Miniskus

Meniskus, Meniskusriss und meniskuserhaltende Operation

Der Meniskus (Meniscus interarticularis) bezeichnet in der Anatomie einen halbmondförmigen Knorpel im Kniegelenk. Er fungiert als Stoßdämpfer zwischen Ober- und Unterschenkelknochen, schützt somit den Gelenkknorpel und sorgt für die Verteilung der Gelenkschmiere. Er kann durch Abnutzung, Fehlbelastung oder Traumata Knieschmerzen verursachen.


Meniskus Anatomie: Was ist der Meniskus?

Der Meniskus (Meniscus interarticularis) ist der Stoßdämpfer im Kniegelenk. In jedem Knie befinden sich zwei halbmondförmige Menisken. Die flachen und nach außen dicker werdenden Knorpel liegen zwischen den Knochenenden des Oberschenkelknochens (Femur) und des Schienbeins (Tibia). Sie bestehen aus Bindegewebe sowie Faserknorpel und stoßen durch ihre Halbmondform nur in der Gelenkmitte aufeinander.

 

Meniskus

Der Außenmeniskus (Lateraler Meniskus) ähnelt optisch einer Sichel und ist beweglicher als der Innenmeniskus, da er weniger stark mit den Strukturen der Gelenkkapsel- Bänder verwachsen ist. Er legt sich um den kuppelförmigen äußeren Schienbeinkopf und sorgt so dafür, dass die äußere Oberschenkelrolle nicht nur punktförmig aufliegt. Der Außenmeniskus wird in die Abschnitte Vorderhorn (Cornu anterius), Mittelteil (Pars intermedia) und Hinterhorn (Cornu posterius) eingeteilt. Das Vorderhorn sitzt an der Vorderseite des Schienbeins, das Hinterhorn an dessen Rückseite. Über das Wrisberg-Band ist der Außenmeniskus mit dem Oberschenkelknochen verbunden. Dieses Band verläuft hinter dem hinteren Kreuzband zur Gelenkmitte und dann nach oben zum mittleren Knochenfortsatz des Oberschenkelknochens (Femurkondyle).

Der Innenmeniskus (Medialer Meniskus) ähnelt optisch einem „C“ und wird ebenfalls in drei Abschnitte, die dieselben Bezeichnungen tragen, unterteilt. Er verstärkt die muldenförmige innere Schienbeinkopffläche. Der Innenmeniskus liegt zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein, ist dort fest an der Gelenkkapsel und dem Innenband fixiert und trägt einen größeren Teil des Körpergewichts. Dadurch ist er weniger beweglich und verletzungsanfälliger als der Außenmeniskus.

Während der Verlust des Innenmeniskus über Jahre hinweg kaum Probleme verursacht, führt der Verlust des Außenmeniskus innerhalb von 2 Jahren zu einer Zerstörung des Gelenks.

Welche Funktion hat der Meniskus?

Der Meniskus fungiert als glatter Knorpel, der die Reibung zwischen Gelenkkopf und Gelenkpfanne verringert, so dass die Roll-Gleit-Bewegung des Oberschenkelknochens über den Schienbeinknochen geschmeidiger verläuft. Zusätzlich gleichen beide Menisken Formunterschiede zwischen den runden Enden des Oberschenkelknochens und dem flachen Plateau des Schienbeinkopfes aus und vergrößern die Gelenkfläche. So werden Gewicht und Druck, die auf dem Knie lasten, besser verteilt. Die Menisken übernehmen rund ein Drittel der im Kniegelenk übertragenen Last. Durch ihre straffe und druckfeste Beschaffenheit fangen sie als eine Art mechanischer Stoßdämpfer Stöße ab und schützen somit den Gelenkknorpel. Zusätzlich sorgen sie für die Verteilung der Gelenkschmiere.

Bei jeder Bewegung des Kniegelenks, bewegen sich auch die Menisken. Wird das Knie gebeugt, rutschen die Knorpelscheiben nach hinten. Wird es gestreckt, wandern sie nach vorne. Bei einer Drehung nach außen schiebt sich der Innenmeniskus nach hinten und der Außenmeniskus nach vorne. Durch diese kleinen Positionswechsel sorgen sie  dafür, dass sich die für die Versorgung des Knorpels wichtige Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) verteilt und durchmischt.

