Mumps

Mumps: Symptome, Ansteckung, Behandlung

Mumps führt oft zu geschwollenen Ohrspeicheldrüsen, den sogenannten Hamsterbacken. Aber auch grippeähnliche Beschwerden sind möglich. Von der akuten Virusinfektion sind in Deutschland Jugendliche und Erwachsene häufiger betroffen als Kinder.


Inhaltsverzeichnis

Was ist Mumps?

Mumps (Parotitis epidemica) ist eine hochansteckende Virusinfektion. Umgangssprachlich nennt man die Krankheit auch Ziegenpeter. Ausgelöst wird Mumps durch das Virus Paramyxovirus parotitis, das Patienten durch Tröpfcheninfektion weitergeben. Charakteristisch für Mumps ist die Anschwellung der Ohrspeicheldrüsen seitlich am Kopf beziehungsweise Hals. Aber nicht immer sind die Symptome ausgeprägt. Mumps gilt zwar als Kinderkrankheit, allerdings infizieren sich in Deutschland mehr Jugendliche und Erwachsene mit dem Mumpsvirus. Meist heilt Ziegenpeter ohne Komplikationen oder Spätfolgen aus.

Symptome von Mumps

Von zehn Erkrankten zeigen etwa vier keine oder nur sehr leichte Symptome. Insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren stellt sich Mumps oft lediglich mit Beschwerden dar, die einem grippalen Infekt (Erkältung) mit Schnupfen ähneln. Andere an Mumps Erkrankte entwickeln hingegen charakteristische Symptome. Anfangs sind das meist unspezifische Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage entzünden sich die Ohrspeicheldrüsen und schwellen an. Die beiden Ohrspeicheldrüsen befinden sich an den Seiten des Gesichts und reichen jeweils vom Jochbogen auf der Höhe des Ohres bis hin zum Kieferwinkel. In der Regel führt die Entzündung auf beiden Seiten zu einer Schwellung, manchmal zeigt sich die Symptomatik auf einer Seite eher als auf der anderen. In seltenen Fällen schwillt lediglich eine Ohrspeicheldrüse an. Die Schwellung, bei der man auch von „Hamsterbacken“ spricht, klingt meist nach drei bis acht Tagen wieder ab. Das Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen ist oft schmerzhaft, denn dabei entsteht ein Druck auf den Gehörgang. Entsprechend führen auch Kauen und weites Öffnen des Mundes häufig zu Schmerzen. Sind die Beschwerden sehr stark, können Patienten vorübergehend nur weiche oder flüssige Nahrung aufnehmen. Bei einigen Betroffen kommt es zu einer zusätzlichen Schwellung der paarigen Speicheldrüsen im Unterkiefer oder unter der Zunge. Ebenso ist eine Vergrößerung benachbarter Lymphknoten möglich.

Mögliche Komplikationen bei Mumps

Während eine Mumps-Erkrankung beim Kind meist harmlos verläuft, können bei Erwachsenen manchmal Komplikationen auftreten. Die Mumps-Viren breiten sich dann im Körper aus und befallen weitere Organe. Zu Komplikationen kann es auch dann kommen, wenn sich die sonst üblichen Mumps-Symptome nicht zeigen.

Zu den häufigsten Komplikationen zählt eine Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. In einem von zehn Prozent entwickelt sich eine symptomatische Hirnhautentzündung (Meningitis). Patienten leiden an steifem Nacken, Übelkeit und Erbrechen. Häufig kommt es auch zu Teilnahmslosigkeit oder gar Bewusstlosigkeit. Spätfolgen oder Todesfälle sind bei einer Mumps-Meningitis bislang nicht bekannt. Bei weniger als einem Prozent der Patienten entwickelt sich eine Gehirnentzündung (Enzephalitis). Sie führt in seltenen Fällen zum Tod. Eine Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS) bei Mumps dauert meist sieben bis zehn Tage. Die Komplikation tritt meist vier bis fünf Tagen nach Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen auf. Es kommt aber auch vor, dass sich die ZNS bei Mumps bereits vorher zeigt oder das alleinige Symptom der Infektionserkrankung ist.

