Hand wird von Arzt verbunden© bymuratdeniz

Was tun bei Ver­bren­nung­en

Erstellt am Uhr
Von 

Verbrennungen gehören zu den häufigsten Unfallverletzungen im Alltag. Sie entstehen zum Beispiel beim Kochen, durch heiße Getränke, beim Grillen oder durch offenes Feuer. Schnelles und richtiges Handeln hilft, Schmerzen zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden. Dieser Ratgeber zeigt, wie Verbrennungen eingeschätzt werden, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sinnvoll sind und wann ärztliche Hilfe notwendig ist.

Artikel teilen
Link kopiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Sofort handeln: Gefahrenquelle beseitigen, Hitzeeinwirkung stoppen und nicht festklebende Kleidung vorsichtig entfernen.
  • Kleine Verbrennungen 10–20 Minuten mit handwarmem Leitungswasser kühlen – kein Eis verwenden und Verletzungen nicht auskühlen lassen.
  • Schwere erkennen: Blasen, weiß/grau/schwarze Haut, starke Schmerzen oder betroffene sensible Bereiche (z. B. Gesicht, Hände) sind Warnzeichen.
  • Bei größeren Flächen, Kindern, Atemproblemen oder Schockanzeichen sofort ärztliche Hilfe bzw. den Notruf veranlassen.

Verbrennungen erkennen und richtig reagieren

Eine Verbrennung entsteht, wenn Haut oder tieferliegendes Gewebe durch Hitze geschädigt wird. Entscheidend ist, die Situation ruhig zu beurteilen und schnell einzuschätzen, wie schwer die Verletzung ist. Je früher richtig reagiert wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto geringer ist das Risiko für Folgeschäden.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  • Gefahrenquelle beseitigen: Betroffene Person aus dem Gefahrenbereich bringen, brennende Kleidung löschen (z. B. mit Wasser oder einer Decke).
  • Hitzeeinwirkung stoppen: Heiße oder durchnässte Kleidung vorsichtig entfernen, sofern sie nicht an der Haut haftet.
  • Verbrennung kühlen: Mit handwarmem Leitungswasser (nicht eiskalt) etwa 10 bis 20 Minuten kühlen – jedoch nur bei kleineren Flächen. Großflächige Verletzungen nicht auskühlen lassen.
  • Haut beurteilen: Farbe, Blasenbildung, Schmerzen und Ausdehnung prüfen.
  • Allgemeinzustand beobachten: Wirkt die Person benommen, klagt über starke Schmerzen oder zeigt Anzeichen eines Schocks, sofort medizinische Hilfe rufen.

Je nach Tiefe und Größe der Verletzung unterscheidet sich das weitere Vorgehen deutlich.

Unterschiede zwischen Verbrennungen und Verbrühungen

Verbrennungen entstehen meist durch offene Flammen, heiße Gegenstände oder Explosionen. Typisch sind klar abgegrenzte Verletzungen an den Kontaktstellen, beispielsweise an Händen oder Unterarmen.

Verbrühungen werden durch heiße Flüssigkeiten oder Dampf verursacht – etwa durch kochendes Wasser, heißen Kaffee oder Wasserdampf. Hier verteilt sich die Hitze oft großflächiger über die Haut. Besonders bei Kindern sind Verbrühungen häufig, weil Flüssigkeiten über Kleidung laufen und mehrere Körperbereiche betreffen können.

Beide Verletzungsarten können gleich schwer sein. Der Unterschied liegt vor allem im Verletzungsmuster und in der Ausdehnung.

Verbrennungsgrade erkennen

Die Schwere einer Verbrennung wird in Grade eingeteilt. Folgende Anzeichen helfen bei der Einschätzung:

Leichte Verbrennung (Grad 1)

  • Haut ist gerötet
  • leichte Schwellung
  • Schmerzen ähnlich wie bei einem Sonnenbrand
  • keine Blasenbildung

Mittlere Verbrennung (Grad 2)

  • deutliche Rötung
  • Blasenbildung
  • starke Schmerzen
  • nässende Wunden möglich

Schwere Verbrennung (Grad 3 und höher)

  • Haut erscheint weißlich, grau, braun oder verkohlt
  • Lederartige oder trockene Oberfläche
  • oft weniger Schmerzen im Zentrum der Wunde, da Nerven geschädigt sind
  • umliegende Bereiche können weiterhin stark schmerzen

Je tiefer die Verbrennung reicht, desto größer ist das Risiko für Komplikationen wie Infektionen oder Kreislaufprobleme.