Meniskus: Erkrankungen, Probleme und Verletzungen

Sind die Menisken verklemmt, gerissen oder degeneriert, äußert sich das vor allem in Form von Knieschmerzen oder einer Knieblockade. Erste Verschleißerscheinungen können sich als Bindegewebszyste, dem Meniskusganglion, auftreten.

Bei einem Riss unterscheidet man je nach Lokalisation zwischen einem Außenmeniskusriss (Radiärriss, Lappenriss) und einem Innenmeniskusriss (Korbhenkelriss, Längsriss). Oftmals ist jahrelange Überbelastung Grund für die Verletzung. Der Knorpel verschleißt durch dauerhafte sportliche oder berufsbedingte Überlastung, die letztendlich in einer nachhaltigen Schädigung endet. Auch ein akutes Trauma wie ein Sturz oder Sprung aus großer Höhe verbunden mit einer Drehbewegung (Distorsion), führt leicht zu einem Meniskusriss.

In seltenen Fällen weisen die Menisken gut- oder bösartige Neubildungen auf. Kinder können mitunter fehlgebildete Menisken (Scheibenmeniskus) haben. In solchen Fällen besitzt der Knorpel statt der üblichen Halbmondform eine Scheibenform und ist zudem größer als normal. Der Meniskus erstreckt sich scheibenförmig bis zur Kante des Schienbeinknochens, was nicht automatisch Beschwerden hervorrufen muss. Er kann sich allerdings leicht zwischen Oberschenkel und Schienbein einklemmen. Wird die Einklemmung nicht schnell beseitigt, kann es zu einer Verletzung der gesamten Gelenkfläche mit Ausbildung einer frühzeitigen Arthrose kommen.

Was ist ein Meniskusriss?

Ein Meniskusriss (Meniskusschaden) bezeichnet einen Riss in den ringförmigen Faserknorpeln im Kniegelenk. Die Verletzung entsteht durch falsche Belastung beim Sport oder altersbedingten Verschleiß. Vor allem bei Sportarten wie Skifahren oder Fußball kommt es zu Dreh-Sturzverletzungen, die eine solche Verletzung zur Folge haben. Ein Meniskusriss entsteht auch bei chronischer Überbelastung des Kniegelenks z. B. bei Berufsgruppen mit überwiegend hockender Tätigkeit wie etwa Fliesenleger.

Der Meniskusschaden kann sich in allen Richtungen durch das Gewebe ziehen. Für die Wahl der Therapie ist entscheidend, welche Form der Riss hat und wo er zu lokalisieren ist. Während in der gut durchbluteten Außenzone meistens eine Naht möglich ist, muss der verletzte Meniskusanteil in der schlecht durchbluteten Innenzone häufig entfernt werden.

Je nach Größe und Ausmaß des Risses treten verschiedene Symptome auf, die Patienten unterschiedlich stark behindern.

Welche Formen des Meniskusrisses gibt es?

Es gibt unterschiedliche Formen des Meniskusrisses, die auch begrifflich differenziert werden.

Traumatischer Meniskusriss:  Die Verletzung entsteht durch eine akute Gewalteinwirkung, meistens im Rahmen einer Sportverletzung.

Degenerativer Meniskusriss: Der Meniskusschaden entsteht aufgrund von Verschleiß sowie starken und chronischen Überbelastungen des Kniegelenks, bedingt durch Übergewicht, Sport und häufiges Arbeiten in tiefer Hocke.

Vertikaler Meniskusriss: Das flache, knorpelige Innere des Meniskus wird von dem gut durchbluteten Außenrand abgetrennt.

Horizontalriss: Dieser teilt den Meniskus in eine obere und eine untere Hälfte. Somit wird die Dämpfung des Kniegelenks nicht mehr durch den Meniskus unterstützt.

Radiären Riss: Beide Hälften des C-förmigen Knorpels sind mittig getrennt. Diese Verletzung hebt die stoßdämpfende Funktion des Meniskus auf und es droht ein schneller Verschleiß des Gelenkknorpels.

Korbhenkelriss: Dieser führt zu sofortigen Beschwerden, da er oft mit Gelenkblockaden einhergeht.

