Bindehautentzündung

Bindehautentzündung (Konjunktivitis) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einer akuten oder chronischen Entzündung der Bindehaut ist die Schleimhautschicht im vorderen Augenabschnitt betroffen. Eine Bindehautentzündung äußert sich typischerweise durch gerötete Augen und verklebte Lider.


Was ist eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis)?

Die Bindehaut (Tunica conjunktiva) ist eine dünne, gut durchblutete Schleimhaut, die die Innenseite der Augenlider bedeckt. Sie überzieht die Lederhaut bis zum Rand der Hornhaut, trägt zum Tränenfilm bei und befeuchtet das Auge. Sie ist zudem an der Immunabwehr beteiligt, indem sie das Auge vor Krankheitserregern schützt.

Die Bindehautentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Ein Reiz bewirkt Rötung (hervorgerufen durch vermehrte Blutfüllung) sowie mit Ausschüttung von Eiweißstoffen und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in der Bindehaut. Ebenso wie Erwachsene können auch Kinder und Babys betroffen sein.

Akute Bindehautentzündungen heilen innerhalb weniger Tage ab. Hält die Erkrankung länger als vier Wochen an, sprechen Mediziner von einer chronischen Bindehautentzündung. 

Arten und Ursachen einer Bindehautentzündung

Infektiöse Bindehautentzündung

Bakteriell

Eine bakterielle Konjunktivitis wird in den meisten Fällen von Staphylokokken, Pneumokokken, Haemophilus influenzae oder Pseudomonas aeruginosa verursacht. Typisch für eine solche Infektion ist ein eitriges Sekret, das die Lider verklebt. Eine weitere bakterielle Entzündung stellt die sogenannte Schwimmbadkonjunktivitis dar. Das Bakterium Chlamydia trachomatis Typ D-K wird durch Badewasser oder die feuchte Wäsche infizierter Patienten übertragen. Die Lymphfollikel schwellen an und es bildet sich ein schleimig-eitriges Sekret im Auge.

Trachom

Das Trachom ist die weltweit häufigste bakterielle Entzündung von Bindehaut und Hornhaut, obwohl sie nur in tropischen Klimazonen auftritt.  In Deutschland ist sie extrem selten vorzufinden. Ursache des Trachoms sind die Bakterien Chlamydia trachomatis Typ A–C, die über Schmierinfektionen und Fliegen bei schlechten hygienischen Verhältnissen übertragen werden. Die Erstinfektion kommt meistens im Kindesalter vor und führt zu einer follikulären Keratokonjunktivitis. In der Folge bilden sich Vernarbungen und es kommt zu Zweitinfektionen von Bindehaut, Augenlidern und evtl. zu einem Entropium (Rolllid, Fehlstellung des Augenlids). Der Verlauf endet mit Erblindung. Rund 6 Millionen Menschen sind weltweit durch ein Trachom erblindet.

Viral

Die Keratoconjunctivitis epidemica gilt als die häufigste virale Konjunktivitis und ist sehr ansteckend. Betroffene leiden unter Beschwerden wie tränende, juckende Augen, geschwollene Lider sowie eine geschwollene Bindehaut.

Nicht infektiöse Bindehautentzündung

Allergisch

Eine allergisch bedingte Konjunktivitis ist eine entzündliche Reaktion auf bestimmte Stoffe wie z. B.  Pollen, Staub, Kosmetika und Salben. Betroffene leiden unter extrem starkem Juckreiz und tränenden Augen.

Conjunctivitis simplex

Die nicht-infektiöse, nicht-allergische Bindehautentzündung (Conjunctivitis simplex) entsteht durch chemisch-physikalische Reize wie z. B. Staubpartikel oder Chlor im Schwimmbadwasser. Sie kann allerdings auch Folge eines Ektropiums (Auswärtskippung des Unterlides) oder einer fehlenden/falschen Brille sein.

Physiologische

Bei einer physiologischen Bindehautentzündung liegt keine Erkrankung vor. Sie tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf, wenn deren Augen erstmals mit Erregern oder chemisch-physikalischen Reizen in Kontakt kommen. Das gesunde Abwehrsystem reagiert mit der Bildung kleiner Lymphfollikel in der Bindehaut, die ähnliche Beschwerden wie eine echte Bindehautentzündung hervorrufen.