Verletzungsausmaß bestimmen: Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Nicht jede Verbrennung muss ärztlich behandelt werden. Entscheidend sind Größe, Tiefe und betroffene Körperregion.

Ärztliche Hilfe ist dringend erforderlich, wenn:

  • die Verbrennung größer als die Handfläche der betroffenen Person ist
  • Gesicht, Hände, Füße, Genitalbereich oder große Gelenke betroffen sind
  • Blasen großflächig auftreten
  • die Haut weiß, grau oder schwarz verfärbt ist
  • starke Schmerzen oder Taubheitsgefühle bestehen
  • Kinder oder ältere Menschen betroffen sind
  • Anzeichen eines Schocks auftreten (Blässe, Zittern, schneller Puls, Verwirrtheit)
  • Rauch eingeatmet wurde oder Atemprobleme bestehen

Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel ärztlich abklären lassen als zu spät reagieren. Bei schweren Verbrennungen oder lebensbedrohlichen Symptomen sollte umgehend der Notruf gewählt werden.

DFV Visual

Ausgezeichnete private Unfall­versicherung

DFV-UnfallSchutz Exklusiv wurde mit "GUT" (1,8) bewertet – damit gehört er zu den besten privaten Unfallversicherungen.

Zur Unfallversicherung

Sofortmaßnahmen bei Verbrennungen: Was tun, was vermeiden?

Nach einer Verbrennung kommt es auf besonnenes und gezieltes Handeln an. Richtig angewendete Sofortmaßnahmen können Schmerzen lindern, die Ausbreitung der Gewebeschädigung begrenzen und Komplikationen verhindern. Gleichzeitig gibt es typische Fehler, die die Verletzung verschlimmern können.

Dos-and-Don’ts-Checkliste mit Begründung

Das sollten Sie tun:

  • Gefahrenquelle entfernen: Stoppt die weitere Hitzeeinwirkung und verhindert zusätzliche Schäden.
  • Verbrennung kühlen (bei kleineren Flächen): Reduziert die Temperatur im Gewebe und lindert Schmerzen.
  • Schmuck und enge Gegenstände ablegen: Beugt Einschnürungen durch Schwellungen vor.
  • Wunde steril abdecken: Schützt vor Keimen und Reibung.
  • Allgemeinzustand beobachten: Frühzeitiges Erkennen von Kreislaufproblemen oder Schockanzeichen ist entscheidend.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Kein Eis oder eiskaltes Wasser verwenden: Kann das Gewebe zusätzlich schädigen und Unterkühlung fördern.
  • Keine Hausmittel wie Butter, Mehl oder Zahnpasta auftragen: Erhöhen das Infektionsrisiko und erschweren die medizinische Versorgung.
  • Blasen nicht öffnen: Die Haut schützt die darunterliegende Wunde.
  • Festklebende Kleidung nicht abreißen: Kann zusätzliches Gewebe verletzen.
  • Großflächige Verbrennungen nicht intensiv kühlen: Gefahr der Unterkühlung, besonders bei Kindern.

Wunde kühlen – aber richtig

Bei kleineren, oberflächlichen Verbrennungen sollte die betroffene Stelle möglichst rasch mit handwarmem bis leicht kühlem, fließendem Leitungswasser gekühlt werden. Die Kühlzeit beträgt etwa 10 bis 20 Minuten.

Wichtig:

  • Das Wasser sollte nicht eiskalt sein. Extreme Kälte kann die Haut zusätzlich schädigen.
  • Großflächige Verletzungen dürfen nicht ausgedehnt gekühlt werden, da der Körper sonst stark auskühlt.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern besonders vorsichtig sein, da sie schneller unterkühlen.

Von alten Hausmitteln ist grundsätzlich abzuraten. Sie bieten keinen medizinischen Nutzen und erhöhen das Risiko für Infektionen.

