Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen – Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Ohren sind ein sehr empfindliches Organ. Da sich in ihnen viele Nervenenden befinden, können schon kleinere Störungen Beschwerden auslösen. Häufig sind Entzündungen und Infektionen die Ursache von Erkrankungen im Ohr. Kinder leiden besonders oft darunter.


SOS Tipps: Diese Hausmittel helfen bei Ohrenschmerzen

Auf Hausmittel sollte man bei Ohrenschmerzen nur dann zurückgreifen, wenn eine ernsthafte Erkrankung definitiv ausgeschlossen werden kann. Gegen die Schmerzen können Wärme oder manchmal auch Kälte helfen. Im Zweifelsfall fragt man am besten seinen Arzt, denn Wärme kann gegebenenfalls Entzündungen verschlimmern.

Infrarotlicht: Die Wärme der Infrarotlicht-Lampe kann sich lindernd auf die Schmerzen auswirken. Die Durchblutung wird angeregt und so verbessert sich auch der Stoffwechsel am betroffenen Ohr.

Zwiebelwickel anlegen: Dazu schneidet man eine Zwiebel in sehr kleine Stücke, wickelt alles in ein Baumwoll- oder Leinentuch und legt es rund 30 Minuten auf das Ohr. Das Senföl von Zwiebeln hat desinfizierende Wirkung.

Ohrentropfen aus Zwiebelsaft: Der Saft einer Zwiebel wird aufgefangen (Zwiebel zuvor pürieren, in ein Tuch geben und Saft ausdrücken) und dann einige Tropfen vorsichtig in den Gehörgang träufeln. Anschließend das Ohr mit Watte verschließen.

Senfwickel: Senfmehl mit warmem Wasser zu einem Brei rühren. Die Masse in ein Tuch geben und auf das schmerzende Ohr legen. Wirkt entzündungshemmend und desinfizierend. Es wird empfohlen, diesen Wickel nur einmal täglich aufzulegen (zehn bis 20 Minuten), da Senföl die Haut reizen kann.

Ölwickel: Eine Kompresse oder ein Tuch in warmes Speiseöl tunken und dann aufs Ohr legen. Das Öl speichert die Wärme sehr gut.

Ohrendampf: Besonders empfohlen, wenn man öfter an Ohrenschmerzen leidet: Warmen Wasserdampf in das Ohr leiten: Dazu einen Gummischlauch an einen Wasserkocher halten und eine kleine Menge des (nicht zu heißen) Dampfes in Ohrnähe leiten. Darauf achten, dass der Schlauch nicht in das Ohr gehalten wird.

Kalte Wickel (Prießnitz-Kompresse): Kann bei akuten Ohrentzündungen helfen. Dazu eine Kompresse in kaltes Wasser tauchen und ausdrücken. Anschließend die kühle Kompresse in ein Tuch wickeln und auf das betroffene Ohr legen. Durch das Aufsetzen einer Mütze kann die Auflage fixiert werden. 

Lehmwickel: Heilerde oder Lehm mit kaltem Wasser zu einem Brei verrühren. Dann die Masse in ein feuchtes Tuch füllen und solange auf das Ohr legen, bis sich der Brei trocken anfühlt. 

Ursachen für Ohrenschmerzen 

Ohrenschmerzen können durch viele Erkrankungen verursacht werden. Da unser Ohr sehr komplex aufgebaut ist, sind häufig unterschiedliche Bereiche des  Hörorgans betroffen: entweder der äußere Gehörgang, das Trommelfell, das Mittelohr oder das Innenohr. Schmerzen werden in der Regel von Entzündungen durch Bakterien oder Viren verursacht. Aber auch Verletzungen durch mechanische Reize können die Schmerzen im Ohr begründen. In einigen Fällen liegen die Ursachen der Beschwerden überhaupt nicht im oder am Ohr, sondern entstehen beispielsweise durch Mandelentzündungen oder fehlbelastete Kieferngelenke (oft nach Zahnoperationen). Aber auch von der Halswirbelsäule aus können sich Beschwerden bis hin ins Ohr ziehen. 

