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Tinnitus Ursachen, Symptome & Behandlung

Die Ohren zählen zu den empfindlichsten Organen unseres Körpers. Da sie mit zahlreichen Nervenenden durchzogen sind, können selbst leichte Reize oder Störungen bereits unangenehme Beschwerden verursachen. Besonders häufig liegen Entzündungen oder Infektionen den Schmerzen zugrunde – sie können das äußere, mittlere oder innere Ohr betreffen. Vor allem Kinder sind anfällig für Ohrenerkrankungen und leiden oftmals unter wiederkehrenden Beschwerden.

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Fachlich geprüft von Dr. med. Noelle-Dominique Albrecht
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Das Wichtigste in Kürze

  • Tin­ni­tus ist ein wahr­ge­nom­me­nes Ohr­ge­rät­sch, wie Pfei­fen, Summen oder Brum­men, ohne äußere Schall­quel­le.
  • Häufige Ur­sa­chen sind Lärm­schä­den, Innen­ohr­entzün­dun­gen, Hörsturz, Durch­blutungsstö­run­gen oder Stress.
  • Diagnose durch umfassende Anamnese, Hör­tests, ggf. bild­ge­bende Verfahren zur Abklärung von puls­sy­nchro­nen Tinnitus.
  • Die Akutphase wird häufig mit entzün­dungs­hemmenden Infusionen oder Medikamenten behandelt.
  • Chronischer Tinnitus ist nicht heilbar, aber behandelbar: Methoden wie Entspannungs­techniken und Tinnitus-Retraining können helfen.

SOS Tipps: Mit Tin­ni­tus um­ge­hen ler­nen

Ab­hän­gig vom Schwe­re­grad des Tin­ni­tus ist der in­di­vi­du­el­le Lei­dens­druck un­ter­schied­lich stark aus­ge­prägt. Um die quä­len­den Ohr­ge­räu­sche bes­ser zu er­tra­gen, kann man selbst ei­ni­ges tun:

Stil­le mei­den: Je ru­hi­ger die Um­ge­bung ist, des­to stär­ker fal­len die in­ne­ren Ohr­ge­räu­sche ins Ge­wicht. 

Mu­sik oder an­de­re po­si­tiv be­setz­te Ton­ereig­nis­se an­hö­ren: lei­se In­stru­men­tal­stü­cke, Mee­res­rau­schen, Vo­gel­zwit­scher­n oder Hör­spie­le 

Star­ke Lärm­quel­len mei­den

Ge­las­sen­heit üben: Ent­span­nung hilft da­bei, den Stress­pe­gel, der bei Tin­ni­tus ent­ste­hen kann, zu sen­ken.

Illustration eines Stethoskops.

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Was ist Tin­ni­tus?

An Tin­ni­tus Er­krank­te neh­men Ge­räu­sche wahr, ohne dass da­für eine äu­ße­re Schall­quel­le exis­tiert. Nur in sel­te­nen Fäl­len, beim so­ge­nann­ten ob­jek­ti­ven Tin­ni­tus, ent­steht das Oh­ren­sau­sen auf­grund einer vor­han­de­nen Ge­räusch­quel­le, die meist im In­nen­ohr liegt. Die Sym­ptom­be­zeich­nung Tin­ni­tus au­ri­um (Tin­ni­tus) setzt sich zu­sam­men aus dem la­tei­ni­schen „tin­nie­re“: klin­geln und dem Wort „au­ris“: Ohr. Tin­ni­tus wird häu­fig auch als Phan­tom­ge­räusch be­zeich­net. Das Ge­räusch kann an­dau­ernd oder auch nur zeit­wei­se da sein. Bei ei­ni­gen Be­trof­fe­nen ist es auf bei­den Ohren wahr­nehm­bar, bei an­de­ren nur auf einem Ohr. 