Symptome und Behandlung einer Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung weist im Allgemeinen folgende Symptome auf:

  • tränende, rote Augen
  • eitriges, nach dem Aufwachen verklebtes Auge
  • Augenlid und Bindehaut sind geschwollen, die Bindehaut erscheint glasig aufgequollen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Fremdkörper- oder Druckgefühl im Auge
  • bei schweren Entzündungen mit Beteiligung der Hornhaut entsteht ein krampfhafter Lidschluss

Je nachdem welche Form der Konjunktivitis vorliegt, weisen Patienten, neben den allgemeinen Beschwerden, weitere spezielle Symptome auf.

Die Wahl der Therapie hängt davon ab, welche Ursache der Erkrankung zugrunde liegt. In jedem Fall empfiehlt es sich, einen Augenarzt aufzusuchen. Dieser kann die die Ursache der Entzündung identifizieren und eine geeignete Therapie empfehlen, so dass andere Strukturen des Auges nicht in Mitleidenschaft gezogen werden und keine bleibenden Schäden entstehen.

Bakterielle Bindehautentzündung

  • starke Schleimbildung (gelbliche, eitrige Ansammlungen in den Augenwinkeln, vor allem morgens sind die Augen oft verklebt und brennen)
  • es bilden sich kuppelartige Wölbungen auf der Innenseite der Augenlider (angehäufte Zellen der Immunabwehr)
  • oft sind beide Augen betroffen, Keime werden unabsichtlich von einem Auge ins andere gerieben

Behandlung der bakteriellen Bindehautentzündung

Um die Bakterien zu bekämpfen, werden antibiotikahaltige Salben oder Tropfen ins Auge gegeben. Die Beschwerden einer infektiösen Konjunktivitis bessern sich so in aller Regel nach 2 bis 3 Tagen. Patienten sollten jedoch beachten, dass sie die Behandlung so lange durchführen wie vom Arzt empfohlen, auch wenn die Entzündung abgeklungen erscheint. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Bakterien zurückbleiben, sich erneut vermehren und eine weitere Bindehautentzündung auslösen.

Hat sich eine andere bakterielle Infektion des Körpers auf die Augen ausgeweitet, wird zumeist zusätzlich ein Antibiotikum als Tablette verabreicht. So können beispielsweise Chlamydien (Verursacher von Geschlechtskrankheiten) eine Bindehautentzündung auslösen. Der Partner sollte in solchen Fällen ebenfalls behandelt werden.

Virale Bindehautentzündung

  • Symptome einer virusbedingten Grunderkrankung z. B. Masern, Grippe, Windpocken (die Erreger greifen auf die Bindehaut über)
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • schleimiges oder wässriges Tränensekret
  • geschwollene, juckende Augen
  • oft sind beide Augen betroffen, da sich Patienten aufgrund des Juckreizes die Augen reiben

Behandlung der viralen Bindehautentzündung

Gegen viele Viren, die eine Bindehautentzündung auslösen können, gibt es keine wirksamen Medikamente. So z. B. bei Erkältungsviren oder auch bei hoch ansteckenden Adenoviren.

Die Beschwerden lassen sich jedoch mit Hausmitteln lindern. In schweren Fällen kommen kortikosteroidhaltige Augentropfen zum Einsatz. Diese werden jedoch nur kurzzeitig angewandt, da sie die körpereigene Abwehr unterdrücken und so das Risiko einer verzögerten Heilung oder einer zusätzlichen bakteriellen Infektion mit sich bringen. Möglich ist auch eine Kombination mit antibiotisch wirksamen Augentropfen.

Bei Kindern entwickelt sich oft nach dem ersten Kontakt mit dem Herpes-Simplex-Virus (Lippenherpes-Virus) oder während der Windpocken eine Bindehautentzündung. In solchen Fällen wird ein Medikament mit dem Wirkstoff Aciclovir, als Augentropfen oder in Form von Tabletten, verabreicht. Es wirkt spezifisch gegen diese Viren.

Allergische Bindehautentzündung

  • Schwellung der Bindehaut in typischem, pflasterförmigem Muster
  • die Augenlider sind verdickt und hängen leicht herab
  • Fremdkörpergefühl
  • plötzlicher Träneneinschuss
  • starker Juckreiz in den Augen
  • Allergiesymptome wie z.B. Niesen, Schnupfen, juckende Hautquaddeln

Behandlung der allergischen Bindehautentzündung

Bei einer allergischen Konjunktivitis eignen sich allgemeine Maßnahmen gegen die Allergie. Die auslösenden Allergene sollten gemieden werden.

Kortisonhaltige Augentropfen eignen sich zur kurzfristigen Therapie gegen die tränenden und geschwollenen Augen. Ebenso können antiallergische Augentropfen oder Medikamente, die die überaktive Immunabwehr drosseln, Beschwerden lindern.