Andere mögliche Komplikationen bei Mumps sind eine Innenohrentzündung (Labyrinthitis) oder eine Entzündung des Gehörnervs (Akustik-Neuritis). Selten erleiden Betroffene eine bleibende Schwerhörigkeit (Innenohrschwerhörigkeit).

Mit 15 bis 30 Prozent zählt eine Hodenentzündung (Orchitis) zu den häufigen Mumps-Komplikationen bei Jugendlichen und Erwachsenen. Die Mumps-Orchitis kann einen Hoden oder manchmal auch beide betreffen. Infolgedessen kann es zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit kommen. Selten ist eine komplette Unfruchtbarkeit die Konsequenz. Eine Mumps-Infektion beim Mann kann auch eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) hervorrufen.

Bei Frauen kann Mumps in drei von zehn Fällen zu einer Brustentzündung (Mastitis) führen. Als seltene Komplikation gilt eine Eierstockentzündung (Oophoritis).

Bei etwa vier Prozent der Mumps-Patienten sind die Mumpsviren auch Ursache einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Betroffene klagen dann über starke Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit. Zu den weiteren möglichen Komplikationen bei Mumps zählen Gelenkentzündungen (Arthritis), Nierenentzündungen (Nephritis), Blutarmut (Anämie) und Herzmuskelentzündung (Myokarditis).

Treten bei einer Mumps-Erkrankung untypische Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt informiert werden. Hinter den Beschwerden könnte eine ernste Komplikation stecken.

Ansteckung mit Mumps

Das Mumpsvirus (Paramyxovirus parotitis) wird von Mensch zu Mensch, durch Tröpfchen in der Luft, übertragen. Man kann sich bei einem an Mumps Erkrankten anstecken, wenn dieser hustet, niest oder spricht. Dabei gelangen die Viren über die Schleimhaut von Mund oder Nase in den Körper. Eine Ansteckung mit dem Erreger ist aber auch über das gemeinsame Benutzen von Gegenständen wie beispielsweise Besteck möglich. Allerdings überleben Mumpsviren auf Oberflächen von Objekten nur wenige Stunden. – Jeder, der noch keinen Mumps hatte oder nicht dagegen geimpft ist, kann die Infektion bekommen. Nach der Genesung kann man in der Regel kein weiteres Mal daran erkranken. Es besteht dann eine lebenslange Immunität.

Zwischen einer Infektion mit dem Mumpsvirus und dem Auftreten erster Symptome können zwischen zwölf und 25 Tage vergehen. In der Regel erstreckt sich die Inkubationszeit allerdings auf eine Zeitspanne von 16 bis 18 Tagen. Ansteckend ist Mumps jedoch schon eine Woche bevor die Ohrspeicheldrüse anschwillt. Ansteckungsgefahr besteht auch, wenn nur erkältungsähnliche Symptome auftreten. Das ist meist bei Kindern unter fünf Jahren der Fall. Bei vielen Infizierten zeigen sich allerdings keine Symptome oder sie äußern sich nur leicht.

Mumps – Diagnose

Zeigen sich die typischen Symptome von Mumps, wie eine entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, ist die Diagnose Ziegenpeter rasch gestellt. Die Schwellung tritt eher beim Kind als bei einem Jugendlichen oder Erwachsenen auf. Daher werden bei unklarer Symptomatik meist Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies ist auch bei Patienten wichtig, die gegen Mumps geimpft sind, denn der Impfschutz kann mit der Zeit nachlassen. Anhand der Konzentration der sogenannten IgM-Antikörper und der IgG-Antikörper im Blut, kann der Arzt auch beurteilen, ob ein Patient an einer akuten Mumps-Infektion leidet oder ob er gegen die Viren geschützt ist. Bei der Analyse des Blutes lassen sich im Fall einer akuten Infektion mit dem Mumpserreger bereits in den ersten Tagen der Erkrankung spezifische IgM-Antikörper nachweisen. Ein Test auf die spezifischen Antikörper kann allerdings auch zu einem sogenannten falsch-positiven Ergebnis führen. Erkranken Patienten mit Mumps trotz einer Impfung, lassen sich oft keine IgM-Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Daher wird in einem solchen Fall meist eine zusätzliche Untersuchung auf das Erbgut der Mumps-Viren (RNA-Virus) anhand eines Rachenabstrichs oder einer Urinprobe durchgeführt. Außerdem kann auch eine zweite Blutanalyse zehn bis 14 Tage nach der ersten Kontrolle angezeigt sein. Wenn der IgG-Spiegel dann um mehr als das Vierfache gegenüber der ersten Probe erhöht ist, ist dies ein Anzeichen für eine Mumps-Infektion.

