Zahnzusatzversicherungen im Test 2019

Zahnzusatzversicherungen im Test 2019

Hohe Kosten beim Zahnarzt lassen sich durch eine Zahnzusatzversicherung vermeiden. Stiftung Warentest hat im April 2019 alle bestehenden Tarife verglichen. Hier erfahren Sie, wie getestet wurde und welche Zahnzusatzversicherungen am besten abgeschnitten haben.


Zahnzusatzversicherung Stiftung Warentest-Testsieger 2019

Im April 2019 hat die Zeitschrift Finanztest ihre aktuelle Bewertung für Zahnzusatzversicherungen veröffentlicht. Getestet wurden ausschließlich Tarife, die grundsätzlich allen gesetzlich Krankenversicherten zugänglich sind. Von insgesamt 234 Zusatzversicherungen erhielten 76 ein „sehr gut“ und 69 ein „gut“. Mit den Noten „befriedigend“ wurden 42 Tarife bewertet und mit „ausreichend“ 16. Ein Tarif erhielt die Note „mangelhaft“. Stichtag für die Bewertungen war der 1. April 2019. Im Test wurden, wie bereits in den Jahren 2016 und 2018, sowohl Tarife mit Alterungsrückstellungen (Beiträge steigen nicht altersbedingt) als auch Tarife ohne Alterungsrückstellungen (Beiträge steigen altersbedingt) gemeinsam untersucht.

Am besten schnitten die Tarife der DFV (Deutsche Familienversicherung), der Bayerischen, der Hanse Merkur und Ottonova ab.

Tabelle Zahnzusatzversicherung Kosten

Sowohl der DFV-Zahnschutz Exklusiv 100, als auch die Tarife Zahn Prestige (Bayerische), EZL (Hanse Merkur) sowie Zahn 100 (Ottonova) sind Angebote mit altersbedingter Beitragsanpassung. Im Test wurde der gerundete altersabhängige Beitrag angegeben, den Versicherte mit 43 und den sie bis 73 Jahre höchstens zahlen müssen. (Um eine Vergleichbarkeit mit Tarifen ohne altersabhängiger Beitragsanpassung zu ermöglichen, wurden die Beitragsspanne und der Durchschnitt für den Zeitraum zwischen 43 und 73 Jahre gebildet.)

Mit der Bestnote "sehr gut" (0,5) wurde der DFV-Zahnschutz Exklusiv 100 zum vierten Mal in Folge Testsieger unter 234 Zahnzusatzversicherungen: Ein 43-jähriger Kunde zahlt dafür monatlich 40 Euro. Bis zum Erreichen des 73. Lebensjahres steigt der Beitrag schrittweise auf 65 Euro. Bei der Bayerischen belaufen sich die Kosten für den Modellkunden auf 41 Euro, ebenso wie bei HanseMerkur. Der Tarif Zahn 100 von Ottonova beläuft sich für einen 43-jährigen auf 42 Euro monatlich.

Mit zunehmendem Alter steigt der Beitrag bei allen Testsiegertarifen, wobei der ZahnSchutz Exklusiv die günstigste Police ist.

Zahnzusatzversicherung Stiftung Warentest 2019, 2018, 2016 und 2014

Stiftung Warentest kommt im Vergleich 2019 zu dem Ergebnis, dass ein Patient zur Reduzierung seines Eigenanteils, insbesondere bei sehr hochwertigem Zahnersatz, einen leistungsstarken Tarif abschließen sollte. Wer bereits im Besitz einer Zahnzusatzversicherung ist, sollte prüfen, ob er sich nicht verbessern kann. Der Vergleich von 2016 zu 2018 und 2019 zeigt, dass sich die Angebote nochmal verbessert haben.

An den Testkriterien hat sich im April 2019, im Vergleich zu den Tests von 2016 und 2018, im Wesentlichen nichts geändert. Ein Unterschied zwischen dem Test von 2016 zu 2018/19 lag lediglich in der Gewichtung der einzelnen Zahnersatzleistungen. Während die Privatversorgung mit Inlays 2014 und 2016 noch mit 25 % gewichtet wurde, lag sie 2018/19 bei 20 %. Die Bewertung der Implantatversorgung erfolgte im Test 2014 mit 15 %, 2016 mit 25 % und 2018/19 mit 20 %.  Die restlichen Bewertungskriterien blieben in ihrer Gewichtung unangetastet.