Ur­sa­chen für Tin­ni­tus

KategorieForm / UrsacheMechanismus / BeschreibungBeispiele / Hinweise
GrundformenSubjektiver TinnitusGeräusche nur für Betroffene hörbar; keine äußere Schallquelle; Fehlverarbeitung im Hörsystem (Gehirn/Nervenaktivität)Häufigste Form
 Objektiver TinnitusReale, messbare Schallquelle im Körper (z. B. Gefäße, Muskeln)Selten
Ohrenbezogene UrsachenOhrenschmalz / FremdkörperVerstopfter Gehörgang erzeugt OhrgeräuscheMechanische Ursache
 SchwerhörigkeitGehirn kompensiert fehlende Signale → erhöhte AktivitätHäufiger Auslöser
 HörsturzDurchblutungsstörung im Innenohr; oft einseitig~70 % entwickeln Tinnitus
 Lärm-/KnalltraumaSchädigung der Sinneszellen durch starken SchalldruckKonzerte, Kopfhörer, Explosionen
 Entzündungen (Innen-/Mittelohr)Reizung des HörsystemsMeist vorübergehend
 TrommelfellverletzungHörminderung durch Schädigungz. B. durch Druck, Schläge, Reinigung
 TubenfunktionsstörungBelüftungsstörung → Druckgefühl, KnackenEustachische Röhre blockiert
 Morbus MenièreInnenohrerkrankung mit Schwindel, ÜbelkeitOft tieffrequenter Tinnitus
 DruckveränderungenVeränderter Umgebungsdruck beeinflusst OhrTauchen, Fliegen
Systemische UrsachenHerz-Kreislauf-ErkrankungenDurchblutungsstörungen beeinflussen Innenohrz. B. Bluthochdruck, Herzrh ythmusstörungen
 ArterioskleroseGefäßverengung → reduzierte InnenohrdurchblutungPlaques in Kopf-/Halsgefäßen
 HormonstörungenHormonelle Veränderungen beeinflussen Hörsystemz. B. Wechseljahre
 StoffwechselerkrankungenStörungen im Stoffwechsel wirken auf Hörfunktionz. B. Diabetes, Nierenerkrankungen
 ZNS-ErkrankungenVeränderungen im Gehirn/Hörnervz. B. MS, Meningitis, Tumore
 AkustikusneurinomGutartiger Tumor am HörnervSchwindel & Hörverlust
 OtoskleroseVerknöcherung im MittelohrSchallübertragung gestört
Weitere körperliche UrsachenHalswirbelsäuleFehlfunktionen evtl. beteiligt (umstritten)z. B. Blockaden
 Kiefer/ZähneMuskelverspannung, FehlstellungenCMD, Zähneknirschen
Exogene / Lebensstil-FaktorenMedikamenteBeeinflussung des Hörsystemsz. B. Antibiotika, Diuretika, ASS, Chemotherapie
 AlkoholBeeinträchtigt Nerven- und GefäßfunktionBei hohem Konsum
 Stress / PsycheÜberlastung verstärkt FehlverarbeitungSehr häufig (≈50 %)
Objektiver Tinnitus – UrsachenOffene OhrtrompeteDauerhaft offene Verbindung → hörbare GeräuscheBeim Sprechen/Schlucken
 HerzklappenerkrankungStrömungsgeräusche im BlutPuls-synchron möglich
 AnämieVeränderte BlutströmungKann Geräusche verursachen
 GlomustumorGefäßreicher gutartiger TumorSeltene Ursache

Tin­ni­tus – Ar­ten

Aku­ter Tin­ni­tus

Wenn das Ohr­ge­räusch seit we­ni­ger als drei Mo­na­ten da ist. Meist geht das Symp­tom mit einer Er­kran­kung des Oh­res ein­her. Aku­ter Tin­ni­tus kann in eine län­ge­re Ver­laufs­form über­ge­hen und chro­nisch wer­den.

Chro­ni­scher Tin­ni­tus

Wenn die Ohr­ge­räu­sche be­reits län­ger als drei Mo­na­te be­ste­hen. Trotz Be­hand­lung kön­nen die quä­len­den Tö­ne über meh­re­re Jah­re exis­tie­ren. Ab­hän­gig von der Aus­prä­gung der Ohr­ge­räu­sche, kom­men Be­trof­fe­ne gut oder schwe­rer da­mit zu­recht.

