Fibromyalgie

Fibromyalgie – Ursachen, Symptome und Therapie

Fibromyalgie ist eine Schmerzerkrankung mit tiefen Muskelschmerzen in verschiedenen Regionen des Körpers. Frauen sind davon weitaus häufiger betroffen als Männer. Die Ursachen des Fibromyalgiesyndroms (FMS) sind bislang nicht bekannt.

 

 


SOS Tipps: Das hilft bei Fibromyalgie

Da sich Fibromyalgie bei Betroffenen auf unterschiedliche Weise äußert, gibt es auch kein allgemeinverbindliches Rezept zur Symptomlinderung. Die üblichen Schmerzmittel sind hier oft nicht wirksam. Eine schmerztherapeutische Behandlung sollte daher mit dem Arzt abgestimmt werden.

Vielen Patienten bringen folgende Maßnahmen Erleichterung:

  • Ausdauertraining: Zwei bis drei Mal in der Woche. Nicht zu intensiv, eher leichte bis mittlere Anstrengung. Zum Beispiel: Radfahren,  Aquajogging (bevorzugt in warmem Wasser), Aquagymnastik (bevorzugt in warmem Wasser),Schwimmen, Wandern, Walken, Tanzen
  • Kraft- und Koordinationsübungen: gezieltes Training von Gelenken und Muskeln, um muskuläre Dysbalancen wieder auszugleichen. Zum Beispiel: Gymnastik, Funktionstraining
  • Entspannungstechniken: denn Stress verstärkt den Fibromyalgieschmerz häufig. Infrage kommen unter anderem: Autogenes Training, Achtsamkeitsmeditation, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR), Yoga, Qigong, Tai Chi
  • Physikalische Therapie: Vielen Patienten hilft Wärme, anderen wiederum Kälte. Am besten probiert man auch hier aus, was gut tut:   Wärmebehandlung, Ganzkörperkältetherapie (wenige Minuten bei Minustemperaturen in der Kältekammer), Balneotherapie (medizinische Bäder)

Was ist Fibromyalgie? 

Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine chronische Schmerzerkrankung. Das Krankheitsbild ist vielschichtig. Da häufig mehrere Symptome vorkommen, spricht man auch vom Fibromyalgie-Syndrom (FMS). Kennzeichnend ist ein tiefer Muskel- und Gelenkschmerz in der rechten und linken Seite von Ober- und Unterkörper. Weitere Symptome sind Schlafstörungen und Müdigkeit am Tag, Konzentrationsprobleme und Erschöpfung. Auch Begleitbeschwerden, wie Depressionen oder Ängste kommen oft vor. Betroffen sind von der neurologischen Erkrankung der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung deutlich mehr Frauen als Männer. Experten bezeichnen Fibromyalgie auch als funktionelle Störung. Denn es handelt sich weder um eine Entzündung noch um eine rheumatische Erkrankung (Rheuma) oder um eine Stoffwechselkrankheit. Die bis vor wenigen Jahren weit verbreitete Annahme, Fibromyalgie sei gleichzusetzen mit Weichteil-Rheumatismus ist inzwischen überholt. Organe, Muskeln, Bänder oder Sehnen werden durch Fibromyalgie nicht geschädigt. Meist tritt das Leiden ab dem 35. Lebensjahr in Erscheinung. Die Ursachen sind noch ungeklärt. Schmerzfreie Episoden und Zeiten mit sehr starken Beschwerden wechseln sich ab. Fibromyalgie kann nicht geheilt werden. 

In Deutschland leiden etwa 2 Prozent der Bevölkerung am Fibromyalgie-Syndrom. Es ist die dritthäufigste Erkrankung im Halte- und Bewegungsapparat nach Arthrosen und den degenerativen Wirbelsäulenleiden.

