Syphilis© Tatiana Shepeleva

Syphilis: Ursachen, Symptome, Therapie

Syphilis ist eine ansteckende Krankheit. Übertragen wird sie durch Geschlechtsverkehr oder direkten Blutkontakt. Rechtzeitig entdeckt, kann die Bakterieninfektion gut behandelt werden und vollständig ausheilen.


Was ist Syphilis?

Syphilis ist eine Infektionskrankheit, die auch als harter Schanker oder Lues bekannt ist. Erreger sind Treponema-pallidum-Bakterien. Als sexuell übertagbare Erkrankung zählt Syphilis zu den Geschlechtskrankheiten. Eine Infektion kann aber auch durch direktes Eindringen des Erregers in die Blutbahn erfolgen. Zum Beispiel durch ein benutztes Injektionsbesteck oder eine kontaminierte Blutkonserve. In den vergangenen Jahren sind die Infektionszahlen stetig weiter angestiegen. Das Risiko einer Ansteckung ist daher nicht unbeträchtlich. Schwangere mit einer Syphilis-Infektion können die Treponema Bakterien auch auf das ungeborene Kind übertragen. Ein Syphilis-Test wird daher häufig sicherheitshalber empfohlen.

Syphilis – Verlauf

Syphilis (Lues) ist eine Geschlechtskrankheit, die in vier Stadien mit unterschiedlichen Krankheitszeichen voranschreitet. Diese Stadien können durch langanhaltende Ruhephasen ohne Symptome unterbrochen sein. Zwischen der Infektion und dem letzten Stadium der Krankheit vergehen oft Jahrzehnte. Syphilis ist sehr ansteckend. Die größte Infektionsgefahr besteht während der ersten beiden Krankheitsstadien.

1. Syphilis-Stadium

Syphilis wird meist beim Geschlechtsverkehr übertragen. An der Schwachstelle oder Verletzung der Haut, an der das Bakterium Treponema in den Körper eindringen konnte, bildet sich nach etwa drei Wochen ein rötlicher Fleck. Daraus wird dann ein kleines, knötchenartiges Geschwür. Dieses bereitet kaum oder keinerlei Schmerzen. Aus dem Knötchen entwickelt sich ein flaches Geschwür mit gelblichem Belag und klar abgegrenztem, erhabenem Rand. Aus dem Geschwür wird im ersten Stadium der Syphilis eine klare Flüssigkeit abgesondert, die extrem infektiös ist. Im weiteren Fortgang der Krankheit schwellen die Lymphknoten im Umfeld des Syphilis-Geschwürs an.

Je nach Infektionsort bildet sich das Geschwür an Penis, Schamlippen oder Scheide. Abhängig von den Sexualpraktiken können aber auch Lippen, Mundhöhle, After oder Enddarm betroffen sein. In diesen Fällen können die entstehenden Geschwüre durchaus Schmerzen bereiten. Nach vier bis sechs Wochen heilt das Geschwür auch ohne Behandlung ab, während die Lymphknoten weiterhin geschwollen und hart zu ertasten sind. Spätestens jetzt sollte eine Behandlung einsetzen, um zu vermeiden, dass die Krankheit in ihr nächstes Stadium eintritt und sich weiter im Organismus verbreitet.

2. Syphilis-Stadium

Vier bis zehn Wochen nach der Ansteckung zeigt sich die Sekundäre Syphilis durch Fieber, Abgeschlagenheit sowie Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen. Der Bereich, in dem die Lymphknoten geschwollen sind, vergrößert sich. Es bildet sich ein Hautausschlag aus rötlichen Flecken, die sich nachfolgend zu Knötchen und anschließend zu offenen, nässenden Geschwüren entwickeln. Das austretende Sekret ist stark mit Treponema Bakterien belastet und dadurch sehr ansteckend.

Vereinzelt kann die Haut im Halsbereich ihre Pigmentierung verlieren und auffällig hell erscheinen. Bei einigen Patienten kann sich die Sekundäre Syphilis durch Ausschläge in der Mundhöhle und geschwollene Mandeln zeigen. Andere Patienten sind von partiellem Haarausfall betroffen. Neben diesen oberflächlichen Symptomen sind zum Teil bereits auch die inneren Organe vom Syphilis-Erreger befallen. Das macht sich durch eher unspezifische Krankheitszeichen, wie Kopfschmerzen oder Leberschwellungen, bemerkbar. Nach einigen Wochen verschwinden die Symptome des Sekundärstadiums jedoch oder schwächen sich in Form kleinerer Rückfälle immer stärker ab. Das 2. Stadium der Syphilis geht in eine Ruhephase über.