Tin­ni­tus-Symp­to­me

Je­der Be­trof­fe­ne nimmt die Ge­räu­sche im Ohr an­ders wahr. Häu­fig wer­den sie be­schrie­ben als: Pie­pen, Sum­men, Krei­schen, Brum­men oder Rau­schen. Die Tö­ne kön­nen ent­we­der im­mer gleich in­ten­siv sein oder rhyth­misch an- und ab­schwel­len.

Man un­ter­schei­det vier Schwe­re­gra­de:

Grad I: Die Ohr­ge­räu­sche kön­nen gut kom­pen­siert wer­den und stö­ren nicht.

Grad II: Der Tin­ni­tus ist we­ni­ger gut aus­zu­hal­ten als bei Grad I. Be­son­ders bei Stil­le oder Stress macht er sich un­an­ge­nehm be­merk­bar.

Grad III: Die Ohr­ge­räu­sche wer­den als er­heb­li­che Be­las­tung emp­fun­den. Be­trof­fe­ne lei­den unter Pro­ble­men auf kog­ni­tiver, emo­tio­na­ler und kör­per­li­cher Ebe­ne. Schlaf- und Kon­zen­tra­tions­stö­rung­en sind eben­so die Fol­ge wie Kopf­schmer­zen und Mus­kel­ver­span­nun­gen. Die Pa­tien­ten füh­len sich der Si­tua­ti­on hilf­los aus­ge­lie­fert.

Grad IV: Die Tin­ni­tus-Symp­to­me be­ein­träch­ti­gen das Da­sein der Be­trof­fe­nen sehr stark. Sie kön­nen nicht mehr am Be­rufs­le­ben teil­neh­men und zie­hen sich aus so­zia­len Be­zie­hun­gen zu­rück. Oft prä­gen sich psy­chi­sche Stö­rung­en wie De­pres­sio­nen oder Ängs­te aus.

Tin­ni­tus – Wann zum Arzt?

Das Auf­tre­ten von Ohr­ge­räu­schen muss nicht gleich be­sorg­nis­er­re­gend sein. Häu­fig hel­fen schon Ent­span­nungs­tech­ni­ken und die lei­di­gen Pfeif- oder Zisch­tö­ne, das Rau­schen oder Klop­fen, ver­schwin­den wie­der. Blei­ben die Ge­räu­sche je­doch be­ste­hen, soll­ten Be­trof­fe­ne nach spä­tes­tens zwei Ta­gen den Hals-Na­sen-Oh­ren-Arzt (HNO-Arzt) auf­su­chen.

Tin­ni­tus – Dia­gno­se

Ist ein erst­mals auf­tre­ten­der Tin­ni­tus auch nach zwei Ta­gen nicht ver­schwun­den, soll­te ein Hals-Na­sen-Oh­ren­arzt kon­sul­tiert wer­den. Vor der kör­per­li­chen Un­ter­su­chung wird der Arzt ei­ni­ge Fra­gen zu den Be­schwer­den stel­len. Zum Bei­spiel, seit wann der Tin­ni­tus be­steht oder ob es Aus­lö­ser wie Stress, Lärm oder ei­nen Un­fall gab. Der HNO-Arzt wird sich auch die Art der Oh­ren­ge­räu­sche nä­her be­schrei­ben las­sen. Und na­tür­lich wird er sich nach Vor­er­kran­kun­gen wie Dia­be­tes, Herz­krank­hei­ten, Blut­hoch­druck oder ei­nem ak­tu­el­len In­fekt er­kun­di­gen.

Un­ter­su­chung bei Tin­ni­tus

Um eine ge­naue Dia­gno­se stel­len zu kön­nen, sind in der Re­gel fol­gen­de Un­ter­su­chun­gen an­ge­zeigt:

Hör­test: Da­bei wird die Hör­leis­tung des In­nen­ohrs ge­tes­tet. Bei Schwer­hö­rig­keit ver­sucht der Kör­per dies aus­zu­glei­chen. Das kann dann Ohr­ge­räu­sche her­vor­ru­fen.

