Krankengeld Stiwa

Private Krankengeld-Zusatzversicherungen im Test 2018

Im Mai 2018 hat die Zeitschrift Finanztest ihre aktuelle Bewertung für private Krankentagegeld-Versicherungen veröffentlicht. Getestet wurden 76 Tarife, die grundsätzlich allen gesetzlich Krankenversicherten zugänglich sind. Die insgesamt besten Leistungsnoten für Arbeitnehmer, Freiberufler, und Selbstständige erhielten diese Tarife:

Für Arbeitnehmer: DFV, KG/40 , Note GUT (1,7)

Für Freiberufler: Bayer, TAF29/120, Note SEHR GUT (1,4)

Für Selbstständige: Huk-Coburg, KT2/20, Note GUT (1,9)

 


Finanzielle Absicherung für gut verdienende Arbeitnehmer und Selbstständige

Vor Unfall oder Krankheit ist niemand geschützt. Wer länger im Beruf ausfällt, braucht eine finanzielle Absicherung, um auch während seiner Arbeitsunfähigkeit über die Runden zu kommen.

Arbeitnehmer

Arbeitnehmer erhalten nach 6 Wochen der Arbeitsunfähigkeit Krankentagegeld von ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Dieses ist jedoch niedriger als ihr gewohnter Lohn und beträgt 70 % vom Bruttogehalt bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von 4.425 Euro monatlich (und auch nicht mehr als 90 % vom Nettogehalt). Abgezogen werden Beiträge zur Sozialversicherung. Wer mit seinem Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, erhält dennoch nicht mehr als 2.723 Euro Krankengeld im Monat.

Selbstständige

Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige haben mehrere Möglichkeiten, ihren Verdienstausfall bei längerer Arbeitsunfähigkeit abzusichern: Wahltarif der gesetzlichen Krankenkasse, private Krankentagegeldversicherung oder eine Kombination aus beidem.

Hinsichtlich der gesetzlichen Wahltarife geben die Verbraucherschützer zu bedenken, dass einmal angebotene Tarife verändert oder sogar beendet werden könnten, wenn sich diese wirtschaftlich nicht mehr rechnen. Selbstständige wollen ihr Ausfallrisiko aber meist langfristig absichern, im Idealfall für das ganze Erwerbsleben.

Krankentagegeld 2018: so hat Stiftung Warentest getestet

Im Test wurden nur Tarife berücksichtigt, die nach Art der Lebensversicherung kalkuliert sind und damit Altersrückstellungen bilden. Zum Vergleich wurden drei Modellkunden mit einem Eintrittsalter von 32 Jahren, unter bestimmten Berufs- und Einkommensvoraussetzungen, herangezogen:

Modellkunde 1 - Arbeitnehmer:

Person und Einkommen: Angestellter mit 6.000 Euro Bruttolohn und 3.975 Euro netto im Monat bei zwölf Gehältern im Jahr

Versicherung: Freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse

Gesetzlicher Schutz: Im Krankheitsfall 6 Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit beginnt das gesetzliche Krankengeld in Höhe von 2.723 Euro (Nettobetrag nach Abzug der Arbeitnehmeranteile für Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung)

Monatliche Versorgungslücke: 1.252 Euro

Berücksichtigte Tarife: 33 Tarife für Arbeitnehmer, die ihr gesetzliches Krankengeld aufstocken wollen mit 40 Euro ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit

Modellkunde 2 - Freiberufler:

Person und Einkommen: Freiberufler mit Gewinn aus der freiberuflichen Tätigkeit im Sinne des Einkommensteuergesetzes von 72.000 Euro im Jahr, abzüglich Steuern 5.285 Euro im Monat

Versicherung: Freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse, der sich gegen das gesetzliche Krankengeld entschieden hat. Er zahlt daher nur den ermäßigten Beitragssatz von 14 Prozent (zzgl. 1 Prozent Zusatzbeitrag seiner Krankenkasse)

Gesetzlicher Schutz: Selbstständige erhalten keine Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit und auch ist ihr Verdienstausfallrisiko in diesem Fall nicht abgesichert

Gewünschter monatlicher Versicherungsschutz: 3.570 Euro (der Kunde will 55 Prozent des Einkommens nach Steuern absichern und zusätzlich den Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung)

Berücksichtigte Tarife: 24 Tarife für gesetzlich krankenversicherte Freiberufler, die ihr Verdienstausfallrisiko komplett privat absichern (und deshalb auf das gesetzliche Krankengeld verzichten) mit 120 Euro ab dem 29. Tag der Arbeitsunfähigkeit

Modellkunde 3 - Selbstständige:

Person und Einkommen: Selbstständiger mit Gewinn im Sinne des Einkommensteuergesetz von 88.000 Euro im Jahr, nach Abzug der Steuern 6.738 Euro monatlich

