Herpes

Herpes: Ursachen, Symptome, Behandlung

Die auf der ganzen Welt verbreitete Krankheit wird durch das Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht. Es befällt Haut und Schleimhaut des Menschen. Typisch für die Erkrankung sind schmerzhafte Herpes-Bläschen.


Inhaltsverzeichnis

SOS: Erste Hilfe Tipps zum Umgang mit Herpes

Herpes ist eine virale Infektionserkrankung. Das Virus verbleibt lebenslang im Körper. Kommt es zu einem Ausbruch mit den typischen Symptomen, sollten Betroffene einige Tipps beherzigen, um den Krankheitsverlauf nicht unnötig hinauszuzögern und die Viren nicht weiter zu verbreiten:

  • Die infizierte Stelle nicht berühren.
  • Kommt es dennoch zum Kontakt mit der erkrankten Region, sollten die Hände umgehend und gründlich gewaschen werden.
  • Trägern von Kontaktlinsen wird empfohlen, während des Herpes-Ausbruchs besser eine Brille aufzusetzen. Dadurch kann man vermeiden, dass das Virus über eine Schmierinfektion auch ins Auge übertragen wird.
  • Im Fall einer HSV1-Infektion sollten Betroffene darauf verzichten, Gläser, Servietten, Handtücher u.a. gemeinsam mit anderen Personen zu nutzen.
  • Hautkontakt mit anderen, auch das Küssen (bei Lippenherpes), sollte während des Herpes-Ausbruchs unterbleiben.
  • Wer die vom Herpes betroffene Körperstelle abdecken möchte, sollte besser ein Herpespflaster als Schminke benutzen. In der Kosmetik könnten sich nämlich Herpesviren ansammeln und so weiter verbreiten.
  • Herpes-Bläschen niemals aufkratzen. Auch die Kruste nicht aktiv entfernen.

Was ist Herpes?

Es gibt unterschiedliche Herpes-Erkrankungen, für die jeweils andere Herpes-Viren Auslöser sind. Die Erreger bezeichnet man auch als humane Herpes-Viren (HHV). Durch Nummerierungen von eins bis acht, unterscheidet man einzelne Erreger. Die Krankheit tritt weltweit auf. Nicht jeder Mensch, der infiziert ist, leidet an den Symptomen, denn Herpes bricht keineswegs immer aus. Dann spricht man von einem schlummernden Virus. Von zehn Erwachsenen tragen neun das Herpesvirus in sich. Übertragen wird es meist durch Schmierinfektion, aber auch Ansteckungen durch Tröpfcheninfektion sind möglich.

Für die typischen Symptome von Herpes ist das Herpes-simplex-Virus (HSV) verantwortlich. Die Viren dieser Gattung werden untergliedert in Herpes-simplex-Virus Typ 1 und Herpes-simplex-Virus Typ 2, also in HSV1 und HSV2. Bei den humanen Herpestypen spricht man kurz von HHV1 sowie von HHV2. So wird beispielsweise Lippenherpes meist durch HSV1 ausgelöst und Genitalherpes von HSV2. Möglich ist allerdings, dass beide Virustypen auch an beiden Körperstellen (Lippen und Genitalien) Herpes hervorrufen können. Weitere Krankheiten, die durch andere Herpes-Viren verursacht werden, sind Windpocken und Gürtelrose (HHV3), Pfeiffersches Drüsenfieber (HHV4) sowie das Dreitagefieber (HHV6/7).

Infektionen, verursacht durch Herpes-simplex-Virus 1oder Herpes-simplex-Virus 2 (Beispiele):

  • Lippenherpes (Herpes labialis)
  • Genitalherpes (Herpes genitalis)
  • Augenherpes (Herpes corneae)
  • Fieberbläschen (Herpes febrilis, Herpes-labialis-Rezidiv)
  • Herpes, kurz vor oder während der Menstruation (Herpes menstrualis, Herpes-labialis-Rezidiv)
  • Herpes-simplex-Infektion des Gehirns (Herpes-Enzephalitis)
  • Neugeborenen-Herpes (Herpes neonatorum)

Übertragung von Herpes

Herpes-simples-Virus-Infektionen sind sehr ansteckend. Rund 85 Prozent der Deutschen sind mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 infiziert. Schon Säuglinge und Kleinkinder sind betroffen. Das HSV2-Virus tragen etwa 15 bis 25 Prozent in sich. Es ist meist für Genitalherpes (herpes genitalis) verantwortlich und wird hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen.

