Syphilis© Tatiana Shepeleva

Syphilis Ursachen, Symptome, Therapie

Syphilis ist eine ansteckende Krankheit. Übertragen wird sie durch Geschlechtsverkehr oder direkten Blutkontakt. Rechtzeitig entdeckt, kann die Bakterieninfektion gut behandelt werden und vollständig ausheilen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Syphilis ist eine ansteckende Krankheit, die vor allem beim Sex übertragen wird.

  • Am Anfang zeigt sich oft ein kleines, schmerzloses Geschwür an den Geschlechtsorganen.

  • Später können Fieber, Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten auftreten.

  • Ohne Behandlung kann die Krankheit nach Jahren Organe und Nerven schwer schädigen.

  • Mit Antibiotika lässt sich Syphilis gut heilen, wenn sie früh erkannt wird.

Was ist Syphilis?

Syphilis ist eine Infektionskrankheit, die auch als harter Schanker oder Lues bekannt ist. Erreger sind Treponema-pallidum-Bakterien. Als sexuell übertagbare Erkrankung zählt Syphilis zu den Geschlechtskrankheiten. Eine Infektion kann aber auch durch direktes Eindringen des Erregers in die Blutbahn erfolgen. Zum Beispiel durch ein benutztes Injektionsbesteck oder eine kontaminierte Blutkonserve. In den vergangenen Jahren sind die Infektionszahlen stetig weiter angestiegen. Das Risiko einer Ansteckung ist daher nicht unbeträchtlich. Schwangere mit einer Syphilis-Infektion können die Treponema Bakterien auch auf das ungeborene Kind übertragen. Ein Syphilis-Test wird daher häufig sicherheitshalber empfohlen.

Syphilis – Verlauf

Syphilis – Verlauf

Syphilis (Lues) ist eine Geschlechtskrankheit, die in vier Stadien mit unterschiedlichen Krankheitszeichen voranschreitet. Diese Stadien können durch langanhaltende Ruhephasen ohne Symptome unterbrochen sein. Zwischen der Infektion und dem letzten Stadium der Krankheit vergehen oft Jahrzehnte. Syphilis ist sehr ansteckend. Die größte Infektionsgefahr besteht während der ersten beiden Krankheitsstadien.

StadiumTypische SymptomeVerlauf / BesonderheitenInfektionsrisiko / Hinweise
1. Stadium (Primärsyphilis)Schmerzloses Geschwür (Ulkus), aus rötlichem Fleck werden Knötchen und dann ein offenes Geschwür, zudem kommt es zu geschwollenen LymphknotenEntsteht ca. 3 Wochen nach Ansteckung an Eintrittsstelle (z. B. Genitalien, Mund, After), heilt oft nach 4–6 Wochen von selbstSehr ansteckend durch austretende Flüssigkeit, Behandlung dringend empfohlen
2. Stadium (Sekundärsyphilis)Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag, nässende Geschwüre, ggf. Haarausfall, SchleimhautveränderungenSymptome treten 4–10 Wochen nach Infektion auf, können sich zurückbilden oder wiederkehrenSehr ansteckend, Erreger breitet sich im Körper aus
LatenzphaseKeine sichtbaren SymptomeKann mehrere Jahre (3–10 Jahre) dauern, Erreger bleibt im Körper aktivWeiterhin ansteckend, Übergang zur Spätsyphilis möglich
3. Stadium (Spätsyphilis)Schädigung von Haut, Schleimhäuten und inneren Organen, Gewebeknoten und Geschwüre, Gewebezerfall (Nekrosen)Tritt nach 3–15 Jahren auf, betrifft u. a. Herz, Skelett und OrganeNoch behandelbar, aber bereits schwere Organschäden möglich
4. Stadium (Neurosyphilis)Neurologische Ausfälle durch fortschreitende Entzündungen, gestörte Reflexe, Bewegungsstörungen, Inkontinenz, Impotenz, Sensibilitätsstörungen, Schwindel, Lähmungen10–20 Jahre nach Infektion, Befall von Gehirn und RückenmarkSchwere Spätfolgen bei unbehandelter Erkrankung

