Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz - Ursachen, Symptome, Therapie

In Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen unter einer Herzschwäche, die in Fachkreisen als Herzinsuffizienz bezeichnet wird. Chronische Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Todesursachen in Europa. Betroffene haben oft Luftnot und sind bei körperlichen Belastungen schnell ermüdet.


SOS: Erste-Hilfe-Tipps bei Herzinsuffizienz

Im Notfall macht sich eine akute Herzinsuffizienz durch starke Atemnot, ein Druckgefühl in der Brust sowie durch Wassereinlagerungen (bspw. geschwollene Knöchel) bemerkbar.

Bemerken Sie diese Symptome bei sich selbst oder bei anderen, wählen Sie sofort die 112. Bei Herzinsuffizienz kommt es im Notfall auf jede Sekunde an. Bis der Notarzt eingetroffen ist, sollten Sie den Betroffenen, wenn er nicht bewusstlos ist, aufsetzen und ihn abstützen, damit ihm das Atmen leichter fällt. Sprechen Sie mit dem Betroffenen, um ihn bei Bewusstsein zu halten. Ist er bereits bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und achten darauf, dass seine Atemwege frei sind und er möglichst gut atmen kann.

Was ist Herzinsuffizienz?

Herzschwäche wird medizinisch als Herzinsuffizienz bezeichnet. Bei dieser Erkrankung ist die Funktion des Herzens aus den unterschiedlichsten Gründen gestört, so dass die Pumpleistung des Herzmuskels nicht mehr gewährleistet ist. Der Herzmuskel kann nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen, um ihn ausreichend mit Sauerstoff und Energie zu versorgen. Die verminderte Pumpleistung kann sowohl die rechte als auch von die linke Herzkammer betreffen. Man unterscheidet dementsprechend zwischen einer Rechtsherzinsuffizienz und einer Linksherzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz: Arten

Ort der Herzschwäche

Rechtsherzinsuffizienz (Schwäche der rechten Herzhälfte): Die rechte Herzkammer, die das sauerstoffarme Blut zur Lunge pumpt, ist in ihrer Funktion eingeschränkt. Es strömt mehr sauerstoffarmes Blut aus dem Körperkreislauf nach, als die rechte Herzkammer in Richtung Lunge weitertransportieren kann. Durch diesen Blut-Rückstau erhöht sich der Druck in den Venen, so dass Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst wird. In der Folge entstehen charakteristische Wassereinlagerungen, vor allem in den Beinen.

Linksherzinsuffizienz (Schwäche der linken Herzhälfte): Eingeschränkte Pumpfunktion der linken Herzkammer, die das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf bzw. zu den Organen (Gehirn, Leber, Nieren usw.) pumpt. In der Folge gelangt zu wenig Blut zu Organen und Gewebe. Da der Rückstau des Blutes von der linken Herzhälfte bis in die Lungengefäße reicht, kann sich bei einer Linksherzinsuffizienz Wasser in der Lunge ansammeln (Lungenödeme).

Globale Herzinsuffizienz: Die globale Herzinsuffizienz bezeichnet eine Kombination aus Linksherzinsuffizienz und Rechtsherzinsuffizienz. Dabei ist das ganze Herz von einer Pumpschwäche betroffen.

Dauer und Entstehungszeit der Herzschwäche

Die Einteilung in akute oder chronische Herzschwäche gibt Aufschluss zu Dauer und Entstehungszeit der Herzschwäche.

Chronische Herzinsuffizienz: Die chronische Herzschwäche kommt häufiger vor als die akute Form. Sie ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der zu Beginn Symptome wie Atemnot von Betroffenen häufig noch gar nicht wahrgenommen werden, denn der Körper kann die chronische Herzschwäche anfangs durch Kompensationsmechanismen noch ausgleichen.