Entzündungen und Infekte als Ursache für Ohrenschmerzen

  • akute oder chronische Mittelohrentzündung (Otitis media) 
  • Entzündungen rund um den äußeren Gehörgang, zum Beispiel Gehörgangsentzündung, Ohr- und Gehörgangsfurunkel, Gürtelrose (Herpes Zoster) oder Wundrose (Erysipel)
  • Entzündung des Warzenfortsatzes (Mastoiditis)
  • Ohrentzündung infolge einer Grippe (Grippeotitis)
  • Entzündung der Ohrmuschel (Perichondritis)
  • Gehörgangsentzündung im Rahmen einer Diabetes (Otitis externa necroticans)
  • Gaumenmandelentzündung (Tonsillitis)
  • Zahnentzündung
  • Ohrspeicheldrüsenentzündung (Mumps, Masern)
  • Gehörgangsfurunkel

Nicht-entzündliche Ursachen für Ohrenschmerzen

  • Barotrauma (Luftdruckunterschiede im Ohrraum, ggf. zusätzlicher Trommelfellriss, meist bei einer Erkältung auf Flugreisen oder beim Tauchen)
  • Trommelfellverletzungen
  • Knalltrauma: kurzer stechender Ohrschmerz, Schwerhörigkeit, Tinnitus
  • Explosionstrauma: heftiger und andauernder Ohrenschmerz, Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit, ggf. Trommelfellriss mit Blutungen
  • Ohrverletzungen
  • Fremdkörper im Gehörgang oder Ohrschmalzpfropf
  • Tumor in der Ohrmuschel oder im Gehörgang

Ohrenschmerzen – wann zum Arzt?

Treten Ohrenschmerzen oder leichter Druck im Ohr in Folge einer Flugreise oder eines Schwimmbadbesuchs auf, muss man nicht gleich zum Arzt. Halten die Beschwerden jedoch an oder kommen weitere Symptome hinzu, ist ein Arztbesuch angeraten. Insbesondere bei Fieber, Hörproblemen oder Schwindel. Ebenso, wenn Sekret oder Blut aus dem Gehörgang austreten. Wer Schmerzen im Ohr nach einem Unfall hat oder nachdem ein Fremdkörper in das Ohr gelangt ist, sollte die Beschwerden auch von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt abklären lassen.

Ohrenschmerzen – Diagnose

Nach der üblichen Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) wird der Arzt weitere Fragen stellen, um die Ursache der Erkrankung und der Ohrenschmerzen zu ergründen. Wichtig sind unter anderem Informationen zur Dauer der Beschwerden, zu deren Stärke und zum Verlauf. Auch nach der Art der Schmerzen wird der Arzt fragen. Sind sie dumpf, stechend, hämmernd oder brennend? Hat oder hatte der Patient erst kürzlich einen Infekt (Grippe, Erkältung mit Schnupfen) oder auch einen Unfall? Was wurde bereits gegen die Schmerzen unternommen? Liegen bei dem Betroffenen Grunderkrankungen vor, wie Diabetes mellitus, HIV, Hauterkrankungen? – Auf Basis all dieser Gesprächsergebnisse kann der behandelnde Arzt sich nun ein umfassendes Bild von der Ausprägung der Beschwerden und eventuell auch schon von der Krankheitsursache machen. 

Untersuchung bei Ohrenschmerzen

Um eine genaue Diagnose stellen zu können, sind in der Regel noch folgende Untersuchungen angezeigt: Mund und Rachen werden angesehen, am Hals werden die Lymphknoten abgetastet und auch eine Ohrspiegelung (Otoskopie) kann sinnvoll sein. Bei einer Mittelohrentzündung sieht der HNO-Arzt, dass das Trommelfell gerötet ist oder sich durch Flüssigkeit im Mittelohr vorwölbt. Auch ein Fremdkörper oder ein Pfropf aus Ohrenschmalz können schnell erkannt werden.