Latenz-Stadium

Nicht selten stellt sich nach den ersten beiden Syphilisstadien, die auch Frühsyphilis genannt werden, eine längere symptomfreie Phase ein. Diese kann drei bis zehn Jahre dauern. Der Erreger ist aber immer noch im Körper aktiv. Entsprechend besteht auch im Latenzstadium immer noch ein gewisses Infektionsrisiko für andere Menschen. Die folgenden beiden Stadien der Syphilis (Spätsyphilis) nehmen ihren Anfang mit einem erneuten Ausbruch der Krankheit. Der Organismus ist nun umfassend betroffen.

3. Syphilis-Stadium

Zunehmend schädigt der Erreger nicht nur Haut und Schleimhäute, sondern auch innere Organe. Selbst Herz-Kreislauf-System und Skelett werden befallen. Es entstehen auch im Körperinneren Gewebeknoten, die sich zu Geschwüren weiterentwickeln. Wenn sich die Geschwüre öffnen, wird ein dünnflüssiges Sekret abgesondert. Die Entzündungsareale sterben ab. Es bilden sich Nekrosen. Das abgestorbene Gewebe zersetzt sich. Auch in diesem Krankheitsstadium (3 bis 15 Jahre nach der Ansteckung) kann die Syphilis noch erfolgreich behandelt werden.

4. Syphilis-Stadium

Unbehandelt stellt sich zehn bis zwanzig Jahre nach der Infektion das 4. Stadium der Syphilis ein. Die Krankheit breitet sich auf Rückenmark und Gehirn aus. Die Entzündungen im Nervensystem führen zunehmend zu neurologischen Ausfällen. Bei den Patienten funktionieren die Reflexe häufig nicht mehr richtig. Ein typisches Syphilis-Symptom in dieser Krankheitsphase ist der Verlust des Pupillenreflexes bei Lichteinstrahlung (Argyll-Robertson-Pupille). Darüber hinaus kann die Steuerung der Bewegungen gestört sein. Patienten haben Schwierigkeiten beim Gehen oder Greifen. Es kommt nicht selten zu Inkontinenz oder auch zu Impotenz. Missempfindungen der Haut, wie Kribbeln, Taubheit, Stechen oder Brennen, können auftreten. Schwindel und Lähmungserscheinungen sind möglich.

Der Syphilis-Erreger kann eine Gehirnentzündung auslösen. Die Folgen reichen von epileptischen Anfällen und Lähmungen über Wesensveränderungen und Wahnvorstellungen bis zum Tod durch immer weiter fortschreitende Schädigungen von Gehirn, Rückenmark und anderen Organen.

Syphilis – Symptome

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die sich langsam entwickelt und mit jedem Stadium ein verändertes Krankheitsbild aufweist. Etwa die Hälfte der Infizierten verzeichnen nach der Ansteckung keine Beschwerden. Bei circa 50 Prozent der Patienten zeigen sich 10 bis 90 Tage nach der Ansteckung mit dem Syphilis-Erreger die ersten Symptome. An der Infektionsstelle bildet sich ein roter Fleck, der sich zu einem Geschwür entwickelt. Meist sind Penis, Schamlippen oder Vagina betroffen. Aber auch im Mund, Rachen, Enddarm und Analkanal sind Infektionen möglich. Das Geschwür hat einen leicht erhöhten Rand und bereitet in der Regel keinerlei Schmerzen. Auf dem Geschwür zeigt sich eine gelbliche Kruste. Ein klares Sekret wird abgesondert, das stark mit Erregern belastet und sehr infektiös ist. In der näheren Umgebung des Geschwürs sind die Lymphknoten meist angeschwollen und verhärtet.

Nach vier bis zehn Wochen hat sich der Krankheitserreger so weit im Körper ausgebreitet, dass sich grippeähnliche Symptome entwickeln: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Am Rumpf zeigen sich rötliche Flecken, die zu nässenden Hautknötchen werden. Das austretende Sekret ist sehr infektiös. Im Anschluss an dieses zweite Stadium der Syphilis verschwinden alle Symptome für viele Jahre. Auffallend ist, dass die Geschwüre meist nicht einmal Narben hinterlassen.

