Kreuzbandriss

Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur): Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein hinterer Kreuzbandriss ist seltener als eine vordere Kreuzbandruptur. Er tritt oft als isolierte Verletzung (ohne Begleitverletzungen) auf. Ist allerdings ein Verkehrsunfall die Ursache, sind meistens weitere Anteile im Knie verletzt.


Erste Hilfe Tipps nach Kreuzbandriss

  • Knie (mit Bandage oder Orthese) ruhigstellen
  • Sportliche Aktivität sofort unterlassen
  • Knie mit Unterarmgehstützen entlasten
  • Schmerzmittel (Nichtsteroidalen Antirheumatika/NSAR) zur Behandlung der Schmerzen und Schwellungen
  • Bei Schwellung Knie hochlagern
  • Mit Eis kühlen

Wie bei anderen Sportverletzungen auch ist die PECH-Regel nützlich, um sich Erste-Hilfe-Maßnahmen leicht zu merken:

  • P wie Pause: Nach der Verletzung sofort eine Pause einlegen und sportliche Aktivität unterbrechen.
  • E wie Eis: Knie mit einer Kühlpackung (Cool-Pack) oder anderen kalten Gegenständen kühlen, um Blutungen und Schwellungen zu vermeiden.
  • C wie Compression: Kompressionsverband (z.B. aus dem Verbandskasten) um das Knie legen.
  • H wie Hochlagern: Betroffenes Bein hochlagern.

Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur): Was ist das?

Ein Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur) bezeichnet die vollständige oder teilweise Zerstörung der im Knie befindlichen Kreuzbänder. In der Folge entsteht eine Instabilität der Position von Oberschenkel- und Unterschenkelknochen im Kniegelenk. In den meisten Fällen ist das vordere Kreuzband betroffen. Dieses reißt etwa zehn Mal so häufig wie das hintere Kreuzband, da es bei typischen Unfallhergängen stärker belastet wird. Die Ursache liegt oftmals in Überlastung, traumatisches Umknicken oder Verdrehung des Kniegelenks. Der Kreuzbandriss ist meistens eine Sportverletzung, die vor allem beim Fußball oder Skifahren entsteht.

Die zwei Kreuzbänder haben die Aufgabe, das Knie zu stabilisieren. Sie begrenzen zudem seine Bewegung und schützen es vor Verrenkungen. Sie verlaufen im Inneren des Kniegelenks über Kreuz, vom Oberschenkelknochen zum Schienbein.

 

Kreuzband Grafik

Vorderes Kreuzband

Das vordere Kreuzband verdreht sich in der Kniebeugung und verhindert auf diese Weise das Weggleiten des Schienbeins gegenüber dem Oberschenkelknochen. Es schränkt zudem die Rotation im Kniegelenk ein und steuert den größten Anteil zur Stabilität des Knies bei. Das vordere Kreuzband besteht aus zwei Anteilen, die sich zur gemeinsamen Verankerung im hinteren, inneren Bereich des äußeren Gelenkfortsatzes des Oberschenkelknochens vereinigen. Eine Verletzung des vorderen Kreuzbands ist die häufigste Bandverletzung des Kniegelenks. Sie wird in den meisten Fällen durch einen Sportunfall hervorgerufen und tritt mit Begleitverletzungen auf.

Hinteres Kreuzband

Das hintere Kreuzband ist das stabilste der vier Kniebänder. Es verhindert einen Schub des Schienbeins nach hinten und besteht aus zwei Strängen, die gemeinsam zum hinteren Bereich des Schienbeinknochens ziehen.

Ein hinterer Kreuzbandriss ist seltener als eine vordere Kreuzbandruptur. Er tritt oft als isolierte Verletzung (ohne Begleitverletzungen) auf. Ist allerdings ein Verkehrsunfall die Ursache, sind meistens weitere Anteile im Knie verletzt.

