Zöliakie

Zöliakie (Glutenunverträglichkeit): Ursachen, Symptome, Therapie

Wird die Diagnose „Zöliakie“ gestellt, ist damit eine entzündliche Darmerkrankung gemeint. Betroffene leiden unter einer Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten. Eine Ernährungsumstellung hilft dabei, die Beschwerden zu stoppen und mögliche Komplikationen zu vermeiden.


Inhaltsverzeichnis

Was ist Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)?

Bei einer Zöliakie entzündet sich der Dünndarm. Grund ist das eigentlich harmlose Klebereiweiß Gluten, denn das körpereigene Abwehrsystem stuft es als schädlich ein. Infolgedessen zeigt das Immunsystem bei Betroffenen eine Überreaktion, sobald glutenhaltige Nahrung verzehrt wird. Gluten findet sich in Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Grünkern. Das Immunsystem von Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit reagiert zudem auf das körpereigene Enzym „Gewebetransglutaminase“. Bei gesunden Menschen spaltet dieses Enzym das Gluten. – Sowohl Gluten als auch das Enzym Gewebetransglutaminase befinden sich auf der Darmschleimhaut. Durch Angriffe des Immunsystems wirken beide entzündungsfördernd. Wird nicht auf Gluten verzichtet, führt dies zu einer chronischen Entzündung und die Ausstülpungen der Dünndarmschleimhaut (Zotten), bilden sich allmählich zurück. Dadurch verringert sich die Oberfläche der Darmschleimhaut und es können immer weniger Nährstoffe aus der Nahrung vom Darm ins Blut gelangen.

Die Darmschleimhaut ist in Falten aufgeworfen und bildet sogenannte Zotten. Durch diese Struktur stellt sich die Oberfläche des Darms größer dar und Bestandteile aus der Nahrung können rascher vom Darm ins Blut übertreten. Leidet jemand an Zöliakie, dann werden diese Ausstülpungen durch Auto-Antikörper zerstört. Dies führt mit der Zeit zu schweren Mangelerscheinungen, da zur Nahrungsaufnahme nur noch eine deutlich verkleinerte Fläche verfügbar ist.

Zöliakie – Ursachen

Auf die Entstehung einer Zöliakie haben sowohl die genetische Veranlagung als auch eine Autoimmunreaktion Einfluss. Rund 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung tragen die genetische Veranlagung für eine Glutenunverträglichkeit. Sie zeigt sich anhand bestimmter Oberflächenmerkmale auf den Immunzellen: Sind die Eiweiße HLA-DQ2 oder HLA-DQ8 vorhanden, bestätigt dies die genetische Voraussetzung für eine Zöliakie. Können die Eiweiße nicht nachgewiesen werden, kann man davon ausgehen, dass keine Glutenunverträglichkeit besteht. – Sind Verwandte ersten Grades, also Eltern, Kinder oder Geschwister, bereits an einer Zöliakie erkrankt, dann besteht für Angehörige ebenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, die Unverträglichkeit gegenüber Gluten zu entwickeln.

Menschen, in deren Körper die Eiweiße HLA-DQ2 oder HLA-DQ8 vorhanden sind, können eine Glutenunverträglichkeit entwickeln. Da Gluten sich normalerweise nicht vollständig verdauen lässt, werden die unverdauten Bruchstücke der Glutenmoleküle von der Dünndarmschleimhaut aufgenommen. Bei Menschen, die über die oben genannten Eiweiße verfügen, kann das Immunsystem diese Glutenmoleküle fälschlicherweise als feindlich wahrnehmen. Es reagiert dann ähnlich wie bei dem Befall durch einen bakteriellen oder viralen Erreger. Kommt es zudem zu einer Reaktion zwischen den Glutenbruchstücken mit dem körpereigenen Enzym Gewebetransglutaminase (tTG) im Darm, fällt die Abwehr des Immunsystems noch stärker aus. Gegen das Enzym bilden sich dann sogenannte Antikörper. Werden sonst in der Regel Erreger bekämpft, die von außen in den Körper eindringen, richtet sich die Abwehr nun gegen körpereigenes Gewebe. Man spricht daher von einer Autoimmunreaktion oder einer Autoimmunerkrankung.

Wer bereits als Baby häufig mit glutenreicher Nahrung in Kontakt gekommen ist, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Zöliakie zu erkranken. Daher sollten vor allem Babys, deren nahe Verwandte an Zöliakie leiden, mit Muttermilch oder glutenfreier Kost ernährt werden. Jedoch können geringe Mengen Gluten, ab dem fünften Lebensmonat zugeführt, wiederum vorbeugend wirken.