Ursachen für Fibromyalgie

Gründe für die Entstehung von Fibromyalgie sind der Wissenschaft bis heute nicht bekannt. Als Auslöser vermutet werden sowohl eine genetische Veranlagung als auch psychische Faktoren wie Stress oder Traumata. Beim Fibromyalgie-Syndrom handelt es sich nicht um eine rheumatische Erkrankung, auch um keine Entzündung oder verschleißbedingte Krankheit. Nach aktuellem Wissensstand ist bei den Betroffenen die zentralnervöse Schmerzwahrnehmung verändert. Aufgrund einer niedrigeren Wahrnehmung des Schmerzes bemisst das Gehirn schon leichtem Schmerz eine ungleich größere Bedeutung zu. Die erhöhte Schmerzsensibilität könnte auch vererbt werden. Dafür spricht, dass Angehörige ein achtfach erhöhtes Risiko für die Erkrankung tragen. 

Wissenschaftler der Universität Würzburg verfolgen die These einer möglichen organischen Ursache der Fibromyalgie. Sie fanden nämlich heraus, dass sich die kleinen Nervenfasern im Muskelgewebe Betroffener verändert darstellen. Da die Studien dazu noch nicht abgeschlossen sind, weiß man nicht, ob dies bei allen Erkrankten der Fall ist.

Lange Zeit wurden Fibromyalgie-Kranke als Hypochonder angesehen, denn für ihre Schmerzen gab es keinen Nachweis. Heute ist das widerlegt, auch wenn psychische Faktoren eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Schmerzen spielen. Denn Stress, ob in positiver oder negativer Form, kann Schmerzen verstärken.

Es ist bekannt, dass Menschen, die in ihrer Kindheit oder als Erwachsene schwere Traumata erlebt haben, häufiger an Fibromyalgie leiden. 

Fibromyalgie kann sich auch im Zuge anderer Erkrankungen entwickeln. Man spricht dann von einer sekundären Fibromyalgie. Folgende Krankheiten begünstigen den Ausbruch: Rheuma, Infektionserkrankungen (meist Virusinfektionen mit dem Epstein-Barr-Virus, Hepatitis-Viren und HI-Viren), einige Tumorerkrankungen, Störungen im Hormonhaushalt.

Symptome von Fibromyalgie

Wer an Fibromyalgie erkrankt ist, leidet unter chronischen Schmerzen und Muskelverspannungen am ganzen Körper. Oft kommen auch seelische Beschwerden dazu. Die Schmerzen fokussieren sich in der Regel auf bestimmte Körperregionen und bestehen seit mindestens drei Monaten. Häufig betroffen sind Nacken, Rücken, Arme, Beine und Brustkorb. Betroffene reagieren öfter sehr sensibel auf Reize wie Gerüche, Kälte, Lärm und grelles Licht. Bei Fibromyalgie-Patienten liegt eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit vor. Man unterscheidet Kernsymptome, wie chronische Muskel- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Ein- und Durchschlafschwierigkeiten sowie Schwellungsgefühle von weiteren, begleitenden Symptomen. Patienten, die unter diesen zusätzlichen Symptomen leiden, haben eine schwere Form des Fybromyalgie-Syndroms. Die Intensität der Beschwerden ist nicht jeden Tag gleich stark ausgeprägt. Auch schmerzfreie Zeiten sind möglich. 

Körperliche Fibromyalgie-Symptome sind:

  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Schmerzhafte Druckpunkte (sogenannte Tender-Points)
  • Schmerzen an den Sehnen
  • Steifigkeit
  • Brennen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Reizdarm-Syndrom, häufig verbunden mit Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall
  • Reizblase (ständiger Harndrang)
  • Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafprobleme)
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schwellungsgefühle an Händen und Füßen, manchmal auch im Gesicht
  • Empfindliche Schleimhäute
  • Restless-Legs-Syndrom
  • verstärkte Reaktion auf Schmerzreize (Hyperalgesie)
  • niedrige Schmerzschwelle: von anderen als nicht schmerzhaft empfundene Reize werden als schmerzvoll empfunden (Allodynie)

Psychische Fibromyalgie-Symptome sind:

  • Depressionen
  • Innere Unruhe
  • Antriebslosigkeit
  • Angststörungen

Fibromyalgie: Therapie

Fibromyalgie ist bislang nicht heilbar, wirkt sich aber auch nicht schädigend auf Organe, Muskeln, Bänder oder Sehnen aus. Daher gilt es für die Betroffenen, mit der Erkrankung leben zu lernen. Je nach Schwere der Fibromyalgie raten Ärzte und Therapeuten zu einer multimodalen Therapie aus unterschiedlichen Bausteinen. Da die Ausprägung der Symptomatik von Patient zu Patient variiert, kann man keine allgemeingültigen Tipps für eine Therapie geben. Jede Fibromyalgie-Erkrankung ist individuell und genauso sollte ihre Behandlung erfolgen. Patienten wird daher geraten, genau darauf zu achten, was ihnen persönlich gut tut und was nicht. 

