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Erste Hilfe: Nach einem Unfall

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In Notfallsituationen zählt jede Sekunde, und die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen können Leben retten. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie in kritischen Momenten schnell handeln und den Betroffenen effektiv helfen können. Dieser Artikel richtet sich an Menschen, die mehr über Erste Hilfe erfahren wollen, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.

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Die Grundprinzipien der Ersten Hilfe

Wenn Sie die ersten Schritte der Ersten Hilfe verstehen, können Sie schnell reagieren und zur Sicherheit aller beitragen. Bei der Ersten Hilfe gelten einige fundamentale Prinzipien:

  1. Ruhe bewahren und Überblick verschaffen: In jeder Notlage ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und die Situation zu überblicken. Eine klare Einschätzung hilft dabei, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.
  2. Notruf absetzen (112): Sobald Sie eine Notlage erkannt haben, sollten Sie den Notruf absetzen. Teilen Sie dem Operator die Art des Unfalls, den Ort und die Anzahl der Verletzten mit.
  3. Eigensicherung: Bevor Sie einer anderen Person helfen, stellen Sie sicher, dass Sie selbst nicht gefährdet sind.

Erste-Hilfe-Maßnahmen: Schritt für Schritt

Die Kenntnis der grundlegenden Erste-Hilfe-Techniken ist entscheidend, um betroffenen Personen zu helfen. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, die Sie kennen sollten:

Bewusstseinsprüfung und stabile Seitenlage

Wenn Sie eine Person finden, die bewusstlos ist, überprüfen Sie zuerst das Bewusstsein:

  • Ansprechen und Berühren: Sprechen Sie die Person laut an und versuchen Sie, sie sanft zu schütteln. Reagiert die Person nicht, gehen Sie zum nächsten Schritt über.
  • Stabile Seitenlage: Sollte die Person bewusstlos, aber atmend sein, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Diese Position verhindert, dass Erbrochenes oder die Zunge die Atemwege blockieren.
  • Überwachen der Atmung: Halten Sie die Atmung der Person im Auge, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)

Ist die Person nicht ansprechbar und atmet nicht, beginnen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung:

  • 30 Brustkompressionen: Platzieren Sie den Handballen auf der Mitte des Brustkorbes und drücken Sie 30 Mal feste und schnell in einem Tempo von 100-120 Kompressionen pro Minute.
  • 2 Atemspenden: Überstrecken Sie den Kopf leicht nach hinten, verschließen Sie die Nase und geben Sie zweimal langsam Luft in den Mund der Person.

Führen Sie diese Abfolge abwechselnd fort, bis medizinische Fachkräfte die Versorgung übernehmen.

Versorgung von Wunden und Blutungen

Kleine Wunden und Blutungen können mit der richtigen Ersten Hilfe schnell behandelt werden:

  • Druckverband: Üben Sie mit einem sauberen Tuch Druck auf die blutende Wunde aus, um die Blutung zu stillen.
  • Reinigung der Wunde: Spülen Sie die Wunde unter fließendem Wasser ab, um Schmutz zu entfernen, und bedecken Sie sie mit einem sterilen Verband.
  • Erkennen von Schock: Ein großer Blutverlust kann zu einem Schockzustand führen. Achten Sie auf blasse Haut, Schwitzen und Verwirrtheit und alarmieren Sie in solchen Fällen umgehend den Rettungsdienst.

Besondere Notsituationen

Manchmal erfordern spezielle Notfallszenarien gezielte Maßnahmen. Hier sind einige Fälle und wie Sie vorgehen sollten:

Erste Hilfe bei Kindern

Die Erste Hilfe bei Kindern unterscheidet sich in einigen Punkten von der bei Erwachsenen. Kinder sind anfälliger für bestimmte Verletzungen und brauchen oft besondere Aufmerksamkeit:

  • Kindgerechte Ansprache: Sprechen Sie ruhig und kindgerecht, um das Kind zu beruhigen.
  • Notfallmaßnahmen anpassen: Beginnen Sie bei Kindern mit fünf Atemspenden, bevor Sie die HLW im Verhältnis 15:2 durchführen (15 Kompressionen, gefolgt von 2 Atemspenden).
  • Sicherstellung der Atmung: Besonders bei Kleinkindern ist die Sicherstellung der Atmung von größter Bedeutung. Die Atemwege sind schmaler und können leichter blockiert werden.