Ohr­mi­kro­sko­pie: Mit ei­nem Ohr­mi­kro­skop un­ter­sucht der HNO-Arzt Au­ßen­ohr und Trom­mel­fell. So kann er se­hen, ob das Trom­mel­fell ver­letzt ist oder nur ein Schmalz­propf stört.

Gleich­ge­wichts­prü­fung (Ves­ti­bu­la­res Dia­gnos­tik): Ist der Gleich­ge­wichts­sinn ge­stört, kann die Ur­sa­che des Tin­ni­tus im In­nen­ohr lie­gen. Bei ei­nem sol­chen Test, wird der Pa­tient zum Bei­spiel ge­be­ten, mit ge­schlos­se­nen Au­gen mög­lichst lan­ge auf ei­nem Bein zu ste­hen.

Spie­ge­lung des Na­sen-Ra­chen-Raums (Na­so­phar­yn­go­sko­pie): Bei die­ser Un­ter­su­chung lässt sich fest­stel­len, ob sich die Um­ge­bung des Ohrs krank­haft ver­än­dert hat.

Hirn­stam­ma­u­di­o­me­trie (BERA): Bei die­sem spe­zi­el­len Hör­test wird der Hör­nerv über­prüft.

Tym­pa­no­gramm: Da­mit wird die Trom­mel­fell­be­we­g­lich­keit gra­fisch dar­ge­stellt. Der Arzt er­hält so In­for­ma­tio­nen über die Druck- und Schwin­gungs­ver­hält­nis­se im Mit­te­lohr.

Tin­ni­tus-Mas­king: Mit­hil­fe die­ser Un­ter­su­chung kann der Arzt fest­stel­len, ob es mög­li­che Fre­quen­zen gibt, die den Tin­ni­tus des Pa­tien­ten ver­de­cken bzw. mas­kie­ren. Gleich­zei­tig lässt sich er­ken­nen, wel­che Fre­quen­zen das leis­ten: Über ei­nen Kopf­hö­rer be­kommt der Pa­tient so lan­ge un­ter­schied­li­che Tö­ne ein­ge­spielt, bis er den Tin­ni­tus nicht mehr wahr­nimmt. Die ent­spre­chen­de Fre­quenz wird dann als Mas­kie­rungs­le­vel be­zeich­net.

Tin­ni­tus-Mat­ching: Da­bei kann der Hals-Na­sen-Oh­ren-Arzt Fre­quenz und Laut­stär­ke des Tin­ni­tus-To­nes be­stim­men.

Tin­ni­tus kann auch durch an­de­re Ur­sa­chen als eine Stö­rung des Hör­sys­tems aus­ge­löst wer­den. Das kön­nen zum Bei­spiel Ar­te­ri­en­ver­kal­kung, Blut­hoch­druck, Pro­ble­me mit der Hals­wir­bel­säu­le so­wie Zahn- und Kie­fer­fehl­stel­lun­gen sein. Zur ge­nau­e­ren Un­ter­su­chung wird der Arzt je nach spe­zi­fi­schem Fall den Blut­druck mes­sen, das Blut un­ter­su­chen, die Hals­ge­fä­ße mit­tels Ultra­schall kon­trol­lie­ren oder den Kau­ap­pa­rat prü­fen. Ge­ge­be­nen­falls sind auch or­tho­pä­di­sche Un­ter­su­chun­gen an­ge­zeigt und sol­che durch bild­ge­ben­de Ver­fah­ren wie zum Bei­spiel Kern­spin­to­mo­gra­fie.

