Ambulante Zusatzversicherung
Die ambulante Zusatzversicherung übernimmt Kosten für Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise erstattet.
© Shutterstock evrymmntUnter Angststörungen versteht man verschieden Arten von Ängsten, die jedoch meist ohne real existierende Gefahren entstehen. Wird eine Angst, die ohne sichtbaren Grund immer wieder auftritt, zu einer kontinuierlichen Begleiterscheinung im täglichen Leben, dann spricht man von krankhafter Angst. Für Betroffene ist das häufige Vorhandensein dieses Gefühls eine große Belastung, die sie in vielen Lebenssituationen stark einschränkt. Die Erkrankung kann sich in unterschiedlichen Formen zeigen und sollte psychotherapeutisch behandelt werden.
Die ambulante Zusatzversicherung übernimmt Kosten für Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise erstattet.
| Störung | Kernmerkmale | Typische Auslöser / Inhalte | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Generalisierte Angststörung | Anhaltende, übermäßige Sorgen („Erwartungsangst“) | Alltägliche Themen oder diffuse Ängste ohne konkreten Anlass | Betrifft mehrere Lebensbereiche, führt zu deutlicher Einschränkung im Alltag |
| Zwangsstörung | Zwangsgedanken und/oder -handlungen | Angst vor Keimen, Kontrollzwang, Ordnungs- oder Sammelzwang | Rituale dienen der Angstreduktion; Unterbrechung verursacht starke Anspannung |
| Phobien (allgemein) | Übermäßige Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen | Tiere, Höhen, Flugreisen, Krankheiten, Naturereignisse | Angst wird als unbegründet erkannt, ist jedoch nicht kontrollierbar |
| Agoraphobie | Angst vor Situationen mit eingeschränkter Fluchtmöglichkeit | Menschenmengen, öffentliche Orte, Reisen | Häufig verbunden mit Panikattacken |
| Soziale Phobie | Angst vor Bewertung oder negativer Aufmerksamkeit | Soziale Interaktionen, Auftreten vor anderen | Führt häufig zu sozialem Rückzug |
| Spezifische Phobie | Angst vor klar definierten Auslösern | Spinnen, Spritzen, Höhe u. a. | Reizgebunden, klar abgrenzbar |
| Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) | Wiedererleben traumatischer Ereignisse (Flashbacks) | Krieg, Unfälle, Gewalt, Verlust | Vermeidung von Auslösern, häufig sozialer Rückzug |
| Panikstörung | Wiederkehrende, intensive Angstattacken | Situationsgebunden oder ohne klaren Auslöser | „Angst vor der Angst“, Attacken meist bis zu 30 Minuten |
| Weitere Angsterkrankungen | Krankheitsbezogene oder körperbezogene Ängste | Hypochondrie, Herzneurose (Furch vor Herzinfarkt) | Fehlinterpretation körperlicher Symptome ohne organische Ursache |
| Angst als Begleitsymptom | Angst im Rahmen anderer Erkrankungen | Depressionen, Schizophrenie | Kein eigenständiges Krankheitsbild, aber häufige Begleiterscheinung |
Angsterkrankungen können auf unterschiedliche Ursachen zurückgehen. Meist kommen verschiedene Faktoren zusammen. So spielt die familiäre Veranlagung eine Rolle, ebenso sind frühkindliche Erfahrungen relevant. Zusätzlich können traumatische Erlebnisse, andere ausgeprägte Stresssituationen und Persönlichkeitsstörungen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Angststörung zu erleiden. Angsterkrankungen entwickeln sich häufig auch als Folge schwerer organischer Erkrankungen. – Leidet ein Patient an einer Angststörung, so ist in der Regel das Angstzentrum im Gehirn überaktiv. Man konnte nachweisen, dass unter anderem im Limbischen System des Gehirns eine erhöhte Reaktionsbereitschaft auf zahlreiche Reize wie zum Beispiel Stress besteht. An diesen Vorgängen sind wichtige Nervenbotenstoffe beteiligt, die wiederum durch den gezielten Einsatz von Medikamenten beeinflusst werden können. Das heißt, bestimmte Medikamente können stabilisierend wirken und Ängste lösen.
Zu den körperlichen Ursachen, die Angststörungen auslösen können, zählen Herzkrankheiten, Erkrankungen der Atemwege, Schilddrüsenstörungen sowie Nervenerkrankungen im Gehirn. – Es gibt jedoch auch Angststörungen die keine organischen Ursachen haben, bei denen die Betroffenen aber aufgrund der Symptome wie Herzrasen oder Atemnot, von einer ernsten Erkrankung ausgehen. Trotz vieler gegenteiliger Testate von Ärzten, können sie lange Zeit nicht glauben, körperlich gesund zu sein. Diesen Patienten fällt es schwer, die Diagnose „Angsterkrankung“ anzunehmen.
