Knieschmerzen

Knieschmerzen-Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten

Das Knie ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers und wird tagtäglich von uns beansprucht. Somit ist es besonders anfällig für Schmerzen, die neben Krankheiten auch durch Überbelastung in Sport und Beruf verursacht werden.


Erste Hilfe Tipps bei Knieschmerzen

PECH-Regeln bei akuten Knieschmerzen

Pause: Entlasten Sie das akut schmerzende Knie sofort.
Eis: Das Kühlen hält die Schwellung auf und lindert die Schmerzen.
Compression: Ein Verband oder eine Bandage trägt zur Stabilisierung des Gelenks und dem Abschwellen bei.
Hochlagern: Legen Sie das Knie (am besten über Herzhöhe) hoch, damit Gewebsflüssigkeit und Entzündungsstoffe schneller abtransportiert werden können.

Weitere Maßnahmen

Kühlen: Kühlen Sie das Knie mit Eiswürfeln im Plastikbeutel, der nochmals in ein Tuch eingeschlagen wird. Ebenso eignen sich auch fertige Gelpads aus dem Tiefkühlfach. Wickel mit Quark oder essigsaurer Tonerde können Schwellungen und Entzündungen ebenfalls eindämmen. Hierzu bestreichen Sie ein Tuch fingerdick mit Speisequark und wickeln es für ca. 15 Minuten um das Knie. Für einen Umschlag mit Essigsaurer-Tonerde-Lösung geben Sie zwei Esslöffel der Lösung in 200 ml Wasser. Tränken Sie damit ein Tuch und wickeln das Knie damit ein, bis die kühlende Wirkung wieder abnimmt. Wenden Sie die Wickel nicht bei offenen Wunden an.

Pflanzenauszüge: Lösungen mit ätherischen Ölen oder antientzündlichen Pflanzenauszügen wirken schmerzlindernd. Dazu eignen sich Präparate mit Rosmarin, Thymian, Fichtennadel und Latschenkiefer, die man mehrmals täglich in die Haut einreibt. Lösungen mit Arnika helfen bei stumpfen Verletzungen ebenfalls gegen Schwellung, Entzündung und Schmerzen.

Bandagen und weiche Sohlen: Ein Verband mit einer Idealbinde kann das Kniegelenk stützen. Dazu eignen sich vor allem vorgeformte Bandagen, die es in verschiedenen Größen gibt. Die Bandage können Sie tagsüber bei Belastung tragen und nach einigen Tagen ausprobieren, ob Sie das Knie auch ohne Unterstützung wieder beanspruchen können. Schuhe mit weichen, federnden Sohlen dämpfen harte Stöße auf das Kniegelenk.

Muskeln stärken: Regelmäßige Bewegung baut Muskeln auf und erhält die Beweglichkeit des Gelenkes. Dabei eignen sich gelenkschonende Sportarten wie z. B. Schwimmen (Kraulen), Aqua-Gymnastik, Nordic Walking, Fahrradfahren und Skilanglauf.

Das Knie – Anatomie und Funktion

Kniescheibe Anatomie

Oberschenkelknochen und Kniescheibe: Im Knie verbinden sich der Oberschenkelknochen (Femur), die Kniescheibe (Patella) und das Schienbein (Tibia) miteinander und sorgen so für eine flexible Verbindung und gute Beweglichkeit zwischen den Knochen. Das Zusammenspiel aus Knochen, Knorpeln, Muskeln, Sehnen und Bändern im Kniegelenk ergibt zusammen ein Dreh-Scharnier-Gelenk.

Seitenbänder: Das Innenband (Ligamentum collaterale mediale) verläuft vom Oberschenkelknochen zum Schienbeinschaft an der Innenseite des Knies. Es verhindert, dass sich das Kniegelenk bei einer Bewegung des Fußes nach außen oder nach innen verschiebt. Das Außenband (Ligamentum collaterale laterale) verläuft vom Oberschenkelknochen zum Wadenbeinköpfchen an der Außenseite des Knies. Bewegt der Fuß sich nach innen, verhindert es eine Verschiebung des Kniegelenks nach außen.