Tin­ni­tus – The­ra­pie

KategorieTherapieformMaßnahmenZiel / WirkungBesonderheiten / Hinweise
AllgemeinGrundprinzipUrsachensuche, frühzeitige BehandlungOptimierung der HeilungschancenTherapie richtet sich immer nach der Ursache
AkutStandardtherapieEntzündungshemmende Infusionen/MedikamenteReduktion von Entzündungen, SymptomlinderungFrüher Therapiebeginn entscheidend
 DurchblutungsförderungInfusionen zur besseren Blut- und Sauerstoffversorgung des InnenohrsVerbesserung der HörfunktionHäufig bei Innenohr-Ursache oder unklarer Ursache
 KortisontherapieEntzündungshemmende Medikamente (z. B. Kortison)Hemmung entzündlicher ProzesseBei vermuteter Entzündung
 PhysiotherapieKrankengymnastik bei HWS-ProblemenLösung muskulärer/struktureller UrsachenBei Wirbelsäulenbedingtem Tinnitus
 KieferorthopädieBehandlung von KieferfehlstellungenEntlastung des KiefergelenksBei CMD oder Zahnfehlstellungen
 Hyperbare SauerstofftherapieSauerstoffzufuhr in DruckkammerVerbesserung der Sauerstoffversorgung im InnenohrUmstrittene Wirksamkeit; Einsatz bei Therapieversagen
Chronisch (>3 Monate)GrundansatzIndividuelle Therapie je nach Schweregrad (Grad I–IV)Reduktion des LeidensdrucksBis zu 1/3 spontane Besserung möglich
 DurchblutungsförderungInfusionstherapieUnterstützung der InnenohrversorgungHäufig eingesetzte Basismaßnahme
 StressreduktionEntspannungstechniken (Yoga, Meditation, PMR, Tai Chi, Qigong)Senkung von Stress als Auslöser/VerstärkerRegelmäßige Anwendung wichtig
 PsychotherapieKognitive VerhaltenstherapieVeränderung der Wahrnehmung, bessere BewältigungVerbesserung der Lebensqualität; Behandlung von Angst/Depression
 MedikamenteAntidepressiva (bei hohem Leidensdruck)Linderung psychischer Belastung, indirekte SymptomverbesserungErgänzend bei Begleiterkrankungen
 Hörgeräte / MaskerTinnitus-Masker (Rauschgeneratoren)Überdeckung oder Abschwächung des TinnitusGewöhnungseffekt im Hörsystem
 Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)Kombination aus akustischer Stimulation, Verhaltenstherapie und Beratung„Ausblenden“ des Tinnitus aus dem BewusstseinInterdisziplinär (HNO, Psychologie, Akustik); langfristiger Ansatz
 SelbsthilfeAustausch in SelbsthilfegruppenEmotionale Entlastung, Erfahrungsaustauschz. B. Deutsche Tinnitus-Liga

Tin­ni­tus: ICD-Code

Je­der Krank­heit ist in der Me­di­zin ein ei­ge­ner ICD-Code zu­ge­ord­net. Die Ab­kür­zung ICD (eng­lisch) steht da­bei für In­ter­na­tio­nal Sta­tis­ti­cal Clas­si­fi­ca­tion of Di­seas­es and Re­la­ted Health Prob­lems. Das Klas­si­fi­zie­rungs­sys­tem ist welt­weit an­er­kannt und ei­nes der wich­tigs­ten für me­di­zi­ni­sche Dia­gno­sen. So wer­den bei­spiels­wei­se Er­kran­kun­gen des Oh­res und des War­zen­fort­sat­zes un­ter der Be­zeich­nung „H60-H95“ er­fasst. Für Tin­ni­tus steht der ICD-Code: H93. Häu­fig hilft die Ein­ga­be die­ses Codes auch bei der Re­cher­che im In­ter­net wei­ter.

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  • Kosten für Arznei- und Verbandsmittel
  • Heil- und Hilfs­mittel
  • Schutz­impfungen und Vorsorge­unter­such­ungen

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Hilft Ho­möo­pa­thie bei Tin­ni­tus?