Kleidung vorsichtig entfernen

Nach dem Kühlen sollte Kleidung im Bereich der Verletzung vorsichtig entfernt werden – sofern sie nicht an der Haut haftet.

Darauf ist zu achten:

  • Locker sitzende, nicht festgeklebte Textilien behutsam ausziehen.
  • Bei eingebranntem Stoff keine Gewalt anwenden. In diesem Fall die betroffene Stelle mit Stoff belassen und ärztlich versorgen lassen.
  • Schmuck, Uhren oder Ringe frühzeitig ablegen, bevor Schwellungen einsetzen.

Unsachgemäßes Entfernen kann die Wunde vergrößern oder zusätzliche Schmerzen verursachen.

Was sollte man auf keinen Fall tun?

Viele gut gemeinte Maßnahmen sind medizinisch nicht sinnvoll oder sogar schädlich. Dazu gehören:

  • Auftragen von Butter, Öl, Mehl oder Zahnpasta
  • Verwendung von Puder oder nicht sterilen Salben
  • Direktes Auflegen von Kühlpacks ohne Schutz
  • Abdecken mit Watte, da Fasern in der Wunde haften bleiben
  • Eigenständiges Aufstechen von Brandblasen

Diese Methoden können die Wundheilung verzögern, Infektionen begünstigen oder die ärztliche Behandlung erschweren.

Schmerzlinderung und Schutz der Wunde

Nach dem Kühlen sollte die Verbrennung mit einer sterilen, nicht haftenden Wundauflage locker abgedeckt werden. Alternativ kann im Notfall auch ein sauberes, fusselfreies Tuch verwendet werden.

Weitere Maßnahmen:

  • Betroffene Körperteile möglichst ruhigstellen und leicht erhöht lagern.
  • Enge Kleidung vermeiden.
  • Bei stärkeren Schmerzen kann ein geeignetes Schmerzmittel eingenommen werden, sofern keine Gegenanzeigen bestehen.
  • Bei Anzeichen eines Schocks (Blässe, kalter Schweiß, Zittern) die Person hinlegen und medizinische Hilfe rufen.

Je nach Schwere der Verletzung ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll oder zwingend erforderlich. Besonders bei großflächigen, tiefen oder empfindlichen Körperregionen betroffenen Verbrennungen sollte keine Zeit verloren werden.

Die wichtigsten Unterschiede bei Kindern und besonderen Risikogruppen

Nicht jede Verbrennung verläuft bei allen Menschen gleich. Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen reagieren oft empfindlicher auf Hitzeeinwirkung. Hautstruktur, Körpergröße und Kreislaufstabilität spielen dabei eine entscheidende Rolle. Deshalb müssen Sofortmaßnahmen und weitere Schritte an Alter und Gesundheitszustand angepasst werden.

Grundsätzlich gilt: Je jünger oder je gebrechlicher eine Person ist, desto schneller sollte ärztlich abgeklärt werden – auch bei vermeintlich kleineren Verletzungen.

Altersgerechte Erste-Hilfe-Hinweise bei Kindern

Kinderhaut ist dünner als die von Erwachsenen. Hitze dringt schneller in tiefere Hautschichten ein. Zudem kann schon eine relativ kleine verbrannte Fläche für den kindlichen Organismus belastend sein.

Worauf besonders zu achten ist:

  • Früher ärztlich vorstellen: Bereits bei kleineren Verbrennungen sollte eine medizinische Einschätzung erfolgen.
  • Vorsichtig kühlen: Nur kleinflächig und nicht zu lange, um Unterkühlung zu vermeiden.
  • Gesamten Zustand beobachten: Unruhe, ungewöhnliche Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit sind Warnzeichen.
  • Flüssigkeitsverlust bedenken: Kinder trocknen schneller aus, besonders bei Blasenbildung oder nässenden Wunden.
  • Gesicht und Oberkörper besonders ernst nehmen: Verbrühungen durch heiße Getränke betreffen häufig diese Bereiche.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte im Zweifel immer ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Spezielle Aspekte bei Kindern und älteren Menschen

Bei Kindern:

  • Verbrennungen entstehen häufig durch heiße Flüssigkeiten.
  • Die Verletzungen sind oft großflächiger, da Flüssigkeiten über den Körper laufen.
  • Kreislaufprobleme können sich schneller entwickeln.

