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Glaukom: Ursachen, Symptome, Behandlung

Glaukom, auch Grüner Star genannt, bezeichnet eine ganze Gruppe von Augenerkrankungen, die allesamt den Sehnerv schädigen können. Grüner Star muss frühzeitig behandelt werden, um eine mögliche Erblindung zu vermeiden.


Inhaltsverzeichnis

SOS – Erste Hilfe bei einem Glaukomanfall

Ein Glaukom entwickelt sich meist schleichend. Die Patienten haben häufig nur leichte oder keine Beschwerden. Anders bei einem Glaukomanfall (akutes Winkelblockglaukom). Der akute Winkelblock ist ein medizinischer Notfall, der durch einen plötzlich erhöhten Augeninnendruck entsteht. Es muss sofort der Rettungsdienst gerufen oder auf der Stelle eine Fahrt zum Arzt oder besser Augenarzt organisiert werden. Ansonsten kann der Glaukomanfall zur Erblindung des betroffenen Auges führen. Die Patienten leiden unter ausgeprägten Symptomen:

  • Starker, dumpfer Augenschmerz
  • Schmerzen auch um das Auge herum
  • Starke Rötung des Auges
  • Erweiterte Pupille
  • Der Augapfel erscheint verhärtet
  • Sehstörungen: farbige Kreise rund um Lichtquellen, vernebelte Bilder
  • Einschränkung des räumlichen Sehens
  • Vereinzelt Hornhauttrübung
  • Teilweise Übelkeit und Erbrechen
  • Unter Umständen auch erhöhter Blutdruck

Zeigen sich diese Symptome, sollte man zuerst die Notrufnummer 112 wählen (oder die betroffene Person sofort in die nächstgelegene Arztpraxis fahren). Bis der Arzt zur Stelle ist, bei dem Patienten bleiben, mit ihm sprechen und ihn beruhigen. Darauf achten, ob er womöglich das Bewusstsein verliert. Bei Verlust des Bewusstseins: die Person in stabile Seitenlage bringen. Den Puls kontrollieren. Den Verlauf des Anfalls dem eintreffenden Arzt oder den Rettungskräften genau schildern.

Was ist ein Glaukom?

Ein Glaukom kennen die meisten Menschen unter dem Namen "Grüner Star". Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für unterschiedliche Erkrankungen, die den Sehnerv beeinträchtigen. Für den Grünen Star war ein grünlicher Schimmer des Auges namensgebend, der sich im Endstadium der Krankheit zeigen kann. Beim Grauen Star ist es dagegen eine zunehmende Eintrübung, die zur Graufärbung der Linse führt. Ansonsten gibt es jedoch wenig Parallelen zwischen den Augenkrankheiten.

Der Grüne Star entsteht durch eine unterschiedlich ausgeprägte Druckempfindlichkeit des Sehnerv-Kopfes. Hoher Augeninnendruck kann die Krankheit auslösen. Nicht selten entwickelt sich ein Glaukom aber bei einem normalen Augeninnendruck. Manchmal bedeutet auch ein schwankender Druck ein erhöhtes Risiko für das Auge. Je nachdem, wie empfindlich der Sehnerv selbst auf geringere Druckbelastung reagiert. Der Grüne Star verläuft in der Regel symptomarm. (Ausnahme: das akute Glaukom siehe oben, "SOS"). Unbehandelt kann das erkrankte Auge erblinden.

Glaukom – Formen

Als Hintergrund muss man zunächst die ablaufenden Prozesse im Auge erklären. Der Augapfel ist mit Flüssigkeit gefüllt. Zusätzlich wird im Auge, genauer gesagt im Kammerwinkel, permanent weitere Flüssigkeit produziert. Dieses sogenannte Kammerwasser umströmt dann Linse und Iris in der vorderen Augenkammer. Es versorgt so das Augeninnere mit Nährstoffen und transportiert Stoffwechselprodukte ab. Für den Abtransport muss überflüssiges Kammerwasser dann einen Übergang in bestimmte Blutgefäße hinein im Auge passieren. Behinderungen dieses Ablaufs können Stauungen und Druckerhöhungen im Augeninneren erzeugen, die dem Sehnerv schaden.

