Knieschmerzen

Knieschmerzen-Ursachen, Symptome und Therapie

Das Knie ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers und wird tagtäglich von uns beansprucht. Somit ist es besonders anfällig für Schmerzen, die neben Krankheiten auch durch Überbelastung in Sport und Beruf verursacht werden.


Erste Hilfe Tipps bei Knieschmerzen

PECH-Regeln bei akuten Knieschmerzen

Pause: Entlasten Sie das akut schmerzende Knie sofort.
Eis: Das Kühlen hält die Schwellung auf und lindert die Schmerzen.
Compression: Ein Verband oder eine Bandage trägt zur Stabilisierung des Gelenks und dem Abschwellen bei.
Hochlagern: Legen Sie das Knie (am besten über Herzhöhe) hoch, damit Gewebsflüssigkeit und Entzündungsstoffe schneller abtransportiert werden können.

Weitere Maßnahmen

Kühlen: Kühlen Sie das Knie mit Eiswürfeln im Plastikbeutel, der nochmals in ein Tuch eingeschlagen wird. Ebenso eignen sich auch fertige Gelpads aus dem Tiefkühlfach. Wickel mit Quark oder essigsaurer Tonerde können Schwellungen und Entzündungen ebenfalls eindämmen. Hierzu bestreichen Sie ein Tuch fingerdick mit Speisequark und wickeln es für ca. 15 Minuten um das Knie. Für einen Umschlag mit Essigsaurer-Tonerde-Lösung geben Sie zwei Esslöffel der Lösung in 200 ml Wasser. Tränken Sie damit ein Tuch und wickeln das Knie damit ein, bis die kühlende Wirkung wieder abnimmt. Wenden Sie die Wickel nicht bei offenen Wunden an.

Pflanzenauszüge: Lösungen mit ätherischen Ölen oder antientzündlichen Pflanzenauszügen wirken schmerzlindernd. Dazu eignen sich Präparate mit Rosmarin, Thymian, Fichtennadel und Latschenkiefer, die man mehrmals täglich in die Haut einreibt. Lösungen mit Arnika helfen bei stumpfen Verletzungen ebenfalls gegen Schwellung, Entzündung und Schmerzen.

Bandagen und weiche Sohlen: Ein Verband mit einer Idealbinde kann das Kniegelenk stützen. Dazu eignen sich vor allem vorgeformte Bandagen, die es in verschiedenen Größen gibt. Die Bandage können Sie tagsüber bei Belastung tragen und nach einigen Tagen ausprobieren, ob Sie das Knie auch ohne Unterstützung wieder beanspruchen können. Schuhe mit weichen, federnden Sohlen dämpfen harte Stöße auf das Kniegelenk.

Muskeln stärken: Regelmäßige Bewegung baut Muskeln auf und erhält die Beweglichkeit des Gelenkes. Dabei eignen sich gelenkschonende Sportarten wie z. B. Schwimmen (Kraulen), Aqua-Gymnastik, Nordic Walking, Fahrradfahren und Skilanglauf.

Das Knie – Anatomie und Funktion

Kniescheibe Anatomie

Oberschenkelknochen und Kniescheibe: Im Knie verbinden sich der Oberschenkelknochen (Femur), die Kniescheibe (Patella) und das Schienbein (Tibia) miteinander und sorgen so für eine flexible Verbindung und gute Beweglichkeit zwischen den Knochen. Das Zusammenspiel aus Knochen, Knorpeln, Muskeln, Sehnen und Bändern im Kniegelenk ergibt zusammen ein Dreh-Scharnier-Gelenk.

Seitenbänder: Das Innenband (Ligamentum collaterale mediale) verläuft vom Oberschenkelknochen zum Schienbeinschaft an der Innenseite des Knies. Es verhindert, dass sich das Kniegelenk bei einer Bewegung des Fußes nach außen oder nach innen verschiebt. Das Außenband (Ligamentum collaterale laterale) verläuft vom Oberschenkelknochen zum Wadenbeinköpfchen an der Außenseite des Knies. Bewegt der Fuß sich nach innen, verhindert es eine Verschiebung des Kniegelenks nach außen.

Kreuzbänder: Zwischen den Enden des Oberschenkelknochens verlaufen vorderes Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius) und hinteres Kreuzband (Ligamentum cruciatum posterius) schräg gegenläufig. Sie sind durchgängig gespannt und stabilisieren das Kniegelenk bei Bewegungen des Beins auf einer horizontalen Achse. Das Kniegelenk verschiebt sich dadurch nicht nach vorne oder hinten.

Menisken: Die Zwischengelenksscheiben vergrößern die Gelenkfläche des Knies und verteilen so den Druck auf das Gelenk. Sie dienen also als Stoßdämpfer im Kniegelenk. Innenmeniskus (Meniscus medialis) und Außenmeniskus (Meniscus lateralis) befinden sich zwischen dem gerundeten Ende des Oberschenkelknochens und dem flachen Kopf des Schienbeins. Dort gleichen sie die Formunterschiede zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein aus.

Schienbein und Wadenbein: Das Wadenbein (Fibula) bildet mit dem Schienbein (Tibia) den knöchernen Unterschenkel. Trotz Nähe zum Knie ist das Wadenbein, anders als das Schienbein, nicht am Kniegelenk beteiligt. Am Wadenbein setzen allerdings Bänder, Sehnen und Muskeln an, die für Beweglichkeit und Stabilität des Kniegelenks sorgen.

Gelenkknorpel: Der Knorpel dient als Gelenkpuffer, so dass eine Bewegung des Knies schmerzfrei verläuft. Die druckelastische Schicht verhindert, dass die Knochen direkt aufeinanderliegen und sich reiben.

