Giardien - Ursachen, Symptome, Behandlung

Giardien - Ursachen, Symptome, Behandlung

Giardien gehören zu den sehr häufig vorkommenden Parasiten bei Hunden. Die Vierbeiner können sich auf vielen Wegen schnell infizieren, erkranken aber eher selten ernsthaft. Hier erfahren Sie alles zu Ursachen, Symptomen, Behandlung und Erste-Hilfe-Tipps bei Giardien.


Inhaltsverzeichnis

SOS: Erste Hilfe Tipps bei Giardien 

  • Zuhause sehr gründlich sauber machen. 
  • Hundedecken und Spielzeuge heiß waschen (mindestens 60°C) ebenso wie vom Hund genutzte Sofas, Betten, usw. Wenn sich die Bezüge nicht waschen lassen, nutzen Sie einen Dampfreiniger z. B. auch für Ihr Auto.
  • Reinigen Sie die Futternäpfe täglich.
  • Baden Sie Ihren Hund mit Hundeshampoo, um anhaftende Giardien aus dem Fell zu entfernen – am besten täglich und mit besonderer Sorgfalt im Afterbereich. 
  • Die Zugabe von Prä- oder Probiotika unterstützt die Darmflora des Hundes. 
  • Füttern Sie Ihren Hund mit möglichst wenig Kohlenhydraten und viel Rohfaser.
  • Vermeiden Sie hochfrequentierte Hundewiesen.
  • Entfernen Sie Hundekot unverzüglich aus dem Garten, aus Zwingern oder wo auch immer er anfällt. Entsorgen Sie ihn in verschlossenen Plastiksäcken im Hausmüll.
  • Da Fliegen Giardien übertragen, sollte Futter nicht stehen bleiben und auch Wassernäpfe müssen vor Fliegen geschützt werden.
  • Wenn sich Katzentoiletten in Ihrem Haushalt befinden, muss das Katzenstreu täglich gewechselt und die Toilette desinfiziert werden. Giardien sind auch auf Katzen übertragbar.
  • Kleinkinder sollten vor befallenen Tieren geschützt und davon abgehalten werden, Gegenstände in den Mund zu nehmen, die in der Nähe des Hundes liegen.
  • Halten Sie Ihren Hund während der Infektion vor Buddel- oder Sandkisten der Kinder fern.
  • Suchen Sie den Tierarzt auf.

Was sind Giardien? 

Giardien (Giardia duodenalis, auch Giardia intestinalis, Giardia lamblia) sind einzellige Parasiten, die sich im Darm des Hundes ansiedeln und dort auch vermehren. Sie gehören weltweit zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten und befallen Hunde sowie auch Katzen, Kaninchen und Chinchillas aller Altersgruppen. Die Erreger heften sich an die Darmwand des Dünndarms und stören dort die regulären Verdauungsvorgänge der Tiere. Als tatsächliche Erkrankung zeigen sich die Parasiten allerdings meistens bei Welpen bzw. jungen Hunden im Alter von unter einem Jahr oder bei Tieren mit chronischen Vorerkrankungen.


Eine Giardien-Infektion beim Hund wird als Giardiose bezeichnet und kann eine Darmentzündung auslösen. Bei der Giardiose handelt es sich wiederum um eine sogenannte Zoonose, also um eine Erkrankung, die theoretisch auch auf den Menschen übertragen werden kann.

Giardien: Ursachen – Wie kommt es zu der Erkrankung?

Mit Giardien infizierte Tiere scheiden die Zysten, das Fortpflanzungsstadium des Erregers, über den Kot aus und verbreiten die Zysten auf diese Weise in ihre Umgebung. Die Zysten überleben im Kot bis zu einer Woche, im Boden oder kaltem Wasser sogar mehrere Wochen. Andere Hunde stecken sich dann draußen beim Spaziergang oder auf engem Raum in Zwingern oder Tierheimen über den infizierten Kot mit der Giardiose an. Die Ansteckung kann aber auch durch besiedeltes Wasser, Nahrung sowie durch den direkten Kontakt zu erkrankten Tieren erfolgen -  z. B.  wenn infizierte Hunde abgeleckt werden. Der Kot junger infizierter Welpen ist besonders ansteckend, da er meistens große Mengen an Zysten enthält.