Lappenriss: Der Meniskus reißt am inneren Rand ein. Dabei vergrößert sich der Riss. Schließlich bildet sich bei der weiteren Gewebezerstörung der in das Gelenk ragende Lappen.

Papageienschnabelriss: Der Riss beginnt in vertikaler Richtung am hinteren Meniskusteil und setzt sich zur Körpervorderseite hin fort. Er teilt den Meniskus in einen inneren und einen äußeren Anteil. Das entstehende bewegliche Fragment kann in den Gelenkraum hineinragen.

Ursachen und Risikofaktoren eines Meniskusrisses

Ein Meniskusriss entsteht vor allem dann, wenn das Knie sich gewaltsam verdreht oder umknickt. Auch Überlastungen des Kniegelenks bei sehr schnellen Start-Stop-Bewegungen oder heftige Drehbewegungen können den Meniskus überfordern und zu einem Riss führen.

Meniskusriss beim Sport

Oft ereignet sich ein Meniskusriss z. B. beim Skifahren, wenn sich der Ski verkantet und die Bewegungsenergie des Körpers aus voller Geschwindigkeit heraus, eine Verdrehung des Kniegelenks bewirkt. Auch beim Fußball, Basketball und anderen Kontaktsportarten kann es aufgrund der starken Beschleunigung und der hohen Krafteinwirkung durch einen Gegenspieler zu derartigen Verletzungen kommen.

Meniskusriss beim Arbeiten

Vor allem das Arbeiten in der Hocke belastet die Menisken besonders stark. Die extreme Beugung des Kniegelenks sowie die Last des Körpergewichts wirken stark auf den Meniskus. Auch das Anheben schwerer Lasten aus der Hocke in eigentlich rückengerechter Position, belastet den Meniskus.

Degenerativer Meniskusriss bei älteren Patienten

Bei älteren Patienten ist der Meniskus aufgrund des jahrelangen Verschleißes oft degenerativ vorgeschädigt. In solchen Fällen kann bereits eine kleine Belastung zu einem Riss führen. Einen degenerativ vorgeschädigten Meniskus vollständig wiederherzustellen, ist nicht ohne Weiteres möglich.

Orthopädische Risikofaktoren für den Meniskusriss

Jede regelmäßige Überlastung des Kniegelenks kann die Menisken schwächen. Übergewicht gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für Meniskusrisse oder Meniskusdegeneration. Eine Störung der Beinachse im Kniegelenk (z. B. X- oder O- Beine) kann dazu führen, dass Teilbereiche der Menisken schneller degenerieren. Auch ein vorangegangener Kreuzbandriss belastet die Menisken. Ist ein Kreuzband gerissen, wirken alle Scher- und Beschleunigungskräfte sowie Bremsbewegungen direkt auf die Menisken, ohne vom Sicherheitsgurt intakter Kreuzbänder abgebremst zu werden.  Durch rechtzeitige orthopädische Behandlung können Folgeschäden wie Gelenkverschleiß und Arthrose vermieden werden. Erfahrene Diagnostiker können beurteilen, ob ein Meniskusriss von alleine ausheilen kann oder behandelt werden muss.

Verletzung des Meniskus: Symptome

  • hörbares Knackgeräusch beim Riss im Kniegelenk
  • steifes und geschwollenes Kniegelenk
  • stechende Knieschmerzen beim in die Hocke  gehen oder Abwinkeln des Knies
  • das Kniegelenk lässt sich nicht vollständig beugen oder durchstrecken
  • das Kniegelenk ist blockiert
  • In der Kniekehle kann sich eine schmerzhafte Baker-Zyste bilden.

Wie wird einen Meniskusschaden diagnostiziert?

Anhand der Patientenbefragung (Anamnese) sowie der körperlichen Untersuchung kann der behandelnde Arzt den Meniskusriss in aller Regel bereits feststellen. Im Rahmen der klinischen Untersuchung wird die Beweglichkeit des Kniegelenks in unterschiedlichen Positionen getestet. Beurteilt werden Gangbild sowie Beuge- und Streckfähigkeit. Da der Riss im Gelenkspalt des Kniegelenks relativ eindeutige Schmerzen verursacht, kann die Diagnose auf diesem Weg bereits gut abgesichert wird.