Symptome: Knieschmerzen bei bestimmten Bewegungen

Knieschmerzen nach Lauftraining

Knieschmerzen treten häufig nach einem Lauftraining auf. In den meisten Fällen sind Knieschmerzen nach dem Joggen unbedenklich, wenn Sie über Nacht zurückgehen und nach spätestens zwei Tagen wieder verschwinden. Sind die Schmerzen sehr stark oder halten länger an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und den Sport pausieren. Es könnte eine Entzündung im Kniegelenk vorliegen. Weitere mögliche Ursachen:

  • Bei Laufanfängern sind Bindegewebe und Gelenkknorpel evtl. nicht an die erhöhte Belastung angepasst.
  • Der Läufer hat bereits Knorpelschäden, so dass eine entzündliche Reaktion nach dem Training entsteht (Gelenkkater).
  • Es liegt eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Kniegelenk vor.
  • Die Kniescheibe ist nicht formgenau auf die Gleitrinne im Oberschenkel angepasst.

Fehlstellungen wie X- oder O-Beine können Knieschmerzen nach dem Joggen zusätzlich verstärken.

Knieschmerzen nach dem Aufstehen

Schmerzen, die nach einer körperlichen Ruhephase und zu Beginn einer Bewegung auftreten, werden als Anlaufschmerzen oder Loslaufschmerzen bezeichnet.

  • Kniearthrose (krankhafter Knorpelverschleiß im Kniegelenk, auch Gonarthrose genannt) ist die häufigste Ursache für morgendliche Knieschmerzen und Anlaufschmerz bei älteren Menschen.
  • Patellaspitzensyndrom: In diesem Fall ist der Ansatz der Sehne, die die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet, entzündet. Zu Beginn der Bewegung treten stechende Schmerzen auf, die nach dem Warmlaufen wieder abklingen.
  • Bei älteren Personen liegt die Ursache häufig in degenerativen Erkrankungen des Knorpels und des Meniskus. Verschleiß und Abnutzung im Knie können Meniskusrisse, Knorpelverschleiß und Kniearthrose begünstigen.
  • Ursachen solcher Degeneration können auch ältere Sportverletzungen sein, die nicht vollständig ausgeheilt sind und den Gelenkverschleiß im Kniegelenk beschleunigen.

Knieschmerzen beim Treppensteigen

Mögliche Ursachen für Knieschmerzen beim Abwärsgehen:

  • Es besteht ein Knorpelschaden im Oberschenkelknochen, so dass die Kniescheibe nicht mehr adäquat gleiten kann.
  • Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) belastet die Gleitgewebe vor der Kniescheibe und unter der Patellasehne.
  • Ein Kreuzbandriss oder eine Kreuzbandverletzung liegt vor. Ein Knie ohne Kreuzband ist bei bestimmten Bewegungen instabil und knickt zur Seite weg.

Knieschmerzen beim Hocken oder Knie beugen

  • Beim in die Hocke gehen, lastet starker Druck auf der Kniescheibe. Schmerzen beim Hinknien deuten auf Probleme mit der Kniescheibe oder dem Gelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe hin.
  • Probleme mit den Gleitgeweben der Patella oder der Patellasehne können zu einer Schleimbeutelentzündung führen. Die hohe Berührungsempfindlichkeit der entzündeten Schleimbeutel macht das Hinknien schmerzhaft.

Knieschmerzen nach Zusammenprall beim Sport oder Sturz

Treten Knieschmerzen plötzlich auf, ist in den meisten Fällen eine Überlastung, akute Verletzung am Kniegelenk z.B. durch Sturz oder Verdrehung (Distorsion) oder ein Aufprall die Ursache von:

  • Kreuzband- oder Meniskusriss nach Verdrehung des Kniegelenks
  • Äußerer Seitenbandriss des Kniegelenks
  • Tibiakopffraktur (Bruch des Schienbeinkopfes im Knie nach Aufprall oder Verdrehung)
  • Fraktur der Kniescheibe (Patellafraktur)

Symptome: Lokalisation des Knieschmerzen

Vorderer Knieschmerz

Patelladysplasie (Formstörung der Kniescheibe): Die Kniescheibe ist von Geburt an fehlgebildet und passt nicht zur Gleitrinne am Oberschenkel (Trochlea femoris). Die Formstörung verursacht einen starken Abrieb der Knorpelschicht (Chondromalazie). Der Knorpelschaden erzeugt die Knieschmerzen, Blutergüsse über der Kniescheibe und ein Knirschen hinter der Kniescheibe.

Arthrose der Kniescheibe (Retropatellare Arthrose): Ursache sind Knorpelschaden und Knorpelverlust zwischen Kniescheibe und Gleitrinne am Oberschenkelknochen. Eine Patelladysplasie und das wiederholte Ausrenken der Kniescheibe lösen die Arthrose aus. Vor allem beim Hinknien, Kniebeugen und Bergablaufen treten starke Schmerzen hinter der Kniescheibe auf.

Äußere Knieschmerzen

Valgusgonarthrose (X-Bein-Arthrose des Kniegelenks): Äußere Knieschmerzen in Verbindung mit einer X-Fehlstellung des Kniegelenks ist Zeichen für Knorpelverschleiß im äußeren Bereich des Kniegelenks. Die Valgusgonarthrose erzeugt zunächst Schmerzen im äußeren Bereich, die sich später auf das gesamte Kniegelenk ausbreiten können.

Innerer Knieschmerz

Ursache für Schmerzen auf der Innenseite des Knies sind meistens die inneren Seitenbänder oder Strukturen im inneren Bereich des Kniegelenks.

