutung? Wie lange dauert die Blutung in der Regel an? Wann war der letzte Zyklus?

Körperliche Untersuchung

Der Arzt wird den Bauch nach Verhärtungen, schmerzhaften Stellen und Schwellungen abtasten. Treten bei dieser Untersuchung Schmerzen auf, ist es hilfreich, wenn der Patient sie beschreiben kann. Zum Beispiel, ob es eher ein stechender Schmerz oder ein bohrender Schmerz, eher ein dumpfer oder krampfartiger Schmerz ist. – Gegebenenfalls ist es sinnvoll, die Untersuchung von einem Gynäkologen oder Urologen vornehmen zu lassen. Der behandelnde Hausarzt wird abhängig von der vermuteten Diagnose eine entsprechende Überweisung ausstellen.

Laboruntersuchung

Um mögliche Entzündungen oder Organerkrankungen festzustellen, werden meist Analysen von Blut, Stuhlproben und Urin erstellt. Durch zusätzliche Abstriche – bei Frauen aus der Scheide, bei Männern aus der Harnröhre – kann weiteren möglichen Ursachen der Beschwerden nachgegangen werden.

Bildgebende Verfahren

Mittels Ultraschalluntersuchung lassen sich krankhafte Veränderungen im Unterbauch erkennen. Beispielsweise können auf diesem Weg Endometriose, Harnsteine oder Myome diagnostiziert werden. Erkrankungen im Verdauungstrakt lassen sich durch eine Darmspiegelung genau untersuchen. Dabei ist es gleichzeitig möglich, eine Gewebeprobe zu entnehmen (Biopsie) und auch kleine operative Eingriffe durchzuführen. Gegebenenfalls ist auch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) nötig. Dabei wird eine sehr kleine Kamera über ebenso kleine Bauchschnitte in den Bauchraum eingeführt.

Unterleibsschmerzen – Behandlung

Die Behandlung der Schmerzen im Unterbauch richtet sich nach der spezifischen Diagnose. Wurden beispielsweise Harnsteine entdeckt, die nicht von alleine abgehen, können diese durch Stoßwellen zertrümmert oder auch während einer Blasenspiegelung entfernt werden. Viele Entzündungen kann man mit Antibiotika behandeln. Operationen sind unter anderem dann notwendig, wenn die Diagnose Hodentorsion, Eileiterschwangerschaft oder Blinddarmdurchbruch lautet.

Gegen akute Schmerzen wird der Arzt Schmerzmittel oder krampflösende Medikamente verordnen.

Leidet der Patient beispielsweise an einem akuten Bauch (akutes Abdomen), akuter Verstopfung mit starken Schmerzen, Blähbauch, Erbrechen, Übelkeit und Fieber, könnte ein Darmverschluss vorliegen. Dann muss sofort ein Notarzt gerufen werden.

Unterleibsbeschwerden, denen keine ernste Erkrankung zugrunde liegt, können häufig selbst gelindert werden. Gegen starke Schmerzen bei Blähungen, Verstopfung oder während des menstruellen Zyklus helfen häufig Kräutertees, das Auflegen einer Wärmflasche oder eines warmen Kirschkernkissens, ein warmes Bad oder krampflösende Medikamente aus der Apotheke.

Homöopathie bei Unterleibsschmerzen

Da Unterleibsschmerzen unterschiedliche Ursachen haben können, muss zur Linderung der Beschwerden die individuelle Symptomatik genau berücksichtigt werden. Am besten lässt man sich von einem erfahrenen Homöopathen beraten.

So können folgende homöopathischen Mittel zum Beispiel bei Menstruationsbeschwerden hilfreich sein:

  • Belladonna
  • Calcium phosphoricum
  • Chamomilla

Bei einer Reizblase kann eines dieser Mittel helfen:

  • Pulsatilla
  • Aconitum
  • Nux vomica

Bei einer Prostata-Entzündung nach Kälte wird häufig dieses homöopathische Mittel empfohlen:

  • Dulcamara

Akupunktur bei Unterleibsschmerzen

Laut Traditioneller Chinesischer Medizin kann Akupunktur Blockaden im Energiefluss des Körpers lösen. So sprechen beispielsweise Patienten mit Menstruationsschmerzen und PMS (Prämenstruelles Syndrom) häufig gut auf die Behandlung an. Die Symptome können oftmals reduziert oder gar langfristig beseitigt werden. Neben der schmerzstillenden Wirkung soll Akupunktur die Lebensenergie Qi wieder in die Balance bringen, aber auch Hormonhaushalt und Selbstheilungskräfte aktivieren. Grundsätzlich wird empfohlen, vor dem Beginn einer Akupunkturbehandlung, organische Ursachen oder andere Erkrankungen durch einen Gynäkologen ausschließen zu lassen.

Unterleibsschmerzen bei Kindern

Kinder leiden häufig an Bauch- bzw. Unterbauchschmerzen. Oft steckt keine ernste Krankheit dahinter, denn wenn zu viel Süßigkeiten, zu fett oder einfach zu viel gegessen wurde, kann das zu Verdauungsproblemen führen. Blähungen oder Verstopfungen resultieren dann daraus. Die Beschwerden lassen sich mit Tees aus Fenchel, Anis und Kümmel oder einer Wärmflasche lindern.

