Kinderunterhalt bei Pflege der Eltern

Kinder haften für ihre Eltern

Die Pflegeversicherung stellt eine soziale Grundsicherung in Form von unterstützenden Hilfeleistungen dar, die jedoch die Eigenleistungen der Versicherten und anderer Träger nicht entbehrlich machen. So definiert die deutsche Sozialversicherung, verkürzt gesagt, die staatliche Pflegeversicherung. Mit anderen Worten: Im Pflegefall reichen die finanziellen Leistungen der Pflegepflichtversicherung nicht aus.


Geringes Pflegegeld im Demenzfall

Um überhaupt in den Genuss von Pflegegeld zu kommen, muss eine der drei Pflegestufen festgestellt worden sein. Darüber hinaus gibt es die so genannte „Pflegestufe 0“ für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz. Diese zumeist demenzerkrankten Pflegebedürftigen haben zwar einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und bei der hauswirtschaftlichen Versorgung, jedoch nicht die Voraussetzungen für die Einstufung in die Pflegestufe I erfüllt. Die Leistungen sind allerdings sehr gering: In Pflegestufe 0 werden bei Pflege durch Angehörige 123 Euro, bei Pflege durch einen Pflegedienst gerade einmal 231 Euro im Monat geleistet.

Warum die staatlichen Pflegeleistungen nicht ausreichen

Doch selbst bei einer Schwerstpflegebedürftigkeit, also der Pflegestufe III, ist das Pflegegeld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. So muss bei einer Unterbringung in einem Pflegeheim mit monatlichen Kosten von etwa 3.000 Euro gerechnet werden. Die gesetzliche Pflegeversicherung erstattet davon nur bis zu 1.612 Euro Es bleiben dementsprechend etwa 1.400 Euro monatlich übrig, die vom Staat nicht übernommen werden.Und der große Rest? Für den muss der Pflegebedürftige Monat für Monat selbst aufkommen. Oftmals geht dafür die gesamte Rente drauf und es muss sogar noch das vorhandene Vermögen herangezogen werden. Ist die Rente zu gering und das Vermögen aufgezehrt, so bleibt nur noch der bittere Gang zum Sozialamt. Doch das Sozialamt tritt lediglich in Vorleistung und fordert anschließend die geleisteten Zahlungen von den Angehörigen zurück! Zuerst wird der Ehepartner herangezogen und danach sind die Kinder dran.Die Unterhaltspflicht für die Eltern beginnt immer dann, wenn die Eltern bedürftig und die Kinder leistungsfähig sind. D. h., wenn die Eltern kein großes Vermögen haben und der Aufenthalt im Pflegeheim eine längere Zeit dauert. Dabei gilt: Haben die Eltern ihre Rücklagen bis zu einem Schonvermögen von 2.600 Euro aufgebraucht, wendet sich das Sozialamt an die Kinder. Von diesem Vermögensverzehr ausgenommen ist einzig das selbstbewohnte Wohneigentum – doch das Sozialamt kann sogar die Beleihung der Immobilie verlangen.

Was Kinder wirklich zahlen müssen

Haben pflegebedürftige Eltern mehr als ein Kind, dann verteilt sich die Unterhaltspflicht auf die Geschwister. Der Zahlbetrag richtet sich dann nach dem jeweiligen, bereinigten Nettoeinkommen der Kinder. Davon abgezogen wird der Selbstbehalt. Dieser beträgt für Alleinstehende lediglich 1.800 Euro, und für Verheiratete 3.240 Euro. Alles darüber hinaus geht zu 50 Prozent an die Eltern. Darüber hinaus ist, bis auf die Immobilie und das Auto, auch das Vermögen der Kinder antastbar. Die Zahlungspflicht an die Eltern tritt dann ein, wenn keine weiteren Unterhaltspflichten zu Kindern, Ehepartner und Enkel bestehen. Doch ansonsten gilt: Selbst wenn der Kontakt zu den Eltern längere Zeit abgebrochen war, besteht eine rechtliche Verpflichtung von Kindern, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten den Lebensbedarf der Eltern durch Unterhaltszahlungen zu sichern.

Rechtzeitig mit einer Pflegezusatzversicherung vorsorgen

Die finanzielle Unterstützung der Eltern ist natürlich für die meisten Kinder auch ohne die gesetzlichen Regelungen eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem sind die finanziellen Härten im Pflegefall für alle Beteiligten oftmals kaum zu bewältigen. Um sich und seine Kinder vor den drastischen Pflegekosten zu schützen, ist deshalb die gezielte Vorsorge mit einer privaten Pflegezusatzversicherung unbedingt anzuraten. Die DFV-DeutschlandPflege verdoppelt oder verdreifacht das staatliche Pflegegeld in allen Pflegestufen und verkleinert bzw. schließt somit die Finanzierungslücke im Pflegefall.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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