Knieschmerzen an der Kniekehle

Baker-Zyste: Hierbei handelt es sich um eine Zyste der Gelenkschleimhaut in der Kniekehle, die durch eine Reizung innerhalb der Gelenkkapsel entsteht. Die Zyste kann Hinweis auf einen Meniskus- oder Kreuzbandriss sein. Sie ist mit Gelenkflüssigkeit gefüllt und schmerzt bei starker Beugung des Kniegelenks durch den hohen Druck. Der Bereich um die Baker-Zyste kann sich schmerzhaft entzünden. In den meisten Fällen bildet sie sich von selbst zurück.

Venenthrombose: Die Verstopfung der Vene durch ein Blutgerinnsel führt vor allem nach langem Sitzen zu Schmerzen hinter dem Kniegelenk. Ein höheres Lebensalter und Übergewicht begünstigen die Thrombose. Typische Symptome sind neben den Schmerzen auch  bläuliche Adern in der Kniekehle und auf der Wadenmuskulatur. Bei Verdacht auf Thrombose ist umgehend ein Arzt aufsuchen. Wenn sich das Blutgerinnsel lösst, kann das lebensgefährliche Folgen wie z. B. eine Lungenembolie haben.

Symptome: Art der Knieschmerzen

Stechender Knieschmerz

  • Arthritis, Entzündungen, Kniearthrose, Trauma
  • akute Verletzungen, oft mit Ödembildung (Wassereinlagerung im Knochen)
  • Weichteilverletzungen oder Bänderriss
  • Kniescheibenverrenkung
  • Akuter Meniskusriss, häufig mit Knieblockade
  • Eine Hüftarthrose äußert sich zunächst als stechender oder dumpfer äußerer Knieschmerz, bevor sie in der Hüfte schmerzt.
  • Ein Ischiassyndrom (von der Lendenwirbelsäule ins Bein ziehender Nervenschmerz) nach Bandscheibenvorfall oder Rückenmarksstenose kann sich ebenfalls als stechender Knieschmerz zeigen.
  • Auch Nervenschmerzen können bis in das Kniegelenk ausstrahlen.

Dumpfer Knieschmerz

  • Fortgeschrittene Knochennekrose
  • Osteochondrosis dissecans im Kniegelenk
  • chronische Ausrenkung der Kniescheibe
  • Patelladysplasie (Fehlbildung der Kniescheibe, bei der diese eine asymmetrische Form aufweist)
  • Meniskusriss

Brennender Knieschmerz

  • Rheumatoide Arthritis
  • Ischias (Nerveneinklemmung durch Bandscheibenvorfall oder Rückenmarkststenose)
  • Polyneuropathie (Schädigung der peripheren Nerven) bei Diabetes oder Alkoholmissbrauch
  • Iliotibiales Schmerzsyndrom (Läuferknie durch Überbeanspruchung des Bewegungsapparates)

Knieschmerz mit Schwellung oder Überwärmung des Kniegelenks

  • Trauma und Unfall (Meniskusriss, Bänderriss, Knochenknorpelschaden)
  • Schwellung nach Überlastung wegen Schleimbeutelentzündung vor der Patella oder wegen Läuferknie
  • Entzündliche Schwellung durch Gicht (Störung des Harnsäurestoffwechsels), Arthrose im Kniegelenk, Arthritis im Knie

Knieschmerzen: Wann müssen Sie zum Arzt?

Oberflächliche Schürfwunden, leichte Prellungen oder Zerrungen des Kniegelenks lassen sich in den meisten Fällen selbst und ohne ärztliche Hilfe behandeln. Tiefere Wunden erfordern einen Arztbesuch, vor allem wenn die Gelenkkapsel möglicherweise verletzt wurde. In solchen Fällen können Krankheitskeime in den Gelenkinnenraum gelangen und zu Infektionen führen. Werden diese nicht rechtzeitig behandelt, kann die Gelenkfunktion teilweise oder vollständig verloren gehen und das Gelenk versteift dauerhaft.

Wenn Sie vermuten, dass Menisken, Bänder oder Knorpel im Knie beschädigt wurden, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Auch in folgenden Fällen ist ein Arztbesuch ratsam:

  • Langanhaltende, starke Knieschmerzen
  • Schubweise auftretende Schmerzen
  • Unklare Ursache
  • Die Knieschmerzen gehen mit begleitenden Symptomen wie Rötung, Schwellung und Überwärmung des Gelenks, Blutergüssen, eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks oder Fieber einher

Knieschmerzen: Untersuchungen

Zunächst führt der Arzt ein Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Darin befragt er den Patienten dazu, seit wann die Schmerzen auftreten und ob es einen möglichen Auslöser (z. B. Unfall, Sport) gibt. Um die Diagnose zu stellen, sind zudem die Lage der Knieschmerzen, ihr Verlauf und eventuelle Grunderkrankungen (z. B. rheumatische Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen) essentiell. Zudem erfragt der behandelnde Arzt, ob bereits Therapieversuche (z. B. Verband, Kühlung, Schmerzsalbe) unternommen wurden und ob sich daraufhin Besserung eingestellt hat.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung steht die Beweglichkeit des Knies im Mittelpunkt. Der Arzt testet, ob der Patient das Kniegelenk aus eigener Kraft beugen kann (aktive Beugung) und wie weit es sich schmerzfrei mit Hilfe beugen lässt (passive Beugung). Sehnen und Bänder im Bereich des Knies werden abgetastet und auf eventuelle Auffälligkeiten (tastbare Verletzungen, Druckschmerzhaftigkeit etc.) untersucht. Um die Funktion der Kreuzbänder zu testen, folgt der Schubladen-Test: Lässt sich der Kopf des Schienbeins im Verhältnis zum Oberschenkelknochen nach vorne ziehen, ist das vordere Kreuzband instabil (gerissen). Kann man den Schienbeinkopf im Verhältnis zum Oberschenkel nach hinten schieben, ist das hintere Kreuzband lädiert.

