Zahnfleischentzündung© Khosro

Zahn­fleisch­ent­zün­dung (Ging­i­vi­tis)

Symp­to­me & Be­hand­lung

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis, ICD-10: K05.0/K05.1) ist eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnfleisches, die sich durch Rötung, Schwellung und Blutung beim Zähneputzen äußert. Sie betrifft laut Deutscher Gesellschaft für Parodontologie mehr als 80 % der Erwachsenen in Deutschland und ist vollständig reversibel, wenn sie frühzeitig behandelt wird.

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Fachlich geprüft von Rumen StanchevZahnarzt mit Behandlungs­schwerpunkte Alters­zahnmedizin, Kiefer­orthopädie, Implantologie, Prothetik
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Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnfleischentzündung (Gin­gi­vi­tis) ent­steht meist durch Plaque und Zahn­stein im Zahn­fleisch­spalt und führt zu Reizungen.
  • Eine gründliche Mund­hy­gie­ne und regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt beugen Ent­zün­dun­gen wirkungsvoll vor.
  • Un­be­han­delt kann sich die akute Form zu chro­nischer Gin­gi­vi­tis ent­wi­ckeln und in eine Par­odon­ti­tis mit mög­lichem Zahn­verlust übergehen.
  • Unzureichende Mund­pflege, Rauchen, Hormon­schwan­kun­gen, Mangel­ernäh­rung und geschwächtes Im­mun­sys­tem begünstigen eine Zahnfleischentzündung.

Zahnfleischentzündung Hausmittel - Diese Notfall-Tipps helfen:

Gründ­liche und gute Mund­hygiene: Bei empfind­lichem Zahn­fleisch sollten Sie eine weiche Zahn­bürste sowie Zahn­seide nutzen.

Kamille und Salbei: Spülen Sie Ihren Mund mehr­mals täglich mit Kamillen- oder Salbeitee. Das wirkt des­infizie­rend und beruhi­gend auf das entzündete Zahn­fleisch.

Salzwasser: Lösen Sie einen Tee­löffel Salz in einem Glas Wasser auf. Die Lösung können Sie als Mund­spülung nutzen oder direkt mit der Zahn­bürste auf die betrof­fenen Stellen auftragen.

Massage: Auch wenn Ihr Zahn­fleisch blutet, empfehlen Zahn­ärzte dieses mit einer Zahn­bürste zu massieren. Dadurch wird die Durch­blutung angeregt und die Heilung beschleu­nigt.

Teebeutel: Legen Sie einen Tee­beutel auf die entzündete Stelle und lassen ihn fünf Minuten einwirken. Am besten eignet sich dafür schwarzer Tee. Das darin enthaltene Tannin verschafft Linderung.

Ingwer: Ingwer wirkt entzündungs­hemmend und antibakte­riell. Trinken Sie Ingwer­tee und gurgeln mehrmals täglich damit.

Kokosnussöl: Massieren Sie das Öl auf die betrof­fene Stelle.

Knoblauch: Knoblauch bekämpft die Infek­tion. Würzen Sie Ihre Speisen möglichst oft damit.

Lavendel: Gurgeln Sie damit oder trinken Sie Lavendel als Tee. Eine Mund­spülung aus Wasser und drei Tropfen Lavendel­öl ist ebenfalls empfeh­lenswert.

Ätherische Öle: Nelken-, Pfeffer­minz- und Teebaumöl können Sie als Mund­spülung nutzen, indem Sie zwei bis drei Tropfen davon in ein Glas Wasser geben. Damit einfach mehrmals täglich gurgeln und danach den Mund aus­spülen.

Was ist eine Zahnfleischentzündung?

Gesunder Zahn mit Beschriftungen: Zahnschmelz, Zahnfleisch, Knochenhöhe, Darstellung zur Zahnfleischentzündung

Unter einer Zahnfleischentzündung versteht man im Volksmund eine entzündliche Ver­änderung des Zahnfleisches. Der medizinische Begriff für Zahnfleisch lautet Gingiva. Das Zahnfleisch bildet gemeinsam mit dem Kieferknochen und feinen Fasern den Zahn­halteapparat.

Gingivitis

Eine Zahnfleischentzündung (medizinisch: Gingivitis) entsteht in den meisten Fällen durch Bakterien in der Mundhöhle. Nach dem Essen bildet sich durch Bakterien Zahnbelag, die sogenannte Plaque. Bei mangelhafter Mundhygiene verfestigt sich diese Plaque in Form von Zahnstein. Von dort aus können Bakterien besonders gut auf das Zahnfleisch und den Zahn­halteapparat übergehen und Entzündungen auslösen.

