Multiple Sklerose© sfam photo

Multiple Sklerose (MS) Ursachen, Symptome, & Behandlung

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Die neurologische Erkrankung zeigt sich in unterschiedlichen Verlaufsformen. 70 Prozent der von dieser Autoimmun-Krankheit Betroffenen sind Frauen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Mul­ti­ple Skle­ro­se (MS) ist eine chro­nisch-ent­zünd­li­che Er­kran­kung des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems, bei der das Im­mun­sys­tem die Ner­ven­hül­len an­greift.
  • Typi­sche Symp­tome sind Seh­stö­run­gen, Mus­kel­schwä­che, Ge­leich­ge­wichts­stö­run­gen und Er­schöp­fung, die in Schü­ben oder fort­schrei­tend auf­tre­ten.
  • Die ge­naue Ur­sa­che ist un­be­kannt, ver­mu­tet wer­den eine Kom­bi­na­ti­on aus ge­ne­ti­scher Ver­an­la­gung und äu­ße­ren Fak­to­ren wie Vi­ren­in­fek­tio­nen.
  • Die Dia­gno­se er­folgt meist durch MRT‑Auf­nah­men, Neu­ro­lo­gi­sche Tests und die Ana­ly­se der Ner­ven­flüs­sig­keit.
  • MS ist bis­her nicht heil­bar, je­doch kön­nen Me­di­ka­men­te, Phy­sio­the­ra­pie und ein ge­sun­der Le­bens­stil die Symp­to­me lin­dern.

Was ist Mul­ti­ple Skle­ro­se?

Mul­ti­ple Skle­ro­se, auch kurz als MS be­zeich­net oder me­di­zi­nisch En­ce­pha­lo­my­e­li­tis dis­sem­i­na­ta, ist ei­ne Au­to­im­mun­er­kran­kung. Die chro­nisch-ent­zünd­li­che Krank­heit be­trifft das Zen­tra­le Ner­ven­sys­tem (ZNS), al­so Rü­cken­mark und Ge­hirn so­wie den Seh­nerv. Kör­per­ei­ge­ne Ab­wehr­zel­len grei­fen die Schutz­schicht der Ner­ven­fa­sern an (My­e­lin­schei­den), wo­durch es zu ei­ner Ent­zün­dungs­re­ak­tion kommt. Dies führt zum Ab­bau der My­e­lin­schei­den und so­mit zu ei­ner ge­stör­ten Funk­tion der be­trof­fe­nen Ner­ven. Seh- oder Hör­stö­run­gen sind häu­fig die Fol­ge. Mul­ti­ple Skle­ro­se ist nicht heil­bar. Der Ver­lauf und die Le­bens­er­war­tung kön­nen je­doch mit Me­di­ka­men­ten güns­tig be­ein­flusst wer­den. Die Krank­heit kann in je­dem Al­ter auf­tre­ten, meist zei­gen sich die ers­ten Symp­to­me zwi­schen dem 20. und 40.  Le­bens­jahr. Deutsch­land­weit sind rund 200.000 Men­schen an Mul­ti­pler Skle­ro­se er­krankt. 70 Pro­zent da­von sind Frau­en.

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Ur­sach­en für Mul­ti­ple Skle­ro­se

Die ge­nau­en Ur­sach­en, die zu der fehl­ge­steu­er­ten Re­ak­tion des Ab­wehr­sys­tems füh­ren, sind bis­lang nicht be­kannt. Man ver­mu­tet, dass un­ter­schied­li­che erb­li­che Fak­to­ren, aber auch Um­welt­be­din­gun­gen zu­sam­men­tref­fen müs­sen, da­mit es zum Aus­br­uch der Krank­heit kommt. Bei die­ser Au­to­im­mun­er­kran­kung rich­ten sich die Ab­wehr­zel­len (Im­mun­zel­len) ge­gen die kör­per­ei­ge­nen Struk­tu­ren. Man spricht da­her von Au­to­an­ti­kör­pern. Sie be­wir­ken, dass die Leu­ko­zy­ten (wei­ße Blut­kör­per­chen) das Ner­ven­ge­we­be an­grei­fen und dort Ent­zün­dun­gen aus­lö­sen. Da­durch wer­den die My­e­lin­schei­den (Hül­len der Ner­ven­fa­sern) zer­stört. Der Vor­gang wird als Ent­mar­kung oder De­my­e­li­ni­sie­rung be­zeich­net. Gleich­zei­tig kommt es auch zur Schä­di­gung von Ner­ven­fa­sern und -zel­len. Ner­ven­rei­ze wer­den dann schlech­ter oder nicht mehr wei­ter­ge­lei­tet. Die zer­stör­ten Schutz­hül­len um­ge­ben nor­ma­ler­wei­se die Ner­ven­fort­sät­ze, ähn­lich ei­ner Iso­lier­schicht bei elek­tri­schen Ka­beln. Nur wenn sie ein­wand­frei funk­tio­nie­ren, wie bei ge­sun­den Men­schen, kön­nen Ner­ven­im­pul­se in an­ge­mes­se­ner Ge­schwin­dig­keit an den je­weils be­stimm­ten Ort ge­lan­gen.

