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Antibiotika und Antibiotika-Behandlung Arten, Einnahme, Nebenwirkungen

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Täglich muss sich das Immunsystem mit zahl­rei­chen Krankheitserregern auseinandersetzen. Ein starker Ab­wehr­me­cha­nis­mus ist dabei die beste Gegenwehr. Haben sich schädliche Bakterien dennoch im Körper vermehrt, können Antibiotika bei deren Bekämpfung helfen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Antibiotika be­kämp­fen bakte­ri­elle Infek­ti­onen und wirken nur ge­ziel­t gegen Bak­te­rien, nicht aber gegen Viren.
  • Es gibt ver­schie­dene Grup­pen wie Penizil­line, die sich je nach Wirk­me­cha­nis­mus und Spek­trum unter­schei­den.
  • Be­gleit­nutzen wie Pro­bio­tika oder sauer­milch­haltige Le­bens­mittel fördern die Darm­flo­ra nach der Therapie.
  • Über­maß­iger oder un­zu­läs­si­ger Ein­satz trägt zur Entstehung bakte­ri­el­ler Resis­stenzen bei.

Was ist Antibiotika?

Antibiotika sind Arzneimittel, die zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Je nach Art des spezifischen Erregers werden unterschiedliche Substanzen verabreicht. Es gibt aber auch sogenannte Breitband-Antibiotika (oder Breitspektrum-Antibiotika), die gegen viele verschiedene Bakterien wirken.

Die ersten Antibiotika, die man in der Medizin einsetzte, waren Stoffwechselprodukte unterschiedlicher Bakterien und Pilze, unter anderem das Penicillin. Inzwischen werden die Medikamente zudem teil- oder vollsynthetisch hergestellt. Auch gentechnisch produzierte antimikrobielle Chemotherapeutika werden als Antibiotika bezeichnet.

Der Begriff Antibiotikum setzt sich zusammen aus griechisch „anti“ = „gegen“ und „bios“ = „Leben“. Im Plural heißt es dann „Antibiotika“.

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Arten von Antibiotika

In der Regel werden Antibiotika bei leichten Infektionen in Tablettenform verabreicht. Bei der Behandlung schwerer Erkrankungen erhält ein Patient im Krankenhaus häufig zuerst Infusionen, bevor anschließend auf Tabletten umgestellt wird. In einigen Fällen ist es nötig, mehrere Antibiotika in Kombination zu nehmen. Entsprechend ihrer chemischen Struktur lassen sich Antibiotika in Gruppen einteilen.

Dies sind die wichtigsten Antibiotikagruppen:

Penizilline (Penicilline): Sie hemmen den Aufbau der bakteriellen Zellwand. Innerhalb dieser Gruppe werden Engspektrumpenizilline von Breitspektrumpenizillinen unterschieden. Penizilline gehören zu den am besten verträglichen Antibiotika (besonders Engspektrumpenizilline) und können wegen ihrer geringen Nebenwirkungen meist auch während einer Schwangerschaft eingenommen werden.

Zu den Engspektrumpenizillinen zählt zum Beispiel das Penizillin V (u.a. Isocillin®, Megacillin®). Penizillin V wird in der Regel gegen Streptokokken, Meningokokken und Pneumokokken eingesetzt. Streptokokken verursachen eitrige Angina oder auch Wund- und Gesichtsrose. Meningokokken sind häufige Erreger einer eitrigen Hirnhautentzündung und Pneumokokken lösen Hirnhaut- und Lungenentzündungen aus.

Zu den Breitspektrumpenizillinen zählen Ampicillin (u.a. Ampicillin ratiopharm®) oder Amoxicillin (u.a. Amoxypen®). Sie werden häufig bei Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen verordnet. Ebenso bei eitriger Bronchitis oder Harnwegsinfekten.

Cefalosporine (Cephalosporine): Sie haben eine ähnliche Wirkung wie Penizilline und werden in der Regel gut vertragen. Dazu zählen zum Beispiel Cefaclor (u.a. Panoral®) sowie Cefixim(u.a. Cephoral®). Meist wird eines dieser Antibiotika dann verordnet, wenn Breitspektrumpenizilline wegen einer Allergie nicht eingenommen werden können.