Tabelle Zahnzusatzversicherung Gewichtung

Tabelle Zahnzusatzversicherung 2014Im Jahr 2014 wurden insgesamt 189 Tarife getestet, von denen 55 Angebote mit „sehr gut“ bewertet wurden. Die beste Zahnzusatzversicherung als alleiniger Testsieger (sehr gut 0,5) war der DFV-ZahnSchutz Exklusiv. Schon damals besagte das Gesamttesturteil, dass die Zahl der sehr guten Tarife stark gewachsen sei. 

 Tabelle Zahnzusatzversicherung 2016Im November 2016 erhielten von insgesamt 209 Zusatzversicherungen 66 ein „sehr gut“ und 59 ein „gut“. Mit den Noten „befriedigend“ wurden 58 Tarife bewertet und mit „ausreichend“ 26. Am besten schnitten die Tarife der DFV (Deutsche Familienversicherung) und der DKV (Deutsche Krankenversicherung) ab. Alleiniger Testsieger mit der Bestnote „sehr gut“ (0,5) wurde der DFV-ZahnSchutz Exklusiv.

Tabelle Zahnzusatzversicherung 2018Mit der Bestnote sehr gut (0,5) wurde der DFV-Zahnschutz Exklusiv 100 im Test 2018 zum dritten Mal in Folge Testsieger unter 220 Angeboten. Mit dieser Bewertung wurden gleichzeitig zwei weitere Tarife unter den Zahnzusatzversicherungen ausgezeichnet: Zahn Prestige der Bayerischen sowie EZL der Hanse Merkur. Im Vergleich zum Test von 2016 sind die Anteile der „sehr gut“ bewerteten Zahnzusatzangebote leicht auf jeweils ein knappes Drittel angestiegen. Ein „befriedigend“ wurde nur noch an jeden sechsten Tarif vergeben, ein „ausreichend“ nur noch an jeden 14. Tarif.

Tabelle Zahnzusatzversicherung 2019Im aktuellen Zahnzusatzversicherung Vergleich 2019 wurde der DFV-ZahnSchutz Exklusiv zum vierten Mal in Folge Testsieger. Die Anzahl der Testsieger unter 234 Angeboten ist noch einmal von drei auf vier gestiegen. Mit der Bestnote sehr gut (0,5) wurde, neben den drei Vorjahressiegern, der Tarif Zahn 100 des Versicherers Ottonova ebenfalls ausgezeichnet.

Die Zahnzusatzangebote der Versicherer sind leistungsseitig deutlich besser geworden. Beim ersten Zahnzusatzversicherung Vergleich im Jahr 2008 gab es nur drei „sehr gute“ Tarife unter den insgesamt 83 untersuchten Angeboten.

Bei genauer Betrachtung der besten Zahnzusatzversicherungen zeigt sich, dass einige Versicherer, die sich in den Tests 2014 und 2016 in den Top 10 befanden, ihre Positionen in den Tests 2018 sowie 2019 nicht mehr halten konnten. Die Stuttgarter, Axa, Neckermann und Münchener Verein waren im Test 2014 unter den ersten 10 Angeboten platziert und im Test 2016 an dieser Stelle nicht mehr vertreten. Ergo Direkt sowie Bayer. Beamten konnten ihre Bewertung mit „sehr gut“ aus dem Test 2016 im Vergleich zu 2018 nicht mehr behaupten und auch 2019 nicht wiedererlangen. Der DFV-ZahnSchutz Exklusiv konnte sich als einzige Konstante und viermaliger Testsieger in Folge behaupten.

Tabelle Zahnzusatzversicherung Übersicht

Zahnzusatzversicherung Test 2018 / 2019 -Das hat sich geändert

Im Gegensatz zum vorherigen Testturnus 2014/2016/2018 wurde der zeitliche Abstand von zwei Jahren, beim erneuten Testverfahren, nicht mehr eingehalten. Zwischen dem letzten und dem aktuellen Vergleich von Stiftung Warentest lagen diesmal nur 12 Monate.