Sport und Entspannung 

Als wirksam haben sich in der Behandlung der Erkrankung vor allem ein individuell angepasstes Ausdauertraining in Kombination mit einer unterstützenden Psychotherapie erwiesen. Patienten sollen durch das Training entsprechend ihren Möglichkeiten lernen, die Beschwerden durch eigene Aktivität zu lindern. Empfohlen werden: 

  • Ausdauertraining, das an die eigenen Fähigkeiten angepasst wird. Zum Beispiel Radfahren, Wandern, Schwimmen, Aquajogging, Walken, Tanzen.
  • Krafttraining (maßvoll)
  • Funktionstraining (verschreibt der behandelnde Arzt)
  • Entspannungstechniken für den besseren Umgang mit Stress und Schmerzen. Zum Beispiel: Meditation, Qigong, Tai Chi, Yoga, Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training. 

Da sich die sportliche Leistungsfähigkeit durch das Fibromyalgie-Syndrom ändert, sollte jeder für sich herausfinden, wo aktuell die eigenen Belastungsgrenzen liegen. Voraussetzung für ein maßvolles Training ist die Akzeptanz der körperlichen Grenzen. Sie sollten keinesfalls überschritten werden. 

Kognitive Verhaltenstherapie

Parallel zu körperlichen Übungen profitieren Erkrankte von einer Psychotherapie. Dabei kann man lernen, den Schmerz anders wahrzunehmen und auch, ihm anders zu begegnen. Ziel einer kognitiven Verhaltenstherapie ist unter anderem, Schmerzen neu zu bewerten. Die Beschwerden verschwinden dadurch zwar nicht, nehmen aber nicht mehr so viel Raum im Bewusstsein ein. Das kann große Erleichterung bringen. Gemeinsam mit dem behandelnden Therapeuten werden Denk- und Wahrnehmungsmuster betrachtet, die sich negativ auf den Patienten auswirken. Darauf basierend können anschließend neue Verhaltensstrategien entwickelt und erlernt werden, die die Schmerzwahrnehmung nachhaltig positiv verändern.

Medikamente

Antidepressiva für eine verminderte Schmerzwahrnehmung

Regelmäßig unter Schmerzen zu leiden ist eine große Belastung. Wer daraus jedoch schlussfolgert sich schonen zu müssen, um weniger Beschwerden zu haben, der irrt. Die Erfahrung lehrt, dass sich regelmäßiges und maßvolles Training positiv auswirken können. Werden die Schmerzen aber als so gravierend wahrgenommen, dass der Betroffene Bewegung für sich ausschließt, helfen bestimmte Antidepressiva. Sie unterstützen dabei, eine innere Distanz zu den Schmerzen aufzubauen und sie nicht mehr derart intensiv zu empfinden. Ziel der Einnahme eines Antidepressivums ist also die Durchbrechung von Vermeidungsverhalten und die Verringerung des Leidensdrucks. Verringerte Schmerzwahrnehmung kann die Aufnahme sportlicher Aktivitäten begünstigen. Die Einnahme des Medikaments kann therapiebegleitend erfolgen.

Antidepressiva gegen Ängste und Depressionen

Häufig leiden Fibromyalgie-Patienten unter Begleiterkrankungen wie Ängsten oder Depressionen. Hier können – die kognitive Verhaltenstherapie ergänzend – auch Antidepressiva hilfreich sein. Sie wirken auf die Botenstoffe im Gehirn und sind so in der Lage, depressive Symptome zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. In der Regel verordnet der Arzt selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und trizyklische Antidepressiva. Vorrangig solche mit dem Wirtstoff Amitriptylin. Trizyklische Antidepressiva können bei vielen Betroffenen die tiefen Muskelschmerzen verringern und sogar für einen besseren Schlaf sorgen. Über die Dauer der Einnahme von Antidepressiva entscheidet der behandelnde Arzt.

