Ein Hund bekommt von einer Frau seine Krallen geschnitten. © Nastasic

Anleitung: So schneiden Sie Hundekrallen richtig

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Text fachlich geprüft von Sarah Denise Pauly

Warum ist Krallenpflege eigentlich so wichtig? In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Folgen zu lange Krallen für deinen Hund haben können – und warum regelmäßiges Kürzen mehr ist als nur Kosmetik. Ungepflegte Krallen können Schmerzen verursachen, die Beweglichkeit einschränken und langfristig sogar zu Fehlstellungen führen. Wer frühzeitig auf die richtige Pflege achtet, schützt die Gesundheit und das Wohlbefinden seines Hundes nachhaltig.

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Das Wichtige in Kürze

  • Zu lange Krallen können beim Hund weit mehr auslösen als nur ein unangenehmes Laufgeräusch – oft sind sie der Anfang stiller gesundheitlicher Probleme.

  • Viele Hundehalter unterschätzen, wie stark Krallenlänge Haltung, Bewegungsabläufe und Wohlbefinden beeinflusst.

  • Erste Warnsignale zeigen sich häufig schleichend und werden im Alltag leicht übersehen.

  • Mit dem richtigen Wissen lässt sich Krallenpflege sicher, stressfrei und ohne Risiko in die Pflegeroutine integrieren.

  • Wann selbst Hand anlegen sinnvoll ist – und wann professionelle Hilfe besser schützt –, erfahren Sie im weiteren Verlauf des Artikels.

Krallen schneiden beim Hund: Wichtige Grundlagen

Warum ist Krallenpflege eigentlich so wichtig? In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Folgen zu lange Krallen für deinen Hund haben können – und warum regelmäßiges Kürzen mehr ist als nur Kosmetik.

Warum Krallenpflege für Hunde so wichtig ist

Die regelmäßige Pflege der Krallen gehört zu den wichtigsten, aber oft unterschätzten Pflegeroutinen beim Hund. Denn im Gegensatz zu wild lebenden Tieren nutzen sich die Krallen unserer Haushunde meist nicht von selbst ausreichend ab – besonders wenn sie viel auf weichem Boden wie Wiesen, Teppichen oder Waldböden unterwegs sind.

Zu lange Krallen können nicht nur unbequem sein, sondern auch zu echten Gesundheitsproblemen führen. Deshalb ist es wichtig, die Krallen regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu kürzen.

Was passiert, wenn die Krallen zu lang werden?

Sind die Krallen zu lang, berühren sie beim Laufen ständig den Boden – das kann unangenehm oder sogar schmerzhaft für deinen Hund sein. Viele Hunde verändern dann ihre Haltung, um den Druck auf die Krallen zu vermeiden. Das wiederum kann zu Verspannungen, Gelenkproblemen und einer unnatürlichen Belastung von Pfoten, Schultern und Wirbelsäule führen.

Im schlimmsten Fall wachsen die Krallen krumm oder ins Pfotenpolster ein, was zu Entzündungen und Lahmheit führen kann. Auch das Verletzungsrisiko steigt: Beim Spielen oder Herumtollen können sich Hunde an zu langen Krallen leichter etwas aufreißen oder hängen bleiben.

Kurz gesagt: Gepflegte Krallen sind keine reine Kosmetiksache – sie sind ein wichtiger Bestandteil der Hundegesundheit.

Wann und wie oft sollten die Krallen geschnitten werden?

Nicht jede Hundepfote braucht gleich viel Pflege – aber regelmäßiges Kontrollieren lohnt sich. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, worauf Sie achten sollten und wie Sie den richtigen Zeitpunkt zum Krallenschneiden erkennen.

Woran erkennt man zu lange Krallen?

Nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, ob die Krallen eines Hundes zu lang sind. Ein deutliches Warnsignal ist ein hörbares Klackern auf hartem Boden – etwa auf Fliesen oder Parkett. Wenn Sie beim Spazierengehen das Gefühl haben, dass Ihr Hund nicht rund läuft oder häufiger stehen bleibt, könnten die Krallen zu lang sein und beim Auftreten unangenehm drücken.

