Rosazea© STEKLO

Rosazea: Ursachen, Symptome, Therapie

Im Gesicht zeigen sich rote Flecken, sichtbare Äderchen, Knötchen und Eiterpickel. Dahinter steckt meist eine Rosazea. Die Hautkrankheit wird auch als Gesichtsrose oder Kupferrose bezeichnet. Ihre Ursachen sind bislang nicht geklärt.


Was ist Rosazea?

Rosazea (auch Rosacea) ist eine chronische Hauterkrankung, bei der es zur Entzündung der Gesichtshaut kommt. Die Krankheit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und an Wangen, Kinn, Nase und Stirn auftreten. Seltener zeigen sich die Symptome auch an der Kopfhaut, der Haut im Nacken oder im Brustbereich sowie an den Augen. Häufiger als Männer sind Frauen betroffen. Meist ab dem 30. Lebensjahr und eher die mit heller Haut- und Augenfarbe. Rosazea ist nicht ansteckend.

Charakteristisch für die auch als Gesichtsrose oder Kupferrose bezeichnete Krankheit sind geweitete, feine Äderchen der Haut (Teleangiektasien), die zur Rötung führen. Die auftretende Entzündung sorgt für die Bildung von Knötchen (Papeln) sowie Eiterpickeln (Pusteln). Diese Symptome ähneln dem Krankheitsbild von Akne. Allerdings entstehen bei der Rosazea keine Mitesser. Sind Männer von Rosazea betroffen, kommt es häufiger zu einer Verdickung der Nase, dem Rhinophym. Umgangssprachlich wird das Rhinophym auch als Knollennase bezeichnet. Die Rötung der Nase wird von Außenstehenden oft irrtümlicherweise einem übermäßigen Alkoholkonsum zugeschrieben. Für Betroffene stellt eine Erkrankung an Rosazea auch eine seelische Belastung dar, da sich die Symptome mitten im Gesicht zeigen und nicht leicht zu verbergen sind.

Rosazea – Symptome

In der Regel wird eine Rosazea (Rosacea) erst mit zunehmendem Lebensalter akut. Viele Betroffene haben jedoch schon als Kinder oder Jugendliche erste Anzeichen. Das kann eine stressbedingte Rötung der Gesichtshaut sein oder auch Schamesröte. Nicht in jedem Fall entwickelt sich die Krankheit immer weiter fort. Häufig bleiben die Beschwerden auch einfach gleich, ohne dass eine Verschlimmerung eintritt. Man unterscheidet verschiedene Formen und Stadien der Rosazea. Diese folgen jedoch nicht zwangläufig aufeinander.

Krankheitsstadien von Rosazea (Rosacea):

Grad 1 (Couperose)

Typische Symptome von Couperose, medizinisch auch als erythematös-teleangiektatisch bezeichnete Form, sind Hautrötungen, insbesondere an Wangen und Nase. Blutgefäße im Gesicht sind sichtbar erweitert. Oft ist die Haut gereizt, brennt oder juckt.

Grad 2 (Rosacea papulopustulosa)

Zu den bestehenden Symptomen aus dem Stadium I (Grad 1) kommen nun Papeln und Pusteln hinzu. Ärzte sprechen oft auch von der papulopustolösen Form der Rosazea.

Grad 3 (Rosacea hypertrophica)

In diesem Stadium, der auch als glandulär-hyperplastischen Rosazea bezeichneten Form, wuchern Bindegewebe und Talgdrüsen. Wasser lagert sich ein (Ödeme) und auf der Nase entwickeln sich entzündliche Hautknötchen. Zudem bilden sich auch Wucherungen an der Nase. In selteneren Fällen zusätzlich noch an Ohr, Kinn, Nasenwurzel oder Augenlidern.

Zeigt sich die Krankheit zusätzlich noch an den Augen, sprechen Ärzte von einer Ophthalmo-Rosazea. Patienten leiden dann unter trockenen Augen, Entzündungen an Bindehaut, Lidrand und Regenbogenhaut. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann eine Hornhautentzündung (Keratitis) entstehen. Auch eine Erblindung droht.

Bei der Sonderform Rosacea fulminans zeigen sich typische Symptome besonders ausgeprägt an wenigen Tagen oder Wochen. An dieser Rosazea leiden eher junge Frauen. Nach durchgestandener Erkrankung, tritt die Rosacea fulminans nicht noch einmal auf.