Während es beim ersten Zahnzusatzversicherung Test im Jahr 2008 nur drei „sehr gute“ Tarife gab, ist die Anzahl der am besten bewerteten Tarife konstant gestiegen. Im Jahr 2014 wurden 55 Angebote mit „sehr gut“ ausgezeichnet, im November 2016 lag die Zahl bei 66. Im Vergleich 2018 erhielten bereits 70 Zahnzusatzversicherungen die Auszeichnung „sehr gut“ und aktuell werden 76 Tarife damit bewertet.

Der Markt offeriert dem Verbraucher laut Finanztest somit viele sehr gute Zahnzusatzversicherungen.

Zahnzusatzversicherung Test 2019 - So hat Stiftung Warentest getestet

Bewertung der Zahnersatzleistungen im Einzelnen

Stiftung Warentest führt aus, dass die Tarifleistungen jeweils separat für alle drei möglichen Bonusstufen der Versicherten ermittelt wurden (ohne Bonus, mit 20 Prozent und mit 30 Prozent Bonus). Anschließend ermittelte man einen gewichteten Durchschnitt. Bewertet wurde dann der Anteil der Zahnarztrechnung für vier Versorgungsvarianten. Er wurde jeweils im Durchschnitt zusammen mit der Leistung der gesetzlichen Krankenkasse ersetzt. Dafür galten beispielhafte Modellannahmen. „Bei der Bewertung wurden die für die Höhe der jeweiligen Leistung maßgeblichen Versicherungsbedingungen in ihrem Zusammenwirken berücksichtigt.“

Nachfolgend wird die Bewertung der einzelnen Kategorien detailliert beschrieben.

Die aufgeführten Leistungsbeispiele für vier Beispielversorgungen dienen lediglich der Erläuterung und waren nicht maßgeblich für die vorgenommene Bewertung.

Bewertung der Regelversorgung (10 %)

Im Test dieser Kategorie wurden bestimmte Regelungen in den Versicherungsbedingungen berücksichtigt:

  • der Erstattungsprozentsatz und der Basisbetrag (je nach Bonusstufe)
  • bei Anrechnung der Kassenleistung: die Höhe der Anrechnung

Dabei rechnen Versicherer je nach Tarif die tatsächliche Leistung, die Leistung ohne Kassenbonus oder die Leistung mit maximalem Bonus an.

  • wenn die Kassenleistung nicht auf die Tarifleistung angerechnet wird: die Obergrenze für die Gesamtleistung von Tarif- und Kassenleistung (z.B. 100, 90, 80 Prozent des erstattungsfähigen Rechnungsbetrages)

Bewertung der Privatversorgung ohne Inlays und Implantate (40 %)

Der Bewertung liegt zugrunde, dass sich der Rechnungsbetrag der privatzahnärztlichen Gebühren auf das Doppelte der Kosten bei reiner Regelversorgung beläuft. Der Betrag verteilt sich hier zu jeweils 50 Prozent auf das Zahnarzthonorar und die Material- und Laborkosten. 30 Prozent des Honorars sind mit dem 3,5-fachen Satz der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) berechnet, der restliche Anteil mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

Folgende Regelungen in den Versicherungsbedingungen sind in die Bewertung eingeflossen:

  • alle für die Regelleistung genannten Kriterien
  • plus der Erstattung von Zahnarzthonoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebührensatz

Bewertung der Privatversorgung mit Inlays (20 %)

Für die Versorgung mit einem Inlay fallen Kosten in Höhe von 660 Euro an. Sie verteilen sich je zur Hälfte auf das Zahnarzthonorar sowie auf die Material- und Laborkosten. 90 Prozent des Honorars werden mit dem 3,5-fachen GOZ-Gebührensatz berechnet. Der Rest mit dessen 2,3-fachem Satz.