Dieses anhaltende Abklingen der Beschwerden ist allerdings trügerisch, denn die Krankheit tritt danach mit Vehemenz wieder auf. Nun ist der gesamte Organismus betroffen, einschließlich innerer Organe, Knochen, Blutgefäßen (Kardiovaskuläre Syphilis) und zentralem Nervensystem. Die Krankheitszeichen sind entsprechend vielfältig. Unbehandelt kann Syphilis zu Siechtum und Tod führen. Schon bei den Symptomen des ersten Krankheitsstadiums sollte sofort eine Arztpraxis aufgesucht werden ¬– selbst, wenn nur ein vager Verdacht besteht. Die Gefahr, durch intimen Körperkontakt, andere Menschen anzustecken, ist in dieser Phase besonders hoch. Die Behandlungsaussichten sind zudem gerade im Anfangsstadium sehr gut.

Syphilis – Ursachen

Syphilis ist eine Infektionskrankheit. Auslöser ist das Bakterium Treponema pallidum. Meist erfolgt die Ansteckung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Je nach angewendeter Sexualpraktik kann der Infektionsort, von dem sich die Krankheit ausbreitet, unterschiedlich sein. Der Erreger ist auch durch einen Kuss übertragbar, wenn beide Personen eine Verletzung oder eine Entzündung im Mund haben. Zudem kann eine Erkrankung an Syphilis weitere Infektionen zum Beispiel mit HIV oder Hepatitis fördern. Für eine Ansteckung genügt der direkte Kontakt des Blutes eines Erkrankten mit dem Blut einer anderen Person. Beispiele sind die mehrfache Verwendung von Spritzen oder eine Bluttransfusion mit infiziertem Blut. Letzteres passiert allerdings nur extrem selten, weil hierzulande Blutkonserven standardmäßig auf eine Verunreinigung mit dem Erreger getestet werden.

Kinder können von Geburt an mit Syphilis infiziert sein. Denn während der Schwangerschaft kann die Krankheit von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden.

Syphilis – Diagnose

Die Diagnose Syphilis wurde im Lauf der letzten Jahre durch steigende Ansteckungszahlen immer häufiger gestellt. Aus diesem Grund begegnen Ärzte in der Praxis immer mehr Patienten mit typischen Beschwerden und vertrauten Krankheitszeichen. Der Arzt fragt den Patienten im Rahmen der Anamnese zunächst nach bekannten Vorerkrankungen. Besonders nach einer eventuellen HIV-Infektion. Das Virus tritt nicht selten gemeinsam mit einer Syphilis-Infektion auf. Beide Erkrankungen können sich gegenseitig begünstigen und verstärken. Unter Umständen werden sehr konkrete Fragen zum Sexualleben gestellt, um Risiken und potentielle Gefahren genauer einschätzen zu können.

Anschließend wird der Arzt einen Test zum Nachweis des Syphilis-Erregers durchführen. Unterschiedliche Methoden sind geeignet. Eine Probe aus dem Sekret des Hautgeschwürs kann unter dem Mikroskop betrachtet werden. Die krankheitsauslösenden Bakterien sind gut unter der Vergrößerungsoptik zu erkennen.

Wenn keine Hautgeschwüre mehr vorhanden sind, kann ein Bluttest spezifische IgG- und IgM-Antikörper nachweisen, die für eine Syphilis-Infektion sprechen. Der TPHA-Antikörpertest (Treponema-pallidum-Hämagglutinations-Assay) zeigt auch länger zurückliegende Erkrankungen an. Um ein positives Ergebnis abzusichern, nimmt der Arzt einen VDRL-Test vor, der aktuelle Krankheitsaktivitäten der Erreger aufzeigen kann.

Besteht der Verdacht auf Syphilis im 4. Stadium, kann der Arzt eine Liquor-Punktion vornehmen, bei der Rückenmarksflüssigkeit abgenommen wird, um einen Befall des Gehirns und Rückenmarks nachweisen zu können. Syphilis zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten. Bei einem positiven Befund ist der Arzt verpflichtet, das Untersuchungsergebnis (ohne Namensangabe des Patienten) an das Gesundheitsamt zu melden.