Giardien: Symptome – Wie machen sich Giardien bemerkbar?

Insbesondere bei Welpen und Jungtieren treten oftmals folgende Symptome bei Giardien auf:

  • regelmäßig wiederkehrender, mitunter starker und teilweise wässriger Durchfall
  • schleimiger, blutiger Kot (durch Schleimhautbeimengungen)
  • zwischendurch Phasen mit normalem Kot möglich
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Lustlosigkeit
  • leichtes Fieber möglich
  • Erbrechen
  • Bauchkrämpfe

Es gibt allerdings auch Hunde, bei denen eine Giardien-Infektion vollkommen symptomlos verläuft. Diese Hunde sind aber trotzdem Träger und Ausscheider der Parasiten und können durch ihren Kot andere Hunde sowie Menschen anstecken.

Giardien: Diagnose – Wie lassen sich Giardien beim Hund nachweisen?

Tritt bei Ihrem Hund wiederholt Durchfall auf, ist es immer sinnvoll, eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen zu lassen. Für eine gründliche Untersuchung der Ausscheidungen sollten Sie idealerweise an drei Tagen Kot Ihres Hundes sammeln, da die Giardien nicht bei jedem Kotgang ausgeschieden werden. Ist Ihr Hund infiziert, lässt sich die Giardiose mithilfe eines Schnelltests einfach nachweisen. Der Nachweis erfolgt entweder direkt beim Tierarzt oder in einem Labor. Leben mehrere Tiere in einem Haushalt, sollten alle Tiere auf Giardien getestet werden - auch wenn noch keine Symptome der Giardiose aufgetreten sind. 

Giardien: Verlauf – Wie gefährlich sind Giradien beim Hund?

Es gibt mehrere Giardien-Arten, die weltweit verbreitet sind und auch andere Tierarten, wie Katzen, Meerschweinchen, Igel, Kaninchen und auch Vögel oder Reptilien befallen können. Bei Hunden tritt in den meisten Fällen der Erreger „Giardia intestinalis“ auf.


Im Lebenszyklus der Giardien wird zwischen den zwei Stadien - Trophozoiten und Zysten -unterschieden. Bei den Trophozoiten handelt es sich um die aktive, fruchtbare Form des Erregers, die sich an die Darmwand des Hundes heften und neue Zysten bilden. Die Zysten sind dann die Dauerform der Giardien. Sie sind von einer Schutzhülle umgeben und werden vom infizierten Hund ausgeschieden. Die Zysten sind sehr widerstandsfähig und gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistent. In feuchter Umgebung können sie bis zu drei Monate außerhalb des Wirts überleben und im Kot eine Woche lang ansteckend bleiben. Nimmt der Hund diese Zysten oral wieder auf, wandeln sie sich im Darm wieder in Trophozoiten und der Kreislauf beginnt von vorne. Dabei kann bereits eine kleine Menge aufgenommener Zysten genügen, um eine Infektion und damit die Durchfall-Erkrankung auszulösen. Da die Zysten auch am After und Fell des Hundes hängenbleiben können, kann sich der Hund auch immer wieder selbst infizieren. In der Folge kommt es oft zu regelmäßig wiederkehrendem Durchfall, Blähungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Trägheit, Erbrechen sowie zu leichtem Fieber. Die Giardien-Infektion kann allerdings auch symptomlos verlaufen.

Giardien: Behandlung – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für meinen Hund?

Wie kann der Tierarzt meinem Hund helfen?

Medikamente

Bei einer Infektion mit Giardien wird dem Hund in aller Regel der Wirkstoff Fenbendazol, der bspw. im Präparat Panacur enthalten ist, verabreicht. Das Medikament wird für drei bis fünf Tage täglich gegeben, wobei die Dosierung bei 50 Milligramm Fenbendazol pro Kilogramm Körpergewicht am Tag liegt. Zudem wird die Wiederholung der Behandlung mit Fenbendazol nach etwa zwei bis drei Wochen empfohlen. Alternativ lässt sich die Giardiose auch mit Antibiotika wie Metronidazol, Fenbendazol, Febantel und Albendazol behandeln, die dem Vierbeiner zweimal täglich über einen Zeitraum von fünf Tagen verabreicht werden.