Symp­to­me und ers­te An­zei­chen von Mul­ti­ple Skle­ro­se

  • MS zeigt ein sehr vielfältiges Beschwerdebild, da Entzündungsherde im gesamten zentralen Nervensystem auftreten können.
  • Kein einheitlicher Krankheitsverlauf: Symptome unterscheiden sich stark in Zeitpunkt, Intensität und Ausprägung („Krankheit mit den vielen Gesichtern“).
  • Häufige erste Anzeichen sind Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Kraftminderung oder Gleichgewichtsstörungen.
  • Die Beschwerden entwickeln sich meist innerhalb von Stunden bis Tagen.
  • Ursache sind entzündliche Läsionen im Gehirn, die im MRT sichtbar sind.
  • Das erste Auftreten wird als klinisch isoliertes Syndrom (KIS) bezeichnet und ist in etwa 85 % der Fälle Vorbote einer MS.
  • Die Diagnose kann Monate bis Jahre dauern, da eine räumliche und zeitliche Streuung der Entzündungsherde nachgewiesen werden muss.
  • Die Therapie beginnt häufig bereits frühzeitig, da ein früher Behandlungsstart den Krankheitsverlauf, die Lebensqualität und die Lebenserwartung positiv beeinflussen kann.

Was sind erste Anzeichen einer Multiplen Sklerose?

  • Störungen der Gefühlswahrnehmung in Armen und Beinen (z. B. Kribbeln, Taubheit)
  • Beeinträchtigte Gangsicherheit
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Sehstörungen
  • Darmprobleme (z. B. gestörte Entleerung)
  • Zu Beginn oft nur ein Symptom, bei manchen Patienten treten mehrere gleichzeitig auf

Wei­te­re Be­schwer­den, die spä­ter da­zu­kom­men kön­nen

  • star­ke Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen (Fa­ti­gue), 
  • Bla­sen­ent­lee­rungs­stö­run­gen (Drang­bla­se, Harn­ver­halt, Harn­in­kon­ti­nenz)
  • Sprech­stö­run­gen wie bei­spiels­wei­se ei­ne un­deut­li­che, ver­wa­sche­ne Spra­che
  • Schwä­che in den Bei­nen
  • Gang­stö­run­gen durch krampf­haf­te Er­hö­hun­gen der Mus­kel­span­nung (Spas­tik)
  • Ko­or­di­na­tions­stö­run­gen
  • Schmer­zen
  • Se­xu­el­le Stö­run­gen
  • Ko­gni­ti­ve Stö­run­gen (Ge­dächt­nis­stö­run­gen)
  • Psy­chi­sche Ver­än­de­run­gen
  • Läh­mun­gen der Mus­keln, die lang­fris­tig zu schwe­ren Be­hin­de­run­gen füh­ren kön­nen. Rund ein Drit­tel der Er­krank­ten sind da­von be­trof­fen.

Ver­laufs­for­men von Mul­ti­ple Skle­ro­se

Die Ent­wick­lung von Mul­ti­pler Skle­ro­se kann sich bei je­dem Be­trof­fe­nen an­ders dar­stel­len. Häu­fig ver­läuft die Krank­heit schub­för­mig, das heißt, es kommt im­mer wie­der zu aku­ten Ver­schlech­te­run­gen. Ei­nen MS-Schub kenn­zeich­net, dass Be­schwer­den neu oder wie­der auf­tre­ten, min­des­tens 24 Stun­den lang an­hal­ten und nicht durch Fie­ber oder In­fek­tio­nen zu er­klä­ren sind. Au­ßer­dem muss der letz­te Schub min­des­tens 30 Ta­ge zu­rück­lie­gen.

Nach dem ers­ten Schub kön­nen Be­schwer­den ganz oder zum Teil wie­der ver­schwin­den und nach kur­zer Zeit wie­der auf­tre­ten. Hin und wie­der kom­men wei­te­re Symp­to­me da­zu, die sich aber auch wie­der zu­rück­bil­den kön­nen. Bei ei­ni­gen Be­trof­fe­nen neh­men die Be­schwer­den von Be­ginn an kon­ti­nu­ier­lich zu, oh­ne dass Schü­be ein­tre­ten.

Mul­ti­ple Skle­ro­se wird in drei Ver­laufs­for­men un­ter­teilt – ab­hän­gig da­von, ob ein Pa­ti­ent Schü­be hat oder nicht.

Schub­för­mig re­mit­tie­ren­der Ver­lauf (schub­för­mi­ge MS)

Bei den meis­ten an Mul­ti­ple Skle­ro­se Er­krank­ten (80 Pro­zent) äu­ßert sich der Be­ginn der MS mit Schü­ben. Wäh­rend die­ser Schü­be ver­schlech­tert sich die be­ste­hen­de Symp­to­ma­tik oder neue Be­schwer­den tau­chen auf. Bei ei­ni­gen trifft bei­des zu: vor­han­de­ne Symp­to­me ver­schlech­tern sich und neue kom­men zu­sätz­lich da­zu. Die­se Schub­symp­to­ma­tik kann sich in nur we­ni­gen Stun­den aus­prä­gen, aber auch in­ner­halb ei­ni­ger Ta­ge. Die Dau­er ei­nes Schu­bes va­ri­iert, er hält je­doch min­des­tens 24 Stun­den an. Meist­ens bil­den sich Schü­be in ei­nem Zeit­raum von sechs bis acht Wo­chen kom­plett oder teil­wei­se zu­rück. Es ist mög­lich, dass Be­hin­de­run­gen zu­rück­blei­ben. Wäh­rend der schub­frei­en Zei­ten kommt es zu kei­nen wei­te­ren Be­schwer­den und die Er­kran­kung schrei­tet nicht vor­an. Wie lan­ge krank­heits­freie In­ter­val­le be­ste­hen, ist von Pa­ti­ent zu Pa­ti­ent un­ter­schied­lich. Manch­mal lie­gen ei­ni­ge Mo­na­te zwi­schen den Schü­ben, in ei­ni­gen Fäl­len ver­ge­hen Jah­re, bis es zu ei­nem er­neu­ten Schub kommt.