Das Herpes-Virus wird vorrangig durch Schmierinfektion übertragen, es verbreitet sich jedoch auch auf dem Weg einer Tröpfcheninfektion. Bei einer Schmierinfektion gelangt das Virus vom Ort der Infektion oder aus dem Speichel eines Erkrankten an die Schleimhäute eines gesunden Menschen. Häufig findet eine Ansteckung beim Küssen oder beim Geschlechtsverkehr statt. Aber auch enger Körperkontakt genügt, um das Virus weiterzugeben. So können sich Kinder allein schon beim Spielen anstecken. Oder ein mit dem Herpes-Virus Infizierter kratzt sich an der erkrankten Körperstelle und gibt den Erreger über seine Hand an andere Menschen weiter. Man kann sich auf diesem Weg aber auch selbst an anderen, noch nicht betroffenen, Körperstellen infizieren.

Auch über gemeinsam genutzte Objekte, wie Gläser oder Handtücher, kann sich das Virus verbreiten. Da Herpes-Viren jedoch Feuchtigkeit benötigen, überleben sie in trockener Umgebung nicht lange. Bis zu 48 Stunden sind sie in der Lage, außerhalb des Körpers, zu existieren. – Zu einer Tröpfcheninfektion kommt es öfter, da sich die Viren im Speichel halten und so beispielsweise beim Sprechen in die Luft gelangen und von dort auch auf die Schleimhäute gesunder Menschen.

Ursachen von Herpes

Eine Herpes-Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch. Dabei haben sich sowohl das Herpes-simplex-Virus Typ 1 als auch das Herpes-simplex Virus Typ 2, auf den Menschen spezialisiert. Eine Übertragung von Tieren auf den Menschen oder umgekehrt gibt es normalerweise nicht. Sehr häufig findet die Übertragung bereits während der Kindheit innerhalb der Familie statt. Durch den engen Körperkontakt kann das Virus leicht weitergegeben werden. Insbesondere die Flüssigkeit der Herpesbläschen sorgt für eine Ansteckung mit dem Virus. Man sollte sie daher keinesfalls aufstechen oder aufkratzen.

Die Ursache für eine Reaktivierung der Erkrankung ist meist ein geschwächtes Immunsystem oder ein Reizung des Nervs, an dem die Viren entlangwandern. Zu den häufigsten Auslösern einer Herpes-Reaktivierung zählen:

  • Infekte wie Erkältungen oder Grippe
  • Stress (psychisch oder körperlich)
  • Verletzungen
  • Spezielle Arzneimittel wie Kortison oder Chemotherapeutika
  • Hormonelle Schwankungen
  • Starke UV-Bestrahlung
  • HIV-Erkrankung

Symptome von Herpes

Für Herpes sind schmerzende Bläschen charakteristisch. Sie zeigen sich meist im Gesicht, speziell an der Lippe (Lippenherpes), oder im Genitalbereich (Genitalherpes). Von der Viruserkrankung können auch andere Stellen am Körper betroffen sein. In seltenen Fällen treten ernste Komplikationen auf.

Symptome einer Primärinfektion

Zu Beginn der Herpes-Erkrankung stellen sich unspezifische Beschwerden dar (Prodromalsymptome). Im weiteren Verlauf zeigen sich die typischen Symptome auf der Haut. Bis zu zwei Tage können vergehen, ehe die Krankheit ausbricht. Betroffene leiden unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fieber und manchmal an Übelkeit. Bevor es zur Bildung der Bläschen kommt, jucken oder kribbeln die entsprechenden Stellen häufig. Einige verspüren dort Schmerzen. Bei Ausbruch der Herpes entstehen dann die flüssigkeitsgefüllten Bläschen auf geröteter Haut, Schwellungen und Hautschäden kommen hinzu. Immer wieder können sich frische Bläschen bilden, auch wenn andere bereits aufgeplatzt und verkrustet sind. Die Übergänge sind fließend.

Symptome einer Reaktivierung

Die Symptome der Reaktivierung unterscheiden sich insbesondere im Anfangsstadium von denen einer Erstinfektion. Häufig zeigen sich vor dem Auftreten der eigentlichen Herpes-Anzeichen keine Beschwerden oder sie dauern lediglich einige Stunden. Der Ausbruch verläuft meist schwächer als bei einer Herpes-Erstinfektion. Die Art der Symptome und deren Verlauf stellen sich aber identisch dar.

