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Prostatakrebs: Ursachen, Symptome, Behandlung

Jährlich wird bei circa 60.000 Männern in Deutschland Prostatakrebs festgestellt. Durch kostenfreie Früherkennungsangebote und die Fortschritte der Medizin ergeben sich meist gute Heilungsaussichten und langfristige Überlebensraten.


Inhaltsverzeichnis

Was ist Prostatakrebs?

Bei Prostatakrebs handelt sich um eine bösartige Wucherung der männlichen Vorsteherdrüse. Ein Prostatakarzinom ist die häufigste Krebsform bei Männern. Die Krankheit tritt vornehmlich im höheren Lebensalter auf. Es gibt jedoch vereinzelt auch jüngere Patienten. Das Prostatakarzinom wächst im Vergleich zu anderen Krebsarten meist nur langsam, was die Perspektiven für eine erfolgreiche Therapie verbessert. Es gibt aber auch seltene, sehr aggressive Formen, die sich rasant entwickeln und kaum behandelbar sind. Im Verlauf der Erkrankung können sich Absiedlungen des Prostatakarzinoms (Metastasen) in anderen Körperregionen bilden. Hauptsächlich in den Knochen und Lymphknoten sowie in der Leber, der Lunge und im Gehirn. Diese zusätzlichen Krebsherde sind meist nur mit aufwändigen Untersuchungen zu erkennen und erschweren die Therapie des Karzinoms.

Prostatakrebs – Ursachen

Neben dem Lebensalter gilt die erbliche Veranlagung als wichtigster Risikofaktor für die Entwicklung eines Prostatakrebses. Wenn Vater oder Bruder erkrankt sind, ist dies mit hohem Risiko verbunden, selbst ebenfalls ein Prostatakarzinom zu entwickeln. Für weitere mögliche Einflussmöglichkeiten spricht die ungleichmäßige Verteilung der Erkrankung. Es gibt ein auffälliges Ost-West-Gefälle: Männer in den USA sind häufiger von einem Prostatakarzinom betroffen, besonders Angehörige der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe. Im Gegensatz dazu tritt Prostatakrebs in Asien eher selten auf. In Europa gibt es zudem ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle: Schwedische Männer beispielsweise erhalten die Diagnose Prostatakarzinom etwa doppelt so häufig wie griechische Männer. Das könnte für einen Einfluss der Ernährungsgewohnheiten sprechen. Dieser konnte jedoch in wissenschaftlichen Studien bisher nicht aufgezeigt werden.

Prostatakrebs – Symptome

Prostatakrebs ist zunächst weitgehend symptomfrei. Die Diagnose kommt für viele Männer entsprechend überraschend. Meist erfolgt sie im Rahmen einer turnusmäßigen Früherkennung (Vorsorgeuntersuchung). Einige Symptome, die allerdings bei vielen verschiedenen Erkrankungen auftreten, können auch ein Hinweis auf einen möglichen Prostatatumor geben:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Harnverhalt oder eingeschränkte Harnausscheidung
  • Unterbrechungen des Harnstrahls während des Wasserlassens
  • Unvollständige Entleerung der Harnblase
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Verminderter Samenerguss
  • Unzureichende oder ausbleibende Erektionen
  • Schmerzen im Becken, Steiß, in der Hüfte, in den Oberschenkeln oder in der Prostata selbst
  • Blut im Urin oder Ejakulat
  • Schwierigkeiten beim Stuhlgang

Einige der genannten Symptome sind gleichfalls typisch für eine gutartige Prostatavergrößerung. Auch hier ist eine Untersuchung in einer urologischen Praxis sinnvoll. Auf keinen Fall sollte man aus falscher Scham auf eine Untersuchung verzichten. Gerade die frühzeitige Diagnose einer Prostataerkrankung verbessert ganz erheblich die Erfolgsaussichten der ärztlichen Therapie.

Prostatakrebs – Diagnose

Jedem krankenversicherten Mann steht ab einem Alter von 45 Jahren eine kostenfreie Vorsorgeuntersuchung zu. Diese Tastuntersuchung der Prostata kann einmal jährlich genutzt werden. Seit ihrer Einführung hat die Sterblichkeit an Prostatakarzinomen messbar abgenommen. Die teilnehmenden Männer profitieren von der frühzeitigen Erkennung der Krankheit. Prostatakrebs lässt sich erfolgreicher behandeln, wenn das Karzinom noch nicht in das umgebende Gewebe eingewachsen ist oder Tochtergeschwulste in anderen Organen gebildet hat.