Kreuzbandriss-Arten

Kreuzbandrisse unterscheiden sich in Ausmaß der Schädigung sowie durch unterschiedliche Lage. Ein Riss in der Mitte kann beispielsweise eher kreuzbanderhaltend operiert werden als ein Ausriss an der knöchernen Verankerung des Kreuzbandes.

Die Unterscheidung der unterschiedlichen Arten des Kreuzbandrisses beeinflusst die Wahl der Therapie maßgeblich.

Komplette Ruptur

Bei der kompletten Ruptur ist das Kreuzband vollständig gerissen. In den meisten Fällen befindet sich der Riss des vorderen Kreuzbandes im oberschenkelseitigen Anteil des Kreuzbandes. Die Stabilisierung des Kniegelenks ist in diesem Fall nicht mehr gegeben, da das Kreuzband keine Verbindung mehr zum Oberschenkel hat. Das gerissene Kreuzband hat keine Verbindung mehr zur Insertionsstelle ("Einfügestelle") und heilt daher auch nicht mehr zusammen.

Teilruptur

Sind nur die inneren Fasern im Kreuzband gerissen, spricht man von einer Teilruptur. Die äußere Hülle ist in diesem Fall lediglich gedehnt, die Stabilität im Kniegelenk ist aber dennoch nicht mehr gegeben. Zudem kann durchaus auch ein gradueller Verlust der Kreuzbandfunktion bestehen. Ist der Hauptteil des Kreuzbandes als Leitstruktur erhalten geblieben und die Stümpfe somit nicht vollständig getrennt, ist die Selbstheilung des vorderen Kreuzbandes möglich.

Ruptur durch Ausriss an der knöchernen Verankerung

In diesem Fall ist das Band aus seiner knöchernen Verankerung gelockert oder herausgerissen. Vor allem Kinder und Jugendliche sind oft von dieser Art des Kreuzbandrisses betroffen, da ihre Knochenstrukturen im Vergleich zu den Bandstrukturen eher schwächer sind. Das Kreuzband reißt mitsamt einem Knochenstück heraus und die Kreuzbandfunktion ist nicht mehr gewährleistet. Es besteht allerdings die Möglichkeit, einer operativen Refixierung des Kreuzbandes durchzuführen.

Ruptur des hinteren Kreuzbandes

Das hintere Kreuzband ist wesentlich kräftiger als das vordere Kreuzband und reißt dementsprechend viel seltener. Zudem wirken die meisten Traumata auf das vordere Kreuzband ein, so dass lediglich etwa 7-10 % aller Kreuzbandrisse das hintere Kreuzband betreffen. Typischerweise wird dieses im Zuge eines Autounfalls beim Anstoßen des Knies am Armaturenbrett verletzt.

Kreuzbandriss: Symptome 

  • Schwellung, die die Bewegungen im Gelenk einschränken kann
  • Bluterguss im oder um das Gelenk
  • Instabilitäts-, Zerreiß- und/oder Verschiebegefühl
  • Akuter, starker Schmerz im Inneren des Knies
  • Deutlich hörbares Knacken durch das reißende Kreuzband
  • Knie lässt sich nicht mehr ganz strecken
  • Nach Anschwellen des Kniegelenks stechender Schmerz aufgrund zunehmender Dehnung der Gelenkkapsel
  • Knie knickt im Gehen weg (Giving-way-Phänomen)

Kreuzbandriss: Ursachen und Risikofaktoren

Sport- und Autounfälle sind die häufigsten Ursache eines vorderen Kreuzbandrisses. Im Rahmen sportlicher Aktivitäten entsteht die Verletzung meistens beim Aufsetzen auf dem Boden mit abrupter Bremsbewegung. Das Knie ist gestreckt wie bei einem Sprung und wird unfreiwillig gebremst, gebeugt und nach außen gedreht. Vor allem beim Fußball und Skifahren ist das Risiko erhöht.