Schmerzmittel

Wer unter Schmerzen leidet, denkt bald an die Einnahme eines Schmerzmittels. Bei den Hauptsymptomen der Fibromyalgie haben sich gängige Schmerz-Medikamente aber als wenig bis gar nicht wirksam erwiesen. Da Fibromyalgie nicht mit einer Entzündung einhergeht, werden auch keine entzündungshemmenden Mittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol empfohlen. Dies gilt ebenso für Kortison. Auch opiodhaltige Medikamente sind bei dem Krankheitsbild meist nicht wirksam. Eine Ausnahme ist das Mittel Tramadol. Davon können Patienten mit sehr ausgeprägter Symptomatik profitieren. Es wirkt außerdem leicht antidepressiv, angstlösend und beruhigend.

Antikonvulsiva

Medikamente dieser Wirkstoffgruppe werden eigentlich zur Behandlung bzw. Verhinderung epileptischer Anfälle eingesetzt. Im Rahmen der Fibromyalgie-Therapie haben sie aber auch ihren berechtigten Platz. Denn sie können sowohl Schmerzen lindern als auch den Schlaf optimieren. So blockiert Pregabalin zum Beispiel Botenstoffe, die für die Schmerzübertragung zuständig sind. Gerade Patienten mit sehr starken Schmerzen können von dem Medikament profitieren. Allerdings sollte man die möglichen Nebenwirkungen kennen. Das sind neben Schwindel und einer Gewichtszunahme auch Ödeme an Armen und Beinen.

Multimodales Behandlungsprogramm

Insbesondere bei schweren Verläufen der Krankheit, hat sich die aufeinander abgestimmte Therapie bewährt. Medikamentöse, physiotherapeutische und psychologische Verfahren ergänzen sich dabei sinnvoll.

Patientenschulungen

Zum besseren Verständnis ihrer Erkrankung und zum besseren Umgang damit bieten viele schmerztherapeutische Zentren sowie andere Arztpraxen Patientenschulungen an. Betroffene erhalten umfassende Informationen über das Krankheitsbild Fibromyalgie, den Verlauf, die Diagnostik und die Therapieformen.

Diagnose von Fibromyalgie

Bevor Patienten die Diagnose Fibromyalgie erhalten, haben sie oft einen langen Weg hinter sich. Denn die Krankheit zu identifizieren, ist aufgrund der Vielfalt der Beschwerden nicht einfach. Weder Röntgen- noch Laborwerte geben Aufschluss. Letztendlich sind diese Untersuchungen aber aus differentialdiagnostischer Sicht wichtig, denn so können andere Erkrankungen Schritt für Schritt ausgeschlossen werden. Dazu zählen unter anderem entzündliche sowie degenerative rheumatische Erkrankungen (rheumatoide Arthritis bzw. Arthrose), bakterielle oder Virus-Infektionen, Schilddrüsenerkrankungen und auf einzelne Körperstellen beschränkte Schmerzerkrankungen (z.B. Tennisellenbogen). 

Erster Ansprechpartner ist meist der Hausarzt. Er wird sich zuerst nach der genauen Kranken- und auch Familiengeschichte erkundigen Besteht der Verdacht auf andere Krankheiten wie Rheuma, orthopädische oder psychische Leiden, wird er den Patienten zum Facharzt überweisen. Da es zur Identifizierung des Fibromyalgie-Syndroms keine verbindliche Routine-Diagnostik gibt, wurden bestimmte Schmerzdruckpunkte definiert, die als einheitliche Kriterien die Diagnose erleichtern sollen. Diese Schmerzdruckpunkte werden auch als Tender-Points bezeichnet. Sie befinden sich meist an Muskel-Sehnen-Übergängen und an Sehnenansätzen. Bereits bei leichtem Druck verursachen sie unverhältnismäßig starke Schmerzen. Entgegen früherer Leitlinien muss zur Diagnosestellung keine bestimmte Anzahl der insgesamt 18 Tender-Points mehr betroffen sein. Weitere Hinweise auf Fibromyalgie sind generalisierte Schmerzen an Armen und Beinen beider Körperhälften sowie am Rumpf. Die Schmerzen müssen seit mindestens drei Monaten bestehen. 