Die Ursache der Allergie lässt sich letztendlich nur mit einer Hyposensibilisierung bekämpfen. Dabei wird der Körper langsam an das krankheitsauslösende Allergen gewöhnt.

Unspezifische Bindehautentzündung

  • durch Fremdkörper wie Staub, Rauch oder Kontaktlinsen entsteht ein störendes, reibendes Gefühl im Auge
  • Augen tränen
  • ist übermäßige Lichteinwirkung die Ursache, treten zudem Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen und Schmerzen im Auge auf

Behandlung der unspezifischen Bindehautentzündung

Die Therapie zielt darauf ab, den Auslöser (z. B. Kontaktlinsen, Fremdkörper, Sonneneinstrahlung) zu entfernen oder zu meiden. Es gilt Fremdkörper oder ätzende Substanzen schnellstmöglich auszuspülen, reibende Kontaktlinsen herauszunehmen oder weiteres Sonnenlicht zu meiden.

In den meisten Fällen heilt die unspezifische Bindehautentzündung dann bereits innerhalb weniger Tage von alleine ab.

Sind trockene Augen Ursache der Beschwerden, können Tränenersatzmittel helfen, das Auge zu benetzen und feucht zu halten. Augentropfen mit Hyaluronsäure sind ebenfalls feuchtigkeitsspendend. Kortisonhaltige Augentropfen sind nicht zu empfehlen, da sie die Trockenheit verstärken.

Bindehautentzündung: Diagnose

Bei einer Bindehautentzündung muss eine detaillierte Diagnose erfolgen, um Auslöser und mögliche andere Ursachen hinter den Beschwerden auszuschließen oder festzustellen.

Zur Diagnose setzt der Arzt eine sogenannte Spaltlampe ein. Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung mit Rahmen, auf den der Patient seinen Kopf stützt. Der Arzt sitzt dem Patienten gegenüber und betrachtet das Auge stark vergrößert durch ein Mikroskop. Für diese Untersuchungsmethode werden dem Patienten Tropfen verabreicht, um die Pupillen zu erweitern. Um reflexartiges Zwinkern zu verhindern, wird zudem ein lokales Betäubungsmittel ins Auge gegeben.

Sobald feststeht, dass es sich um eine Bindehautentzündung handelt, geht der Arzt der Ursache genauer auf den Grund. Die wichtigsten Hinweise zur Entstehung erhält er über ein Gespräch mit dem Patienten. Er klärt, ob die Erkrankung erst an einem Auge oder direkt an beiden aufgetreten ist. Zudem fragt er nach äußeren Einflüssen wie Zugluft oder Staub, die möglicherweise ins Auge geraten sind. Weiterhin sind Allergien sowie Symptome von Interesse.

Gegebenenfalls führt der Arzt weitere Untersuchungen durch und macht bspw. einen Abstrich, den er auf Erreger testet. Bei Verdacht auf einen allergischen Auslöser überweist er an einen Fachkollegen, der Allergietests durchführt.

Bindehautentzündung: Verlauf

Bindehautentzündungen, die durch Viren, Bakterien oder Pilze verursacht wurden, klingen in den meisten Fällen innerhalb von maximal drei Wochen ab. Bei Infektion mit Bakterien oder Pilzen, kann der Heilungsprozess durch medikamentöse Behandlung beschleunigt werden. Allergische Bindehautentzündungen können schlimmstenfalls monate- oder sogar jahrelang anhalten. Bei sehr seltenen, langwierigen, schweren Verläufen kann die Entzündung auf die Hornhaut und andere Teile des Auges übergreifen und diese nachhaltig schädigen. Bei unbehandelten Infektionen mit Chlamydien, Gonokokken oder Herpesviren besteht das Risiko für Komplikationen mit Sehstörungen bis hin zur Erblindung.

Diese Hausmittel helfen bei einer Bindehautentzündung:

Unabhängig von der Ursache, lässt sich die Heilung bei Bindehautentzündungen gut mit Hausmitteln unterstützen. Dennoch sollte der Auslöser einer Bindehautentzündung ärztlich abgeklärt werden, da die Behandlung evtl. Medikamente erfordert, um Folgen für das Auge zu vermeiden und mögliche weitere Ursachen der Erkrankung auszuschließen.

 

Quarkauflage als kalte Kompresse gegen Schwellungen:

  1. Sauberes Baumwolltuch mit kühlem Wasser spülen und anschließend auswringen.
  2. In die Mitte des Tuches 100 Gramm gekühlten Quark legen und die Tuchenden so zusammenstülpen, dass ein Beutel entsteht.
  3. Den Wickel aufs geschlossene Auge legen und 30 Minuten lang belassen.
  4. Bei schweren Entzündungen Auflage schon nach 20 Minuten entfernen.