Ein vorderer Kreuzbandriss wird oft von einer Komplexverletzung begleitet. In solchen Fällen sind Innenmeniskus und/oder das Innenband ebenfalls geschädigt. Sind alle drei Strukturen betroffen, spricht man von einer "unhappy triad", dem "unglücklichen Dreier".

Ein hinterer Kreuzbandriss resultiert meistens aus äußerer Gewalteinwirkung bei Sport- oder Autounfällen. Durch gewaltsames Entgegenstemmen bei gebeugtem Knie kommt es zur Überdehnung des hinteren Kreuzbandes, das in der Folge reißt. Ebenso kann das hintere Kreuzband bei starken Drehbewegungen und seitlichem Aufklappdruck auf das Kniegelenk reißen. Dabei werden oft auch andere Teile des Knies verletzt.

Kreuzbandriss: Diagnose

Bei einem Kreuzbandriss ist ein Orthopäde, Unfallchirurg oder Sportmediziner aufzusuchen. Der Arzt stellt in aller Regel zunächst folgende Fragen:

  • Wie und wann haben Sie sich verletzt?
  • War beim Unfall ein Geräusch zu hören?
  • Konnten Sie danach noch gehen?
  • Bei welchen Bewegungen treten Schmerzen auf?
  • War das Knie früher schon einmal verletzt?

Bei einem vorderen Kreuzbandriss berichten Patienten meistens von einem Pop-Geräusch während des Unfalls und nachfolgenden Problemen beim Gehen. Das Reißen des hinteren Kreuzbandes wird seltener von einem Geräusch begleitet.

Körperliche Untersuchung und Tests

Der behandelnde Arzt untersucht das verletzte Knie und führt Stabilitätstests, Gang- sowie Balanceprüfungen durch. Zu den wichtigen Tests gehören der Schubladen-Test, der Lachman-Test und der Pivot-Shift-Test.

Beim Schubaldentest liegt der Patient auf dem Rücken bei 45 Grad Hüftbeugung und 90 Grad Kniebeugung am verletzten Bein. Kann der Arzt den Unterschenkel im Kniegelenk wie eine Schublade gegenüber dem Oberschenkel nach vorne schieben, liegt eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes vor. Lässt sich der Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel übermäßig nach hinten verschieben, ist das Zeichen für eine Verletzung des hinteren Kreuzbandes.

Zudem werden Durchblutung, Motorik und Sensibilität im betroffenen Bereich (DMS-Test) überprüft. Der Bewegungsumfang des verletzten Knies wird mit der gesunden Gegenseite verglichen.

Bildgebung

Die Röntgenuntersuchung zeigt, ob zusätzlich eine knöcherne Verletzung im Kniebereich oder ein knöcherner Bandausriss vorliegt. Der Kreuzbandriss selbst ist auf dem Röntgenbild nicht ersichtlich. Das erfordert andere bildgebende Verfahren wie z. B. die Magnetresonanztomografie (MRT-Untersuchung).

Kreuzbandriss: Behandlung

Nach einem Kreuzbandriss bestehen zwei Behandlungsmöglichkeiten: Die konservative Therapie, die auf eine Operation verzichtet, und die operative Rekonstruktion.

Kreuzbandriss: Konservative Behandlung

Wenn der Patient im Alltag oder Beruf keine starke körperliche oder sportliche Belastung ausübt und das Knie sich nach dem Kreuzbandriss stabil anfühlt, kann auf eine operative Behandlung verzichtet werden. Die konservative Behandlung fördert den Muskelaufbau im Bein in Form von Physiotherapie. Die Muskeln sollen die verlorene Bandfunktion im Knie kompensieren. Der kurzfristige Einsatz von Orthesen kann ebenfalls förderlich sein. Das Kreuzband wird auf diese Weise entlastet und für die Selbstheilung geschont.