Um das Gangbild zu beurteilen, muss der Patient einige Schritte auf und ab gehen, so dass eventuelle Bewegungseinschränkungen und Schonhaltungen sichtbar werden.

Bildgebende Untersuchungen

Ultraschalluntersuchung: So lassen sich größere Schäden an Sehnen und Bändern oder ein Kniegelenkserguss nachweisen.

Röntgenuntersuchung:  Damit lassen sich Knochenbrüche oder Abweichungen der Gelenkstellung nachweisen sowie der Durchmesser des Gelenkknorpels beurteilen. Auch Knochenverformungen, die bei Arthrose und entzündlichen Gelenkerkrankungen auftreten, werden so sichtbar.

Computertomografie (CT): Mithilfe eines um den Patienten kreisenden Röntgenstrahls werden Schichtaufnahmen des Kniegelenks erstellt. So lassen sich Veränderungen im Innern des Gelenks erkennen.

Kernspintomographie (Magnetresonanztomografie oder MRT): Ein weiteres Schichtbildverfahren, mit dem verborgene Schäden an Bändern, Sehnen oder Menisken im Inneren des Kniegelenks zu erkennen sind. Dabei werden starke Magnetfelder eingesetzt.

Szintigrafie: Mithilfe von radioaktiv markierten Stoffen wird die Stoffwechselaktivität verschiedener Gewebe sichtbar gemacht. So kommen Entzündungen oder abgestorbenes Knochengewebe zum Vorschein.

Weitere Untersuchungen

Gelenkspiegelung (Arthroskopie): Diese Untersuchung dient der genauen Beurteilung des Schadens im Kniegelenk. Der Arzt führt über einen kleinen Hautschnitt ein flexibles Instrument ins Gelenk ein, das mit einer kleinen Kamera ausgestattet ist (Endoskop). Über parallele Arbeitskanäle werden gleichzeitig kleine Messer oder Zangen vorgeschoben, mit denen geschädigter Knorpel oder ein verletzter Meniskus geglättet, genäht, geklebt oder entfernt wird. Ebenso werden auch größere Operationen am Knie per Endoskop durchgeführt.

Angiografie: Bei der Röntgenuntersuchung der Blutgefäße wird dem Patienten ein Kontrastmittel gespritzt, das die Gefäße auf dem Röntgenbild gut sichtbar macht. Auf diese Weise können Durchblutungsstörungen oder abgestorbene Knochenteile als Ursache der Knieschmerzen nachgewiesen werden.

Blutuntersuchung: Blutwerte können Hinweise auf Infektionen, Autoimmun- oder Rheumaerkrankungen sowie Stoffwechselkrankheiten (z. B. Gicht) geben.

Urin- oder Stuhluntersuchungen: Diese dienen dem Nachweis von Keimen (wie Bakterien). Manche Erreger können zu einer entzündlichen Reaktion innerhalb des Gelenks führen.

Untersuchung der Gelenkflüssigkeit: Die Flüssigkeit wird auf eine krankhaft veränderte Zusammensetzung, Bakterien und Antikörper geprüft.

Rachenabstrich: Der Abstrich wird bei Verdacht auf rheumatisches Fieber entnommen und im Labor analysiert.

Haut-Untersuchungen: Die Haut kann Hinweise auf eine mögliche Psoriasis-Arthritis geben.

Gewebeentnahme (Biopsie): Diese erfolgt bei Verdacht auf einen gutartigen oder bösartigen Tumor.

Ursachen von Knieschmerzen

Kniebeschwerden können sowohl sehr plötzlich auftreten (z. B. bei Verletzungen) als auch schleichend zunehmen (z. B. bei Kniearthrose = Gonartrhose). Je nach Ursache bestehen die Schmerzen nur vorübergehend und sind behandelbar oder aber sie werden zum täglichen Begleiter, mit dem man lernen muss zu leben.

Um die Ursache zu bestimmen, ist vor allem essentiell, wann die Schmerzen auftreten.

Anlaufschmerz (Einlaufschmerz): Der Schmerz macht sich bei Bewegung im Gelenk bemerkbar und lässt bei weiterer Bewegung nach. Die Ursache liegt in der Abnutzung (Arthrose) des Kniegelenks (Gonarthrose).

Bewegungsschmerz: das Knie schmerzt anhaltend während Bewegungen. Die Ursache ist meistens eine frische Verletzung (Sehnen, Bänder, Schleimbeutel, Menisken etc.).

Belastungsschmerz: Treten die Schmerzen nur bei Belastung des Gelenks auf, kann das auf eine Meniskusverletzung hinweisen. Schmerzen die Knie vor allem beim Treppensteigen, kann eine bestimmte Form der Schleimbeutelentzündung (Pes-anserina-Bursitis) vorliegen.

Ruheschmerz: Treten die Knieschmerzen in Ruhe auf, liegt möglicherweise eine rheumatoide Arthritis vor.

Zur Bestimmung der Ursache, ist wichtig, wo der Schmerz auftritt.

Knieschmerzen an der Innenseite des Gelenks können Hinweis auf eine Schädigung des Innenmeniskus sein. Ebenfalls treten bei einer Schleimbeutelentzündung (Pes-anserina-Bursitis) Schmerzen innen am Knie (oder leicht darunter) auf.

Knieschmerzen an der Außenseite können aufgrund einer Schädigung des Außenmeniskus entstehen. Ebenso kann ein "Läuferknie" vorliegen: Eine schmerzhafte Reizung des Faserzuges, der außen von Oberschenkel zum Schienbein zieht. Betroffen sind meistens Läufer.