Herpes-Komplikationen

Infektionen mit Herpes-simplex treten in den meisten Fällen an den Lippen oder im Genitalbereich auf. Jedoch können auch andere Körperregionen infiziert werden. Ernste Komplikationen drohen, wenn die Augen oder das Gehirn betroffen sind.

  • Herpes am Auge kann sowohl die Hornhaut (Herpes-simplex-Keratitis) betreffen als auch die Netzhaut (Herpes-simplex-Retinitis). Die Infektion der Hornhaut lässt sich meist gut behandeln. Ist die Netzhaut befallen, droht eine Erblindung des kranken Auges. Herpes-simplex-Retinitis muss daher schnell behandelt werden.
  • Eine Entzündung des Gehirns (Herpes-Enzephalitis) kann lebensbedrohlich sein. Betroffene leiden anfangs oft unter starker Übelkeit mit Erbrechen und Kopfschmerzen. Später kann es zu epileptischen Anfällen, Verwirrtheit und Geruchsstörungen kommen, bevor ein Patient ins Koma fällt. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann sie zum Tod führen.
  • Die generalisierte Form (Generalisierter Herpes simplex) tritt dann auf, wenn Viren in die Blutbahn gelangen und sich dort stark vermehren (Virämie). Besonders schwere Formen werden auch als Herpes-simplex-Sepsis (Blutvergiftung mit Herpes-Viren) bezeichnet. Betroffen sind meist Patienten mit sehr schwachem Immunsystem, beispielsweise nach einer Chemotherapie oder Organtransplantation.

Herpes – Verlauf

Von der Ansteckung bis hin zum Auftreten erster Symptome vergehen in der Regel drei bis sieben Tage. Die Inkubationszeit kann allerdings auch mehrere Wochen betragen.

Die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen heilen meist nach sechs bis zehn Tagen ab. Allerdings dauert es bis zur vollständigen Gesundung manchmal auch zwei oder auch drei Wochen. Im Fall einer Erstinfektion zeigen sich die Symptome oft hartnäckiger und entsprechend länger verläuft der Heilungsprozess. Bei einer Reaktivierung ist die Immunabwehr mit dem Herpesvirus bereits vertraut und kann ihn so besser bekämpfen. Dauert die Heilung deutlich länger, kann es sein, dass es neben einer Immunschwächung zusätzlich zu einer sogenannten Superinfektion gekommen ist. Die bereits geschädigte Haut ist dann außerdem noch von einer bakteriellen Infektion betroffen.

Wurde ein Mensch einmal mit Herpes infiziert, trägt er das Virus lebenslang im Körper. Eine Reaktivierung ist jederzeit möglich. Das Immunsystem zerstört das Herpes-simplex-Virus nicht restlos, sondern versetzt den Erreger in einen Ruhezustand (Latenz). – Nach der erstmaligen Infektion mit dem Erreger, der sogenannten Primärinfektion, vermehren sich die Viren erst in den Epithelzellen an der Oberfläche der Haut. Obwohl sie vom Immunsystem bekämpft werden, gelangen einige der Viren entlang von Nervenfasern bis zu deren Zellkörpern. Herpes-Viren sammeln sich vorrangig in den sogenannten Nervenganglien (Ansammlungen von Nervenzellkörpern). Dort überdauern sie, oft unbemerkt, ein Leben lang.

Ist das Immunsystem eines Herpes-Infizierten geschwächt, können die Viren wieder aktiv werden und von den Ganglien zurück in die Epithelzellen wandern. Hier vermehren sie sich erneut und es kommt zu den typischen Beschwerden. Einige Menschen leiden mehrmals im Jahr an diesen Reaktivierungen, bei anderen treten sie deutlich seltener oder gar nicht auf. Generell werden die Viren der Genitalherpes häufiger reaktiviert als die von Lippenherpes.

Herpes – Diagnose

Meist kann der Arzt durch eine reine Blickdiagnose die Herpes-Infektion anhand der typischen Bläschen identifizieren (beispielsweise bei Lippenherpes). Im Bereich der Genitalien ist die Erkrankung schwerer zu erkennen. Daher ist es manchmal sinnvoll, zusätzliche Laboruntersuchungen durchführen zu lassen. Zudem müssen oft ähnliche Erkrankungen ausgeschlossen und auch Resistenzen gegenüber Medikamenten überprüft werden. Mögliche Verfahren sind unter anderem eine Antikörperbestimmung (Serologie), eine Antigenbestimmung, ein direkter Virus-Nachweis mit PCR (Polymerase-Kettenreaktion) oder die Anzucht von Herpes-Viren. Besteht der Verdacht auf eine Entzündung im Bereich von Augen, Nase, Hals, Ohren oder im Gehirn, dann wird in der Regel eine Untersuchung durch den Facharzt (Augenarzt, HNO-Arzt oder Neurologe) erfolgen.