Die konservative Therapie ist in folgenden Fällen möglich:

  • Das Aktivitätsniveau des Patienten ist niedrig. Risikosportarten und Kontaktsportarten werden nicht ausgeübt.
  • Es bestehen keine oder nur wenige Begleitverletzungen im Knie durch die Distorsionsverletzung.
  • Bei Teilruptur des Kreuzbandes müssen mindestens 75% des Kreuzbandes noch intakt sein.
  • Bei knöchernem Ausriss darf der Ausriss noch nicht verschoben sein. Er sollte der Ausriss-Stelle noch anhaften.

Die konservative Behandlung des Kreuzbandrisses ist jedoch auch zur Vorbereitung auf die operative Therapie durchzuführen. Sie wird ebenfalls zur Vermeidung von Komplikationen nach der OP angewandt.

Kreuzbandriss-OP

Ziel der Operation, ist der Erhalt der normalen Kniemechanik und –stabilität mit einer möglichst guten Rekonstruktion. Heutzutage wird eine Kreuzband-Operation fast ausschließlich minimal-invasiv durchgeführt. Die Operationsergebnisse sind beim hinteren Kreuzband in aller Regel nicht so gut wie beim vorderen Kreuzband.

In folgenden Fällen besteht eine sichere OP-Indikation nach Kreuzbandverletzung:

  • Es bestehen Begleitverletzungen der Außenbänder des Knies.
  • Es bestehen Begleitverletzungen am Meniskus.
  • Der Patient hat den Wunsch nach Fortsetzung der sportlichen Aktivität.
  • Der Patient geht einer körperlichen Arbeit nach.

Kreuzbandersatz: Die gängigste Methode ist der Kreuzbandersatz. Dabei wird eine körpereigene Sehne transplantiert, so dass keine Abstoßungsreaktionen zu erwarten sind. In der Regel wird ein Teil der Patellasehne zwischen Kniescheibe und Schienbein verwendet.

Kreuzband-Naht durch Refixation: Eine weitere Methode besteht in der Kreuzband-Naht durch Refixation des gerissenen Kreuzbandes. Mithilfe des sogenannten Ligamys®-Systems wird das gerissene Kreuzband zunächst durch ein Implantat stabilisiert. Die gerissenen Stümpfe werden auf diese Weise wieder fusioniert und können ohne äußere Krafteinwirkung zusammenheilen. Gelingt das, ist eine Kreuzbandplastik mit körpereigenen Sehnen nicht mehr notwendig. Die Kreuzbandrefixation kann allerdings nur innerhalb der ersten drei Wochen nach der Kreuzbandverletzung durchgeführt werden.

Doppelbündeltechnik: Für Leistungssportler bietet sich die Doppelbündeltechnik an. Das vordere Kreuzband besteht aus zwei fast unabhängigen Faserbündeln, die spiralförmig umeinandergewickelt sind. Durch die sogenannte Doppelbündeltechnik werden diese rekonstruiert. Zwei Ersatzsehnen werden spiralförmig umeinandergewickelt und unabhängig voneinander zur Einheilung verankert. Die Stabilität ist fast doppelt so hoch wie bei der üblichen Einzelbündeltechnik.

Ursachen für Beschwerden nach vorderer Kreuzbandoperation

Das Ergebnis einer Kreuzbandoperation kann unter Umständen nicht zufriedenstellend sein, wenn nach mehrmonatiger Rehabilitation mit Physiotherapie dennoch Beschwerden in dem betroffenen Kniegelenk verbleiben.

Beschwerden nach vorderer Kreuzbandersatzplastik können z.B. auftreten aufgrund von:

Nicht verheilte Knorpel-Knochen-Prellung und Knorpelschaden: Bei den meisten Kreuzbandverletzungen entsteht durch die Verrenkung des Kniegelenks eine Knochen-Prellung und Quetschung. Oft bleiben die Prellungen folgenlos und verheilen. Hat bei der Verletzung eine hohe mechanische Kraft gewirkt, kann es jedoch auch zu bleibenden Schäden am Knorpel oder auch zusätzlich am darunterliegenden Knochen kommen.