Syphilis – Symptome

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die sich langsam entwickelt und mit jedem Stadium ein verändertes Krankheitsbild aufweist. Etwa die Hälfte der Infizierten verzeichnen nach der Ansteckung keine Beschwerden. Bei circa 50 Prozent der Patienten zeigen sich 10 bis 90 Tage nach der Ansteckung mit dem Syphilis-Erreger die ersten Symptome. An der Infektionsstelle bildet sich ein roter Fleck, der sich zu einem Geschwür entwickelt. Meist sind Penis, Schamlippen oder Vagina betroffen. Aber auch im Mund, Rachen, Enddarm und Analkanal sind Infektionen möglich. Das Geschwür hat einen leicht erhöhten Rand und bereitet in der Regel keinerlei Schmerzen. Auf dem Geschwür zeigt sich eine gelbliche Kruste. Ein klares Sekret wird abgesondert, das stark mit Erregern belastet und sehr infektiös ist. In der näheren Umgebung des Geschwürs sind die Lymphknoten meist angeschwollen und verhärtet.

Nach vier bis zehn Wochen hat sich der Krankheitserreger so weit im Körper ausgebreitet, dass sich grippeähnliche Symptome entwickeln: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Am Rumpf zeigen sich rötliche Flecken, die zu nässenden Hautknötchen werden. Das austretende Sekret ist sehr infektiös. Im Anschluss an dieses zweite Stadium der Syphilis verschwinden alle Symptome für viele Jahre. Auffallend ist, dass die Geschwüre meist nicht einmal Narben hinterlassen.

Dieses anhaltende Abklingen der Beschwerden ist allerdings trügerisch, denn die Krankheit tritt danach mit Vehemenz wieder auf. Nun ist der gesamte Organismus betroffen, einschließlich innerer Organe, Knochen, Blutgefäßen (Kardiovaskuläre Syphilis) und zentralem Nervensystem. Die Krankheitszeichen sind entsprechend vielfältig. Unbehandelt kann Syphilis zu Siechtum und Tod führen. Schon bei den Symptomen des ersten Krankheitsstadiums sollte sofort eine Arztpraxis aufgesucht werden ¬– selbst, wenn nur ein vager Verdacht besteht. Die Gefahr, durch intimen Körperkontakt, andere Menschen anzustecken, ist in dieser Phase besonders hoch. Die Behandlungsaussichten sind zudem gerade im Anfangsstadium sehr gut.

Illustration eines Stethoskops.

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Syphilis – Ursachen

Syphilis ist eine Infektionskrankheit. Auslöser ist das Bakterium Treponema pallidum. Meist erfolgt die Ansteckung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Je nach angewendeter Sexualpraktik kann der Infektionsort, von dem sich die Krankheit ausbreitet, unterschiedlich sein. Der Erreger ist auch durch einen Kuss übertragbar, wenn beide Personen eine Verletzung oder eine Entzündung im Mund haben. Zudem kann eine Erkrankung an Syphilis weitere Infektionen zum Beispiel mit HIV oder Hepatitis fördern. Für eine Ansteckung genügt der direkte Kontakt des Blutes eines Erkrankten mit dem Blut einer anderen Person. Beispiele sind die mehrfache Verwendung von Spritzen oder eine Bluttransfusion mit infiziertem Blut. Letzteres passiert allerdings nur extrem selten, weil hierzulande Blutkonserven standardmäßig auf eine Verunreinigung mit dem Erreger getestet werden.

Kinder können von Geburt an mit Syphilis infiziert sein. Denn während der Schwangerschaft kann die Krankheit von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden.

Syphilis – Diagnose

Die Diagnose Syphilis wurde im Lauf der letzten Jahre durch steigende Ansteckungszahlen immer häufiger gestellt. Aus diesem Grund begegnen Ärzte in der Praxis immer mehr Patienten mit typischen Beschwerden und vertrauten Krankheitszeichen. Der Arzt fragt den Patienten im Rahmen der Anamnese zunächst nach bekannten Vorerkrankungen. Besonders nach einer eventuellen HIV-Infektion. Das Virus tritt nicht selten gemeinsam mit einer Syphilis-Infektion auf. Beide Erkrankungen können sich gegenseitig begünstigen und verstärken. Unter Umständen werden sehr konkrete Fragen zum Sexualleben gestellt, um Risiken und potentielle Gefahren genauer einschätzen zu können.