Makrolide: Sie greifen in den bakteriellen Eiweißstoffwechsel ein. Im Fall einer Penizillinallergie, insbesondere als Ersatz für Engspektrumpenizilline, ist beispielsweise Erythromycin (u.a. Erythromycin-Wolff®)ein relevantes Ersatzmittel. Zu den Makroliden zählen auch Azithromycin (u.a. Zithromax®) sowie Roxithromycin (u.a. Roxibeta®). Gegen Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre durch Helicobacter-Bakterien wird auch Clarithromycin (u.a. Klacid®) eingesetzt.

Gyrasehemmer oder Chinolone: Sie greifen die Erbsubstanz der Bakterien an und stören so deren Stoffwechsel. Gyrasehemmer, wie beispielsweise Chinolone, verfügen über ein breites Wirkspektrum. In erster Linie werden sie bei Atem- und Harnwegsinfekten verordnet.

Tetrazycline: Sie greifen in den bakteriellen Eiweißstoffwechsel ein. Vor allem bei Atemwegsinfektionen, aber auch bei Akne, wird beispielsweise Doxycyclin (u.a. Doxycyclin Abz®) verschrieben.

Sulfonamide: Sie stören die Nucleinsäuresynthese indem sie in den Folsäurezyklus eingreifen. Dabei wirken sie bakteriostatisch. Bei einfachen Blasenentzündungen oder Salmonelleninfektionen ist zum Beispiel Cotrimoxazol, eine Kombination aus Sulfonamid und Trimethoprim, ein wirksames Arzneimittel.

Aminoglykoside (Gentamycin), Carbapeneme (Imipenem) oder Glycopeptide (Vancomycin oder Teicoplanin) setzt man bei schwersten Infektionen ein.

Tuberkolostatika: Die Antibiotika helfen bei Tuberkulose.

Antibiotika: Wirkung

Sind Bakterien in den Organismus gelangt und vermehren sich, können sie Entzündungen auslösen und Organe schädigen. Antibiotika unterstützen das körpereigene Immunsystem dabei, diese krankheitsverursachenden Erreger zu bekämpfen. Einige Antibiotika verhindern, dass sich die Bakterien vermehren, andere töten sie ab.

In der Wirkungsweise unterteilt man Antibiotika in zwei grundsätzliche Gruppen:

  • bakteriostatisch wirkende Antibiotika: Sie hindern Bakterien dabei, sich weiter zu vermehren, töten die Bakterien jedoch nicht ab.
  • bakterizid wirkende Antibiotika: Sie töten Bakterien ab, indem sie deren Zellwand auflösen (Bakteriolyse).

Antibiotika wirken nur bei Infektionen, die durch Bakterien hervorgerufen wurden. Dazu zählen Erkrankungen wie Angina, Blasenentzündungen, Hirnhaut- und Lungenentzündungen. Bei Infektionen, die durch Viren ausgelöst wurden, sind Antibiotika wirkungslos. Dazu gehören die meisten Erkältungskrankheiten und auch Grippe.

Antibiotika Einnahme – richtig einnehmen und Nebenwirkungen vermeiden

Antibiotika sollten in Deutschland immer nur nach ärztlicher Rücksprache und mit einer gültigen Verordnung eingenommen werden. Welches Antibiotikum bei einer bakteriellen Infektion geeignet ist, hängt vom jeweiligen Erreger ab. Nur ein Arzt kann bestimmen, welches Präparat für Ihre Infektion sinnvoll und sicher ist.

Antibiotika-Einnahme: Wichtige Hinweise

Vor Beginn der Antibiotika-Therapie sollte man sich über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren. Teilen Sie Ihrem Arzt unbedingt mit, wenn:

  • Sie schwanger sind oder stillen, damit ein für Sie und Ihr Kind geeignetes Antibiotikum gewählt werden kann.