Röntgenuntersuchung: Anhand der Röntgenuntersuchung kann der Kniespezialist die Gesamtsituation im Kniegelenk beurteilen. Die Dicke der Knorpelschicht wird ersichtlich. So kann z. B. eine Arthrose als Ursache der stechenden Schmerzen ausgeschlossen werden. Auch Knochenverletzungen oder Frakturen, die mit einer Verdrehungs- oder Umknickverletzung einhergehen, werden auf diese Weise ermittelt.

MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie): Während das Röntgenbild die Knochen darstellt, erstellt das MRT detaillierte Bilder aller Weichteilgewebe. So werden Sehnen, Bänder und Menisken durch eine detaillierte Bildgebung erfasst. Die MRT-Untersuchung macht Verlauf, Länge und genaue Lage der Meniskusschäden ersichtlich.

Therapiemöglichkeiten bei Meniskusverletzungen

Therapiemöglichkeiten bei Meniskusverletzungen zielen darauf ab, die Schmerzen zu lindern oder vollständig zu beseitigen. Die Behandlung soll die Beweglichkeit und Funktion des Kniegelenks wiederherstellen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der konservativen Therapie (ohne Operation) sowie der operativen Therapie. Welche Behandlung zum Einsatz kommt, hängt zum einen vom Ausmaß der Verletzung und zum anderen vom Alter des Patienten ab.

Kleinere und stabile Meniskusrisse können konservativ mit Physiotherapie und Medikamenten behandelt werden, wobei bei den meisten Meniskusschäden eine Operation notwendig ist. Um die Funktion als Stütze und Puffer weiterhin zu gewährleisten, versuchen Ärzte bei der Behandlung möglichst viel Knorpelgewebe zu erhalten.

Konservative Therapie

Bei der konservativen Therapie klärt der Arzt den Patienten zunächst über den natürlichen Verlauf der Erkrankung auf. Dabei erklärt er auch, wie gelenkschonendes Verhalten im Alltag den Verlauf beeinflusst (z.B. Vermeidung einer tiefen Hocke und Sportarten mit raschem Richtungswechsel).

Durch regelmäßige Krankengymnastik lässt sich eine schwache Muskulatur, vor allem die Oberschenkelmuskulatur, kräftigen. Eine zusätzliche Elektrotherapie kann unterstützend wirken. Gleichzeitig sollten Betroffene das Kniegelenk mithilfe von Unterarmgehstützen in der Heilungsphase teilweise oder vollständig entlasten.

Bei einem Meniskusriss mit gleichzeitiger Gelenkentzündung wirkt das Kühlen des Gelenks schmerzlindernd. Bestimmte Entzündungshemmer ohne Kortison wie z. B. nichtsteroidale Antirheumatika helfen ebenfalls gegen Schmerzen und Entzündungen. Bei sehr starken Beschwerden spritzt der Arzt örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) und entzündungshemmende Wirkstoffe (z.B. Kortison) direkt in das Kniegelenk.

Meniskusoperation: OP-Methoden

Die Meniskus-OP kann als Arthroskopie oder auch mittels der offenen Methode erfolgen. Die Eingriffe werden unter regionaler Narkose oder manchmal unter Vollnarkose durchgeführt. In den meisten Fällen kommt die arthroskopische Meniskusoperation zum Einsatz.

Arthroskopie: Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) ist eine sogenannte minimal-invasive Methode. Folglich wird bei der Meniskusoperation nicht ein einziger großer Schnitt angesetzt. Stattdessen erfolgen zwei bis drei kleinere Schnitte. Durch den ersten Schnitt wird eine stabförmige Kamera eingeführt, die Bilder aus dem Inneren des Kniegelenks auf einen Monitor überträgt. Die anderen Schnitte dienen der Einführung der Operationsinstrumente, mit denen abgerissene Teile entfernt oder eine Meniskusnaht anlegt wird. Durch die Arthroskopie können kleine Verletzungen der Haut schneller verheilen und nach dem Eingriff bleibt keine große Narbe zurück.