Syphilis – Behandlung

Für die Behandlung der Syphilis stehen wirkungsvolle Antibiotika zur Verfügung. In der Regel kommt Penicillin zum Einsatz. In der Frühphase der Erkrankung genügt meist eine einzige Spritze, um die Syphilis-Erreger erfolgreich abzutöten. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine längere Antibiotika-Therapie, zum Teil mit stationärer Verabreichung von Infusionen, notwendig werden. Auch hier bestehen gute Heilungsaussichten. Bereits eingetretene Organschäden lassen sich aber kaum wieder rückgängig machen. Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist daher wichtig.

Im Fall einer Unverträglichkeit gegenüber Penicillin, stehen weitere wirkungsvolle Antibiotika zur Bekämpfung der Syphilis bereit. Die Behandlung erfolgt ambulant. Nur bei sehr fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus angezeigt sein.

Beim massenhaften Absterben von Treponema-Bakterien durch den Antibiotika-Einsatz können Giftstoffe im Körper frei werden (ab 2. Syphilis-Stadium). Deshalb gibt man oft prophylaktisch Kortison, um die heftigen Reaktionen des Organismus während des Therapiebeginns abzumildern. Bei fortgeschrittener Syphilis verabreicht man unter Umständen weitere Medikamente, um Begleiterscheinungen der Krankheit zu behandeln.

Um mögliche Ansteckungen zu erkennen, sollten sämtliche Sexualpartner der vergangenen Zeit ärztlich untersucht werden. Bei dem 1. Stadium der Syphilis: alle Partner aus den letzten drei Monate. Beim Stadium 2 und dem frühen Latenzstadium: alle Partner der vergangenen drei Jahre. Mit der weiteren Latenzphase nimmt das Infektionsrisiko dann stark ab. Bei behandelten Patienten müssen zur Überwachung des Therapieerfolges regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden. Es ist zu beachten, dass eine durchgestandene Erkrankung keineswegs immun gegen Syphilis macht. Eine erneute Infektion ist durchaus möglich.

Syphilis bei Schwangeren

Eine Syphilis-Infektion kann auch auf das ungeborene Kind übertragen werden (konnatale Syphilis). Ein entsprechender Test ist daher während der Schwangerschaft sinnvoll. Bei einem positiven Befund wird eine Antibiotika-Therapie eingeleitet. Von der Behandlung der werdenden Mutter profitiert automatisch auch das Kind im Mutterleib. Die auslösenden Treponema Bakterien werden bei Mutter und Kind ausgeschaltet.

Behandlung einer angeborenen Syphilis

Wurde die Syphilis-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft nicht erkannt, wird das Neugeborene mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits mit einer Erkrankung (Lues connata) auf die Welt kommen. Selbst Früh- und Fehlgeburten sind möglich. Verläuft die Geburt normal, sind zunächst meist keine Krankheitszeichen erkennbar. Erst zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat zeigen sich erste Symptome: unter anderem Fieber, geschwollene Lymphdrüsen, Hautveränderungen, Darmentzündungen, Kehlkopfentzündung, Gelbsucht sowie Milz- und Leberschwellungen. Manche Kinder entwickeln eine Hirnhautentzündung, mit weiteren schweren Folgen.

Die Behandlung von Kindern erfolgt, wie bei Erwachsenen, durch intravenöse Gabe von Penicillin. Diese Therapie schlägt auch bei den kleinen Patienten meist sehr gut an.

Syphilis – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird eine "Sonstige und nicht näher bezeichnete Syphilis" unter dem ICD-Code: "A53" erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Syphilis – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Syphilis – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Syphilis

Wie kann Syphilis übertragen werden?

Syphilis, auch Lues oder harter Schanker genannt, zählt zu den Geschlechtskrankheiten und ist sehr ansteckend. Die Infektionszahlen nehmen seit Jahren immer weiter zu. Der häufigste Ansteckungsweg ist ungeschützter Sexualkontakt. Sehr viel seltener sind Infektionen, die durch direkten Blutkontakt entstehen. Übertragen werden können die Syphilis-Erreger etwa durch mehrfach benutzte Spritzen (Drogenkonsum) oder auch durch kontaminierte Blutkonserven. In Deutschland wird Spenderblut allerdings grundsätzlich auf Syphilis-Bakterien getestet. Zudem wird Schwangeren routinemäßig ein Syphilis-Test empfohlen, da im Fall einer Infektion eine extrem hohe Ansteckungsgefahr für den Fötus besteht (Lues connata).