Paradontitis

Dabei ist am häufigsten der unmittelbar an den Zahn angrenzende Bereich des Zahnfleisches betroffen, genauer der Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch. Ohne Therapie kann aus der Zahnfleischentzündung eine Par­odontitis (Entzündung des Zahn­halteapparats) entstehen.

Zahn mit Plaque, Zahnstein, tiefer Zahntasche, Entzündung und Knochenschwund bei fortgeschrittener Parodontitis.

Schlimmstenfalls lockern sich die Zähne und fallen schließlich aus. Die Gingivitis tritt in verschiedenen Formen auf.

Die regelmäßige Entfernung fest­sit­zender bak­teri­eller Beläge durch den Zahnarzt dient der Gesund­er­hal­tung von Zahn und Zahnfleisch. Die Kosten für eine professio­nelle Zahn­rei­nigung (PZR) lassen sich durch eine private Zahnzusatz­versicherung komplett abdecken.

Zahnfleischentzündung wann zum Arzt?

Ein Zahnarztbesuch ist sinnvoll, wenn …

  • die Beschwerden länger als 3–5 Tage anhalten oder sich verschlimmern,

  • du starke Schmerzen, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl hast,

  • du Eiter, Geschwüre oder einen üblen Mundgeruch bemerkst,

  • sich Zähne locker anfühlen oder das Zahnfleisch zurückgeht,

  • du an Diabetes leidest oder immungeschwächt bist,

  • du schwanger bist und starkes Zahnfleischbluten auftritt.

Wichtig: Hausmittel können Beschwerden lindern, ersetzen aber keine zahnärztliche Diagnose, wenn die Entzündung nicht rasch abklingt.

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Formen der Gingivitis

A­ku­te Zahn­flei­schent­zünd­ung

Die akute Zahn­flei­schent­zün­dung ist weit ver­brei­tet und tritt häu­fig schon im Ju­gend­al­ter auf. Sie be­ginnt in den Zahn­zwi­schen­räu­men -  das Zahn­fleisch ist ober­fläch­lich ent­zün­det (Zahn­flei­schrand oder Saum), der Kno­chen je­doch nicht be­trof­fen und sie lässt sich in al­ler Re­gel leicht be­han­deln. Er­kenn­bar ist sie an ei­ner Rö­tung und Schwel­lung des Zahn­flei­sches. Die Ur­sa­chen lie­gen meis­tens in me­cha­ni­schen und ther­mi­schen Rei­zen so­wie bak­te­ri­el­len Ver­un­rei­ni­gung aus der Plaque. Gu­te Mund­hy­gie­ne und un­ter­stüt­zen­de Mund­spü­lun­gen schaf­fen recht schnell Ab­hil­fe. Wird die Ent­zün­dung al­ler­dings nicht be­han­delt, geht sie in ei­ne chro­ni­sche Gin­gi­vi­tis über.

Chro­ni­sche Zahn­fleisch­ent­zündung

Eine chro­ni­sche Gin­gi­vi­tis gilt als die häu­figs­te Ent­zün­dung im mensch­li­chen Kör­per. Da­bei sind die Bak­te­ri­en be­reits vom Zahn­fleisch­saum zum Kie­fer vor­ge­drun­gen und schä­di­gen dort den ge­sam­ten Zahn­hal­teap­pa­rat. Das Zahn­fleisch bil­det sich zu­rück und Zahn­häl­se so­wie Zahn­wur­zeln lie­gen frei. Die Bak­te­ri­en ver­meh­ren sich wei­ter und füh­ren im schlimms­ten Fall zu ei­ner Par­odon­ti­tis und da­mit der Lo­cke­rung und dem Aus­fall der Zäh­ne.

Akute nekro­tisie­rende und ul­ze­röse Zahn­fleisch­ent­zündung (ANUG)

Bei der nekro­tisie­renden Gin­givi­tis ist sogar das Zahn­fleisch zwi­schen den Zähnen in­fi­ziert. Die Ur­sache liegt oft­mals in einer un­ge­sunden Le­bens­weise (Stress, Al­kohol, Me­di­ka­mente, Ni­kotin). Die Ent­zün­dung kann aber auch bei einem er­schwer­tem (Weis­heits-) Zahn­durch­bruchs bei Kin­dern und Ju­gend­lichen auf­treten. Sie geht mit Ver­eite­rungen (Ul­zera­tionen) der Zahn­zwi­schen­räume und des Zahn­fleisches ein­her. In schlim­men Fäl­len kommt es zur Ent­zün­dung der ge­samten Mund­schleim­haut (Sto­matis). Ty­pische Symp­tome sind star­ke Schmer­zen, fauli­ger Atem so­wie Fie­ber. In je­dem Fall ist eine zahn­ärzt­liche Be­hand­lung not­wen­dig, da es an­dern­falls zu schwe­ren ge­sund­heit­lichen Kom­pli­ka­tionen kom­men kann. Eine Zahn­zu­satz­ver­sicherung für Kin­der deckt vie­le Leis­tun­gen ab, die eine ge­setz­liche Kran­ken­kasse nicht über­nimmt.