Kreuzbänder: Zwischen den Enden des Oberschenkelknochens verlaufen vorderes Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius) und hinteres Kreuzband (Ligamentum cruciatum posterius) schräg gegenläufig. Sie sind durchgängig gespannt und stabilisieren das Kniegelenk bei Bewegungen des Beins auf einer horizontalen Achse. Das Kniegelenk verschiebt sich dadurch nicht nach vorne oder hinten.

Menisken: Die Zwischengelenksscheiben vergrößern die Gelenkfläche des Knies und verteilen so den Druck auf das Gelenk. Sie dienen also als Stoßdämpfer im Kniegelenk. Innenmeniskus (Meniscus medialis) und Außenmeniskus (Meniscus lateralis) befinden sich zwischen dem gerundeten Ende des Oberschenkelknochens und dem flachen Kopf des Schienbeins. Dort gleichen sie die Formunterschiede zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein aus.

Schienbein und Wadenbein: Das Wadenbein (Fibula) bildet mit dem Schienbein (Tibia) den knöchernen Unterschenkel. Trotz Nähe zum Knie ist das Wadenbein, anders als das Schienbein, nicht am Kniegelenk beteiligt. Am Wadenbein setzen allerdings Bänder, Sehnen und Muskeln an, die für Beweglichkeit und Stabilität des Kniegelenks sorgen.

Gelenkknorpel: Der Knorpel dient als Gelenkpuffer, so dass eine Bewegung des Knies schmerzfrei verläuft. Die druckelastische Schicht verhindert, dass die Knochen direkt aufeinanderliegen und sich reiben.

Symptome-Check: Knieschmerzen bei bestimmten Bewegungen

Knieschmerzen nach Lauftraining

Knieschmerzen treten häufig nach einem Lauftraining auf. In den meisten Fällen sind Knieschmerzen nach dem Joggen unbedenklich, wenn Sie über Nacht zurückgehen und nach spätestens zwei Tagen wieder verschwinden. Sind die Schmerzen sehr stark oder halten länger an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und den Sport pausieren. Es könnte eine Entzündung im Kniegelenk vorliegen. Weitere mögliche Ursachen:

  • Bei Laufanfängern sind Bindegewebe und Gelenkknorpel evtl. nicht an die erhöhte Belastung angepasst.
  • Der Läufer hat bereits Knorpelschäden, so dass eine entzündliche Reaktion nach dem Training entsteht (Gelenkkater).
  • Es liegt eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Kniegelenk vor.
  • Die Kniescheibe ist nicht formgenau auf die Gleitrinne im Oberschenkel angepasst.

Fehlstellungen wie X- oder O-Beine können Knieschmerzen nach dem Joggen zusätzlich verstärken.

Knieschmerzen nach dem Aufstehen

Schmerzen, die nach einer körperlichen Ruhephase und zu Beginn einer Bewegung auftreten, werden als Anlaufschmerzen oder Loslaufschmerzen bezeichnet.

  • Kniearthrose (krankhafter Knorpelverschleiß im Kniegelenk, auch Gonarthrose genannt) ist die häufigste Ursache für morgendliche Knieschmerzen und Anlaufschmerz bei älteren Menschen.
  • Patellaspitzensyndrom: In diesem Fall ist der Ansatz der Sehne, die die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet, entzündet. Zu Beginn der Bewegung treten stechende Schmerzen auf, die nach dem Warmlaufen wieder abklingen.
  • Bei älteren Personen liegt die Ursache häufig in degenerativen Erkrankungen des Knorpels und des Meniskus. Verschleiß und Abnutzung im Knie können Meniskusrisse, Knorpelverschleiß und Kniearthrose begünstigen.
  • Ursachen solcher Degeneration können auch ältere Sportverletzungen sein, die nicht vollständig ausgeheilt sind und den Gelenkverschleiß im Kniegelenk beschleunigen.

Knieschmerzen beim Treppensteigen

Mögliche Ursachen für Knieschmerzen beim Abwärsgehen:

  • Es besteht ein Knorpelschaden im Oberschenkelknochen, so dass die Kniescheibe nicht mehr adäquat gleiten kann.
  • Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) belastet die Gleitgewebe vor der Kniescheibe und unter der Patellasehne.
  • Ein Kreuzbandriss oder eine Kreuzbandverletzung liegt vor. Ein Knie ohne Kreuzband ist bei bestimmten Bewegungen instabil und knickt zur Seite weg.