Bin ich nach einer durchgemachten Infektion gegen Syphilis immun?

Nein. Auch wenn die Krankheit vollständig ausgeheilt ist, kann man sich erneut mit Treponema Bakterien infizieren. Das bedeutet, dass das Immunsystem bei der Erstinfektion keine spezifischen Abwehrkräfte entwickelt hat und die Syphilis unter Umständen wieder ausbricht.

Kann Syphilis ohne Behandlung abheilen?

Das ist durchaus möglich. Man weiß dies aus vergangenen Zeiten, in denen es noch keine wirksamen Behandlungsmethoden gab. Damals haben immer wieder Patienten die Krankheit aus eigenen Kräften überstanden. Allerdings sollte man sich keinesfalls auf die eigenen Selbstheilungskräfte verlassen. Im Krankheitsverlauf gibt es lange Ruhephasen, die leicht mit einer Heilung verwechselt werden können. Das Risiko, die Krankheit zu verschleppen und sich damit den schweren Spätschäden der Syphilis auszusetzen, ist sehr hoch. Abgesehen davon wird allein schon wegen der möglichen Ansteckungsgefahr eine ärztliche Therapie dringend empfohlen.

Können Kondome eine Ansteckung verhindern?

Die Ansteckungsgefahr mit Syphilis (Lues) sinkt tatsächlich nahezu auf Null. Das verbleibende Risiko liegt dann eher in der unsachgemäßen Benutzung des Kondoms. Für geschützten Geschlechtsverkehr spricht auch die Vermeidung einer Infektion mit dem HI-Virus. Syphilis und eine HIV-Infektion treten nämlich häufig gemeinsam auf und steigern in ihrem Zusammenwirken die Infektionsgefahr zusätzlich. Bei vielen HIV-Infizierten war die Eintrittspforte für das Virus ein offenes Syphilis-Geschwür.

Ist eine Syphilis-Infektion gefährlich?

Die Beschwerden nach der Ansteckung mit Syphilis sind in der Regel nur gering und auf die Infektionsstelle beschränkt. Viele Betroffene haben gar keine Symptome. Die für Stadium I der Syphilis typischen kleinen Geschwüre bereiten meist keinerlei Schmerzen. Die Symptome im Stadium II sind dagegen eher unspezifisch und würden zu zahlreichen Erkrankungen passen. Entsprechend hoch ist die Gefahr, dass eine Erkrankung einfach übergangen wird. Die Folgen können dramatisch sein. Ist die Syphilis zunächst noch örtlich auf die Infektionsstelle beschränkt, breitet sich die Krankheit später nach und nach auf den ganzen Körper aus. Die Behandlung wird dadurch schwieriger. Bleibende Schäden an den Organen sind meist nicht mehr rückgängig zu machen. Eine unbehandelte Syphilis kann nach einer Krankheitsgeschichte von Jahrzehnten zu fortschreitendem körperlichen und geistigen Siechtum führen.

Quellen

  • Plewig, G.; Ruzicka, Th.; Kaufmann, R.; Hertl, M. "Braun-Falco´s Dermatologie und Venerologie", Springer Medizin Verlag Heidelberg, 7. Auflage 2018
  • Jodl, S.-J.; Kohl, P. K. "Infektionen des Genitaltraktes und sexuell übertragbare Krankheiten" erschienen 2004, Thieme Verlag, Stuttgart
  • Robert Koch Institut: "RKI-Ratgeber Syphilis", www.rki.de (Abruf 01.07.2021)
  • "Syphilis - Infektionen", www.msdmanuals.com/de (Abruf 01.07.2021)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. Erkrankungen / Syphilis, www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf 01.07.2021)
  • Deutsche Aidshilfe e.V.: "Syphilis: Übertragung, Schutz, Symptome und Behandlung", www.aidshilfe.de (Abruf 03.07.2021)
  • Deutsche STI-Gesellschaft e.V. - Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit: "Sexuell Übertragbare Infektionen (STI)", (Abruf 01.07.2021)
  • Leitlinien-Detailansicht "Diagnostik und Therapie der Syphilis", Stand 27. 04. 2020, www.awmf.org (Abruf 01.07.2021)

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