Das von Finanztest zugrunde gelegte Modell impliziert auch die Forderung, dass alle fünf Jahre mindestens drei Inlays im Kalenderjahr erstattet werden sollten. Ansonsten jeweils ein Inlay pro Jahr.

Für die Bewertung wurden hier folgende Regelungen in den Versicherungsbedingungen berücksichtigt:

  • alle für die Regelversorgung genannten Kriterien
  • die Erstattung von Zahnarzthonoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebührensatz
  • Höchsterstattungsbeträge pro Inlay und Höchsterstattungsbeträge für alle Inlays im Kalenderjahr

Bewertung der Implantatversorgung (20 %)

Für die Versorgung mit einem Implantat beläuft sich die Rechnung auf 3.762 Euro. Davon entfallen 1.206 Euro auf einen Knochenaufbau (ausschließlich Honorar). 788 Euro davon sind implantologische Leistungen, 820 Euro Materialkosten und 948 Euro Zahnersatz auf dem Implantat (sog. Suprakonstruktion). Davon sind auch 50 Prozent Material- und Laborkosten. Das Zahnarzthonorar wurde jeweils zur Hälfte mit dem 3,5-fachen Gebührensatz bzw. dem 2,3-fachen Gebührensatz berechnet.

Finanztest fordert hierbei im Modell, dass alle fünf Jahre mindestens zwei Implantate im Kalenderjahr erstattet werden. In den übrigen Jahren jeweils ein Implantat. Auf die gesamte Vertragslaufzeit gerechnet sollten mindestens zehn Implantate erstattet werden.

Folgende Regelungen der Versicherungsbedingungen wurden in der Bewertung berücksichtigt:

  • alle für die Regelversorgung genannten Kriterien
  • die Erstattung von Zahnarzthonoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Satz
  • Kostenerstattung für einen Knochenaufbau
  • Höchsterstattungs- und Höchstrechnungsbeträge für das einzelne Implantat (mit und ohne Suprakonstruktion)
  • Höchsterstattungs- und Höchstrechnungsbeträge für alle Implantate im Kalenderjahr
  • Höchsterstattungsbeträge für alle Implantate über die gesamte Vertragslaufzeit
  • Begrenzung der Implantatanzahl für die gesamte Vertragslaufzeit auf weniger als zehn.

Bewertung der jährlichen Obergrenzen für alle Tarifleistungen (10 %)

Finanztest hat in den Versicherungsbedingungen folgende Regelungen berücksichtigt:

  • die Höhe der dauerhaften Erstattungssummenbegrenzungen für ein Kalenderjahr bis zur Höhe von 20.000 Euro
  • die Höhe der Erstattungssummenbegrenzungen innerhalb der ersten sechs Vertragsjahre bis zur Höhe von 1.000 Euro pro Jahr
  • ob die Begrenzungen bei unfallbedingten Kosten entfallen oder nicht.

Bewertung weiterer Tarifleistungen und Besonderheiten des Vertrags

Stiftung Warentest hat eine Reihe weiterer Tarifleistungen aufgeführt, die über die Kostenerstattung für Zahnersatz hinausgehen. Sind gleich mehrere Versicherungen in der engeren Wahl, kann ein Mehr an Leistungen ausschlaggebend sein. Verbraucher sollten allerdings auch prüfen, ob ein Teil der Leistungen nicht bereits von ihrer gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird.

Zahnzusatzversicherung Stiftung Warentest 2019 - So sichert man sich laut Stiftung Warentest richtig ab

Im Jahr 2017 gaben private Haushalte, laut Finanztest, rund 6,4 Milliarden Euro für zahnärztliche Leistungen aus, denn die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kommt bei teurem Zahnersatz, wie zum Beispiel eine Krone, eine Brücke oder implantatgetragenen Zahnersatz noch nicht einmal für 12 Prozent der tatsächlichen Kosten auf. Sie übernimmt also nur die vorgesehene Regelversorgung. Die übrigen Kosten, also 88 Prozent, tragen gesetzlich Versicherte als privaten Eigenanteil. Das kann schon mal teuer werden, vor allem, wenn nicht nur ein Zahn saniert werden muss, sondern gleich mehrere. Ein Implantat schlägt schnell mit 4000 € zu Buche, eine Krone kann gerne mal 600 € kosten. Es ist ratsam für solche Fälle möglichst frühzeitig vorzusorgen, besonders wenn man Wert auf hochwertiges Material, neueste Technik und perfekte Ästhetik legt. Mit einer privaten Zahnzusatzversicherung können Patienten ihren Eigenanteil erheblich reduzieren. Um wie viel – das hängt davon ab, welcher Tarif bei welchem Versicherungsanbieter gewählt wurde. Leistungen und Beiträge variieren von Anbieter zu Anbieter.

