Blutspende© Shutterstock Maxim Krivonos

Blut spenden Was sind die Vorteile und wie läuft eine Blutspende ab?

„Schenke Leben, spende Blut“, heißt es beim Deutschen Roten Kreuz. Vor allem vermehrt in den Sommermonaten wird wegen der Urlaubszeit weniger gespendet, wobei gleichzeitig aufgrund erhöhter Verkehrsunfallzahlen der Bedarf an Blutkonserven steigt. Wird also ausreichend Blut in Deutschland gespendet?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Blut­spen­den ret­ten Le­ben – doch nur rund 3 % der Be­völ­ke­rung spen­den re­gel­mä­ßig.
  • Ge­braucht wird das Blut vor al­lem bei Krebs‑, Herz‑ und Un­fall­pa­tien­ten.
  • Je­de Spen­de bie­tet ei­nen kos­ten­lo­sen Ge­sund­heits­check.
  • Spen­den darf, wer min­des­tens 18 Jah­re alt und ge­sund ist.
  • Der Ab­lauf ist ein­fach, si­cher und dau­ert nur we­nig­e Mi­nu­ten.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Anmeldung und Fragebogen

Zuerst meldet man sich mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass an. An der Anmeldung bekommt man einen Fragebogen, der die gesundheitliche Vorgeschichte erfasst. Es wird unter anderem nach der letzten Einnahme von Medikamenten oder dem letzten Auslandsaufenthalt in bestimmten Staaten gefragt. Unklarheiten beim Ausfüllen können später beim Gespräch mit dem Arzt geklärt werden.

Messung von Hämoglobin & Körpertemperatur

Im nächsten Schritt wird über einen kleinen Stich in den Finger oder das Ohrläppchen der Anteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin ermittelt. Damit geht man sicher, dass der Spender im Nachhinein selbst noch genug Hämoglobin für den Sauerstofftransport im Blut besitzt. Um die Möglichkeit eines beginnenden Infekts auszuschließen, wird zusätzlich die Körpertemperatur gemessen.

Ärztliche Untersuchung

Der Arzt misst Blutdruck und Puls. Zudem geht er mit dem Spender den Fragebogen durch und klärt offene Fragen. Bei diesem Gespräch gilt die gleiche Vertraulichkeit wie bei einem Hausarzt. Gibt es Bedenken, die gegen eine Blutspende sprechen, erläutert der Arzt diese. Wenn alles in Ordnung ist, geht es direkt zum Blutspenden.

Im Spendebereich

Je nach Spendeneinrichtung wird man auf eine Liege gelegt oder in eine Art Liegestuhl gesetzt, eine medizinische Fachkraft desinfiziert die Armbeuge und legt die Kanüle, über die das Blut entnommen wird. Nach zehn bis 15 Minuten ist der Beutel, die sogenannte Blutkonserve, mit 500ml Blut gefüllt und die Einstichstelle wird versorgt.

Wer darf überhaupt Blut spenden?

Blut spenden darf, wer mindestens 18 und höchstens 68 Jahre alt ist und mindestens 50 Kilogramm wiegt. Männer dürfen höchstens sechsmal und Frauen höchstens viermal im Jahr zur Blutspende. Bei Frauen wegen der Menstruation der Ausgleich des Eisengehalts länger. Homosexuelle Männer dürfen nach einer neuen Richtlinie der Bundesärztekammer unter strengen Voraussetzungen ebenfalls Blut spenden.

Aus Sicherheitsgründen ist die Liste der Ausschlusskriterien von möglichen Spendern sehr lang. So muss man zum Beispiel eine viermonatige Pause einlegen, wenn man sich ein Piercing, Ohrloch oder Tattoo hat stechen lassen. Gleiches gilt für bestimmte medizinische Behandlungen wie der Einnahme von Antibiotika, einer Endoskopie oder nach großen Operationen. Ein permanenter Ausschluss gilt zum Beispiel bei Epilepsie, einmaligem Suchtmittelkonsum, Blutarmut oder Bluter-Erkrankung oder einer Malariaerkrankung. Bei Verletzungen oder Unfällen im Vorfeld einer Spende ist es auch wichtig, den genauen Zeitpunkt anzugeben, um ein mögliches Gesundheitsrisiko einzugrenzen.