Hor­mo­nel­le Zahn­fleisch­ent­zündung

Die hormonell be­ding­te Gin­gi­vi­tis tritt vor al­lem in der Schwan­ger­schaft, der Pu­ber­tät oder bei der An­ti­ba­by­pil­le auf und kann sich im schlim­men Fäl­len zu ei­ner hor­mo­nel­len Par­odon­ti­tis wei­ter­ent­wi­ckeln. Die Ent­zün­dung tritt im Nor­mal­fall nur vor­über­ge­hend auf. Das Zahn­fleisch schwillt an, so dass die schä­di­gen­den Bak­te­ri­en­stoff­wech­sel­pro­duk­te die­sen Schutz­wall des Kör­pers leich­ter pas­sie­ren kön­nen. Wei­ter­hin kön­nen die Hor­mo­ne das Wachs­tum und die Ver­meh­rung be­stimm­ter Keime fördern und es kommt zu Zahnfleischbluten. Zur Behandlung und Prophylaxe ist gute Mundhygiene unabdingbar.

Des­qua­ma­tive Gin­gi­vi­tis

Die­se Form der Zahn­flei­schent­zün­dung tritt nur sehr sel­ten auf und ist äu­ßerst schmerz­haft. Be­trof­fe­ne lei­den un­ter star­kem Mund­bren­nen. Die obers­ten Zahn­fleisch­schich­ten wer­den un­ter Bla­sen­bil­dung ab­ge­sto­ßen. Die des­qua­ma­ti­ve Gin­gi­vi­tis stellt al­ler­dings kein ei­ge­nes Krank­heits­bild dar, son­dern ist in den meis­ten Fäl­len auf ei­ne an­de­re Er­kran­kung zu­rück­zu­füh­ren. Au­to­im­mun­er­kran­kun­gen und hor­mo­nel­le Stö­run­gen kön­nen bspw. die Ursache sein.

Gingivitis vs. Parodontitis

MerkmalGingivitis (Zahnfleischentzündung)Parodontitis
BetroffenZahnfleischZahnhalteapparat (Zahnfleisch + Knochen)
Typische SymptomeRötung, Schwellung, BlutungBlutung, Rückgang des Zahnfleischs, Taschen, evtl. Lockerung
Schmerzoft mild oder keineroft schleichend, später möglich
Folgenmeist reversibelkann zu Zahnverlust führen
Behandlungbessere Hygiene, professionelle Reinigungsystematische Therapie, ggf. Antibiotika/Chirurgie

Wie kommt es zu einer Zahnfleischentzündung?

Man­gel­haf­te Mund­hy­gie­ne

Wer sei­ne Zäh­ne nicht ordent­lich putzt, der bie­tet Kei­men im Mund bes­ten Nähr­bo­den, um sich zu ver­meh­ren. Sie er­näh­ren sich von den Spei­se­res­ten und ver­ar­bei­ten sie zu Zahn­be­lag (Bio­film, Plaque), der auf den Zäh­nen haf­tet. In die­sem Bio­film ge­ben die Kei­me ag­gres­si­ve Stoff­wech­sel­pro­duk­te, Säu­re und Gift­stof­fe ab, die ins Zahn­fleisch ge­lan­gen. Es ent­steht ei­ne Ent­zün­dung – die Zahn­fleisch­ent­zün­dung. Die Plaque haf­tet fest auf den Zäh­nen und lässt sich nur schwer run­ter­put­zen. Haf­tet sie zu lan­ge, dann la­gern sich Mi­ne­ral­stof­fe aus dem Spei­chel in den Zahn­be­lag ein und der Zahn­be­lag ver­fes­tigt sich zu Zahn­stein. Die­ser kann nur noch vom Zahn­arzt ent­fernt wer­den.