Führt eine Infektionserkrankung an Mumps zu ernsten Verläufen beziehungsweise Komplikationen, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Bei einem Verdacht auf eine Beteiligung des zentralen Nervensystems, kann eine Probe der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit entnommen werden (Liquorpunktion). Die Probe wird im Labor auf eventuell vorhandene Erbgut-Schnipsel von Mumpsviren überprüft. Gibt es Anzeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, einer Hodenentzündung oder einer Eierstockentzündung, ist eine Ultraschall-Untersuchung sinnvoll.

Meldepflicht von Mumps

Ist jemand an Mumps erkrankt oder besteht auch nur der Verdacht auf Mumps, muss der behandelnde Arzt dies dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Dies gilt zudem für den Todesfall infolge einer Mumps-Infektion. – Ist ein erwachsener Patient in einer Gemeinschaftseinrichtung wie einer Schule oder einem Kindergarten tätig oder besucht ein an Mumps erkranktes Kind eine dieser Institutionen, muss die jeweilige Leitung der Einrichtung über die Infektion in Kenntnis gesetzt werden, um anschließend das Gesundheitsamt darüber zu informieren.

Mumps – Behandlung

Gegen das Mumps-Virus gibt es kein Medikament. Jedoch lassen sich die Symptome der Erkrankung lindern. Leidet ein Patient aufgrund geschwollener Ohrspeicheldrüsen an Schmerzen, helfen oft Umschläge. Den meisten Betroffenen sind kühlende Umschläge lieber, andere empfinden warme als angenehmer. Wenn nötig, kann der Arzt ein Schmerzmittel verschreiben.

Klagt der Patient über Schluckbeschwerden sowie Schmerzen beim Kauen, empfiehlt es sich, nur breiförmige oder flüssige Nahrung aufzunehmen. Geeignet sind beispielsweise Milchbrei, Haferbrei, Kartoffelpüree oder Suppe. Saure Lebensmittel oder Fruchtsäfte sollten nicht verzehrt werden, da sie die Speicheldrüsen dazu anregen, vermehrt Sekret auszuschütten. Das kann die Schmerzen des Patienten verschlimmern.

Bei Fieber sollte Bettruhe eingehalten werden. Zudem ist es wichtig, ausreichend viel zu trinken. Steigt die Körpertemperatur stark an, können kalte Wadenwickel und gegebenenfalls fiebersenkenden Medikamente angezeigt sein. Die Behandlung möglicher Komplikationen aufgrund von Mumps richtet sich nach der entsprechenden Erkrankung. Je eher eine ärztliche Behandlung erfolgt, desto besser sind die Aussichten, keine bleibenden Schäden davonzutragen.

Homöopathie bei Mumps

Die Beschwerden bei einer Mumpserkrankung können oft mit homöopathischen Mitteln gelindert werden. Die Auswahl des passenden Wirkstoffs richtet sich nach den vorherrschenden Symptomen. Da die Infektionskrankheit insbesondere bei Jugendlichen und Erwachsenen mit ernsten Komplikationen einhergehen kann und die Krankheit sehr ansteckend ist, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Diese homöopathischen Mittel können Beschwerden lindern (Auswahl):

  • Phytolacca: Bei hart geschwollenen Ohrspeicheldrüsen, besonders rechts. Selbst Flüssigkeit kann kaum geschluckt werden, da dies äußerst schmerzhaft ist.
  • Belladonna: Bei Fieber, geschwollenen Speicheldrüsen (vor allem rechte Seite), Berührungsempfindlichkeit und starken Schmerzen.
  • Pulsatilla pratensis: Wenn ein Kind sehr weinerlich ist und ständig Zuwendung benötigt. Die Schmerzen in den Speicheldrüsen nehmen abends und beim Hinlegen zu.