Versicherung: Freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse, hat Anspruch auf gesetzliches Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit gewählt und zahlt dafür den allgemeinen Beitragssatz von 14, 6 Prozent (zzgl. 1 Prozent Zusatzbeitragssatz seiner Krankenkasse)

Gesetzlicher Schutz: Eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es nicht. Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit zahlt die gesetzliche Krankenkasse ein monatliches Krankengeld in Höhe von 3.007 Euro (Nettobetrag nach Abzug des Pflegeversicherungsbeitrags von 2,55 Prozent)

Monatliche Versorgungslücke: 699 Euro (der Kunde will 55 Prozent seines Nettolohns ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit erhalten und einen geringeren Betrag bereits ab dem 15. Tag)

Berücksichtigte Tarife: 19 Tarife für gesetzlich krankenversicherte Selbstständige, die Einnahmen vor dem Start des Krankengeldes wünschen und diese später gleichzeitig ergänzen möchten mit 20 Euro ab dem 15. Tag der Arbeitsunfähigkeit als Ersatz für das gesetzliche Krankengeld

Bewertungskriterien

Preis-Leistungs-Verhältnis (70%)

Um dieses zu ermitteln, wurde der Quotient aus dem Beitrag und dem im jeweiligen Modell vorgegebenen Tagessatz gebildet. Der Beurteilung liegt der Marktdurchschnitt zugrunde. Das Urteil „sehr gut“ bedeutet, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis weit über Marktdurchschnitt liegt. „Mangelhaft“ liegt weit darunter.

Verbraucherfreundlichkeit weiterer Vertragsbedingungen (30%)

Folgende Vertragsbedingungen wurden bewertet, wenn sie dauerhaft vertraglich garantiert wurden. Diese wurden für die einzelnen Modellkunden, je nach Bedeutung, unterschiedlich gewichtet. Kulanzleistungen und zeitlich befristete Leistungen wurden nicht einbezogen.


Leistung bei Teilarbeitsunfähigkeit

Bewertet wurde, wie lange ein Modellkunde arbeitsunfähig sein muss, bevor er auch bei Teilarbeitsunfähigkeit ein Tagegeld erhält und über welchen Zeitraum sich die maximale Dauer der Leistung erstreckt.

Modellkunde 1: 15 %

Modellkunden 2 und 3: 20 %

Tagegelderhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung

Einige Versicherer erlauben eine Erhöhung bei gestiegenem Verdienst oder alle 2-3 Jahre entsprechend der allgemeinen Einkommensentwicklung. Andere gewähren gar keine Erhöhung.

Alle Modellkunden: 20 %

Leistungsbeginn bei Fortsetzungserkrankungen

Geprüft wurde, ob und unter welchen Bedingungen der Versicherer die Arbeitsunfähigkeitstage für die Karenzzeit zusammenzählt, wenn ein Kunde mehrfach aufgrund derselben Krankheit ausfällt.

Modellkunde 1: 10 %

Modellkunden 2 und 3: 15 %

Leistung während stationärer Reha

Bewertet wurde, neben der Leistung während stationärer Entziehungskuren:

  • wie lange ein Modellkunde arbeitsunfähig sein muss, bevor er Leistungen auch während einer Reha erhält
  • ob der Versicherer auch an Kurorten oder in Kurkliniken zahlt
  • ob der Versicherer bei Arbeitnehmern und Selbstständigen Leistungen der Rehaträger nicht auf das Tagegeld anrechnet

Alle Modellkunden: 20 %

Leistung wegen Schwangerschaft und Mutterschaft

Bewertet wurde:

  • ob der Versicherer auf die tarifliche Karenzzeit beim Mutterschafts-Krankentagegeld verzichtet
  • ob die Versicherte bei Arbeitsunfähigkeit wegen Schwangerschaft, Abbruch, Fehlgeburt, Entbindung außerhalb der Mutterschutzzeiten Leistungen erhält oder
  • ob der Versicherer eine Entbindungspauschale in Höhe des zehn- oder zwölffachen Tagessatzes zahlt

Modellkunde 1: 5 %

Modellkunden 2 und 3: 10 %

Leistung nach Eintritt von Berufsunfähigkeit für länger als drei Monate

Je nach Tarif erhalten Versicherte das Krankentagegeld für drei weitere Monate zum halben Tagessatz oder sechs Monate den vollen Tagessatz.

Alle Modellkunden: 15 %

Gesellschaft verzichtet auf ihr ordentliches Kündigungsrecht

Versicherer dürfen den Vertrag während der ersten drei Jahre ordentlich kündigen. Manche verzichten auf dieses Recht.