Da die Aus­lö­ser für Tin­ni­tus un­ter­schied­lich sind, muss bei der Ga­be ho­möo­pa­thi­scher Mit­tel auf die spe­zi­fi­sche Er­kran­kung ge­blickt wer­den. Ein er­fah­re­ner Ho­möo­path kann dies am bes­ten be­ur­tei­len. Hilf­reich kann Ho­möo­pa­thie ins­be­son­de­re bei Tin­ni­tus durch Stress­be­las­tun­gen sein. Da­für bie­ten sich un­ter an­de­rem fol­gen­de ho­möo­pa­thi­sche Arz­nei­mit­tel an:

Ly­co­po­di­um: Bei Stress, Druck und Über­for­de­rung. Wenn Ohr­ge­räu­sche häu­fig in Kom­bi­na­ti­on mit Kopf­schmer­zen und vor al­lem rechts auf­tre­ten. Auch in Ver­bin­dung mit Hör­sturz.

Cal­ci­um car­bo­ni­cum: Bei kör­per­li­chen und/oder geis­ti­gen Er­schöp­fungs­sit­ua­tio­nen. Wenn Be­trof­fe­ne ein aus­ge­präg­tes Pflicht- und Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl ha­ben. Ohr­ge­räu­sche tre­ten oft beim Na­sen­put­zen, Kau­en oder Schluck­en auf. Auch in Ver­bin­dung mit ei­nem Hör­sturz.

Pul­sa­til­la: Wenn man sich in ei­ner emo­tio­nal un­si­che­ren Si­tu­a­ti­on be­fin­det, nach Trost und Ver­ständ­nis sucht. Ohr­ge­räu­sche tre­ten häu­fig in Kom­bi­na­ti­on mit Schnup­fen auf. Auch bei Ver­stop­fungs­ge­fühl in den Oh­ren und Kopf­schmerz. Ohr­tö­ne stel­len sich hier meist als puls­syn­chro­nes Rau­schen dar.

Nux vo­mi­ca: Be­trof­fe­ne sind oft über­ar­bei­tet, sehr ehr­gei­zig und leis­tungs­ori­en­tiert. Ohr­ge­räu­sche ent­ste­hen in Ver­bin­dung mit Kopf­schmerz und sind häu­fig puls­syn­chron.

Aku­punk­tur bei Tin­ni­tus

Ei­ne The­ra­pie mit Aku­punk­tur kann bei un­ter­schied­li­chen Aus­prä­gun­gen der Ohr­ge­räu­sche wirk­sam sein (u.a. bei Mor­bus Me­nié­re). Laut An­nah­me der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schen Me­di­zin liegt bei Tin­ni­tus ei­ne so­ge­nann­te Fül­le­stö­rung der Le­ber in Form ei­nes „auf­stei­gen­den Le­ber-Yang oder auch Le­ber-Feu­ers“ vor. In der Re­gel wird dann mit kräfti­ger Na­del­sti­mu­la­ti­on ge­ar­bei­tet (se­die­rend). Liegt ei­ne so­ge­nann­te Nie­ren­schwä­che (nicht wie in der Schul­me­di­zin zu ver­ste­hen) zu­grun­de, dann wird Mo­xi­bus­ti­on – zu­sätz­li­ches An­wär­men der Aku­punk­tur­punk­te – emp­foh­len. Nach rund 15 bis 20 Be­hand­lun­gen soll sich die In­ten­si­tät der Ohr­ge­räu­sche deut­lich ver­rin­gern.

Tin­ni­tus – Wie fin­de ich das rich­ti­ge Kran­ken­haus? 

Auf der Su­che nach ei­nem pas­sen­den Kran­ken­haus, das sich mit der Be­hand­lung von Tin­ni­tus gut aus­kennt er­hält man über die Web­sei­te www.aerzteblatt.de ei­ni­ge hilf­rei­che Ver­lin­kun­gen. Un­ter an­de­rem zu www.weis­se-lis­te.de, www.kli­ni­ken.de und www.kran­ken­haus.de. Ei­ne be­son­ders um­fas­sen­de Über­sicht bie­tet die Sei­te www.kli­ni­ken.de. Hier sind ak­tu­ell 3.846 Kran­ken­häu­ser aus Deutsch­land, Ös­ter­reich und der Schweiz ge­lis­tet. Zu­sätz­lich gibt es de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zu Fach­ab­tei­lun­gen der Kli­ni­ken so­wie Qua­li­täts­be­rich­te.