Vergiftungen und Erstickungen

  • Erkennen einer Vergiftung: Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit können auf eine Vergiftung hinweisen. Suchen Sie nach Anzeichen von gefährlichen Substanzen und kontaktieren Sie sofort den Notruf.
  • Handeln bei Erstickungsgefahr: Schlagen Sie einem erwachsenen Betroffenen fest zwischen die Schulterblätter. Bei Kindern wenden Sie die modifizierte Heimlich-Methode an, indem Sie Druck auf den oberen Bauchbereich ausüben.

Notfallmanagement am Arbeitsplatz

Arbeitsunfälle erfordern spezielle Managementkenntnisse, da schnelle und koordinierte Maßnahmen entscheidend sind:

Betrieblicher Ersthelfer

Jeder Betrieb sollte betriebliche Ersthelfer ausbilden, die regelmäßig geschult werden, um im Ernstfall richtig handeln zu können:

  • Regelmäßige Schulungen: Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter in Erster Hilfe geschult sind und ihre Kenntnisse regelmäßig auffrischen.
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung: Stellen Sie sicher, dass Erste-Hilfe-Kästen stets gefüllt und aktuell sind.

Umgang mit speziellen Risiken

Je nach Branche können spezielle Risiken bestehen, die angepasstes Handeln erfordern:

  • Gefahrstoffe: Bei Berührung mit chemischen Substanzen sollten kontaminierte Kleidung sofort entfernt und die betroffenen Stellen gründlich gespült werden.
  • Elektrounfälle: Bei Stromunfällen trennen Sie das Opfer zuerst von der Stromquelle, ohne selbst in Gefahr zu geraten, zum Beispiel durch den Einsatz eines besenähnlichen Gegenstands aus isoliertem Material.

Erste Hilfe nach einem Unfall

Nach einem Unfall ist schnelles, überlegtes Handeln entscheidend. Ziel der Ersten Hilfe ist es, weitere Schäden zu verhindern, lebenswichtige Funktionen zu sichern und die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe zu überbrücken.

Unfallstelle absichern

Bevor Sie sich um Verletzte kümmern, ist die Sicherung der Unfallstelle besonders wichtig, um Folgeunfälle zu vermeiden:

  • Warnblinkanlage einschalten: Aktivieren Sie sofort die Warnblinkanlage, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
  • Warndreieck aufstellen: Stellen Sie das Warndreieck in ausreichendem Abstand auf (innerorts ca. 50 m, außerorts ca. 100 m, auf Autobahnen ca. 150–200 m).
  • Eigene Sicherheit beachten: Tragen Sie möglichst eine Warnweste und achten Sie auf den fließenden Verkehr oder andere Gefahrenquellen.

Überblick verschaffen und Verletzte einschätzen

Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick über die Situation und die Anzahl der Betroffenen:

  • Anzahl der Verletzten prüfen: Stellen Sie fest, wie viele Personen Hilfe benötigen.
  • Zustand beurteilen: Prüfen Sie Bewusstsein, Atmung und sichtbare Verletzungen.
  • Prioritäten setzen: Versorgen Sie zuerst Personen mit lebensbedrohlichen Verletzungen, wie starken Blutungen oder Atemproblemen.

Notruf absetzen

Sobald die Situation überblickt ist, sollte der Notruf gewählt werden:

  • Notrufnummer 112: Geben Sie alle wichtigen Informationen weiter, insbesondere Unfallort, Art des Unfalls, Anzahl der Verletzten und mögliche Gefahren.
  • Rückfragen abwarten: Beenden Sie das Gespräch erst, wenn die Leitstelle dazu auffordert.