Als weitere Risikofaktoren für eine Zöliakie werden Infektionen mit Darmviren oder eine Änderung der bakteriellen Darmflora vermutet. Ebenso können psychosoziale Faktoren die Entstehung einer Zöliakie begünstigen. Häufig tritt eine Zöliakie auch gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf. So entwickeln Menschen mit Turner-Syndrom, Down-Syndrom, IgA-Mangel, Typ-1-Diabetes sowie anderen Autoimmunkrankheiten öfter eine Glutenunverträglichkeit als Menschen ohne Vorerkrankung.

Zöliakie – Symptome

Charakteristische Beschwerden bei Zöliakie sind Bauchschmerzen, Blähungen und fettiger Durchfall. Diese Symptome treten meist unmittelbar nach dem Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel auf. Langfristig wird bei Betroffenen durch die entstehende Entzündung die Darmschleimhaut geschädigt. Infolgedessen werden Nahrungsbestandteile schlechter aufgenommen und Mangelzustände, wie etwa Eisenmangel, können auftreten. Das führt dazu, dass der Körper Wasser schlechter in den Gefäßen halten kann. Es lagert sich stattdessen im Gewebe ein und Ödeme bilden sich. Häufig verlieren Menschen, die an Zöliakie leiden, aufgrund der Magen-Darm-Beschwerden auch an Gewicht.

Atypische Symptome bei Zöliakie:

Nicht immer zeigt sich eine Zöliakie mit den beschriebenen typischen Symptomen. Einige Betroffene leiden an atypischen Beschwerden, die nicht direkt mit der Darmfunktion zusammenhängen. Es kann dann beispielsweise zu Hautproblemen kommen. Das führt dazu, dass die Diagnose „Zöliakie“ dann oft erst recht spät feststeht, da die Krankheit nicht gleich erkannt wurde. Häufigste atypische Symptome sind:

  • Hautentzündung mit juckenden rötlich erhabenen Bläschen
  • Erkrankung der Leber mit teils leicht erhöhten Leberwerten
  • Blutarmut, Zungenbrennen, Faulecken am Mund (als Folge von Eisenmangel)
  • Osteoporose, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Knochenschmerzen (aufgrund eines Kalziummangels)
  • Nachtblindheit durch Vitamin A-Mangel
  • Blutungen, unter anderem in der Haut (durch Vitamin-K-Mangel)
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Entzündung der Nierenkörperchen
  • Gelenkbeschwerden
  • Epileptische Anfälle
  • Koordinationsstörungen
  • Nervenstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressionen

Zöliakie mit geringen oder gar keinen Symptomen:

Es gibt Patienten, die an Zöliakie erkrankt sind, Antikörper im Blut und eine veränderte Dünndarmschleimhaut haben, und die dennoch symptomfrei sind oder nur mit geringen, atypischen Beschwerden leben. Oft treten lediglich Abgeschlagenheit oder Müdigkeit auf. Ihre Glutenunverträglichkeit wird meist erst im Rahmen einer Screening-Untersuchung entdeckt, wenn nahe Verwandte erkrankt sind. Bei diesen Patienten ist keine glutenfreie Diät notwendig. In einigen Fällen lassen sich Antikörper einer Zöliakie schon nachweisen, bevor es zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut kommt. Es kann sein, dass im Laufe der Zeit noch Symptome auftreten. Betroffene können aber ebenso symptomfrei bleiben.

Zöliakie – Verlauf

Zöliakie ist zwar nicht heilbar, allerdings können Betroffene, bei Einhaltung einer glutenfreien Diät, meist völlig symptomfrei leben. Dies stellt anfangs einen Einschnitt im gewohnten Essverhalten dar. Es gibt jedoch eine große Vielfalt an Nahrungsmitteln, die kein Gluten enthalten. An Zöliakie Erkrankte können sich also auch weiterhin sehr abwechslungsreich ernähren.