Welcher Arzt hilft bei Fibromyalgie?

Fibromyalgie-Kranke leiden an unterschiedlichen Symptomen. Daher durchlaufen die meisten Betroffenen, bevor sie eine sichere Diagnose erhalten, viele medizinische Fachabteilungen. Angefangen beim Hausarzt über Innere Medizin, Orthopädie, Rheumatologie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Spezialist (HNO), Augenheilkunde bis hin zu Psychologie und Neurologie. Nur wenige Mediziner haben sich bisher auf Fibromyalgie spezialisiert. Dennoch gibt es Rheumatologen, Internisten, Orthopäden, Psychologen und Allgemeinärzte, die sich mit der Erkrankung und mit Schmerztherapie gut auskennen. – Um einen versierten Arzt ausfindig zu machen, kann man bereits im Erstkontakt mit der Praxis fragen, ob hier Fibromyalgie-Patienten behandelt werden. Hilfreich ist auch der Austausch in Fibromyalgie-Selbsthilfegruppen. Wurde ein Arzt gefunden, der die konstante Betreuung übernimmt, kann der je nach Bedarf zum Schmerztherapeuten (Anästhesist) oder einem anderen Spezialisten überweisen. Neben vielen Maßnahmen, die ein Patient selbst realisieren kann, z. B. Ausdauersport und Gymnastik, wird auch die Betreuung durch einen Psychologen empfohlen. Insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie hat sich hier als wirkungsvoll erwiesen. Patienten können lernen, Schmerzen anders wahrzunehmen und somit viel an Lebensqualität zurückgewinnen.

An Fibromyalgie Leidende sollten sich mit ihrem umfassenden Krankheitsbild vom Arzt ernst genommen fühlen. Denn da die Krankheit weder in bildgebenden Verfahren (z.B. Röntgen, MRT oder CT) noch labordiagnostisch nachgewiesen werden kann, treffen Betroffene nicht selten auf mangelndes Verständnis. Leider kennt sich nicht jeder Mediziner mit dem Fibromyalgie-Syndrom aus. Wichtig ist, dass man auch bei starken Beschwerden kurzfristig Termine erhält und nicht vertröstet wird. Ein kundiger Arzt nimmt sich Zeit, um die individuell besten Therapieansätze für den Patienten zu erarbeiten. Denn Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden so weit wie möglich zu reduzieren.

Hilft Homöopathie bei Fibromyalgie?

Da Patienten die Behandlung ihrer Erkrankung mit herkömmlichen Medikamenten oft als unzureichend erleben, wird auch bei den homöopathischen Mitteln nach Alternativen gesucht. Abhängig von den spezifischen Symptomen kommen verschiedene homöopathische Substanzen infrage. Viele habe unter anderem mit dem Mittel Rhus toxicodendron gute Erfahrungen bei der Linderung ihrer Schmerzen gemacht. Es findet insbesondere bei Erkrankungen der Sehnen und Bänder Einsatz, aber auch bei psychischen Beschwerden und Nervenleiden.

Am besten lässt man sich entsprechend der individuellen Symptomatik von einem erfahrenen Homöopathen beraten.

Hilft Akupunktur bei Fibromyalgie?

Akupunktur kann bei Fibromyalgie-Kranken zur Schmerzlinderung beitragen. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass der Einstich mit der Nadel zu einer Ausschüttung schmerzlindernder und auch stimmungsaufhellender Hormone wie Serotonin und Endorphinen im Gehirn führen kann. Zusätzlich profitieren Patienten mit Begleitsymptomen wie Müdigkeit oder depressiven Verstimmungen von der Anwendung. Die Behandlung wird meist im Liegen und mit sterilen Einmal-Nadeln durchgeführt.

Welche Folgen hat Fibromyalgie?

Fibromyalgie ist eine neurologische Erkrankung der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung. Die chronisch generalisierten Schmerzen an Muskeln und Gelenken verursachen keine bleibenden Schäden. Allerdings ist die Krankheit nicht heilbar. Aufgrund der komplexen Symptomatik ist der Verlauf bei jedem unterschiedlich. Oft wechseln sich Phasen mit wenigen oder gar keinen Symptomen mit solchen starker Beschwerden ab. Die oftmals lange Leidensgeschichte führt häufig auch zu seelischen Problemen. 