Bei älteren Menschen:

  • Die Haut ist dünner und weniger elastisch.
  • Wunden heilen langsamer.
  • Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen das Risiko für Komplikationen.
  • Schmerzen werden teils geringer wahrgenommen oder später gemeldet.

Besonders schnell gehandelt werden sollte, wenn:

  • großflächige Hautbereiche betroffen sind
  • Blasen oder offene Wunden auftreten
  • Schwindel, Schwäche oder Verwirrtheit hinzukommen
  • bestehende Erkrankungen die Wundheilung beeinträchtigen könnten

Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, eingeschränkter Mobilität oder geschwächtem Immunsystem benötigen häufig eine frühzeitige ärztliche Betreuung.

Im Zweifel gilt auch hier: Lieber einmal zu viel ärztlich abklären lassen als eine schwerwiegende Entwicklung zu übersehen.

Nach der Erstversorgung: Wann braucht es ärztliche Behandlung?

Nach den ersten Sofortmaßnahmen stellt sich die entscheidende Frage: Reicht eine Beobachtung zu Hause aus oder ist eine ärztliche Untersuchung notwendig? Diese Einschätzung sollte nicht nur von der sichtbaren Wunde, sondern auch vom Allgemeinzustand der betroffenen Person abhängen.

Grundsätzlich gilt: Tiefe, Ausdehnung, betroffene Körperregion und Begleitsymptome bestimmen das weitere Vorgehen.

Warnsignale für komplikationsreiche Verbrennungen

Eine Selbstbehandlung sollte beendet und medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Zunehmende Schmerzen trotz Kühlung
  • Starke Rötung oder Schwellung, die sich ausbreitet

Eitrige Absonderung oder unangenehmer Geruch

  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl
  • Taubheitsgefühl im Bereich der Wunde
  • Weißliche, graue oder schwarze Hautverfärbungen
  • Anzeichen eines Schocks (Blässe, schneller Puls, Zittern, Verwirrtheit)
  • Atembeschwerden nach Rauch- oder Hitzeeinwirkung
  • Auch bei Unsicherheit über den Verbrennungsgrad sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

In welchen Fällen ist ein Arztbesuch ratsam?

Eine Beobachtung zu Hause ist meist nur dann vertretbar, wenn es sich um eine kleine, oberflächliche Rötung ohne Blasen handelt, die kleiner ist als die Handfläche der betroffenen Person.

Eine ärztliche Untersuchung ist empfehlenswert oder dringend erforderlich, wenn:

  • Blasen entstehen
  • die verletzte Fläche größer als die eigene Handfläche ist
  • Gesicht, Hände, Füße, Genitalbereich oder große Gelenke betroffen sind
  • die Haut ungewöhnlich hell, grau oder dunkel verfärbt ist
  • ein Kind oder eine ältere Person betroffen ist
  • sich die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen verschlechtern
  • zusätzlich Atemprobleme auftreten

Bei schweren Symptomen oder Unsicherheit sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wie geht es nach ärztlicher Behandlung weiter?

Wird eine Verbrennung medizinisch versorgt, richtet sich die weitere Behandlung nach Schwere und Tiefe der Verletzung.

Typische Maßnahmen können sein:

  • Fachgerechte Reinigung und sterile Wundversorgung
  • Spezielle Verbände oder wundheilungsfördernde Auflagen
  • Schmerztherapie
  • Kontrolle auf Infektionen
  • Tetanus-Impfstatus überprüfen
  • Bei schweren Fällen: stationäre Behandlung oder Überweisung in ein spezialisiertes Zentrum

Für die weitere Pflege zu Hause gilt:

  • Verbandwechsel nur nach ärztlicher Anweisung
  • Wunde sauber und trocken halten
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Narbenpflege erst nach vollständigem Wundverschluss beginnen
  • Kontrolltermine unbedingt wahrnehmen

Schwere Verbrennungen können langfristige Folgen haben. Eine konsequente Nachsorge unterstützt die Heilung und reduziert das Risiko von Narbenbildung oder Bewegungseinschränkungen.