  • Sie bekannte Unverträglichkeiten oder Allergien gegen Medikamente haben.

Ebenso wichtig ist es, die genaue Einnahmedauer, Dosierung und Tageszeiten zu beachten. Manche Antibiotika müssen auf nüchternen Magen eingenommen werden, andere lassen sich besser mit etwas Abstand zu den Mahlzeiten vertragen.

Tipps zur Antibiotika-Einnahme

  • Kein Alkohol während der Therapie, um Komplikationen zu vermeiden.

  • Mit ausreichend Wasser einnehmen, um die Wirkung zu unterstützen.

  • Verhütung beachten: Antibiotika können die Wirkung der Anti-Baby-Pille reduzieren, daher zusätzlich schützen (z. B. Kondome).

  • Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quark können die Aufnahme einiger Antibiotika verringern. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Sonnenschutz: Einige Antibiotika machen die Haut lichtempfindlicher; ausgedehnte Sonnenbäder vermeiden.

  • Körperliche Schonung: Sport sollte während der Einnahme vermieden werden, damit sich der Körper auf die Heilung konzentrieren kann.

Antibiotika-Einnahme bei Kindern

Auch in Deutschland werden Kindern oft zu häufig Antibiotika verschrieben. Laut einem aktuellen Report der DAK zur Kinder- und Jugendgesundheit erhielt jedes vierte Kind im vergangenen Jahr Antibiotika. Zu häufige Einnahme kann die Bildung von antibiotikaresistenten Keimen fördern.

Die meisten Infektionen bei Kindern sind Virusinfektionen, gegen die Antibiotika nicht wirken. Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen werden in der Regel durch Viren verursacht und müssen vom Immunsystem selbst bekämpft werden.

Nur bakterielle Infektionen lassen sich erfolgreich mit Antibiotika behandeln. Dazu zählen beispielsweise:

  • Lungenentzündung

  • Hirnhaut- oder Gehirnentzündung

  • Harnwegsinfektion

  • Eitrige Mandelentzündung

  • Mittelohrentzündung bei Babys und Kleinkindern

Kinder erhalten Antibiotika häufig in Pulverform, das mit Wasser oder Saft gemischt wird. Die Dosierung muss sehr sorgfältig erfolgen – bei Unsicherheiten kann der Apotheker helfen. Die fertige Lösung sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Antibiotika-Behandlung muss genau so lange durchgeführt werden, wie der Arzt sie verordnet hat. Übrig gebliebene Flüssigkeit sollte nicht über die Toilette entsorgt, sondern über den Hausmüll entsorgt werden, da Antibiotikareste sonst das Trinkwasser belasten können.

Antibiotika: Nebenwirkungen auf Darm, Haut und Fluorchinolone

Antibiotika bekämpfen nicht nur krank­heits­er­regende Bakterien, sondern greifen auch die nützlichen Bakterien an, die Haut, Schleimhäute und den Darm natürlich besiedeln. Dies kann negative Folgen haben: Während oder nach einer Antibiotika-Therapie treten häufig Störungen der Darmflora auf, die Ver­dau­ungs­pro­bleme verursachen können. Auch Pilzerkrankungen auf Haut oder Schleimhäuten, wie Scheidenpilz, sind nicht selten. In solchen Fällen sollte ein Gynäkologe oder Facharzt aufgesucht werden.

Schwere Nebenwirkungen von Fluorchinolon-Antibiotika

Fluorchinolone wie Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Ofloxacin gehören zu den Antibiotika mit potenziell schweren Nebenwirkungen. Laut dem WIdO wurden 2018 in Deutschland mehr als drei Millionen gesetzlich krankenversicherte Patienten mit Fluorchinolonen behandelt. Hochgerechnet könnten rund 40.000 Patienten unter Nebenwirkungen wie Sehnenrissen, Nervenschädigungen oder Schäden an der Hauptschlagader leiden.