Herpes – Behandlung

In der Herpes-Therapie kommen häufig antivirale Medikamente zum Einsatz. Allerdings verläuft die Erkrankung oftmals, beispielsweise bei Lippenherpes, auch ohne Arzneimittel harmlos. Medikamente können jedoch die Dauer der Symptome reduzieren und den Ausbruch des Herpes schwächen.

Betroffene, die öfter an Herpes-Reaktivierungen leiden, spüren früh, wenn sich ein neuer Ausbruch ankündigt. Die Haut juckt, schmerzt und Missempfindungen treten auf. Bei einigen Patienten lässt sich durch die rechtzeitige Therapie mit antiviralen Mitteln der Ausbruch des Herpes verhindern.

Medikamente gegen Herpes

Die Behandlung von Herpes wird vor allem durch Virustatika unterstützt. Dabei werden die Erreger zwar nicht zerstört, jedoch kann man ihre Vermehrung stoppen. Virustatika helfen gegen unterschiedliche Herpes-Typen und haben meist den gleichen Wirkmechanismus. Die Mittel enden häufig auf „-ciclovir“. Zu den häufig verwendeten Arzneistoffen zählen beispielsweise Aciclovir, Valaciclovir, Ganciclovir, Valganciclovir und Penciclovir. Auch das Virustatikum Brivudin oder Zinksulfat zählen zu den oft verordneten Medikamenten.

Neben den antiviralen Medikamenten können auch antientzündliche, antiseptische und schmerzlindernde Präparate angewandt werden. Der Herpes wird so zwar nicht direkt bekämpft, aber die Mittel wirken gegen die Symptome oder reduzieren die äußerliche Verbreitung der Viren. Einige Arzneien wirken dabei angenehm kühlend, andere unterstützen die raschere Ablösung der Krusten.

Mögliche Resistenzen

Viele der antiviralen Medikamente setzt man nicht nur zur Behandlung von Herpes-simplex ein, sondern ebenso bei anderen Herpes-Erkrankungen wie dem Pfeifferschen Drüsenfieber oder Herpes-Zoster. Einige werden auch gegen völlig andere Viruserkrankungen verordnet. Das kann die Entstehung von Resistenzen fördern. Damit werden Herpes-Viren widerstandsfähig gegen die Wirkstoffe. Dies kann für Patienten gefährlich sein, wenn die Behandlung von Komplikationen, wie einer durch Herpes-Viren ausgelösten Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung, aufgrund einer Medikamentenresistenz nicht anschlägt. – Daher ist es sehr wichtig, Medikamente gegen Herpes sparsam und verantwortungsbewusst anzuwenden. In vielen Fällen ist eine medikamentöse Therapie zudem gar nicht nötig, da einige Herpes-Erkrankungen von alleine heilen.

Homöopathie bei Herpes

Homöopathische Mittel können bei allen Herpes-Infektionen hilfreich sein. Die Auswahl des passenden Wirkstoffs richtet sich nach der Art der Herpes und der individuellen Symptomatik. Patienten, die an schweren Verlaufsformen leiden, sollten homöopathische Arzneimittel lediglich begleitend zur schulmedizinischen Behandlung nehmen. Diese Mittel helfen unter anderem bei Herpes-Infektionen (Auswahl):

  • Apis: Bei Gürtelrose.
  • Arsenicum album: Bei Lippenherpes und Gürtelrose.
  • Dulcamara: Bei Lippenherpes und Genitalherpes.
  • Rhus toxicodendron: Wenn Lippenherpes im Verlauf einer fiebrigen Erkältung auftritt.

Akupunktur bei Herpes

Wichtiges Ziel bei der Behandlung durch Akupunktur ist es, ein gesundes Gleichgewicht im Energiefluss des Patienten herzustellen und mögliche Blockaden zu lösen. Im Fall einer Infektionserkrankung wie Herpes, kann die Therapie unter anderem dabei helfen, die körpereigene Abwehr zu stärken. Entlang der sogenannten Meridiane werden bestimmte Akupunkturpunkte mit den feinen Nadeln gestochen. Entsprechend der individuellen Symptome wird ein erfahrener Akupunkteur eine Herpes-Erkrankung in vielen Fällen lindern und das Immunsystem stärken können.