Rosazea – Ursachen

Die Ursachen von Rosazea (Rosacea) konnten bislang nicht geklärt werden. Vermutet wird jedoch eine Immunreaktion gegen die Haarbalgmilbe (Demodex folliculorum). Die Milbe besiedelt die Haut vieler Menschen. Auf der Haut von Rosazea-Patienten findet sich die Milbe jedoch in verstärktem Maß. Zudem nimmt man an, dass bei Betroffenen die Temperaturregulierung im Gehirn gestört sein könnte.

Viele von Rosazea Betroffene haben Angehörige, die ebenfalls an der Hauterkrankung leiden. Daher scheinen auch genetische Faktoren ausschlaggebend zu sein.

Die Entzündung der Gesichtshaut zeigt sich durch Papeln und Pusteln. In den betroffenen Hautarealen sind dann die Abwehrzellen aktiv und schütten Botenstoffe aus, die zur Gefäßerweiterung führen. Aufgrund der bestehenden Entzündung teilen sich die Zellen von Bindegewebe und Talgdrüsen besonders häufig, so dass die Haut an einigen Stellen verdickt und grobporiger scheint.

Sogenannte „Trigger“, also Auslöser, können immer wieder neue Schübe hervorrufen. Welcher Trigger jeweils für einen Schub verantwortlich ist, kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Unter anderem zählen dazu Alkohol, scharf gewürzte Speisen, heiße Getränke, Stress, bestimmte Medikamente oder Kosmetika. Auch Sonnenlicht, zu viel Hitze, Kälte oder Wind sind manchmal Anlass für einen Schub.

Rosazea – Diagnose

Der Hautarzt untersucht die Gesichtshaut des Patienten und befragt ihn nach Symptomen sowie nach der bisherigen Krankengeschichte. Wichtig sind zudem Angaben zu Einflussfaktoren, die die Beschwerden verschlimmern. Das können beispielsweise Stress sein, scharfes Essen oder Alkohol. In der Regel kann der Facharzt bereits nach dieser Untersuchung eine Diagnose stellen. In manchen Fällen ist es jedoch angezeigt, eine zusätzliche Hautprobe zu entnehmen (Biopsie). So lassen sich Krankheiten mit ähnlichem Erscheinungsbild ausschließen. Auch eine Blutanalyse kann notwendig sein. Wenn die Rosazea die Augen befallen hat, muss der Patient zudem von einem Augenarzt untersucht und behandelt werden.

Rosazea – Behandlung

In der Medizin ist noch kein Wirkstoff bekannt, der eine Rosazea (Rosacea) auf Dauer abheilen lässt. Es gibt aber Medikamente, die die Symptome deutlich lindern können. Wird die chronische Erkrankung nicht behandelt, verschlimmert sich die Rosazea meist schubweise. Neben einer medikamentösen Behandlung gibt es auch andere mögliche Therapiemethoden: unter anderem Veröden, die photodynamische Therapie sowie chirurgische Eingriffe. Betroffene sollten unbedingt darauf achten, mögliche Auslöser der Beschwerden zu meiden. Auch die Ernährung nimmt Einfluss auf den Krankheitsverlauf. So sollten Lebensmittel, die Entzündungsprozesse fördern, gemieden oder zumindest seltener gegessen werden. Dazu zählen unter anderem Zucker, Weizen, Kuhmilch und Fleisch.

Lokale Behandlung von Rosazea

Äußerlich wird eine Rosazea oft mit Creme oder Gel behandelt. Die wichtigsten Wirkstoffe sind Azelainsäure, das Antibiotikum Metronidazol sowie das Insektizid Ivermectin. Azelainsäure und Metronidazol wirken entzündungshemmend und bremsen, so wird vermutet, das überreagierende Immunsystem aus. Außerdem sorgt Azelainsäure dafür, dass bestimmte Hautzellen nicht zu stark wachsen. Ivermectin wirkt gegen die aktiven Haarbalgmilben. Jedoch dauert es häufig eine gewisse Zeit, bis sich das Hautbild der Patienten sichtbar verbessert. Meist muss man das Mittel erst ein paar Wochen anwenden, ehe sich der erwünschte Effekt einstellt. Ivermectin kann zudem auch oral eingenommen werden.