Erste Maßnahmen am Unfallort

Bis der Rettungsdienst eintrifft, können Sie mit einfachen Maßnahmen helfen:

  • Blutungen stillen: Starke Blutungen sollten umgehend mit Druckverbänden oder direktem Druck gestillt werden.
  • Bewusstlose Personen sichern: Atmende, bewusstlose Personen werden in die stabile Seitenlage gebracht.
  • Nicht bewegen bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen: Bewegen Sie Verletzte nur, wenn akute Gefahr besteht, etwa durch Feuer oder Verkehr.
  • Wärmeerhalt: Decken Sie Verletzte mit einer Jacke oder Decke zu, um Unterkühlung zu vermeiden.

Betreuung der Betroffenen

Neben der medizinischen Erstversorgung spielt auch die psychische Betreuung eine wichtige Rolle:

  • Beruhigend sprechen: Bleiben Sie ruhig und sprechen Sie den Betroffenen beruhigend an.
  • Nicht alleine lassen: Bleiben Sie bei den Verletzten, bis Hilfe eintrifft.
  • Keine Nahrung oder Getränke geben: Verletzte sollten nichts essen oder trinken, da dies spätere medizinische Maßnahmen erschweren kann.

Übergabe an den Rettungsdienst

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte ist eine strukturierte Übergabe hilfreich:

  • Informationen weitergeben: Berichten Sie, was passiert ist, welche Maßnahmen Sie durchgeführt haben und ob sich der Zustand der Verletzten verändert hat.
  • Anweisungen befolgen: Unterstützen Sie den Rettungsdienst, wenn Sie dazu aufgefordert werden.
  • Erste Hilfe nach einem Unfall kann entscheidend dazu beitragen, Leben zu retten und die Folgen von Verletzungen zu minimieren. Schon einfache Maßnahmen und umsichtiges Handeln machen einen großen Unterschied, bis professionelle Hilfe übernimmt.

Warum privater Schutz so wichtig ist

Ein Unfall kann nicht nur körperlich, sondern auch finanziell schwere Folgen haben. Alle vier Sekunden ereignet sich in Deutschland ein Unfall, vor allem in der Freizeit, zu Hause oder beim Sport. Genau dort greift der gesetzliche Schutz oft nicht, weshalb eine private Unfallversicherung heute zu den wichtigsten Bausteinen einer soliden Vorsorge gehört. 

In Deutschland gibt es eine gesetzliche Unfallversicherung, die Arbeitnehmer, Schülerinnen und Schüler, Studierende und weitere Personengruppen gegen die Folgen von Arbeits-, Schul- oder Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten absichert. Diese Versicherung ist Teil der sozialen Absicherung und wird durch Arbeitgeber finanziert. Sie greift jedoch nur in bestimmten Lebensbereichen, vor allem bei Unfällen im beruflichen Umfeld oder auf dem Weg dorthin. Für Unfälle in der Freizeit oder zu Hause besteht in der Regel kein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Schutz rund um die Uhr mit privater Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung sorgt dafür, dass du und deine Familie auch nach dem ersten Schock des Unfalls nicht alleine dastehen – sei es bei der finanziellen Belastung durch Krankenhausaufenthalte, Reha-Maßnahmen oder auch bei der Berufsunfähigkeit aufgrund einer schweren Verletzung.

Was deckt eine Unfallversicherung ab?

