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Psoriasis: Ursachen, Symptome, Behandlung

Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung, die in der Regel von stark juckenden Hautveränderungen, meist an der Kopfhaut, begleitet wird. Die Krankheit tritt in Schüben auf, deren Symptome heute auch mit neuartigen Antikörpertherapien behandelbar sind.


Inhaltsverzeichnis

SOS – Erste-Hilfe-Tipps bei einem Psoriasis-Schub

Die typischen Hautrötungen der Schuppenflechte treten schubartig auf. Oft geht einem Schub ein als belastend empfundenes Ereignis voraus. Manchmal ist der Ausbruch auf die Einnahme bestimmter Medikamente oder auf eine Infektion mit einer anderen Krankheit zurückzuführen. Nicht immer sind jedoch die Auslöser für das Auftreten erkennbar.

Gegen den quälenden Juckreiz an den entzündeten Hautpartien von Kopfhaut, Bauch, Rücken oder Armen helfen Salben oder Cremes mit Salicylsäure oder Harnstoff. In schwereren Fällen sollten Salben mit Dithranol oder Kortison aufgetragen werden. Das überaktive Immunsystem während des Schubs kann durch Medikamente wie Ciclosporin oder Methotrexat heruntergefahren werden (systemische Therapie). Bei Bedarf verschreibt der Arzt auch neuartige Antikörper, die zielgenau die Produktion von Botenstoffe bremsen, welche zur überschießenden Aktivierung des Immunsystems beitragen.

Ruhe und Entspannung sind ebenfalls hilfreich. Progressive Muskelentspannung und autogenes Training haben eine wohltuende Wirkung. Auch auf die Häufigkeit, mit der die Schübe der Schuppenflechte auftreten. Alkohol sollte nicht getrunken werden, weil er Entzündungsprozesse zusätzlich fördert. Rauchen ist ebenfalls nachteilig, da es die Heilung der Haut behindert.

Was ist Psoriasis?

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine Krankheit, deren offensichtlichstes Merkmal phasenweise auftretende Hautentzündungen (Plaque Psoriasis) sind. Die betroffenen Hautpartien, meist auf der Kopfhaut, grenzen sich scharf gegen ihr Umfeld ab und verursachen starken Juckreiz. Die Haut ist gerötet, leicht geschwollen und von kleinen hellen Schuppen (Plaques) bedeckt. Besonders häufig sind Knie, Ellbogen, Gesäßfalte, Bauchnabelregion und behaarte Kopfhaut betroffen. Ebenso wie der untere Rücken, das Gesicht am Haaransatz und die Haut hinter den Ohren.

Psoriasis gehört zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen die menschliche Immunabwehr das eigene Körpergewebe angreift und zerstört. In der Folge entstehen Entzündungsprozesse, die dazu führen, dass der Körper mit hoher Geschwindigkeit immer neue Hautzellen produziert. Diese Hautschichten legen sich in Schichten immer wieder übereinander und erheben sich dadurch leicht über das gesunde Umfeld. Die Entzündungsprozesse führen zu stark juckenden Hautirritationen. Der Name Psoriasis leitet sich vom altgriechischen "psora" ab, was "Juckreiz" bedeutet. Schuppenflechte tritt schubartig mit unterschiedlich langen Pausen zwischen den Ausbrüchen auf. Die Krankheit ist fast immer chronisch und kann mit heutigen ärztlichen Mitteln nicht geheilt werden. Psoriasis tritt familiär gehäuft auf, da die Anlagen für eine Erkrankung vererbbar sind.

Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Viele Patienten empfinden den Hautausschlag aber als entstellend und versuchen, die betroffenen Hautpartien so gut es geht zu verbergen. Psoriasis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. Die verbreitetste Form ist Psoriasis vulgaris mit großflächigen, schuppigen Hautentzündungen. Zwei bis drei Prozent der Erwachsenen haben Schuppenflechte. Bei drei Vierteln der Patienten ist die chronische Krankheit schon vor dem vierzigsten Lebensjahr ausgebrochen. Oft schon in der frühen Jugend. Man spricht von Psoriasis Typ I. Die Schübe sind hier meist häufiger und die Beschwerden belastender. Psoriasis Typ II verläuft milder, Rückfälle sind seltener. Die Betroffenen erkranken meist erst im Alter zwischen 50 bis 60 Jahren.