DFV Visual

Finanzielle Sicherheit bei Unfällen

Vollkommen flexibel oder vollkommener Schutz

  • Hohe Invaliditätsleistungen
  • Sofortleistung bis 20.000 €
  • Krankenhaustagegeld
  • Rooming-In & weltweiter Schutz
  • Unfallrente (optional)

Informationen zur Unfallversicherung

Hausmittel und Wundbehandlung: Worauf Sie achten sollten

Nach der Erstversorgung stellen sich viele die Frage, wie eine leichte Verbrennung zu Hause weiterbehandelt werden kann. Wichtig ist: Unterstützende Maßnahmen sind nur bei oberflächlichen, kleinen Brandwunden ohne Blasen oder mit sehr kleinen, intakten Blasen sinnvoll. Bei tieferen oder größeren Verletzungen gehört die Behandlung in ärztliche Hände.

Ziel der häuslichen Versorgung ist es, die Wunde sauber zu halten, Schmerzen zu lindern und die natürliche Heilung zu unterstützen.

Welche Creme ist geeignet?

Nicht jede Salbe ist bei Verbrennungen sinnvoll. Achten Sie auf folgende Kriterien:

  • Wund- und Heilsalben mit Dexpanthenol können bei leichten, geschlossenen Verbrennungen die Regeneration unterstützen.
  • Spezielle Brand- und Wundgele aus der Apotheke spenden Feuchtigkeit und kühlen leicht.
  • Antiseptische Präparate sind nur dann notwendig, wenn ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht – am besten nach ärztlicher Rücksprache.

Wichtig:

  • Keine stark fetthaltigen Cremes direkt auf frische, noch warme Wunden auftragen.
  • Keine Produkte verwenden, die Duftstoffe oder reizende Zusätze enthalten.
  • Salben nur dünn auftragen und die Haut nicht „luftdicht“ abschließen.

Wie bleibt die Wunde sauber?

Eine saubere Umgebung ist entscheidend für eine komplikationsfreie Heilung.

  • Vor dem Versorgen gründlich Hände waschen.
  • Die Wunde bei Bedarf vorsichtig mit klarem Wasser reinigen.
  • Eine sterile, nicht haftende Wundauflage verwenden.
  • Verband regelmäßig wechseln, besonders wenn er feucht oder verschmutzt ist.
  • Blasen möglichst intakt lassen, da sie einen natürlichen Schutz bilden.

Offene Wunden sollten nicht unnötig berührt oder mechanisch gereizt werden.

Hausmittel: Was hilft, was nicht?

Rund um Verbrennungen kursieren zahlreiche Hausmittel. Nicht alle sind sinnvoll – manche können sogar schaden.

Nicht empfehlenswert sind:

  • Butter oder Öl
  • Mehl oder Puder
  • Zahnpasta
  • Honig aus dem Küchenschrank
  • Alkohol oder stark desinfizierende Lösungen

Diese Mittel können Keime in die Wunde bringen, die Haut zusätzlich reizen oder die ärztliche Beurteilung erschweren.

Was im Alltag hilfreich sein kann:

  • Sauberes, kühles Leitungswasser zur Erstkühlung
  • Sterile Kompressen aus der Hausapotheke
  • Spezielle Brandgele oder geeignete Wundsalben aus der Apotheke

Entscheidend ist eine sachliche Abwägung: Bei kleinen, oberflächlichen Verletzungen reichen einfache, hygienische Maßnahmen oft aus. Sobald jedoch Unsicherheit besteht, Schmerzen zunehmen oder sich Anzeichen einer Infektion zeigen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Vorbeugung: So vermeiden Sie typische Brandverletzungen (Unfälle)

Viele Brandverletzungen passieren im Alltag – in der Küche, im Bad oder beim Umgang mit offenen Flammen. Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich zahlreiche Unfälle vermeiden. Ziel ist es, typische Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und bewusst zu entschärfen.

Sicherheit im Umgang mit heißen Flüssigkeiten

Heiße Getränke und kochendes Wasser zählen zu den häufigsten Ursachen für Verbrühungen.