Tragen Sie den Quark nicht direkt auf die Haut oder aufs Auge auf. Dringt die Masse ins Auge ein, kann das die Bindehautentzündung verschlimmern. Zudem trocknet der Quark, härtet auf Haut und Haaren aus und lässt sich dann nur noch schwer entfernen.

Heilpflanze Augentrost als desinfizierendes Mittel:

  1. Tee aus einem Teelöffel Augentrost und einem viertel Liter kochendem Wasser zubereiten.
  2. Tee einige Minuten ziehen lassen, anschließend saubere Kompressen hinein tauchen und vorsichtig auswringen.
  3. Mit den Kompressen vorsichtig den angetrockneten Schorf von den Lidrändern wischen oder sie als Auflage auf den Augen lassen.

Augentrost gilt zudem als wirksames Mittel gegen Gerstenkorn, überanstrengte Augen und sogar gegen Heuschnupfen. Als Tee wirkt er zudem gegen Kopfschmerzen, Husten und Schnupfen sowie bei Verdauungsbeschwerden.

Heilpflanze Ringelblume als entzündungshemmendes Mittel:

  1. Einen Teelöffel der Ringelblumen mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen.
  2. Frische Kompressen eintauchen, Umschläge auf die geschlossenen Augen legen und einwirken lassen. Wenn der Umschlag auskühlt, sollte er erneuert werden.
  3. Anwendung etwa 15 Minuten durchführen und im Laufe des Tages mehrmals wiederholen.

Die Ringelblume (Calendula) wirkt entzündungshemmend und regt die Wundheilung an. Bei Hautentzündungen und schlecht heilenden Narben wird sie als Salbe äußerlich verwendet. Im Gegensatz zur Kamille löst die Ringelblume nahezu keine allergischen Reaktionen aus. Auf Umschläge mit Kamille sollten Sie im empfindlichen Augenbereich verzichten, da es oft zu allergisch bedingten Hautausschlägen und Reizungen kommt.

Bindehautentzündung vorbeugen

  • Vermeiden Sie äußere Reize wie Zugluft.
  • Tragen Sie eine Schutzbrille bei handwerklichen Tätigkeiten.
  • Augen schließen, wenn Staub aufwirbelt.
  • Nicht mit ungewaschenen Fingern in den Augen reiben.
  • Verwenden Sie künstliche Tränenflüssigkeit, falls Ihre Augen, z. B. durch Kontaktlinsen, zu trocken sind.
  • Achten Sie auf Hygiene, wenn Bekannte oder Angehörige von einer Bindehautentzündung betroffen sind (kein Körperkontakt, eigene Handtücher verwenden, Hände regelmäßig mit Seife waschen).
  • Trinken Sie jeden Tag mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee, um ausreichend Feuchtigkeit für die Schleimhäute bereitzustellen.

Bindehautentzündung bei Kindern

Augentropfen sind bei Kindern nie ohne vorherige Empfehlung eines Arztes anzuwenden. Diese sollten in ihrer Zusammensetzung unbedingt für Babys und Kleinkinder unbedenklich sein.

Eltern haben oft Probleme, ihren Kleinkindern Augentropfen zu verabreichen, da die sich meistens wehren und weinen. Am besten träufeln Sie die Augentropfen dem liegenden Kind direkt in den inneren Augenwinkel. Ziehen Sie das untere Lid danach leicht ab, so verteilen sich die Tropfen von alleine.

Hebammen empfehlen bei einer Bindehautentzündung bei Babys von stillenden Müttern, dem Kind einige Tropfen Muttermilch direkt von der Brust in das entzündete Auge zu träufelt. Muttermilch wirkt entzündungshemmend und kann die Heilung unterstützen.

Bindehautentzündung in der Schwangerschaft

Eine Bindehautentzündung lässt sich auch in der Schwangerschaft gut behandeln. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) verweist darauf, dass Augentropfen und -salben gegen eine Bindehautentzündung in der Regel auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit angewendet werden dürfen, ohne gesundheitliche Nachteile für das Kind befürchten zu müssen.

Bei einer Infektion mit Herpes-Viren sei die Therapie mit Aciclovir unbedenklich. Weiterhin kann eine allergische Bindehautentzündung während der Schwangerschaft auch mit lokal angewendeten Antihistaminika kuriert werden.

 

FAQs zum Thema Bindehautentzündung

Ist eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ansteckend?