Welche verschiedenen Arten der Blutspende gibt es?

Es gibt verschiedene Arten der Spende von Blut, wobei entweder Vollblut oder Blutbestandteile wie Blutplasma oder Thrombozyten dem Blut entnommen werden. Blutplasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes, der mit einer Zentrifuge von den zellularen Bestandteilen wie den Blutplättchen getrennt wird. Das Plasma dient als Transportmedium unter anderem für Sauerstoff, Glukose und Hormone. Die nicht verwendeten Bestandteile erhält der Spender zurück.

Die Thrombozytenspende verläuft ähnlich der des Blutplasmas. Nur trennt die Zentrifuge dabei einzig die Blutplättchen heraus und der Rest wird wieder in den Körper des Spenders gepumpt. Die Thrombozytenspende hilft Menschen mit Blutgerinnungsproblemen und Blutplättchenmangel.

Abschließend sei noch die Eigenblutspende genannt, bei der sich ein Patient im Vorfeld einer Operation Blut abnehmen lassen kann. Dieses Blut wird dann bei der Operation als Ausgleich des Blutverlustes verwendet. Diese Sonderformen der Blutspende kommen nur bei Spende-Willigen in Frage, die keinen Mangel an den benötigten Blutbestandteilen aufweisen und über eine besonders geeignete Konstitution verfügen.

Wo kann ich Blut spenden?

Zum Blutspenden gibt es neben dem Deutschen Roten Kreuz noch weitere Möglichkeiten. Zahlreiche Unikliniken und Krankenhäuser bieten es an, da sie ein Eigeninteresse zur Versorgung ihrer Patienten an den Spenden besitzen. Ferner gibt es zusätzlich zum DRK auch private Blutspendedienste, die auf die Versorgung von Blut und Blutbestandteilen spezialisiert sind. Häufig kann man sich die Blutspende auch über verfügbare Spendetermine in seinen Tagesablauf eintakten. Bei größeren Unternehmen gibt es die Möglichkeit, dass eine mobile Blutspendeeinheit regelmäßig vorbeikommt, um das Blutspenden im Arbeitsalltag zu ermöglichen.

Wie viel Geld bekommt man für einmal Blut spenden?

In Deutschland ist das Blutspenden in der Regel eine ehrenamtliche und unentgeltliche Tätigkeit. Sie erhalten für eine Blutspende normalerweise kein Geld, da das Ziel darin besteht, anderen Menschen zu helfen und einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung zu leisten. Allerdings bieten einige Blutspendedienste, insbesondere bei der Spende von Blutplasma oder Thrombozyten, eine Aufwandsentschädigung an, die meist zwischen 20 und 40 Euro liegen kann. Diese dient allerdings lediglich als Anerkennung des zeitlichen und organisatorischen Aufwands und nicht als Bezahlung für das Blut selbst. Beim Deutschen Roten Kreuz gibt es statt Geldauflagen oft kleine Aufmerksamkeiten wie Snacks, Getränke oder Gutscheine, die das leibliche Wohl nach der Spende unterstützen. Im Vordergrund steht jedoch immer der solidarische Gedanke, mit der eigenen Spende lebensrettende Hilfe zu leisten, besonders in Zeiten eines erhöhten Bedarfs an Blutkonserven.

FAQ zum Thema Blutspende Häufige Fragen

  • Der allgemeine Trend beim Blutspenden ist: Es könnte mehr sein. Etwa 33 Prozent der Bevölkerung erfüllen die Voraussetzungen zum Blutspenden, aber nur drei Prozent spenden Blut und versorgen das Land mit Reserven für zwei bis drei Tage. Wobei ältere Menschen und die Landbevölkerung öfter spenden als jüngere und Städter. Und genau das könnte in der Zukunft zum Verhängnis werden. Bis zum Alter von 68 Jahren darf man spenden. Die aktivsten Spender fallen irgendwann wegen der Altersbeschränkung weg. Da die Gesellschaft insgesamt immer älter wird, wächst auch der Bedarf an Spenderblut. Abgesehen von den derzeitigen Engpässen im Sommer, wird das Spenderblut wohl allgemein knapper.