Auch ein verändertes Gangbild, eine Schonhaltung oder das Vermeiden bestimmter Bewegungen können Hinweise auf zu lange Krallen sein. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Krallen den Boden berühren, wenn Ihr Hund aufrecht steht – in diesem Fall ist es höchste Zeit für eine Kürzung.

Wie häufig sollte man Krallen schneiden?

Wie oft die Krallen geschnitten werden müssen, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Untergrund, auf dem sich Ihr Hund bewegt, seiner Aktivität und der individuellen Krallenstruktur. Hunde, die viel auf weichem Boden laufen oder weniger aktiv sind, benötigen meist häufiger eine Krallenpflege – etwa alle 3 bis 6 Wochen.

Regelmäßige Kontrolle ist entscheidend: Wer die Krallen im Blick behält, erkennt frühzeitig, wann sie zu lang werden. So beugen Sie Beschwerden vor und gewöhnen Ihren Hund ganz nebenbei an eine entspannte Pflegeroutine.

Anleitung zum sicheren Krallenschneiden

Krallenschneiden ist keine Wissenschaft – mit der richtigen Anleitung gelingt es auch zu Hause. In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Hilfsmittel Sie benötigen und wie Sie Schritt für Schritt sicher vorgehen, ohne Ihrem Hund wehzutun.

Welche Hilfsmittel braucht man?

Um die Krallen Ihres Hundes sicher und stressfrei zu kürzen, benötigen Sie nicht viel – aber das richtige Werkzeug ist entscheidend. Am besten eignet sich eine spezielle Krallenschere oder ein Krallenschneider für Hunde, je nach Größe und Krallenform Ihres Tieres. Achten Sie auf eine scharfe Klinge und eine gute Handhabung, damit der Schnitt glatt und ohne Quetschungen erfolgt.

Zusätzlich hilfreich: eine Taschenlampe oder Tageslicht, um die Blutgefäße in der Kralle besser erkennen zu können – besonders bei hellen Krallen. Für den Notfall sollten Sie ein blutstillendes Pulver oder ein sauberes Tuch bereithalten, falls es doch einmal zu einer kleinen Blutung kommt oder man an einer schwarzen Kralle hantiert. Auch ein rutschfester Untergrund und ein ruhiger Ort tragen viel zur stressfreien Krallenpflege bei.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Schneiden

Damit das Krallenschneiden für Sie und Ihren Hund möglichst angenehm verläuft und die Kralle nicht zu bluten anfängt, empfiehlt sich ein ruhiges, geduldiges Vorgehen. So gehen Sie am besten vor:

Schritt 1: Suchen Sie sich einen ruhigen Moment und eine entspannte Umgebung. Ihr Hund sollte sicher und bequem liegen oder stehen.

Schritt 2: Halten Sie die Pfote sanft, aber fest in der Hand und schauen Sie sich die Kralle genau an. Bei hellen Krallen erkennen Sie den durchbluteten Bereich (das sogenannte "Leben") als rosa Schimmer im Inneren. Schneiden Sie mit etwas Abstand davor.

Schritt 3: Setzen Sie die Krallenschere in einem leichten Winkel an und schneiden Sie die Kralle in kleinen Etappen. So vermeiden Sie es, versehentlich in den durchbluteten Bereich zu schneiden.

Schritt 4: Bei dunklen Krallen hilft es, Stück für Stück zu kürzen und nach jedem Schnitt die Unterseite zu kontrollieren – ein dunkler Punkt in der Mitte deutet auf das nahende Leben hin.

Schritt 5: Belohnen Sie Ihren Hund im Anschluss mit Streicheleinheiten oder einem Leckerli – so verknüpft er die Prozedur positiv.

Sollte es trotz Vorsicht zu einer Blutung kommen, bewahren Sie Ruhe. Drücken Sie ein blutstillendes Pulver oder ein sauberes Tuch einige Minuten gegen die Stelle, bis die Blutung stoppt.

Mit etwas Übung und Geduld wird das Krallenschneiden schnell zur Routine – und bleibt für beide Seiten stressfrei.