Je nach Art der zugrundeliegenden Fehlfunktion, entstehen unterschiedliche Formen des Grünen Stars. Man spricht übergreifend von einem primären Glaukom. Bei sekundären Glaukomen sorgt dagegen eine andere Erkrankung für die Störung im Stoffwechsel des Kammerwassers oder einen erhöhten Augeninnendruck. In der Regel genügt in diesen Fällen die Behandlung der Grunderkrankung für die erfolgreiche Therapie sekundärer Glaukome. Folgende Augenkrankheiten werden unter dem Begriff "Glaukom" oder "Grüner Star" zusammengefasst:

Offenwinkelglaukom

Etwa 90 Prozent aller Glaukom-Patienten leiden an einem Offenwinkelglaukom. Diese häufigste Form des Grünen Stars entsteht durch eine unzureichende Absorbierung von Kammerwasser. Die Probleme verursacht ein schwammartiges Gewebe im Kammerwinkel des Auges, das den Abfluss des überschüssigen Kammerwassers behindert. Dadurch kann der Augeninndruck (intraokulare Druck) ansteigen. Messwerte über 21 mmHg gelten als erhöht. Bei einem primären Offenwinkelglaukom sind beide Augen betroffen und die Augenkrankheit heilt nicht eigenständig wieder ab. Welche Ursache zur Entstehung des Defektes führt, ist noch nicht abschließend geklärt. Anders ist es beim sekundären Offenwinkelglaukom. Hier stehen meist eine Entzündung, eine Verlegung durch Tumorzellen beziehungsweise rote Blutkörperchen oder die Nebenwirkungen einer Kortison-Therapie hinter der Erkrankung.

Engwinkelglaukom

Wenn die vordere Augenkammer besonders flach ausgebildet ist, kann es vorkommen, dass die Iris den Augenwinkel verengt oder sogar völlig verschließt. Dies kann vor allem geschen, wenn sich die Pupille stark weitet. Tritt die resultierende Abflussstörung des Kammerwassers plötzlich auf, entsteht ein Glaukomanfall (akuter Winkelblock). Der Kammerwinkel ist blockiert und der Augeninnendruck steigt schnell an. Bei diesem akuten Glaukom besteht ohne ärztliche Hilfe am betroffenen Auge Erblindungsgefahr. Bei einem sekundären Engwinkelglaukom blockieren andere Auslöser den Augenwinkel. Ein Beispiel ist die Augenkrankheit "Rubeosis iridis", an der unter anderem Diabetiker leiden. Hier sind es Gefäßneubildungen in der Iris, die dem Abfluss des Kammerwassers im Wege stehen.

Normaldruckglaukom

Selbst bei einem niedrigen Augeninnendruck oder bei einem Innendruck im Normalbereich kann Grüner Star entstehen. Auch dann profitieren Patienten meist von einer Absenkung des Augeninnendrucks. Offensichtlich reagiert hier der Sehnerv schon empfindlich auf geringeren Druck. Man geht davon aus, dass in diesen Fällen Durchblutungsproblem des Sehnervs im Zusammenhang mit auftretenden Blutdruckschwankungen vorliegen.

Angeborenes Glaukom

Bei diesem kongenitalen Glaukom besteht die Belastung des Sehnervs durch erhöhten Augendruck schon von Geburt an ¬– im Gegensatz zu anderen Glaukom-Formen, die meist erst im mittleren oder höheren Lebensalter auftreten. Bei den betroffenen Kleinkindern hat sich das schwammartige Gewebe im Kammerwinkel nicht korrekt entwickelt. Die Babys haben vergrößerte Augäpfel. Der Hornhautdurchmesser ist erhöht und die Hornhaut eingetrübt. Die Augen tränen und die Babys reagieren sehr empfindlich auf helles Licht. Das angeborene Glaukom sollte so frühzeitig wie möglich behandelt werden, sonst besteht schon in jungen Jahren Erblindungsgefahr.