Wie kann ich meinem Hund bei Giardien helfen?

Um Ihren Hund bei der Genesung bestmöglich zu unterstützen, sollten Sie besondere Hygienemaßnahmen beachten. Flächen mit dem Dampfstrahler abspritzen, Decken heiß waschen, Näpfe und Spielzeug täglich mit kochendem Wasser reinigen und gut trocknen, tragen zur schnelleren Genesung Ihres Vierbeiners bei, da die Zysten so entfernt werden. Waschen Sie außerdem das Fell Ihres Hundes mit Shampoo. Bei langhaarigen Hunden kann es sinnvoll sein, die Haare im Analbereich kurz zu scheren. Zusätzlich kann eine Umstellung des Futters auf eine leicht verdauliche Magen-Darm-Diät und eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr zur Normalisierung des Magen-Darmtrakts beitragen. Futterergänzung z.B. durch Ulmenrinde wirkt unterstützend. 


Wichtig: Auch nach Abklingen der Symptome sollten Sie den Erfolg der Therapie mittels einer erneuten Kotprobe beim Tierarzt kontrollieren lassen, denn symptomlose Hunde von Giardien müssen weiter behandelt werden.

Hausmittel bei Giardien

  • Kräuterbuttermilch: Je nach Hundegröße einen Teelöffel oder Esslöffel auf das Futter geben
  • Propolis vom Imker: trägt dazu bei, das allgemeine Immunsystem zu stärken und hilft dem Hund bei Magen-Darm-Problemen
  • Kokosöl: Täglich einen halben Teelöffel bei kleinen Hunden, einen ganzen Esslöffel bei großen Hunden über das Futter geben
  • etwas Rinder-Pansen oder Blättermagen zufüttern
  • naturbelassenes, probiotisches Sauerkraut
  • probiotischer Joghurt

Homöopathie bei Giardien

Homöopathische Mittel können bei Hunden mit Giardien-Infektion unterstützend wirken. Abronatum D2 oder D3 sowie China D4 oder D6 können Hunden mit Abmagerung durch Giardiose gegeben werden. Bei schleimigem und blutigem Kot kann Mercurius D6 oder D10 helfen.

Tierarztkosten bei Giardien: Was muss man selbst bezahlen?

Die Kosten aller tiermedizinischen Leistungen werden durch die „Gebührenordnung für Tierärzte“ (GOT) festgelegt. Diese Gebührenordnung ist unter www.bundestieraerztekammer.de/tieraerzte/beruf/got/ öffentlich einsehbar. Tierärzte können auf dieser Basis den einfachen, zweifachen oder sogar dreifachen Satz für die Untersuchung berechnen. Der Abrechnungssatz ist immer vom Aufwand abhängig. Im Notdienst wird bspw. immer ein höherer Satz berechnet.


Wenn Ihr Hund von Giardien befallen ist, müssen Sie mit Kosten für die allgemeine Untersuchung, Kosten für eine oder gegebenenfalls mehrere Kotuntersuchungen und für Medikamente rechnen. Sollte sich der Zustand Ihres Hundes daraufhin nicht verbessern oder sogar verschlechtern, können weitere Untersuchungen oder Behandlungen beim Tierarzt notwendig werden. Somit steigen auch die Kosten.

Giardien-Behandlung: Was übernimmt die DFV? 

Unsere Hundeversicherung DFV-TierkrankenSchutz bietet Ihnen alle Leistungen für veterinärmedizinisch notwendige Heilbehandlungen bei Krankheit oder Operation Ihres Hundes. Eingeschlossen sind die ambulante und stationäre Behandlung, Kosten für Medikamente und Verbandsmaterialien. Die Tarife unserer Hundeversicherung erstatten Ihnen auch die Kosten einer Notfallversorgung, sogar bis zum Höchstsatz der GOT. Alleine Sie entscheiden, wem Sie Ihr Tier anvertrauen. Den Tierarzt bzw. die Tierklinik können Sie bei allen Tarif-Varianten selbst wählen.