Anamnese:

Im Gespräch erkundigt sich der Arzt meist nach vorhandenen Beschwerden, wie etwa Problemen beim Wasserlassen oder Schmerzen im Bereich der Prostata. Er fragt zudem nach Krebserkrankungen der Prostata bei nahen leiblichen Verwandten. Ein erhöhtes Risiko für die Krankheit scheint vererbt zu werden. Wenn bereits der Vater oder der Bruder des Patienten an Prostatakarzinom erkrankt sind, ist dies mit hohem Risiko verbunden, ebenfalls zu erkranken. Der Arzt interessiert sich darüber hinaus, ob Blut im Stuhl oder Urin bemerkt wurden, ob Verdauungsbeschwerden bestehen, ob Erektionsschwierigkeiten aufgetreten sind oder sich Fieber und Nachtschweiß zeigen. Wichtig Hinweise sind unter Umständen auch eine auffällige Gewichtsabnahme oder das Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit. Diese Symptome sind zwar keineswegs eindeutige Anzeichen für Prostatakrebs, können jedoch erste Hinweise auf eine Erkrankung geben.

Digital-rektale Untersuchung:

Der Arzt tastet über den Enddarm die Prostata auf Vergrößerung, Verhärtungen und andere Veränderungen ab. Diese körperliche Untersuchung wird nicht nur anlassbezogen durchgeführt. Im Rahmen der Früherkennung ist sie Standard und wird ab dem 45. Lebensjahr von den Krankenversicherungen übernommen.

Ultraschall-Untersuchung:

Mittels transrektalem Ultraschall kann der Arzt Ausdehnung und Gewebestrukturen der Prostata sichtbar machen.

Ermittlung des PSA-Wertes:

Über eine Blutuntersuchung kann der Arzt die Konzentration des PSA (prostataspezifisches Antigen) bestimmen, das ausschließlich in der Vorsteherdrüse gebildet wird. Mit dem Alter steigen die PSA-Werte auch ohne eine Erkrankung allmählich leicht an. Deutlich erhöhte Werte können allerdings ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen der Prostata sein. Unter anderem auf eine Entzündung und auch auf ein Karzinom, denn die Krebszellen erzeugen bis zu zehnmal mehr PSA als gesunde Prostatazellen. Zur Abklärung der aufgefallenen Erhöhung wird der Arzt den auslösenden Ursachen weiter nachgehen. Daher können weitere und detailliertere Messung des PSA-Wertes notwendig werden.

Weitere bildgebende Verfahren:

Teilweise wird Magnetresonanztomografie (MRT) genutzt, um eine spezifischere Darstellung der Prostata zu erreichen. Etwa, um die Durchblutung beziehungsweise die Blutversorgung der Prostata aufzuzeigen.

Entnahme von Gewebeproben:

Um verlässliche Informationen über das Vorliegen eines Prostatakarzinoms zu erhalten, ist die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata (Prostatabiopsie) unumgänglich. Das gängige Verfahren wird Stanzbiopsie genannt. Mit einer feinen Hohlnadel werden über den Enddarm Prostatazellen aus zehn oder zwölf Bereichen des Organs entnommen. Ziel ist es hierbei, auch sehr kleine Tumoren nachzuweisen, die nur einen geringen Raum innerhalb der Prostata einnehmen. Eine Gefahr, dass die Biopsie zu einer Streuung der Krebszellen im Körper führt, besteht nicht. Allerdings verabreicht der Arzt am Untersuchungstag ein Antibiotikum, um das Risiko einer örtlichen Entzündung der Einstiche zu verringern.