  • Tassen und Gläser nicht am Tischrand abstellen.
  • Wasserkocher und Töpfe so platzieren, dass Kabel oder Griffe nicht heruntergezogen werden können.
  • Topfgriffe stets nach hinten drehen.
  • Beim Abgießen von heißem Wasser besonders aufmerksam sein.
  • Heißgetränke nie in Reichweite von Kindern abstellen.

Schon kurze Unachtsamkeit kann hier zu großflächigen Verletzungen führen.

Vorsicht in Küche und Haushalt

Offene Flammen, heiße Oberflächen und elektrische Geräte bergen Risiken.

  • Herd und Backofen nach Gebrauch ausschalten.
  • Keine brennbaren Gegenstände in Herdnähe lagern.
  • Bügeleisen oder Glätteisen nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Kerzen standsicher aufstellen und nicht in Zugluft platzieren.
  • Rauchmelder installieren und regelmäßig prüfen.

Auch scheinbar harmlose Alltagsgeräte können hohe Temperaturen erreichen.

Schutzmaßnahmen für Kinder

Kinder erkunden ihre Umgebung neugierig und können Gefahren oft nicht einschätzen.

  • Heiße Speisen vor dem Füttern immer testen.
  • Kinder nicht auf dem Arm halten, während Sie kochen oder heiße Getränke tragen.
  • Steckdosen sichern und Kabel außer Reichweite verlegen.
  • Feuerzeuge und Streichhölzer unzugänglich aufbewahren.
  • Badewasser zuerst kalt, dann warm einlaufen lassen und Temperatur prüfen.

Je jünger das Kind, desto wichtiger sind klare Sicherheitsroutinen im Alltag.

Aufmerksamkeit im Freien

Auch außerhalb der Wohnung bestehen Brandrisiken.

  • Beim Grillen ausreichend Abstand halten.
  • Keine Brandbeschleuniger verwenden.
  • Feuerstellen nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Nach dem Grillen oder Lagerfeuer Glut vollständig löschen.

Prävention bedeutet nicht, auf Aktivitäten zu verzichten, sondern bewusst und vorausschauend zu handeln. Wer typische Gefahren kennt und einfache Sicherheitsregeln beachtet, kann das Risiko für Brandverletzungen deutlich reduzieren.

Warum Prävention allein nicht immer ausreicht

So wichtig Vorsicht und Sicherheitsregeln sind: Ein Restrisiko bleibt. Ein Moment der Ablenkung, ein unvorhersehbarer Zwischenfall – und es kommt trotz aller Sorgfalt zu einer schweren Verbrennung.

Solche Unfälle können nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch langfristige Folgen haben. Narben, Bewegungseinschränkungen oder dauerhafte Beeinträchtigungen sind möglich – insbesondere bei tiefen oder großflächigen Brandverletzungen.

Neben der Vermeidung von Risiken gehört deshalb auch die finanzielle Absicherung zum verantwortungsvollen Umgang mit Unfallgefahren. Eine private Unfallversicherung kann greifen, wenn eine dauerhafte Beeinträchtigung zurückbleibt, und bietet je nach Tarif Unterstützung durch:

  • Hohe Invaliditätsleistungen
  • Sofortleistung bis zu 20.000 €
  • Unfallrente (optional)
  • Krankenhaustagegeld
  • Genesungsgeld
  • Rooming-In & weltweiter Schutz

Prävention reduziert Risiken – Absicherung schützt vor den finanziellen Folgen. Beide Bausteine ergänzen sich sinnvoll, um im Alltag möglichst gut vorbereitet zu sein.

FAQs zum Thema Verbrennungen

  • Bei kleineren, oberflächlichen Verbrennungen empfiehlt sich eine Kühlung mit handwarmem bis leicht kühlem Leitungswasser für etwa 10 bis 20 Minuten. Das Wasser sollte nicht eiskalt sein, da extreme Kälte das Gewebe zusätzlich schädigen kann. Großflächige Verbrennungen dürfen nicht intensiv gekühlt werden, um eine Unterkühlung – insbesondere bei Kindern – zu vermeiden.

