Keuchhusten

Keuchhusten: Symptome, Behandlung, Verlauf

An Keuchhusten erkranken sowohl Kinder als auch Erwachsene. Die Infektion ist sehr ansteckend und kann sogar lebensbedrohlich sein. Eine Impfung schützt vor der Krankheit und sollte immer wieder aufgefrischt werden.


Inhaltsverzeichnis

Was ist Keuchhusten?

Eine Keuchhusteninfektion wird durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen. Mediziner sprechen daher auch häufig von Pertussis, wenn Keuchhusten gemeint ist. Charakteristisch für die Erkrankung sind krampfartige Hustenanfälle, auch als Stakkato-Husten bezeichnet. Die Anfälle treten in Abständen auf. Patienten husten sehr stark und stoßweise. Oft hat es den Anschein der Erkrankte müsse ersticken. Im Anschluss an die heftige Hustenattacke atmet der Betroffene mit einem keuchenden, ziehenden Geräusch wieder ein. Oft kommt es während einer Hustenattacke auch zum Erbrechen. Bei kleinen Kindern führt eine Infektion mit Pertussis manchmal zu schweren Komplikationen. Neugeborene und Säuglinge sind besonders gefährdet, denn sie können tödlich verlaufende Atemstillstände erleiden.

Ansteckung mit Keuchhusten

Keuchhusten ist eine sehr ansteckende Krankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die winzigen Speicheltröpfchen von Infizierten können sich in einem Radius von bis zu einem Meter verteilen. Dabei genügt es, wenn Erkrankte sprechen, husten oder niesen, um andere in der Umgebung mit den Keuchhusten-Bakterien anzustecken. Gelangen infizierte Speicheltröpfchen auf die Schleimhaut von gesunden Menschen, beispielswiese durch Einatmung, durch Küssen oder das gemeinsame Benutzen von Besteck oder anderen Gegenständen, ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch. Kommen Menschen, die nicht geimpft sind, mit dem Erreger Bordetella Pertussis in Kontakt, erkranken sie zu 80 bis 90 Prozent an Keuchhusten. Keuchhusten-Bakterien können für kurze Zeit auch von Menschen übertragen werden, die geimpft sind und selbst nicht erkranken. Der Erreger kann dennoch an andere weitergegeben werden.

Hat man sich mit dem Erreger Bordetella pertussis infiziert, kann es zwischen sieben und 20 Tagen dauern, ehe Symptome auftreten. Sobald sich die ersten Beschwerden zeigen, ist man ansteckend. Das ist dann die sogenannte Erkältungsphase. Anschließend kann man andere noch fünf bis sechs Wochen danach mit Keuchhusten infizieren. Eine Antibiotikatherapie verkürzt diese lange Ansteckungszeit. Fünf Tage nach Beginn der Antibiotika-Behandlung ist man nicht mehr ansteckend.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte man den Kontakt mit Erkrankten meiden. Lebt man in einem gemeinsamen Haushalt, ist es wichtig, penibel auf die Hygiene zu achten, keine Gegenstände, wie Besteck, gemeinsam zu nutzen und Abstand voneinander zu halten.

Symptome von Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) zeigt sich in seiner Symptomatik bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich. Etwa acht von zehn Keuchhusten-Patienten sind älter als 18 Jahre, jeder Dritte sogar über 45. Pertussis ist demnach keine reine Kindererkrankung. Mediziner begründen dies damit, dass Erwachsene häufig die notwendige Auffrischungsimpfung nicht vornehmen lassen. Der Impfschutz verliert nämlich nach zehn bis maximal 20 Jahren seine Wirkung und muss aktualisiert werden.

Keuchhusten-Symptome bei Kindern:

Häufig bemerken Eltern anfangs nicht, wenn sich das Kind mit Keuchhusten angesteckt hat. Die ersten Symptome sind nämlich denen einer Erkältung sehr ähnlich. Die charakteristische Symptomatik tritt erst später auf. Der Verlauf der Keuchhusten-Infektion gliedert sich in drei Stadien, bei denen sich jeweils andere Symptome zeigen.