Glaukom – Ursachen

Die Ursachen für die Entwicklungen eines sekundären Glaukoms liegen in den gesundheitlichen Folgen bestimmter Grunderkrankungen oder in auftretenden Nebenwirkungen ihrer Behandlung. So können eine länger anhaltende Kortison-Therapie oder die Einnahme von pupillenerweiternden Medikamenten zur Entstehung eines Glaukoms führen. Typische Krankheiten, die ein Auftreten von Grünem Star fördern können, sind Diabetes, Hypercholesterinämie, Migräne, Tinnitus, Raynaud-Syndrom, Autoimmunerkrankungen, Entzündungen, Verletzungen oder Vernarbungen des Auges. Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen können zur Entstehung eines Glaukoms beitragen. Dabei wirken sich sowohl ein zu hoher als auch zu niedriger Blutdruck ungünstig aus. Die Ursachen für ein primäres Glaukom sind dagegen nicht abschließend geklärt. Es lassen sich aber bestimmte Faktoren benennen, die das Risiko für eine Erkrankung erhöhen:

  • Höheres Lebensalter. Damit steigt nicht zuletzt auch das Risiko von Ablagerungen im Kammerwinkel des Auges.
  • Starke Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit mit Werten über 4 Dioptrien
  • Erkrankungen an Grünem Star bei leiblichen Verwandten
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Erkrankung an Grauem Star
  • Nikotinkonsum
  • Eine dunkle Hautfarbe

Eine wichtige Rolle bei der Erkrankung an Grünem Star spielt das Verhältnis von Augeninnendruck zum Blutdruck in den Gefäßen des Sehnervs und der Netzhaut. Übertrifft der Augeninnendruck den Druck in den Blutgefäßen, kann es zu einer mangelnden Durchblutung von Netzhaut und Sehnerv kommen. Die Folge ist ein allmähliches Absterben des Gewebes. Insofern ist auch erklärbar, warum ein überdurchschnittlich hoher Augeninnendruck nicht allein relevant für die Entstehung von Grünem Star ist. Mitbestimmend ist ebenso das Druckgefälle zu den Blutgefäßen des Auges. Viele Glaukom-Patienten haben einen normalen, manchmal sogar einen niedrigen Augeninnendruck.

Glaukom – Symptome

Während ein akutes Glaukom starke Beschwerden, wie Sehstörungen, starke Kopf- und Augenschmerzen bereitet, verläuft die chronische Form eher schleichend und unauffällig. Die Betroffenen bemerken die Krankheit in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Dann zeigen sich gewölbte Eingrenzungen des Gesichtsfeldes oder, wenn auch seltener, Ausfälle im Zentrum des Sehfeldes. Wenn Grüner Star schon frühzeitiger erkannt wird, dann meist nur, weil die Patienten an einer Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt teilgenommen haben.

Symptome bei fortgeschrittenem Grünen Star

Wenn sich erste Beschwerden zeigen, die auf einen Grünen Star hinweisen könnten, sollte umgehend ein Termin in einer Augenarztpraxis vereinbar werden. Die Krankheit kann nur aufgehalten werden. Bereits eingetretene Einschränkungen lassen sich nicht rückgängig machen. Typische Beschwerden bei Grünem Star sind:

  • Augenrötungen
  • Augen- und Kopfschmerzen
  • Nachlassende Sehkraft an den Rändern des Sichtfeldes
  • Auf Tunnelblick eingeschränktes Gesichtsfeld
  • Erscheinung farbiger Kreise um Lichtquellen
  • Bei akutem Glaukom auch verhärteter Augapfel und starre Pupille, die kaum auf Lichteinfall reagiert sowie Übelkeit und Erbrechen

Das akute Glaukom, auch Glaukomanfall genannt, ist ein medizinischer Notfall. Betroffene sollten so schnell wie möglich in die nächstgelegene Arztpraxis oder ins Krankenhaus gebracht werden.

Symptome bei angeborenem Grünen Star (Kongenitales Glaukom):

Bei einem angeborenen Glaukom unterscheiden sich die Symptome im Vergleich zu älteren Patienten. Die Beschwerden zeigen sich meist bereits im Säuglingsalter:

  • Hornhauttrübung
  • Verdickte Hornhaut
  • Vergrößerte Augäpfel
  • Lichtempfindlichkeit
  • Tränende Augen

Glaukom – Diagnose

Die ersten Anzeichen des Grünen Stars sind kaum zu bemerken. Je höher das Lebensalter, um so größer wird der Anteil der Erkrankten. Ab dem 80. Lebensjahr sind bis zu 15 Prozent der Menschen von Grünem Star betroffen. Es ist ratsam, ab einem Alter von 40 Jahren die Vorsorgeuntersuchungen der Augenärzte zu nutzen. Allerdings werden nicht alle Leistungen von den gesetzlichen Krankenversicherungen standardmäßig übernommen.