Um zu testen, ob die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) durchgängig ist, wird der Patient gebeten, bei geschlossenem Mund und zugehaltener Nase kräftig auszuatmen. Bei diesem sogenannten Valsalva-Versuch (Tubenfunktionsprüfung) öffnet sich eine evtl. zugefallene Ohrtrompete wieder.

Bei vermuteter Ursache der Beschwerden im Kiefergelenk, am knöchernen Gehörgang oder im Warzenfortsatz, können eine Röntgenuntersuchung oder auch eine Computertomografie (CT) Aufschluss geben.

Ein Hörtest kann bei der Suche nach dem Grund der Schmerzen auch weiterhelfen. Denn die diversen Störungen in der Schallleitung oder Verarbeitung des Schalls weisen typische Resonanz- und Frequenzmuster auf.

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt wird seinen Patienten, je nach Art der Beschwerden, auch an einen weiteren Facharzt überweisen. Das kann ein Orthopäde sein, ein Zahnarzt oder ein Spezialist einer anderen Fachrichtung.

Behandlung von Ohrenschmerzen

Die Behandlung einer Entzündung im Ohr richtet sich nach Art und Intensität der Beschwerden. Eine Entzündung des Gehörgangs kann schon durch eine gründliche Reinigung mit alkoholhaltigen Tropfen behandelt werden. In schwereren Fällen und bei zusätzlichen Symptomen wie Fieber und Erbrechen, erfolgt der Einsatz von Antibiotika. Oft helfen aber auch schon Hausmittel wie Zwiebelwickel oder Kamillenkompressen. Rotlicht oder andere Wärmequellen können die Beschwerden lindern. In einigen Fällen sind kühlende Auflagen hilfreich. Die Patienten spüren meist, was besser für sie ist. Im Fall einer Mittelohrentzündung ist es wichtig, sich zu schonen und auszuruhen. Auch Schmerzmittel können Erleichterung schaffen.

Entzündungshemmende und antibiotisch wirkende Ohrentropfen werden bei Entzündungen des Gehörgangs verordnet. Liegt eine Verletzung vor, eine Knochenentzündung, Geschwülste oder Tumore, Zahn- oder Kiefernprobleme – dann können chirurgische Eingriffe unumgänglich sein.

Fremdkörper im Ohr lassen sich meist mit einer feinen Zange durch den Arzt entfernen.

Hilft Homöopathie bei Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen, die aufgrund einer Mittelohr-Entzündung entstehen, können mit homöopathischen Mitteln behandelt werden. Zwar heilt die durch virale oder bakterielle Infektionen hervorgerufene Entzündung meist auch von alleine, dennoch kann der Heilungsprozess forciert und Schmerzen können gelindert werden. Es wird angeraten, homöopathische Mittel nach ärztlicher Beratung einzunehmen. Denn in seltenen Fällen kann die Erkrankung zu Knocheneiterung, Innenohrentzündung oder Hirnhautentzündung führen.

Empfohlene homöopathische Arzneimittel:

Aconitum: Wenn die Ohrenschmerzen plötzlich auftreten. Nach Kälte oder kaltem Wind. Patient hat hohes Fieber, leidet unter Unruhe und Angst.

Apis: Wenn Trommelfell, Gehörgang und Ohrmuschel entzündet, gerötet oder geschwollen sind. Stechender Schmerz. Verschlimmerung durch Wärme, Besserung durch Kälte. Meist ist die rechte Seite betroffen.

Belladonna: Wenn der Erkrankte hohes Fieber und einen heißen Kopf hat, die Extremitäten jedoch kalt sind. Lichtempfindlichkeit und Verschlimmerung durch Berührung, Erschütterung und Luftzug. Meist rechtsseitige Schmerzen.

Bryonia: Wenn der Gehörgang entzündet ist. Bei stechendem Schmerz. Besserung durch Ruhe und Liegen auf der schmerzhaften Seite. 