Offene Methode: Die offene Operationsmethode wird in aller Regel angewandt, wenn nicht nur eine Meniskusriss-Behandlung erfolgen soll, sondern zusätzlich Schäden an Bändern im Kniegelenk oder an der Gelenkkapsel bestehen. Dabei wird das Knie mit einem etwa fünf Zentimeter langen Schnitt geöffnet, der nach der Operation wieder vernäht wird. Die Entferung der Fäden erfolgt etwa zehn Tage danach.

Unabhängig davon, ob arthroskopisch oder offen operiert wird, stehen folgende Operationstechniken  zur Auswahl:

Meniskusrefixation (Meniskusnaht): Diese Technik dient der Rekonstruktion und somit dem vollständigen Funktionserhalt des Meniskusgewebes. Nicht alle Meniskusrissformen können refixiert werden. Bevorzugt geeignet sind Längsrisse.

Meniskusteilentfernung (Meniskusteilresektion): Das zerrissene Meniskusgewebe wird operativ entfernt. Dieses Standardverfahren wird vor allem bei degenerativen oder nicht refixierbaren Meniskusschäden angewandt. Hierbei wird möglichst viel Meniskusgewebe erhalten und alle zerrissenen, luxierbaren oder zerfaserten Anteile reseziert.

Meniskusersatz (Einbau eines künstlichen Meniskus): Die Implantation eines künstlichen Meniskus wird erwogen, wenn alle dem Erhalt des eigenen Meniskus dienenden Therapieoptionen ausgeschöpft sind, der Meniskus durch einen Unfall irreparabel geschädigt ist oder durch mehrfache erforderliche Teilresektionen zu mehr als zwei Dritteln fehlt.

Vor der Meniskus-OP-was ist zu beachten?

Vor einer Meniskusoperation wird das betroffene Knie einer körperlichen Untersuchung unterzogen und durchläuft eine Magnetresonanztomografie (MRT). Anhand der Bilder kann die beschädigte Stelle genau lokalisiert werden. Der Arzt stellt außerdem sicher, dass die Schmerzen im Knie nicht von anderen Strukturen wie Bändern oder Knorpelgewebe stammen. Je nach Ergebnis des MRT, wird die Behandlungsmethode gewählt. Oftmals ist allerdings erst eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) notwendig, um festzustellen, wie groß der Schaden tatsächlich ist. In diesen Fällen entscheidet der Chirurg während der Gelenkspiegelung, welche OP-Methode Anwendung findet.

Risiken der Meniskus-OP

Wie jeder operative Eingriff ist auch die Meniskusoperation mit gewissen Risiken verbunden.

Bei der offenen Operationsmethode kann es zu Nachblutungen kommen. Weiterhin besteht das Risiko, dass Keime in die Wunde eindringen und somit eine Infektion auslösen. Durch die Infektion im Kniegelenk kann der Kniegelenksknorpel schwer geschädigt werden kann. In seltenen Fällen bleiben die Schmerzen auch nach einer Operation bestehen oder kehren wieder. Ein Meniskusersatz birgt das Risiko, dass das Implantat reißt. Ebenfalls kann sich bei einem Meniskusersatz nach der Operation ein Erguss bilden, der eine Punktion des Knies nötig macht.

Auch nach einer einmaligen Meniskus-OP kann der Meniskus erneut reißen und muss ggf. erneut operativ behandelt werden.

Nach der Meniskus-OP - Krankheitsverlauf und Prognose

Eine Meniskus-OP wird in der Regel ambulant durchgeführt, so dass Patienten am Tag der OP bereits wieder nach Hause gehen können. Die Dauer der Heilungsphase ist von der OP-Art sowie der Größe des Meniskusschadens abhängig.

Sowohl nach einer Meniskusrefixation als auch nach einem Meniskusersatz dauert es mindestens zwei bis drei Monate bis das Knie wieder vollständig belastet werden kann. Bei frühzeitiger Belastung wird die Narbenbildung gestört und die Heilung verzögert. Patienten riskieren so einen erneuten Riss des noch nicht vollständig verheilten Gewebes.