  • 1. Erkältungsphase (Stadium catarrhale): Diese erste Phase der Krankheit erstreckt sich über ein bis zwei Wochen. Die Keuchhusten-Symptome sind dann noch unspezifisch und werden daher oft nicht gleich erkannt. Typischerweise geht man aufgrund der Beschwerden zu diesem Zeitpunkt von einer einfachen Erkältung aus. Die Symptome sind: Husten, Niesen und Halsschmerzen. Manchmal hat das Kind auch leichtes Fieber. Betroffene sind bereits jetzt hochansteckend.
  • 2. Anfallstadium (Stadium convulsivum): Diese zweite Erkrankungsphase kann bis zu sechs Wochen dauern. Die klassischen Anzeichen des Keuchhustens, krampfartige Hustenanfälle bis hin zu Atemnot, treten vor allem nachts auf. Die Kranken husten meist in mehreren trockenen Stößen. Dann atmen sie keuchend und pfeifend wieder ein, wovon sich auch die Namensgebung „Keuchhusten“ ableitet. Ein Hustenanfall dauert meist einige Minuten und kann sich bis zu 50 Mal am Tag wiederholen. Das Gesicht läuft oft rot bis bläulich an. Es kann zu Würgeanfällen mit Auswurf von zähem Schleim, auch zum Erbrechen kommen. Dann folgt eine längere Pause ohne Hustenattacke. Kinder haben zum Teil Fieber und bekommen von den wiederholten Hustenanfällen häufig Muskelkater, Bauch- und Kopfschmerzen. Viele Kinder leiden zudem an Appetitlosigkeit.
  • 3. Erholungsstadium (Stadium decrementi): In den folgenden zwei bis vier Wochen reduziert sich die Zahl der Hustenattacken und die Anfälle werden schwächer. Die Krankheit heilt nun aus und Patienten sind nicht mehr ansteckend. Wird Keuchhusten nicht ärztlich behandelt, kann diese dritte Krankheitsphase auch bis zu zehn Wochen dauern.

Keuchhusten-Symptome bei Erwachsenen:

Der Krankheitsverlauf von Keuchhusten stellt sich bei Jugendlichen und Erwachsenen meist anders dar als bei Kindern. Die Beschwerden sind weniger stark ausgeprägt, Hustenanfälle sind schwächer und zeigen sich eher kontinuierlich als anfallartig. Die Erkrankung verläuft ähnlich einer Bronchitis und das Erstickungsrisiko ist gering. Gerade durch diese Verwechslungsgefahr gehen Erwachsene mit Keuchhusten oft nicht zum Arzt. Erfolgt keine Behandlung, können sich die Erreger im Körper ausbreiten und mögliche Komplikationen und Folgeerkrankungen verursachen. Erkranken Erwachsene an Keuchhusten, können auch sie andere, gesunde Menschen damit infizieren. Dies ist gerade für Säuglinge und ältere Menschen gefährlich, da Keuchhusten bei ihnen schwere Verläufe nehmen oder gar lebensbedrohlich sein kann.

Begleiterkrankungen von Keuchhusten:

Da Keuchhusten häufig nicht gleich zu Beginn der Erkrankung diagnostiziert wird und sich die Bakterien so im Körper ausbreiten können, entwickelt rund ein Viertel der Patienten weitere Erkrankungen. Zu diesen Begleiterkrankungen und möglichen Folgesymptomen zählen beispielsweise Mittelohrentzündung, Lungenentzündung sowie Rippenbruch und Leistenbruch – durch besonders starke Hustenanfälle. Insbesondere Kinder leiden unter starkem Gewichtsverlust, da sie aufgrund des Keuchhustens nur wenig oder gar keinen Appetit haben. Auch zu Inkontinenz kann es kommen. Davon sind Kinder und ältere Menschen häufiger betroffen. Grund ist der enorme Druckaufbau beim Hustenanfall. Dadurch kann Harn unkontrolliert abgehen. In der Regel verliert sich die Inkontinenz nach dem Ausheilen der Pertussis wieder.