Histologische Untersuchung der Gewebeprobe:

Die gewonnenen Gewebeproben werden vom Facharzt auf bösartige Veränderungen untersucht. Je stärker die Zellveränderungen sind, desto aggressiver ist der Krebs. Als Entscheidungshilfe für den behandelnden Arzt werden Aggressivität und Ausbreitung der Krebszellen in ein Punkteraster von 2 bis 10 eingeordnet. Je höher dieser "Gleason-Score" ausfällt, desto ungünstiger sind die Aussichten für eine vollständige Heilung. Neben dem Gleason-Score ist ein weiteres Schema für die Klassifizierung des Prostatakrebses das "TNM-System". Hier werden die Ausdehnung des Tumors, der Befall der benachbarten Lymphknoten und die Entwicklung von Metastasen zu einem Indikator für das aktuelle Krankheitsstadium zusammengefasst.

Weitere Untersuchungen:

Wenn eine Krebserkrankung durch die histologische Untersuchung nachgewiesen wurde, nutzt der Arzt häufig weitere Kontrollmethoden, um die Ausbreitung des Prostatakarzinoms im Körper zu ermitteln: MRT, Computertomografie, Ultraschall des Bauchraumes, Skelettszintigrafie und PSMA-PET/CT (Darstellung prostata-membran-spezifisches Antigen). Mit letzterem Verfahren lassen sich entartete Prostatazellen im Körper genau lokalisieren.

Prostatakrebs – Behandlung

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten eines diagnostizierten Prostatakrebses. Die geeignete Therapie ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Bei der Entscheidung spielen Lebensalter, Krebsstadium (Klassifikation nach Gleason-Score und TNM-System), Wachstumsgeschwindigkeit, angestrebtes Therapieziel und nicht zuletzt auch die Wünsche des Patienten eine Rolle.

Aktive Überwachung

Prostatakrebs wächst in der Regel nur langsam. Dadurch ist es bei einem Krebs im Anfangsstadium (PSA-Wert bis 10ng/ml und Gleason-Score bis 6) und einem höheren Lebensalter zunächst in vielen Fällen möglich, mit einem sofortigen Beginn der Behandlung des Prostatakarzinoms zu warten. Aktive Überwachung bedeutet, die Entwicklung des Tumors wird regelmäßig in einer urologischen Praxis kontrolliert: zunächst alle drei Monate, später alle 6 Monate. Erst bei fortschreitender Entwicklung des Prostatakarzinoms wird gegebenenfalls eine weitergehende Behandlung eingeleitet. Die Patienten müssen, wenn sie sich für Aktive Überwachung entscheiden, keine Verkürzung der Lebenserwartung befürchten. Klinische Studien zur Aktiven Überwachung haben das nachgewiesen.

Operation

Die Operation zur Entfernung der Krebsgeschwulst nennt sich radikale Prostatektomie. Diese Therapie dient der vollständigen Heilung. Die unter der Harnblase liegende Prostata wird hierfür zusammen mit der Samenblase, dem Samenleiter und einem Stück der Harnröhre (im Bereich, der von der Prostata umschlossen ist) entnommen. Die Operation dauert zwei bis drei Stunden, je nachdem, ob zusätzlich die umgebenden Lymphknoten entfernt werden müssen oder nicht. Die radikale Prostatektomie ist ein anspruchsvoller Eingriff und wird als offenes Operationsverfahren (via Unterbauchschnitt oder Dammschnitt) sowie mittels Schlüssellochchirurgie (minimal invasiv) ausgeführt. Alle Verfahren der radikalen Prostatektomie sind gleichermaßen erfolgreich. Bei der minimalinvasiven Operationstechnik können sich Vorteile bei der Wundheilung und der Mobilisierung der Patienten ergeben. Es werden zwar mehrere Schnitte vorgenommen, diese sind aber weniger ausgedehnt als bei einer offenen Operation.

Noch im Operationsaal werden die Lymphknoten auf Krebsbefall untersucht, um sie gegebenenfalls entfernen zu können. Nach der Operation werden auch die Schnittstellen des entfernten Organs auf Krebszellen untersucht, um sicher zu gehen, dass der Prostatakrebs noch nicht in benachbartes Gewebe eingewachsen ist. Eine gewisse Zeit nach dem Eingriff wird erneut ein PSA-Test vorgenommen. Bleibt der PSA-Wert dauerhaft unter der Nachweisgrenze, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass der Tumor restlos entfernt wurde und sich keine Metastasen gebildet haben. Ziel des Chirurgen ist es, bei der Operation so schonend wie möglich vorzugehen. Sofern möglich wird er das Nervengeflecht um die Prostatakapsel erhalten, was die Erektionsfähigkeit des Patienten bewahrt. Ebenso wird angestrebt zu vermeiden, dass der Patient durch den Eingriff inkontinent wird.