Nach jedem Eingriff erfolgt eine individuelle Physiotherapie, bei der das Knie langsam wieder an die Bewegung gewöhnt und die Muskulatur gestärkt wird. Die Übungen sollten zur Unterstützung der Heilung auch zu Hause durchgeführt werden. Nach einer erfolgreichen, komplikationsfreien Meniskusoperation und strukturierter Nachbehandlung können Patienten Ihr Knie in aller Regel wieder annähernd wie vor der Verletzung belasten.

Prävention: Dem Meniskusriss vorbeugen

Einem Meniskusriss (Meniskusläsion) kann man nur bedingt vorbeugen. Um das Risiko für einen Meniskusschaden zu minimieren, ist Folgendes zu beachten:

  • Positionen in tiefer Hocke und gelenkbelastende Sportarten (Fußball, Handball, Tennis, Skifahren) vermeiden
  • Vor sportlichen Aktivitäten gut aufwärmen und ggf. geeignete Protektoren tragen.
  • Sind bereits Knieprobleme aufgetreten, empfehlen sich gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen.
  • Bei sitzenden Tätigkeiten wie im Büro sollte die Sitzhaltung häufig verändert werden.
  • Übergeweicht vermeiden oder abbauen, um die Kniegelenke samt Menisken zu entlasten.
  • Fehlstellungen der Beine bei einem Orthopäden behandeln lassen.

FAQs zum Thema Meniskus

Woran einen gerissenen Meniskus erkennen?

Bei einem traumatischen Meniskusriss kommt es direkt zu starken Schmerzen im betroffenen Gelenkspalt. Die Beweglichkeit im Kniegelenk ist eingeschränkt. Es treten Gelenkblockierungen, Einklemmungsgefühle und Hemmungen beim Strecken des Kniegelenks auf. Es bildet sich Flüssigkeit im Kniegelenk und Patienten spüren ein Knacken im Knie oder ein Schnappen im Kniegelenk.

Heilt ein gerissener Meniskus von alleine?

Meniskusrisse heilen kaum von alleine und ohne operativen Eingriff. Physiotherapie ist in jedem Fall empfehlenswert, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Vor allem nach Sportunfällen junger Patienten kann sich ein Riss wieder vollständig schließen. Gute Heilungschancen bestehen auch, wenn der Meniskus in der Nähe der Kapsel gerissen ist, weil er dort besser durchblutet wird.

Wie läuft eine Reha nach einer Meniskusnaht ab?

Nach einer Meniskusnaht empfiehlt sich eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen von ca. 15-20 kg für 4-7 Tage. Danach erfolgt ein individueller, dosierter Belastungsaufbau. Bis zur Vollbelastung sollte eine Thromboseprophylaxe mit Thrombosespritzen wie z.B. Fraxiparin erfolgen. Hinzu kommt das dauerhafte Tragen von Kompressionsstümpfen. Zur schnelleren Erlangung der vollen Funktionsfähigkeit sollte unterstützende Krankengymnastik durchgeführt werden.

Was kommt nach der Meniskusentfernung?

Nach einer Teilentfernung des Meniskus kann bereits am OP-Tag mit Gehstützen teilbelastet werden. Die Arbeitsfähigkeit ist bereits nach ein bis zwei Wochen gegeben. Schonende Sportarten wie Radfahren können vorsichtig wiederaufgenommen werden. Nach drei bis vier Wochen können auch belastende Sportarten wie Fußball, Tennis oder Joggen folgen.

Muss ein Meniskusschaden grundsätzlich sofort operiert werden?

Nein, denn der Eingriff ist nur bei Einklemmungserscheinungen durch einen Korbhenkelriss dringend notwendig. Dabei kommt es oft zu starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen bis hin zur Gehunfähigkeit. Oftmals ist eine konservative Meniskus-Therapie (ohne OP) ausreichend. Welche die richtige Therapieform ist, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Die Wahl der Therapie ist abhängig von der Stärke der Schmerzen, dem Alter des Betroffenen sowie den Anforderungen an die Belastbarkeit der Menisken.

Ist eine Meniskusoperation ein schwerwiegender Eingriff?