Keuchhusten – Diagnose

Im Arzt-Patienten-Gespräch geht es vor allem um die aktuellen Beschwerden, aber auch um mögliche Vorerkrankungen. Der behandelnde Arzt wird sich danach erkundigen, wie lange der Husten bereits besteht, ob gegebenenfalls auch Schleim abgehustet wird oder der Husten eher trocken ist. Der Arzt sollte zudem darüber informiert werden, wenn es nach einer Hustenattacke zu Problemen beim Luftholen kommt und ob sich noch weitere Symptome wie Fieber, Halsschmerzen oder Schmerzen in der Brust zeigen. Anschließend folgt die körperliche Untersuchung. Dabei wird der Brustkorb abgeklopft und die Lunge abgehört. Den Rachen sieht sich der Arzt ebenfalls an. Wenn er mit dem Spatel auf die Zunge drückt, löst er (beim Kind) – im Fall von Keuchhusten – den dafür typischen Hustenanfall aus. Weitere Labortests können die Diagnose bestätigen. Diese sind insbesondere bei Säuglingen, Jugendlichen und Erwachsenen relevant, denn bei ihnen zeigt sich der Verlauf von Keuchhusten meist untypisch.

Laboruntersuchungen:

Abhängig vom Verlaufsstadium der Keuchhusteninfektion, können verschiedene Untersuchungsmethoden zum Tragen kommen. So versucht man meist in den ersten zwei bis drei Wochen nach Hustenbeginn, den Erreger direkt im Bronchialschleim nachzuweisen. Der Arzt entnimmt dazu mit einem Abstrich Sekret aus dem Nasen-Rachen-Raum oder saugt etwas Bronchialschleim ab, der durch das Husten nach oben befördert wird. Entweder wird dann eine Bakterien-Kultur angelegt oder das Erbgut der Keime wird mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion) nachgewiesen. Bei einer fortgeschrittenen Keuchhustenerkrankung hingegen wird das Blutserum des Patienten auf mögliche Antikörper gegen die Keuchhusten-Erreger untersucht. Leidet ein Patient möglicherweise bereits an Folgeerkrankungen wie einer Lungenentzündung, sind weitere Untersuchungen nötig.

Meldepflicht von Keuchhusten

In Deutschland besteht eine Meldepflicht für Keuchhusten. So muss das Gesundheitsamt bei Verdacht und nachgewiesener Erkrankung informiert werden. Dies gilt ebenso im Todesfall.

Keuchhusten – Behandlung

Der Verlauf der Erkrankung stellt sich unterschiedlich dar. Bei einigen Patienten zeigt sich die Krankheit mit milden Symptomen, andere sind von starken Beschwerden betroffen. In der Regel heilt Keuchhusten jedoch ohne bleibende Schäden vollständig aus.

Keuchhusten-Behandlung bei Säuglingen und Kindern

Der Heilungsverlauf bei Keuchhusten (Pertussis) hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Danach richtet sich auch die ärztliche Therapie. So kann Keuchhusten von Kindern meist zu Hause auskuriert werden, wenn die Symptome leicht sind. Schwere Fälle sollten im Krankenhaus behandelt werden. Dies gilt insbesondere, wenn ein Kind Vorerkrankungen an Herz oder Lunge aufweist. Sind Säuglinge an Pertussis erkrankt, sollte man sie immer stationär behandeln. Da Babys den Bronchialschleim nicht selbstständig abhusten können, muss der im Krankenhaus abgesaugt werden. Drohen zudem Atemaussetzer, kann bei stationärer Behandlung rasch reagiert werden.