Zur lokalen Rosazea-Therapie können weitere Arzneimittel eingesetzt werden. So beispielsweise das Antiparasitikum Permethrin, das Antibiotikum Clindamycin sowie Retinoide. Eine Creme mit dem Inhaltsstoff Brimonidin kann dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße in der Haut zusammenziehen und Rötungen verblassen.

Welcher Wirkstoff individuell am besten wirkt und in welcher Darreichungsform er am besten angewandt wird, muss jeweils in Absprache mit dem behandelnden Dermatologen geprüft werden.

Systemische Behandlung von Rosazea

Bei schweren Fällen der Rosazea ist häufig auch eine innerliche Behandlung angezeigt. So werden unter anderem Antibiotika, wie Doxycyclin oder Minozyklin, in Tablettenform verschrieben. Patienten, die diese Wirkstoffe (Tetrazykline) nicht vertragen, erhalten alternativ Mittel aus der Gruppe der Makrolide, wie Erythromycin oder Clarithromycin. – In der Regel nimmt man Antibiotika ein, um schädliche Bakterien zu bekämpfen. In geringer Dosierung wirken sie jedoch hauptsächlich gegen Entzündungen und dämpfen ein überreagierendes Immunsystem. Auch das Antibiotikum Metronidazol, das vor allem äußerlich angewendet wird, kann als Tablette eingenommen werden.

Außer Antibiotika, können auch Retinoide, wie Isotretinoin, zur inneren Anwendung kommen. Das Mittel wird jedoch nur in Ausnahmefällen, bei schwerer Rosacea, eingesetzt. In Deutschland ist es eigentlich nur zur Behandlung von schwerer Akne zugelassen. Aufgrund möglicher ernster Nebenwirkungen, sollte die Einnahme nur in Ausnahmefällen erfolgen. Frauen, die noch schwanger werden könnten, dürfen das Mittel nicht nehmen.

Eine systemische Rosazea-Therapie ist meist effektiver als die äußere, lokale Behandlung im Gesicht. Allerdings muss man dabei auch häufiger Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Bei vielen Patienten ist eine Behandlung von innen, durch Tabletten, ohnehin nicht nötig, da die lokale Therapie bereits sehr wirksam ist.

Eine Behandlung mit Kortison eignet sich bei einer Erkrankung an Rosacea überhaupt nicht. Im Gegenteil, die Symptome verschlechtern sich auf Dauer.

Kosmetische Methoden bei Rosazea

Rötungen, Knötchen und Schwellungen im Gesicht kann der Arzt (vorübergehend) mit einem Lasergerät entfernen. Erweiterte Blutgefäße lassen sich so ebenfalls reduzieren. Die Gefäßerweiterung der betroffenen Hautpartie kann man aber auch veröden lassen. Der Behandlungserfolg ist jedoch selten von Dauer, denn die Symptome können anschließend erneut auftreten. Eine andere Methode zur Entfernung von Wucherungen ist die Behandlung mit dem Skalpell. Die Erhebungen trägt der Arzt mit dem Instrument ab. Das Entfernen der Rosazea-Wucherungen kann zudem durch Flüssigstickstoff erfolgen. Mittels Photodynamischer Therapie (PDT) lassen sich defekte Hautstrukturen ebenfalls entfernen. Dabei wird die Haut des Patienten zu Beginn mit einem Photosensibilator behandelt, der sie lichtempfindlicher werden lässt. Anschließend bestrahlt man die betroffenen Hautstellen mit Licht einer bestimmten Wellenlänge, wodurch sich aggressiver Sauerstoff bildet (photodynamischer Effekt), der für den Zelltod der kranken Zellen sorgt. Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend geschont.