Mechanisch störende Implantate (Schrauben, Pins etc.): Um die Transplantatenden zu fixieren, werden Implantate genutzt, die z.B. aus Titan, Polylactid oder Tricalziumphosphat bestehen. Je nach Fixationsmethode, können Implantate gelegentlich die umgebenden Weichteile des Kniegelenks irritieren, wenn sie bspw. nicht vollständig im Knochen versenkt sind oder direkt unter einer Sehne liegen, so dass diese nicht reibungsfrei über das Implantat gleiten kann.

Allergien auf Implantate: Resorbierbare Implantate können im Knochen belassen werden, da sie vollständig resorbieren und sich langfristig in Knochen umwandeln. In manchen Fällen kommt es jedoch zu einer Knochenentzündung nach Fixation. Das Material wird während des Abbauprozesses abgestoßen und der Knochen, in dem sich das Transplantat befindet, wird sehr druckempfindlich und weniger belastbar.

Fehlplatziertes, vorderes Kreuzband: Verläuft das vordere Kreuzband nicht optimal, kann diese Fehlplatzierung eine hartnäckige Bewegungseinschränkung zur Folge haben. Zudem kann das Transplantat z.B. bei eng angelegter Notch (Kanal zwischen den zwei Oberschenkelrollen, in dem das Transplantat verläuft) am Oberschenkel reiben. Das erzeugt ein Schnappen im Gelenk. Eine Notch kann sich auch zunehmend verengen, wenn Reiz- oder Entzündungsvorgänge im Kniegelenk länger anhalten.

Zyklopsyndrom: Das Zyklopsyndrom beschreibt eine innere Gelenkvernarbung, deren Ursache nicht eindeutig geklärt ist. In der Folge entsteht ein verdicktes Bindegewebe im Bereich der Notch mit daraus resultierendem Streckdefizit. Diese Komplikation kann auch erst mehrere Monate nach dem Eingriff entstehen.

Plika Syndrom: Beim Plika Syndrom kommt es zu einer Verdickung/Vernarbung der Schleimhautkapseln im Kniegelenk, die für die Aufhängung der Gelenkkapsel verantwortlich sind. Sie liegen nahe am Oberschenkelknochen und verursachen oft ein typisches Schnappphänomen beim Beugen oder Strecken des Kniegelenks. Langfristig kann das zu einer Knorpelschädigung in dem Knorpelareal führen über das die Plika „reibt“. In solchen Fällen ist eine operative Entfernung des verdickten und überschüssigen Gewebes notwendig.

Knieinstabilität durch Schädigung anderer Bänder oder (Teil-)riss des Transplantates: Erfährt ein Transplantat eine Überlastung oder reißt zum Teil ein, muss zunächst der Grad der Instabilität sowie die Stabilität des verbleibenden Transplantates bestimmt werden. Neben der körperlichen Untersuchung, gibt eine Ganganalyse auf einem Laufband mit Videoaufzeichnung, Auskunft über einen unphysiologischen Bewegungsablauf. Je nach Grad und Lokalisation der Knieinstabilität kann die Instabilität durch gezielte Physiotherapie kompensiert werden. Zusätzlich können Bandagen oder Orthesen das Gelenk z.B. beim Sport schützen. In Fällen ausgeprägter Instabilität kann eine erneute OP nötig sein.

Sekundär entstandener Meniskusschaden: Bei einem Meniskus-Riss klemmt sich ein Meniskuslappen zwischen Ober- und Unterschenkelknochen ein, so dass an dieser Stelle eine kurzzeitige Blockierung ausgelöst wird. Umgeschlagene Meniskuslappen irritieren zudem anliegende Gelenkkapseln.

Beschwerden an der Transplantatentnahmestelle: Wird die Kniescheibensehne als Transplantat verwendet, wird ein kleines Knochenblöckchen jeweils aus der Kniescheibe und aus dem Unterschenkel herausgenommen, an denen dann die Kniescheibensehne hängt. Die Schädigung des Sehnenansatzes kann Schmerzen an der Kniescheibenspitze hervorrufen, die insbesondere beim Sprung- und Laufsport oder auch beim Hinknien auftreten.