Knieschmerzen beim Hocken oder Knie beugen

  • Beim in die Hocke gehen, lastet starker Druck auf der Kniescheibe. Schmerzen beim Hinknien deuten auf Probleme mit der Kniescheibe oder dem Gelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe hin.
  • Probleme mit den Gleitgeweben der Patella oder der Patellasehne können zu einer Schleimbeutelentzündung führen. Die hohe Berührungsempfindlichkeit der entzündeten Schleimbeutel macht das Hinknien schmerzhaft.

Knieschmerzen nach Zusammenprall beim Sport oder Sturz

Treten Knieschmerzen plötzlich auf, ist in den meisten Fällen eine Überlastung, akute Verletzung am Kniegelenk z.B. durch Sturz oder Verdrehung (Distorsion) oder ein Aufprall die Ursache von:

  • Kreuzband- oder Meniskusriss nach Verdrehung des Kniegelenks
  • Äußerer Seitenbandriss des Kniegelenks
  • Tibiakopffraktur (Bruch des Schienbeinkopfes im Knie nach Aufprall oder Verdrehung)
  • Fraktur der Kniescheibe (Patellafraktur)

Symptome-Check: Lokalisation des Knieschmerzen

Vorderer Knieschmerz

Patelladysplasie (Formstörung der Kniescheibe): Die Kniescheibe ist von Geburt an fehlgebildet und passt nicht zur Gleitrinne am Oberschenkel (Trochlea femoris). Die Formstörung verursacht einen starken Abrieb der Knorpelschicht (Chondromalazie). Der Knorpelschaden erzeugt die Knieschmerzen, Blutergüsse über der Kniescheibe und ein Knirschen hinter der Kniescheibe.

Arthrose der Kniescheibe (Retropatellare Arthrose): Ursache sind Knorpelschaden und Knorpelverlust zwischen Kniescheibe und Gleitrinne am Oberschenkelknochen. Eine Patelladysplasie und das wiederholte Ausrenken der Kniescheibe lösen die Arthrose aus. Vor allem beim Hinknien, Kniebeugen und Bergablaufen treten starke Schmerzen hinter der Kniescheibe auf.

Äußere Knieschmerzen

Valgusgonarthrose (X-Bein-Arthrose des Kniegelenks): Äußere Knieschmerzen in Verbindung mit einer X-Fehlstellung des Kniegelenks ist Zeichen für Knorpelverschleiß im äußeren Bereich des Kniegelenks. Die Valgusgonarthrose erzeugt zunächst Schmerzen im äußeren Bereich, die sich später auf das gesamte Kniegelenk ausbreiten können.

Innerer Knieschmerz

Ursache für Schmerzen auf der Innenseite des Knies sind meistens die inneren Seitenbänder oder Strukturen im inneren Bereich des Kniegelenks.

Knieschmerzen an der Kniekehle

Baker-Zyste: Hierbei handelt es sich um eine Zyste der Gelenkschleimhaut in der Kniekehle, die durch eine Reizung innerhalb der Gelenkkapsel entsteht. Die Zyste kann Hinweis auf einen Meniskus- oder Kreuzbandriss sein. Sie ist mit Gelenkflüssigkeit gefüllt und schmerzt bei starker Beugung des Kniegelenks durch den hohen Druck. Der Bereich um die Baker-Zyste kann sich schmerzhaft entzünden. In den meisten Fällen bildet sie sich von selbst zurück.

Venenthrombose: Die Verstopfung der Vene durch ein Blutgerinnsel führt vor allem nach langem Sitzen zu Schmerzen hinter dem Kniegelenk. Ein höheres Lebensalter und Übergewicht begünstigen die Thrombose. Typische Symptome sind neben den Schmerzen auch  bläuliche Adern in der Kniekehle und auf der Wadenmuskulatur. Bei Verdacht auf Thrombose ist umgehend ein Arzt aufsuchen. Wenn sich das Blutgerinnsel lösst, kann das lebensgefährliche Folgen wie z. B. eine Lungenembolie haben.

Knieschmerzen: Wann müssen Sie zum Arzt?