Bak­te­ri­ell ver­ur­sach­te Gin­gi­vi­tis

Er­folgt die Ent­fer­nung des Zahn­steins nicht um­ge­hend, kön­nen sich auf der rau­en Ober­flä­che des Zahn­steins um­so leich­ter Bak­te­ri­en an­sie­deln. Die Plaque brei­tet sich dann noch wei­ter aus und ge­langt tie­fer in den Spalt zwi­schen Zahn­fleisch und Zahn. Der Spalt ver­grö­ßert sich und es kommt zur Bil­dung von Zahn­fleisch­ta­schen. So­bald das pas­siert, han­delt es sich be­reits um ei­ne Pa­ro­don­ti­tis, die letzt­lich so­gar zum Ver­lust der Zäh­ne füh­ren kann.

Me­cha­ni­sche Rei­zun­gen

Zu wei­te­ren Ur­sa­chen ei­ner Gin­gi­vi­tis zäh­len auch me­cha­ni­sche Rei­zun­gen des Zahn­fleischs, z. B. durch über­hän­gen­de Fül­lun­gen und un­e­be­ne Kro­nen­rän­der. Da­bei ist kei­ne bak­te­ri­el­le In­fek­ti­on be­tei­ligt.

Rau­chen för­dert die Ent­zün­dung

Ein be­güns­ti­gen­der Faktor für jede Form der Ent­zün­dung des Zahn­fleisches ist das Rau­chen, denn da­durch ver­en­gen sich die Blut­ge­fä­ße und be­hin­dern somit die Durch­blu­tung und Selbst­hei­lungs­kräf­te des Zahn­fleisch­ge­we­bes. Dar­über hinaus hat das Rau­chen einen ne­ga­ti­ven Ein­fluss auf die Im­mu­n­ab­wehr des mensch­li­chen Kör­pers, was den Bak­te­ri­en das Wachs­tum und die Aus­brei­tung in der Mund­höh­le er­leich­tert.

Risikofaktoren für Zahnfleischentzündung

Ob sich eine Zahn­fleischentzündung bildet, ist von individuellen Kriterien abhängig und keinesfalls nur eine Frage der Mundhygiene. Bei manchen Menschen kann eine leichte Plaquebildung bereits zu Entzündungen führen, während bei anderen starke Plaque keine Beschwerden hervorruft.

Folgende Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine bakteriell bedingte Zahn­fleischentzündung:

  • Mundatmung
  • geringer Speichelfluss
  • geschwächtes Immun­system (z. B. durch HIV)
  • Leukämie (Blutkrebs)
  • chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Stress
  • Schwangerschaft
  • Unterernährung
  • Anabolika
  • eng stehende Zähne
  • Karies
  • Alter, Pflegebedürftigkeit
  • bestimmte Medikamente gegen Blut­hochdruck (Kalziumantagonisten mit dem Wirkstoff Nifedipin)
  • Medikamente zur Unterdrückung des Immun­systems bei Transplantationen, Blutdrucksenker, Arzneien gegen Epilepsie
  • Vitamin-C-Mangel

Zahnfleischentzündung Symptome

Die Symp­to­me ei­ner Zahn­fleisch­ent­zün­dung sind schwer er­kenn­bar und wer­den des­halb oft über­se­hen.

Die häu­figs­ten Symp­to­me ei­ner Gin­gi­vi­tis sind:

  • stark ge­rö­te­tes Zahn­fleisch
  • ge­schwol­le­nes Zahn­fleisch
  • Zahn­fleisch­blu­ten
  • Mund­ge­ruch

Ge­sun­des Zahn­fleisch hat nor­ma­ler­wei­se ei­ne blass-ro­sa­far­be­ne Op­tik, füllt den Zwi­schen­raum der Zäh­ne voll­stän­dig aus und blu­tet nicht. Blu­tet das Zahn­fleisch al­ler­dings re­gel­mä­ßig, muss es drin­gend zahn­ärzt­lich un­ter­sucht wer­den. In den meis­ten Fäl­len be­ginnt das Blu­ten wäh­rend des Es­sens har­ter Le­bens­mit­tel oder wäh­rend des Zäh­ne­put­zens. In ei­ni­gen Fäl­len ge­nügt be­reits leich­ter Druck, um das Zahn­fleisch blu­ten zu las­sen.

Zahnfleischentzündung: Untersuchungen und Diagnose

Eine Zahn­fleisch­ent­zün­dung erkennt der Zahn­arzt in den meis­ten Fäl­len mit blo­ßem Auge. Mit ei­ner Son­de tes­tet er die Be­schaf­fen­heit des Zahn­fleischs und prüft, ob sich Zahn­fleisch­ta­schen ge­bil­det ha­ben, in de­nen sich Bak­te­ri­en an­sie­deln. Je nach­dem wie schwer­wie­gend die Ent­zün­dung be­reits ist, blu­tet das Zahn­fleisch nach Kon­takt mit der Son­de un­ter­schied­lich stark. Mit die­ser Me­tho­de über­prüft der Zahn­arzt den Pa­ro­don­ta­len Scree­ning In­dex (PSI). Die­ser dient der Früh­er­ken­nung von Krank­hei­ten des Zahn­hal­te­ap­pa­rats.