Die Meniskusoperation stellt in der Regel einen Routine-Eingriff mit guten bis sehr guten Ergebnissen dar. Die meisten Patienten empfinden die OP als wenig belastend. Wie bei allen operativen Eingriffen, sind auch bei der Meniskus-OP bestimmte Risiken vorhanden. Vor allem bei der offenen Operationsmethode kann es zu Nachblutungen kommen. Weiterhin können bei jeder Operation Keime in die Wunde gelangen und eine Infektion auslösen.

Wie lang wird meine Meniskusoperation dauern?

Wie lange eine Meniskus-OP dauert, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Die benötigte Zeit hängt von den erhobenen Befunden, anatomischen Gegebenheiten des einzelnen Patienten und den erforderlichen Maßnahmen ab. Die Einleitung der Vollnarkose sowie die Vorbereitung des Patienten dauert ca. 15 bis 20 Minuten. Der Eingriff an sich umfasst eine Dauer von ca. 30 bis 60 Minuten. Die Operationszeit kann sich allerdings durch erschwerte anatomische Bedingungen oder intraoperative Komplikationen in die Länge ziehen.

Meniskusoperation wie lange im Krankenhaus?

Eine Meniskus-Operation wird in aller Regel ambulant durchgeführt, solange keine besonderen Umstände dagegensprechen. Erfordert die Verletzung bspw. eine Operation am offenen Knie, kann eine stationäre Behandlung notwendig sein. Meistens kann der Patient das Krankenhaus jedoch schon am Tag der Meniskus-Operation wieder verlassen. Vor der OP sollte sichergestellt werden, dass der Patient nach dem Eingriff abgeholt wird und für die erste Zeit zu Hause unter Beobachtung steht. Wenn keine Komplikationen vorliegen, kann die Nachbehandlung ambulant und beim Patienten zu Hause erfolgen.

Meniskus-wie lange dauert die Heilung?

Wie lange die Heilung des Meniskus dauert, ist vom individuellen Fall eines jeden Patienten abhängig. Ausschlaggebend sind dabei die genaue Art der Verletzung sowie die Lage des Risses. Die Heilung des Meniskus benötigt in den meisten Fällen 6 bis 12 Wochen. Um die Heilung zu befördern, ist es wichtig, sich an die entsprechende Schonungsdauer zu halten. Verfrühte Belastung kann jede Behandlung zunichtemachen. Im Anschluss sollte zudem Krankengymnastik praktiziert werden.

Muss ich mit Komplikationen unter der Operation oder in der Nachbehandlung rechnen?

Eine Meniskus-Operation gilt als unbedenklicher Routine-Eingriff. Bei jeder Operation bestehen jedoch grundsätzlich eine Reihe von Risiken, über die der Patient im Vorfeld aufgeklärt wird. Während des Eingriffs kann es in seltenen Fällen zu Knorpel-, Bänder-, Schleimhaut- und Nervenverletzungen kommen. Vereinzelt kann es zu Infektionen kommen. Diese können zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer Gelenkversteifung führen. In solchen Fällen erfolgt eine entsprechende Behandlung mit z.B. Antibiotika.

Werden die Kosten für die ambulante Operation von meiner Kasse übernommen?

Da es sich bei einer Meniskusoperation nicht um einen kosmetischen Eingriff ohne medizinische Indikation handelt, muss der Patient die Kosten in aller Regel nicht selbst tragen. Sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenversicherungen tragen die Kosten des Eingriffs inklusive Diagnostik, Operationssaal, Vollnarkose und Nachbehandlung. Auch die Kosten einer anschließenden Reha-Behandlung muss der Versicherte meistens nicht aus eigener Tasche leisten. In seltenen Fällen ist der Einsatz von speziellen arthroskopischen Instrumenten empfehlenswert, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen. Dadurch können evtl. zusätzliche Kosten aufkommen.

Wann wieder Sport nach Meniskusriss-OP?

Wann nach einer Meniskus-OP wieder Sport betrieben werden darf, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Zeitpunkt ist sowohl von der Art der Verletzung als auch vom Heilungsverlauf abhängig. In unkomplizierten Fällen kann bereits 2-3 Wochen nach der OP wieder leichter Sport betrieben werden. 6-8 Wochen danach kann das Knie dann meistens wieder stärker belastet werden. In komplizierteren Fällen kann es sein, dass man nie wieder in gleicher Weise Sport treiben kann wie zuvor.


 

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