Oberflächliche Schürfwunden, leichte Prellungen oder Zerrungen des Kniegelenks lassen sich in den meisten Fällen selbst und ohne ärztliche Hilfe behandeln. Tiefere Wunden erfordern einen Arztbesuch, vor allem wenn die Gelenkkapsel möglicherweise verletzt wurde. In solchen Fällen können Krankheitskeime in den Gelenkinnenraum gelangen und zu Infektionen führen. Werden diese nicht rechtzeitig behandelt, kann die Gelenkfunktion teilweise oder vollständig verloren gehen und das Gelenk versteift dauerhaft.

Wenn Sie vermuten, dass Menisken, Bänder oder Knorpel im Knie beschädigt wurden, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Auch in folgenden Fällen ist ein Arztbesuch ratsam:

  • Langanhaltende, starke Knieschmerzen
  • Schubweise auftretende Schmerzen
  • Unklare Ursache
  • Die Knieschmerzen gehen mit begleitenden Symptomen wie Rötung, Schwellung und Überwärmung des Gelenks, Blutergüssen, eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks oder Fieber einher

Knieschmerzen: Untersuchungen

Zunächst führt der Arzt ein Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Darin befragt er den Patienten dazu, seit wann die Schmerzen auftreten und ob es einen möglichen Auslöser (z. B. Unfall, Sport) gibt. Um die Diagnose zu stellen, sind zudem die Lage der Knieschmerzen, ihr Verlauf und eventuelle Grunderkrankungen (z. B. rheumatische Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen) essentiell. Zudem erfragt der behandelnde Arzt, ob bereits Therapieversuche (z. B. Verband, Kühlung, Schmerzsalbe) unternommen wurden und ob sich daraufhin Besserung eingestellt hat.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung steht die Beweglichkeit des Knies im Mittelpunkt. Der Arzt testet, ob der Patient das Kniegelenk aus eigener Kraft beugen kann (aktive Beugung) und wie weit es sich schmerzfrei mit Hilfe beugen lässt (passive Beugung). Sehnen und Bänder im Bereich des Knies werden abgetastet und auf eventuelle Auffälligkeiten (tastbare Verletzungen, Druckschmerzhaftigkeit etc.) untersucht. Um die Funktion der Kreuzbänder zu testen, folgt der Schubladen-Test: Lässt sich der Kopf des Schienbeins im Verhältnis zum Oberschenkelknochen nach vorne ziehen, ist das vordere Kreuzband instabil (gerissen). Kann man den Schienbeinkopf im Verhältnis zum Oberschenkel nach hinten schieben, ist das hintere Kreuzband lädiert.

Um das Gangbild zu beurteilen, muss der Patient einige Schritte auf und ab gehen, so dass eventuelle Bewegungseinschränkungen und Schonhaltungen sichtbar werden.

Bildgebende Untersuchungen

Ultraschalluntersuchung: So lassen sich größere Schäden an Sehnen und Bändern oder ein Kniegelenkserguss nachweisen.

Röntgenuntersuchung:  Damit lassen sich Knochenbrüche oder Abweichungen der Gelenkstellung nachweisen sowie der Durchmesser des Gelenkknorpels beurteilen. Auch Knochenverformungen, die bei Arthrose und entzündlichen Gelenkerkrankungen auftreten, werden so sichtbar.

Computertomografie (CT): Mithilfe eines um den Patienten kreisenden Röntgenstrahls werden Schichtaufnahmen des Kniegelenks erstellt. So lassen sich Veränderungen im Innern des Gelenks erkennen.

Kernspintomographie (Magnetresonanztomografie oder MRT): Ein weiteres Schichtbildverfahren, mit dem verborgene Schäden an Bändern, Sehnen oder Menisken im Inneren des Kniegelenks zu erkennen sind. Dabei werden starke Magnetfelder eingesetzt.

Szintigrafie: Mithilfe von radioaktiv markierten Stoffen wird die Stoffwechselaktivität verschiedener Gewebe sichtbar gemacht. So kommen Entzündungen oder abgestorbenes Knochengewebe zum Vorschein.