Be­steht die Zahn­fleisch­ent­zün­dung be­reits seit län­ge­rer Zeit, kann ei­ne Rönt­gen­un­ter­su­chung des Kie­fers sinn­voll sein. So­mit kön­nen Ur­sa­che und mög­li­che Fol­gen be­stimmt wer­den. Ei­ne Un­ter­su­chung des Spei­chels gibt zu­dem Auf­schluss über die Bak­te­ri­en­ar­ten im Mund­raum.

Zahnfleischentzündung: Behandlung

Was tun bei Zahnfleisch­entzündung? Tipps für zuhause

Das wichtigste Mittel gegen Zahnfleisch­entzündung ist die tägliche Mundhy­giene:

  • zweimal täglich gründ­lich Zähne putzen
  • Zahnbürste mit weichen bis mit­tel­harten Borsten verwenden
  • Zahnzwischenräume rei­nigen
  • antibakterielle Mundspül-Lösungen gurgeln oder eine spezielle Salbe auftragen

Zahnfleischent­zündung: Homöo­pathie

Auch die Homöo­pathie hält Mittel bereit, um einer Zahnfleisch­entzündung entgegen­zuwirken. Deren Wirk­samkeit ist allerdings wissen­schaftlich nicht eindeutig belegt.

Zu diesen Mitteln gehören:

  • Kalium phosphoricum
  • Erigeon canadensis
  • Carbo vegetabilis
  • Carbo animalis

Zahnfleisch­entzündung: Behandlung durch den Zahnarzt

Wenn Sie mit einer Zahnfleisch­entzündung den Zahnarzt aufsuchen, wird er zunächst alle Zahnflächen rei­nigen und hartnä­ckige Beläge entfernen. Die Plaque wird mittels Handin­strumenten und Ultraschall­geräten beseitigt und die Zahnflächen erhalten eine sanfte Polie­rung.

Je nach Schwere der Entzündung ist die Einnahme eines Anti­biotikums erfor­derlich. Dies kann auch bereits im Vorfeld der zahnärzt­li­chen Behandlung geschehen. Bei den schweren und chronischen Formen der Paro­dontitis ist unter Umständen ein chirur­gischer Eingriff erfor­derlich, um das entzünd­liche Gewebe gründlich zu entfernen und eine Ausbreitung des Entzün­dungsherdes zu verhindern. Sind die Zähne oder der Kiefer­knochen in Mitlei­denschaft gezogen, schließt sich an die Behandlung der akuten Entzündungs­symptome die Versorgung des Zahnbe­standes sowie eventueller Zahnersatz durch Implantate an.

Folgen einer Zahnfleischentzündung

Wird eine Zahn­fleisch­ent­zün­dung nicht be­han­delt, kann sie sich zu einer Pa­ro­don­ti­tis ent­wi­ckeln.

Chronische Parodontitis

Bei der chro­ni­schen Pa­ro­don­ti­tis hat, aus­ge­hend vom Zahn­fleisch, die Ent­zün­dung auf den Zahn­hal­te­ap­pa­rat über­ge­grif­fen. Die Ent­zün­dung ist da­bei be­reits fort­ge­schrit­ten und be­trifft ne­ben dem Zahn­fleisch auch den Kie­fer­kno­chen. Der Zahn­hal­te­ap­pa­rat ist nach­hal­tig ge­schä­digt und es kann zur Lo­cke­rung und Zahn­ver­lust in der be­trof­fe­nen Re­gi­on füh­ren. Durch Rau­chen und Dia­be­tes er­höht sich das Ri­si­ko, aus ei­ner ein­fa­chen Zahn­fleisch­ent­zün­dung (Gin­gi­vi­tis) ei­ne chro­ni­sche Pa­ro­don­ti­tis zu ent­wi­ckeln. Die Be­hand­lung durch ei­nen Zahn­arzt ist un­be­dingt er­for­der­lich, um Zahn­ver­lust und fort­schrei­ten­de Ent­zün­dun­gen im Zahn- und Kie­fer­be­reich zu ver­hin­dern.