Bei der Untersuchung fragt der Arzt nach Sehstörungen, Fällen von Grünem Star in der Familie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen bekannten Krankheiten. Er lässt sich die eingenommenen Medikamente aufzählen und erkundigt sich nach zurückliegenden Augenverletzungen oder -entzündungen. Der Arzt misst meist auch den Blutdruck. Für die weitere körperliche Untersuchung nutzt der Augenarzt unterschiedliche Instrumente:

  • Die Messung des Augeninnendrucks erfolgt von außen. Teilweise ist die Messung berührungslos (Non-Contact-Tonometrie). Werte von 10 bis 21 mmHg gelten als unauffällig. Höhere Werte als 21 mmHG können einen Hinweis auf Grünen Star geben. Berücksichtigt wird, dass die Messwerte über Tages- und Nachtverlauf schwanken. Nachts und am frühen Morgen sind sie am höchsten.
  • Messung der Hornhautdicke: Die Hornhautdicke kann erheblich variieren. Sie hat einen Einfluss auf die Messergebnisse des Augeninnendrucks und wird daher als Kontrollgröße für die Beurteilung der Messwerte hinzugezogen.
  • Die Spaltlampen-Untersuchung zeigt dem Arzt ein aussagekräftiges Bild der vorderen Augenkammer, des Kammerwinkels, der Netzhaut, Iris und Linse. Krankhafte Veränderung sind besonders gut in der Vergrößerung zu erkennen.
  • Mit einer Augenspiegelung lassen sich Veränderungen des Sehnerv-Kopfes und der Netzhaut entdecken, die typisch sind für Grünen Star. Die Augenspiegelung erlaubt eine Beurteilung darüber, ob bereits Schäden durch die Krankheit eingetreten sind.
  • Bei begründetem Verdacht auf Grünen Star wird mit einem optischen Instrument, dem Gonioskop, der Kammerwinkel des Auges untersucht. Mit dem Gonioskop sind Platzverhältnisse, Ablagerungen oder Verwachsungen des Gewebes erkennbar.
  • Die Gesichtsfeldmessung zeigt, ob schon Einschränkungen der Wahrnehmungsfähigkeit eingetreten sind und erlaubt eine Einschätzung der bereits vorhandenen Schädigungen.
  • Mit der Floureszenzangiografie kann der Augenarzt beurteilen, ob es Probleme mit der Durchblutung von Augennerv und Netzhaut gibt.

Glaukom – Behandlung

Die Therapie des Grünen Stars besteht in der dauerhaften Absenkung des Augeninnendrucks. Denn ein zu hoher Augeninnendruck behindert die Durchblutung von Sehnerv und Netzhaut und kann so zum Absterben von Gewebe führen. Bleibt der Blutdruck in den versorgenden Gefäßen jederzeit höher als der Augeninnendruck, werden Sehnerv und Netzhaut ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Absenkung des Augeninnendrucks erreicht man auf verschiedenen Wegen.

Grüner Star – Medikamentöse Therapie

Die verabreichten Medikamente, meist sind es Augentropfen, senken entweder die Überproduktion von Kammerwasser oder verbessern die Absorbierung von überschüssigem Kammerwasser. Beides führt zur Absenkung des Augeninnendrucks. Die aufgelisteten Präparate werden für die Therapie des Grünen Stars teilweise auch kombiniert:

  • Carboanhydrasehemmer senken die Produktion von Kammerwasser. Gleiches gilt für:
  • Betablocker
  • Sympathomimetika
  • Alpha-Agonisten. Sie verbessern zudem den Kammerwasser-Abfluss.
  • Prostaglandine tragen zur Aufnahme überschüssigen Kammerwassers bei.
  • Cholinergika steigern ebenfalls den Kammerwasser-Abfluss.
  • Parasympathomimetika verengen die Pupillen und erweitern so einen verengten Kammerwinkel.