Herpes bei Kindern

Kinder, die erstmals an Herpes erkranken, leiden unter stärkeren Beschwerden als Erwachsene. Sie bekommen häufig hohes Fieber, wie bei einer starken Erkältung oder Grippe, und fühlen sich sehr elend. Nicht immer zeigen sich jedoch die charakteristischen Herpes-Symptome mit nässenden Bläschen. So kommt es vor, dass die Erkrankung bei kleinen und auch größeren Kindern manchmal nicht diagnostiziert wird. Stattdessen geht der Arzt dann von einem normalen Virusinfekt aus. Allerdings gibt es eine Sonderform der Herpes, die leicht zu erkennen ist: die Gingivostomatis herpetica. Dabei zeigt sich ein starker Befall mit Herpesbläschen im Mund- und Rachenraum, der sehr schmerzhaft ist. Von der auch als Mundfäule bezeichneten Herpesform können Erwachsene ebenfalls betroffene sein. Herpes im Mund wird meist durch eine Schmierinfektion übertragen. Die Ansteckung muss nicht zwingend auch durch eine Person mit Mundherpes erfolgen. Auch Herpes an der Lippe, kann bei anderen zu Herpes im Mund führen. Die Viren befinden sich vor allem in der Flüssigkeit der Herpesbläschen und verteilen sich dann über den Speichel weiter. Bevorzugte Eintrittsorte für die Herpesviren sind Mundwinkel und Lippen, da die Haut dort besonders dünn ist und öfter kleine Risse aufweist. – Eine medikamentöse Behandlung kann das Ausmaß der Symptome bei Herpes im Mund oftmals lindern, aber den Ausbruch nicht verhindern. Gerade kleinen Kindern gibt der Arzt schmerzlindernde Mittel, um das Essen und Trinken zu erleichtern.

Herpes bei Schwangeren

Tritt kurz vor der Geburt eine Herpeserkrankung auf, ist es möglich, dass die Herpesviren während einer Entbindung von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Abhängig davon, wie ausgeprägt die Herpeserkrankung ist und auch ob eine Primärinfektion oder ein Rezidiv vorliegen, kann die Mutter mit einem virushemmenden Medikament behandelt werden. Unter Umständen ist es angezeigt, eine Kaiserschnittentbindung in Betracht zu ziehen. – Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Neugeborene mit Herpesviren infiziert hat, wird in der Regel ein Virustatikum über die Vene verabreicht. So sollen ernste Komplikationen wie beispielsweise eine Gehirnentzündung ausgeschlossen werden.

Herpes vorbeugen

Da ein großer Teil der Bevölkerung mit Herpes-simplex-Virus Typ 1 infiziert ist, lässt sich eine Ansteckung damit kaum vermeiden. Das Virus ist meist für Lippenherpes verantwortlich, kann aber auch andere Körperstellen befallen. Viele infizieren sich bereits in ihrer Kindheit mit den Herpesviren vom Typ 1. Jedoch kann man eine Übertragung von Herpes genitalis (Genitalherpes, Herpes-simplex-Virus Typ 2) durch entsprechende Verhütungsmaßnahmen mit Kondomen verhindern. Ist man mit Herpes simplex infiziert, kann ein starkes Immunsystem vor häufigen Reaktivierungen schützen. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress hilft dabei. In der kalten Jahreszeit sollte man seine Lippen pflegen, da spröde und rissige Lippen das Eindringen der Erreger erleichtern und so zu Lippenherpes führen können. Im Sommer wird ein ausreichender Lichtschutzfaktor als Vorsorge vor zu intensiver UV-Strahlung für die Lippen empfohlen. Eine wirksamen Impfung gegen Herpes gibt es bislang nicht.

Herpes – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird eine „Infektion durch Herpesviren (Herpes simplex)“ unter dem ICD-Code „B00“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Herpes – Wie finde ich den richtigen Arzt?

Im Internet gibt es viele Anbieter von Arztportalen. Eines ist beispielsweise die Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit. Sie beinhaltet teilweise einen Patientenzufriedenheitsscore und verfügt in der Regel über aktuelle postalische Daten. Einzusehen ist sie unter www.arzt-auskunft.de. Auf der Suche nach einem Arzt, der sich mit der Behandlung von Herpes gut auskennt und dessen Praxis in Wohnortnähe ist, kann man hier zielführend recherchieren.

Herpes – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Herpes – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema Herpes

Wann ist Herpes ansteckend?

