Zahnschmelz

Zahnschmelz und Zahnschmelzabbau: Ursachen und Maßnahmen zur Vorbeugung

Der Zahnschmelz ist härter als Knochen und schützt unsere Zähne vor Kälte, Karies und Abnutzungsschäden. Hier erhalten Sie alle Informationen rund um den Zahnschmelz sowie die besten Tipps gegen Zahnschmelzabbau.


Was ist Zahnschmelz?

Der Zahnschmelz ist die äußere Schicht unserer natürlichen Zahnkrone. Seine Entwicklung ist bereits vor dem Zahndurchbruch im Mund abgeschlossen. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper, da er dem großen Druck bei der Nahrungs-Zerkleinerung standhalten muss. Er liegt wie eine Hülle um den Zahn und schützt ihn so vor Schäden, Abnutzung und Bakterien. Auf Grund dieser Härte kann der Zahnschmelz beim Zahnarzt nur mit rotierenden, mit Diamantkörnern ausgestatteten Instrumenten bearbeitet werden.

Zahnschmelz: Anatomie und Aufbau

Der Zahnschmelz bildet die oberste Schicht des Zahns. Er erreicht eine Dicke von bis zu 2,5 Millimetern und bedeckt auf der gesamten Fläche der Zahnkrone das Zahnbein (Dentin). Die unter dem Zahnfleisch liegende Wurzel bedeckt er jedoch nicht.

Der Zahnschmelz besteht aus nicht sichtbaren Kristallinen oder Prismen, die senkrecht zum Zahnbein verlaufen. Die Prismen sind bandförmig in Bündeln zusammengefasst und verfügen über zwischenprismatischen Schmelz, der das Gewebe stabilisiert. Der kristalline Aufbau lässt den Zahnschmelz optisch leicht glänzen.

Der überwiegend anorganische Zahnschmelz besteht aus mehreren mineralischen Substanzen. Zu diesen gehören u. a. Calcium, Magnesium, Natrium, Phosphor sowie Proteine und Fette. Weitere Komponenten des Zahnschmelzes sind keratinähnlichen Bestandteile, die in ihrer Kombination mit einer Mohshärte von 5 das härteste Gewebe des menschlichen Körpers darstellen.

Der Zahnschmelz ist weder von Nerven durchzogen, noch durchblutet. Dementsprechend ist er schmerzunempfindlich. Erst wenn er durch Abnutzung oder Karies abgebaut wurde, können durch das unter ihm liegende Dentin Schmerzen wahrgenommen werden. Der Schmelz selbst gilt als totes Gewebe. D. h. er kann weder vom Körper regeneriert noch nachgebildet werden. Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt sowie die Verwendung spezieller Zahncreme können dem natürlichen Erhalt des Schmelzes zugute kommen.

Welche Funktionen und Aufgaben hat Zahnschmelz?

Der widerstandsfähige Zahnschmelz schützt den Zahn vor Abnutzung sowie Entkalkung durch Säuren, die in Lebensmitteln und Getränken enthalten sind. Er gleicht zudem Temperaturschwankungen aus und verhindert einen Bakterienbefall des Zahns.

Das Zahnschmelzoberhäutchen liegt als unsichtbarer Überzug auf dem Schmelz. Es entsteht aus Bestandteilen des Speichels und wird beim Zähneputzen fortgebürstet, um sich dann erneut zu bilden. Er hat eine Schutz- und Reparaturfunktion.

Was ist Zahnschmelzabbau?

Zahnschmelzabbau (auch Zahnerosion oder dentale Erosion) bezeichnet den säurebedingten Abbau von Zahnsubstanz (Zahnschmelz und Dentin). Wenn Säuren (z. B. in Obst, Getränken) regelmäßig auf den Zahnschmelz einwirken, führt dies zu seiner Erweichung und schließlich zum Abbau. In der Folge wird der Schmelz dünner, porös und verliert an Widerstandskraft. So erhalten Bakterien einen idealen Versteckplatz. Ihre Stoffwechselprodukte höhlen den Zahn weiter aus und es entsteht Karies.

Dort wo Zahnschmelzabbau stattfindet, erscheint der Zahn matter oder transparenter bis schließlich das gelbliche Zahnbein (Dentin) durchschimmert. Liegt das Zahnbein frei, zieht dies meistens eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Zähne nach sich.

Zahnschmelzabbau: Ursachen

Zahnschmelzabbau kann durch mechanische Abnutzung, beispielsweise durch nächtliches Knirschen, entstehen. Ein weiterer Grund kann häufiges Erbrechen (bspw. bei Bulimie) sein.

Die Hauptursache für Zahnschmelzabbau liegt jedoch in der Ernährung. Der häufige Verzehr säurehaltiger Nahrungsmittel und Getränke trägt dazu bei.