Akute Herzinsuffizienz: Die akute Form der Herzschwäche tritt plötzlich auf und kann infolge einer chronischen Herzinsuffizienz entstehen, wenn der Körper nicht länger in der Lage ist, diese auszugleichen. Auch nach einem Herzinfarkt, bei dem ein Teil des Herzens geschädigt wurde, kann es zu diesem akuten Notfall kommen. Die akute Herzschwäche macht sich bspw. durch Schmerzen in der Brust, starke Luftnot, schweißige Haut und/oder Herzrasen bemerkbar.

Funktionseinschränkung des Herzens

Die Unterscheidung zwischen systolischer oder diastolischer Herzinsuffizienz gibt Aufschluss darüber, welche Funktion des Herzens genau gestört ist.

Systolische Herzinsuffizienz: Das geschwächte Herz kann sich nicht mehr so zusammenziehen wie bisher und pumpt deshalb weniger Blut in den Körper.

Diastolische Herzinsuffizienz: Die diastolische Herzinsuffizienz ist eine Form der Linksherzinsuffizienz. Dabei ist die Fähigkeit der linken Herzhälfte, Blut aufzunehmen, reduziert, da sie ihre Elastizität verloren hat. Die diastolische Herzinsuffizienz tritt eher bei Frauen auf, während Männer häufiger von der systolischen Herzinsuffizienz betroffen sind.

Herzinsuffizienz: Ursachen

Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien): Das Muskelgewebe des Herzens ist zu schwach, um ausreichend Blut in den Blutkreislauf zu pumpen. Eine Herzmuskelerkrankung kann sich genetisch bedingt oder auch nach einer erlittenen Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ausbilden. Herzmuskelentzündungen werden meistens durch eine Virus-Infektion verursacht und können auch unbemerkt ablaufen. In diesen Fällen kommt es Monate oder Jahre später zur Manifestation einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz.

Koronare Herzkrankheit (KHK): Diese Erkrankung bezeichnet eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße. Die Herzkranzgefäße sind für die Durchblutung des Herzmuskels zuständig. Tritt eine Arteriosklerose ein, sind die Herzkranzgefäße verengt und verkalkt, so dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. In der Folge kann es zu einem Herzinfarkt mit Verlust der Pumpkraft des Herzens kommen.

Herzklappen: Sind die Herzklappen verengt oder können nicht mehr richtig schließen, wird nicht mehr länger die optimale Menge an Blut mit einem Herzschlag in den Blutkreislauf gepumpt.

Systemische Speichererkrankung: Bei systemischen Speichererkrankungen kommt es zu einer Ablagerung verschiedener Stoffe im Herzen, die die Herzfunktion zunehmend einschränkt.

Herzinsuffizienz: Symptome

Die Herzschwäche kann zu Beginn ohne merkliche Symptome verlaufen, weil der Körper die verringerte Leistung des Herzens zunächst ausgleicht oder weil die Beschwerden fälschlicherweise als normale Alterserscheinungen interpretiert werden. Schreitet die Erkrankung weiter fort, treten typischerweise folgende Symptome auf:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Kurzatmigkeit
  • Luftnot
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Leistungsminderung, Konzentrationsstörungen
  • geschwollene Füße oder Beine durch Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • plötzliche, unbegründete Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen innerhalb weniger Wochen
  • häufiger nächtlicher Harndrang
  • Druck auf der Brust
  • krampfartige Schmerzen in der Brust (Angina pectoris)
  • Atemschwierigkeiten im flachen Liegen
  • häufiges Aufwachen durch Hustenreiz in der Nacht
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Appetitlosigkeit, Verstopfung und Völlegefühl

Herzinsuffizienz: Diagnose

Klinische Untersuchung und Anamnese

Eine rein klinische Diagnose der Herzinsuffizienz ist im Anfangsstadium der Erkrankung sehr schwierig, da typische Symptome sowie klinische Befunde nicht ausreichend spezifisch sind.