Eine bakterielle oder virale Bindehautentzündung ist sehr ansteckend. Aufgrund des Juckreizes reiben sich Betroffene die Augen und geben die Erreger dann mit den Händen an Türklinken oder direkt an Mitmenschen weiter.

Beachten Sie folgende Tipps, um die Ansteckungsgefahr bei Konjunktivitis zu verringern:

  • Vermeiden Sie das Augenreiben! Ist ein Auge bereits betroffen, werden die Erreger schnell auf das andere Auge übertragen. Unterdrücken Sie möglichst den Drang zum Reiben.
  • Waschen Sie sich möglichst häufig und gründlich die Hände! Das Desinfizieren der Hände vermindert die Anzahl der Keime.
  • Benutzen Sie ein eigenes Handtuch! Im besten Fall nutzen Sie Einwegtücher, die Sie nach Gebrauch direkt entsorgen, um andere in Ihrem Haushalt vor einer Ansteckung zu schützen.
  • Vermeiden Sie das Händeschütteln! So dämmen Sie die Ansteckungsgefahr für Mitmenschen ein.

Wie lange dauert die Inkubationszeit bei Bindehautentzündung?

Die Inkubationszeit bei einer Bindehautentzündung beträgt einige Tage bis ca. 2 Wochen. Betroffene sind für 2-3 Wochen ansteckend und entwickeln nach der Erkrankung eine Immunität. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sollten Patienten möglichst zuhause bleiben und nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen, bis die Ansteckungsgefahr vorüber ist.

Was ist eine Augengrippe?

Augengrippe ist eine hochansteckende Erkrankung mit Adeno-Viren, bei der umgehend ein Arzt aufzusuchen ist. Die Adenovirus-Konjunktivitis ist spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis beim Gesundheitsamt meldepflichtig. Es bestehen keine spezifischen Behandlungsmöglichkeiten. Mit geeigneten Hygienemaßnahmen kann die Ausbreitung allerdings eindämmt werden. Typische Symptome sind rote Augen, Bindehautschwellung, Juckreiz, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und Lichtscheue. Eine Augengrippe ist deutlich aggressiver als die „gewöhnliche“ Bindehautentzündung und lässt sich nicht mit antibiotischen Augentropfen behandeln.

Wie lange dauert es bis eine Bindehautentzündung weg ist?

Eine Bindehautentzündung kann wenige Tage bis zu einigen Wochen andauern. Die Beschwerden nehmen oft in den ersten Tagen zu und klingen dann innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab. Eine akute Bindehautentzündung ist unter vier Wochen überstanden, bei der chronischen Form ist eine Dauer von mehr als drei bis vier Wochen typisch. Die Trübung der Hornhaut geht meistens von selbst zurück, ohne dauerhafte Schäden zu hinterlassen.

Wer behandelt eine Bindehautentzündung?

Bei einer Bindehautentzündung ist ein Augenarzt aufzusuchen. Wenn die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt wird, kann die Erkrankung sich auf die Hornhaut ausbreiten und dort Geschwüre bilden. Der Augenarzt kann Ursache und eine geeignete Therapie ermitteln. Er überprüft, ob den Symptomen möglicherweise eine andere Erkrankung zugrunde liegt.

Wann wieder Kontaktlinsen bei Bindehautentzündung?

Während einer Bindehautentzündung sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen. Weichen Sie auf eine Brille aus. Diese schützt das Auge vor Fremdkörpern, wohingegen Kontaktlinsen die Bindehaut zusätzlich reizen. Verwenden Sie erst wieder Kontaktlinsen, wenn die Entzündung vollständig geheilt ist. Kontaktlinsen, die Sie vor der Behandlung getragen haben, sollten Sie entsorgen. Wenn es sich um neue Jahreslinsen handelt, können Sie diese beim Optiker reinigen lassen. Halten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Augenarzt.

Wann wieder schminken bei Bindehautentzündung?

Während einer Bindehautentzündung sollten Sie sich nicht schminken. Kosmetika reizen das entzündete Auge zusätzlich. Zudem könnten Mikropartikel der Kosmetik ins Auge dringen. In manchen Fällen ist Augen-Make-Up sogar der Auslöser einer Konjunktivitis, nämlich im Falle einer allergischen Überreaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe der Kosmetik. Warten Sie bis die Symptome vollständig abgeklungen sind und ggf. keine Antibiotika mehr angewendet werden müssen. Handelt es sich um eine ansteckende Bindehautentzündung, sollten alle vor der Erkrankung verwendeten Make-Up-Produkte entsorgt und nicht mehr verwendet werden.

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