Kalte Füße© Shutterstock ewAfrica

Kalte Füße Ursachen & SOS-Tipps

Kalte Füße sind meistens auf die kalte Jahreszeit zurückzuführen. Wer allerdings dauerhaft unter eiskalten Füßen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Im Ratgeber gibt es alle Informationen zu Ursachen und Tipps gegen Eisfüße.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Kalte Füße kommen oft durch Kälte, Nässe, zu enge Schuhe oder unzureichende Durchblutung zustande.
  • Medikamente können als Nebenwirkung kalte Füße auslösen, besonders solche, die die Blutgefäße verengen.
  • Warme, wasserdichte Schuhe und passende Socken, Fußbäder, Bewegung zur Kreislaufförderung können helfen.
  • Arztbesuch ratsam, wenn kalte Füße auch bei Wärme bestehen, oder wenn begleitende Symptome, wie Schmerzen, auftreten.

SOS-Tipps gegen kalte Füße

BetrifftMaßnahme / TippNutzen
Kleidung & SchutzFeste, wasserdichte Schuhe mit etwas Spielraum, nicht zu eng schnüren, warmes Innenfutter (z. B. Lammfell), Woll- oder Baumwollsocken statt synthetischer Materialien, Filz-Hausschuhe, ThermosohlenSchützen vor Kälte, halten trocken und fördern eine gute Durchblutung
Wärme & akute HilfeWärmflasche, eigene Körperwärme nutzen (z. B. Füße anwärmen), Beine warm abduschen (Temperatur steigern), Füße einreiben (z. B. mit Cremes)Wärmen die Füße schnell und regen die Durchblutung an
Durchblutung fördernIgelball, Fußgymnastik, Fußreflexzonenmassage, regelmäßige Bewegung (Spaziergänge, Sport), im Büro öfter aufstehenAktivieren die Durchblutung und verbessern die Wärmezirkulation
Hausmittel & AnwendungenFußbäder (z. B. mit Kräutern oder ansteigend warm)Wärmen die Füße und fördern die Durchblutung
Ernährung & LebensstilAusgewogene, fettarme Ernährung, viel Obst und Gemüse, scharfe Gewürze, warme Speisen und Getränke, viel trinken, weniger tierische Produkte, grünes Gemüse (Vitamin B), Alkohol vermeiden, nicht rauchenUnterstützen Gefäße, Nervenfunktion und eine gute Durchblutung

Ursachen

UrsacheWas passiert im Körper?Typische Folgen
Kälte und NässeBlut wird bevorzugt zu lebenswichtigen Organen geleitet, Hände und Füße werden schlechter durchblutet, Muskeln beginnen zu zitternKalte Gliedmaßen, Wärmeverlust durch Feuchtigkeit
Enge Schuhe & SchweißfüßeDruck auf Blutgefäße verschlechtert die Durchblutung, Feuchtigkeit kühlt zusätzlichKalte, feuchte Füße, verstärkte Auskühlung
Niedriger Blutdruck & GefäßverkalkungVerminderte Durchblutung durch niedrigen Druck oder verengte Gefäße (z. B. durch Cholesterinablagerungen)Kalte Hände und Füße, eingeschränkter Blutfluss
NervenstörungenStörung der Regulation von Durchblutung und Temperatur durch das NervensystemProbleme bei der Wärme- und Kälteregulation (z. B. bei Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion)
Psychische BelastungenStress, Angst oder Depression beeinflussen das vegetative Nervensystem und die GefäßeDurchblutungsstörungen, kalte Hände und Füße
Raynaud-SyndromKrampfartige Verengung der BlutgefäßeSchmerzen, Taubheit und Verfärbungen an Fingern und Zehen
MedikamenteEinige Wirkstoffe verengen die Gefäße oder beeinflussen die DurchblutungKalte Extremitäten als Nebenwirkung (z. B. bei Betablockern, Migräne- oder Erkältungsmitteln)

Wann zum Arzt?

Treten die kalten Füße auch bei normalen oder sogar bei höheren Temperaturen häufig oder dauerhaft auf und kommen womöglich Krämpfe, Schmerzen, Hautveränderungen oder Fieber hinzu, ist ein Arzt aufzusuchen. Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Er kennt Krankengeschichte und Vorerkrankungen seines Patienten häufig schon gut. Je nach Ergebnis der Untersuchung zieht der Hausarzt ggf. einen Spezialisten (Internist, Rheumatologe, Neurologe) hinzu. Liegt die Ursache womöglich in einer psychischen Erkrankung, übernimmt ein Psychotherapeut und manchmal ein Psychiater die weitere Diagnose und Behandlung.