Wurde eine Zöliakie erst spät diagnostiziert, besteht ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung an bestimmten Krebsarten im Magen-Darm-Trakt (intestinales T-Zell-Lymphom, Adenokarzinom). Zudem können durch die Entzündung im Darm ernste Mangelzustände an Vitaminen, Spurenelementen und anderen Nährstoffen entstehen. Außerdem sind zusätzliche Störungen der Verdauung möglich, beispielsweise Laktoseintoleranz. Dabei führt die Darmentzündung zu einem Mangel am Milchzucker spaltenden Enzym Laktase, das sich im Bereich der Dünndarm-Schleimhaut befindet. Somit kann der Milchzucker nicht mehr verdaut werden und Laktoseintoleranz entsteht. In manchen Fällen tritt sie allerdings nur zeitweise auf. Wird eine Zöliakie rechtzeitig erkannt und stellen Betroffene ihre Ernährung auf glutenfreie Lebensmittel um, können sie sich vor den Folgen der Krankheit schützen.

Zöliakie – Diagnose

Im Gespräch mit dem behandelnden Hausarzt oder einem Gastroenterologen werden die aktuellen Beschwerden, aber auch möglicherweise bereits vorliegendene Erkrankungen thematisiert (zum Beispiel Diabetes Typ 1 oder IgA-Mangel). Besteht der Verdacht auf eine Zöliakie, sind unter anderem folgende Fragen relevant:

  • Treten Durchfall und Bauchschmerzen häufig auf?
  • Kam es in letzter Zeit zu einem deutlichen Gewichtsverlust?
  • Wurden – bei Kindern und Jugendlichen – Wachstumsstörungen bemerkt? Verzögert sich der Eintritt in die Pubertät?
  • Wurden Veränderungen an der Haut festgestellt?
  • Leidet ein naher Verwandter an Zöliakie?
  • Gab es bereits einen Zöliakie-Test oder wurde gegebenenfalls ein Selbsttest durchgeführt?

Körperliche Untersuchung

Im Rahmen der nun folgenden körperlichen Kontrolle, schaut sich der Arzt insbesondere Haut und Zunge an, horcht mit dem Stethoskop am Bauch nach Darmgeräuschen und tastet ihn auch ab, um möglicherweise vermehrte Luft darin, Flüssigkeit oder Darmverdickungen feststellen zu können. Zur sicheren Diagnosestellung sind noch weitere Untersuchungen wichtig:

Der Zöliakie-Test

Bei dem Test wird das Blut des Patienten im Labor analysiert. Befinden sich darin die für Zöliakie typischen Antikörper, ist dies der Nachweis für eine Glutenunverträglichkeit. Ebenso ist ein Test über die Atemluft möglich (H2-Atemtest). Auch ein Selbsttest wird häufig von Betroffenen durchgeführt. Allerdings ist er nicht so zuverlässig, wie die Tests, die der Arzt vornehmen kann.

Ergänzend zum Zöliakie-Test kann aus dem Dünndarm eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden. Charakteristische Zöliakie-Veränderungen bestätigen dann den Krankheitsverdacht. Auf diese Biopsie kann man allerdings verzichten, wenn Betroffene an den für Zöliakie typischen Symptomen leiden, wenn sehr hohe Antikörperwerte vorliegen und wenn eine genetische Disposition für die Krankheit besteht. Sollte trotz aller Untersuchungen keine sichere Diagnostik möglich sein, wird Betroffenen empfohlen, sich acht Wochen lang glutenfrei zu ernähren. Anschließend können nach einer gezielten Glutenbelastung die Gewebeprobe und die Blutuntersuchung wiederholt werden.

Da bis zu 90 Prozent der an Zöliakie Erkrankten lediglich unter untypischen Symptomen leiden, ist eine Diagnose nicht immer einfach zu stellen. Im Durchschnitt dauert es vier Jahre, bis die Krankheit erkannt wird.

Zöliakie – Behandlung

Zöliakie ist eine Krankheit, die ein Leben lang besteht. Eine heilende Therapie gibt es bislang nicht. Allerdings bilden sich die Beschwerden beinahe immer komplett zurück, wenn man sich konsequent glutenfrei ernährt. Haben sich aufgrund der Zöliakie bereits Mangelzustände eingestellt, können diese in der Regel gut behandelt werden, so dass sich der geschädigte Darm wieder erholt.

Auch eine glutenfreie Ernährung kann abwechslungsreich sein. Patienten fühlen sich nach der Diagnose Zöliakie zwar durch die Umstellung erst einmal verunsichert, allerdings lernt man recht schnell, auf welche Lebensmittel von nun ab verzichtet werden soll und welche Nahrungsmittel gut verträglich sind.