Formen von Psoriasis

Psoriasis ist eine Krankheit mit vielfältigen Erscheinungsformen. Zur Differenzierung hat die Medizin den häufigsten Ausprägungen der Erkrankung eigene Namen gegeben:

  • Psoriasis vulgaris (gewöhnliche Schuppenflechte): die häufigste Form mit großflächiger Ausbreitung und silbrigen Schuppen
  • Psoriasis guttata: kann nach einer vorangegangenen Streptokokken-Infektion entstehen, zahlreiche kleine rote Flecken auf der Haut, ausgeprägter Juckreiz
  • Psoriasis geographica: gerötete Herde bilden Umrisse ähnlich einer Landkarte mit den Kontinenten
  • Psoriasis palmaris / Plantaris: schuppige Herde auf den Handflächen beziehungsweise auf den Fußsohlen
  • Psoriasis punctata: meistens am Rumpf, kleine Herde in der Größe von Streichholzköpfen
  • Psoriasis exsudativa: entzündliche Form der Schuppenflechte, gelblich verkrustetes Wundsekret bedeckt die betroffenen Hautpartien
  • Psoriasis inversa: gerötete Herde ohne Schuppen, tritt nur an Stellen auf, an denen Haut auf Haut reibt
  • Psoriatische Erythrodermie: gesamte Haut gerötet und verdickt, Risse an den Gelenken, oft Fieber, Schwäche und ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Psoriasis-Arthritis: eigentlich eine Spätform der Psoriasis, die bei zwanzig Prozent der Patienten auftritt. Die Schuppenflechte breitet sich hier von der Haut auf die Gelenke aus. Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Entzündungen
  • Nagel-Psoriasis: neben der Haut sind zudem Fingernägel oder Fußnägel betroffen. Die Nägel zeigen Flecken, werden später porös oder fallen ab.

Psoriasis – Symptome

Psoriasis erkennt man an den charakteristischen roten Flecken auf der Haut. Die betroffenen Hautpartien sind meistens mit silbrigen Schuppen bedeckt. Das Areal grenzt sich durch einen schmalen roten Saum scharf von der gesunden Haut ab (Psoriasis vulgaris). Um den umgebenden Saum liegt manchmal noch eine schmale Zone mit auffallend blasser Haut. Versucht man die Schuppen zu entfernen, entstehen auf der Haut darunter kleine punktförmige Blutungen. Ein sicheres Zeichen für Psoriasis liegt vor, wenn sich auch die tieferen Oberhautschicht leicht ablösen lässt.

Das Erscheinungsbild der Schuppenflechte zeigt sich individuell jeweils verschieden. Bei vielen Patienten tritt der schuppige Ausschlag unter den Haaren der Kopfhaut oder an der Kopfhaut hinter den Ohren auf. Psoriasis kommt aber auch an Knien, Ellbogen, am unteren Rücken oder rund um den Bauchnabel vor. Seltener können zudem Handflächen oder Fußsohlen betroffen sein. Auch der Hautausschlag zeigt manchmal ein abweichendes Bild. So verteilen sich bei einigen Patienten kleine rote Herde über den gesamten Körper. Teilweise sind auf den geröteten Hautstellen keine Schuppen auszumachen oder stattdessen eitrige Pusteln vorhanden. In Ausnahmefällen sind neben der Haut die Fingernägel oder auch die Fußnägel betroffen. Bei der Psoriasis-Arthritis geht die Krankheit von der Haut auf die Gelenke über und verursacht dort schmerhafte Entzündungen. Gemeinsam ist allen Psoriasis-Formen ein quälender Juckreiz, der von den Hautveränderungen ausgeht.

Psoriasis – Ursachen

Hinter der Psoriasis steht eine Störung des Immunsystems. Die körpereigene Abwehr bekämpft in einer überschießenden Reaktion das eigene Gewebe: die Haut (Psoriasis vulgaris), die Zeh- und Fingernägel (Nagel-Psoriasis) und die Gelenke (Psoriasis-Arthritis).