Auf die Start­sei­te von www.kli­ni­ken.de ge­hen: Un­ter dem Me­nü­punkt „Top-10“ kann man spe­zi­ell nach Krank­hei­ten und Dia­gno­sen su­chen. Am bes­ten gibt man hier den ICD-Code für Tin­ni­tus ein: H93. An­schlie­ßend auf das dar­un­ter lie­gen­de Feld mit dem Text „VIII Krank­hei­ten des Oh­res und des War­zen­fort­sat­zes“ kli­cken. Dann er­schei­nen rechts da­von die ge­such­ten Kran­ken­häu­ser, sor­tiert nach dem Ran­king ih­rer Fall­zah­len. Auf Platz 1 fin­det sich das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frei­burg, auf Platz 2 das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Müns­ter, Platz 3 be­legt die Ber­li­ner Cha­ri­té, usw.

Adres­sen von Kli­ni­ken und Ärz­ten sind eben­falls über die Deut­sche Tin­ni­tus-Li­ga  www.tin­ni­tus-li­ga.de er­hält­lich. Al­ler­dings sind die­se An­ga­ben aus­schließ­lich Mit­glie­dern vor­be­hal­ten.

Tin­ni­tus - Was über­nimmt die DFV?

Die am­bu­lan­te Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rung DFV-Am­bu­lant­Schutz er­stat­tet Ih­nen ge­setz­lich vor­ge­se­he­ne Zu­zah­lun­gen für Arz­nei-, Ver­bands-, Heil- und Hilfs­mit­tel und die Fahr­t­kos­ten im Rah­men ei­ner am­bu­lan­ten Be­hand­lung. Der DFV-Am­bu­lant­Schutz bie­tet Ih­nen zu­dem er­wei­ter­te Vor­sor­ge­leis­tun­gen und steht Ih­nen auch fi­nan­zi­ell zur Sei­te, wenn ei­ne schwe­re Krank­heit fest­ge­stellt wird.

Im Fal­le ei­ner Er­kran­kung war­ten Sie mit der Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung DFV-Kli­nik­Schutz Ex­klu­siv nicht län­ger als 5 Ta­ge auf ei­nen Ter­min bei ei­nem spe­zia­li­sier­ten Fach­arzt.

Sie pro­fi­tie­ren zu­dem von Chef­arzt­be­hand­lung, Ein­bett­zim­mer, frei­er Kran­ken­haus­wahl und Kran­ken­haus­ta­ge­geld bei ei­nem sta­tio­nä­ren Kli­nik­auf­ent­halt. Der DFV-Kli­nik­Schutz macht Sie zum Pri­vat­pa­tien­ten im Kran­ken­haus inkl. Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung.

FAQ – Häufige Fragen zu Tinnitus

  • Gegen Tinnitus gibt es kein allgemeingültiges Rezept. Abhängig von der Ursache der Ohrgeräusche, setzt die entsprechende Behandlung an. Wer unter einer chronischen Verlaufsform leidet, dem kann zum Beispiel eine Tinnitus-Retraining-Therapie helfen. Dabei arbeiten HNO-Arzt, Psychologe und Hörgeräteakustiker zusammen (auch von der Deutschen Tinnitus Liga empfohlen). Oft bildet sich Tinnitus jedoch von alleine zurück.

  • Auch eigene Strategien helfen, mit Tinnitus besser zu leben:

    Stille meiden – Hintergrundmusik oder andere Töne drängen das Ohrgeräusch in den Hintergrund. Entspannungstechniken lernen – Stress kann Tinnitus auslösen und auch verstärken. Eine kognitive Verhaltenstherapie hilft vielen Betroffenen beim Umgang mit dem Ohrensausen und erhöht so die Lebensqualität trotz Tinnitus.