Vorgehen bei Beschwerden nach Kreuzbandersatz:

  • Ärztliche Untersuchung mit Ganganalyse, Stabilitäts- und Muskelfunktionstest
  • Röntgen, Ultraschalluntersuchung, Kernspintomographie, Fußdruckmessung

Kreuzbandriss: Krankheitsverlauf und Prognose

Nach einem Kreuzbandriss kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen wie Blutungen, Gelenkinfektionen, Thrombose, Nerven- und Gefäßverletzungen. Sowohl bei der operativen als auch bei der konservativen Behandlung sind die Langzeitergebnisse nach einem Kreuzbandriss überwiegend gut. Damit es nicht zu einem frühzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) kommt, ist konsequente Krankengymnastik, unabhängig von der Therapiemethode, sehr wichtig. Die Muskeln sollten also auf Dauer regelmäßig trainiert werden (v. a. die Oberschenkelmuskeln).

Auch wenn nach einem erfolgreich behandelten Kreuzbandriss kniebelastende Sportarten wie Fußball oder Skifahren wieder möglich sind, ist zu bedenken, dass das Knie nach der Verletzung nicht mehr so stabil ist wie vorher.

Kreuzbandriss vorbeugen

Um einem Kreuzbandriss vorzubeugen, gilt es vor allem bei sportlichen Aktivitäten gewisse Tipps zu beachten:

  • Vor jeder sportlichen Betätigung Muskulatur gut aufwärmen.
  • Koordinationsfähigkeit durch Sprungschulung und Lauftraining verbessern.
  • Regelmäßiges Krafttraining, um einem frühzeitigen Verschleiß des Kniegelenks (Arthrose) vorzubeugen. Starke Muskeln stabilisieren das Knie.
  • Sportarten betreiben, die das Knie weniger belasten (z. B. Radfahren, Schwimmen).
  • Beim Skifahren breitbeinig fahren. Die größere Auflagefläche bietet mehr Stabilität.

Kreuzbandriss: Was kostet die Behandlung?

Die Kosten einer Kreuzband OP belaufen sich auf 5.000 bis 10.000 Euro. Die Höhe der Kosten ist abhängig davon, welche OP-Methode zum Einsatz kommt, wie aufwändig die Vorbereitung ist und welche Nachsorge-Maßnahmen erforderlich werden. Außerdem ist entscheidend, ob bei einem vorderen Kreuzbandriss auch Schäden an den Menisken, den umgebenden Blutgefäßen oder an anderen Bereichen des Knies eingetreten sind, die ebenfalls operativ versorgt werden müssen.

Kreuzbandriss: Was muss man selbst bezahlen?

In aller Regel bezahlen sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen den Eingriff am Kreuzband. Bei Nachsorge, Krankengeld und Reha – Maßnahmen werden unterschiedliche Leistungen erbracht. Gesetzliche Krankenkassen leisten keine Kostenerstattung für eine Reha nach Kreuzband-OP. Bei einigen privaten Krankenkassen wird die Leistung im Einzelfall nach Antrag erbracht.

Abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten, von den korrespondierenden Schäden im Knie und den speziellen Lebensumständen, können Zusatzkosten entstehen, die von den Krankenkassen nur teilweise übernommen werden. Eine alleinerziehende Person mit einem Kind unter 12 Jahren kann bspw. Kostenerstattung für eine Haushaltshilfe beantragen. Einige private Krankenkassen leisten für Nachbehandlungen wie Akupunktur, Stoßwellentherapie oder Magnetfeldtherapie. In vielen Fällen sind diese Behandlungen allerdings selbst zu bezahlen.

Kreuzbandriss: Was übernimmt die DFV?