Se­kun­där chro­nisch-pro­gre­di­en­ter Ver­lauf (se­kun­där fort­schrei­ten­der Ver­lauf)

Wird MS nicht be­han­delt, führt der an­fangs schub­för­mi­ge Ver­lauf, bei min­des­tens 50 Pro­zent der Er­krank­ten, nach rund zehn Jah­ren zu ei­nem Zu­stand, in­dem sich die Be­schwer­den ver­meh­ren. Es kommt zu Be­ein­träch­ti­gun­gen – so­wohl mit ge­le­gent­li­chen Schü­ben als auch oh­ne Schü­be. Aus­maß und Schwe­re der Symp­to­me neh­men in­ner­halb der kom­men­den Mo­na­te (sechs Mo­na­te oder auch mehr) ste­tig zu. Mög­lich sind je­doch auch Pha­sen, in de­nen die Er­kran­kung vor­über­ge­hend pau­sier­t.

Pri­mär chro­nisch-pro­gre­di­en­ter Ver­lauf (Pri­mär fort­schrei­ten­der Ver­lauf)

Von die­ser Ver­laufs­form sind rund zehn bis 15 Pro­zent be­trof­fen. Hier kommt es gleich zu Be­ginn der Er­kran­kung zu ei­ner schlei­chen­den Zu­nah­me der Symp­to­me. Schü­be gibt es nicht. Mög­lich sind al­ler­dings ge­le­gent­li­che Un­ter­bre­chun­gen des Fort­schrei­tens und auch ge­ring­fü­gi­ge Ver­bes­se­run­gen.

Pro­gno­se von Mul­ti­ple Skle­ro­se

Von ei­nem gut­ar­ti­gen (be­ni­gnen) Krank­heits­ver­lauf spricht man, wenn die Be­schwer­den im An­schluss an ei­nen MS-Schub wei­test­ge­hend zu­rück­ge­hen und wenn es auch nach zehn Jah­ren zu kei­ner Be­hin­de­rung ge­kom­men ist. Al­ler­dings ist den­noch zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt ein schwe­rer Schub mög­lich, der dann zu ei­ner Be­hin­de­rung füh­ren kann.

Ein bö­sar­ti­ger (ma­lig­ner) Ver­lauf der Mul­ti­plen Skle­ro­se äu­ßert sich in ei­ner schnel­len Krank­heits­ent­wick­lung mit ste­tig zu­neh­men­den Be­schwer­den, die star­ke Be­ein­träch­ti­gun­gen mit sich brin­gen. Dies kann die Le­bens­er­war­tung deut­lich be­gren­zen.  

Wie ge­nau ei­ne Pro­gno­se der MS-Er­kran­kung im in­di­vi­du­el­len Fall aus­sieht, kann man nicht vor­her­sa­gen. Es gibt al­ler­dings An­halts­punk­te für ei­nen güns­ti­gen bzw. un­güns­ti­gen Ver­lauf:

An­halts­punk­te für ei­nen eher güns­ti­gen Ver­lauf der MS

  • Die Krank­heit be­ginnt mit nur ei­nem Symp­tom.
  • Es tre­ten nur sen­si­ble Symp­to­me wie z.B. Ge­fühls­stö­run­gen auf.
  • Die Schü­be dau­ern nicht lang.
  • Die Schü­be bil­den sich gut zu­rück.
  • Die Geh­fä­hig­keit bleibt er­hal­ten.
  • Die Er­kran­kung be­ginnt nicht vor dem 35. Le­bens­jahr.

An­halts­punk­te für ei­nen eher un­güns­ti­gen Ver­lauf der MS

  • Die Krank­heit be­ginnt mit meh­re­ren Symp­to­men.
  • Es kommt be­reits früh zu mo­to­ri­schen und ze­re­bel­lä­ren (das Klein­hirn be­treff­en­de) Symp­to­men wie z.B. Gang­stö­run­gen.
  • Die Schü­be dau­ern lang an.
  • Die Schü­be bil­den sich schlecht zu­rück.
  • Im MRT zei­gen sich früh zahl­rei­che Lä­sio­nen.
  • Es kommt früh zu krank­haf­ter SEP und MEP. 

SEP (so­ma­to­sen­si­bel evo­zier­te Po­ten­zia­le): Hier­bei wird die Zeit ge­mes­sen, die ein elek­tri­scher Im­puls be­nö­tigt, um von der Hand oder vom Fuß bis ins Ge­hirn zu ge­lan­gen. Au­ßer­dem re­gis­triert man Sei­ten­un­ter­schie­de nach Sti­mu­la­tion der rech­ten oder lin­ken Sei­te (bei­spiels­wei­se Au­gen, Oh­ren, Ar­me oder Bei­ne). Da­raus las­sen sich krank­haf­te Ver­än­de­run­gen schlie­ßen.