Immer wiederkehrende Bauchschmerzen sollten unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Denn die Symptome können auch von einer Blinddarmentzündung oder einer Nierenbeckenentzündung verursacht werden. Ist eine Entzündung des Blinddarms der Grund für starke Schmerzen, zeigt sich dies an den meist rechtsseitigen Unterbauchschmerzen, begleitet von Appetitlosigkeit und Übelkeit. Nicht immer haben Bauchschmerzen jedoch organische Ursachen. Auch psychische Belastungen wie Angst, Druck und Sorgen, können sich bei Kindern als Schmerz äußern.

Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft

Häufig verspüren Frauen während der Schwangerschaft ein leichtes Ziehen im Unterleib. Dazu kann es kommen, wenn sich die befruchtete Eizelle in der Schleimhaut der Gebärmutter einnistet. Zudem durchdringen die wurzelähnlichen Zotten der Plazenta, die sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft bildet, allmählich die Gebärmutter. Auch die Bildung neuer Blutgefäße, zur Versorgung des Kindes, kann für die werdende Mutter spürbar sein. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto öfter machen sich starke Unterleibsschmerzen bemerkbar. Krampfartige Unterleibsschmerzen können dabei von den sogenannten Mutterbändern ausgehen. Das sind zwei flexible Muskelfaserbänder, die die Gebärmutter am Becken verankern. Durch regelmäßiges Dehnen und Nachgeben der Spannung wird die Lage der Gebärmutter stabilisiert. Das kann hin und wieder zu heftigen Schmerzen im seitlichen Unterleib führen. Aber auch ein träger Darm kann während der Schwangerschaft Schmerzen im Unterleib auslösen und bei den betroffenen Frauen zu Verstopfung und Blähungen führen. Verstärkt wird dies durch den zunehmenden Platzmangel im Bauchraum, denn Gebärmutter und Kind wachsen stetig und dadurch werden die umliegenden Organe zusammengedrückt.

Unterleibsschmerzen – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet.Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So werden beispielsweise Bauch- und Beckenschmerzen unter dem ICD-Code „R10“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieser Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Unterleibsschmerzen – Wie finde ich das richtige Krankenhaus?

Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von Unterleibsschmerzen gut auskennt erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.deeinige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.deund www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.

Auf die Startseite von www.kliniken.degehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Für Bauch- und Beckenschmerzen hier in der linken Spalte (unter „Krankheiten und Diagnosen nach ICD10“) beispielsweise auf das Feld „XI Krankheiten des Verdauungssystems“ klicken. Dann - je nach Diagnose – zum Beispiel noch einmal auf das Feld darunter klicken „K55-K63 Sonstige Krankheiten des Darmes“. Bei einer Divertikulose des Darmes (Krankheit des Dickdarms mit vielen kleinen Ausstülpungen der Schleimhaut) noch auf das Feld „K57“ klicken. Dann erscheinen rechts davon die gesuchten Krankenhäuser, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 findet sich das Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg, auf Platz 2 die Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg und Platz 3 belegt das Klinikum Nürnberg Nord, usw.

Unterleibsschmerzen – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Unterleibsschmerzen – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Unterleibsschmerzen

Was kann man gegen Unterleibsschmerzen tun?

Unterleibsschmerzen können viele verschieden Ursachen haben. Die jeweilige Behandlungsstrategie richtet sich nach der individuellen Diagnose. Sind die Beschwerden lediglich nach einer zu üppigen Mahlzeit aufgetreten, können schon Teezubereitungen aus Anis-, Kümmel- und Fenchelsamen helfen. Auch ein flotter Spaziergang, der die Verdauung ankurbelt, wirkt erleichternd. Bei chronischen, ebenso bei sehr starken Bauchschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was tun bei Unterleibsschmerzen wegen Menstruation?

Vor und während ihrer Periode leiden viele Frauen an Schmerzen im Unterleib. Bevor jedoch einfach ein Medikament eingenommen wird, sollte man mit seinem Gynäkologen sprechen. Denn hinter akuten oder chronischen Schmerzen bei einer Frau können auch Erkrankungen wie zum Beispiel eine Endometriose, Entzündungen von Eierstock oder Eileiter stecken. Gegen die Schmerzen während der Periode bringt häufig schon eine Wärmflasche oder ein warmes Bad Erleichterung. Ebenso können Akupunktur und Akupressur helfen. Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol wirken gegen Schmerzen und Krämpfe.

Wann sind Unterleibsschmerzen gefährlich?

Dauern die Schmerzen im Unterleib längere Zeit an oder sind sie sehr stark, sollte der Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn zusätzliche Symptome wie Fieber, Erbrechen, Übelkeit, eine harte und angespannte Bauchdecke oder Blut im Stuhl oder Urin auftreten. Ein Fall für den Notarzt sind beispielsweise Erkrankungen, die zu einem akuten Bauch (akutes Abdomen) führen. Dazu kann es unter anderem bei einem Darmverschluss oder einem Mesenterialinfarkt kommen.

Welche homöopathischen Mittel gegen starke Unterleibsschmerzen?

Die Bestimmung eines passenden homöopathischen Wirkstoffs hängt von der Diagnose und den individuellen Symptomen ab. Leidet jemand zum Beispiel unter Blasenschmerzen, kommen unter anderem diese Mittel infrage: Cantharis, Dulcamara oder Staphisagria. Bei Magen-Darm-Problemen sind Nux vomica, Okoubaca oder Album arsenicum häufig empfohlene Substanzen. Leidet eine Frau unter Schmerzen während der Periode, können Belladonna, Calcium phosphoricum oder Chamomilla helfen. Am besten lässt man sich von einem erfahrenen Homöopathen beraten.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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