Akupunktur bei Mumps

Um das geschwächte Immunsystem nach einer durchgemachten Mumps-Infektion zu stärken, kann eine Akupunktur-Behandlung hilfreich sein. Aber auch die typischen grippeähnlichen Symptome, wie Kopf- und Gliederschmerzen, lassen sich durch die Methode oft lindern. Entlang sogenannter Meridiane werden dazu bestimmte Akupunkturpunkte mit den feinen Nadeln gestochen. Der Akupunkteur wird die Behandlung dabei nach den spezifischen Beschwerden des Patienten ausrichten.

Mumps in der Schwangerschaft

Nach aktuellen wissenschaftlichen Kenntnissen, ist eine Erkrankung an Mumps während der Schwangerschaft ungefährlich. Die Infektion kann sich nicht auf das Ungeborene übertragen. Ebenso wenig besteht ein erhöhtes Risiko für kindliche Fehlbildungen oder für eine Fehlgeburt.

Mumps vorbeugen – Die Mumps-Impfung

Den besten Schutz vor einer Erkrankung an Mumps stellt die Impfung dar. Entsprechend der Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) am Robert Koch-Institut sollten alle Kinder eine Impfung gegen Mumps erhalten. Sie besteht aus zwei Impfdosen und wird in der Regel in Kombination mit den Impfungen gegen Röteln und Masern, teilweise auch gegen Windpocken (Varizellen) gegeben. Einen Einzelimpfstoff gegen Mumps gibt es in Deutschland nicht. Sowohl der MMR-Impfstoff (Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff) als auch der MMRV-Impfstoff (Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Impfstoff) bestehen aus noch lebenden, aber stark abgeschwächten Viren. Die erste Impfung erfolgt bei Kindern im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite Impfung frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung, spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Die Impfung gegen Mumps schützt vor einer Erkrankung mit dem Erreger und verhindert gleichzeitig die weitere Ausbreitung in der Bevölkerung.

Sind Kinder oder Jugendliche nicht geimpft, sollte die Impfung unbedingt mit zwei Impfdosen nachgeholt werden.

Auch Mitarbeiter in der direkten Patientenversorgung, in Gemeinschafts- und Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene (nach 1970 Geborene) sollten geimpft sein oder dies mit einer einmaligen Impfung nachholen, wenn sie nur einmal in der Kindheit geimpft wurden oder wenn der Impfstatus unklar ist.

Trotz vollständiger, zweimaliger Impfung kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass dennoch eine Mumps-Erkrankung auftritt.

Mumps – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird eine Infektion mit Mumps unter dem ICD-Code „B26.0“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Mumps – Wie finde ich den richtigen Arzt?

Im Internet gibt es viele Anbieter von Arztportalen. Eines ist beispielsweise die Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit. Sie beinhaltet teilweise einen Patientenzufriedenheitsscore und verfügt in der Regel über aktuelle postalische Daten. Einzusehen ist sie unter www.arzt-auskunft.de. Auf der Suche nach einem Arzt, der sich mit der Behandlung von Mumps gut auskennt und dessen Praxis in Wohnortnähe ist, kann man hier zielführend recherchieren.

Mumps – Wie finde ich das richtige Krankenhaus?

Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von Mumps (Parotitis epidemica) gut auskennt erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.de einige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.de und www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.

Auf die Startseite von www.kliniken.de gehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Für eine Mumps-Erkrankung hier in der linken Spalte (unter „Krankheiten und Diagnosen nach ICD10“) den Suchbegriff „Mumps“ eingeben. Dann zeigt sich im Feld darunter folgende Zeile „I Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten“. Klickt man darauf, öffnet sich darunter ein weiteres Feld. Nun hierauf klicken: „B25-B34 Sonstige Viruskrankheiten“. Nun erscheinen rechts in der Maske die entsprechenden Krankenhäuser, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 findet sich das Südharz Klinikum in Nordhausen, auf Platz 2 die Vestische Kinder- und Jugendklinik in Datteln und Platz 3 belegt das Klinikum Starnberg, usw.

Mumps – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Mumps – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Mumps

Wie lange dauert die Schwellung bei Mumps?

Nicht jeder, der an Mumps erkrankt, leidet unter den sogenannten Hamsterbacken. Diese Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen zeigen sich bei Patienten mit Symptomen meist ein bis zwei Tage nach dem Auftreten erster Beschwerden. In der Regel klingt die Anschwellung dann nach drei bis acht Tagen wieder ab.