MEP (mo­to­risch evo­zier­te Po­ten­zia­le): mit­tels ei­ner Ma­gnet­spu­le wird die Ge­hirn­ober­flä­che sti­mu­liert, um ei­ne Mus­kel­ant­wort an Hand oder Fuß zu er­hal­ten.

Dia­gno­se von Mul­ti­pler Skle­ro­se

MS zu dia­gno­sti­zie­ren be­dar­f ei­ner um­fang­rei­chen Un­ter­su­chung. Da es kein ty­pi­sches Be­schwer­de­bild gibt und auch kei­ne nur für MS ty­pi­schen Symp­to­me, müs­sen im­mer erst an­de­re Er­kran­kun­gen aus­ge­schlos­sen wer­den. Zum Bei­spiel Durch­blu­tungs­stö­run­gen des Ge­hirns oder Band­schei­ben­vor­fäl­le. Ers­ter An­sprech­part­ner bei Be­schwer­den ist der Haus­arzt. Bei ei­nem Ver­dacht auf Mul­ti­ple Skle­ro­se wird er den Pa­ti­en­ten an ei­nen Neu­ro­lo­gen über­wei­sen. 

Un­ter­su­chun­gen für ei­ne si­che­re Dia­gno­sestel­lung

  • Ana­mne­se (Er­he­bung der Krank­en­ge­schich­te)
  • Kör­per­li­che Un­ter­su­chung (kli­nisch-neu­ro­lo­gisch)
  • Ap­pa­ra­ti­ve Un­ter­su­chung (un­ter an­de­rem Kern­spin­to­mo­gra­fie (MRT) und Evo­zier­te Po­ten­zia­le (EP), al­so Funk­tions­mes­sun­gen von Seh- und Hör­bahn, sen­si­blen und mo­to­ri­schen Bah­nen
  • La­bor­un­ter­su­chun­gen (Ana­ly­se von Ner­ven­was­ser und Blut)

Ana­mne­se:

Im Ge­spräch mit Arzt, wer­den so­wohl die ak­tu­el­len Be­schwer­den als auch die bis­he­ri­ge Krank­en­ge­schich­te aus­führ­lich be­leuch­tet. Von In­te­res­se sind un­ter an­de­rem die­se Fra­gen:

  • Seit wann be­ste­hen die Symp­to­me?
  • Ha­ben sie sich mit der Zeit ver­än­dert?
  • Gab es frü­her schon ein­mal Miss­emp­fin­dun­gen in Ar­men oder Bei­nen?
  • Ist es schon ein­mal zu Seh­stö­run­gen ge­kom­men?

Auch Vor­fäl­le, de­nen der Pa­ti­ent frü­her kei­ne wei­te­re Be­deu­tung bei­ge­mes­sen hat, kön­nen wich­tig sein. Häu­fig kann dies ein ers­ter Hin­weis auf ein MS-An­zei­chen sein.

Kör­per­li­che Un­ter­su­chung:

Im Fo­kus die­ser kli­nisch-neu­ro­lo­gi­schen Un­ter­su­chung steht das Ner­ven­sys­tem, spe­zi­ell 

  • die Funk­tion von Au­gen und Hirn­ner­ven
  • Emp­fin­dun­gen bei Be­rüh­run­gen, Schmer­zen und Tem­pe­ra­tur
  • Mus­kel­kraft und Mus­kel­span­nung

Zu­sätz­lich kann bei Ver­dacht auf Mul­ti­ple Skle­ro­se ei­ne neu­ro­psy­cho­lo­gi­sche Un­ter­su­chung fol­gen. Mit­tels un­ter­schied­li­cher Tests wer­den dann Lern­fä­hig­keit, Sprach­ver­ar­bei­tung und Ge­dächt­nis nä­her ge­prüft.

Ap­pa­ra­ti­ve Un­ter­su­chung

Durch Funk­tions­mes­sun­gen der Seh- und Hör­bahn so­wie der sen­si­blen und mo­to­ri­schen Bah­nen (evo­zier­te Po­ten­zia­le) kann der Neu­ro­lo­ge fest­stel­len, wie weit die Er­kran­kung fort­ge­schrit­ten ist. Da­bei reizt der Arzt ei­nen Nerv oder ein Sin­nes­or­gan. Im Ge­hirn löst das ein Sig­nal aus, das von Elek­tro­den ge­mes­sen wird. Trifft die Ant­wort auf den Reiz mit ei­ner Ver­zö­ge­rung ein, ist die Re­ak­tions­stär­ke ver­min­dert. Bei rund 75 Pro­zent der Er­krank­ten tritt dies ein.

Bei 85 Pro­zent der Pa­ti­en­ten sind be­reits im Früh­sta­di­um der Mul­ti­plen Skle­ro­se  Ver­än­de­run­gen im Ge­hirn er­kenn­bar. Dies kann der Neu­ro­lo­ge auf den Bil­dern der Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie ab­le­sen. Im fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­um der Er­kran­kung sind al­le Pa­ti­en­ten von den Ver­än­de­run­gen im Ge­hirn be­trof­fen. 