Wenn ein Fuß und/oder ein Bein plötzlich kalt wird und heftig schmerzt, die Haut blass wird oder sich bläulich verfärbt, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. In diesem Fall kann eine Embolie (Verschluss eines Blutgefäßes durch ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel) vorliegen. Liegt zusätzlich eine Schwellung des Beines vor, weisen die Symptome möglicherweise auch auf eine sogenannte Phlegmasia coerulea dolens, eine besonders schwere, seltene Verlaufsform einer Venenthrombose, hin.

Warum frieren Frauen besonders oft an den Füßen?

Frauen haben öfter kalte Füße als Männer, denn Frauen frieren grundsätzlich mehr als Männer. Das liegt am unterschiedlichen Anteil von Muskelmasse, die für Wärme im Körper sorgt. Zudem konzentriert sich der weibliche Organismus bei der Verteilung der Wärme auf die Körpermitte. Füße, Hände und Ohren werden eher vernachlässigt.

FAQ – Häufige Fragen zu kalten Füßen

  • Kalte Füße sind meist harmlos, etwa bei Kälte oder Bewegungsmangel. Werden die Füße jedoch auch in warmen Umgebungen nicht warm oder treten zusätzlich Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Hautveränderungen auf, sollte ein Arzt die Ursache abklären.

  • Warme Fußbäder, Bewegung (z. B. Zehen wackeln, Spaziergänge) und das Tragen von dicken, atmungsaktiven Socken können die Durchblutung anregen. Auch Wärmflaschen oder Fußmassagen fördern die Wärmeversorgung.

  • Ja. Manche Medikamente wie Betablocker oder bestimmte Migränemittel können die Gefäße verengen und so Kältegefühle in Händen und Füßen auslösen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ist ein ärztliches Gespräch über mögliche Alternativen sinnvoll.

  • Ein Mangel an Eisen, Vitamin B12, Folsäure oder Magnesium kann kalte Füße begünstigen, da sie für rote Blutkörperchen und den Sauerstofftransport wichtig sind. Auch niedriger Blutdruck durch Flüssigkeits- oder Salzmangel sowie eine Schilddrüsenunterfunktion können die Durchblutung und das Temperaturempfinden beeinträchtigen. Häufig kalte Füße sollten daher Anlass sein, Ernährung und mögliche Mangelzustände ärztlich prüfen zu lassen.

  • Viele Menschen wundern sich, warum die Füße selbst im Bett und trotz Socken kalt bleiben. Dies liegt häufig daran, dass der Körper nachts seine Durchblutung vor allem auf lebenswichtige Organe in der Körpermitte konzentriert, während die Extremitäten weniger stark durchblutet werden. Besonders bei kalten Außentemperaturen, niedrigem Blutdruck oder wenn Sie tagsüber nicht ausreichend in Bewegung waren, verschärft sich dieses Phänomen. Auch feuchte oder zu enge Socken können die Durchblutung behindern, sodass die Füße nicht richtig aufwärmen. Für einen erholsamen Schlaf empfiehlt es sich daher, vor dem Zubettgehen ein warmes Fußbad zu nehmen oder die Füße mit einer Wärmflasche gezielt zu wärmen. Darüber hinaus kann regelmäßige Bewegung am Tag ebenso helfen wie das Tragen von lockeren, atmungsaktiven Socken aus Naturmaterialien, um die nächtliche Durchblutung der Füße zu fördern. Halten die Beschwerden an oder kommen weitere Symptome wie Taubheitsgefühle oder Schmerzen hinzu, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

  • Kalte Füße können durch psychischen Stress, Angst oder anhaltende seelische Belastungen entstehen. Diese Faktoren verengen die Blutgefäße, was die Durchblutung in den Füßen mindert und Kältegefühl auslöst. Menschen, die schnell frösteln oder zu Nervosität neigen, sind besonders betroffen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen. Bei dauerhaft kalten Füßen und zusätzlicher psychischer Belastung ist ärztlicher Rat wichtig, um andere Ursachen auszuschließen.

Tipps

Fazit

Kalte Füße sind meist unangenehm, oft aber harmlos und durch äußere Faktoren wie Wetter, Schuhe oder fehlende Bewegung bedingt. Sie können jedoch auch Zeichen von Durchblutungsstörungen, hormonellen Veränderungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Wer die Wärme- und Kleidebedingungen verbessert, sich regelmäßig bewegt, auf passende Schuhe und Socken achtet und einfache Hausmittel anwendet, kann vielen Beschwerden vorbeugen. Bestehen die Symptome dauerhaft oder treten weitere Alarmzeichen wie Schmerzen, Hautveränderungen oder starke Kälte auf, sollte eine ärztliche Untersuchung Klarheit bringen, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.

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