Ag­gres­sive Pa­ro­don­ti­tis

Die ag­gres­sive Pa­ro­don­ti­tis ver­läuft sehr schnell und hef­tig. Sie tritt bis zum 35. Le­bens­jahr auf und kann oh­ne The­ra­pie zum Ver­lust der Zäh­ne in­ner­halb von zwei Jah­ren füh­ren. Wie es zur über­mä­ßig star­ken Ver­meh­rung der be­son­ders bös­ar­ti­gen Bak­te­ri­en in der Mund­höh­le kommt, ist wis­sen­schaft­lich noch nicht ab­schlie­ßend er­forscht. Häu­fig liegt ei­ne ent­spre­chen­de ge­ne­ti­sche Dis­po­si­ti­on in der Fa­mi­lie vor, die im Zu­sam­men­hang mit Im­mun­schwä­che steht. Ei­ne dau­er­haf­te zahn­me­di­zi­ni­sche Be­hand­lung in Kom­bi­na­ti­on mit Zahn­er­satz und Im­plan­ta­ten ist hier meist der ein­zi­ge Weg, die Zäh­ne und den Zahn­hal­te­ap­pa­rat dau­er­haft zu er­hal­ten.

Prophylaxe: So beugen Sie einer Zahnfleischentzündung vor

Um einer Zahnfleisch­ent­zündung ausrei­chend vorzu­beugen, gilt es, Bakterien gezielt bekäm­pfen. Das funktio­niert am besten durch:

  • Gründliches Zähne­putzen zweimal täglich
  • Zahnzwischenräume reinigen (Zahnseide, Zahnzwischen­raumbürste und Interden­tal­hölzchen)
  • Zungenbürste ver­wenden
  • Antibak­terielle Mundspülung nutzen
  • zucker- und säure­haltige Speisen vermeiden
  • mindestens einmal pro Jahr profes­sionelle Zahnrei­nigung beim Zahn­arzt durch­führen lassen
  • erhöhte Aufnahme von Vitamin C

Bleiben die Beschwerden bestehen, sollte eine zahnärztliche Abklärung erfolgen. Durch konsequenter Mundhygiene kann sich eine leichte Zahnfleischentzündung oft innerhalb weniger Tage verbessern.Stellt sich keine Besse­rung ein oder ver­schlimmern sich die Symp­to­me, ist ein Zahn­arzt­be­such erfor­derlich.

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Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft

Eine Zahn­fleisch­ent­zün­dung tritt bei ca. 50 % al­ler Schwan­ge­ren auf. Je nach Gründ­lich­keit bei der Mund­hy­gie­ne prägt sich die Ent­zün­dung mehr oder we­ni­ger aus. Grund für Zahn­fleisch­pro­ble­me wäh­rend der Schwan­ger­schaft sind die Hor­mo­ne. Vor al­lem in den ers­ten 3 Mo­na­ten der Schwan­ger­schaft ver­än­dert sich der Ös­tro­gen­haus­halt, so dass die Hor­mo­ne die Zahn­fleisch­durch­blu­tung stark be­ein­flus­sen. Durch ent­spre­chen­de Zahn­pfle­ge und ge­eig­ne­te Haus­mit­tel, lässt sich die Zahn­fleisch­ent­zün­dung be­kämp­fen, so dass An­ti­bi­o­ti­ka nicht un­be­dingt not­wen­dig sind.

FAQ zum Thema Zahnfleischentzündung Häufige Fragen

  • Zur schnel­len Lin­de­rung von Zahn­flei­schent­zün­dun­gen kön­nen Haus­mit­tel wie Ka­mil­len- oder Sal­bei­tee, Salz­was­ser und Ap­fel­es­sig wirk­sam sein. Die­se Mit­tel bie­ten durch ih­re an­ti­bak­te­ri­el­le Wir­kung ei­ne schnel­le Ent­las­tung bei ers­ten An­zei­chen ei­ner Zahn­flei­schent­zün­dung. Es ist je­doch rat­sam, die­se Haus­mit­tel nur als ers­te Hil­fe zu nut­zen und bei an­hal­ten­den Sym­pto­men oder schmerz­emp­find­li­chen Zäh­nen ei­nen Zahn­arzt auf­zu­su­chen. Ei­ne früh­zei­ti­ge zahn­ärzt­li­che Kon­sul­ta­ti­on kann da­zu bei­tra­gen, schwer­wie­gen­de­re Er­kran­kun­gen der Mund­höh­le zu ver­hin­dern und die rich­ti­ge Be­hand­lung si­cher­zu­stel­len.

  • Eine Mund­spü­lung kann da­bei hel­fen, Pla­que und Bak­te­ri­en von Zäh­nen, Zun­ge und den Zahn­zwi­schen­räu­men zu ent­fer­nen.