La­bor­un­ter­su­chun­gen

Li­quor­dia­gnos­tik (Un­ter­su­chung des Ner­ven­was­sers): Die Li­quor­dia­gnos­tik kann Auf­schluss über die Ent­zün­dung in Ge­hirn und Rü­cken­mark ge­ben. Mit ei­ner fei­nen Na­del wird da­bei in Hö­he der mitt­le­ren Len­den­wir­bel­säu­le zwi­schen die Wir­bel ge­sto­chen, um das be­nö­tig­te Ner­ven­was­ser zu ge­win­nen. Liegt ei­ne MS vor, ist die An­zahl ei­ni­ger Ab­wehr­zel­len (Lym­pho­zy­ten, Plas­ma­zel­len) er­höht und An­ti­kör­per wie Im­mun­glo­bu­lin G (IgG) sind nach­weis­bar. Bei der Un­ter­su­chung lässt sich auch fest­stel­len, ob even­tu­ell Kei­me (z.B. Bor­re­lio­se) für die Ent­zün­dung ver­ant­wort­lich sind. In die­sem Fall wä­ren die Be­schwer­den nicht durch MS ver­ur­sacht.

Blut­ana­ly­se: Bis­lang gibt es noch kei­nen Blut­test, der Mul­ti­ple Skle­ro­se nach­wei­sen kann. Die Be­stim­mung ei­ni­ger Wer­te ist je­doch hilf­reich, da auf die­sem Weg an­de­re Er­kran­kun­gen aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen. Auch Le­ber- und Nie­ren­wer­te so­wie Ent­zün­dungs­mar­ker ver­än­dern sich durch ei­ne MS nicht.

Fol­gen­de Wer­te wer­den be­stimmt: Le­ber­wer­te, Nie­ren­wer­te, Gro­ßes Blut­bild, Blut­zu­cker, Schild­drü­sen­wer­te, Vi­ta­min B12, Rheu­ma­fak­tor, An­ti­nu­kle­a­re An­ti­kör­per (ANA), An­ti­pho­spho­lipid-An­ti­kör­per, An­ti-ds-DNS-An­ti­kör­per, Lu­pus-An­ti­ko­agu­lans, Ent­zün­dungs­mar­ker (C-re­ak­ti­ves Pro­tein, CPR), An­gi­o­ten­sin-Con­ver­ting-En­zy­me (ACE) so­wie Bor­re­li­en und Bor­re­li­en-An­ti­kör­per (Bor­re­li­en-Se­ro­lo­gie).

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Eine Ärztin mit Stethoskop und verschränkten Armen. © Artmim

Mul­ti­ple Skle­ro­se: The­ra­pie

Die Be­hand­lung von MS zielt dar­auf ab, die Krank­heits­ak­ti­vi­tät auf­zu­hal­ten oder we­nigs­tens ihr Fort­schrei­ten zu ver­lang­sa­men. Heil­bar ist Mul­ti­ple Skle­ro­se nicht. Die The­ra­pie wird da­bei im­mer in­di­vi­du­ell auf den Pa­ti­en­ten und sei­nen Krank­heits­ver­lauf ab­ge­stimmt.

In der The­ra­pie von Mul­ti­ple Skle­ro­se un­ter­schei­det man die Schub­the­ra­pie von der ver­laufs­mo­di­fi­zier­ten The­ra­pie und der symp­to­ma­ti­schen Be­hand­lung. Zu­sätz­li­che Re­ha­bi­li­ta­tions­maß­nah­men kön­nen hel­fen, Fä­hig­kei­ten wie­der neu zu er­ler­nen.