Weitere Untersuchungen

Gelenkspiegelung (Arthroskopie): Diese Untersuchung dient der genauen Beurteilung des Schadens im Kniegelenk. Der Arzt führt über einen kleinen Hautschnitt ein flexibles Instrument ins Gelenk ein, das mit einer kleinen Kamera ausgestattet ist (Endoskop). Über parallele Arbeitskanäle werden gleichzeitig kleine Messer oder Zangen vorgeschoben, mit denen geschädigter Knorpel oder ein verletzter Meniskus geglättet, genäht, geklebt oder entfernt wird. Ebenso werden auch größere Operationen am Knie per Endoskop durchgeführt.

Angiografie: Bei der Röntgenuntersuchung der Blutgefäße wird dem Patienten ein Kontrastmittel gespritzt, das die Gefäße auf dem Röntgenbild gut sichtbar macht. Auf diese Weise können Durchblutungsstörungen oder abgestorbene Knochenteile als Ursache der Knieschmerzen nachgewiesen werden.

Blutuntersuchung: Blutwerte können Hinweise auf Infektionen, Autoimmun- oder Rheumaerkrankungen sowie Stoffwechselkrankheiten (z. B. Gicht) geben.

Urin- oder Stuhluntersuchungen: Diese dienen dem Nachweis von Keimen (wie Bakterien). Manche Erreger können zu einer entzündlichen Reaktion innerhalb des Gelenks führen.

Untersuchung der Gelenkflüssigkeit: Die Flüssigkeit wird auf eine krankhaft veränderte Zusammensetzung, Bakterien und Antikörper geprüft.

Rachenabstrich: Der Abstrich wird bei Verdacht auf rheumatisches Fieber entnommen und im Labor analysiert.

Haut-Untersuchungen: Die Haut kann Hinweise auf eine mögliche Psoriasis-Arthritis geben.

Gewebeentnahme (Biopsie): Diese erfolgt bei Verdacht auf einen gutartigen oder bösartigen Tumor.

Ursachen von Knieschmerzen

Kniebeschwerden können sowohl sehr plötzlich auftreten (z. B. bei Verletzungen) als auch schleichend zunehmen (z. B. bei Kniearthrose = Gonartrhose). Je nach Ursache bestehen die Schmerzen nur vorübergehend und sind behandelbar oder aber sie werden zum täglichen Begleiter, mit dem man lernen muss zu leben.

Um die Ursache zu bestimmen, ist vor allem essentiell, wann die Schmerzen auftreten.

Anlaufschmerz (Einlaufschmerz): Der Schmerz macht sich bei Bewegung im Gelenk bemerkbar und lässt bei weiterer Bewegung nach. Die Ursache liegt in der Abnutzung (Arthrose) des Kniegelenks (Gonarthrose).

Bewegungsschmerz: das Knie schmerzt anhaltend während Bewegungen. Die Ursache ist meistens eine frische Verletzung (Sehnen, Bänder, Schleimbeutel, Menisken etc.).

Belastungsschmerz: Treten die Schmerzen nur bei Belastung des Gelenks auf, kann das auf eine Meniskusverletzung hinweisen. Schmerzen die Knie vor allem beim Treppensteigen, kann eine bestimmte Form der Schleimbeutelentzündung (Pes-anserina-Bursitis) vorliegen.

Ruheschmerz: Treten die Knieschmerzen in Ruhe auf, liegt möglicherweise eine rheumatoide Arthritis vor.

Zur Bestimmung der Ursache, ist wichtig, wo der Schmerz auftritt.

Knieschmerzen an der Innenseite des Gelenks können Hinweis auf eine Schädigung des Innenmeniskus sein. Ebenfalls treten bei einer Schleimbeutelentzündung (Pes-anserina-Bursitis) Schmerzen innen am Knie (oder leicht darunter) auf.

Knieschmerzen an der Außenseite können aufgrund einer Schädigung des Außenmeniskus entstehen. Ebenso kann ein "Läuferknie" vorliegen: Eine schmerzhafte Reizung des Faserzuges, der außen von Oberschenkel zum Schienbein zieht. Betroffen sind meistens Läufer.

Knieschmerzen an der Vorderseite werden als Patellofemorales Schmerzsyndrom oder Femoropatellares Schmerzsyndrom bezeichnet. Auslöser sind z. B. Fehl- und Überbelastungen, Verletzung oder Fehlbildung der Kniescheibe, Verletzung oder Entzündung der Schleimbeutel im vorderen Kniebereich.