Strahlentherapie:

Auch die Bestrahlung mit radioaktiven Substanzen wird bei einem Prostatakarzinom mit guten Erfolgen angewendet. Gerade ältere Patienten oder Vorerkrankte, für die eine Operation zu belastend wäre, profitieren von dieser Therapie. Meist sind es Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die gegen einen chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose sprechen. Bestimmte Formen der Strahlentherapie können aber auch genutzt werden, wenn das Prostatakarzinom zu weit fortgeschritten ist für eine Operation (hoher Gleason-Score). Teilweise wird die Strahlentherapie auch in Kombination mit einer Hormontherapie angewendet.

Die Strahlentherapie kann von außen, über die Haut, auf den Tumor einwirken. Alternativ wird die Strahlenquelle unmittelbar im Tumor platziert. Bei der perkutanen Strahlentherapie entfaltet die Strahlungsquelle ihre zerstörerische Wirkung auf den Tumor von außen. Die Strahlung fokussiert exakt auf das Prostatakarzinom. Dadurch wird das umgebende gesunde Gewebe weitgehend geschont, wohingegen die Krebszellen abgetötet werden. Die perkutane Bestrahlung erfolgt in kurzen Einheiten von Minuten oder nur Sekunden über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten hinweg.

Brachytherapie nennt man dagegen die Strahlentherapie von innen. Die Röntgenstrahlung durchdringt nicht die Haut, sondern entfaltet sich direkt im Tumor selbst. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren. Bei der Low-Dose-Rate Brachytherapie werden winzige Elemente aus radioaktiv strahlendem Metall in der Prostatakapsel platziert. Diese "Seeds" strahlen nur über eine sehr kurze Distanz hinweg und wirken daher örtlich. Nach wenigen Wochen hat sich die Strahlung soweit abgebaut, dass die "Seeds" gefahrlos in der Prostata verbleiben können. Anders bei der alternativen Methode: Hier sind es stärker strahlende (high-dose-rate) Metallteilchen, die nach einigen Minuten intensiver Einwirkzeit wieder aus der Prostata entfernt werden. Die High-Dose-Rate Strahlentherapie wird nach einigen Tagen Pause noch ein zweites Mal wiederholt, um auch verbliebene Tumorzellen abzutöten. Diese Art der Brachytherapie wird häufig auch als Afterloading-Verfahren bezeichnet.

Trotz der lokal begrenzten Behandlung und gezielten Anwendung kann die Bestrahlung auch benachbarte Organe wie den Darm und die Blase beeinträchtigen. Zu den möglichen Nebenwirkungen der Therapie gehören Reizungen der Harnröhre und Entzündungen der Blase. Es kann zu Durchfall und leichten Blutungen im Darm kommen. Als spätere Behandlungsfolge können sich bei den Patienten auch Erektionsstörungen oder Harninkontinenz einstellen. Der Erfolg der Therapie lässt sich nach der Behandlung über regelmäßige Kontrollen via PSA-Test kontrollieren.

Hormontherapie:

Genau genommen, ist die Hormontherapie eine antihormonelle Therapie: Das im Körper des Mannes gebildete Geschlechtshormon Testosteron fördert das Prostatakrebswachstum. Durch Hormonentzug lässt sich das Tumorwachstum abbremsen. Eine Heilung des Krebses ist durch diese Maßnahme allerdings nicht zu erreichen, weil der Tumor nach einer bestimmten Zeit auch ohne Testosteronversorgung weiterwachsen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt profitieren Patienten, die nicht operiert werden können, jedoch von dieser Therapie. Heute wird der Testosteronspiegel im Blut meist durch regelmäßige Gabe von Medikamenten abgesenkt. Man spricht von einer "chemischen Kastration" in Erinnerung an die Zeit, als zur Hormonabsenkung nur die Methode der Hodenentfernung angewendet werden konnte. Die rasche Absenkung des Testosteronspiegels führt bei vielen Männern zu Symptomen, die mit weiblichen Wechseljahresbeschwerden vergleichbar sind. Zu Hitzewallungen, Gewichtszunahme und Osteoporose kommen meist auch Muskelabbau, Blutarmut, Unfruchtbarkeit und Nachlassen der sexuellen Lust. Der chemische Hormonentzug durch das Medikament kann abgebrochen werden, wenn der Tumor nach einigen Jahren nicht mehr auf diese Maßnahme reagiert. Der Arzt spricht in dieser Phase der Krankheit von einem kastrationsresistenten Prostatakarzinom.