TherapiebereichMaßnahmen / WirkstoffeZiel / WirkungBesonderheiten / Hinweise
Schubtherapie (akut)Hochdosiertes Kortison (3–5 Tage, Infusion)Entzündungshemmung, Rückbildung der SymptomeKurzzeitig gut verträglich; mögliche Nebenwirkungen: Schlafstörungen, Blutzucker-/Blutdruckanstieg; Magenschutz oft nötig; ggf. Wiederholung
 Plasmapherese / ImmunadsorptionEntfernung schädlicher Antikörper aus dem BlutEinsatz bei schweren Schüben ohne Kortison-Wirkung; nur in spezialisierten Zentren; selten schwere Nebenwirkungen
Verlaufsmodifizierende Therapie (Basistherapie)Immunmodulation / ImmunsuppressionReduktion von Schubhäufigkeit und -schwere, Verlangsamung des KrankheitsverlaufsFrüher Therapiebeginn entscheidend; Wirkung auf Blut-Hirn-Schranke und Immunzellen
 Interferon-betaHemmung entzündlicher ImmunzellenInjektion; häufig grippeähnliche Nebenwirkungen zu Beginn
 GlatirameracetatReduktion der Schubrate (~30 %)Lokale Hautreaktionen möglich
 TeriflunomidEntzündungshemmung, Verlangsamung der ProgressionRisiken: Leber-/Nierenschäden, Infektionen, Übelkeit, Schmerzen & Missempfindungen
 DimethylfumaratEntzündungshemmend, neuroprotektivAnfangs Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit & Durchfall, meist rückläufig
 AlemtuzumabReduktion schädlicher LymphozytenLangzeitwirkung; Risiko für Infektionen und Autoimmunerkrankungen; Nutzen-Risiko-Abwägung nötig
 AzathioprinHemmung der ImmunzellbildungNur bei Unverträglichkeit anderer Therapien; erhöhtes Infektions-/Krebsrisiko
 MitoxantronEskalationstherapie bei schwerem VerlaufSelten wegen starker Nebenwirkungen (z. B. Herzschäden)
 NatalizumabBlockade des Eintritts von Immunzellen ins ZNSBei hochaktiver MS; Risiko für PML (schwere Hirninfektion)
 FingolimodReduktion von Lymphozyten im BlutHerzrhythmusstörungen möglich; erste Einnahme unter Überwachung
Reserve-/SondertherapienImmunglobuline (i.v.)Alternative bei Unverträglichkeit anderer TherapienEinsatz in Einzelfällen
 Cyclophosphamid, MethotrexatImmunsuppressionOff-Label, meist als Reservemedikamente
 Kortison (Langzeit)EntzündungshemmungNur in Ausnahmefällen sinnvoll
Symptomatische TherapiePhysio-, Ergo-, Logopädie, PsychotherapieLinderung individueller BeschwerdenWichtig für Lebensqualität und Alltag
 Schmerztherapie (z. B. Amitriptylin, Gabapentin)Behandlung chronischer SchmerzenKlassische Schmerzmittel oft ungeeignet
 Spastikbehandlung (z. B. Baclofen, Botulinumtoxin)MuskelentspannungKombination aus Medikamenten und Physiotherapie
 TremorbehandlungMedikamente, Physio-/Ergotherapie, ggf. HirnstimulationTiefe Hirnstimulation bei schweren Fällen
 BlasenstörungenBeckenbodentraining, Katheter, MedikamenteInfektionen konsequent behandeln
 Depression / FatiguePsychotherapie, Antidepressiva, BewegungAusdauertraining oft hilfreich
 GangstörungenFampridin, TrainingVerbesserung der Gehfähigkeit
 SexualstörungenPsychotherapie oder symptomatische TherapieUrsachen oft psychisch oder medikamentös
RehabilitationStationär oder ambulant (4–6 Wochen)Wiedererlernen von Fähigkeiten, Verbesserung von Mobilität und SelbstständigkeitPhysiotherapie zentral; frühzeitiger Beginn verbessert Erfolg

Al­ter­na­ti­ve Heil­me­tho­den

VerfahrenAnwendung / MethodeWirkung / NutzenBesonderheiten / Hinweise
AllgemeinKomplementäre Therapien ergänzend zur schulmedizinischen BehandlungLinderung von Beschwerden, Verbesserung des WohlbefindensAbstimmung zwischen Neurologe und Therapeut empfohlen
HomöopathieIndividuell ausgewählte Wirkstoffe durch erfahrene TherapeutenKann Symptome wie Schwindel, Blasen- und Darmprobleme sowie Konzentrationsstörungen lindernWirkung individuell unterschiedlich; ergänzend einsetzbar
AkupunkturNadeln werden an spezifischen Körperpunkten gesetzt (20–30 Minuten)Linderung von Schmerzen und MuskelkrämpfenMeist gut verträglich; nur geringe Einstichwahrnehmung
AkupressurDruck auf bestimmte Körperpunkte (z. B. mit Daumen oder Hilfsmitteln)Schmerzlinderung und Entspannung der MuskulaturNicht-invasiv; auch zur Selbstanwendung geeignet
OsteopathieManuelle Therapie, z. B. craniosacrale TechnikenVerbesserung der Beweglichkeit, Reduktion von Schmerzen und MuskelkrämpfenGanzheitlicher Ansatz; individuell angepasst
Entspannungstechnikenz. B. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Tai Chi, MeditationStressreduktion, Verbesserung des Allgemeinbefindens, Linderung verschiedener SymptomeRegelmäßige Anwendung entscheidend für nachhaltige Wirkung

Schwan­ger­schaft mit Mul­ti­ple Skle­ro­se

Ei­ne Schwan­ger­schaft wirkt sich nicht un­güns­tig auf die MS-Er­kran­kung aus. Es ist so­gar so, dass vie­le Frau­en in die­ser Zeit we­ni­ger Schü­be er­lei­den. Je­doch kommt es meist nach der Ent­bin­dung zu ei­ner Er­hö­hung der Schub­ra­te (wäh­rend der ers­ten drei Mo­na­te). Grund­sätz­lich emp­feh­len Ärz­te vor Be­ginn ei­ner Schwan­ger­schaft mit der Ba­sis­the­ra­pie aus­zu­set­zen. Es wird aber als un­pro­ble­ma­tisch ge­se­hen, soll­te es wäh­rend der The­ra­pie mit In­ter­fe­ron oder Gla­ti­ra­me­ra­ce­tat zu ei­ner Schwan­ger­schaft kom­men. Nach ak­tu­el­lem Wis­sens­stand wir­ken sich die Mit­tel nicht frucht­schä­di­gend aus. Die Ba­sis­the­ra­pie soll­te aber un­mit­tel­bar un­ter­bro­chen wer­den, so­bald ei­ne Schwan­ger­schaft be­stä­tigt wur­de.