Aus diesem Grund steht bei Patienten mit Beschwerden einer Herzinsuffizienz (Dyspnoe, Orthopnoe, Müdigkeit, reduzierte Belastbarkeit, Ödeme) zunächst die gründliche körperliche Untersuchung im Vordergrund. Dabei ist auf klinische Befunde wie Jugularvenenstauung, lateralisierter Herzspitzenstoß, dritter Herzton, basale Rasselgeräusche sowie periphere Ödeme zu achten. Zudem erfragt der Arzt etwaige Vorerkrankungen, die die Entstehung einer Herzinsuffizienz begünstigen (z. B. KHK, Hypertonie).

Laboruntersuchung

Die Laboruntersuchung beinhaltet Parameter wie Blutbild, Natrium, Kalium, Kalzium, Harnstoff, Kreatinin, Leberenzyme, Urinstatus etc. Diese Laborwerte geben Aufschluss darüber, ob den Symptomen evtl. reversible Ursachen zugrunde liegen (Anämie, Schilddrüsendysfunktion, Nierenfunktionsstörung) und ob der Patient für eine Therapie z. B. mit ACE-Hemmern geeignet ist.

Die eigentliche Diagnose "chronische Herzinsuffizienz" lässt sich mit diesen Untersuchungen allerdings nicht abschließend stellen.

Ultraschalldiagnostik

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) erlaubt eine schnelle und risikofreie Beurteilung der Herzmuskelfunktion, der Herzklappen und des Herzbeutels. So kann die Verdachtsdiagnose Herzinsuffizienz bestätigt oder ausgeschlossen und wesentliche Ursachen festgestellt werden.

Röntgenuntersuchung

Die Röntgenaufnahme des Brustkorbes bildet Herz und Lunge ab. Bei leichteren Formen der Herzinsuffizienz zeigt sie in der Regel noch ein unauffälliger Befund. Im fortgeschrittenen Stadium werden eine Herzvergrößerung sowie die Erweiterung der Lungenvenen („Lungenstauung“) sichtbar.

Herzkatheter-Untersuchung

Um eine koronare Herzkrankheit als Ursache der Herzschwäche feststellen oder ausschließen zu können, wird oft eine Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiografie durchgeführt. Dabei können die Druckverhältnisse im und am Herzen gemessen und evtl. Verengungen der Herzkranzgefäße beurteilt werden.

MRT

Mit einer Magnetresonanz-Tomographie (MRT) lassen sich das Herz und die großen Gefäße detailliert und ohne Strahlenbelastung untersuchen.

Herzinsuffizienz: Verlauf

Die Herzinsuffizienz lässt sich in verschiedene Schweregrade einteilen. Die New York Heart Association (= Herzvereinigung New York) sieht eine Einteilung in vier Stadien vor:

Stadium I: Körperliche Alltagsbelastungen lösen noch keine unangemessene Erschöpfung, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen aus.

Stadium II: Körperliche Alltagsbelastungen wie z. B. Treppensteigen führen zu übermäßiger Erschöpfung, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen.

Stadium III: Geringe körperliche Belastungen führen zu Erschöpfung, Herzrhythmusstörungen oder Atemnot. In Ruhe treten noch keine Beschwerden auf.

Stadium IV: Beschwerden treten bei allen körperlichen Aktivitäten und auch in Ruhe auf. Betroffene sind bettlägerig und benötigen eine Herztransplantation.

Herzinsuffizienz ist nicht heilbar und die Symptome können nur sehr selten soweit gemindert werden, dass ein vollkommen unbeeinträchtigtes Leben möglich ist. Allerdings kann jeder Patient selbst beeinflussen, ob und wie weit die Krankheit fortschreitet. Durch eine Änderung des Lebensstils und einen bewussten Umgang mit der Krankheit können Betroffene ihre Prognose verbessern.

Herzinsuffizienz: Behandlung

Was kann der Arzt machen?

Medikamente

Für eine erfolgreiche medikamentöse Herzinsuffizienz-Therapie ist in der Regel eine individuelle Kombination aus verschiedenen Präparaten notwendig. Diese sollen Symptome der Herzschwäche abmildern. Je nach Schweregrad der Herzschwäche kommen folgende Medikamente zum Einsatz:

Blutdrucksenkende Medikamente: ACE-Hemmer weiten die Blutgefäße und senken so den Blutdruck, was zu einer Entlastung des Herzens führt. Zudem kann mit ihnen auch eine weitere Vergrößerung des Herzens vermieden werden. Kommt es bei der Einnahme von ACE-Hemmern zu Nebenwirkungen wie Reizhusten, sind sogenannte AT-1-Blocker, die ähnlich wirken, eine Alternative.

Entwässernde und blutdrucksenkende Medikamente: Die sogenannten Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI) senken zum einen den Blutdruck und zum anderen wird der Abbau von körpereigenen, herzschützenden und entwässernden Hormonen verhindert. So scheidet die Niere vermehrt Wasser aus, das Herz wird entlastet und besser mit Blut versorgt.

Medikamente zur Verlangsamung der Herzfrequenz: Sogenannte Beta(-Rezeptoren)-Blocker verhindern die Wirkung des Stresshormons Adrenalin und des Botenstoffs Noradrenalin, das ebenfalls bei Stress gebildet wird. Dadurch schlägt das Herz ruhiger und benötigt weniger Sauerstoff.

Medikamente zur Stabilisierung des Herzrhythmus: Die aus der Heilpflanze Fingerhut gewonnenen Digitalispräparate stärken die Fähigkeit des Herzens, sich zusammenzuziehen. Sie werden allerdings nur noch selten verordnet und eher zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern eingesetzt.

Entwässernde Medikamente: Sogenannte Diuretika bewirken eine erhöhte Harnproduktion, so dass Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, der Lunge und anderen Körperteilen ausgeschieden werden. Darüber hinaus filtern die Nieren vermehrt Wasser und Salz aus dem Blutstrom. In der Folge wird die Blutmenge verringert und das Herz somit entlastet, weil weniger Flüssigkeit durch den Körper transportiert werden muss.

Alle Medikamente sollten vor Einnahme mit dem Arzt abgesprochen sein und nicht eigenständig abgesetzt werden. Halten Sie zudem auch unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt, wenn Sie die Therapie um freiverkäufliche Arzneimittel ergänzen wollen, da es zu Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten kommen kann.

OP

Liegt in Folge einer Koronaren Herzerkrankung eine Gefäßverengung vor, kann der Blutfluss in den Herzkranzarterien durch eine Gefäßerweiterung oder durch eine Bypass-Operation verbessert werden. Bei schweren Klappen-Erkrankungen kann eine Operation mit Klappen-Rekonstruktion oder -Ersatz durch eine biologische oder mechanische Klappen-Prothese notwendig sein.

Bei schwerster Herzinsuffizienz ist die Herztransplantation eine letzte aber fest etablierte Therapieform, da sie die Überlebensrate, Belastbarkeit und Lebensqualität bei schwerkranken Patienten verbessert. Zur Überbrückung der Wartezeit bis zu einer Herztransplantation können ein Kunstherz oder so genannte ventrikuläre Assist-Systeme eingesetzt werden.

Nach der Herztransplantation ist eine intensive postoperative Betreuung sowie eine durchgreifende Therapie mit so genannten Immunsuppressiva, zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion, notwendig.

Was kann man selbst machen bei Herzinsuffizienz?

  • Rauchen aufgeben
  • Verzicht auf Alkohol
  • Gewicht reduzieren, tägliche Gewichtskontrolle
  • Blutdruck und Blutzucker normalisieren
  • Salz-Wasser-Haushalt regulieren
  • höchstens 3 Gramm Salz täglich konsumieren
  • regelmäßiges, an die Herzschwäche angepasstes, körperliches Training
  • körperliche Belastbarkeit steigern

Homöopathie bei Herzinsuffizienz

In der Naturheilkunde gibt es eine Reihe von Stoffen, die starke Gifte sind, aber in verdünnten Dosen herzstärkend wirken (Herzglykoside). Zu diesen Pflanzen gehören Fingerhut, Maiglöckchen, Adonisröschen und Meerzwiebel.

Weißdorn (Crataegus) wirkt herzstärkend sowie durchblutungsfördernd. Daneben gibt es eine Reihe von Pflanzen, welche die Entwässerung bei Ödemen erleichtern. Zu diesen zählen Katzenbartblätter (Orthosiphonis folium), Birkenblätter (Betulae folia), Brennnesselblätter (Urticae dioicae folia), Goldrutenkraut (Solidaginis virgaureae herba), Ackerschachtelhalmkraut (Equiseti herba), Hauhechelwurzel (Ononidis radix), Spargelwurzel (Asparagi rhizoma), Kürbiskerne (Cucurbitae peponis semen), und grüner Tee (Theae viridis folium). Auch Liebstöckelwurzel (Levistici radix), Petersilie (Petroselini herba und Petroselini radix) und Johannisbeerblätter (Ribis nigri folia) können unterstützend wirken.

Die Homöopathie setzt zudem auf das verdünnte Gift der Brillenschlangen Naja tripuridans und der Buschmeister. Ebenfalls zur Anwendung kommen Extrakte aus Maiglöckchen sowie Extrakte aus falschem Jasmin. Das Pfeilgift der Liane Strophantus hilft gegen Druck auf der Brust.

Akupunktur bei Herzinsuffizienz

Die traditionelle chinesische Medizin geht davon aus, dass gesundheitliche Probleme des Herzens auf Blockaden beruhen, die das freie Fließen der Herzenergie verhindern.

Klinische Untersuchungen konnten nachweisen, dass Akupunktur die Belastbarkeit von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz verbessert, denn die Akupunkturnadeln beeinflussen die Skelettmuskelarbeit positiv. Die Akupunktur sorgt dafür, dass Patienten sich nach Anstrengungen schneller wieder erholten. Sie nehmen körperliche Anstrengungen nicht mehr als so stark wahr wie vor der Akupunktursitzung. Allerdings sollte eine Akupunktur erst nach umfangreicher Diagnostik eingesetzt werden, um die individuellen Gegebenheiten des Patienten zu bestimmen und die Therapie dann darauf abzustimmen.

Herzinsuffizienz: ICD-Code

In der Medizin ist jeder Krankheit ein bestimmter ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht für “International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So werden beispielsweise „Formen der Herzkrankheit“ unter den Codes I30-I52 erfasst. Für Herzinsuffizienz steht der ICD-Code: I50. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Herzinsuffizienz: Wie finde ich das richtige Krankenhaus?

Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von Herzinsuffizienz gut auskennt, erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.de einige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.de und www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.

Auf die Startseite von www.kliniken.de gehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Am besten gibt man hier die Zeichen des ICD-Codes für Herzinsuffizienz ein: I50. Anschließend auf das darunterliegende Feld „Krankheiten des Kreislaufsystems“ klicken. Darunter öffnet sich wiederrum ein Feld mit der Bezeichnung „Sonstige Formen der Herzkrankheit“. Herzinsuffizienz hat den ICD-Code I50 und ist damit dieser Kategorie zuzuordnen. Nach Klicken auf das Feld erscheinen rechts davon die gesuchten Krankenhäuser, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 findet sich das Klinikum in den Pfeifferschen in Magdeburg, auf Platz 2 das Klinikum Chemnitz, Platz 3 belegt das Katharinen-Hospital in Unna usw.

Neue telemedizinische Behandlung bei Herzinsuffizienz

Bei der telemedizinischen Behandlung von Herzinsuffizienz-Patienten werden Vitalparameter nicht mehr nur sporadisch, sondern kontinuierlich erfasst und ausgewertet. Durch eine feste Kooperation zwischen einem Telemedizinzentrum (TMZ) und niedergelassenen Ärzten sollen Interventionen zeitnah möglich sein. Betroffene werden lückenlos an jedem Tag im Jahr betreut, auch außerhalb der Sprechstundenzeiten der Ärzte.