Chemotherapie

Die Chemotherapie zerstört Krebszellen im ganzen Körper. Sie wird daher hauptsächlich bei einem Prostatakarzinom angewendet, das bereits Metastasen gebildet hat. Die Patienten werden mit Zytostatika-Injektionen oder -Infusionen behandelt, die das Wachstum und die Teilung der Krebszellen unterbinden. Als starkes Zellgift beeinträchtigt das Medikament auch gesunde Körperzellen. Übelkeit, Erbrechen, Hautprobleme, Haarausfall sowie Blutbildveränderungen zählen zu den häufigen Nebenwirkungen der Chemotherapie.

Watchful waiting

Prostatakrebs entwickelt sich oft erst im höheren Lebensalter. Das Prostatakarzinom wächst außerdem meist nur langsam. Diese beiden Faktoren eröffnen älteren Patienten eine zusätzliche Option: Sie können sich unter bestimmten Voraussetzungen gegen eine gezielte Krebsbehandlung entscheiden. Voraussetzung ist eine gründliche Untersuchung, die zeigt, dass der Tumor nicht zu aggressiv wächst. So lassen sich gerade im Alter die belastenden Aspekte einer aufwändigen Therapie vermeiden. Der Arzt behandelt ausschließlich eventuell auftretende Beschwerden. Eine auf Heilung ausgerichtete Therapie wird von vornherein nicht angestrebt. Die betroffenen Männer führen stattdessen ein Leben mit dem Krebs. Auf diese Weise lässt sich über lange Zeit hinweg ein hohes Maß an Lebensqualität erhalten.

Prostatakrebs – Nachsorge

Nach einer Operation oder der Bestrahlung des Krebses benötigen viele Patienten eine Rehabilitationsbehandlung. Gezielte Beckenbodenübungen wirken zum Beispiel einer aufgetretenen Inkontinenz entgegen. Physiotherapieprogramme helfen, den geschwächten Organismus zu regenerieren. Sehr wichtig ist in den Folgejahren der Behandlung eine konsequente und regelmäßige Nachkontrolle. Hier spielt wiederum der PSA-Test eine zentrale Rolle. Liegt der PSA-Wert der Blutprobe unter der Nachweisgrenze, sind keine Prostatazellen mehr im Körper aktiv und damit auch keine Krebszellen vorhanden. Erst bei einem Anstieg des PSA-Wertes sind aufwändigere weitere Untersuchungen notwendig, um erneut aufgetretene Tumorherde ausfindig zu machen.

Prostatakrebs – Vorbeugung

Die beiden wissenschaftlich bestätigten Risikofaktoren von Prostatakrebs sind hohes Lebensalter und ein familiär gehäuftes Auftreten der Krankheit. Beides lässt sich nicht beeinflussen. Man geht heute aber davon aus, dass sich durch Einhaltung einer bestimmten Lebensführung das Krebsrisiko durchaus absenken lässt. Viele Ärzte empfehlen daher:

  • Vermeidung sexuell übertragbarer Krankheiten durch Kondomgebrauch
  • Regelmäßige körperliche Bewegung
  • Abbau von Übergewicht
  • Wenig Alkohol trinken
  • Rauchen aufgeben
  • Häufiger Genuss von Tomaten und Sojaprodukten

Für diese Ratschläge sprechen bisher nur Erfahrungswerte. Eine durch Studien abgesicherte Empfehlung ist dagegen die jährliche Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen. Sie verbessern erwiesenermaßen die Heilungsaussichten von Prostatakrebs und verlängern die Lebenserwartung von Erkrankten.

Prostatakrebs – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird eine "Bösartige Neubildung der Prostata" unter dem ICD-Code C.61 erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Prostatakrebs – Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?

Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.

Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.

Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.

Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.

Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.

Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.

Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.

Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.

Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.

Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.