Angst wird von jedem Menschen unterschiedlich erlebt. Dem einen wird in einer bedrohlichen Situation nur etwas mulmig, ein anderer reagiert bereits mit sichtbarer Nervosität. – Krankhafte Ängste äußern sich dagegen meist sehr heftig oder besonders häufig. Neben der enormen emotionalen Belastung kommen oft massive körperliche Symptome hinzu. Das sind unter anderem: Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, beschleunigter Puls, Atembeschwerden und Schwindel. Ist die Angst sehr stark, kann sie auch zu Erbrechen und Durchfall führen. Viele leiden zudem unter Brustschmerzen, Beklemmungen oder haben das Gefühl, neben sich zu stehen.
Bei einer akuten Panikattacke sind die körperlichen Beschwerden oft so stark ausgeprägt, dass Betroffene befürchten, lebensbedrohlich krank zu sein. Typische Symptome sind Zittern, Schmerzen und Druck in der Brust sowie starkes Herzklopfen, Atemnot und Schwindel. Die Panikattacke kann bei einigen außerdem zu Hyperventilation führen. Der Angstanfall dauert meist nur wenige Minuten, kann aber auch deutlich länger anhalten. Sobald die Panik ihren Höhepunkt erreicht hat, gehen die Beschwerden zurück. Im Anschluss an die Attacke ist die Angst vor einer Wiederholung häufig so groß, dass man zukünftig Situationen meidet, die zu einer erneuten Panik führen könnten. Die Angst vor der Angst wird übermächtig. Da die körperlichen Symptome einer Panikattacke denen von Erkrankungen wie akuter Angina pectoris oder einem Herzinfarkt ähneln können, sollte man sich in jedem Fall ärztlich untersuchen lassen.
Anders als eine Panikattacke tritt Generalisierte Angst nicht schnell und anfallsartig auf, sondern eher schleichend. Es kommt zu wachsender innerer Anspannung, Nervosität und Unruhe. Körperlich ist die Angst oft in der Magengegend spürbar oder man fühlt sich wie gelähmt. Die Gedanken rasen, überlagern sich und es fällt schwer, klar und vernünftig zu denken. Krankhaft ist die Symptomatik allerdings erst dann, wenn das Angstgefühl in unterschiedlich starker Ausprägung über längere Zeit bestehen bleibt. Wird eine Generalisierte Angststörung nicht therapiert, führt sie die Betroffenen häufig in die soziale Isolation.
Wer regelmäßig unter intensiver Angst leidet und sich dadurch zunehmend in seinem privaten und beruflichen Leben eingeschränkt fühlt, könnte an einer Angststörung erkrankt sein. Betroffene sollten nicht zögern, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Je eher eine Diagnose gestellt wird, desto rascher kann die Angststörung behandelt werden.
Um eine Diagnose stellen zu können, wird der Arzt sich zuerst ausführlich mit dem an Ängsten leidenden Patienten unterhalten. Dabei geht es unter anderem darum herauszufinden, welches die möglichen Gründe für die Ängste sein könnten. Für den Arzt ist es ebenfalls wichtig zu wissen, ob bestimmte Medikamente beziehungsweise Alkohol oder Drogen genommen werden. Um die Angststörung in ihrer Art und ihrem Ausmaß zu erfassen, gibt es eigene Fragebögen, die der Patient ausfüllt. Dabei geht auch um die Identifizierung der spezifischen Angstform. Handelt es sich beispielsweise um eine Phobie oder leidet der Patient häufig an einer Panikattacke? Abhängig vom vermuteten Krankheitsauslöser können anschließend weitere Untersuchungen nötig sein, um eventuelle organische Ursachen auszuschließen.
Wurde eine Angststörung diagnostiziert, geht es nun um die weitere erfolgreiche Behandlung. Als besonders wirksam haben sich verhaltenstherapeutische Konzepte erwiesen, die je nach individueller Symptomatik auch in Verbindung mit Medikamenten durchgeführt werden können. Bei einigen Patienten kann eine tiefenpsychologische Therapie angezeigt sein. Eine Therapie wird in der Regel von Psychotherapeuten und/oder Psychiatern übernommen. Zusätzlich wirken sich verschiedene Entspannungstechniken positiv aus, da sie helfen, körperliche Symptome wie Anspannung und Nervosität abzubauen. Das gilt so auch für Sport und andere Aktivitäten. Wurden die Ängste durch körperliche Erkrankungen ausgelöst, helfen Psychotherapie, Entspannungstechniken und Stressmanagement ebenfalls gegen die Symptome. Für die Patienten wird es so leichter, mit den Belastungen einer Herz- oder Atemwegserkrankung zu leben.
Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein geeignetes Instrument, um Angst auslösende Verhaltensmuster, Gedanken und Gefühle zu erkennen und zu verändern. Zusammen mit dem Therapeuten können neue Verhaltenskonzepte überlegt und anschließend vom Patienten realisiert werden. Gemeinsame Übungen unterstützen den Patienten bei seinen Wahrnehmungs- und Verhaltensänderungen. So ist die Konfrontationstherapie beispielsweise eine Methode der Verhaltenstherapie. Dabei setzt sich der Patient gezielt einer für ihn angstbesetzten Situation aus. Dies kann zum Beispiel eine Fahrt mit dem ICE sein, die häufig eine Panikattacke auslöst. Zunächst erfolgt die Fahrt nur in Gedanken, später in der Realität. Begleitet durch den Therapeuten, kann eine als bedrohlich empfundene Situation in vielen Fällen schon nach einigen Wiederholungen als weniger belastend erlebt werden. Die Angst lässt zunehmend nach, zu einer Panikattacke kommt es deutlich seltener oder gar nicht mehr. Im Gehirn wird dieser positive Verlauf gespeichert, so dass neu gelernt werden kann, dass die vermeintlich bedrohliche Situation keine Gefahr mehr darstellt.
Für viele Patienten kann es hilfreich sein die Ängste, zusätzlich zur Psychotherapie, auch medikamentös zu behandeln. Bewährt haben sich unter anderem Antidepressiva wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sowie Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine. Die Medikamenteneinnahme sollte unter ärztlicher Begleitung erfolgen, da einige der Mittel süchtig machen können.
Wer an einer Angststörung leidet, kann sich zunächst an seinen Hausarzt wenden, der dann an die entsprechenden Fachärzte und Psychotherapeuten weitervermittelt. Außerdem stehen bundesweit spezielle Selbsthilfegruppen und Informationsstellen zur Verfügung.
Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So werden „Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen“ unter den IDC-Codes „F40-F48“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe des Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.
Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von Angststörungen gut auskennt erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.de einige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.de und www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.
Auf die Startseite von www.kliniken.de gehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Für Angststörung hier in der linken Spalte (unter „Krankheiten und Diagnosen nach ICD10“) den Suchbegriff „Angststörung“ eingeben. Dann erscheint direkt darunter folgendes Feld: „V Psychische und Verhaltensstörungen“. Klickt man auf dieses Feld, öffnet sich darunter ein weiteres: „F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen“. Geht man auf dieses Feld, dann erscheinen rechts davon die entsprechenden Krankenhäuser, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 findet sich das Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie in Klingenmünster, auf Platz 2 die Zentralklinik Bad Berka und Platz 3 belegt das kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost in Haar, usw.
Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.
Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.
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Angststörungen und Depressionen sind ernste psychische Erkrankungen mit unterschiedlichen Hauptsymptomen. Angststörungen äußern sich vor allem durch starke, häufig unbegründete Ängste, Anspannung und körperliche Beschwerden. Bei Depressionen stehen hingegen tiefe Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit im Vordergrund. Beide Erkrankungen können gemeinsam auftreten, daher ist eine genaue Diagnose wichtig. Frühzeitige Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern.
Angststörungen können chronisch werden, besonders ohne frühzeitige Behandlung. Die Symptome halten oft über längere Zeit an und beeinträchtigen Alltag, soziale Kontakte und Wohlbefinden. Frühzeitige professionelle Hilfe sowie Psychotherapie, Entspannungstechniken oder Bewegung verbessern die Lebensqualität und mildern die Beschwerden deutlich.
Unbehandelte Angststörungen beeinträchtigen Alltag, Arbeitsleben und soziale Kontakte erheblich. Ohne Therapie verstärken sich oft Symptome oder es kommen Depressionen und Suchterkrankungen hinzu. Betroffene meiden angstbesetzte Situationen, was Isolation und Einschränkungen im Berufs- und Privatleben fördert. Körperliche Beschwerden wie Herzrasen und Schlafprobleme werden häufiger. Eine frühe Behandlung ist wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden und Lebensqualität wiederherzustellen.
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Schätzungen zufolge leidet etwa jeder fünfte Erwachsene im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen Angststörung. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Besonders weit verbreitet sind spezifische Phobien, gefolgt von Panikstörung und generalisierter Angststörung. Jährlich erkranken mehrere Millionen Menschen neu, häufig bereits in jungen Jahren. Da sich viele Betroffene zunächst scheuen, Hilfe zu suchen, ist die Dunkelziffer vermutlich noch deutlich höher. Die hohe Verbreitung unterstreicht, wie wichtig eine frühzeitige Information, Aufklärung und medizinische Unterstützung für Betroffene und Angehörige ist.
Angst ist normal, wird sie jedoch dauerhaft belastend, spricht man von einer Angststörung. Ursachen sind vielfältig, ebenso die Symptome. Die gute Nachricht: Angststörungen sind gut behandelbar – vor allem durch Psychotherapie. Ergänzend helfen Entspannung, Bewegung und ggf. Medikamente. Entscheidend ist, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen rund um das Thema Gesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Mediziner zu konsultieren.
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