Medikamente gegen Keuchhusten

Durch die Gabe eines Antibiotikums lassen sich Dauer und Schwere der Hustenattacken lindern. Die Medikamententherapie muss jedoch frühzeitig starten, am besten vor Einsetzen des Hustens und spätestens bis zwei Wochen danach. Später lassen sich die Symptome durch Antibiotika nicht mehr beeinflussen, allerdings kann die Gefahr einer Ansteckung reduziert werden. So sind Erkrankte etwa fünf Tage nach Beginn der Einnahme eines Antibiotikums für andere nicht mehr ansteckend. Dies hat zur Folge, dass das Kind wieder eher zur Schule oder in den Kindergarten darf. Bei Keuchhusten werden häufig Antibiotika wie Erythromycin oder Clarithromycin verordnet. – Wenig bis gar nicht wirksam ist bei Keuchhusten die Einnahme von Hustensaft. Gegen den sehr zähen Schleim in den Bronchien helfen manchmal schleimlösende Arzneien.

Pflege bei Keuchhusten

Wenn Kinder krank sind, benötigen sie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Mit einer Keuchhustenerkrankung müssen sie nicht zwingend das Bett hüten. Es genügt, sich körperlich zu schonen. Leichte Bewegung an der frischen Luft sowie ruhige Spiele sind in Ordnung. Im Fall von Hustenattacken ist es wichtig, das Kind zu beruhigen. Bei älteren Kindern kann das Inhalieren über einer Schüssel mit heißem Wasser und Meersalz die Beschwerden lindern. Kleine Kinder sollten eher mit Inhalationsgeräten aus der Apotheke versorgt werden, sie könnten sich anderenfalls verbrühen. Warme Brustwickel vor dem Schlafengehen können die Keuchhusten-Symptome lindern. Außerdem sollten Eltern darauf achten, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Daher ist regelmäßiges Stoßlüften sinnvoll. Zusätzlich kann man feuchte Handtücher auf die Heizung legen und so die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Ein krankes Kind sollte viel trinken. Kräutertees oder Wasser sind besonders gut geeignet.

Keuchhusten-Behandlung von Erwachsenen

Die Behandlung von erwachsenen Keuchhusten-Patienten ähnelt der von Kindern. Die Beschwerden können durch Inhalation, Brustwickel, ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit und feuchte Raumluft gelindert werden. Zudem ist es wichtig, sich körperlich zu schonen. Werden Antibiotika verordnet, sollte dies auch hier in einem möglichst frühen Krankheitsstadium geschehen. Später eingenommen, verringern sie zwar die Ansteckungsgefahr, haben aber keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Symptomatik. Eine Antibiotika-Therapie wird aber trotzdem empfohlen, denn sind Erwachsene nicht mehr ansteckend, stellen sie auch keine Gefahr mehr für andere, insbesondere für Säuglinge, dar. Keuchhusten kann für Babys nämlich lebensbedrohlich sein. – Zur Arbeit oder zur Schule sollte man erst dann wieder gehen, wenn der Arzt dies erlaubt. Er kann am besten beurteilen, ob ein Patient andere Menschen noch mit dem Keuchhusten-Erreger infizieren kann.

Homöopathie bei Keuchhusten

Zur Linderung der starken Beschwerden bei Keuchhusten, werden oft auch homöopathische Mittel eingesetzt. Die Auswahl des passenden Wirkstoffs richtet sich dabei nach den individuellen Symptomen. Da Keuchhusten zu schweren Komplikationen führen kann und die Krankheit sehr ansteckend ist, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Diese Mittel helfen unter anderem bei Keuchhusten (Auswahl):

  • Antimonium tartaricum
  • Cuprum metallicum
  • Ipecacuanha
  • Passiflora

Akupunktur bei Keuchhusten

Akupunktur kann die schulmedizinische Behandlung einer Atemwegserkrankung wie Keuchhusten hilfreich unterstützen. Der Akupunkteur setzt dazu sehr dünne Nadeln auf spezifische Punkte am Körper, während der Patient entweder auf dem Rücken oder dem Bauch liegt. Auch in Sitzposition ist die Behandlung häufig möglich. Meist sind zehn Termine dafür vorgesehen. Die Therapie wird nach der Diagnose des behandelnden Arztes und der individuellen Symptome ausgerichtet. Ziel ist eine Linderung der Beschwerden sowie die Stärkung der körpereigenen Abwehr.