  • Eine akute Zahnfleischentzündung heilt bei konsequenter Mundhygiene in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen vollständig ab. Chronische Formen können mehrere Wochen bis Monate benötigen und erfordern zahnärztliche Behandlung.

    Die Dau­er ei­ner Zahn­fleisch­ta­schen­ent­zün­dung va­ri­iert je nach Schwe­re­grad und in­di­vi­du­el­len Ge­sund­heits­be­din­gun­gen. Ei­ne ge­naue Zeit­an­ga­be kann nur nach ei­ner Un­ter­su­chung durch ei­nen Zahn­arzt er­fol­gen. Wich­tig ist es, bei den ers­ten An­zei­chen ei­ner sol­chen Ent­zün­dung pro­fes­sio­nel­le Hil­fe zu su­chen, da ei­ne un­be­han­del­te Zahn­fleisch­ta­schen­ent­zün­dung zu wei­te­ren Kom­pli­ka­tio­nen füh­ren kann, ein­schlie­ß­lich der Ver­schlech­te­rung der Mund­hy­gie­ne und zu­neh­men­den Schmerz­emp­find­lich­keit der Zäh­ne.

  • Um ei­ner Zahn­fleisch­ent­zün­dung aus­rei­chend vor­zu­beu­gen, gilt es, Bak­te­ri­en durch gu­te Mund­hy­gie­ne zu be­kämp­fen. Da­zu ge­hört gründ­li­ches Zäh­ne­put­zen zwei­mal täg­lich, Rei­ni­gen der Zahn­zwi­schen­räu­me (Zahn­sei­de, Zahn­zwi­schen­raum­büs­te und In­ter­den­tal­hölz­chen), Ver­wen­dung ei­ner Zun­gen­bürs­te und an­ti­bak­te­ri­el­ler Mund­spü­lung.

  • Schlech­te Mund­hy­gie­ne, Rau­chen und ei­ne un­aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung kön­nen Zahn­flei­schent­zün­dun­gen ver­schlim­mern. Das Auf­recht­er­hal­ten ei­ner gu­ten Mund­hy­gie­ne, ein­schlie­ß­lich re­gel­mä­ßi­gem Zäh­ne­put­zen und Zahn­sei­de­ge­brauch, kann hel­fen, den Ent­zün­dungs­pro­zess zu ver­lang­sa­men und die an­ti­bak­te­ri­el­le Wir­kung zu ver­stär­ken. Zu­dem wird emp­foh­len, Rau­chen und schlech­te Er­näh­rungs­ge­wohn­hei­ten zu mei­den, um die Mund­ge­sund­heit nicht wei­ter zu ge­fähr­den und schmerz­emp­find­li­che Zäh­ne zu schüt­zen.

  • Die Zahnfleischentzündung selbst gilt nicht als klassisch ansteckend. Allerdings können die verantwortlichen Bakterien über Speichelkontakt übertragen werden und das Risiko erhöhen.

  • Bei einer Gingi­vitis ist nur das Zahn­fleisch ent­zündet. Bei einer Paro­don­titis ist der gesamte Zahnhal­teap­parat (Paro­don­tium) betroffen. Bei Paro­don­titis droht langfristig Zahnver­lust.

  • Ist die Schleimhaut um das Im­plan­tat herum entzündet, kann eine Peri­im­plan­titis entstehen. Dann droht Implan­tat­verlust.

  • Achten Sie darauf, dass Ihre Zahn­pasta nicht zu viele Abrasiv­stoffe enthält. Diese erkennen Sie an Auf­schriften wie „für weiße Zähne“ oder „gegen Ver­fär­bun­gen“. Typische in Zahn­pasta verwen­dete Abrasiv­stoffe sind Schlemm­kreide und Bims­pulver.

  • Bei ausreichender Putzzeit und richtiger Technik ist sowohl eine Hand- als auch eine elek­trische Zahn­bürste geeig­net. Am besten eignet sich eine Zahn­bürs­te mit mittlerem Härtegrad. Weiche Zahn­bürs­ten rei­ni­gen oft nicht gründlich genug und harte Bürsten können zu Zahn­fleisch-Ver­let­zun­gen führen. Wich­tig ist auch, die Zahn­bürs­te nicht zu lan­ge zu be­nut­zen.