Es gibt sehr seltene Verlaufsformen, bei denen die Zöliakie-Erkrankung nicht positiv durch eine glutenfreie Diät beeinflusst werden kann. Betroffene leiden dann an der sogenannten refraktären Zöliakie. Bei dieser seltenen Form lassen Beschwerden auch während einer zwölf Monate andauernden glutenfreien Diät nicht nach oder die typischen bzw. atypischen Symptome treten im Anschluss an eine Besserung erneut auf. Die Beschwerden lassen sich dann nur mit Medikamenten lindern.

Auf diese glutenhaltigen Getreidesorten sollte man bei Zöliakie verzichten:

  • Weizen
  • Roggen
  • Gerste
  • Dinkel
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Emmer Kamut
  • manchmal Hafer: Nicht bei jedem löst er Beschwerden aus.
  • Triticale (Kreuzung aus Roggen und Weizen)

Eine Vielzahl getreidehaltiger Produkte enthält Gluten. Daher ist es für Zöliakie-Betroffene wichtig zu wissen, ob ein Lebensmittel glutenfrei ist oder nicht. Hersteller sind zwar grundsätzlich verpflichtet, glutenhaltige Nahrungsmittel entsprechend zu kennzeichnen, aber der Begriff „Gluten“ muss nicht auf der Zutatenliste erwähnt werden. Das heißt, dass nur die glutenhaltige Zutat, wie beispielsweise Weizen oder Roggen, aufgeführt werden muss. Ausgenommen von dieser Regel sind Sirup und Spirituosen, die ja ebenfalls glutenhaltig sein können. Betroffene müssen also selbst wissen, was sie essen bzw. trinken dürfen und was nicht. Lebensmittel gelten als glutenfrei, wenn sie höchstens 20 ppm (2 Milligramm je 100 Gramm) Gluten enthalten. Ein spezielles Symbol kennzeichnet glutenfreie Lebensmittel: Es stellt eine durchgestrichene Getreideähre dar.

Auf diese (fast immer) glutenhaltigen Lebensmittel sollte man bei Zöliakie verzichten:

  • Alle herkömmlichen Backwaren, wie Brot, Brötchen, Kuchen
  • Nudeln
  • Pizza
  • Müsli sowie andere Frühstückszerealien
  • Kekse
  • Paniertes Fleisch, panierter Fisch
  • Malzkaffee
  • Bier
  • Sojasauce, es sei denn, sie ist als glutenfrei gekennzeichnet

Wer an Zöliakie leidet, sollte Getreidesorten verzehren, die kein Gluten enthalten. Inzwischen gibt es auch viele Produkte, wie Nudeln oder Backwaren, die aus glutenfreiem Getreide hergestellt werden.

Diese Getreidesorten sind glutenfrei und werden bei Zöliakie empfohlen:

  • Reis
  • Mais
  • Hirse
  • Buchweizen (sogenanntes Pseudogetreide)
  • Amaranth (sogenanntes Pseudogetreide)
  • Quinoa (sogenanntes Pseudogetreide)
  • Wildreis
  • Teff (Zwerghirse)

Diese Lebensmittel enthalten von Natur aus kein Gluten (sofern dies nicht durch Zusätze verändert wurde):

  • Obst und Gemüse
  • Fleisch und Fisch
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen
  • Nudeln aus Reis sowie aus Hülsenfrüchten wie Linsen oder Kichererbsen
  • Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Butter oder Margarine
  • Honig
  • Gewürze wie Zucker, Salz oder Kräuter
  • Nüsse und Öle
  • Wasser und Säfte
  • Kaffee sowie Tee

Therapie von Mangelerscheinungen

Leiden Betroffene bereits längere Zeit an einer Zöliakie, ohne dass es zu einer Ernährungsumstellung kam, dann können sich bereits Mangelzustände ergeben haben. Durch den Entzündungsprozess im Dünndarm wird nämlich auch die Aufnahme von lebenswichtigen Vitaminen und Spurenelementen ins Blut gestört. Häufig kommt es daher zu einem Mangel an Vitamin A, Vitamin B6 und B12, an Folsäure und Vitamin K. Wichtige Spurenelemente, die oft nur noch unzureichend aufgenommen werden, sind Eisen, Magnesium und Kalzium. Folgen solcher Mangelzustände können Blutarmut (Anämie), schwere Blutungen oder Muskelkrämpfe sein. – Fehlende Vitamine und Spurenelemente können jedoch künstlich zugeführt werden. In den meisten Fällen reicht es, Tabletten einzunehmen. Ist der entzündete Darm schon stark beeinträchtigt, ist es nötig, eine Infusion über die Vene oder eine Injektion in den Muskel zu geben, denn die zugeführten Vitamine und Spurenelemente können sonst nicht umfassend aufgenommen werden.