Knieschmerzen an der Vorderseite werden als Patellofemorales Schmerzsyndrom oder Femoropatellares Schmerzsyndrom bezeichnet. Auslöser sind z. B. Fehl- und Überbelastungen, Verletzung oder Fehlbildung der Kniescheibe, Verletzung oder Entzündung der Schleimbeutel im vorderen Kniebereich.

Schmerzen in der Kniekehle können durch eine Bakerzyste (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum in der Kniekehle) verursacht werden.

Begleitsymptome können ebenfalls Aufschluss über die Ursache der Knieschmerzen geben. Entzündungsbedingte Schmerzen im Knie können von einer Schwellung, Rötung und Überwärmung im Gelenkbereich begleitet werden. Ist die Ursache eine fortschreitende Gelenkabnutzung, sind die Knieschmerzen mit eingeschränkter Beweglichkeit des Kniegelenks verbunden (Kniegelenksarthrose). Zusätzlich verstärken sich die Beschwerden bei kaltem und nassem Wetter ("Wetterfühligkeit").

Knieverletzungen

Knochenbruch: Betrifft die Gelenkfortsätze des Oberschenkelknochens, den Schienbeinkopf oder die Kniescheibe. Eine Verrenkung führt manchmal zu einem Abscherbruch der Kniescheibe. Auch kombinierte Brüche sind möglich.

Symptome:

  • Starke Schmerzen
  • Knie lässt sich nicht mehr bewegen
  • evtl. Fehlstellung des Gelenks
  • Zwischen den Bruchstücken ist möglicherweise ein Spalt zu tasten.
  • Bluterguss, der zu Schwellung führt

Therapie: Brüche werden in aller Regel konservativ behandelt. In besonderen Fällen ist eine operative Stabilisierung mit Metallen wie Platten, Nägel, Schrauben oder Drähten nötig. Danach benötigt der Patient häufig Stützung durch eine Orthese. Physiotherapeutische Nachbehandlung, angepasst an die individuelle Therapie, kann ebenfalls nötig sein.

Verrenkung (Luxation): Knieverrenkungen mit Verletzung des Kapselbandgefüges sind häufig Folge eines Unfalls. Dabei können auch Nerven, Blutgefäße und Unterschenkelmuskeln Schaden nehmen. Verrenkungen werden ebenfalls durch angeborene Formveränderungen der Kniescheibe oder ihres Gleitweges, X-Beine, Muskelschwäche, ungleichen Zug der Haltebänder und Bindegewebserkrankungen begünstigt.

Symptome:

  • heftige Schmerzen
  • Schwellung
  • Knie ist bewegungsunfähig
  • Das Gelenk sieht durch die verlagerte Knieschiebe verformt aus (seitlich verlagerte Kniescheibe ist sicht- und tastbar).
  • begleitende Knorpel- und Knochenverletzungen

Therapie: Eine verrenkte Kniescheibe wird vom Arzt bei maximal gestrecktem Knie zurückgeschoben (Reposition in Überstreckung). Im Anschluss erfolgt die Stabilisierung mit einer Bandage sowie Muskelaufbau durch Physiotherapie. Bei wiederholter Verrenkung z. B. durch Fehlbildung oder nach Verletzung der Kniescheibe, ist ein korrigierender Eingriff mittels Gelenkspiegelung (Arthroskopie) notwendig.

Bänderriss: Ein Bänderriss bezeichnet den teilweise bis vollständigen Abriss eines Gelenkbandes. Meistens kommt es zu einem Bänderriss, wenn ein Gelenk, z. B. das Sprunggelenk oder das Knie, gewaltsam verdreht wird.

Symptome:

  • akute Schmerzen
  • Ansätze des Bandes sind beim Betasten druckschmerzhaft
  • Schwellung des Knies (Erguss) bei Kreuzbandriss
  • Knie wirkt instabil und knickt bei erneuten Belastungen weg

Therapie: In der Regel ist eine Behandlung ohne operativen Eingriff üblich. Eine spezielle Gehschiene (Orthese) ermöglicht es dem Patienten, den Fuß beim Gehen normal abzurollen. Sie verhindert zudem ein wiederholtes Umknicken des Fußes. So kann das verletzte Band von selbst wieder zusammenwachsen. Die Schiene wird für sechs Wochen getragen.

Akuter Meniskusriss: Bei plötzlichen Stopp- und Drehbewegungen des Knies kann der Meniskus reißen. Auch kombinierte Verletzungen (z. B. Riss des Innenmeniskus plus Riss des vorderen Kreuzbands) sind möglich.

Symptome:

  • Knie schmerzt auf der betroffenen Seite, je nach Lage des Risses
  • Gehen ist möglich, sportliche Belastung nicht
  • Knie kann anschwellen, nach Schonung wieder abschwellen, um bei erneuter Belastung wieder anzuschwellen
  • Ein Teil des gerissenen Meniskus kann einschlagen (hörbares Schnappen) und das Knie blockieren, so dass es sich kaum mehr strecken oder beugen lässt.

Chronischer Meniskusschaden: Angeborene Formstörungen des Meniskus können schon im Kindesalter zu Knie-Einklemmungen führen. Bindegewebserkrankungen sowie ständige Überlastung schwächen den Meniskus und dünnen ihn aus. So entstehen im Laufe der Zeit feinste Risse, die bei Bewegungen wie dem In-die-Hocke-Gehen zum Riss im Meniskus führen.

Symptome:

  • Das Knie schmerzt bei Belastung
  • Gelenkspalt ist innen oder außen beim Tasten mit dem Finger druckschmerzhaft
  • Ein Teil des lädierten Meniskus kann sich verlagern, einklemmen und das Knie blockieren.
  • Streckhemmung und schnappendes Gelenkgeräusch

Therapie: Kleinere Meniskusrisse können konservativ mit Physiotherapie und Medikamenten behandelt werden. Bei den meisten Meniskusschäden ist eine Operation notwendig.