Keuchhusten bei Babys und kleinen Kindern

Keuchhusten kann insbesondere für Babys gefährlich sein, denn im ersten Lebensjahr haben sie noch keinen vollständigen Impfschutz ausgebildet. Daher kann die Infektion in dieser Zeit sehr schwer verlaufen. Hinzu kommt, dass Säuglinge und Kleinkinder nicht allein in der Lage sind, sich aufzusetzen, um besser abhusten zu können. Die Symptome des Keuchhustens stellen sich bei Säuglingen oft untypisch dar. So bekommen sie meist keine starken und stakkatoartigen Hustenanfälle, sondern piepsen eher und ihr Gesicht rötet sich. Es kommt häufig zu sekundenlangen Atemaussetzern (Apnoen). Die Atemnot führt dann zu einer teilweise bläulichen Haut (Zyanose). Zudem sind Komplikationen wie eine Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder eine Gehirnentzündung mit Krampfanfällen möglich. Für einen schweren Keuchhusten-Verlauf sind ganz besonders Säuglinge unter sechs Monaten anfällig, die nicht geimpft wurden, sowie Babys von sehr jungen Müttern und auch Frühgeborene. Es kann zu Atemaussetzern mit erheblichem Mangel an Sauerstoff kommen, der das Gehirn schädigt. Dies kann zu bleibenden Schäden wie Lähmungen, Seh- und Hörstörungen und auch zu geistigen Störungen führen. In sehr seltenen Fällen kann der Tod eintreten. Daher ist es wichtig, dass Babys mit Keuchhusten immer im Krankenhaus behandelt werden. Im Ernstfall ist hier schnelle Hilfe möglich.

Keuchhusten bei Erwachsenen

Das Durchschnittsalter von Keuchhusten-Patienten beträgt etwa 42 Jahre. Früher galt Keuchhusten als typische Kinderkrankheit, das trifft heute nicht mehr zu. Grund dafür ist die fehlende Auffrischungsimpfung, die bei Keuchhusten nötig ist. Beinahe alle Kinder, 95 Prozent, sind zum Zeitpunkt der Einschulung geimpft. Der Impfschutz muss allerdings nach zehn bis spätestens 20 Jahren wieder aufgefrischt werden. Viele Erwachsene denken jedoch nicht daran und können sich so jederzeit wieder mit dem Erreger infizieren und an Keuchhusten erkranken.

Keuchhusten vorbeugen – Die Keuchhusten-Impfung

Vor einer Pertussis-Infektion kann man sich schützen, denn es gibt eine Impfung dagegen. Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollte die erste Keuchhusten-Impfung bereits in den ersten Lebensmonaten erfolgen. Ab Vollendung des zweiten Lebensmonats wird ein Säugling daher in der Regel gegen Pertussis geimpft. Dies erfolgt in Kombination mit anderen Impfungen, beispielsweise mit der Immunisierung gegen Tetanus, Diphterie und Kinderlähmung. Bis zum 14. Lebensmonat folgen drei weitere Impfungen. Die Grundimmunisierung gegen Keuchhusten ist damit abgeschlossen. Eine erste Auffrischung empfiehlt die STIKO im Alter von fünf bis sechs Jahren, ebenfalls als Kombinationsimpfung mit Diphterie und Tetanus. Eine weitere Auffrischungsimpfung sollte dann im Zeitraum ab dem vollendeten 9. bis zum 17. Lebensjahr erfolgen. Da der Impfschutz nur für etwa zehn bis zwanzig Jahre aktiv ist, wird empfohlen, die Keuchhustenimpfung entsprechend regelmäßig zu erneuern. Die STIKO legt insbesondere Personen, die engen Kontakt mit Kindern haben, eine Impfauffrischung alle zehn Jahre nahe. Die Keuchhusten-Impfung ist auch sehr wichtig für Frauen mit Kinderwunsch, enge Kontaktpersonen von Schwangeren sowie für Mitarbeiter im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen.