Man kann die Viren während einer Erstinfektion oder einer Reaktivierung übertragen, da dann Erreger ausgeschieden werden. Nicht immer müssen sich die typischen Symptome wie Herpesbläschen zeigen. Auch während latenter Infektionen sind Betroffene für andere ansteckend. Nur wenn sich das Virus im Ruhezustand befindet, kann keine Ansteckung erfolgen.

Warum tritt Herpes oft nach Sonnenbrand auf?

Ist ein mit Herpes Infizierter übermäßiger UV-Strahlung ausgesetzt, kann dies Haut und Nerven reizen. Dies ermöglicht die Aktivierung des Virus. Ebenso können Verletzungen der Haut eine Reaktivierung veranlassen und es kommt beispielsweise zu einem Ausbruch von Herpes labialis (Lippenherpes).

Welche Hausmittel helfen gegen Herpes?

Gegen meist harmlose Herpes-Varianten an der Lippe oder Nase, gegebenenfalls manchmal auch im Genitalbereich, können einige Hausmittel helfen. Dazu zählen unter anderem Honig und auch Teebaumöl. Honig enthält antimikrobielle Stoffe und kann Bakterien abtöten. Sobald man den Herpes bemerkt, am besten etwas Honig auf die betroffene Stelle geben. Da Teebaumöl desinfizierend wirkt, lindert es oftmals einen Ausbruch. Allerdings kann unverdünntes Teebaumöl die Haut stark reizen. Daher sollte vor Anwendung eine Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen. – Eher umstritten ist der Tipp, Zahnpasta auf die entstehenden Bläschen zu geben. Eine Wirkung kann lediglich dem darin enthaltenden Zink zugewiesen werden. Allerdings ist der nicht in allen Produkten enthalten. Besser, man verwendet Zinksalbe. Sie kann zwar auch Viren nicht bekämpfen, wirkt jedoch antientzündlich und austrocknend. Gegen nässende Lippenbläschen kann dies wirkungsvoll sein.

Welche Lebensmittel sollte man bei Herpes meiden?

Bei einem Herpes-Ausbruch sollte man darauf achten, die Schleimhaut im Mund nicht zusätzlich zu reizen. Daher sind säurearme Lebensmittel und Getränke zu bevorzugen. Besser, man trinkt Wasser, Milch oder Kräutertee und verzichtet auf Obstsäfte. Kühlende Getränke und Nahrung werden häufig als angenehmer empfunden als warme. Auch zu trockene Nahrung, wie Zwieback oder Kekse, kann die betroffenen Stellen reizen.

Wie bekommt man Lippenherpes schnell weg?

Lippenherpes verläuft meist auch ohne Medikamente harmlos. Virustatika können aber die Dauer der Symptome und den Juckreiz reduzieren. Meist werden Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir oder Penciclovir empfohlen. Die Substanzen werden nur in infizierten Zellen aktiviert. In einigen Fällen hilft auch die frühzeitige Anwendung einer zinksulfathaltigen Salbe. Keinesfalls sollten die Cremes im Mund, auf der Schleimhaut der Scheide oder an den Augen aufgetragen werden. – Zur Behandlung der Lippenherpes kann man die Virustatika auch in Tablettenform einnehmen. Sogenannte Herpespflaster enthalten zwar keine antiviralen Wirkstoffe, erzeugen jedoch ein Feuchtigkeitspolster über den lästigen Bläschen und können so die Verbreitung der humanen Herpesviren eindämmen.

Quellen

  • Mims, Cedrik et al: Medizinische Mikrobiologie – Infektiologie: mit Virologie, Immunologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2. Auflage 2006
  • Herold, Gerd: Innere Medizin, Gerd Herold, Ausgabe 2019
  • Hellenbrand, W.; Müller, B.; et al (2001): Die Herpes simplex-Virus 1 (HSV1) und 2 (HSV2) Seroprävalenz in der deutschen Bevölkerung: Ein Vergleich zwischen den alten und neuen Bundesländern und Veränderungen über die Zeit. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Garmisch-Partenkirchen: GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
  • Robert Koch-Institut, www.rki.de (Abruf 24.02.2020)
  • Antiinfektiva - Leitlinien für die Therapie und Prophylaxe, Arzneimittelkommission des Universitäsklinikums Ulm, 10. Auflage, Stand 2009
  • Die Techniker, www.tk.de (Abruf 24.02.2020)
  • Deutsche Akademie für Akupunktur (DAA e.V.): www.akupunktur.de (Abruf 25.02.2020)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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