Von Fin­go­li­mod und an­de­ren un­spe­zi­fi­schen Im­muns­upp­res­si­va ist be­kannt, dass sie zu Miss­bil­dun­gen oder Erb­gut­schä­di­gun­gen beim Kind füh­ren kön­nen. Das Me­di­ka­ment soll­te im Vor­feld der Schwan­ger­schaft, al­so bei ei­nem Kin­der­wunsch, eben­so vom Mann ab­ge­setzt wer­den.

Die Be­hand­lung ei­nes mög­li­chen Schubs kann ab dem zwei­ten Drit­tel der Schwan­ger­schaft mit ei­nem Kor­ti­son­prä­pa­rat er­fol­gen. Um ei­ne Schä­di­gung des Kin­des zu ver­hin­dern, soll­te das Prä­pa­rat nur ein­ge­nom­men wer­den, wenn es un­be­dingt not­wen­dig ist.

Mul­ti­ple Skle­ro­se – ICD-Co­de

Je­der Krank­heit ist in der Me­di­zin ein ei­ge­ner ICD-Co­de zu­ge­ord­net. Die Ab­kür­zung ICD (eng­lisch) steht da­bei für In­ter­na­tio­nal Sta­tis­ti­cal Clas­si­fi­ca­tion of Di­sea­ses and Re­la­ted Health Prob­lems. Das Klas­si­fi­zie­rungs­sys­tem ist welt­weit an­er­kannt und ei­nes der wich­tigs­ten für me­di­zi­ni­sche Dia­gno­sen. So wird bei­spiels­wei­se Mul­ti­ple Skle­ro­se un­ter dem ICD-Co­de „G35“ er­fasst. Häu­fig hilft die Ein­ga­be die­ser Co­des auch bei der Re­cher­che im In­ter­net wei­ter.

Mul­ti­ple Skle­ro­se – Wie fin­de ich das rich­ti­ge Kran­ken­haus?

Auf der Su­che nach ei­nem pas­sen­den Kran­ken­haus, das sich mit der Be­hand­lung von Mul­ti­ple Skle­ro­se gut aus­kennt er­hält man über die Web­sei­te www.aerzteblatt.de ei­ni­ge hilf­rei­che Ver­lin­kun­gen. Un­ter an­de­rem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.de und www.krankenhaus.de. Ei­ne be­son­ders um­fas­sen­de Über­sicht bie­tet die Sei­te www.kliniken.de. Hier sind ak­tu­ell 3.846 Kran­ken­häu­ser aus Deutsch­land, Ös­ter­reich und der Schweiz ge­lis­tet. Zu­sätz­lich gibt es de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zu Fach­ab­tei­lun­gen der Kli­ni­ken so­wie Qua­li­täts­be­rich­te. 

Auf die Start­sei­te von www.kliniken.de ge­hen: Un­ter dem Me­nü­punkt „Top-10“ kann man spe­zi­ell nach Krank­hei­ten und Dia­gno­sen su­chen. Für Krank­hei­ten des Ner­ven­sys­tems hier in der lin­ken Spal­te (un­ter „Krank­hei­ten und Dia­gno­sen nach ICD10“) auf das Feld „VI Krank­hei­ten des Ner­ven­sys­tems“ kli­cken. Dann dar­un­ter auf das Feld „G35-G37 De­my­e­li­ni­sie­ren­de Krank­hei­ten des Zen­tral­ner­ven­sys­tems“ kli­cken. Nun er­schei­nen rechts da­von die ge­such­ten Kran­ken­häu­ser, sor­tiert nach dem Ran­king ih­rer Fall­zah­len. Auf Platz 1 fin­det sich das Be­hand­lungs­zen­trum in Berg-Kemp­fen­hau­sen, auf Platz 2 die Fach­kli­nik für Neu­ro­lo­gie in Schwen­di und Platz 3 be­legt die DRK Ka­mil­lus Kli­nik in As­bach, usw.

Mul­ti­ple Skle­ro­se – Was be­zahlt die Kran­ken­kas­se und was muss man selbst be­zah­len?

Gesetzlich Versicherte haben grundsätzlich Anspruch auf medizinische Leistungen wie Arztbesuche, Medikamente oder Krankenhausbehandlungen. Dabei fallen jedoch meist Zuzahlungen an: In der Regel 10 % der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Bei besonders günstigen Arzneimitteln kann die Zuzahlung entfallen, während Mehrkosten für teurere Präparate selbst zu tragen sind.

Im Krankenhaus beträgt die Zuzahlung 10 Euro pro Tag (maximal 28 Tage jährlich). Ähnliche Regelungen gelten für häusliche Pflege, Hilfsmittel und Haushaltshilfen. Bestimmte Leistungen wie Schmerztherapie oder Akupunktur werden unter Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen.

Mul­ti­ple Skle­ro­se – Was über­nimmt die DFV?

Die am­bu­lan­te Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rung DFV-Am­bu­lant­Schutz er­stat­tet Ih­nen ge­setz­lich vor­ge­seh­ene Zu­zah­lun­gen für Arz­nei-, Ver­bands-, Heil- und Hilfs­mit­tel und die Fahrt­kos­ten im Rah­men ei­ner am­bu­lan­ten Be­hand­lung. Der DFV-Am­bu­lant­Schutz bie­tet Ih­nen zu­dem er­wei­ter­te Vor­so­rge­leis­tun­gen und steht Ih­nen auch fi­nan­zi­ell zur Sei­te, wenn ei­ne schwe­re Krank­heit fest­ge­stellt wird.