Chamomilla: Wenn sich die Schmerzen durch kalte Luft verschlimmern. Patient neigt zu Reizbarkeit und Zornausbrüchen. Einseitige Wangenröte.

Ohrenschmerzen bei kleinen Kindern und Babys

Kinder sind von Ohrenschmerzen besonders häufig betroffen. Meist lautet die Diagnose des Hausarztes: Mittelohrentzündung (akute Otitis media). Da das Höhlensystem des Nasenrachenraums bei Kindern noch enger ist als bei Erwachsenen, kann es dort entsprechend häufiger zu Engpässen kommen: Geschwollene Schleimhäute bei einer Grippe oder Erkältung, Fremdkörper oder eine vergrößerte Rachenmandel verhindern dann, dass die mittlere Höhle des Hörorgans richtig belüftet wird. Daraus resultiert ein Unterdruck und Bakterien und Viren gelangen über die Eustachische Röhre ins Mittelohr. – Gerade Kleinkinder und Säuglinge neigen zu Entzündungen im Mittelohr, denn ihre Rachenmandel ist oft vergrößert. 

Meist hilft bei einer Gehörgangsentzündung schon eine gründliche Reinigung, zum Beispiel mit alkoholhaltigen Ohrentropfen. Aber auch der Einsatz von Antibiotika kann erforderlich sein. In der Regel heilen Mittelohrentzündungen von alleine, wenn man sich schont. Hausmittel, wie Zwiebelsäckchen, Rotlicht oder Kamillenkompressen können den Heilungsprozess fördern und Schmerzen lindern. Den meisten Kindern tut Wärme gut. Aber auch kühlende Kompressen können wirksam sein. 

Da Babys und kleine Kinder sich noch nicht so deutlich mitteilen können, muss man besonders genau auf deren Schmerzverhalten achten: Meist greift sich ein Kind dann besonders oft ans Ohr, ist unruhig und reizbar. Bei einer Mittelohrentzündung kommen oft zusätzlich Fieber, Schüttelfrost und Durchfall dazu. Auch Erbrechen und Appetitlosigkeit sind nicht selten. Meist gibt auch ein Blick ins Ohr des Kindes Aufschluss: Wenn ein Fremdkörper in das Ohr gebracht wurde, lässt der sich meist wieder gut entfernen. Am besten betraut man damit den Kinderarzt. Ist das Kind an Mumps erkrankt, entzündet sich die Ohrspeicheldrüse und schwillt an. 

Ohrenschmerzen bei Kindern sollten immer ärztlich untersucht werden. Der Kinderarzt kann je nach Erkrankung abschwellende Nasentropfen verordnen, schleimlösende Mittel, Schmerzmittel wie Paracetamol oder auch Antibiotika.

Ohrenschmerzen bei Jugendlichen

Bei älteren Kindern und Jugendlichen nimmt die Neigung zu Mittelohrentzündungen ab, denn Kopf und damit auch der Nasenrachenraum sind ausgewachsen. Häufiger kommt es nun zu Entzündungen des Gehörgangs (Otitis externa). Beim Baden im Schwimmbad oder See können Bakterien ins Ohr eindringen und die schützende Schicht aus Ohrschmalz überwinden. Im schmalen Gang zwischen Ohrmuschel und Trommelfell kann es dann zu einer Entzündung kommen. 

Ohrenschmerzen bei älteren Menschen

Zu den Ohrerkrankungen, die mehr ältere Menschen betrifft, zählt Ohrherpes. Er kann die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang befallen (Herpes zoster oticus). Die schmerzhafte Entzündung setzt sich manchmal bis auf den Gesichtsnerv fort und sorgt dann für zusätzliche Gesichtsschmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen (Fazialisparese). Auch Zahn- und Kiefernprobleme können für Ohrenschmerzen verantwortlich sein. Ebenso Störungen der Funktion der Halswirbelsäule. Hier sind dann gegebenenfalls ein Zahnarzt bzw. Orthopäde zu Rate zu ziehen. 