  • Eine ärztliche Untersuchung ist erforderlich, wenn die betroffene Fläche größer als die Handfläche der verletzten Person ist, Blasen auftreten, Gesicht oder Gelenke betroffen sind oder die Haut weiß, grau oder schwarz erscheint. Auch bei Kindern, älteren Menschen, starken Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Anzeichen eines Schocks sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Im Zweifel ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

  • Nein. Brandblasen sollten nicht eigenständig geöffnet werden. Die Blasenhaut schützt das darunterliegende Gewebe vor Keimen und unterstützt die natürliche Wundheilung. Das eigenständige Aufstechen erhöht das Infektionsrisiko und kann die Heilung verzögern.

  • Hausmittel wie Butter, Öl, Mehl oder Zahnpasta sind medizinisch nicht empfehlenswert. Sie können Keime in die Wunde einbringen, die Haut zusätzlich reizen und die spätere ärztliche Behandlung erschweren. Zur Erstversorgung eignet sich ausschließlich sauberes Leitungswasser zur Kühlung sowie eine sterile, nicht haftende Wundauflage.

Tipps

Fazit

Verbrennungen gehören zu den häufigsten Unfallverletzungen im Alltag – doch wer die typischen Anzeichen kennt, kann schnell und besonnen reagieren. Entscheidend ist, die Situation richtig einzuschätzen: Wie tief ist die Verletzung? Wie groß ist die betroffene Fläche? Gibt es Warnzeichen, die auf Komplikationen hindeuten?

Konkretes Handeln bedeutet:

  • Gefahrenquelle stoppen und angemessen kühlen.
  • Wunde hygienisch versorgen und ungeeignete Hausmittel vermeiden.
  • Allgemeinzustand beobachten und Warnsignale ernst nehmen.
  • Frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn Tiefe, Ausmaß oder Begleitsymptome es erfordern.

Ebenso wichtig ist es, typische Risiken im Haushalt zu reduzieren und sich bewusst zu machen, dass trotz aller Vorsicht Unfälle passieren können. Prävention, richtig umgesetzte Erste Hilfe und eine durchdachte Absicherung greifen ineinander.

    • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF (2018). S1-Leitlinie Verbrennungen: Erstmaßnahmen und Beurteilung thermischer Verletzungen. AWMF. (Stand: 17.02.2026)
    • Apotheken-Umschau (2026).Verbrennungsgrade im Überblick: Symptome, Risiken und Therapie. Apotheken-Umschau. (Stand: 17.02.2026).
    • Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin e. V.(o. J.).Leitlinien und Empfehlungen zur Versorgung Brandverletzter. Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin e. V. (Stand: 17.02.2026)
    • DRACO Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungschirurgie (2021). S2k-Leitlinie „Behandlung thermischer Verletzungen des Erwachsenen“. DRACO Verlag. (Stand: 17.02.2026)
    • Deutsches Rotes Kreuz (DRK) e. V.(o. J.).Verbrennungen & Brandwunden behandeln. DRK. (Stand: 17.02.2026)
    • DocCheck Flexikon.(o. J.).Verbrennung (Medizin). DocCheck. (Stand: 17.02.2026).
    • Gesundheit.gv.at.(o. J.).Leichte Verbrennung und Verbrühung – Erste Hilfe – Behandlung. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (Österreich). (Stand: 17.02.2026).
    • Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. (2024).Verbrennungen & Brandwunden: Informationen und Erste-Hilfe. (Stand: 17.02.2026).
    • Onmeda Redaktion (2025).Was tun bei Verbrennungen und Verbrühungen?
    • Saha, S., Singh, A., & Singhal, M. (2022).First aid guidelines for burns: Educational approach & adaptation.International Journal of First Aid Education, 5(1), 21–28.
  • Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen rund um das Thema Gesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Mediziner zu konsultieren.

    Unsere Inhalte werden auf Basis aktueller, wissenschaftlicher Studien verfasst, von einem Team aus Fachärzten und Redakteuren erstellt, dauerhaft geprüft und optimiert.

    Alle Angaben ohne Gewähr.

    Dieser Ratgeberartikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt und von Fachexperten geprüft sowie überarbeitet. Eine detaillierte Beschreibung, wie wir KI im Unternehmen einsetzen, finden Sie in unseren KI-Prinzipien.

Sie benutzen einen veralteten Browser.
Dieser wird von uns nicht mehr unterstützt.

Browser-Alternativen finden Sie unter anderem hier: