Hämorrhoiden

Hämorrhoiden: Ursachen, Symptome, Behandlung

Hämorrhoiden sind Schwellungen oder Erweiterungen des natürlichen Gefäßpolsters zwischen Enddarm und Schließmuskel. Sie können unangenehme Beschwerden wie Jucken oder Brennen am After hervorrufen.


SOS: Erste Hilfe Tipps bei Hämorrhoiden

Viele Menschen haben vergrößerte Hämorrhoiden und sind dennoch völlig beschwerdefrei. Andere leiden unter Entzündungsschmerzen, Brennen oder starkem Juckreiz. Bei akuten Beschwerden können folgende Empfehlungen hilfreich sein:

  • Wundsalben, Zinkpaste und Salben mit Hamamelis oder Aloe vera lindern die Reizung.
  • Schmerstillende Salben und Gels können die akuten Beschwerden vorübergehend betäuben.
  • Warme Sitzbäder ohne seifenhaltige Zusätze können die gereizte Region beruhigen.
  • Leinsamen, mit viel Flüssigkeit eingenommen, kann ein Symptom wie schmerhaften Stuhlgang erleichtern.
  • Schleimhautreizende Getränke und Nahrungsmittel wie Kaffee oder scharfe Gewürze vermeiden.
  • Bei Sitzbeschwerden ist ein Hämorrhoiden-Kissen hilfreich. Der aufblasbare Ring entlastet die betroffene Region.
  • Statt Toilettenpapier nach dem Stuhlgang einen weichen Lappen zum Reinigen der Region um den After verwenden. Am besten nur mit Wasser oder einer pH-neutralen Waschlotion säubern. Anschließen vorsichtig trocken tupfen.

Was sind Hämorrhoiden?

Vor dem After befindet sich ein Gefäßpolster, das zusammen mit dem Schließmuskel den Darmausgang dicht hält. Wenn dieses Polster erweitert ist oder schmerzende Auswölbungen zeigt, spricht man von Hämorrhoiden. Die krankhafte Ausdehnung des Gefäßpolsters behindert das zuverlässige Verschließen des Darmausgangs. Darüber hinaus können sich Entzündungen und Verletzungen an den Gewebeausstülpungen bilden, die zu belastenden Reizungen im Analkanal führen.

Es wird geschätzt, dass ungefähr die Hälfte aller Menschen über 30 Jahren von einem Hämorrhoidal-Leiden betroffen sind. Männer deutlich häufiger als Frauen, obwohl die Schwangerschaft das Risiko für Hämorrhoiden vergrößert. Die Krankheit entwickelt sich zunächst unbemerkt. Beschwerden stellen sich meist erst in fortgeschrittenen Stadien ein. Als Ursache für das Hämorrhoidalleiden gelten chronische Verstopfung, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und schwache Gefäßwände.

Mediziner unterscheiden vier Stadien beim Fortschreiten der Krankheit

Die krankhafte Erweiterung der natürlichen Gefäßpolster führt dazu, dass im Krankheitsverlauf Hämorrhoiden zeitweise oder anhaltend aus dem Darm heraustreten. Der Arzt unterscheidet vier Grade der Hämorrhoiden-Entwicklung:

  • Grad I: Das Gefäßpolster ist vergrößert. Die Hämorrhoiden sind aber noch nicht von außen sichtbar. Erst durch eine Spiegelung des Enddarms lassen sich Hämorrhoiden ersten Grades erkennen.
  • Grad II: Bei starkem Pressen während des Stuhlgangs treten die Hämorrhoiden kurzzeitig aus dem After hervor. Danach ziehen sie sich aber wieder ohne äußeres Zutun in den Darmausgang zurück.
  • Grad III: Herausgetretene Hämorrhoiden ziehen sich nicht mehr in den After zurück. Erst per Fingerdruck lassen sie sich wieder ins Körperinnere schieben und bleiben auch dort.
  • Grad IV: Hämorrhoiden befinden sich ständig außerhalb des Afters und lassen sich nicht mehr zurückdrücken.

Symptome von Hämorrhoiden

Viele Menschen haben zwar vergrößerte Hämorrhoiden, sind aber dennoch vollkommen beschwerde- und symptomfrei. Das gilt vor allem für das Anfangsstadium der Erkrankung. Wenn die Hämorrhoiden weiter anwachsen, können sich allerdings brennende Schmerzen oder ein unangenehmer Juckreiz am After einstellen. Manchmal führen sie zu einem Fremdkörpergefühl oder nässenden Stellen auf der gereizten Haut. Oft zeigt sich bei der Darmentleerung hellrotes Blut auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier.

Ursachen für Hämorrhoiden

Hinter dem krankhaften Anwachsen von Hämorrhoiden können verschiedene Ursachen stecken. Diese können sich im ungünstigen Fall gegenseitig verstärken:

  • Häufige Verstopfungen führen dazu, dass beim Stuhlgang sehr stark und sehr lang gedrückt wird. Dieses ausgiebige Pressen scheint die Erweiterungen der Hämorrhoiden zu verstärken. Auch das regelmäßige Heben schwerer Lasten kann sich durch den damit verbundenen Druck im Unterleib ebenso ungünstig auf das Hämorrhoidalleiden auswirken.
  • Häufiger Durchfall kann zur übermäßigen Ausdehnung der Hämorrhoidalpolster führen. Hier macht sich nicht der erhöhte Druck, sondern das mangelnde Training der Verschließ-Funktion des Gefäßpolsters bemerkbar.
  • Häufiges Sitzen, Übergewicht und Bewegungsmangel führen zu einem Blutstau im Gefäßpolster und fördern so die Entwicklung von Hämorrhoiden.
  • Erblich bedingte Gefäßwandschwäche verstärkt das Risiko erheblich, ein Hämorrhoidalleiden zu entwickeln.
  • Die dauerhafte Verwendung von Abführmitteln kann ebenfalls zu einer Vergrößerung der Hämorrhoiden führen. Der daraus resultierende dünnflüssige Stuhl trainiert das Verschlusssystem des Gefäßpolsters nicht ausreichend.
  • Auch die physischen Veränderungen während einer Schwangerschaft können für die Entwicklung von Hämorrhoiden förderlich sein. Das Bindegewebe wird weicher und der Druck auf den Darmbereich nimmt durch das Wachstum des Kindes immer weiter zu.

Hämorrhoiden – wann zum Arzt?

Wenn sich Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier zeigt, sollte der Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn sich Schmerzen oder andere Beschwerden einstellen. Zwar sind Hämorrhoiden keine gefährliche Krankheit, aber hinter den typischen Symptomen kann in seltenen Fällen eine ernste Erkrankung stehen. Die sichere Abgrenzung gegenüber Infektionen oder sogar Krebs kann nur eine gründliche Untersuchung gewährleisten.

Hämorrhoiden – Diagnose

Der Arzt wird sich ausführlich die Hämorrhoiden-Beschwerden und die Lebensgewohnheiten der Betroffenen beschreiben lassen. Bei der körperlichen Untersuchung sind Hämorrhoiden im fortgeschrittenen Stadium sofort von außen erkennbar, weil die Auswüchse über den After hinausreichen. Frühe Stadien sind dagegen nur mit einer Spiegelung des Enddarms (Proktoskopie / Rektoskopie) zu erkennen. Dazu muss der Darm im Vorfeld gründlich entleert worden sein. Auch das Abtasten mit dem Finger vermittelt dem Arzt einen Eindruck vom Zustand der Region zwischen Enddarm und Schließmuskel.

Unter Umständen wird der Hausarzt seinen Patienten zur genauen Untersuchung an einen Facharzt überweisen. In diesem Fall ist dies meist ein Gastroenterologe oder ein Proktologe.

Hämorrhoiden – Behandlung

Die Therapie von Hämorrhoidalleiden hängt stark vom vorliegenden Krankheitsstadium ab. Hämorrhoiden, die noch nicht über den After hinausreichen oder nur beim Stuhlgang sporadisch aus dem After herausgedrückt werden, um dann wieder allein zurückzugleiten (Grad 1 und Grad 2), werden oft nur mit lindernden Salben und Zäpfchen behandelt. Kortison-haltige Mittel drängen schmerzende oder juckende Entzündungsreaktionen zurück. Diese Präparate sollten nur bei akuten Beschwerden verwendet werden. Für die dauerhafte Therapie sind sie nicht geeignet, weil Kortison langfristig zu Hautveränderungen führt. Der Arzt verordnet häufig Sitzbäder mit klarem Wasser oder mit Zusätzen von entzündungshemmenden Gerbstoffen. Auch Schmerzmittel verschaffen eine vorübergehende Erleichterung. Ebenso kann eine Entspannung der Schließmuskulatur zur Linderung der Beschwerden beitragen. Um das Hämorrhoidalpolster insgesamt zu verkeinern, können Hämorrhoiden auch weitgehend schmerzfrei verödet werden. Bei der Sklerosierungstherapie verringern Injektionen die Blutversorgung der Hämorrhoiden. Diese sterben in der Folge ab. Eine andere bewährte Methode ist die Gummibandligatur. Hier werden die Hämorrhoiden abgeschnürt. Nach kurzer Zeit stößt der Körper das überschüssige Gewebe einfach ab. Alternativ werden auch Methoden mit Wärmeeinwirkung mittels Infrarotstrahlung (Infrarotkoagulation) oder Vereisung (Kryo-Hämorrhoidektomie) angewendet.

Bei Hämorrhoiden 3. und 4. Grades, wenn die Auswüchse des Gefäßpolsters bereits permanent über den After hinausragen, wird das erweiterte Gewebe meist operativ entfernt (Hämorrhoidektomie). Nur bei Hämorrhoiden Grad 3 ist unter Umständen auch eine Verödung der Hämorrhoiden möglich. Bei der Hämorrhoidektomie werden Teile der vergrößerten Hämorrhoiden im Rahmen eines stationären Klinik-Aufenthaltes chirurgisch entfernt. Je nach Befund kommen ganz unterschiedliche Operationsmethoden (Milligan-Morgan-Verfahren u.a.) zum Einsatz. Weil die klassische Operation in einer sehr schmerzempfindichen Körperregion ausgeführt wird, ist der Heilungsprozess mit Beschwerden verbunden. Deshalb haben sich inzwischen auch schonendere Behandlungsmethoden etabliert. Bei der Stapler-Hämorrhoidopexie (Hämorrhoidenoperation nach Longo) wird nur das überschüssige Gewebe entfernt und die Darmschleimhaut im Anschluss oberhalb der Hämorrhoidalregion angeheftet. So behält das Gefäßpolster seine Funktion und der Patient hat weniger Schmerzen, weil die Klammerheftung in einem relativ unempfindlichen Bereich des Darmes erfolgt. Eine ebenfalls schmerzarme Behandlung stellt die HAL-Methode (Hämorrhoiden Arterien Ligatur) dar. Hier wird durch Abschnüren einzelner Arterien die Blutzufuhr der Hämorrhoiden verringert. Diese sacken in der Folge in sich zusammen. Die Operation ist ohne Narkose und ohne stationäre Aufnahme ins Krankenhaus möglich. Eine weitere Alternative ist die Rekto-Anale Pexie (RAR). Auch hier wird die Versorgung mit Blut schon oberhalb der Hämorrhoiden im relativ schmerzunempfindlichen Mastdarm eingeschränkt und danach der Vorfall der Hämorrhoiden aus dem After hinaufgezogen und vernäht.

Hausmittel bei Hämorrhoiden

Wenn das Wachstum der Hämorrhoiden noch nicht zu weit fortgeschritten ist, können einfach anzuwendende Hausmittel die Beschwerden lindern. Sitzbäder (ohne Zusätze von Seife) wirken schmerzreduzierend und entspannend. Die Zugabe von entzündungshemmenden und hautberuhigenden Pflanzenstoffen (Hamamelis, Kamille, Eichenrinde) ins Badewasser kann wohltuend sein. Eine ballaststoffreiche Ernährung (Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte) hilft, krankheitsförderliche Verstopfungen zu vermeiden. Die zusätzliche Einnahme von Leinsamen, Weizenkleie oder Flohsamen verstärkt diesen positiven Effekt. Jeden Tag sollten etwa zwei Liter Wasser oder Früchte- beziehungsweise Kräutertees ohne Zucker getrunken werden. Kakao, Schokolade, Blaubeeren und lange gezogenen Schwarztee sollte man meiden. Regelmäßige Spaziergänge und Radtouren werden empfohlen. Kraftsport wird dagegen eher für zusätzliche Belastungen sorgen. Beim Stuhlgang kann ein kleiner Hocker oder Schemel, der vor das Spülbecken unter die Füße geschoben wird, die Darmentleerung erleichtern und ungünstiges Pressen verringern.

Homöopathie bei Hämorrhoiden

Leichtere Beschwerden in den Anfangsstadien von Hämorrhoidalleiden, können auch homöopathisch behandelt werden.

Die Auswahl der homöopathischen Wirkstoffe orientiert sich dabei an der Ausprägung bestimmter Symptome. Häufig werden folgende Mittel empfohlen:

  • Aesculus: Bei stechendem, vom Enddarm in den Rücken aufschießendem Schmerz. Weitere Symptome: Brennen mit Frostschauern und Steifheit im Kreuzbein.
  • Calcium fluoratum: Wenn Hämorrhoiden jucken, die nicht entzündet sind. Ebenso bei Hämorrhoiden, die heraustreten und bluten.
  • Hamamelis: Bei großen Hämorrhoiden und Neigung zu starker Blutung.
  • Nux vomica: Bei unangenehmem, anhaltendem Stuhldrang sowie mehrfachem Stuhlabgang. Der Patient hat das Gefühl, als wäre die Darmentleerung nicht vollständig. Häufig kommt es zu Krämpfen im Bereich des Enddarms.
  • Paeonia officinalis: Wenn während und nach der Darmentleerung starke Schmerzen am After auftreten.

Akupunktur bei Hämorrhoiden

Gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehen viele Hämorrhoiden-Leiden auf Blutstauungen und Ansammlungen sogenannter feuchter Hitze zurück. Insbesondere im ersten und zweiten Stadium der Erkrankung kann Akupunktur die Beschwerden wirksam lindern. Hierfür werden Akupunkturpunkte am Gesäßmuskel stimuliert, die Unregelmäßigkeiten im Blutfluss regulieren und das Bindegewebe kräftigen. Ziel ist es dabei auch, im Körper wieder ein gesundes Gleichgewicht des Energieflusses herzustellen.

Hämorrhoiden bei jüngeren Menschen

In der Regel stellen sich die ersten Beschwerden durch Hämorrhoiden nicht vor dem 30. Lebensjahr ein. In seltenen Fällen können aber auch Kinder betroffen sein. Das gilt in besonderem Maße, wenn sie von ausgeprägten und anhalten Verstopfungen betroffen sind. Auch die Schwangerschaft ist eine Zeit, in der das Risiko Hämorrhoiden zu bekommen, erheblich ansteigt. Hier sind es die hormonellen Umstellugen im Körper, die zu einer Veränderung des Bindegewebes führen. Auch der Druck des heranwachsenden Embryos auf Unterleib und Darm der Mutter wirkt sich fördernd auf die Erweiterung der Gefäßpolster aus.

Hämorrhoiden vorbeugen

Hämorrhoiden sind ein häufiges Leiden, von dem ein großer Teil der Bevölkerung betroffen ist. Bei entsprechenden körperlichen Anlagen wird man die Ausbildung der Gewebeerweiterungen durch reine Eigeninitiative nicht gänzlich verhindern können. Aber man kann die Entwicklung von Hämorrhoiden doch bis zu einem gewissen Grad hinauszögern. Grundsätzlich trägt eine gesunde Lebensweise zur Vorbeugung gegen das Entstehen von Hämorrhoiden bei. Es empfiehlt sich eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Vollkornprodukten. Übergewicht sollte vermieden werden. Regelmäßige Bewegung hilft dem Darm und damit der Verdauung. Verstopfungen erhöhen das Krankheitsrisiko. Auch die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln kann die Entwicklung von Hämorrhoiden fördern.

Hämorrhoiden – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So werden „Hämorrhoiden und Perianalvenenthrombose“ unter dem ICD-Code „K64“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Hämorrhoiden – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Hämorrhoiden – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Hämorrhoiden

Wie entstehen Hämorrhoiden?

Bei der Entstehung von Hämorrhoidalleiden spielt die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Eine erblich bedingte Schwäche der Gefäßwände erhöht das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden. Aber auch bestimmte Lebensumstände tragen zur krankhaften Erweiterung des Gefäßpolsters bei. Bewegungsmangel, Übergewicht und langes Sitzen wirken sich ungünstig aus. Wer unter permanenten Verstopfungen oder häufigem Durchfall leidet, hat ein erhöhtes Risiko, an einem Hämorrhoidalleiden zu erkranken. Hämorrhoiden treten mit steigendem Lebensalter verstärkt auf. Es wird vermutet, dass dies mit der nachlassenden Elastizität des Gewebes im Zusammenhang steht.

Wie findet man den richtigen Arzt?

Bei den ersten Anzeichen für ein Hämorrhoidalleiden sollte der Weg zum Hausarzt führen. In leichten Fällen wird der praktische Arzt die Behandlung selbst übernehmen. Erst bei einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium oder zur Abgrenzung gegen andere Erkrankungen wird der Hausarzt eine Überweisung zum Facharzt erteilen. Dies ist dann in aller Regel ein Proktologe, ein Gastroenterologe oder ein Internist.

Können sich Hämorrhoiden wieder zurückbilden?

Das Hämorrhoidalleiden ist eine fortschreitende Erkrankung. Es ist zwar möglich, die typischen Beschwerden wie Schmerzen und Juckreiz zu bekämpfen und zurückzudrängen. Das krankhafte Wachstum der erweiterten Gefäßpolster setzt sich aber weiterhin fort. Erst eine Hämorrhoiden-OP kann diese Entwicklung zum Stillstand bringen. Jedoch können sich auch nach einer erfolgreichen Operation wieder vergrößerte Hämorrhoiden entwickeln.

Wie kommt es zu Blut im Stuhl?

Schon bei Hämorrhoiden 1. Grades, also in der Frühphase der Erkrankung, kann sich beim Stuhlgang hellrotes Blut zeigen. Es handelt sich um arterielles Blut aus den gut durchbluteten Hämorrhoiden, die sich bereits oberhalb des Schließmuskels ausgebildet haben. Die Blutungen entstehen durch kleinste Verletzungen des empfindlichen Gewebes. Meist verursacht durch harten Stuhl und extrem große Anstrengung beim Pressen. Das Blut zeigt sich in der Regel auf dem Toilettenpapier oder auf dem Stuhl. Dabei handelt es sich um harmlose Mengen. Erst bei einem weit fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden können die Blutungen so stark sein, dass eine Blutarmut (Anämie) entsteht. Vorsicht ist in diesem Zusammenhang auch angebracht bei der Einnahme von blutverdünnenden und blutdrucksenkenden Medikamenten, weil die Blutungen längere Zeit anhalten können.

Wann müssen Hämorrhoiden operiert werden?

Eine operative Entfernung ist meist erst bei Hämorrhoiden 4. Grades unumgänglich. Es handelt sich um die fortgeschrittene Phase der Krankheit, bei der die Hämorrhoiden immer sichtbar sind und auch nicht mehr in den After zurückgeschoben werden können. Bis zum 3. Grad des Hämorrhoidalleidens können die blutzuführenden Gefäße in der Regel noch verödet werden. Es handelt sich bei der Verödung zwar ebenfalls um einen operativen Eingriff, aber häufig ist im Anschluss kein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Auch ist der Heilungsprozess deutlich kürzer, als bei der chirurgischen Entfernung der Hämorrhoiden.

Quellen

  • Herold, Gerd: Innere Medizin, Gerd Herold Verlag, Ausgabe 2019
  • Wolff, H.-P. und Weihrauch, Thomas R.: Internistische Therapie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier, 19. Auflage 2012
  • Schwandner, Oliver: Proktologische Diagnostik, Springer Verlag, 2016
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3 Richtlinie Hämorrhoidalleiden, Stand 1.04.2019, www.awmf.org (Abruf 13.12.2019)
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch: www.pschyrembel.de (Abruf 19.12.2019)
  • Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abruf 20.12.2019)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): www.dge.de (Abruf 20.12.2019)
  • Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte: www.dzvhae.de (Abruf 20.12. 2019)
  • Deutsche Akademie für Akupunktur (DAA e.V.): www.akupunktur.de (Abruf 20.12.2019)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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