Zahnersatz Zahnkrone

Zahnkrone: Arten, Behandlung und Kosten

Wenn man bei Zahnersatz von einer Krone spricht, dann ist damit die Überkronung der natürlichen Zahnkrone gemeint. Die natürliche Zahnkrone ist der obere, sichtbare Teil des Zahns, der aus dem Zahnfleisch herausragt. Sinn und Zweck der „künstlichen Krone“ ist es den natürlichen Zahn zu erhalten. Bei abgebrochenen oder kariösen Zähnen, ist das Einsetzen einer Zahnkrone – die als fester Zahnersatz gilt – eine der am häufigsten durchgeführten Zahnarztbehandlungen.


Was ist eine Zahnkrone und wann wird sie verwendet?

Die Zahnkrone stellt eine beliebte und effektive Lösung dafür, um einen verletzten oder fehlenden Zahn zu ersetzen. Die wichtigste Voraussetzung für das Einsetzen von Zahnkronen ist das Vorhandensein einer Zahnwurzel. Diese Zahnwurzel kann vom Originalzahn sein, oder als künstliche Zahnwurzel implementiert werden. Eine Krone wird in der Regel auf den verbleibenden Teil des geschädigten Zahns angebracht. Metallkronen und Verblendkronen werden zumeist mit einem medizinischen Zement befestigt. Bei Keramikkronen wird dagegen ein Kunststoffkleber verwendet. Bei sehr stark zerstörten Zähnen kann auch ein Stiftzahn eingesetzt werden. Der Stift wird genommen, wenn der Zahnstumpf so geschädigt ist, dass er der Krone nicht mehr genug Halt bietet. Der Stift selbst besteht meist aus Metall oder Glasfaser und wird dann mit einem speziellen Kunststoff befestigt.

Zahnkronen: So läuft die Behandlung ab

Um einen Zahn mit einer Krone versehen zu können, muss der Zahn zunächst präpariert werden. Dafür müssen leider bis zu 60 Prozent der teilweise gesunden Hartsubstanz entfernt werden. Eine hohe Profession und Sorgfalt des Zahnarztes sind bei diesem wichtigen Behandlungsschritt gefragt. Nachdem der Zahnarzt eine Form des Zahnstumpfes angefertigt hat und die genaue Farbe mit dem Patienten ausgesucht hat, kann der Zahntechniker die Krone anfertigen. Auch hier ist die Arbeit sehr aufwendig und kostenintensiv.

Während der Herstellungszeit erhält der Patient eine provisorische Kunststoffkrone, um den Zahnstumpf zu schützen. Das Einsetzen und Kleben der Zahnkrone wird dann unter lokaler Anästhesie bei einem Folgetermin beim Zahnarzt vorgenommen. Wenige Wochen nachdem die Zahnkrone eingesetzt wurde, erfolgt meist eine Routineuntersuchung zur Kontrolle.

 

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Diese Arten von Zahnkronen gibt es

Welche Art der Zahnkrone eingesetzt wird, ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich lassen sich Kronen nach ihrer Funktion, der Größe und Ausdehnung, dem verwendeten Material und der Art der Verankerung am Zahn einteilen.

Einteilung der Zahnkronen nach Funktionen:

Ersatzkrone

Die so genannte Ersatzkrone ist die wohl bekannteste Krone – diese wird bei einem großen Zahnschaden verwendet, um die natürliche Zahnkrone zu ersetzen.

Schutzkrone

Eine andere Art der Zahnkrone ist die Schutzkrone. Diese wird verwendet wenn am Zahn der harte und feste Zahnschmelz verloren gegangen ist. Die Schutzkrone schützt dann das darunter freiliegende, weiche Zahnbein (Dentin).

Verankerungskrone

Eine weitere Variante stellt die Verankerungskrone dar. Diese dient, wie der Name schon sagt, vornehmlich der Verankerung von Zahnersatz.