Homöopathie bei Zöliakie

Im Fall einer Erkrankung an Zöliakie ist ein strikter Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel wichtig. In der auf die individuellen Symptome abgestimmten homöopathischen Therapie, steht die konstitutionelle Behandlung im Vordergrund. Der Erfolg der Symptomlinderung hängt auch davon ab, wie lange ein Patient bereits an Zöliakie leidet, also wie viel Darmschleimhaut bereits vernarbt und wie stark eventuelle Mangelzustände ausgeprägt sind. Diese Mittel werden unter anderem zur Linderung von Zöliakie-Beschwerden empfohlen (Auswahl):

  • Kalium sulfuricum
  • Nux vomica

Akupunktur bei Zöliakie

Die Ursachen für Autoimmunerkrankungen, wie die Zöliakie, sind laut Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) sehr unterschiedlich. Als häufigster Auslöser wird jedoch ein sogenannter Ying-Mangel im Körper gesehen. Ihren Behandlungsansatz sieht die TCM, insbesondere bei der Behandlung durch Akupunktur, in der Regulation der fehlgesteuerten Abwehrkräfte. Dabei gilt es unter anderem, den gestörten Energiefluss wieder zu harmonisieren.

Zöliakie bei Babys und Kindern

Besteht bei Babys oder Kindern der Verdacht einer Glutenunverträglichkeit, sollte dies umgehend vom Arzt untersucht werden. Es gilt, die Folgen einer nicht erkannten Zöliakie zu vermeiden. Unbehandelt kann es durch den Mangel an Vitaminen, Spurenelementen und anderen Nährstoffen zu schweren Entwicklungsstörungen kommen.

Bei kleinen Kindern kann eine Glutenunverträglichkeit Verdauungsstörungen auslösen. Diese zeigen sich dann in einem aufgetriebenen Bauch, voluminösem, stark riechenden Durchfall oder in der Verweigerung von Essen. Auffallend können zudem Wachstumsstörungen sein oder ein verzögerter Eintritt in die Pubertät. Außerdem tritt oft Eisenmangel auf. Einen Hinweis auf Zölikakie können ebenfalls Wesens- und Verhaltensänderungen geben. Kinder sind dann sehr weinerlich, missmutig oder apathisch. Bei Kindern äußern sich die ersten Zöliakie-Symptome gegen Ende des ersten Lebensjahres, etwa drei bis sechs Monate nach dem Verzehr der ersten glutenhaltigen Getreidemahlzeit.

Behandlung einer Glutenunverträglichkeit beim Baby

Ist eine Schwangere an Zöliakie erkrankt oder deren nahe Verwandte, wird empfohlen, das Baby möglichst lange zu stillen. Muttermilch übt nämlich einen schützenden Effekt gegen die Zöliakie aus. Ebenfalls vorbeugend können im mittleren Säuglingsalter geringe Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel sein. Am deutlichsten wirkt sich diese prophylaktische Maßnahme vom fünften bis siebten Lebensmonat aus. Studien haben ergeben, dass Kinder dann seltener an Zöliakie litten. Kamen Kinder hingegen früher mit Gluten in Kontakt, wurde ein erhöhtes Zöliakie-Risiko nachgewiesen.

Zöliakie – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird beispielsweise „Zöliakie“ unter den ICD-Code „K90.0“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Zöliakie – Wie finde ich den richtigen Arzt?

Im Internet gibt es viele Anbieter von Arztportalen. Eines ist beispielsweise die Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit. Sie beinhaltet teilweise einen Patientenzufriedenheitsscore und verfügt in der Regel über aktuelle postalische Daten. Einzusehen ist sie unter www.arzt-auskunft.de. Auf der Suche nach einem Arzt, der sich mit der Behandlung einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) auskennt und dessen Praxis in Wohnortnähe ist, kann man hier zielführend recherchieren.

Zöliakie – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Zöliakie – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema: Zöliakie

Was ist Zöliakie – eine Autoimmunerkrankung oder eine Allergie?