Patienten messen täglich zu Hause bestimmte Körperfunktionen wie z. B. den Blutdruck, die Sauerstoffkonzentration im Blut und das Gewicht. Die Werte werden über eine gesicherte Mobilfunk-Verbindung an das TMZ übertragen und dort von Computern ausgewertet. Bei auffälligen Befunden werden die medizinischen TMZ-Experten sowie die behandelnden Ärzte sofort benachrichtigt. Das medizinische Personal muss auffällige Befunde innerhalb von vier Stunden registrieren und innerhalb von 24 Stunden über Behandlungsmaßnahmen entscheiden.

Der Gemeinsame Bundessauschuss (G-BA) hat das Beratungsverfahren für dieses Behandlungsprogramm eingeleitet, denn um dieses neue Verfahren künftig als ambulante Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) anbieten zu können, ist eine Nutzenbewertung notwendig. Neue Untersuchungs- und Therapieverfahren können von niedergelassenen Ärzten erst dann mit der GKV abgerechnet werden, wenn der G-BA ihren Nutzen geprüft und positiv eingestuft hat.

Herzinsuffizienz vorbeugen

Um Herzschwäche vorzubeugen, gilt es, die Risikofaktoren zu minimieren.

  • Verzicht auf Nikotin
  • Sport, ausreichend Bewegung
  • Herzgesunde Ernährung (wenig Fett, viel Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte)
  • Wenig Alkohol
  • Übergewicht vermeiden

Herzinsuffizienz bei älteren Menschen

Bei Menschen über 85 Jahren leiden rund jede sechste Frau und jeder zwölfte Mann unter einer Herzschwäche. Diagnostik und Therapie sind komplex, weil ältere Menschen häufig unter zusätzlichen Erkrankungen leiden, so dass nicht nur ein Organ krank ist. Grundsätzlich gelten bei der medizinischen Versorgung von älteren Patienten mit Herzinsuffizienz die gleichen Prinzipien wie bei jüngeren Betroffenen. Alle invasiv therapeutischen Verfahren bis hin zu herzchirurgischen Eingriffen können ebenso wie alle medikamentösen Therapien eingesetzt werden.

Herzinsuffizienz bei Kindern

Entwickelt sich eine Herzinsuffizienz kurz nach der Geburt, kann der Zeitpunkt des Auftretens auf die mögliche Ursache hinweisen. Es gibt eine Vielzahl angeborener Herzfehler, die in ihrem Schweregrad variieren können. Es gibt zum einen einfache Defekte, die meistens keiner Behandlung bedürfen und zum anderen mittelschwere bis schwere Herzfehler, die operativ behandelt werden müssen oder zum Tod führen können. Erste Anzeichen für einen Herzfehler beim Säugling können sich in einer beschleunigten Atmung und Problemen beim Trinken zeigen. Besonders auffällig ist die sogenannte Zyanose (Blausucht), bei der sich Haut und Schleimhäute des Säuglings blau verfärben, da das Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Bei älteren Kindern können ständige Müdigkeit und Schwitzen bei geringer Belastung auf einen Herzfehler hindeuten. Wie ein angeborener Herzfehler behandelt wird, hängt vom Schweregrad, Alter und Gesundheitszustand des Kindes ab. Rund 80 % der kleinen Patienten werden operiert oder mit einer interventionellen Therapie mit einem Herzkatheder behandelt. Bei sehr schweren Herzfehlern müssen auch Säuglinge bereits operiert werden.