Modellkunde 1: 10 %

Modellkunden 2 und 3: 5 %

Anzeigefrist für Arbeitsunfähigkeit

Kunden können die Mitteilung über ihre Arbeitsunfähigkeit an den Versicherer manchmal noch bis zu einem, drei oder sieben Tage nach Ablauf der Karenzzeit nachholen

Alle Modellkunden: 5 %

Krankengeld: Stiftung Warentest Testsieger 2018

Für Arbeitnehmer mit hohem Einkommen:

  1. TESTSIEGER 2018: DFV-KrankenGeld der Deutschen Familienversicherung DFV KG/40 (GUT 1,7)
  2. Huk-Coburg mit dem Tarif KT 6/40 (GUT 1,8)
  3. Pax-Familienfürsorge mit dem Tarif T43/40 (GUT 1,9)

Ein Tagegeld von 40 Euro ab dem 43. Krankheitstag kostet zwischen 10 und 13 Euro im Monat.

Für Freiberufler mit hohem Einkommen:

  1. TESTSIEGER 2018: Bayerische Beamten Krankenkasse mit dem Tarif TAF 29/120 (SEHR GUT 1,4)
  2. Inter mit dem Tarif TFN 28/120 (GUT 1,7)
  3. Provinzial Hannover mit dem Tarif KTG-S4/120 (GUT 2,2)

Ein Tagegeld von 120 Euro ab dem 29. Krankheitstag kostet zwischen 45 und 60 Euro im Monat.

Für Selbstständige mit hohem Einkommen:

  1. TESTSIEGER 2018: Huk Coburg mit dem Tarif KT2/20 (GUT 1,9)
  2. Alte Oldenburger mit dem Tarif KTS2/20 (GUT 2,2)
  3. Pax-Familienfürsorge mit dem Tarif T15/20 (GUT 2,2)

Ein Tagegeld von 20 Euro ab dem 15. Krankheitstag kostet zwischen 17 bis 18 Euro im Monat.

Worauf sollten Sie bei der Wahl Ihrer Krankentagegeld-Zusatzversicherung achten?

Früh abschließen

Der Beitrag richtet sich nach Ihrem Eintrittsalter und Gesundheitszustand bei Vertragsschluss. Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger ist auch die Absicherung. Die Gesundheitsfragen sollten wahrheitsgemäß beantwortet werden, ansonsten können Sie Ihren Versicherungsschutz verlieren. Ist jemand bereits krank, kann ihm der Versicherungsschutz verweigert werden.

Geringes Einkommen melden

Der Versicherer zahlt Krankentagegeld nur bis zur Höhe des aktuellen Nettoeinkommens. Bei Arbeitsnehmern ist der Verdienst der letzten 12 Monate vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit maßgeblich. Bei Selbstständigen der des letzten Kalenderjahres. Ist das Nettoeinkommen nach Vertragsschluss gesunken, zahlt der Versicherer ein niedrigeres Krankentagegeld aus, als zunächst vertraglich vereinbart. Die Beiträge werden dementsprechend angepasst. Es gibt allerdings keine Ausgleichszahlung für bis dahin zu viel gezahlte Beiträge. Sie sollten Ihren Versicherer also unbedingt informieren, wenn sich Ihr Einkommen verringert. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie zu hohe Beiträge zahlen.

Manchmal nicht versicherbar

Selbstständige erhalten nicht immer den gewünschten Tagessatz zum gewünschten Leistungsbeginn. Es gibt für einige Berufsgruppen bestimmte Tageshöchstsätze: Bei Ärzten liegen diese eher hoch, während sie bei Landwirten, Gewerbetreibenden und Existenzgründern niedrig ausfallen. Mehr als das Nettoeinkommen dürfen Versicherte nicht aus der Krankengeldzahlung beziehen. Bei Selbstständigen ist jedoch nicht definiert, was das Nettoeinkommen ist. So verstehen manche Versicherer darunter 70 oder 80 % des Gewinns vor Steuern und andere den Gewinn nach Steuern. Durch den Abzug von Ausgaben haben Selbstständige die Möglichkeit, ein relativ geringes Einkommen zu versteuern. Allerdings kann das daraus resultierende Krankengeld im Ernstfall nicht ausreichen, um über die Runden zu kommen.

Eine Krankengeld-Zusatzversicherung bietet finanzielle Sicherheit bei Erwerbsunfähigkeit

Eine längere Krankheit oder ein Unfall kann jeden treffen. Es ist von enormer Wichtigkeit, in diesen Fällen über ausreichenden Versicherungsschutz zu verfügen. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten eine solide Grundlage, die es Ihrerseits zu erweitern gilt. Schützen Sie sich und Ihre Familie rechtzeitig durch eine Krankengeld-Zusatzversicherung. Der Stiftung Warentest TESTSIEGER DFV-KrankenGeld  (Test 06/2018) bietet Ihnen einen einfachen und vernünftigen Weg, das Risiko einer finanziellen Versorgungslücke zu umgehen. Sie erhalten finanzielle Absicherung bei längerer Krankheit, beziehen Leistungen auch für Sonn- und Feiertage sowie während Kur, Reha oder Krankenhausaufenthalten.

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