Anschließend wird der Arzt einen Test zum Nachweis des Syphilis-Erregers durchführen. Unterschiedliche Methoden sind geeignet. Eine Probe aus dem Sekret des Hautgeschwürs kann unter dem Mikroskop betrachtet werden. Die krankheitsauslösenden Bakterien sind gut unter der Vergrößerungsoptik zu erkennen.

Wenn keine Hautgeschwüre mehr vorhanden sind, kann ein Bluttest spezifische IgG- und IgM-Antikörper nachweisen, die für eine Syphilis-Infektion sprechen. Der TPHA-Antikörpertest (Treponema-pallidum-Hämagglutinations-Assay) zeigt auch länger zurückliegende Erkrankungen an. Um ein positives Ergebnis abzusichern, nimmt der Arzt einen VDRL-Test vor, der aktuelle Krankheitsaktivitäten der Erreger aufzeigen kann.

Besteht der Verdacht auf Syphilis im 4. Stadium, kann der Arzt eine Liquor-Punktion vornehmen, bei der Rückenmarksflüssigkeit abgenommen wird, um einen Befall des Gehirns und Rückenmarks nachweisen zu können. Syphilis zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten. Bei einem positiven Befund ist der Arzt verpflichtet, das Untersuchungsergebnis (ohne Namensangabe des Patienten) an das Gesundheitsamt zu melden.

Syphilis - Vorbeugung

Eine wirksame Vorbeugung gegen Syphilis beginnt bei geschütztem Geschlechtsverkehr – insbesondere durch die konsequente und korrekte Verwendung von Kondomen. Kondome reduzieren das Risiko einer Ansteckung deutlich, bieten jedoch keinen absoluten Schutz, da der Erreger an allen Schleimhäuten oder kleinen Hautverletzungen übertragen werden kann. Deshalb ist es ratsam, sich und den Partner regelmäßig auf sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen, insbesondere bei wechselnden Sexualpartnern. Ein offenes Gespräch mit Sexualpartnerinnen und -partnern über Infektionsrisiken und Testergebnisse trägt ebenfalls dazu bei, die Verbreitung von Syphilis einzudämmen. Darüber hinaus sollten Schwangere routinemäßig im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge auf Syphilis getestet werden, um eine Übertragung auf das ungeborene Kind zu vermeiden. Wer Drogen injiziert, sollte auf sterile Einmalutensilien achten und niemals Nadeln oder Spritzen gemeinsam verwenden. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung verringern nicht nur individuelle Gesundheitsrisiken, sondern tragen maßgeblich zum Schutz der gesamten Bevölkerung bei. Wer einen Verdacht auf eine frische Infektion hat oder einem Infektionsrisiko ausgesetzt war, sollte umgehend ärztlichen Rat einholen und gegebenenfalls einen Syphilis-Test durchführen lassen. So lässt sich die Ansteckung weiterer Personen wirksam verhindern und Folgeerkrankungen können rechtzeitig erkannt werden.

Kann man durch Doxycyclin Syphilis vorbeugen?

Das Antibiotikum Doxycyclin kann als vorbeugende Maßnahme für bestimmte Risikogruppen, wie Männer, die Sex mit Männern haben, das Syphilis-Risiko senken. Die Einnahme sollte nur nach ärztlicher Beratung erfolgen, da Missbrauch Nebenwirkungen und Resistenzen verursachen kann. Es gibt keine offiziellen Leitlinien für die regelmäßige Anwendung. Sicherster Schutz bleibt die Nutzung von Kondomen, regelmäßige Tests und offene Kommunikation mit Sexualpartnern. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich eine ärztliche Beratung.

Syphilis – Behandlung

Für die Behandlung der Syphilis stehen wirkungsvolle Antibiotika zur Verfügung. In der Regel kommt Penicillin zum Einsatz. In der Frühphase der Erkrankung genügt meist eine einzige Spritze, um die Syphilis-Erreger erfolgreich abzutöten. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine längere Antibiotika-Therapie, zum Teil mit stationärer Verabreichung von Infusionen, notwendig werden. Auch hier bestehen gute Heilungsaussichten. Bereits eingetretene Organschäden lassen sich aber kaum wieder rückgängig machen. Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist daher wichtig.

Im Fall einer Unverträglichkeit gegenüber Penicillin, stehen weitere wirkungsvolle Antibiotika zur Bekämpfung der Syphilis bereit. Die Behandlung erfolgt ambulant. Nur bei sehr fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus angezeigt sein.