Keuchhusten in der Schwangerschaft

Erkrankt eine Schwangere an Keuchhusten, ist dies für das Ungeborene nicht gefährlich. Jedoch besteht das Risiko, dass starke Hustenanfälle verfrühte Wehen auslösen. Zudem schwächt eine Infektionserkrankung die werdende Mutter. – Besteht ein Kinderwunsch, sollte man sich möglichst bis zu drei Monate vor der Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen lassen. Sind Schwangere nicht geimpft, sollten sie den Kontakt zu Erkrankten vermeiden. Besteht der Verdacht, sich mit Keuchhusten angesteckt zu haben, kann der Arzt gegebenenfalls ein Antibiotikum verordnen. Dies sorgt meist dafür, dass die Hustenattacken weniger schwer ausfallen. Die Übertragung von Keuchhusten-Bakterien von einer Schwangeren auf das ungeborene Kind ist sehr unwahrscheinlich.

Keuchhusten – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird Keuchhusten, ausgelöst durch den Erreger Bordetella pertussis, unter dem ICD-Code „A37“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Keuchhusten – Wie finde ich den richtigen Arzt?

Im Internet gibt es viele Anbieter von Arztportalen. Eines ist beispielsweise die Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit. Sie beinhaltet teilweise einen Patientenzufriedenheitsscore und verfügt in der Regel über aktuelle postalische Daten. Einzusehen ist sie unter www.arzt-auskunft.de. Auf der Suche nach einem Arzt, der sich mit der Behandlung von Keuchhusten gut auskennt und dessen Praxis in Wohnortnähe ist, kann man hier zielführend recherchieren.

Keuchhusten – Wie finde ich das richtige Krankenhaus?

Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von Keuchhusten (Pertussis) gut auskennt erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.de einige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.de und www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.

Auf die Startseite von www.kliniken.de gehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Für eine Keuchhusten-Erkrankung hier in der linken Spalte (unter „Krankheiten und Diagnosen nach ICD10“) den Suchbegriff „Keuchhusten“ eingeben. Dann zeigt sich im Feld darunter folgende Zeile „I Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten“. Klickt man darauf, öffnet sich darunter ein weiteres Feld. Nun hierauf klicken: „A30-A49 Sonstige bakterielle Krankheiten“. Ein neues Feld zeigt sich nun: „A37 Keuchhusten“. Noch einmal darauf gehen, dann erscheinen rechts in der Maske die entsprechenden Krankenhäuser, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 finden sich die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, auf Platz 2 die Städtischen Kliniken Mönchengladbach – Elisabeth-Krankenhaus Rheydt in Mönchengladbach und Platz 3 belegt das Vinzentius-Krankenhaus in Landau, usw.

Keuchhusten – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Keuchhusten – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Keuchhusten

Woran erkennt man Keuchhusten?

Eine Keuchhusteninfektion unterteilt sich in unterschiedliche Krankheitsstadien. Zu Beginn zeigen sich meist Symptome wie bei einer normalen Erkältung: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit. Die Keuchhusteninfektion wird in diesen ersten ein bis zwei Wochen daher meist nicht erkannt. In der zweiten Erkrankungsphase kommt es zu den typischen Keuchhusten-Symptomen wie krampfartigen Hustenanfällen bis hin zu Atemnot. Außerdem können Würgeanfälle mit Auswurf und Erbrechen auftreten. Häufig zeigen sich bei Jugendlichen und Erwachsenen andere Symptome als bei Kindern. Die Hustenanfälle sind bei ihnen in der Regel schwächer als bei Kindern und treten eher kontinuierlich als anfallartig auf. Bei Verdacht auf eine Keuchhusten-Infektion sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen, denn sie ist hochanstecken.