Grüner Star – Operation

Zur Absenkung des Augeninnendrucks werden auch Operationen genutzt. Bei angeborenem Grünen Star ist die Operation sogar die bevorzugte Therapie. Verschieden Verfahren sind derzeit üblich:

  • Die "Iridektomie" verbessert bei Vorliegen eines Engwinkelglaukoms die Versorgung der vorderen Augenkammer mit Kammerwasser. Mit dem Eingriff wird der Gefahr eines Glaukomanfalls entgegengewirkt.
  • Die "Trabekulektomie" schafft zusätzliche Abflussmöglichkeiten für das Kammerwasser.
  • Bei der Trabekuloplastik wird das schwammartige Gewebe im Kammerwinkel per Lasereinsatz durchlässiger für die Aufnahme des Kammerwassers gemacht.
  • Alpha-Agonisten. Sie verbessern zudem den Kammerwasser-Abfluss.
  • Die "Zyklokoagulation" neutralisiert einen Bereich im Innenauge, der an der Kammerwasserproduktion beteiligt ist.
  • Bei angeborenem Grünen Star wird mit einer Sonde ein natürlicher Ablauf des Kammerwassers, der Schlemm’sche Kanal, erweitert beziehungsweise eröffnet.

Homöopathie bei Grünem Star

Grüner Star ist eine schwere Augenkrankheit. Die Therapie sollte immer ein Augenarzt übernehmen. Er hat wirksame Mittel, um das weitere Fortschreiten der Erkrankung zum Stillstand zu bringen. Die Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln kann bei einem sicher diagnostizierten Glaukom aber unterstützend wirken. Bei der Auswahl geeigneter Präparate ist der Rat eines erfahrenen Homöopathen hilfreich. Grundsätzlich sollte der behandelnde Facharzt über die ergriffene homöopathische Behandlung unterrichtet werden. Diese homöopathischen Mittel werden zur Unterstützung der fachärztlichen Therapie empfohlen (Auswahl):

  • Aconitum napellus
  • Gelsemium
  • Jaborandi

Akupunktur bei Grünem Star

Wie die schulmedizinische Therapie, verfolgt auch die Akupunktur bei Grünem Star das Ziel, den Augeninndruck zu senken und die Durblutung von Sehnerv und Netzhaut zu verbessern. Durch feine Nadeln werden Nervenbahnen stimuliert, die in Verbindung mit der Steuerung von Prozessen im Augeninnern stehen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geht man davon aus, dass die Lebensenergie (Qi) im Körper frei fließen muss. Stauungen werden, je nach Erkrankung, durch Setzen von Nadeln an definierten Punkten beseitigt. Bei einem Grünen Star liegen diese Punkte nicht unbedingt am Auge, sondern an anderen Körperpartien. Häufig wird Akupunktur von Glaukom-Patienten genutzt, die verordnete Medikamente nicht vertragen haben. Die Akupunktur-Therapie sollte mit dem behandelnden Augenarzt abgestimmt werden.

Glaukom bei Babys und Kleinkindern

Grüner Star ist eigentlich eine Krankheit der zweiten Lebenshälfte. Es kommt aber vor, dass ein Glaukom angeboren ist. Das Krankheitsbild weicht erheblich ab von einem Glaukom im Erwachsenenalter. Die Babys haben vergrößerte Augäpfel. Die Hornhaut des Auges ist eingetrübt. Die Augen tränen ohne erkennbaren Anlass. Die Säuglinge reagieren sehr empfindlich auf grelles Licht. Der Augenarzt kann mit einem optischen Instrument feststellen, ob eine Fehlbildung des Ablaufes für das Kammerwasser vorliegt. Ein kleiner Eingriff korrigiert diese Fehlbildung und vermeidet die mögliche Schädigung des betroffenen Sehnervs.

Glaukom – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird ein „Glaukom“ unter dem ICD-Code „H40“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Glaukom – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Glaukom – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema: Glaukom

Wie erkennt man Grünen Star?