Beim massenhaften Absterben von Treponema-Bakterien durch den Antibiotika-Einsatz können Giftstoffe im Körper frei werden (ab 2. Syphilis-Stadium). Deshalb gibt man oft prophylaktisch Kortison, um die heftigen Reaktionen des Organismus während des Therapiebeginns abzumildern. Bei fortgeschrittener Syphilis verabreicht man unter Umständen weitere Medikamente, um Begleiterscheinungen der Krankheit zu behandeln.

Um mögliche Ansteckungen zu erkennen, sollten sämtliche Sexualpartner der vergangenen Zeit ärztlich untersucht werden. Bei dem 1. Stadium der Syphilis: alle Partner aus den letzten drei Monate. Beim Stadium 2 und dem frühen Latenzstadium: alle Partner der vergangenen drei Jahre. Mit der weiteren Latenzphase nimmt das Infektionsrisiko dann stark ab. Bei behandelten Patienten müssen zur Überwachung des Therapieerfolges regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden. Es ist zu beachten, dass eine durchgestandene Erkrankung keineswegs immun gegen Syphilis macht. Eine erneute Infektion ist durchaus möglich.

Syphilis in der Schwangerschaft

Eine Syphilis-Infektion kann auch auf das ungeborene Kind übertragen werden (konnatale Syphilis). Ein entsprechender Test ist daher während der Schwangerschaft sinnvoll. Bei einem positiven Befund wird eine Antibiotika-Therapie eingeleitet. Von der Behandlung der werdenden Mutter profitiert automatisch auch das Kind im Mutterleib. Die auslösenden Treponema Bakterien werden bei Mutter und Kind ausgeschaltet.

Behandlung einer angeborenen Syphilis

Wurde die Syphilis-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft nicht erkannt, wird das Neugeborene mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits mit einer Erkrankung (Lues connata) auf die Welt kommen. Selbst Früh- und Fehlgeburten sind möglich. Verläuft die Geburt normal, sind zunächst meist keine Krankheitszeichen erkennbar. Erst zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat zeigen sich erste Symptome: unter anderem Fieber, geschwollene Lymphdrüsen, Hautveränderungen, Darmentzündungen, Kehlkopfentzündung, Gelbsucht sowie Milz- und Leberschwellungen. Manche Kinder entwickeln eine Hirnhautentzündung, mit weiteren schweren Folgen.

Die Behandlung von Kindern erfolgt, wie bei Erwachsenen, durch intravenöse Gabe von Penicillin. Diese Therapie schlägt auch bei den kleinen Patienten meist sehr gut an.

Syphilis beim Mann

Syphilis betrifft Männer in jedem Alter und kann unterschiedliche Symptome verursachen, abhängig vom Stadium der Erkrankung. Zu den ersten Anzeichen zählen meist schmerzlose Geschwüre am Penis, an der Eichel oder an der Vorhaut. Mit fortschreitender Erkrankung können außerdem Hautausschläge, geschwollene Lymphknoten in der Leiste sowie allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber auftreten. Da Syphilis häufig ohne auffällige Symptome verläuft, wird die Krankheit vielfach erst durch einen routinemäßigen Test erkannt oder wenn Folgeprobleme auftreten. Besonders Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), gehören zur Risikogruppe, weshalb regelmäßige Untersuchungen und ein offener Umgang mit Sexualpartnern empfohlen werden.

Syphilis – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird eine "Sonstige und nicht näher bezeichnete Syphilis" unter dem ICD-Code: "A53" erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf medizinische Versorgung, müssen aber meist Zuzahlungen leisten: 10 % der Kosten, höchstens 10 Euro pro Zuzahlung, mindestens 5 Euro. Bei preisgünstigen Arzneimitteln kann die Zuzahlung entfallen, Krankenkassen erstatten oft nur einen Festbetrag. Bei stationärem Aufenthalt fallen 10 Euro pro Tag, maximal 28 Tage/Jahr (280 Euro) an. Für häusliche Pflege und Haushaltshilfe gelten ähnliche Grenzen, Zuzahlungen werden jährlich gedeckelt. Kosten für Hilfsmittel, Reha und spezielle Therapien variieren, Akupunktur wird nur bei bestimmten Diagnosen und durch qualifizierte Ärzte übernommen.