Homöopathie bei Rosazea

Rosazea ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut. Charakteristisch ist gerötete Haut an Stirn, Nase, Wangen und Kinn. In schwereren Stadien zeigen sich zudem Eiterpickel, Knötchen oder auch eine knotig veränderte Nase (Rhinophym). Eine Rosazea (Rosacea) kann nicht geheilt werden. In der Homöopathie gibt es jedoch verschiedene Wirkstoffe, um Patienten konstitutionell zu unterstützen. Da die Symptome der Rosazea auch anderen Hautkrankheiten, wie der Akne, ähneln, sollte grundsätzlich eine Diagnose durch den Hautarzt erfolgen. Lässt man eine Rosazea nicht behandeln, droht meist eine schubweise Verschlechterung. Zusätzlich zur Therapie durch den Dermatologen, können homöopathische Arzneien, je nach Ausprägung der Beschwerden, zur Stärkung der individuellen Konstitution hilfreich sein (Auswahl):

  • Abrotanum: wenn der Patient schwach ist, appetitlos und geschwollene Lymphknoten hat.
  • Kalium phosphoricum: bei schlanken Menschen mit schwachen Nerven.
  • Kalium sulfuricum: wenn Betroffene chronische Haut- und Schleimhauterkrankungen haben.
  • Nux vomica: wenn ein Patient oft unter Stress leidet.

Akupunktur bei Rosazea

Rosazea ist eine entzündliche Hauterkrankung mit chronischem Verlauf, die nicht heilbar ist. Neben der schulmedizinischen Therapie der Beschwerden, profitieren in einigen Fällen Patienten zusätzlich von begleitenden Akupunkturbehandlungen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin geht man davon aus, dass die Ursache von Krankheiten in einem gestörten Fluss des sogenannten Qi, der Lebensenergie, liegt. Mittels Akupunktur lassen sich Energieflüsse im Körper lenken, so dass es zu einem Ausgleich von Yin und Yang kommt. Blockaden können aufgehoben werden. Ob Akupunktur im jeweils individuellen Krankheitsfall unterstützend wirken kann, sollte mit einem erfahrenen Akupunkteur und gegebenenfalls auch mit dem behandelnden Hautarzt besprochen werden.

Rosazea – Auslöser vermeiden

Menschen, die an der Hautkrankheit Rosacea erkrankt sind, wissen in der Regel, welche Einflüsse bei ihnen einen neuen Schub auslösen. Das kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. So wirken Alkohol, heiße Getränke und scharf gewürzte Speisen gefäßerweiternd. Und bestimmte Lebensmittel, wie Schweinefleisch oder Kuhmilch begünstigen Entzündungen. Bei einigen Erkrankten sorgen Stress, anstrengender Sport oder Saunagänge für einen neuen Schub. Sie setzen besser auf Entspannung sowie moderate Bewegung mit Spaziergängen oder Radtouren. Wessen Gesichtshaut auf UV-Licht mit der bekannten Rötung reagiert, der trägt am besten täglich eine Lichtschutzcreme auf. – Um einen neuen Rosazea-Schub zu verhindern, sollten Betroffene also mögliche Trigger meiden. Zu den bekannten Auslösern zählen unter anderem:

  • sehr scharf gewürzte Speisen
  • Kaffee oder Tee sowie sehr heiße Getränke
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Stress
  • starke Sonnenstrahlung: Sonnenbäder und Solarium
  • Hitze, Sauna, heißes Baden
  • bestimmte Kosmetika
  • einige Medikamente

Rosazea – Ernährungstipps

Rosazea (Rosacea) wird durch Entzündungsprozesse verursacht. Daher sollten Betroffene auf eine Ernährung achten, die Entzündungen nicht fördert. Empfohlen wird der Verzicht oder zumindest eingeschränkte Verzehr von Zucker, Weizen, Fleisch und Kuhmilch. Insbesondere Schweinefleisch sowie Wurstwaren begünstigen Entzündungen im Körper. Übergewichtige Rosazea-Patienten sollten ein normales Körpergewicht anstreben. Dies kann zu einer Besserung der Krankheit beitragen. So ist zum Beispiel Intervallfasten eine sehr wirkungsvolle Maßnahme. Die Leber wird dadurch entlastet und der Körper verliert überflüssiges Gewicht.

Wer sich entzündungsarm ernähren möchte, setzt den Fokus insbesondere auf Gerichte mit viel Gemüse. Zur Stärkung des Immunsystems empfiehlt sich zudem eine Ernährung, die reich an Probiotika ist. Das sind unter anderem Lebensmittel, die Milchsäurebakterien und Hefen enthalten, wie Sauerkraut, Joghurt, Kefir oder Buttermilch.

Rosazea – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird eine "Rosazea" unter dem ICD-Code: "L71" erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Rosazea – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Rosazea – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Rosazea

Kann man Rosazea heilen?