Verletzungen vermeiden: So bleibt der Hund entspannt

Für viele Hunde ist das Krallenschneiden anfangs ungewohnt oder unangenehm – und auch für Sie als Halter kann es herausfordernd sein, wenn Ihr Vierbeiner unruhig oder ängstlich reagiert. Doch mit etwas Geduld und einer schrittweisen Gewöhnung kann die Pflegeroutine für beide Seiten stressfrei verlaufen.

Beginnen Sie damit, regelmäßig die Pfoten Ihres Hundes zu berühren – ohne direkt zur Schere zu greifen. Loben Sie ihn und geben Sie ein Leckerli, sobald er ruhig bleibt. So verknüpft er die Berührung mit etwas Positivem. Wenn das gut klappt, können Sie im nächsten Schritt die Krallenschere ins Spiel bringen: Zeigen Sie sie dem Hund, lassen Sie ihn daran schnuppern und üben Sie das „Trockenhalten“ der Pfote, ohne zu schneiden.

Sobald Ihr Hund entspannt bleibt, können Sie mit dem Schneiden einzelner Krallen beginnen – idealerweise nur eine oder zwei pro Einheit, damit keine Überforderung entsteht. Achten Sie auf eine ruhige Umgebung, klare Signale und viele positive Verstärker wie Lob oder Belohnungen.

Je entspannter Sie selbst bleiben, desto leichter überträgt sich diese Ruhe auf Ihren Hund. Und je mehr positive Erfahrungen er mit der Krallenpflege sammelt, desto selbstverständlicher wird sie für ihn.

Wann professionelle Hilfe notwendig ist

Auch bei guter Vorbereitung und viel Geduld kann es Situationen geben, in denen es sinnvoll ist, das Krallenschneiden einem Profi zu überlassen. Wenn Ihr Vierbeiner sehr unruhig ist, sich nicht an die Berührung der Pfoten gewöhnen lässt oder bereits negative Erfahrungen gemacht hat, kann ein Tierarztbesuch die stressfreiere Lösung sein.

Ebenso ist professionelle Hilfe empfehlenswert, wenn die Krallen sehr dunkel oder stark gekrümmt sind und das Risiko besteht, in das durchblutete Gewebe zu schneiden. Auch bei älteren Hunden mit empfindlichen Pfoten oder bei Verletzungen am Ballenbereich ist Vorsicht geboten – hier kann eine tierärztliche Einschätzung hilfreich sein.

Ein professioneller Krallenschnitt – ob beim Tierarzt oder in einem Hundesalon – bietet mehrere Vorteile:

Vorteile:

  • Fachgerechtes und sicheres Schneiden, auch bei schwieriger Krallenstruktur
  • Stressfreier Ablauf für Hund und Halter
  • Einschätzung durch Fachpersonal bei Unsicherheiten oder Problemen
  • Oft in Kombination mit weiteren Pflegedienstleistungen buchbar

Kosten:

Je nach Region und Anbieter liegen die Kosten für einen professionellen Krallenschnitt in der Regel zwischen 10 und 25 Euro. Bei tierärztlichen Behandlungen können zusätzliche Gebühren entstehen, vor allem wenn eine Sedierung notwendig ist oder gesundheitliche Probleme festgestellt werden.

Ein regelmäßiger Besuch beim Profi kann sich lohnen – insbesondere, wenn Unsicherheit besteht oder das Vertrauensverhältnis zum eigenen Hund beim Krallenschneiden noch aufgebaut werden muss.

Kleiner Hund liegt auf einer Decke und wird gekrault. © Eva

Auch bei guter Krallenpflege lassen sich Tierarztbesuche nicht immer vermeiden

Eingerissene Krallen, Entzündungen oder schmerzhafte Fehlstellungen müssen oft medizinisch behandelt werden. Die Hundekrankenversicherung der Deutschen Familienversicherung schützt Sie vor unerwarteten Kosten – damit Ihr Hund schnell die Hilfe bekommt, die er braucht.