Im Fal­le ei­ner Er­kran­kung war­ten Sie mit der Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung DFV-Kli­nik­Schutz Ex­klu­siv nicht län­ger als 5 Ta­ge auf ei­nen Ter­min bei ei­nem spe­zia­li­sier­ten Fach­arzt.

Sie pro­fi­tie­ren zu­dem von Chef­arzt­be­hand­lung, Ein­bett­zim­mer, frei­er Kran­ken­haus­wahl und Kran­ken­haus­ta­ge­geld bei ei­nem sta­tio­nä­ren Kli­nik­auf­ent­halt. Der DFV-Kli­nik­Schutz macht Sie zum Pri­vat­pa­ti­en­ten im Kran­ken­haus inkl. Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema MS

  • Die Diagnose MS zu stellen ist nicht einfach, da die Erkrankung sehr vielschichtig ist. Es gibt kein typisches Beschwerdebild und keine allein für MS typischen Symptome. Daher müssen andere Erkrankungen immer erst ausgeschlossen werden. Die aufwendige Diagnose erfolgt in mehreren Schritten: nach Anamnese und klinisch-neurologischer Untersuchung folgt die apparative Diagnostik mit MRT und evozierten Potenzialen (u.a. Funktionsmessungen von Seh- und Hörbahn, sensiblen und motorischen Bahnen). Dem schließt sich die Laboruntersuchung mit Analyse von Blut und Nervenwasser an. 

  • Die langfristige Behandlung von Patienten, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, übernimmt der Neurologe. Da das Krankheitsbild mit vielen unterschiedlichen Beschwerden einhergeht, sind ebenso Physiotherapeuten, Logopäden, Psychotherapeuten, Ergotherapeuten und weitere in die Behandlung involviert. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) rät, möglichst einmal jährlich eine mehrwöchige Rehabilitation durchzuführen.

  • Die Häufigkeit und auch die Schwere von Schüben lassen sich durch immunmodulatorische Medikamente günstig beeinflussen. Diese auf das Abwehrsystem wirkenden Mittel, wie Interferon-Präparate und Glatirameracetat,  hemmen Entzündungen. Die Medikamente werden dabei selbst in den Muskel oder unter die Haut gespritzt. Reichen die Mittel nicht aus, stehen auch andere Wirkstoffe zur Verfügung, so zum Beispiel biotechnologisch hergestellte Antikörper oder Immunsuppressiva. 

  • Auch ein Pseudoschub führt zu einer Verschlechterung des Krankheitszustandes. Auslöser ist allerdings keine neue Krankheitsaktivität, also ein akuter Entzündungsherd, sondern beispielsweise ein Infekt mit Fieber oder eine andere Erkrankung, die Schmerzen verursacht.

  • Es wird empfohlen, insgesamt auf eine ausgewogene Lebensweise mit ballaststoff- und vitaminreicher Ernährung zu achten. Bestimmte Ernährungsformen oder Diäten, die die MS-Symptome beeinflussen, gibt es bislang nicht. Frauen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind und sich in den Wechseljahren befinden oder wiederholte Kortisonbehandlungen hinter sich haben, wird die zusätzliche Einnahme von Vitamin D empfohlen. Ziel ist es, einer Osteoporose vorzubeugen. Ein Einfluss auf die MS-Symptome konnte auch hier nicht festgestellt werden. 

  • Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen und Verbände für Betroffene. Unter anderem:

    • Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft e.V. (DMSG)
    • Multiple Sklerose Gesellschaft Wien
    • Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
    • Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose
    • Internationale MS Vereinigung MSIF
  • Dank moderner Diagnostik und Therapien hat sich die Lebenserwartung bei MS fast an die der Allgemeinbevölkerung angenähert. Wie lange und selbstständig Betroffene leben, hängt vom individuellen Verlauf, möglichen Begleiterkrankungen und rechtzeitiger Behandlung ab. Eine frühe Diagnosestellung, geeignete Therapien, gesunder Lebensstil sowie die regelmäßige Kontrolle in MS-Zentren verbessern Prognose und Lebensqualität deutlich. Psychische und soziale Unterstützung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. MS ist zwar nicht heilbar, doch viele Patient:innen können heute ein erfülltes Leben führen.

  • MS ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vielfältige Symptome und Funktionsstörungen verursachen kann. Dank moderner Diagnose- und Therapiemöglichkeiten lässt sich das Fortschreiten verlangsamen – der Verlauf ist immer individuell. Die Lebenserwartung entspricht zunehmend der der Allgemeinbevölkerung. Für eine gute Prognose sind frühe Diagnose, rechtzeitige Behandlung und regelmäßige neurologische Kontrollen entscheidend. Auch unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie und psychologische Begleitung helfen, die Selbstständigkeit zu erhalten.

Tipps

Fazit

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der das Immunsystem die Nerven schädigt. Die Symptome sind vielfältig und reichen von Seh- und Empfindungsstörungen bis zu Erschöpfung und Koordinationsproblemen. Zwar ist MS nicht heilbar, doch können frühzeitige Diagnose, gezielte Therapie und ein gesunder Lebensstil den Verlauf positiv beeinflussen.

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