Als Kassen­patient mit Kreuzbandriss hat man lediglich Anspruch auf das nächst­ge­lege­ne geeignete Ver­trags­kranken­haus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wünschen Sie ein anderes Kranken­haus, müssen Sie die Mehr­kosten selbst zahlen. Unsere Kranken­haus­zusatz­versicherung DFV-KlinikSchutz bietet Ihnen freie Krankenhauswahl.

Zudem werden Sie als Kassenpatient in aller Regel vom diensthabenden Stationsarzt behandelt. Wünschen Sie die Behandlung von einem spezialisierten Arzt oder sogar vom Chefarzt, haben Sie diese Kosten auch privat zu tragen. Mit der sta­tion­ären Kranken­zusatz­versicherung DFV-KlinikSchutz haben Sie auch als Kassenpatient Zugang zu privatärztlichen Leistungen und Ihnen werden die Mehrkosten einer Chefarzt­behandlung erstattet.

Wünschen Sie im Krankenhaus Ruhe und Komfort in einem Ein- oder Zweibettzimmer müssen Sie als gesetzlich Versicherter mit hohen Zuschlagszahlungen rechnen. Der DFV-KlinikSchutz ermöglicht Ihnen eine bestmögliche Unterbringung und ersetzt die Aufwendungen für die Unterbringung im Ein- oder Zweibett­zimmer.

Zudem bietet der DFV-KlinikSchutz unter anderem Krankenhaustagegeld sowie Kostenübernahem für vor- und nachstationäre Behandlungen.

Unsere Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Premium ist Stiftung Warentest Testsieger (12/2018) und wurde mit der absoluten Bestnote „SEHR GUT“ (0,7) ausgezeichnet! Keine andere Versicherung bietet bessere Leistungen bei einem Krankenhausaufenthalt.

FAQs zum Thema Kreuzbandriss

Welcher Arzt bei Kreuzbandriss?

Bei Knieverletzungen sind Orthopäden, Unfallchirurgen und Sportmediziner die richtigen Fachärzte. Diese führen bei Verdacht auf eine Kreuzbandverletzung die entsprechenden Tests durch und begleiten den Patienten während der weiteren Behandlung. In vielen Fällen arbeiten Orthopäden auch mit Reha-Zentren zusammen, die die Krankengymnastik übernehmen.

Wie lange im Krankenhaus nach Kreuzbandriss?

Nach einer Operation des Kreuzbandes bleiben Patienten in der Regel noch zwei bis drei Tage im Krankenhaus, bevor sie entlassen werden. In dieser Zeit werden erste Spannungs- und Bewegungsübungen durchgeführt, um den Betroffenen schnell wieder zu mobilisieren. Für etwa vier Wochen wird der Bewegungsumfang jedoch auf eine Beugung von maximal 90 Grad eingeschränkt. Zudem sollte die Belastung so gering wie möglich und definitiv unter 20 Kilogramm gehalten werden.

Wie lange krank nach Kreuzbandriss?

Das Kreuzbandriss bedeutet zunächst Arbeitsausfall. Eine Krankschreibung von mindestens zwei bis drei Wochen ist nach jedem vorderen Kreuzbandriss obligatorisch. Patienten, die einen körperlich nicht-belastenden Beruf ausüben, werden oft auch für etwa vier Wochen krankgeschrieben. Der Körper benötigt diese Erholungspause nach der Knieoperation dringend. Bei Patienten, die während der Arbeit schweren körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, kann die Arbeitsunfähigkeit individuell verlängert werden.

Kreuzbandriss: Wie lange dauert die Heilung?

Der vollständige Bewegungsumfang sowie Schmerzfreiheit sind in der Regel frühestens nach sechs bis neun Monaten gewährleistet. Sportliche Aktivitäten, die mit einer geringeren Belastung auf das Kniegelenk einhergehen wie z. B. Fahrradfahren auf ebener Strecke, sollten frühestens nach ca. zwei Monaten erfolgen. Nach etwa drei Monaten dürfen Patienten wieder schwimmen. Frühestens vier Monate nach dem Eingriff sind Laufsportarten sowie leichtes Joggen möglich.