Fehl- und Überbelastung

Springerknie (Patellaspitzensyndrom): Das Springerknie bereitet häufig Leistungssportlern im vorderen Kniebereich Schmerzen. Beim Springen wird das Kniescheibenband starken, ruckartigen Zugbelastungen ausgesetzt. So kommt es am Unterrand der Kniescheibe, an ihrer "Spitze", zu Schmerzen. In schlimmen Fällen kann die Sehne reißen.

Symptome:

  • Schmerzen im vorderen Bereich des Knies unterhalb der Kniescheibe
  • Manchmal tritt eine Schwellung auf

Therapie: Die Beschwerden bessern sich nach Schonung.

Läuferknie (Iliotibiales Band-Syndrom): Das Läuferknie entsteht durch Überbelastung beim Sport. Beim Beugen und Strecken des Knies gleitet eine Sehnenhülle, die wichtige Oberschenkel- und Hüftmuskeln führt und stützt, über einen Höcker oben außen am Knie. Bei Überbelastung reagiert die Sehnenhülle und Schleimbeutel darunter gereizt. Das Läuferknie tritt oft bei Langstreckenläufern, Tennissportlern und Fußballspielern auf. O-Beine, Fuß-Fehlstellungen, geschwächte Hüftmuskeln, Änderung der Beinlänge nach einer Schuhzurichtung oder Operation, viel Bergablaufen oder Laufen auf hartem oder unebenem Boden begünstigen ein Läuferknie.

Symptome:

  • vorderer und äußerer Knieschmerz beim Laufen v. a. beim Bergablaufen und Treppenabgehen
  • evtl. fühlbare Überwärmung und Schwellung

Therapie: Die Schmerzen lassen sich durch Kühlung mit Eisbeuteln, physikalische Therapie und Schmerzmittel lindern. Unterbrechung des Lauftrainings, Dehnung verkürzter Hüftmuskeln am Oberschenkel, Training geschwächter Bauch-, Rücken- und Fußmuskeln in Absprache mit einem Physiotherapeuten sind zu empfehlen. Langläufer sollten ihre Lauftechnik anhand einer Videoanalyse überprüfen.

Arthrose: Arthrose bezeichnet eine degenerative Gelenkabnutzung. Der Knorpelüberzug der Gelenke nutzt sich ab, bis die Knochen ungeschützt aufeinander reiben.

Symptome:

  • Belastungsschmerzen, wenn das Gelenk stark beansprucht wird
  • Anlaufschmerzen nach längerer Ruhepause
  • im frühen Stadien sind Schmerzen im Ruhezustand möglich
  • Schwellungen am Gelenk, wenn der betroffene Gelenkbereich sich entzündet
  • Gelenkumfang kann durch den Knochenanbau zunehmen

Therapie: Nicht-operativen Maßnahmen wie Gewichtsverringerung, Bewegung, Physiotherapie, physikalische Therapien und Medikamente können den Verlauf eindämmen und Schmerzen entgegenwirken. Wenn die Arthrose trotz nicht-operativen Verfahren fortschreitet und die Patienten unter Schmerzen leiden, kann ein chirurgischer Eingriff nötig werden.

Entzündungen

Rheumatoiden Arthritis: Immunzellen greifen die Gelenkinnenhaut an. Sie entzündet sich und produziert dabei Entzündungsstoffe, die das Bindegewebe und den Gelenkknorpel zerstören.

Symptome:

  • Vor allem morgens schmerzende und steife Gelenke
  • Gelenk schwillt an
  • Gelenke verformen sich und die Beweglichkeit nimmt ab

Therapie: Die Behandlung erfolgt neben der Medikamenteneinnahme durch operative Verfahren, Physio- sowie Ergotherapie, physikalische und psychologische Therapie, Ernährungsumstellung und Patientenschulung.

Schleimbeutelentzündungen (Bursitis):  Schleimbeutel schützen Muskeln und Sehnen. Überbelastung kann sie reizen und damit zu Schwellungen und Schmerzen führen.

Symptome:

  • Die Kniescheibe vorne am Knie ist überwärmt.
  • Die Schwellung ist bei Druck und Bewegung sehr schmerzhaft, Knien ist kaum möglich.
  • Liegt eine Infektion des Schleimbeutels vor, ist der ganze Bereich schmerzhaft geschwollen, gerötet und überwärmt. Fieber tritt auf.

Therapie: Die Behandlung erfolgt durch Ruhigstellen des betroffenen Gelenks, Schmerzmittel, ggf. Kortison, Stoßwellentherapie, Punktion zum Absaugen überschüssiger Flüssigkeit und Physiotherapie. Bei bakteriell bedingter Schleimbeutelentzündung ist oft eine operative Entfernung des Schleimbeutels sowie die Einnahme von Antibiotika nötig.

Baker-Zyste (Kniekehlenzyste): Die Baker-Zyste bezeichnet eine gutartige, gallertig oder flüssig gefüllte Zyste (Hohlraum) an der Rückseite des Kniegelenks. Sie entsteht bei Reizzuständen mit vermehrter Bildung von Gelenkflüssigkeit. Auslöser sind Kniearthrose, ein Meniskusschaden oder Entzündungen wie Rheuma und Gicht, seltener eine Knieverletzung.

Symptome:

  • Schmerzen im Knie und im rückwärtigen oberen Wadenbereich, meistens bei Streckung des Beines
  • wiederkehrende, fühlbare Schwellung in der Kniekehle
  • Wenn die Zyste einreißt, treten plötzliche Schmerzen in der Kniekehle auf.