Große Auswahl im vielfältigen Tarifangebot

Stiftung Warentest kommt zu dem Ergebnis, dass ein Patient zur Reduzierung seines Eigenanteils, insbesondere bei sehr hochwertiger Versorgung mit Zahnersatz, einen leistungsstarken Tarif abschließen sollte. Es wird darauf verwiesen, dass die Angebote der einzelnen Krankenversicherer nicht zwangsläufig für jeden die beste Lösung darstellen. Jeder sollte genau für sich prüfen, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden und welche nicht. Potentielle Kunden, die lediglich ihren Eigenanteil bei der Regelversorgung reduzieren möchten, wählen dabei einen anderen Tarif als diejenigen, die Wert auf möglichst umfangreiche Kostenerstattung legen. Auch hier hat Finanztest verglichen.

Wer nur einen günstigen Basisschutz möchte und keinen Wert auf besonders teuren Zahnersatz oder Implantate legt – der ist mit der Regelversorgung beim Zahnarzt gut aufgehoben. In diesem Fall ist nur der private Eigenanteil der Kosten (50 Prozent) abzusichern. Für maximal 13 Euro im Monat bieten mehrere Zahnzusatzversicherungen diese Leistungen für die Regelversorgung. Der Eigenanteil wird hier vollständig gedeckt. Finanztest nennt als die günstigste den Tarif KombiMed KDT50 der DKV, der maximal 8 Euro im Monat kostet.

Optimales Alter und Wartezeit bei Vertragsbeginn

Finanztest empfiehlt, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, bevor die ersten größeren Zahnbehandlungen auftreten könnten, also mit Mitte 30, denn fast alle Versicherer limitieren ihre Leistungen in den ersten Jahren auf bestimmte Summen. Daher empfiehlt es sich, eine Zahnzusatzversicherung bereits frühzeitig abzuschließen. Erst ab dem fünften Versicherungsjahr haben Kunden vollen Leistungsanspruch.

Wer einen neuen Vertrag für eine Zahnzusatzversicherung abschließt, muss zudem in der Regel acht Monate Wartezeit einkalkulieren, bevor die Versicherung überhaupt Kosten übernimmt. Bei manchen Versicherern ist die Wartezeit auf sechs bzw. drei Monate reduziert oder entfällt komplett, wie beim ZahnSchutz Exklusiv der DFV.

Behandlungsbeginn

Auch bei Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit erhalten Versicherte unter Umständen keine Leistung, wenn die Behandlung kurz nach Vertragsabschluss beginnt. Laufende Behandlungen und fehlende Zähne sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Fordert der Versicherer die Patientenakte beim Zahnarzt an und ist dort vermerkt, dass die Behandlung dem Betroffenen bereits zahnärztlich angeraten wurde, wird dieser Zeitpunkt als Behandlungsbeginn angesehen. Entsprechende Gesundheitsfragen vor Vertragsbeginn falsch zu beantworten, macht keinen Sinn, denn mit dem Versicherungsantrag erhalten Versicherer die Erlaubnis, die Patientenakte beim Zahnarzt einzuholen. Kommen dann Falschangaben zum Vorschein, können Versicherungsgesellschaften vom Vertrag zurücktreten, der Versicherungsschutz erlischt und im schlimmsten Fall fordert die Versicherung sogar Leistungen vom Kunden zurück.