FAQs zum Thema Ohrenschmerzen

Wann sollte man mit Babys und kleinen Kindern bei Ohrenschmerzen zum Arzt?

Mit Babys sollte man bei Ohrenschmerzen immer sofort zum Arzt. Bei Kindern bis zum zweiten Lebensjahr, die mittelschwere bis starke Schmerzen in beiden Ohren haben, sollte auch gleich ein Arzt aufsucht werden. Dies gilt ebenso, wenn Fieber, Hör- und Gleichgewichtsstörungen oder Blut im Ohr zu den Ohrenschmerzen dazukommen. Ohrenschmerzen können sich auf das Hörvermögen auswirken und damit auf Dauer negative Folgen für die Sprachentwicklung haben. 

Wie kann man Ohrenschmerzen vorbeugen?

Die Ohren sollten grundsätzlich nicht mit Wattestäbchen, Haarklammern, Streichhölzern oder anderen harten Gegenständen gereinigt werden. Feinste Verletzungen erleichtern Bakterien und auch Viren das Eindringen und können zu Entzündungen führen. Diese Säuberungsprozeduren sind schlichtweg unnötig, denn unsere Ohren verfügen über einen eigenen Selbstreinigungsprozess. Im Zweifel kann der HNO-Arzt eine sanfte und professionelle Reinigung durchführen.

Entzündungen, die nach dem Schwimmen vorkommen, kann man einfach mit sogenannter Badewatte im Ohr vorbeugen. Sie verhindert das Einschwemmen von Krankheitserregern.

Was hilft gegen eine Mittelohrentzündung?

 In der Regel heilt eine Mittelohrentzündung von alleine. Wichtig ist, sich zu schonen. Bei starken Beschwerden können schmerzstillende Medikamente wie zum Beispiel Paracetamol helfen. Wärme, durch das Auflegen von Zwiebelsäckchen, Rotlicht oder Kirschkernkissen, tut meist gut. Abschwellende Nasensprays können dem Kranken Erleichterung bringen. In einigen Fällen wird der behandelnde Arzt Antibiotika verschreiben.

Welche Medikamente kann man bei Ohrenschmerzen nehmen?

Gegen starke Ohrenschmerzen wirken Mittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder ASS (Acetylsalicylsäure). Auch entzündungshemmende Ohrentropfen helfen gegen eine akute Mittelohrentzündung. In schweren Fällen kann auch eine Antibiotikagabe sinnvoll sein.

Welche Symptome hat man bei Ohrenschmerzen?

Betroffenen haben Schmerzen in einem oder in beiden Ohren. Der Schmerz wird beschrieben als drückend, klopfend, dumpf oder auch stechend. Er kann plötzlich auftreten oder nur beim Kauen. Häufig leiden Erkrankte zusätzlich unter Ohrgeräuschen, Ohrensausen oder einem Fremdkörpergefühl im Ohr. Es kann zudem zum Austritt von Blut oder Eiter aus dem Ohr kommen.

Was hilft gegen Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen kann man mit bewährten Hausmitteln behandeln. Zum Beispiel mit einem Zwiebelwickel. Dazu werden die Zwiebeln kleingeschnitten, in ein Tuch getan und dann für rund 30 Minuten auf das schmerzende Ohr gelegt. Aus Zwiebeln lassen sich auch Ohrentropfen herstellen: Pürierte Zwiebeln ausdrücken und die Tropfen vorsichtig in den Gehörgang träufeln. Dann mit Watte am Ohr abdichten. Zwiebeln wirken desinfizierend und damit entzündungshemmend. Auch Infrarotlicht und Senfwickel können helfen. Wem die Wärme nicht guttut, der kann eine kühlende Kompresse auf das Ohr legen. Gegen die Schmerzen einer akuten Mittelohrentzündung helfen auch Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen. Ebenso entzündungshemmende Ohrentropfen. Bei schwereren Verlaufsformen wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

Warum kann man Ohrenschmerzen beim Fliegen bekommen?