Einteilung der Zahnkronen nach der Größe und Ausdehnung:

Teilkrone

Eine Teilkrone deckt z. B. nur die geschädigte Kaufläche ab. Eine Teilkrone ist sinnvoll, wenn eine Vollkrone noch nicht angebracht ist. Vorteil: Es bleibt viel gesunde Zahnsubstanz bestehen

Inlay Onlay Krone

Vollkrone

Die Vollkrone dagegen deckt nicht nur die geschädigte Kaufläche, sondern die gesamte Zahnkrone des Zahnes ab und bildet dabei so gut wie möglich den natürlichen Zahn ab.


Einteilung der Zahnkronen nach dem verwendeten Material:

Bei der Wahl des Materials spielen verschiedene Faktoren wie Belastungsgrad und Ästhetik eine Rolle.

Verblendkrone

Verblendkrone

 Eine Verblendkrone wird meist im sichtbaren Bereich verwendet, also am Schneidezahn oder im vorderen Bereich der Backenzähne. Die Verblendkrone besteht aus Metall – wird aber dann teilweise oder ganz mit einer zahnfarbenen Schicht überzogen. Für diese Verblendung der Krone wird fast immer Keramik oder Kunststoff verwendet.

 

 


Vorteile (Verblendkrone Kunststoff):

+ Ganz oder mindestens teilweise von zahnfarbener Schicht überzogen
+ Eignet sich besonders für sichtbaren Zahnbereich
+ Leichte Reparatur im Mund möglich
+ Etwas preiswerter als Verblendkrone aus Keramik

Nachteile (Verblendkrone Kunststoff):

- Kunststoff ist anfälliger für Zahnbelag bzw. Plaque
- Temperaturempfindlichkeit
- Verfärbungen nach längerer Tragezeit möglich
- Allergische Reaktionen möglich

Metall- und Vollgusskrone

Metall- und Vollgusskrone Die aus Metall bestehende Metall- oder Vollgusskrone wird zumeist im nicht sichtbaren Bereich (z. B. Backenzahn) verwendet. Sie ist, da diese Art der Zahnkrone aus Metall oder einer Goldlegierung gefertigt wird, besonders lange haltbar und sehr bruchstabil.

 

 

 

Vorteile:

+ Besteht aus Metalllegierung und wird deswegen auch Goldkrone oder Metallkrone genannt
+ Gilt als Standardzahnkrone
+ Aus mundbeständigem Material und dadurch sehr haltbar/langlebig
+ Vom Material her gut verträglich Eher preiswert, da kein großer zahntechnischer Aufwand


Nachteile:

- Eignet sich – da optisch sehr auffällig – eher nicht für den sichtbaren Zahnbereich
- Temperaturempfindlichkeit möglich, da Metall Temperaturen gut leitet
- Geschmacksstörungen oder Korrosionen durch Nachbarzähne mit z. B. Amalgamfüllungen

Mantel- und Vollkeramikkrone

Vollkeramikkrone bzw. Mantelkrone Die Vollkeramikkrone bzw. Mantelkrone umfasst den Zahn mantelförmig. Die Krone besteht ausschließlich aus  Keramik.  Einen kleinen Nachteil gibt es: Da diese Kronen nicht so bruchstabil sind, muss mehr Material verwendet werden und somit auch mehr vom natürlichen Zahn abgeschliffen werden.

 

 

 

Vorteile:

+ Wird normalerweise aus Keramischen Massen gearbeitet (Jacketkrone)
+ Umgibt die Zahnkrone mantelförmig
+ Ist selbst für einen Experten kaum vom natürlichen Zahn zu unterscheiden
+ Findet im sichtbaren Zahnbereich Verwendung
+ Kosmetisch einwandfreie Lösung
+ Sehr gut Verträglichkeit
+ Gute Temperaturisolation

Nachteile:

- Aufwendige Präparation, Reizungen möglich
- Bei der Vorbereitung des Zahns wird viel an (auch gesunder) Zahnsubstanz genommen
- Sehr kostenintensiv

Vollkunststoffkronen

Vollkunststoffkronen dienen eher als Langzeitprovisorium und nicht als vollwertiger Zahnersatz. Dabei können vorgefertigte Rohlinge benutzt werden oder eine individuelle Vollkunststoffkrone gefräst werden.