Die Auslöser für die fehlgeleitete Autoimmunreaktion sind sehr vielfältig:

  • Stress: Als belastend empfundene Ereignisse können einen Krankheitsschub auslösen.
  • Infektionen: eine durchgemachte Infektion kann das Auftreten von Schuppenflechte fördern. Bei Psoriasis guttata steckt immer eine Infektion hinter der Krankheit.
  • Hautverletzungen und Hautreizungen: Wunden, Sonnenbrand, Druckstellen und andere mechanische Belastung führen unter Umständen zu einem Psoriasis-Schub.
  • Medikamente: Die Einnahme von manchen Antibiotika, von Blutdrucksenkern, Schmerzmitteln, Rheumamitteln, Interferon, Cholesterinsenkern oder Malariamedikamenten kann als Auslöser fungieren.
  • Hormonelle Veränderungen: zum Beispiel während der Wechseljahre, der Pubertät oder in der Schwangerschaft

Psoriasis – Verlauf

Nicht selten bricht Psoriasis schon bei Jugendlichen aus. Die meisten Menschen erkranken in einem Zeitraum bis zum 40. Lebensjahr. Kinder leiden dagegen nur sehr selten an Psoriasis. Bei ähnlichen Hautveränderungen steckt bei ihnen eher eine Neurodermitis hinter den Rötungen. Psoriasis verläuft schubartig, immer wieder unterbrochen von unterschiedlich langen beschwerdefreien Phasen. Bei den meisten Patienten zeigen sich schuppige, gerötete Flecken auf der Kopfhaut unter den Haaren und am Haaransatz. Die Frequenz der Schübe kann sich ändern. Häufig lässt sie sich durch gezielte Behandlung erheblich verringern. Vollständig heilen lässt sich eine Schuppenflechte mit den heutigen Möglichkeiten der Medizin jedoch nicht. Bricht Psoriasis erst später im Leben (nach dem 40. Lebensjahr) aus, sind die Symptome meist milder und die Schübe seltener als bei jungen Menschen.

Psoriasis – Diagnose

Psoriasis diagnostiziert der Arzt anhand der charakteristischen Symptome. Als eindeutiger Indikator gelten die kleinen, punktförmigen Hautblutungen, wenn die Schuppenschicht abgehoben wird. Ebenfalls typisch ist die leichte Ablösbarkeit der oberen Hautschichten. In Zweifelsfall bringt die Untersuchung einer Hautprobe letzte Klarheit, ob nicht doch eine andere Hautkrankheit hinter dem entzündlichen Ausschlag steckt.

Psoriasis an den Nägeln lässt sich durch gelbliche, fleckige Färbung und die brüchige Konsistenz der Nägel erkennen. Psoriasis-Arthritis betrifft meistens die Zehen- und Fingergelenke. Typisch ist das spiegelbildliche Auftreten der Gelenkbeschwerden auf beiden gegenüberliegenden Körperhälften. Die Gelenke sind oft geschwollen und entzündet, im weiteren Verlauf der Krankheit auch in der Bewegung eingeschränkt. Um Psoriasis-Arthritis von einer Rheuma-Erkrankung abzugrenzen, können mit einer Blutuntersuchung die Rheumafaktoren ermittelt werden.

Psoriasis – Behandlung

Zurzeit gibt es noch kein Heilmittel gegen Psoriasis. Allerdings kann man mithilfe ärztlicher Therapie und Eigeninitiative die Häufigkeit und Intensität der Krankheitsschübe deutlich verringern.

Medikamentöse Therapie

Entzündungshemmende Salben und Cremes werden auf die geröteten Hautstellen aufgetragen. Sie enthalten beispielsweise die Wirkstoffe Kortison oder Dithranol. Für die erkrankte Kopfhaut sind entsprechende Schampons verfügbar. Die überschießende Aktivität des Immunsystems wird durch Injektionen und Tabletten mit mildernden Wirkstoffen und Präparaten wie Acitretin, MTX oder Ciclosporin heruntergebremst. Gentechnisch hergestellte Antikörper, wie THF-α-Antagonisten, sind eine neuartige Möglichkeit der Therapie, um die Autoimmunreaktionen in der Haut zu unterbinden (systemische Therapie).

Hautpflege

Menschen mit Psoriasis müssen verstärkt auf die gründliche und regelmäßige Pflege ihrer Haut achten. Bewährt haben sich rückfettende Cremes und Salben mit Harnstoff und Salicylsäure als Wirkstoff, die die Haut bei der Speicherung von Feuchtigkeit unterstützen. Für die Pflege und Behandlung der behaarten Kopfhaut gibt es besondere Schampons.

Lichttherapie und Badekuren

Die Therapie mit Sonnenlicht und Salzwasser hat positive Einflüsse auf die Entwicklung der Schuppenflechte. Einige Sole-Bäder bieten geeignete Kuren an. Auch eine Phototherapie vorzugsweise im Gebirge oder an der See drängt die Hautausschläge meist zurück. Bekannt geworden sind Kuren am Toten Meer, die Sonnenlicht- und Salzwasserwirkung miteinander kombinieren.