Wie lange ist Keuchhusten ansteckend?

Hat man sich mit Keuchhusten infiziert, kann es sieben bis 20 Tage dauern, ehe sich erste Krankheitssymptome zeigen. Sobald die Beschwerden auftreten, ist man ansteckend. Man kann andere noch fünf bis sechs Wochen danach infizieren. Eine antibiotische Behandlung verkürzt diese lange Ansteckungszeit. Fünf Tage nach Einleitung einer antibiotischen Therapie kann man andere Menschen nicht mehr mit dem Keuchhusten-Erreger B. pertussis infizieren.

Was kann man gegen Keuchhusten machen?

Keuchhusten heilt meist von alleine vollständig aus. Bei starker Symptomatik sollten Keuchhusten-Fälle im Krankenhaus behandelt werden. Säuglinge mit Keuchhusten sollten immer stationär aufgenommen werden, da die Krankheit für sie lebensbedrohlich sein kann. Wird Keuchhusten zu Hause auskuriert, ist es wichtig, sich körperlich zu schonen, bei Bedarf zu inhalieren und viel zu trinken. Am besten Kräutertee oder stilles Wasser. Auch moderate Bewegung an der frischen Luft kann helfen. Da Keuchhusten hochansteckend ist, sollte man zu anderen Menschen Abstand wahren. Die Einnahme von Antibiotika kann Dauer und Intensität des quälenden Hustens lindern. Zudem ist man fünf Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie nicht mehr ansteckend.

Wie oft muss man die Impfung gegen Keuchhusten auffrischen?

Der Impfschutz gegen Keuchhusten ist nur für zehn bis zwanzig Jahre aktiv. Dann muss er aufgefrischt werden. Personen, die engen Kontakt zu Kindern haben, empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission), die Impfung alle zehn Jahre zu erneuern. Auf den Impfseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es weitere Informationen rund um das Thema Impfen.

Ab wann sollte man ein Baby gegen Keuchhusten impfen lassen?

Die Grundimmunisierung gegen Keuchhusten beginnt bei Babys ab Vollendung des zweiten Lebensmonats. Sie besteht aus insgesamt vier Impfungen und ist bis zum 14. Lebensmonat abgeschlossen.

Quellen

  • Robert Koch-Institut: Ratgeber Keuchhusten (RKI-Ratgeber), www.rki.de (Abruf 5.05.2020)
  • Lungenärzte im Netz „Keuchhusten bei Erwachsenen häufig als Erkältungskrankheit verkannt“, www.lungenaerzte-im-netz.de (Abruf 5.05.2020)
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin: Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten, www.thieme.de, (Abruf 5.05.2020)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Erregersteckbriefe Keuchhusten, www.infektionsschutz.de (Abruf 5.05.2020)
  • Suttorp, Norbert; Mielke, Martin, et al: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Thieme Verlag, 1. Auflage 2003)
  • Jassoy, Christian; Schwarzkopf, Andreas: Hygiene, Infektiologie, Mikrobiologie, Thieme Verlag, 3. Auflage 2018
  • Die Techniker, www.tk.de (Abruf 5.05.2020)
  • Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin A. Pak: www.pak-tcm-praxis.de Abruf 7.05.2020)
  • HalloVita Verlag: www.hallo-homoeopathie.de (Abruf 7.05.20)
  • Deutsche Akupunktur Gesellschaft: www.deutsche-akupunktur-gesellschaft.de (Abruf 7.05.2020)

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