Wie kann man Mumps behandeln?

Gegen die Virusinfektion gibt es keine medikamentöse Therapie. Allerdings kann man die Beschwerden lindern. Treten Schmerzen durch angeschwollene Ohrspeicheldrüsen auf, helfen vielen Patienten kühlende Umschläge. Andere Betroffene empfinden hingegen wärmende Umschläge als schmerzlindernd. Lassen die Symptome trotzdem nicht nach, kann der behandelnde Arzt auch ein Schmerzmittel verschreiben. Das hilft zudem gegen eventuelle Beschwerden beim Schlucken und Kauen. Auch wird der Verzehr eher breiiger oder flüssiger Nahrung in solchen Fällen empfohlen (beispielsweise Kartoffelpüree oder Suppe). Wer bekommt, sollte Bettruhe halten. – Erkranken Jugendliche oder Erwachsene an Mumps, kann es manchmal zu Komplikationen kommen. Daher sollte bei einem Verdacht auf die Krankheit immer der Arzt konsultiert werden.

Wie lange ist Mumps ansteckend?

Wer an Mumps erkrankt ist, kann gesunde Menschen sieben Tage vor und bis zu neun Tage nach dem charakteristischen Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen infizieren. Am höchsten ist die Ansteckungsgefahr zwei Tage vor Beginn der Krankheit und bis zu vier Tage danach.

Kann man durch Mumps unfruchtbar werden?

Infiziert sich ein Mann mit dem Mumpsvirus, führt dies manchmal zu einer Komplikation wie der Mumps-Orchitis. Insbesondere nach der Pubertät kann eine Orchitis (Hodenentzündung) bei jungen Männern Ursache für vollständige Unfruchtbarkeit sein. Es ist aber auch möglich, dass es lediglich zu einer Einschränkung der Fruchtbarkeit kommt.

Wann sollte man sich gegen Mumps impfen lassen?

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt eine Grundimmunisierung im Kleinkindalter. Der Aufbau des Impfschutzes sollte demnach in zwei Schritten erfolgen: Die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln sollte im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite MMR-Impfung im zweiten Lebensjahr, vom 15. bis 23. Monat, erfolgen. Zwischen beiden Impfungen müssen mindestens vier Wochen liegen. Wurde die zweite Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln verpasst, sollte sie umgehend und noch vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Ungeimpfte Kinder und Jugendliche oder solche mit unklarem Impfstatus, sollten die Impfung schnellstmöglich mit zwei Impfdosen erhalten.

Quellen

  • Robert Koch-Institut: Ratgeber Mumps, www.rki.de (Abruf 8.06.2020)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Mumps-Impfung bei Kindern, www.impfen-info.de (Abruf 8.06.2020)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Mumps-Impfung bei Jugendlichen, www.impfen-info.de (Abruf 8.06.2020)
  • Bundesministerium für Gesundheit: Nationaler Aktionsplan 2015-2020 zur Elimination der Masern und Mumps in Deutschland, www.bundesgesundheitsministerium.de (Abruf 8.06.2020)
  • Kinderärzte im Netz, www.kinderaerzte-im-netz.de (Abruf 9.06.2020)
  • Frauenärzte im Netz: Welche Impfungen können in der Schwangerschaft stattfinden und welche nicht? www.frauenärzte-im-netz.de (Abruf 9.06.2020)
  • Doerr, Hans. W.; Gerlich, Wolfram: Medizinische Virologie: Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen, Thieme Verlag, 2. Auflage 2009)
  • Gesenhues, Stefan; Ziesché, Rainer: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 4. Auflage 2003
  • Suttorp, Norbert; Mielke, Martin, et al: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage 2003
  • Bayerischer Rundfunk: Mumps: Ziegenpeter verursacht nicht nur Hamsterbacken, www.br.de (Abruf 10.06.2020)
  • Die Techniker, www.tk.de (Abruf 9.06.2020)
  • HalloVita Verlag, www.hallo-homoeopathie.de (Abruf 10.06.2020)
  • Deutsche Akupunktur Gesellschaft: www.deutsche-akupunktur-gesellschaft.de (Abruf 10.06.2020)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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