Wenn sich der Luftdruck im Flugzeug beim Starten und Landen verändert, kann das unangenehm sein. Steigt der Druck in der Umgebung zum Beispiel beim Landen an, wird das Trommelfell durch einen Unterdruck im Innenohr nach innen gepresst. Meist gleicht man den Druck intuitiv aus, indem man schluckt oder gähnt. Bei manchem reicht das aber nicht und es kommt zu Ohrenschmerzen.

Den Druckunterschied beim Starten des Flugzeuges (Druck in der Kabine sinkt) kann man meist besser kompensieren, da sich die Eustachische Röhre (Verbindung zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum) durch den höheren Innendruck im Mittelohr automatisch öffnet. – Einen Druckausgleich erreicht man am besten durch Schlucken, Gähnen oder gezielte rollende Bewegungen des Unterkiefers.

Wie kommt es zu Ohrenschmerzen bei Mandelentzündung?

Bei einer Mandelentzündung gelangen Bakterien oder Viren in das lymphatische Gewebe. Die Gaumenmandeln und der lymphatische Rachenring schwellen durch die Vermehrung der Erreger an. Kommt es zu einer Seitenstrangangina, sind die Seitenstränge am Ausgang der Ohrtrompete entzündet und geschwollen. Sie können dann den Verbindungsgang zwischen Rachen und Mittelohr verschließen. Das führt unter Umständen zu Ohrenschmerzen und zu einer Mittelohrentzündung.

Warum bekommt man Ohrenschmerzen bei Kälte?

In der kalten Jahreszeit ist man für Erkältungen und andere virale Infekte anfälliger als sonst. Oft hat man erst eine Schwellung in Hals oder Rachen. Diese kann dann die Öffnung zum inneren Gehörgang verschließen. Der Druckausgleich durch die Mundhöhle funktioniert nicht mehr richtig, das Trommelfell steht unter Dauerspannung und man bekommt Ohrenschmerzen. Langfristig kann sich dadurch auch einen Mittelohrentzündung entwickeln. Aber auch Wind und Kälte alleine können für ein Stechen im Ohr sorgen. Dagegen hilft eine gute Kopfbedeckung.

Warum sollte man bei Ohrenschmerzen kein Federkissen benutzen?

Für Ohrenschmerzen gibt es viele Ursachen. Steckt eine Entzündung dahinter, sollten Betroffene während der Krankheit auf ihr Federkissen verzichten. Ruht man nämlich mit dem kranken Ohr darauf, kann es zu warm werden und die Entzündung damit fördern. Besser auf ein Wollkissen oder andere Materialien zurückgreifen.

Hilft Paracetamol bei Ohrenschmerzen?

Ein Schmerzmittel kann Beschwerden, die länger anhaltende Ohrenschmerzen verursachen, bekämpfen. Die Einnahme von Paracetamol ist dafür geeignet. Aber auch andere Medikamente kommen in Frage. Am besten lässt man sich in der Apotheke beraten.

Darf man mit leichten Ohrenschmerzen fliegen?

Für Flugreisende ist es wichtig, dass der Druckausgleich im Ohr funktioniert. Das kann man selbst vorab testen, indem man sich die Nase zuhält und Luft hinein bläst. Knackt es dann in den Ohren, klappt der Druckausgleich. – Liegt den Ohrenschmerzen eine Erkältung zugrunde, kann das Fliegen schmerzhaft sein, denn bei zugeschwollenen Schleimhäuten könnte es Probleme mit dem Druckausgleich geben (insbesondere beim Landeanflug, wenn der Druck in der Kabine steigt). Wer trotz Erkältung Fliegen muss, dem wird empfohlen, etwa eine Stunde vor dem Landeanflug ein abschwellendes Nasenspray anzuwenden.

Bei nicht möglichem Druckausgleich besteht das Risiko, ein sogenanntes Barotrauma zu erleiden. Äderchen im Ohr können platzen und bleibende Schäden im Innenohr drohen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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