Schmerzen in der Kniekehle können durch eine Bakerzyste (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum in der Kniekehle) verursacht werden.

Begleitsymptome können ebenfalls Aufschluss über die Ursache der Knieschmerzen geben. Entzündungsbedingte Schmerzen im Knie können von einer Schwellung, Rötung und Überwärmung im Gelenkbereich begleitet werden. Ist die Ursache eine fortschreitende Gelenkabnutzung, sind die Knieschmerzen mit eingeschränkter Beweglichkeit des Kniegelenks verbunden (Kniegelenksarthrose). Zusätzlich verstärken sich die Beschwerden bei kaltem und nassem Wetter ("Wetterfühligkeit").

So beugen Sie Knieschmerzen vor

Körpergewicht regulieren: Kniegelenke sind für normale Gewichtsbelastungen ausgelegt. Um zu ermitteln, ob Ihr Körpergewicht im Rahmen liegt dient u. a. der Body-Maß-Index (BMI). Dieser ergibt sich aus Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Menschen mit einem BMI von 18,5 bis 24,9 gelten als normalgewichtig. Zudem ist auch der Taillenumfang ein Anhaltspunkt: Er sollte bei Männern nicht über 102 Zentimeter, bei Frauen nicht über 88 Zentimeter liegen.

Starkes Beugen und Verdrehen der Knie in X- oder O-Richtung vermeiden: Positionen wie Schneider, Lotus- oder Fersensitz gehen über den rechten Winkel hinaus. Werden diese Positionen oft eingenommen, sollte man versuchen, den Druck von den Knien zu nehmen. Beim Fersensitz hilft bspw. ein zwischen Füße und Knie platziertes Sitzkissen.

Vermeiden Sie ständiges Hocken: Versuchen Sie, so oft wie möglich alternative Körperhaltungen einzunehmen oder Hilfsmittel anzuwenden, die das Hocken überflüssig machen.

Nichts Schweres tragen: Schweres Tragen ist Gift für die Knie. Vermeiden Sie Dauerbelastung, suchen Sie sich bei Tragen Helfer oder alternative Wege.

Selten hohe Absätze tragen: Schuhe mit hohen Absätzen verlagern den Körperschwerpunkt nach vorne. Das Kreuz wird so zum Hohlkreuz und die Knie gehen als Ausgleich zu sehr in Beugestellung. Es entsteht Druck in den Kniegelenken und Krampfadern werden begünstigt.

Kniefreundlicher Sport: Gymnastikübungen, Wassergymnastik (Aqua-Gym), Rückenschwimmen, Radfahren und Walking gelten als rückenschonende Sportarten. Joggen ist nur bedingt geeignet und Bergwandern eher ungünstig, wenn es stramm bergab geht. Reiten, Skialpin, Snowboardfahren, Kontaktsport wie Fußball und die meisten Sprungsportarten strapazieren die Knie.

Oberschenkelmuskeln trainieren: Je mehr Ihre Oberschenkelmuskeln in Form sind, desto besser für die Knie.

Pausenloses Stehen und Gehen vermeiden: Sitzen ist besser für die Knie als Stehen und Gehen. Der Rücken kann allerdings darunter leiden. Die Dosis macht das Gift. Beim Sitzen sollten Sie eine aufrechte Rückenhaltung einnehmen und beide Beine im rechten Winkel vor dem Körper aufstellen. Stützen Sie die Lendenwirbelsäule immer wieder ab: dynamisch mit Übungen zwischendurch, mit ergonomischer Rückenlehne oder mit Extra-Lendenstütze.

Arbeits-Körperhaltung überprüfen: Wenn Sie in sich zusammensinken oder mit den Augen zu nah vor dem Bildschirm sitzen, werden Kreuz und Nacken überlastet. Überprüfen Sie Ihre übliche Arbeitshaltung im Büro sowie Ihre Sehschärfe. Wichtig ist, jede Körperhaltung oder –tätigkeit, die über einen längeren Zeitraum eingenommen oder ausgeübt wird, nach etwa zwei Stunden zu unterbrechen, um die Glieder zu entlasten.

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