FAQ zum Thema Fibromyalgie

Was sind die Symptome von Fibromyalgie?

  • Andauernde oder wiederkehrende Schmerzen an Muskeln und Sehnen, die seit mindestens drei Monaten bestehen
  • Schmerzhafte Druckpunkte an den sogenannten Tender-Points
  • Begleitsymptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Reizdarm, Schwellungsgefühle an Händen, Füßen oder im Gesicht, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kälte, Lärm und Licht.

Welches Medikament hilft bei Fibromyalgie?

Gegen den Fibromyalgie-Schmerz sind übliche entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol oft wirkungslos. Für eine verringerte Schmerzwahrnehmung können Antidepressiva sorgen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Amitriptylin. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) können auch gegen Depressionen und Ängste helfen, die das Krankheitsbild häufig begleiten. Antikonvulsiva werden öfter zur Schmerzreduzierung beim Fibromyalgie-Syndrom eingesetzt. Allerdings muss man mit ausgeprägten Nebenwirkungen wie Schwindel, Gewichtszunahme und Ödemen rechnen.

Ist Fibromyalgie eine rheumatische Erkrankung?

Beim Fibromyalgie-Syndrom handelt es sich weder um eine Entzündung, noch um eine Stoffwechselkrankheit oder um Rheuma. Bis vor einigen Jahren galt die Krankheit als Weichteil-Rheumatismus. Diese Annahme ist heute überholt. Fibromyalgie ist eine neurologische Erkrankung der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung.

Was kann man gegen die Fibromyalgie-Schmerzen tun?

Betroffenen werden regelmäßiges Ausdauertraining, Funktionstraining und Entspannungsverfahren empfohlen. Viele Patienten machen auch mit der multimodalen Schmerztherapie gute Erfahrungen. Das ist eine Kombination abgestimmter Therapieverfahren. Zum Beispiel kann eine kognitive Verhaltenstherapie durch Entspannungsübungen ergänzt werden. Aber auch eine zusätzliche medikamentöse Behandlung ist möglich. Multimodale Therapien werden oft von Schmerzkliniken, psychosomatischen Kliniken und auch von Reha-Kliniken angeboten.

Ist Fibromyalgie heilbar?

Fibromyalgie ist zur Zeit noch nicht heilbar. Allerdings ist die Erkrankung auch nicht lebensbedrohlich. Die Behandlung der am FMS (Fibromyalgie-Syndrom) Erkrankten zielt darauf ab, Schmerzen und Begleitsymptome zu reduzieren und auch den individuellen Umgang mit den Beschwerden zu verändern. Die Intensität der Wahrnehmung der Beschwerden hat nämlich einen wesentlichen Einfluss auf den Leidensdruck der Patienten. Hier kann therapeutisch und durch eigene sportliche Aktivität viel erreicht werden.

Kann ich Fibromyalgie durch meine Ernährung beeinflussen?

Eine spezielle Ernährungsempfehlung gibt es bislang nicht. Lediglich Erfahrungsberichte von Fibromyalgie-Kranken. Die verweisen auf eine Verbesserung ihrer Beschwerden bei folgender Ernährungsumstellung:

  • viel Gemüse und Obst (enthält besonders viele Antioxidantien)
  • Reduzierung des Fleischkonsums 
  • Verzicht bzw. geringer Konsum von Alkohol, Schokolade, Kaffee und Nikotin.

Ist Fibromyalgie vererbbar?

Die Erkrankung tritt in einige Familien gehäuft auf. Allerdings liegen noch keine endgültigen Ergebnisse darüber vor, ob dies genetische Ursachen hat oder ob Kinder Verhaltensweisen ihrer Eltern übernehmen, die dann die Fibromyalgie auslösen.

Wo erhalte ich weitere Informationen über Fibromyalgie?

Es gibt inzwischen zahlreiche Selbsthilfegruppen und Verbände für Betroffene. Unter anderem:

  • Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV)
  • Fibromyalgie-Liga-Deutschland (FLD)
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
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