Therapie: Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern die Beschwerden. Teilweise kommen auch kortisonhaltige Präparate zum Einsatz. Bessern sich die Beschwerden mit der konservativen Therapie nicht, ist es sinnvoll, die Zyste operativ zu entfernen.

Stoffwechsel- und Blutkrankheiten

Gicht: Bei der Gicht sammelt sich zu viel Harnsäure im Körper, was zu Entzündungen führt. Bei jedem Zehnten ist das Kniegelenk betroffen. Grund ist häufig eine erbliche Ausscheidungsschwäche der Nieren.

Symptome - akut:

  • Das Gelenk ist extrem schmerzhaft, geschwollen, blaurot verfärbt, überwärmt, stark berührungsempfindlich
  • Umgebung des Gelenks schwillt an
  • Begleitsymptome wie Fieber, schneller Herzschlag, Übelkeit, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden

Symptome chronisch:

  • wiederholte, eventuell wandernde Gichtanfälle oder auch Dauerschmerzen betroffener Gelenke
  • Harnsäurekristalle zeigen sich sichtbar als "Gichtperlen" 
  • an Gelenken drohen über längere Zeit Verformungen
  • kann zu Nierenbeckenentzündungen und Bluthochdruck führen

Therapie: Eine das Gewicht regulierende, ausgewogene Diät, bei Bedarf Medikamente zur Senkung der Harnsäure.

Pseudogicht (Chondrokalzinose): Bei der Pseudogicht bilden sich Kalziumsalzkristalle, die sich im Knorpel ablagern.

Symptome:

  • das betroffene Knie entzündet sich akut, schmerzt, schwillt an und lässt sich schlecht bewegen
  • Die Haut im Bereich des Knies ist gerötet und überwärmt
  • Schulter-, Hand- oder Fußgelenke können sich entzünden

Therapie: Die Behandlung erfolgt zunächst durch entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Gelenkpunktion und Kältetherapie (Kryotherapie) können Beschwerden lindern. Je nach Ausmaß kann eine Operation notwendig werden.

Familiäre Hypercholesterinämie, Gefäßverschlüsse: Hypercholesterinämie bezeichnet einen erhöhten Blutspiegel des Cholesterins. Gelenkschmerzen treten aufgrund von Entzündungen an Gelenken durch Ausfällung kleinster Kristalle aus Fettsäuren und Cholesterin auf.

Symptome:

  • Die auftretenden Gelenkschmerzen wechseln und variieren stark.
  • Schwellungen, Überwärmung und Rötung treten auf.
  • die Schmerzen halten bis zu einen Monat an

Therapie: Bei einer „leichten“ familiären Hypercholesterinämie helfen Medikamente sowie eine cholesterinarme Ernährung. In schweren Fällen ist eine regelmäßige Blutwäsche nötig.

Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose): Bei der erblich bedingten Stoffwechselerkrankung wird der Körper durch Eisenüberladung geschädigt. Das Eisen wird verstärkt aus der Nahrung aufgenommen und lagert sich in inneren Organen, Haut und Gelenken ab.

Symptome:

  • Schmerzhafte Schwellungen an den Fingergrundgelenken und Knie
  • Dunklerer Teint, vor allem im Bereich der Achselhöhlen, an den Vorderseiten der Arme und Hände, am Hals, im Gesicht und in der Genitalgegend
  • vergrößerte Leber
  • Herzsymptome
  • psychische Veränderungen

Therapie: Die überfüllten Eisenspeicher werden durch wiederholte Aderlässe geleert. In Fällen, in denen kein Aderlass möglich ist (bspw. aufgrund von schwerer Blutarmut oder Herzschwäche) kommen Medikamente zum Einsatz, die Eisen binden.

Bluterkrankheit (Hämophilie): Bei dieser Erkrankung fehlen Gerinnungsfaktoren oder sie sind weniger aktiv. Die vermehrte Blutungsneigung wird geschlechtsgebunden vererbt.

Symptome:

  • spontane Blutungen in großen Gelenken wie den Knien
  • Gelenk schwillt an, schmerzt stark, ist überwärmt, gerötet und eingeschränkt beweglich
  • Bei wiederholten Gelenkblutungen entzündet sich die Gelenkinnenhaut, Eisen lagert sich ab und schädigt den Gelenkknorpel.
  • Unbehandelt können Gelenke verformen und versteifen, es kommt zu Muskelschwund und Gehbehinderung.

Therapie: Die Behandlung erfolgt durch Gabe des fehlenden Gerinnungsfaktors über die Blutbahn. Weiterhin werden bestimmte Schmerzmittel verabreicht und das Gelenk wird vorübergehend ruhiggestellt. Mitunter wird eine chronisch entzündete Gelenkinnenhaut teilweise entfernt, um das Knie vor weiteren Schäden zu schützen.

Knieschmerzen infolge von Infektionen

Gelenkentzündungen durch Viren: Viren können die Innenhaut eines Gelenkes gezielt oder im Zuge einer Allgemeininfektion befallen. Das Knie ist häufig betroffen. Infrage kommen außer Grippe auch Infektionen wie Hepatitis B, Hepatitis C, Mumps, eine Erkrankung durch das Parvovirus B19, Röteln bis hin zu einer HIV-Infektion.

Symptome:

  • Schmerzen springen von einem Gelenk zu einem anderen oder konzentrieren sich auf ein größeres Gelenk wie das Knie.
  • Allgemeinbeschwerden wie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, erhöhte Körpertemperatur, Fieber

Therapie: Vorwiegend erfolgt die Einnahme eines entzündungshemmenden Schmerzmittels. Hepatitis B oder Hepatitis C und die HIV-Infektion werden mit speziellen virushemmenden Medikamenten behandelt.