Herzinsuffizienz in der Schwangerschaft

Eine schwangerschaftsbedingte Herzschwäche wird als peri- oder postpartale Kardiomyopathie (PPCM) oder Schwangerschafts-Kardiomyopathie bezeichnet. Vorher gesunde Frauen entwickeln die Herzschwäche innerhalb der letzten Schwangerschaftswochen bis sechs Monate nach der Geburt.Warum diese Form der Herzschwäche auftritt, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Schätzungen zufolge entwickelt sich bei einer von 1000 bis 1500 Schwangerschaften eine PPCM. Risikofaktoren sind u. a. ein höheres Alter der Mutter, Rauchen, Mehrlingsschwangerschaften sowie Bluthochdruck. Zur Diagnose wird eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiografie) sowie ein Bluttest durchgeführt, um die Proteine nachzuweisen, die eine Herzschwäche anzeigen.

FAQs zum Thema Herzinsuffizienz

Wie häufig und in welchem Alter tritt Herzschwäche auf?

In Deutschland leiden etwa zwei Millionen Menschen an einer Herzschwäche. Die Wahrscheinlichkeit an Herzinsuffizienz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter an. Einer von fünf 40-Jährigen ist davon betroffen. Junge Menschen kann die Herzschwäche allerdings auch treffen, z. B. durch einen angeborenen Herzfehler oder als Folge einer Herzmuskelentzündung.

Ist Herzschwäche vererbbar?

Die Herzschwäche wird nicht direkt vererbt. Risikofaktoren, die zu einer Herzschwäche führen, können allerdings über das Erbgut weitergegeben werden. Zu diesen zählt bspw. die Neigung zu Herzmuskelerkrankungen oder Bluthochdruck. Für betroffene Familien ist eine verstärkte Vorsorge unerlässlich. Besteht in der Familie ein Fall von Herzinsuffizienz, der auf einer Erkrankung des Herzmuskels oder einem Herzklappenfehler beruht, sollten sich Kinder und Geschwister auch untersuchen lassen. So kann festgestellt werden, ob es vererbte oder angeborene Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz gibt.

 Ist eine Herzinsuffizienz heilbar?

Nach derzeitigem Stand der Medizin ist die Herzinsuffizienz noch nicht heilbar, aber gut behandelbar. Das rechtzeitige Erkennen einer Herzschwäche ist umso wichtiger, um die Ursachen festzustellen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Eine entsprechende Therapie kann das Voranschreiten der Erkrankung hinauszuzögern und Symptome wie Wasseransammlungen im Gewebe, Erschöpfung und Atemnot lindern.

Welche Ernährung bei Herzinsuffizienz?

Viel Obst und Gemüse steigert den Vitamin-C-Plasma-Spiegel, der einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz entgegenwirkt. Essen Sie wenig Fleisch, denn das führt zu einem erhöhten Cholesterinspiegel. Fisch ist zu empfehlen, da ungesättigte Fette sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Benutzen Sie nur bestimmte Öle wie kalt gepresstes Oliven-, Lein- oder Rapsöl. Allerdings ist Zurückhaltung angesagt: Fette enthalten viele Kalorien und wer zu viel davon konsumiert, nimmt schneller zu. Herzinsuffizienz-Patienten sollten Übergewicht vermeiden. Gehen Sie zudem sparsam mit Salz um, denn Salz bindet das Wasser im Körper und kann die Symptome der Herzinsuffizienz verschlechtern. Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz sollten genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Eine zu große Trinkmenge kann allerdings zu Wassereinlagerungen führen, eine der größten Beschwerden von Herzinsuffizienz-Patienten. In der Regel liegt die empfohlene Trinkmenge bei 1,5 bis 2 Litern pro Tag.

Was ist der Unterschied zwischen koronarer Herzkrankheit (KHK) und Herzinsuffizienz?

Die koronare Herzkrankheit bezeichnet eine Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut. Die Erkrankung ist durch verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße bedingt. Sie kann zu Schmerzen im Brustraum, zu einem Herzinfarkt oder zu Herzinsuffizienz führen. Bei der KHK sind die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen so weit verengt, dass sie nicht mehr genug sauerstoffreiches Blut zum Herzmuskel befördern können. Durch die verminderte Versorgung lässt die Pumpkraft des Herzmuskels nach und es entsteht eine chronische Herzinsuffizienz.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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