Wie lange Schmerzen nach Kreuzbandriss?

In den ersten Tagen nach dem Eingriff ist ein dumpfer Ruheschmerz mit stechenden Schmerz-Spitzen zu spüren. Diese nehmen im Verlauf ab, bereiten allerdings vor allem nachts Probleme. Nach etwa einer Woche können die meisten Patienten die Schmerzmittel-Einnahme drastisch senken. Bei Bewegungen kann es an der Entnahmestelle der Sehne zu Schmerzen kommen. Die Entnahmestelle für das Transplantat kann auch noch längere Zeit Probleme verursachen. Nach etwa sechs Wochen sollten keine großen Schmerzen mehr zu spüren sein. Im Idealfall bereitet das Kniegelenk nach einem halben Jahr keinerlei Beschwerden mehr.

Wie lange kein Sport nach Kreuzbandriss?

Kurze Zeit nach der OP sind leichte Bewegungsübungen angeraten. Fahrradfahren auf einem Heimtrainer kann recht zügig wiederaufgenommen werden, wenn der behandelnde Arzt diesbezüglich keine Bedenken äußert. Bis zu drei Monaten nach der OP sollte auf Fahrradstrecken mit Steigungen verzichtet werden.Leichtes Lauftraining ist erst nach 4 Monaten wieder angeraten und Kontaktsport nach etwa sechs Monaten.Wie und wann die Intensität des Sports gesteigert werden kann, hängt vom individuellen Heilungsverlauf und der körperlichen Verfassung ab. Eine Einschätzung über die Belastungsfähigkeit geben der Arzt und der Physiotherapeut. 

Wer zahlt bei Kreuzbandriss? 

Sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen bezahlen die Kreuzband-OP. Bei Krankengeld und Reha – Maßnahmen bestehen allerdings unterschiedliche Leistungen. Gesetzliche Krankenkassen tragen die Kosten für eine Reha nach dem Eingriff nicht mehr während bei einigen privaten Krankenkassen eine entsprechende Leistung besteht. Kosten für Reha, Haushaltshilfe, Akupunktur, Stoßwellentherapie oder Magnetfeldtherapie müssen uner Umständen vom Patienten selbst getragen werden

Wo hat man Schmerzen bei einem Kreuzbandriss?

Nach einem Kreuzbandriss sind Schmerzen im Knie zu spüren. Sobald die Kreuzbandriss-OP durchgeführt wurde, ist kurze Zeit danach ein dumpfer Ruheschmerz zu spüren. Dieser bereitet nachts oft Probleme, nimmt jedoch schnell wieder ab. Nach etwa einer Woche kommen die meisten Patienten gut ohne Schmerzmittel zurecht. Bei Bewegungen kann es an der Entnahmestelle der Sehne weiterhin zu Schmerzen kommen. Nach ca. sechs Wochen sollten allerdings keine großen Schmerzen mehr zu spüren sein. Im Idealfall sind Betroffene nach sechs Monaten beschwerdefrei.

Welche Übungen nach Kreuzband-OP?

In den ersten Tagen nach der Operation bestehen die therapeutischen Übungen im Hochlegen und Stillhalten des Beines. Muskelkräftigung und Muskeldehnung entlasten Kniegelenk sowie Kreuzband und fördern die Durchblutung des Transplantats. Nach etwa zwei Wochen wird die Belastung langsam gesteigert. Als therapeutische Übung kann ein Kissen oder Handtuch auf den Boden unter das Knie gelegt werden. Auf dem Rücken liegend wird die Kniekehle leicht gegen die Unterlage gedrückt und die Fußspitze nach oben gezogen. Nach etwa sechs Wochen können Übungen mit leichtem Krafteinsatz erfolgen.

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