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Giardien vorbeugen 

Giardien sind bei Hunden so weit verbreitet, dass eine Infektion kaum zu verhindern ist. Durch eine ausgewogene Fütterung, die eine gesunde Darmflora fördert, können Sie Ihren Hund unterstützen. Zudem hält ihn viel Auslauf an der frischen Luft gesund und stärkt das Immunsystem. Im Falle einer Giardiose kommt er so besser mit dem Befall zurecht. Um andere Tiere zu schützen und die Verbreitung von Giardien insgesamt einzuschränken, sollten Sie den Kot Ihres Hundes immer einsammeln und entsorgen. Sorgen Sie außerdem immer für frisches Trinkwasser - am besten tauschen Sie es stündlich. Da Giardien bei 60 Grad absterben, sollten Sie die Utensilien des Vierbeiners regelmäßig gründlich reinigen. Oberflächen, mit denen der Hund regelmäßig in Berührung kommt, können mit einem Dampfstrahler gereinigt werden. Neben intensiver Fellpflege mit Shampoo, empfiehlt sich auch das Waschen der Hundetextilien bei mindestens 60 Grad. Vermeiden Sie außerdem verschmutzte Pfützen, Badestellen oder öffentliche Trinkgefäße, denn dort übertragen sich die Parasiten besonders leicht.

FAQs zum Thema Giardien

Wie lange dauert es bis Giardien beim Hund weg sind?

In aller Regel ist die Infektion mit Giardien nach drei bis vier Wochen überstanden. Der Behandlungserfolg muss allerdings in jedem Fall durch eine Kotprobe beim Tierarzt überprüft werden.

Wie lange ist ein Hund mit Giardien ansteckend?

Bei einer Infektion werden ansteckende Giardien-Zysten über den Kot der Tiere ausgeschieden und können in der Umgebung über einen langen Zeitraum zu Ansteckungen führen. In Wasser und feuchter Umgebung können die Zysten für drei Monate ansteckend bleiben. Im Kot bleiben sie für ca. eine Woche ansteckend.

Wie gefährlich sind Giardien für den Hund?

Giardien sind für gesunde, erwachsene Hunde in aller Regel nicht gefährlich. Für geschwächte Tiere und Welpen können die Parasiten allerdings sehr unangenehm werden. Suchen Sie bei einem Verdacht definitiv den Tierarzt auf.  

Sind Giardien für Menschen ansteckend?

Giardien bei Hunden sind sogenannte Zoonoseerreger, die auch auf Menschen übergehen und Durchfall-Erkrankungen auslösen. Die Übertragung der Parasiten ist in seltenen Fällen auch umgekehrt – vom Mensch auf das Tier – möglich.

Welches Futter bei Giardien?

Verzichten Sie auf kohlenhydratreiches Futter und füttern Sie hingegen möglichst proteinreiches Hundefutter. Eine Schonkost-Diät ist ebenfalls empfehlenswert, da das Verdauungssystem durch den Durchfall angegriffen werden kann. Sie können Ihrem Hund z. B. gekochten Reis mit Quark und gekochtem Hühnerfleisch geben. Verteilen Sie die tägliche Futtermenge in mehreren kleinen Portionen, um den Darm nicht zusätzlich zu belasten. 

Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellen 

Anicura: www.anicura.de (Abruf: 14.06.2021)
Aniforte: www.aniforte.de (Abruf: 14.06.2021)
Bellos Gesundheit: www.bellos-gesundheit.de (Abruf: 14.06.2021)
ESCCAP: www.esccap.de (Abruf: 14.06.2021)
Josera: www.josera.de (Abruf: 14.06.2021)
Landlive: www.landlive.de  (Abruf: 14.06.2021)
Tiergesund: www.tiergesund.de (Abruf: 14.06.2021)
Tierklinik Ismaning: www.tierklinik-ismaning.de (Abruf: 14.06.2021)
Tiermedizinportal: www.tiermedizinportal.de (Abruf: 14.06.2021)
Tiermedizinportal: www.tiermedizinportal.de (Abruf: 14.06.2021)
Vier Pfoten: www.vier-pfoten.de (Abruf: 14.06.2021)
Zoo Plus: www.zooplus.de (Abruf: 14.06.2021)

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