Symptome: So macht sich Zahnschmelzabbau bemerkbar

  • Zahnschmerzen: Durch den Zahnschmelzrückgang reagieren die Zähne empfindlicher auf heiße und kalte Speisen.
  • Verfärbungen: Die Zähne wirken gelblicher, weil mehr Dentin freigelegt wird.
  • Durchsichtige Kanten: In der Nähe der Bissflächen werden die Vorderzähne durchsichtig.
  • Sprünge und Dellen: Auf den Kauoberflächen entstehen Sprünge und kleine Eindellungen.

Zahnschmelzabbau behandeln

Eine Möglichkeit, um bereits geschädigten Zahnschmelz zu behandeln, ist die Verwendung von Elmex Gelee. Als Fluoridpaste ist das Gel in der Lage, die Demineralisation des Zahnschmelzes aufzuhalten. Durch das enthaltene Fluorid des Elmex Gelee reagiert der Zahnschmelz nicht auf Säuren. Dies ist jedoch nur an der Oberfläche des Zahnschmelzes nachweislich wirksam.

Elmex Gelee empfiehlt sich auch als vorbeugende Maßnahme.

Um den Zahnschmelz auch in tiefer liegenden Schichten zu regenerieren, empfiehlt sich die Verwendung einer mit Hydroxylapatit angereicherten Paste.

Zahnschmelzabbau: Welche Lebensmittel sind gut/schlecht für den Zahnschmelz?

Je niedriger der pH-Wert, desto schädlicher ist das Nahrungsmittel für den Zahnschmelz. Fruchtsäfte und bestimmte Obstsorten haben einen recht hohen Säureanteil. Somit muss Zahnschmelzabbau nicht unbedingt eine Folgewirkung ungesunder Ernährung sein.

Für den Erhalt des natürlichen Zahnschmelzes spielt es keine Rolle, ob es sich um künstlich hergestellte oder natürliche Säuren handelt. Säurehaltige Nahrungsmittel sind in jedem Fall schädlich für den Zahnschmelz.

In Bezug auf den pH-Wert können Lebensmittel in drei verschiedene Gruppen eingeteilt werden:

Gruppe 1 (pH-Wert 2,5 bis 3,5)

  • Äpfel und Apfelmus
  • Erdbeeren
  • Grapefruit
  • Fruchtmarmelade
  • Honig
  • Orangensaft
  • helle Weintrauben

Gruppe 2 (pH-Wert 3,6 bis 4,5)

  • Kirschen
  • Orangen
  • Tomaten
  • Frischkäse

Gruppe 3 (pH-Wert 4,6 bis 5,5)

  • Essiggurken
  • Hüttenkäse
  • Ahornsirup

Der häufige Verzehr von Lebensmitteln der Gruppe eins und zwei erhöht das Risiko für Zahnschmelzabbau.

Lebensmittel der dritten Gruppe haben einen nahezu neutralen pH-Wert. Zahnschmelzabbau wird durch sie weder verhindert noch gefördert.

Zahnschmelzabbau: Vorbeugen

Richtige Mundhygiene und Zahnpflege sind die besten Maßnahmen, um Zahnschmelzabbau sowie Karies vorzubeugen.

Um beim Zähneputzen keinen Schaden anzurichten, sollte man folgende Grundprinzipien beachten:

  • keine zu harte Zahnbürste verwenden
  • sanfte Zahnputztechnik anwenden
  • korrekte Putzsystematik beim täglichen Zähneputzen nutzen
  • stark schmirgelnde Zahnpasta vermeiden

Eine Ernährungsumstellung kann Zahnschmelzabbau ebenfalls vorbeugen. Zu diesem Zweck gilt es, säurehaltige Lebensmittel zu vermeiden. Verzichten Sie vor allem auf Limonaden.

Spezielle Zahnpaste mit Fluorid kann helfen, den erweichten Zahnschmelz mit Mineralien gezielt zu stärken. Ergänzend empfiehlt sich die Verwendung einer fluoridhaltigen Mundspülung, die die Zähne zusätzlich vor Säure schützt sowie die Verwendung eines Fluorid-Gelees.

Auch Kaugummikauen kann einer Verdünnung der Säuren zugutekommen.

Lassen Sie Ihren Zahnschmelz im Rahmen regelmäßiger Untersuchungen beim Zahnarzt kontrollieren. Zudem ist eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt zweimal pro Jahr empfehlenswert, um Mund- und Zahngesundheit zu erhalten. Zum Abschluss jeder professionellen Zahnreinigung (PZR) werden Zähne fluoridiert. Damit wird der Zahnschmelz gehärtet und widerstandsfähiger gegen Bakterien. Karies kann nur entstehen, wenn Zähne da sind, an denen sich die Bakterien anheften können.

Wie kann man Zahnschmelz aufbauen?

Zahnschmelz wird weder durchblutet noch nervlich versorgt und kann sich dementsprechend nicht selbst wieder aufbauen. Bereits abgenutzter Schmelz kann sich also nicht regenerieren. Der noch vorhandene Schmelz lässt sich allerdings stärken und vor weiterem Abbau schützen.