  • Etwa 15.000 Blutspenden decken den Bedarf eines Tages ab. Wenn junge Menschen ab einem Alter von 18 Jahren mehr Blut spenden, helfen sie, Engpässe bei der Versorgung durch Spenderblut zu vermeiden. Gerade die seltenen Blutgruppen sind hierbei besonders wichtig, da es auf Grund der geringeren Verteilung dieser Blutgruppen schneller zu Engpässen bei der Blutkonserven-Versorgung kommen kann.

  • Blutkonserven werden für Unfallopfer benötigt, die jedoch mit 15 Prozent erst an vierter Stelle des Blutbedarf stehen. Den größten Bedarf an Spenderblut stellen Operationen für Krebspatienten mit 26 Prozent dar, gefolgt von Patienten mit Herzerkrankungen und Herz-OPs mit 20 Prozent und Patienten mit Magen-/Darmerkrankungen mit 19 Prozent.

  • Blutpräparate werden sehr genau auf verschiedene Krankheiten wie Hepatitis B und C, HIV und Syphilis getestet. So ist das Blutspenden eine regelmäßige Kontrolle der eigenen Gesundheit und falls dort auffällige Werte auftreten, kann die Krankheit rechtzeitig behandelt werden. Ansonsten helfen Sie mit Ihrem Blut anderen.

  • Eindeutig nicht, denn die entnommene Blutmenge ist vergleichsweise gering und der Körper gleicht dies schnell wieder aus. Eine Studie in Finnland ergab, dass bei regelmäßigen Blutspendern das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko geringer ist.

  • Nach einer Borreliose-Infektion sollten mindestens zwei Jahre bis zur nächsten Blutspende vergehen, um Empfänger zu schützen. Die Spende ist nur möglich, wenn die Infektion vollständig ausgeheilt ist. Bei Unsicherheiten entscheidet der Arzt vor Ort individuell.

  • Menschen mit einer diagnostizierten Herzinsuffizienz dürfen grundsätzlich kein Blut spenden. Die Abgabe von Blut stellt für das Herz-Kreislauf-System eine zusätzliche Belastung dar, die bei einer Herzschwäche gesundheitliche Risiken birgt. Durch den Flüssigkeitsverlust während der Blutspende können Symptome wie Schwindel, Schwächegefühl oder sogar eine Verschlechterung der Herzfunktion auftreten. Die Ausschlussregel dient vor allem dem Schutz der potenziellen Spender:innen und stellt sicher, dass die Blutspende ausschließlich von Personen mit stabiler Herzgesundheit erfolgt. Wer unsicher ist, sollte vor einer Spende immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder dem Blutspendedienst halten.

  • Ob eine Blutspende mit chronischer Erkrankung möglich ist, hängt von Diagnose, Gesundheitszustand und Therapie ab. Viele gut eingestellte Erkrankungen wie kontrollierter Bluthochdruck oder Hashimoto erlauben eine Spende ohne akute Beschwerden. Medikamente oder akute Schübe können jedoch ausschließen. Die finale Entscheidung trifft der Arzt vor Ort. Offenheit über Krankheiten und Medikamente im Fragebogen ist wichtig; Unsicherheiten sollten direkt besprochen werden.

  • Wer an schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis, nicht ausgeheilter Krebserkrankung, Blutgerinnungsstörungen, chronischer Blutarmut, Autoimmunerkrankungen, chronischem Suchtmittelkonsum, Malaria oder seltenen Stoffwechselerkrankungen leidet, darf kein Blut spenden. Bei Unsicherheiten hilft eine Rücksprache mit dem Blutspendedienst oder Arzt.

Tipps

Fazit

Blut­spen­den sind für vie­le Men­schen le­bens­wich­tig – und trotz­dem spen­det nur ein klei­ner Teil der Be­völ­ke­rung re­gel­mä­ßig. Der Be­darf ist hoch, vor al­lem bei schwe­ren Krank­hei­ten oder nach Un­fäl­len. Wer ge­sund ist, über 18 Jah­re alt und die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, kann mit we­nig Auf­wand viel Gutes tun. Je­de Spen­de wird sorg­fäl­tig über­prüft und kann bis zu drei Le­ben ret­ten. Gleich­zei­tig pro­fi­­tie­ren Spen­der von ei­ner re­gel­mä­ßi­gen Ge­sund­heits­kon­trol­le. Blut zu spen­den ist ein ein­fa­cher Weg, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men – für sich selbst und an­de­re.

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