Prostatakrebs – Was übernimmt die DFV?

Die ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.

Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.

Sie profitieren zudem von Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freier Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld bei einem stationären Klinikaufenthalt. Der DFV-KlinikSchutz macht Sie zum Privatpatienten im Krankenhaus inkl. Auslandskrankenversicherung.

FAQ zum Thema: Prostatakrebs

Ist Prostatakrebs heilbar?

Prostatakrebs ist, frühzeitig entdeckt, meist gut behandelbar. Dank der heute angebotenen Früherkennung hat sich die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich erhöht. Vollständige Heilung ist bei Prostatakrebs möglich. Untersuchungen haben gezeigt, dass 89 Prozent aller erkrankten Männer auch fünf Jahre nach der Diagnose Prostatakrebs am Leben sind. Verglichen mit anderen Krebserkrankungen ist das eine positive Aussicht.

Kann durch eine Stanzbiopsie Prostatakrebs gestreut werden?

Nein. Das hat sich in der langjährigen Anwendung der Stanzbiopsie erwiesen. Das Risiko einer Gewebeentnahme aus der Prostata (Biopsie) liegt vielmehr in einer Infektion am Ort der Biopsie. Deswegen wird vor der Untersuchung vorsorglich ein Antibiotikum gegeben, um das Infektionsrisiko zu senken. Die Stanzbiopsie ist derzeit unverzichtbar, um auch kleinere Tumoren im Frühstadium nachweisen und angemessen therapieren zu können.

Hat Sex Einfluss auf Prostatakrebs?

Nein. Weder Enthaltsamkeit noch ein ausschweifendes Sexualleben haben nach derzeitigem Erkenntnisstand einen Einfluss auf die Entstehung eines Prostatakrebses.

Kann die Verabreichung von Testosteron Prostatakrebs auslösen?

Von Männern, die aus therapeutischen Gründen regelmäßig mit dem männlichen Sexualhormon behandelt werden, weiß man, dass sie kein erhöhtes Prostatakrebsrisiko haben. Testosterongaben begünstigen offensichtlich nicht die Entstehung von Prostatakrebs. Testosteron fördert allerdings das Wachstum von Prostatakrebs und kann so einen negativen Einfluss auf die Entwicklung eines bereits vorhandenen Karzinoms haben. Bei einer notwendigen Therapie von Testosteronmangel sollte der Behandlung besonders bei älteren Männern eine eingehende Untersuchung der Prostata vorausgehen.

Ab welchem Alter sollte ich zur Früherkennung gehen?

Männer ab dem 45. Lebensjahr sollten regelmäßig einmal im Jahr zur Früherkennung gehen. Ein Karzinom der Prostata ist die häufigste Krebserkrankung in dieser Bevölkerungsgruppe. Frühzeitig erkannt, bestehen gute Heilungsaussichten für die betroffenen Männer. Wenn nahe leibliche Verwandte an Prostatakrebs erkrankt sind, sollte mit der Früherkennung sogar vor dem Alter von 45 begonnen werden. Familiäres Auftreten ist bei Prostatakarzinom ein bekannter Risikofaktor. Der Arzt berät in diesem Fall, ab welchem Zeitpunkt man mit den Vorsorgeuntersuchungen am besten startet.

Quellen

  • Jocham, D.; Miller, K.; Burger, M.; Schrader, M.: Praxis der Urolologie, Thieme Verlag, 4. Auflage 2020
  • Patientenleitlinie Onkologie, Prostatakrebs I und II (3. und 4. Auflage 2018), www.awmf.org (Abruf 09.09.2021)
  • Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums, Prostatakrebs, www.krebsinformationsdienst.de (Abruf 09.09.2021)
  • S3-Leitlinie Prostatakarzinom, (Stand Juli 2021), www.awmf.org (Abruf 09.09.2021)
  • Prostata Hilfe Deutschland e.V., www.prostata-hilfe-deutschland.de (Abruf 09.09.2021)
  • Deutsche Krebshilfe e.V., Früherkennungsfaltblatt: "Prostatakrebs erkennen", www.krebshilfe.de (Abruf 09.09.2021)
  • Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., Informationen und Kontakte zu Patientenselbsthilfegruppen, prostatakrebs-bps.de (Abruf 09.09.2021)

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