Hausmittel

Eine Reihe von Hausmitteln kann den Zahnschmelz stärken. Dazu eignen sich gesunde Fette wie bspw. Kokosöl. Knochenbrühe kann den Zahn ebenfalls wieder mineralisieren. Zudem können Vitamin D oder Kalziumpräparate unterstützend wirken.

Zahnpasta und Gelee

Um den Zahnschmelz zu remineralisieren, sollte man seine Zähne mindestens zweimal täglich mit stark fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Das Fluorid aus der Zahnpasta kann in den Zahnschmelz eindringen und ihn von innen heraus wieder stärken. So werden die Zähne nicht nur vor weiterem Schmelzabbau geschützt. Die Zahnpasta beugt auch Karies vor und verbessert die allgemeine Mundhygiene. Die betroffenen Stellen sollten allerdings nicht zu hart geputzt werden, da dies den Zahnschmelzrückgang weiter fördern kann.

Neben der Fluorid-Zahnpasta, empfiehlt sich einmal wöchentlich die Verwendung von Gelees sowie der tägliche Gebrauch von Mundspüllösungen mit Fluorid.

Schüssler Salze

Der Begriff Schüssler Salze bezeichnet 27 verschiedene Arzneimittel, die für den Aufbau bzw. die Stärkung des Mineralhaushaltes im Körper verwendet werden.

Zur Stärkung des Zahnschmelzes werden die Schüssler Salze 12 und 22 empfohlen. Sie bestehen aus Kalzium Fluorid, Kalzium Phosphat und Kalzium Karbonat.

FAQs zum Thema Zahnschmelz und Zahnschmelzabbau

Wie Zahnschmelz stärken?

Zahnschmelz lässt sich nicht wieder aufbauen, kann aber gestärkt werden. Der Schmelz sollte nicht zu lange einem sauren pH-Wert ausgesetzt sein. Ernährung ist dabei ein wichtiges Thema. Vermeiden Sie Softdrinks wie Cola oder Limonade, aber auch Wein, Säfte oder saures Obst. Das beugt auch Karies vor. Nach dem Essen sollten Sie bis zu 90 Minuten warten, bevor es ans Zähneputzen geht. Putzen Sie mit wenig Druck und mit langsamen Bewegungen. Zahnpaste mit Fluorid wirkt ebenfalls unterstützend.

Aus was besteht Zahnschmelz?

Der Zahnschmelz ist das härteste Gewebe des menschlichen Körpers. Im Bereich der Zahnkrone umgibt der Zahnschmelz das Dentin des Zahns. So wird eine Abnutzung des stabilisierenden Zahnbeins verhindert. Der Schmelz besteht zu 97 % aus anorganischen Substanzen (v.a. Kalzium und Phosphat), etwa 3 % sind organisch.

Welche Zahncreme für Zahnschmelz?

Es gibt Zahnpasten, die eigens zur Stärkung des Zahnschmelzes entwickelt wurden. Diese Zahncremes enthalten Fluorid, das die Remineralisation, also die Einlagerung von Mineralien in den Zahnschmelz, unterstützt. So wird die Widerstandsfähigkeit gegen Säuren erhöht. Wer zu Zahnschmelz-Abbau neigt, sollte also täglich eine Zahncreme für Zahnschmelz mit Fluorid anwenden. Ergänzend empfiehlt sich nach dem Zähneputzen eine fluoridhaltige Mundspülung.

Kann Zahnpasta den Zahnschmelz schädigen?

Whitening-Zahnpasta kann die Zähne schädigen. Die Partikel in aufhellenden Zahncremes sollen weiße Zähne zaubern. Vor allem freiliegende Zahnhälse und beschädigter Zahnschmelz können durch zu grobe Partikel in der Zahnpasta allerdings beschädigt werden.

Welche Zahnbürste für Zahnschmelz?

Die Verwendung einer Schallzahnbürste ist eine sanfte Art der Zahnreinigung. Die elektrische Zahnbürste wird lediglich in eine sanfte Schwingung versetzt, die Borsten sind weich. Allerdings sollten Anwender beim Putzen der Zähne darauf achten, keinen zu großen Druck auf die Zähne auszuüben. So kann eine Schallzahnbürste für den Schutz des Zahnschmelzes deutlich besser geeignet sein als die normale Handzahnbürste.

Quellen

  • Denta Expert: www.denta-expert.de
  • Gesundheits-Guide: www.gesundheits-guide.at
  • Medilexi: www.medlexi.de/
  • Oral B: www.oralb.de
  • Portal der Zahnmedizin: www.portal-der-zahnmedizin.de
  • Zahnarzt Dr. Seidel: www.zahnarzt-drseidel.de
  • Zahnarztpraxis Knop: www.zahnarztpraxis-knop.de
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