Gelenkentzündungen durch Bakterien: Diese entstehen bspw. bei einem Eingriff oder einer Verletzung wie einem offenen Bruch oder Biss. Dabei werden Keime eingeschleppt. In der Regel ist ein einzelnes, größeres Gelenk betroffen.

Symptome:

  • Schmerzen, Überwärmung, Schwellung im betroffenen Gelenk
  • Starke Verformung des Gelenks
  • Beweglichkeit ist eingeschränkt
  • Fieber, Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl und Beschwerden durch die Grundkrankheit

Knieschmerzen: Weitere Ursachen

Chondromalazie (Knorpelschaden): Der Knorpel weicht auf, fasert und wird rissig. Ursachen sind meistens Bänder- und Muskelschwäche sowie vorausgegangene Verletzungen und Entzündungen des Kniegelenks.

Symptome:

  • Das Knie schmerzt beim Beugen, Treppenauf oder -abgehen, Aufstehen aus der Hocke, längerem Sitzen oder Schlafen mit angewinkelten Beinen
  • Beugen und Strecken des Knies erzeugt Reiben oder Knirschen
  • Das Knie gibt mit stechendem Schmerz nach.

Therapie: Der Knorpelschaden wird mit physikalischer Therapie behandelt. In manchen Fällen erfolgt eine Stabilisierung durch eine Kniebandage sowie Einnahme von Schmerzmitteln. Physiotherapie kräftigt die Oberschenkelstreckmuskeln. Kleinere Knorpeldefekte können mit Bohrtechniken behandelt werden. Ein Beinachsenfehler lässt sich operativ korrigieren.

Plica-Syndrom: Das Plica-Symdrom bezeichnet Schmerzen durch Gelenkhautfalten im Knie. Bei einer Entzündung kann eine Falte anschwellen und den Gelenkknorpel reizen. Mögliche Auslöser sind frühere Verletzungen oder Überlastung durch Sport.

Symptome:

  • Schnappen beim Bewegen
  • das Gefühl, dass das Knie nachgibt oder blockiert wird
  • Schwellungen
  • nach sportlichen Aktivitäten treten Schmerzen im vorderen Kniebereich auf

Therapie: Zunächst konservativ durch Schonung, Physiotherapie und medikamentöse Schmerzbehandlung. Falls keine Besserung eintritt, kann die Falte arthroskopisch entfernt werden.

So beugen Sie Knieschmerzen vor

Körpergewicht regulieren: Kniegelenke sind für normale Gewichtsbelastungen ausgelegt. Um zu ermitteln, ob Ihr Körpergewicht im Rahmen liegt dient u. a. der Body-Maß-Index (BMI). Dieser ergibt sich aus Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Menschen mit einem BMI von 18,5 bis 24,9 gelten als normalgewichtig. Zudem ist auch der Taillenumfang ein Anhaltspunkt: Er sollte bei Männern nicht über 102 Zentimeter, bei Frauen nicht über 88 Zentimeter liegen.

Starkes Beugen und Verdrehen der Knie in X- oder O-Richtung vermeiden: Positionen wie Schneider, Lotus- oder Fersensitz gehen über den rechten Winkel hinaus. Werden diese Positionen oft eingenommen, sollte man versuchen, den Druck von den Knien zu nehmen. Beim Fersensitz hilft bspw. ein zwischen Füße und Knie platziertes Sitzkissen.

Vermeiden Sie ständiges Hocken: Versuchen Sie, so oft wie möglich alternative Körperhaltungen einzunehmen oder Hilfsmittel anzuwenden, die das Hocken überflüssig machen.

Nichts Schweres tragen: Schweres Tragen ist Gift für die Knie. Vermeiden Sie Dauerbelastung, suchen Sie sich bei Tragen Helfer oder alternative Wege.

Selten hohe Absätze tragen: Schuhe mit hohen Absätzen verlagern den Körperschwerpunkt nach vorne. Das Kreuz wird so zum Hohlkreuz und die Knie gehen als Ausgleich zu sehr in Beugestellung. Es entsteht Druck in den Kniegelenken und Krampfadern werden begünstigt.

Kniefreundlicher Sport: Gymnastikübungen, Wassergymnastik (Aqua-Gym), Rückenschwimmen, Radfahren und Walking gelten als rückenschonende Sportarten. Joggen ist nur bedingt geeignet und Bergwandern eher ungünstig, wenn es stramm bergab geht. Reiten, Skialpin, Snowboardfahren, Kontaktsport wie Fußball und die meisten Sprungsportarten strapazieren die Knie.

Oberschenkelmuskeln trainieren: Je mehr Ihre Oberschenkelmuskeln in Form sind, desto besser für die Knie.

Pausenloses Stehen und Gehen vermeiden: Sitzen ist besser für die Knie als Stehen und Gehen. Der Rücken kann allerdings darunter leiden. Die Dosis macht das Gift. Beim Sitzen sollten Sie eine aufrechte Rückenhaltung einnehmen und beide Beine im rechten Winkel vor dem Körper aufstellen. Stützen Sie die Lendenwirbelsäule immer wieder ab: dynamisch mit Übungen zwischendurch, mit ergonomischer Rückenlehne oder mit Extra-Lendenstütze.

Arbeits-Körperhaltung überprüfen: Wenn Sie in sich zusammensinken oder mit den Augen zu nah vor dem Bildschirm sitzen, werden Kreuz und Nacken überlastet. Überprüfen Sie Ihre übliche Arbeitshaltung im Büro sowie Ihre Sehschärfe. Wichtig ist, jede Körperhaltung oder –tätigkeit, die über einen längeren Zeitraum eingenommen oder ausgeübt wird, nach etwa zwei Stunden zu unterbrechen, um die Glieder zu entlasten.

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