Noch mehr Infos zu den verschiedenen Arten von Zahnkronen finden Sie in unserem Zahnlexikon.

Einteilung der Zahnkronen nach der Art der Verankerung am Zahn:

StiftkroneZementierte oder geklebte Kronen

Bei der zementierten Methode wird ein Aufbauteil auf das Implantat aufgeschraubt. Auf dieses Aufbauteil wird dann die Krone mit einem medizinischen Zement zementiert.

Stiftzahn (Stiftkrone)

Bei einem völlig geschädigten Zahn, muss für den Halt der Krone ein Stift in den Zahnstumpf implantiert werden. Dieser Stiftzahn dient dann als Anker bzw. Sockel für die Zahnkrone.

 

Diese Vor- und Nachteile gibt es bei Zahnkronen

Durch eine Krone können stark zerstörte Zähne oftmals gerettet werden und vor erneuter Kariesbildung geschützt werden. Aber es gibt auch Nachteile. So muss zum Anbringen der Krone zunächst ein Teil der natürlichen Zahnsubstanz beschliffen werden. Bei dieser Arbeit kann der Zahnnerv geschädigt werden. Noch häufiger tritt eine erneute Kariesbildung auf, wenn die Krone nicht passgenau angefertigt wurde. Eine Zahnkrone hat übrigens nur eine begrenzte Haltbarkeit. D.h. nach einigen Jahren muss diese ersetzt werden – doch dann muss auch wieder der Zahn neu beschliffen werden. Am Ende kann es passieren, dass die Krone nicht mehr richtig befestigt werden kann und letztendlich der Zahn dann gezogen werden muss.

Ganz wichtig, für eine lange Haltbarkeit der Krone, ist natürlich die richtige Pflege. Besonders der Rand der Zahnkrone, die auf das Zahnfleisch auftrifft, ist sehr empfindlich und muss besonders gepflegt werden. Mit Zahnseide und einer Interdentalbürste kann man zudem die Zwischenräume der Zähne gut pflegen. Bei entsprechender Mundhygiene hält eine Zahnkrone 10 bis 15 Jahre lang.

Mit welchen Kosten muss man bei der Zahnkrone rechnen?

Die Arbeits- und Materialkosten bei Zahnkronen sind sehr hoch. Zahnkronen werden innerhalb der  Regelversorgung erstattet, so dass die Krankenkasse gut 50 Prozent der Kosten übernimmt. Die restlichen Kosten muss der Patient aus der eigenen Tasche leisten. Noch teurer wird es, wenn der Kassenpatient eine gleichartige aber optisch schönere Versorgung wünscht. In diesem Fall darf der Zahnarzt nach der privaten Gebührenordnung abrechnen und den bis zum 3,5-fachen Satz verlangen.

Generell kann man sagen, dass der Eigenanteil für Zahnkronen zwischen 300 und 1.000 Euro variiert. Für eine Krone, die nicht aus Edelmetall besteht muss man mit einem Eigenanteil von 300 bis 500 Euro rechnen. Eine Teil-Keramik-Krone schlägt mit 400 bis 600 Euro zu Buche. Bei einer Goldkrone wird ein Eigenanteil von 500 bis 700 Euro fällig. Richtig teuer wird es bei einer Vollkeramikkrone. Diese ist kaum von dem natürlichen Zahn zu unterscheiden und der finanzielle Eigenanteil ist bei dieser hochwertigen Lösung mit 700 bis 1.000 Euro besonders hoch.

Um sich vor hohen Zuzahlungen für Zahnkronen zu schützen ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung dringend zu empfehlen. Besonders leistungsstark ist der DFV-ZahnSchutz Exklusiv der bei Zahnkronen bis zu 100 % der finanziellen Eigenbeteiligungen erstattet. Der Tarif der Deutschen Familienversicherung wurde unter 209 getesteten Zahnzusatzversicherungen von Stiftung Warentest Finanztest (11/2016) mit der absoluten Bestnote SEHR GUT (0,5) ausgezeichnet.

Alle Angaben ohne Gewähr.

 

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