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DFV-AmbulantSchutz© fotostorm

FAQ – Häufige Fragen zu Syphilis

  • Syphilis, auch Lues oder harter Schanker genannt, zählt zu den Geschlechtskrankheiten und ist sehr ansteckend. Die Infektionszahlen nehmen seit Jahren immer weiter zu. Der häufigste Ansteckungsweg ist ungeschützter Sexualkontakt. Sehr viel seltener sind Infektionen, die durch direkten Blutkontakt entstehen. Übertragen werden können die Syphilis-Erreger etwa durch mehrfach benutzte Spritzen (Drogenkonsum) oder auch durch kontaminierte Blutkonserven. In Deutschland wird Spenderblut allerdings grundsätzlich auf Syphilis-Bakterien getestet. Zudem wird Schwangeren routinemäßig ein Syphilis-Test empfohlen, da im Fall einer Infektion eine extrem hohe Ansteckungsgefahr für den Fötus besteht (Lues connata).

  • Nein. Auch wenn die Krankheit vollständig ausgeheilt ist, kann man sich erneut mit Treponema Bakterien infizieren. Das bedeutet, dass das Immunsystem bei der Erstinfektion keine spezifischen Abwehrkräfte entwickelt hat und die Syphilis unter Umständen wieder ausbricht.

  • Das ist durchaus möglich. Man weiß dies aus vergangenen Zeiten, in denen es noch keine wirksamen Behandlungsmethoden gab. Damals haben immer wieder Patienten die Krankheit aus eigenen Kräften überstanden. Allerdings sollte man sich keinesfalls auf die eigenen Selbstheilungskräfte verlassen. Im Krankheitsverlauf gibt es lange Ruhephasen, die leicht mit einer Heilung verwechselt werden können. Das Risiko, die Krankheit zu verschleppen und sich damit den schweren Spätschäden der Syphilis auszusetzen, ist sehr hoch. Abgesehen davon wird allein schon wegen der möglichen Ansteckungsgefahr eine ärztliche Therapie dringend empfohlen.

  • Die Ansteckungsgefahr mit Syphilis (Lues) sinkt tatsächlich nahezu auf Null. Das verbleibende Risiko liegt dann eher in der unsachgemäßen Benutzung des Kondoms. Für geschützten Geschlechtsverkehr spricht auch die Vermeidung einer Infektion mit dem HI-Virus. Syphilis und eine HIV-Infektion treten nämlich häufig gemeinsam auf und steigern in ihrem Zusammenwirken die Infektionsgefahr zusätzlich. Bei vielen HIV-Infizierten war die Eintrittspforte für das Virus ein offenes Syphilis-Geschwür.

  • Die Beschwerden nach der Ansteckung mit Syphilis sind in der Regel nur gering und auf die Infektionsstelle beschränkt. Viele Betroffene haben gar keine Symptome. Die für Stadium I der Syphilis typischen kleinen Geschwüre bereiten meist keinerlei Schmerzen. Die Symptome im Stadium II sind dagegen eher unspezifisch und würden zu zahlreichen Erkrankungen passen. Entsprechend hoch ist die Gefahr, dass eine Erkrankung einfach übergangen wird. Die Folgen können dramatisch sein. Ist die Syphilis zunächst noch örtlich auf die Infektionsstelle beschränkt, breitet sich die Krankheit später nach und nach auf den ganzen Körper aus. Die Behandlung wird dadurch schwieriger. Bleibende Schäden an den Organen sind meist nicht mehr rückgängig zu machen. Eine unbehandelte Syphilis kann nach einer Krankheitsgeschichte von Jahrzehnten zu fortschreitendem körperlichen und geistigen Siechtum führen.

Tipps

Fazit

Syphilis ist eine gut behandelbare, aber ernsthafte Infektionskrankheit, die meist durch ungeschützten Sex übertragen wird. Sie verläuft in mehreren Stadien – von zunächst unauffälligen Symptomen bis hin zu schweren Organschäden. Besonders tückisch ist die symptomfreie Phase. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, da Syphilis rechtzeitig erkannt zuverlässig mit Antibiotika geheilt werden kann.

  • Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen  rund um das Thema Gesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Mediziner zu konsultieren.

    Unsere Inhalte werden auf Basis aktueller, wissenschaftlicher Studien verfasst, von einem Team aus Fachärzten und Redakteuren erstellt, dauerhaft geprüft und optimiert.

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