Wann ein Wechsel lohnt

Wer bereits im Besitz einer privaten Zahnzusatzversicherung ist, sollte prüfen, ob er sich nicht verbessern kann. Als „optimal“ wird ein möglicher Wechsel innerhalb der eigenen Versicherung bezeichnet. Vorausgesetzt, man verbessert sich dabei. Bei einem neuen Vertragspartner ist mit erneuten Wartezeiten sowie Summenbegrenzungen zu rechnen, bereits empfohlene Behandlungen sind ausgeschlossen. Kunden, die einen mehr als zehn Jahre alten Vertrag haben, der ohnehin nur die Kassen-Festzuschüsse um einen bestimmten Prozentsatz erhöht, der verliert bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer kaum etwas. Wer seine Leistungen verbessern will, dem sei angeraten beim aktuellen Versicherer zu bleiben und in einen besseren Tarif zu wechseln. So betreffen erneute Grenzen und Wartezeiten nur den Teil, der die Leistungen des bisherigen Tarifs übersteigt. Auch Versicherte, die Ihre Beiträge senken wollen, sollten laut Finanztest beim aktuellen Versicherer bleiben und ggf. verzichtbare Teilverträge kündigen, wenn der Versicherer die Tarife im Baukasten-System anbietet.

Zahnzusatzversicherung Stiftung Warentest 2019 - So spart man beim Zahnarzt Geld

Wichtige Fragen klären

Selbst beim Zahnarzt des Vertrauens, sollte der Heil- und Kostenplan von Versicherten niemals einfach unterschrieben werden, bevor nicht eine Reihe von Fragen geklärt ist:

  • Was genau plant der Zahnarzt und warum ist diese Behandlung aus seiner Sicht medizinisch notwendig?
  • Welche Behandlungsschritte sind notwendig und welche Risiken sind damit verbunden?
  • Wie hoch sind die Kosten? Bestehen günstigere oder teurere Alternativen? Was sind Vor- und Nachteile?

Kostenlose Zweitmeinung einholen

Bei der Wahl des Dentallabors sind die Preisunterschiede am größten. Die Laborkosten sollten vorher genau verglichen werden, denn diese machen im Schnitt die Hälfte und manchmal mehr als zwei Drittel der Rechnung aus. Kunden sei empfohlen, den Heil- und Kostenplan vorab dem Versicherer vorzulegen, denn dieser verfügt über Preis- und Leistungsverzeichnisse, in denen steht, bis zu welcher Höhe er zahntechnische Leistungen bezahlt. So wird klar, was erstattet wird und ob der Versicherer ein günstigeres Dentallabor empfehlen kann. Willigt der Zahnarzt ein, das günstigere Labor zu beauftragen, lassen sich Kosten sparen. Zudem können Angehörige der gesetzlichen Krankenkassen sparen, wenn sie einen Zahnarzt wählen, der einem zahnärztlichen Netzwerk angehört, mit dem die Krankenkasse zusammenarbeitet (z. B. Dent-Net). Zudem bestehen eine Reihe von Zahnarzt-Auktionsportalen, wie bspw. zahngebot.de, auf denen Sie Heil- und Kostenpläne einstellen können und so ggf. günstigere Angebote von nahegelegenen Zahnärzten erhalten. Diese Information lässt sich ebenfalls nutzen, um mit dem aktuell behandelnden Zahnarzt zu verhandeln.

Sparen durch Vorsorge

Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht und dies im Bonusheft dokumentiert, erhält von der Krankenkasse einen höheren Festzuschuss. Bei lückenloser fünfjähriger Vorsorge ergibt sich ein Zuschuss zur Regelversorgung von 60 anstatt 50 Prozent. Nach zehn Jahren der Vorsorge-Dokumentation ergibt sich ein Höchstbonus von 65 Prozent. Versicherte mit diesem Bonus erhalten für eine Brücke, die einen Eckzahn im Oberkiefer ersetzt, 679 Euro. Das sind 157 Euro mehr als beim Zuschuss ohne Bonus. Bei der Versorgung mit einem Implantat von mehreren Tausend Euro, fällt der Bonus nicht mehr sehr ins Gewicht. Ein Bonusheft lohnt sich dennoch in jedem Fall und auch manche private Krankenversicherung erbringt dann höhere Leistungen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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