Entspannungstechniken

Stress ist ein bedeutender Auslöser von Psoriasis. Hier können Yoga, Autogenes Training, Meditation oder progressive Muskelentspannung sehr gut entgegenwirken. Die Unterstützung eines Psychotherapeuten kann helfen, den aufreibenden Alltag besser zu bewältigen und mit den belastenden Beschwerden der Psoriasis umzugehen.

Ernährungsumstellung

Nahrungs- und Genussmittel, die Entzündungsprozesse im Körper fördern können, sollten Psoriasis-Patienten meiden. Dazu gehören insbesondere Fleisch und Wurst, ebenso Alkohol und Nikotin. Übergewicht hat ebenfalls negative Einflüsse auf die Heftigkeit und Häufigkeit der Krankheitsschübe. Es gibt aber auch Nahrungsmittel, deren Verzehr günstig ist. Obst, Gemüse, Meeresfisch, Leinöl und Traubenkernöl wirken beispielsweise entzündungshemmend. Sie enthalten Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und vorteilhafte Pflanzenstoffe.

Was kann man selbst tun bei Psoriasis?

Psoriasis hat bei jedem Menschen besondere Eigenheiten und ganz bestimmte Auslöser, die im Vordergrund stehen. Wer seinen persönlichen Krankheitsverlauf genau beobachtet, wird erkennen, was guttut und was eher schädlich ist. Zum Beispiel Unverträglichkeiten gegen bestimmte Speisen oder Zutaten, besondere Eignung des einen oder anderen Hautpflegemittels. Individuell wirksame Vorsorgemaßnahmen können den Krankheitsverlauf erheblich beeinflussen. Berufliche Überlastung wirkt sich nachteilig auf die Gesundheit aus. Manchmal ist ein Wechsel der Arbeitsstelle hilfreich. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Psoriasis ist sehr empfehlenswert. In der Gemeinschaft mit anderen Betroffenen fällt der Umgang mit den vielen Problemen, die das Leben mit Psoriasis mit sich bringt, erheblich leichter. Die Erkrankung an Psoriasis bringt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, T-Zell-Lymphom, chronische Infektionen wie Morbus Cron und Stoffwechselkrankheiten mit sich. Regelmäßige Gesundheitschecks beim Arzt sollten daher wahrgenommen werden.

Homöopathie bei Psoriasis

Die Homöopathie konzentriert sich bei einer Psoriasis-Erkrankung auf die Linderung der charakteristischen Symptome. Auch die Behandlung des psychischen Befindens steht im Fokus. Ziel der Therapie ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die homöopathischen Mittel lindern häufig Juckreiz und Entzündungsreaktionen bei einem Krankheitsschub. Die Einnahme der Arzneien sollte im Vorfeld grundsätzlich mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Je nach individueller Ausprägung der Symptome kommen in der Therapie unter anderem diese homöopathischen Medikamente zum Einsatz:

  • Arsenicum jodatum: bei Hautstellen, die nässen, wenn die Schuppen abgefallen sind.
  • Kalium arsenicosum: bei trockenen, schuppenden Hautpartien. Der starke Juckreiz nimmt durch Wärme oder Entkleiden noch zu.
  • Sarsaparilla: bei schuppigen Hautveränderungen oder eitrigen, krustigen Entzündungen, vor allem am Kopf, an den Fingern und den Genitalien.
  • Mahonia aquifolium, bei schuppiger, stark juckender Haut. Blutungen durch Kratzen.
  • Corallium rubrum, bei korallenroten Flecken auf der Haut, die zunächst dunkelrot, dann kupferrot werden. Hautveränderungen an Handflächen und Fußsohlen.

Akupunktur bei Psoriasis

Psoriasis trägt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) den Namen "Jiu Zha Bi". Für die Behandlung der Krankheit werden mehrere geeignete Akupunkturpunkte beschrieben. Neben der reinen Nadelbehandlung scheint auch die Akupressur einen wohltuenden Einfluss auf die Symptome der Schuppenflechte zu haben. Langzeiteffekte auf die weitere Entwicklung der Krankheit konnten konstatiert werden. Akupunktur fördert in erster Linie die Beschleunigung des Therapieverlaufs. Es wird von vielen TCM-Experten nicht als ausreichend angesehen, Psoriasis ausschließlich mit Akupunktur zu behandeln. Insofern eignet sich die Akupunktur nur als begleitende Therapie und zählt nicht zu den First-Line-Therapien.