Zöliakie vereint sowohl Elemente einer Allergie als auch einer Autoimmunerkrankung. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf an sich harmlose Stoffe. Das trifft bei Zöliakie zu, denn auf das eigentlich unschädliche Gluten gibt der Körper eine überschießende Immunantwort. – Zöliakie erfüllt aber auch die Definition einer Autoimmunerkrankung, denn das Immunsystem bildet Antikörper gegen das körpereigene Enzym Gewebetransglutaminase. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist Zöliakie am ehesten eine Mischform aus Allergie und Autoimmunerkrankung. Allerdings konnte sich die Bezeichnung der Glutenallergie in der Wissenschaft nicht durchsetzen und ist daher nicht gebräuchlich.

Warum kann man bei Zöliakie Eisenmangel bekommen?

Bei Zöliakie kommt es zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Wenn diese Entzündung länger dauert, weil Betroffene sich nicht glutenfrei ernähren, bilden sich die Ausstülpungen der Dünndarmschleimhaut (Schleimhautzotten) allmählich zurück. Die Oberfläche der Darmschleimhaut verringert sich und es können weniger Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Bei schweren Verläufen ist es dem Körper nicht mehr möglich, Nahrungsbestandteile wie Fette, Eiweiß, Milchzucker, lebenswichtige Vitamine, Kalzium und auch Eisen ausreichend zu verwerten. Dies kann unter anderem zu Mangelerscheinungen wie Blutarmut oder Knochenschwund führen.

Welche Lebensmittel sind bei Zöliakie erlaubt?

Wer an Zöliakie leidet, sollte sich konsequent glutenfrei ernähren. Zu den geeigneten Nahrungsmitteln zählen beispielsweise Getreidesorten und auch sogenannte Pseudogetreide, die kein Gluten enthalten, wie Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa und Wildreis. Ebenso sind alle Lebensmittel erlaubt, die von Natur aus frei von Gluten sind. Unter anderem Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte, Nüsse und Öle. Betroffene sollten beim Einkauf dennoch genau auf die Zutatenliste achten, um wirklich sicher zu sein, dass einem Produkt kein Gluten zugesetzt wurde.

Gibt es ein Heilmittel bei Zöliakie?

Zöliakie ist nicht heilbar. Die Krankheit begleitet Betroffene ein Leben lang. Achten Patienten jedoch diszipliniert auf eine glutenfreie Ernährung, können sie meist völlig symptomfrei werden.

Welche Symptome haben Kinder bei Zöliakie?

Eine Glutenunverträglichkeit kann sich bei Kindern durch Verdauungsstörungen äußern. Oft zeigen sich zudem ein aufgetriebener Bauch sowie voluminöser und übelriechender Durchfall. Einige Kinder verweigern ihr Essen. Wachstumsstörungen oder eine Verzögerung der Pubertät kommen ebenso vor, wie deutliche Verhaltensänderungen. Häufig tritt Eisenmangel auf. – Eine glutenfreie Ernährung sorgt in der Regel für die Auflösung dieser Beschwerden. Unter Umständen ist eine zusätzliche Behandlung möglicher Mangelerscheinungen durch den Arzt nötig.

Quellen

  • Schuppan, Detlef und Gisbert-Schuppan, Kristin: Tägliches Brot: Krank durch Weizen, Gluten und ATI, Springer Verlag, 1. Auflage 2018
  • Schuppan, Detlef und Zimmer, K.-P.: Diagnostik und Therapie der Zöliakie, in: Deutsches Ärzteblatt Ausgabe 110 in 2013
  • Schuppan, Detlef: Zölliakie: Pathogenese, Klinik, Epidemiologie, Diagnostik und Therapie, in Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2016 (59)
  • Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V., www.dzg-online.de (Abruf 30.03.2020)
  • Ergebnisse der S2k-Konsensuskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) gemeinsam mit der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) zur Zöliakie, Weizenallergie und Weizensensivität, Stand 2014, www. dgvs.de (Abruf 30.03.2020)
  • Prof. Dr. Koletzko, Sibylle, Dr. Werkstetter, Katharina, Dr. Schumann, Michael: Ratgeber Zöliakie, Gastro-Liga e.V., www.gastro-liga.de (Abruf 30.03.2020)
  • Homöopathisches Repetitorium, Deutsche Homöopathie-Union Karlsruhe, Ausgabe 2006
  • Sanasearch, www.sanasearch.de (Abruf 1.04.2020)
  • Fachverlag Gesundheit und Medizin, www.magen-darm-ratgeber.de (Abruf 1.04.2020)

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