  • Gerade wenn es still ist, kann Tinnitus besonders belastend sein. Das Einschlafen fällt Betroffenen daher oft schwer. Viele empfinden es dann als hilfreich, Außengeräusche, die das Brausen im Ohr übertönen, ins Spiel zu bringen. Indem man beispielsweise leise Musik hört oder Naturgeräusche wie Meereswellen oder Vogelgezwitscher.

  • Wenn Tinnitus nach circa zwei Tagen nicht von alleine verschwindet, sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt konsultiert werden. Je eher eine Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen, dass der Tinnitus wieder aufhört. 

    An Tinnitus Erkrankte erhalten weiterführende Informationen bei der Deutschen Tinnitus-Liga und auch bei der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (Leitlinie „Chronischer Tinnitus“).

  • Tinnitus kann nach kurzer Zeit wieder weggehen, mehrere Jahre oder gar lebenslang andauern. Treten die Ohrgeräusche beispielsweise nach einem lauten Konzert auf, lässt das unangenehme Brummen oder Piepsen in der Regel bald von alleine nach. Entsteht Tinnitus infolge einer Mittelohrentzündung, kann das Symptom aufhören, wenn die Entzündung erfolgreich behandelt wurde. Aber auch bei chronischen Verlaufsformen, die mehrere Jahre andauern, verschwinden die Phantomgeräusche bei rund einem Drittel von alleine.

  • Wer sehr stark und auch lange Zeit unter Tinnitus leidet, kann zusätzlich psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen entwickeln. In schweren Fällen ziehen sich Betroffene aus dem sozialen Leben zurück und werden berufsunfähig. Andere, bei denen der Tinnitus weniger stark ausgeprägt ist, sind in der Lage, die Ohrgeräusche gut zu kompensieren. Sie sind im Alltag nicht oder weniger beeinträchtigt. Häufig kommt es auch zu einer gestörten Hörverarbeitung und -wahrnehmung wie Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) und verzerrtem Hören (Dysakusis). Weitere Begleiterscheinungen können u.a. Schlafprobleme, Müdigkeit, Erschöpfung und Herz-Kreislauf-Probleme sein.

  • Tinnitus stellt selten eine ernste Ursache dar, sollte aber ärztlich abgeklärt werden, wenn er plötzlich mit Hörverlust, starken Schwindelattacken, Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen oder Ohrdruck auftritt. Auch bei pulsierendem Tinnitus oder starken psychischen Belastungen wie Schlaflosigkeit und Angst ist ärztlicher Rat wichtig. Treten neue Symptome auf oder verschlechtert sich das Hören, empfiehlt sich eine zeitnahe Untersuchung beim HNO-Arzt, um ernste Ursachen auszuschließen und gezielt zu behandeln.

  • Die psychischen Auswirkungen von Tinnitus wie Sorgen, Schlafprobleme oder depressive Verstimmungen sind häufig und nachvollziehbar. Der Austausch in Selbsthilfegruppen, Gespräche mit vertrauten Personen oder spezialisierten Fachleuten sowie Entspannungsverfahren wie Muskelentspannung und Achtsamkeitsübungen können helfen. Auch kognitive Verhaltenstherapie ist oft unterstützend. Professionelle Hilfe sollte in Anspruch genommen werden, wenn die Belastung anhält, um die Lebensqualität zu verbessern.

Tipps

Fazit

Tinnitus sind Ohrgeräusche ohne äußere Quelle mit vielfältigen Ursachen. Entscheidend ist eine gründliche ärztliche Abklärung. Während akuter Tinnitus oft medikamentös behandelbar ist, steht bei chronischem Tinnitus die Linderung des Leidensdrucks im Fokus. Multimodale Ansätze wie Retraining, Hörhilfen und Entspannung können die Lebensqualität deutlich verbessern.

  • Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen  rund um das Thema Gesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Mediziner zu konsultieren.

    Unsere Inhalte werden auf Basis aktueller, wissenschaftlicher Studien verfasst, von einem Team aus Fachärzten und Redakteuren erstellt, dauerhaft geprüft und optimiert.

    Alle Angaben ohne Gewähr.

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