Zur Hundekrankenversicherung

Pflege der Hundekrallen im Alltag

Die beste Vorsorge gegen zu lange oder eingerissene Krallen ist eine einfache Routine im Alltag. Wer regelmäßig einen Blick auf die Pfoten wirft, kann Veränderungen frühzeitig erkennen und rechtzeitig handeln. Achten Sie dabei auf die Länge der Krallen, eventuelle Risse, Absplitterungen oder ob sich Ihr Hund beim Laufen anders verhält – all das können Hinweise auf zu lange oder empfindliche Krallen sein.

Eine kurze wöchentliche Kontrolle reicht oft schon aus. Nach Spaziergängen können Sie außerdem die Pfoten kurz abwischen – das entfernt nicht nur Schmutz, sondern hilft auch dabei, die Krallen im Blick zu behalten.

Alternative Methoden: Krallenschleifer und andere Werkzeuge

Nicht jeder Hund lässt sich gerne die Krallen mit der Schere kürzen – für solche Fälle gibt es Alternativen.

Was ist ein Krallenschleifer?

Ein Krallenschleifer funktioniert elektrisch und trägt die Kralle schrittweise ab, statt sie mit einem Schnitt zu kürzen. Das Gerät ähnelt optisch einem kleinen Dremel und wird besonders bei empfindlichen Hunden oder dunklen Krallen gern verwendet, da das Risiko, ins Leben zu schneiden, geringer ist.

Welche anderen Werkzeuge gibt es sonst noch?

Neben klassischen Krallenscheren und -zangen sowie Schleifern gibt es auch spezielle Nagelfeilen für Hunde, Pfotenscheren für die Zwischenräume und Pfotensprays zur Pflege der Ballen.

Sind diese Werkzeuge empfehlenswert?

Ob Schere oder Schleifer – wichtig ist, dass das Werkzeug gut in der Hand liegt und für die Krallenstärke Ihres Hundes geeignet ist. Ein Schleifer kann eine gute Option sein, wenn Ihr Hund geräuschempfindlich ist und Sie geduldig vorgehen können. Bei unsicherer Handhabung oder fehlender Erfahrung ist es jedoch ratsam, sich das erste Mal von Fachpersonal einweisen zu lassen.

Mit der richtigen Ausstattung und etwas Routine wird die Krallenpflege zum festen Bestandteil Ihrer Hundepflege – ganz ohne Stress.

FAQ zur Krallenpflege beim Hund Häufige Fragen

  • Werden die Krallen nicht regelmäßig gekürzt, können sie zu lang werden und sich nach innen biegen – im schlimmsten Fall wachsen sie in die Ballen ein. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch zu Entzündungen und Haltungsschäden führen. Zudem verändert sich durch zu lange Krallen die natürliche Gangart des Hundes, was langfristig die Gelenke belastet.

  • Viele Hunde verbinden das Krallenschneiden mit unangenehmen Erfahrungen – sei es durch ungewohnte Berührungen, laute Geräusche oder ein versehentliches Schneiden ins Leben. Auch Ihre eigene Anspannung kann sich auf das Tier übertragen. Wichtig ist daher eine ruhige Umgebung, Geduld und positive Verstärkung, um Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen.

  • Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Das Schneiden mit einer Schere oder Zange geht schnell, erfordert aber eine sichere Hand, um Verletzungen zu vermeiden. Das Schleifen ist oft schonender und bietet mehr Kontrolle, dauert aber länger und kann bei geräuschempfindlichen Hunden unangenehm sein. Welche Methode für Sie und Ihren Hund besser geeignet ist, hängt vom individuellen Temperament und der Krallenstruktur ab.

DFV Visual

Fazit

Regelmäßige Krallenpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Hundegesundheit und trägt maßgeblich zu Bewegungsfreude und Wohlbefinden bei. Wer die Krallen seines Hundes im Blick behält, beugt Schmerzen, Fehlbelastungen und Verletzungen vor. Gleichzeitig zeigt der Artikel: Selbst vermeintlich kleine Pflegethemen können gesundheitliche Folgen haben – und im Zweifel auch tierärztliche Behandlungen notwendig machen.

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