  • Ein Vitamin-C-Mangel kann Zahnfleisch­entzün­dungen begünstigen, doch auch andere Faktoren wie mangelnde Mundhygiene spielen eine wesent­liche Rolle. Regel­mäßiges Zähne­putzen und die Ver­wendung von Zahnseide sind entscheidend, um das Risiko von Zahnflei­schentzün­dungen zu redu­zieren. Zusätzlich können bestimmte Erkran­kungen das Risiko für Ent­zün­dun­gen erhöhen. Es ist daher wichtig, nicht nur auf eine ausge­wogene Er­nährung zu achten, sondern auch auf eine gründ­liche Mund­hygiene, um Entzündungen vorzu­beugen.

  • Eine Zahnfleischentzündung sollte nicht auf die leichte Schulter ge­nom­men werden. Tretten Symptome wie Zahnfleisch­bluten, Wund­schmerz, Rö­tun­gen und Schwel­lungen regel­mäßig auf, sollte ein Zahn­arzt auf­ge­sucht werden. Bei zu­sätz­lich auf­tre­ten­dem Fieber, Mundge­ruch sowie gelbem Belag ist unmit­telbares Handeln erfor­derlich.

  • Eine Zahnfleisch­entzündung ist eher selten Grund für eine Zahnwurzel­entzündung. In den meisten Fällen ist die Zahnwurzel­entzündung auf das weit ver­brei­te­te Problem der Karies zurück­zu­führen.

  • Bei einer Zahnex­trak­tion entsteht zwangs­läufig eine große Wunde im Mundraum. So­lan­ge diese nicht voll­ständig ge­schlossen ist, besteht das Risiko einer Ent­zün­dung. Sobald Sie nach einer Zahn­ex­trak­ti­on den Verdacht haben, dass sich die Wunde entzündet hat, sollten Sie in jedem Fall Ihren Zahn­arzt auf­su­chen.

  • Nach größeren Behand­lungen wie z. B. nach einer Weisheitszahn­entfernung oder einer Wurzelbe­handlung, kann sich das Zahn­fleisch ent­zünden und anschwellen. Diese Art der Be­schwer­den ist in den meisten Fällen aller­dings nur tem­porär und voll­kom­men normal.

  • Eine Zahnfleischent­zündung ist eine akute oder chroni­sche Zahn­fleisch-Infek­tion. Sie entsteht meistens durch eine unzu­rei­chende Mundhy­giene. Eine Zahn­wur­zel­ent­zün­dung ist eine Entzündung des nicht sicht­baren, verbor­genen Teils des Zahns. Diese Art der Ent­zün­dung betrifft das Gewebe im Inneren des Zahns und ist in aller Regel schmerz­haft. Oft wird eine Wurzel­behandlung nötig.

  • Sollte sich durch eine feste Zahn­spange das Zahn­fleisch ent­zündet haben, kann ein entzündungs­hemmendes Gel mit Kamil­len­blüten helfen. Gurgeln mit Kamil­lentee wirkt ebenfalls schmerz­lin­dernd und wird von Zahn­spangen-Träger häufig als ange­nehm emp­fohlen.

  • Bei einer Zahnfleisch­entzündung an der Brücke kann Kochsalz­lösung helfen, Schmerzen und Schwel­lungen zu lindern. Auch regel­mä­ßiges Kühlen mit Eiswür­feln oder einer Kälte­kom­presse, Mundspü­lungen mit Kamille, zer­kaute oder zer­hackte Knob­lauch­zehen, Lavendelöl oder Nelkenöl können bei einer Zahnfleischent­zündung an der Brücke eben­falls helfen.

Zahn Darstellung Fazit

Fazit

Zahnfleischentzündung (Gin­gi­vi­tis) ist eine häu­fi­ge, bak­te­ri­ell be­ding­te Ent­zün­dung des Zahnfleisches, die sich durch Rötung, Schwellung, Bluten und Mund­ge­ruch äußert. Un­be­han­delt kann sie in eine Paro­don­ti­tis über­ge­hen, was zu Zahn­lo­sung und -verlust führen kann. The­ra­pie besteht aus gründlicher Mund­hy­gie­ne (Zäh­ne­put­zen, Zahn­sei­de), Haus­mit­teln wie Ka­mil­len- oder Sal­bei­tee, Salz­spü­lun­gen, Ap­fel­es­sigs­gur­geln sowie ggf. Pro­fes­sio­nel­le Zahn­rei­ni­gung (PZR) beim Zahn­arzt. Risi­ko­fak­to­ren sind un­zu­rei­chen­de Mund­hy­gie­ne, Rauchen, Hor­mon­schwan­kun­gen, schlechte Ernährung und ein ge­schwäch­tes Im­mun­sys­tem. Pro­phy­la­xe umfasst re­gel­mäs­si­ge Kon­tro­llen, PZR und kon­se­quen­te Pflege der Zahn­zwi­schen­räu­me.

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