Eine gute Unfallversicherung bietet dir einen umfassenden Schutz, der weit über die sofortige medizinische Versorgung hinausgeht. Sie übernimmt nicht nur die Kosten für die Behandlung, sondern bietet auch Leistungen wie:

  • Invaliditätsleistungen: Bei schweren Verletzungen, die zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen, erhalten Sie eine Invaliditätsleistung, die dabei hilft, die finanziellen Folgen zu bewältigen.
  • Sofortleistungen bei Schwerverletzungen: Wenn Sie bei einem Unfall schwer verletzt wirst, erhalten Sie eine Sofortzahlung, um bei der Überbrückung der ersten schwierigen Wochen zu helfen.
  • Todesfallleistungen: Im schlimmsten Fall, wenn ein Unfall zum Tod führt, übernimmt die Versicherung die finanziellen Lasten und sichert die Hinterbliebenen ab.
  • Kosten für den Rücktransport und Auslandsschutz: Ein Unfall im Ausland kann zusätzlich hohe Kosten für Rücktransporte und medizinische Versorgung nach sich ziehen, die ebenfalls von der Versicherung übernommen werden.
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Finanzielle Sicherheit für alle (Un)fälle

Vollkommen flexibel oder vollkommener Schutz: Bei unseren Tarifen der Unfallversicherung haben Sie die Wahl

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  • Unfallrente (optional)

Informationen zur Unfallversicherung

Fortbildungsmöglichkeiten in Erste Hilfe

Wissen ist Macht, insbesondere im Bereich der Ersten Hilfe. Es gibt viele Kurse und Schulungen, die Ihre Bereitschaft für Notfälle verbessern:

  • Erste-Hilfe-Kurse: Die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs ist eine wertvolle Möglichkeit, praktische Fähigkeiten zu erlernen und Selbstvertrauen im Umgang mit Notfällen zu gewinnen.
  • Auffrischung der Kenntnisse: Alle zwei bis drei Jahre sollte eine Auffrischung erfolgen, um die Kenntnisse aktuell zu halten und sich mit neuen Techniken und Best Practices vertraut zu machen.
  • Online-Ressourcen: Nutzen Sie Apps und Online-Kurse, die aktuelle Inhalte und Videos zur Ersten Hilfe bieten, um schnell und flexibel zu lernen.

Erste Hilfe ist eine entscheidende Fähigkeit für jeden. Indem Sie sich weiterbilden und regelmäßig üben, tragen Sie nicht nur zur eigenen Sicherheit bei, sondern auch zur Sicherheit Ihrer Mitmenschen. Seien Sie vorbereitet – denn im Notfall zählt jede Sekunde.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Erste Hilfe

  • Zuerst sollte die eigene Sicherheit gewährleistet und die Unfallstelle abgesichert werden. Anschließend erfolgt der Notruf über 112. Danach werden Bewusstsein und Atmung der verletzten Person geprüft und – je nach Zustand – Maßnahmen wie stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung oder Blutstillung eingeleitet.

  • Bei Kindern wird zunächst mit fünf Atemspenden begonnen. Die Wiederbelebung erfolgt anschließend im Verhältnis 15:2 (15 Kompressionen, 2 Atemspenden). Zudem ist eine ruhige, kindgerechte Ansprache besonders wichtig, da Kinder sensibler auf Stresssituationen reagieren.

  • Die gesetzliche Unfallversicherung schützt bei Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen sowie bei anerkannten Berufskrankheiten. Unfälle in der Freizeit, zu Hause oder beim Sport sind in der Regel nicht abgedeckt. Hier kann eine private Unfallversicherung finanziellen Schutz bieten.

  • Fachorganisationen empfehlen, alle zwei bis drei Jahre an einem Auffrischungskurs teilzunehmen. So bleiben Maßnahmen wie Herz-Lungen-Wiederbelebung oder das richtige Verhalten bei Vergiftungen präsent und können im Ernstfall sicher angewendet werden.

Tipps

Fazit

Erste Hilfe ist eine grundlegende Kompetenz, die im Notfall Leben retten kann. Entscheidend sind klare Prioritäten: Eigenschutz, Notruf 112 und gezielte Sofortmaßnahmen wie stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung oder Blutstillung. Auch besondere Situationen – etwa bei Kindern, Vergiftungen oder Arbeitsunfällen – erfordern angepasstes Handeln. Nach einem Unfall gilt es zudem, die Unfallstelle abzusichern, Verletzte zu betreuen und strukturiert an den Rettungsdienst zu übergeben.

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