Rosazea ist nicht heilbar. Die auch als Couperose bezeichnete Erkrankung verläuft meist chronisch und in Schüben. Mit der richtigen Behandlung, der richtigen Hautpflege, einer gesunden Ernährung sowie der Vermeidung von Auslösern, kann man die Rosacea jedoch meist gut kontrollieren. In einigen Fällen kommt es sogar zum Stillstand.

Welches Make-up bei Rosazea?

Als Rosazea-Betroffener ist es oft eine große Erleichterung, die roten Äderchen im Gesicht mit einem Make-up kaschieren zu können. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Kosmetik frei von hautreizenden Inhaltsstoffen ist. Gemieden werden sollten zum Beispiel Cremes mit Alkohol, Menthol, Kampfer und Hyaluronsäure. Produkte mit Glycerin oder Silikonöl werden meist besser vertragen. Um Rötungen abzudecken, wird Make-up in Grüntönen (Camouflage) empfohlen. Da Menschen mit Rosacea unterschiedlich auf Kosmetika reagieren, muss man in der Regel erst ausprobieren, was individuell gut verträglich ist.

Was ist ein Rhinophym?

Bei schweren Krankheitsverläufen der Rosacea (glandulär-hyperplastische Rosacea) kann es zu Wucherungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen kommen. Meist treten die Hautveränderungen an der Nase auf. Man spricht dann von einer Knollennase oder auch von einem Rhinophym.

Wie pflege ich meine Haut richtig bei Rosazea?

Wer an Rosazea (Rosacea) leidet, sollte grundsätzlich auf die Inhaltstoffe von Pflegemitteln achten. Es gilt Stoffe, die die Haut reizen oder gar Symptome verstärken können, zu meiden. Hier einige Tipps zur Pflege:

  • Gesichtshaut mit lauwarmem Wasser reinigen. Zu heißes Wasser oder rascher Wechsel zwischen kalten und warmen Temperaturen, können zu Hautrötungen führen.
  • Keine Peelings im Gesicht anwenden, da die Haut davon gereizt wird.
  • Nach der Reinigung die Gesichtshaut sanft trockentupfen anstatt zu rubbeln.
  • Bei der Anwendung von Seifen und Waschlotionen auf einen leicht sauren pH-Wert achten (< 7). Die Produkte sollten frei sein von Kampfer, Menthol, Natriumlaurylsulfat und Adstringenzien.

Ist Homöopathie bei Rosazea hilfreich?

Eine Rosazea sollte man immer von einem Dermatologen (Hautarzt) behandeln lassen. Die chronische Hauterkrankung ist zwar nicht heilbar, aber mit der richtigen Therapie, entzündungsarmer Ernährung sowie dem Vermeiden von auslösenden Faktoren, lassen sich die Symptome meist gut kontrollieren. Homöopathische Arzneien können die schulmedizinische Behandlung manchmal sinnvoll ergänzen, indem sie den Patienten konstitutionell unterstützen. Dabei empfiehlt der Homöopath, abhängig von den individuellen Beschwerden, unter anderem folgende Mittel: Nux vomica, Kalium sulfuricum oder Kalium phosphoricum.

Quellen

  • Fritsch, Peter und Schwarz, Thomas: Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag, 3. Auflage 2018
  • Gesenhues, Stefan et al: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 8. Auflage 2017
  • Plettenberg, Andreas; Meigel, Wilhelm et al: Infektionskrankheiten der Haut: Grundlagen, Diagnostik, Therapiekonzepte für Dermatologen, Internisten und Pädiater, Thieme Verlag, 3. Auflage 2010
  • S1-Leitlinie Rosazea der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (Stand 3/2013), www.awmf.org.de (Abruf 23.09.2021)
  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft, www.derma.de (Abruf 22.09.2021)
  • NDR „Rosazea erkennen und behandeln“ (Stand 2/2020), www.ndr.de (Abruf 24.09.2021)
  • BR „Rosazea: Neue Therapiemöglichkeiten“ (Stand 3/2021), www.br.de (Abruf 24.09.2021)
  • ENB – Europäischer Naturheilverbund e.V., www.globuli.de, (Abruf 27.09.2021)
  • Deutsche Akupunktur Gesellschaft: www.deutsche-akupunktur-gesellschaft.de (Abruf 28.09.2021)

Alle Angaben ohne Gewähr.

Neueste Artikel