Im Anfangsstadium ist die Erkrankung meist nur im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung zu erkennen. Grüner Star bleibt über eine lange Zeit hinweg beschwerdefrei. Das macht die Krankheit tückisch. Wenn spürbare Einschränkungen der Sehleistung von den Betroffenen wahrgenommen werden, ist der Grüne Star meist schon weit fortgeschritten. Die Patienten haben dann das Gefühl, durch einen Tunnel auf die Welt zu schauen. Die Randbereiche des Gesichtsfeldes sind nicht mehr wahrnehmbar. Teilweise treten auch im Zentrum des Sehfeldes blinde Flecken auf. Der sofortige Beginn einer Therapie kann zwar in der Regel verhindern, dass eine weitere Verschlechterung des Sehvermögens eintritt. Bereits entstandene Schäden lassen sich jedoch nicht mehr rückgängig machen.

Ist die Teilnahme an der Glaukom-Vorsorgeuntersuchung sinnvoll?

Ab einem Lebensalter von 40 Jahren steigt das Risiko, an Grünem Star zu erkranken. Unter den 70-Jährigen haben bis zu einem Zehntel der Menschen bereits ein Glaukom entwickelt. Insofern ist die Glaukom Früherkennung im höheren Alter durchaus angeraten. Eine frühzeitig einsetzende Grüner Star Behandlung kann die Einschränkungen des Sehvermögens begrenzen. Allerdings profitieren die Teilnehmer von der regelmäßigen Kontrolle nicht im gleichen Maße wie bei etablierten Vorsorgeuntersuchungen für andere Erkrankungen. Das ist der Hauptgrund, weshalb die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten der Früherkennung nicht übernehmen.

Wie wird ein erkanntes Glaukom behandelt?

Ein chronisches Glaukom wird meist mit der dauerhaften Anwendung von Augentropfen behandelt, die den erhöhten Augeninnendruck senken. Auch bei einem Normaldruckglaukom sind diese Tropfen wirksam. Wenn eine medikamentöse Glaukom-Therapie nicht greift oder allein nicht ausreicht, empfiehlt der Augenarzt einen chirurgischen Eingriff. Auch die Operation mit Skalpell oder Laser dient vornehmlich der Absenkung des Augeninnendrucks (intraokularer Druck).

Wie kann ich Grünen Star vermeiden?

Leider gibt es keine Empfehlung, wie sich der Ausbruch der Erkrankung vermeiden lässt. Allerdings kann man den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen: Die verordneten Glaukom-Medikamente sollten immer zuverlässig eingenommen, der Blutdruck regelmäßig kontrolliert und Rauchen so schnell wie möglich aufgegeben werden, da es den Grünen Star fördert. Den Turnus der Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt unbedingt einhalten.

Grüner Star und Grauer Star – Was ist der Unterschied?

Beim Grünem Star sterben die Nervenfasern des Sehnervs ab. Grüner Star ist nicht heilbar und kann ohne Behandlung zur Erblindung führen. Durch Absenkung des zu hohen Augendrucks kann jedoch das Fortschreiten der Krankheit gestoppt werden. Grauer Star (Katarakt) zeigt sich dagegen durch Linsentrübungen im vorderen Teil des Auges, die das Sehvermögen zunehmend einschränken. Durch eine Operation und das Einsetzen einer Kunstlinse kann bei Grauem Star selbst noch in einem bereits fortgeschrittenen Stadium die volle Sehkraft wiederhergestellt werden. Wie die altersbedingte Makuladegeneration treten Grüner und Grauer Star fast immer erst in der zweiten Lebenshälfte auf.

Quellen

  • Grehn, Franz: Augenheilkunde, Springer Verlag, 32. Auflage 2019
  • Bowling, Brad: KANSKIs Klinische Ophthalmologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 8. Auflage 2017
  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V., www.augeninfo.de (Abruf 23.09.2021)
  • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V., Glaukomvorsorge, www.dog.org (Abruf 23.09.2021)
  • Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V. (BvGS), www.bundesverband-glaukom.de (Abruf 23.09.2021)
  • NDR-Ratgeber: Glaukom: Symptome, Ursachen und Behandlung, www.ndr.de (Abruf 23.09.2021)
  • Uhrig, Stefan: Akupunkturbehandlung des Glaukoms und der okulären Hypertension - Grundlagen der Chinesischen Medizin und Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie Chin. Medizin, U&V München, Jhg. 18, 2003
  • Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V., www.heilpraktiker.org (Abruf 23.09.2021)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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