Psoriasis – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird Psoriasis vulgaris unter dem ICD-Code: „L40.0“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Psoriasis – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Psoriasis – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Psoriasis

Was sind die typischen Anzeichen von Schuppenflechte?

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis vulgaris. Von dem schuppigen, roten, flächigen Hautausschlag (Plaque-Psoriasis) ist sehr oft die behaarte Kopfhaut betroffen (Kopfhaut-Psoriasis). Die Plaques reichen nicht selten über den Haaransatz hinaus bis in das Gesicht oder hinter die Ohren. Neben dem Kopf zeigen auch Ellbogen, unterer Rücken und der Bereich um den Bauchnabel bei vielen Patienten Plaque-Psoriasis. Neben der Plaque-Typ-Psoriasis gibt es auch Formen mit punktförmigen Hautveränderungen und teilweise gänzlich ohne Hautausschlag.

Wie wird Schuppenflechte behandelt?

Im Fall einer Erkrankung an Plaque-Psoriasis werden die schubartig auftretenden, schuppig-rötlichen Plaques mit entzündungshemmenden Cremes und Salben behandelt. Bei schwerer Plaque-Psoriasis erhalten Betroffene zudem Medikamenten mit Wirkstoffen, die das überaktive Immunsystem bremsen und Endzündungsprozesse reduzieren. Die Autoimmunreaktionen bei schwerer Plaque-Psoriasis werden durch systemische Therapie (Innere Behandlung) mittels spezieller Antikörper zurückgedrängt. Bei allen Formen der Schuppenflechte verfolgt die Therapie das Ziel, Intensität und Häufigkeit der Schübe zu verringern. Eine vollständige Heilung von Schuppenflechte ist mit heutigen Medikamenten noch nicht möglich.

Wie kommt es zu Schuppenflechte?

Schuppenflechte zählt zu den Autoimmunkrankheiten. Das heißt, die Abwehrkräfte des Körpers wenden sich nicht nur gegen fremde Erreger, sondern teilweise auch gegen die eigenen Körperzellen. Je nach Form der Psoriasis wird das Gewebe der Haut, seltener auch der Gelenke, angegriffen. Bei Plaque-Psoriasis entzünden sich die betroffenen Hautstellen und der Körper bildet ständig neue Hautzellen, die sich immer wieder übereinander ablagern.

Wer erkrankt an Schuppenflechte?

Schuppenflechte wird fast ausschließlich bei erwachsenen Patienten festgestellt. Kinder sind so gut wie nie betroffen. Schuppenflechte ist aber auch keine Krankheit des Alters. Drei Viertel der Patienten sind schon vor Erreichen des 40. Lebensjahres erkrankt. Tritt Psoriasis zu einem späteren Zeitpunkt auf, sind die Symptome nicht mehr so schwerwiegend wie in jüngeren Jahren. Auffällig ist das Zusammentreffen mit anderen Krankheiten, wie Morbus Crohn oder Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Der behandelnde Arzt empfiehlt den Psoriasis-Patienten deshalb oft vorsorglich einen weitergehenden Gesundheitscheck.

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein. Die Plaques der Schuppenflechte ähneln zwar vom Aussehen her entfernt einigen infektiösen Hautkrankheiten, eine Ansteckung ist aber ausgeschlossen. Wenn der Arzt die Diagnose Psoriasis beziehungsweise Schuppenflechte gestellt hat, besteht keine Gefahr der Übertragung auf andere Menschen.

Quellen

  • Leitlinie zur Behandlung von Schuppenflechte, www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001l_S3_Therapie_Psoriasis-vulgaris_2017-12.pdf , (Abruf 21.03.21)
  • Regionale Psoriasisnetze in Deutschland, www.psonet.de (Abruf 21.03.2021)
  • Deutscher Psoriasis Bund e.V. (DPB), www.psoriasis-bund.de (Abruf 21.03.2021)
  • NDR Ratgeber Gesundheit: "Schuppenflechte erkennen und behandeln", www.ndr.de (Abruf 21.03.2021)
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): "Globaler Bericht zur Schuppenflechte", 2016
  • Boehnke, Schön, "Psoriasis", Lancet, 2015
  • Weigle, McBane: "Psoriasis", pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23668525/ (Abruf 22.03.2021)
  • HalloVita Verlag: www.hallo-homeopathie.de (Abruf 21.03.2021)
  • Deutsche Akupunktur Gesellschaft: www.deutsche-akupunktur-gesellschaft.de (Abruf 21.03.2021)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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