Trotz der bekannten Risiken werden Fluorchinolone weiterhin verordnet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat daher im April einen Rote-Hand-Brief veröffentlicht, der Ärzte auf die besonderen Risiken hinweist. Empfohlen wird, Fluorchinolone nur noch im Einzelfall und nach sorgfältiger Abwägung einzusetzen.

Auch Pharmahersteller in Deutschland informieren aktuell über die Nebenwirkungen dieser Wirkstoffe und raten zu einer vorsichtigen Verschreibung, um Patientenrisiken zu minimieren.

Nach der Antibiotika-Therapie - Darmflora wiederherstellen

Auch nach Beendigung der Antibiotika-Therapie braucht der Körper Zeit zur Erholung. Sport und intensive körperliche Aktivitäten sollten mindestens drei bis sieben Tage nach Ende der Therapie wieder aufgenommen werden.

Antibiotika wirken nicht nur gegen schädliche Bakterien, sondern beeinflussen auch die gesunde Darmflora. Eine gestörte Darmflora kann langfristig das Mikrobiom beeinträchtigen. Die Regeneration erfolgt meist innerhalb von sechs Monaten, manchmal jedoch langsamer.

Tipps zur Unterstützung der Darmflora:

  • Eine ausgewogene Ernährung mit probiotischen Lebensmitteln, z. B. Joghurt, kann die Rückkehr nützlicher Bakterien fördern.

  • Gezielte Probiotika aus der Apotheke können helfen, die Darmflora wieder aufzubauen, idealerweise eine Kombination aus Lactobazillen für den Dünndarm und Bifidobakterien für den Dickdarm.

  • Eine intakte Darmflora unterstützt das Immunsystem, verhindert die Ansiedlung krankheitserregender Keime und sorgt für die Produktion wichtiger Vitamine. Etwa 80 % der Immunzellen des Körpers befinden sich in der Darmschleimhaut.

Wechselwirkungen bei Antibiotika

Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte sich vor einer Therapie mit einem Antibiotikum informieren, ob es möglicherweise zu ungewünschten Wechselwirkungen kommen kann. Am besten bespricht man dies vor der Verordnung des spezifischen Wirkstoffs mit seinem behandelnden Arzt. Aber auch die Kombination mit einigen Genussmitteln kann Wechselwirkungen hervorrufen: So können beispielsweise Gyrasehemmer den Abbau von Coffein in der Leber behindern. Ein hoher Coffeinspiegel kann zu Kopfschmerzen, Herzklopfen und Schwindel führen.

Milch und Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt können die Wirkung einiger Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe herabsetzen. Deshalb sollte man vorübergehend auf diese Lebensmittel verzichten oder sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt konsumieren.

Makrolid-Antibiotika, wie Erythromycin, können die Wirkung von Statin, einem Cholesterinsenker, verstärken. Dies kann zu Muskelschmerzen führen.

Wer die Pille einnimmt, sollte während der Antibiotika-Einnahme zusätzlich verhüten, da die Wirkung der Pille herabgesetzt werden kann.

Einige Antibiotika können auch Zuckerschwankungen bei Diabetikern auslösen oder bei gleichzeitiger Einnahme von Phenprocoumon die Blutungsneigung erhöhen.

Antibiotika-Resistenzen

Entwickeln Bakterien einen Schutz gegenüber antibiotischen Wirkstoffen, bezeichnet man dies als Antibiotika-Resistenz. Dazu kann es kommen, wenn das Mittel zu häufig oder in zu geringen Dosen genommen wird. Die Bakterien werden so in die Lage versetzt, Über­lebens­stra­tegien gegen das Antibiotikum zu entwickeln und wirken dann nicht mehr. Daher ist es wichtig, Antibiotika nur dann einzunehmen, wenn der Arzt dies verordnet. Angebrochene Packungen gehören nicht in die Hausapotheke und dürfen beim nächsten Infekt nicht eigenmächtig genommen werden. Einerseits ist es unwahrscheinlich, dass das Mittel gegen den neuen Krankheitserreger wirkt, andererseits werden so Resistenzen provoziert.

Antibiotika sollten nicht unspezifisch verschrieben werden, da sie nur bei Krankheiten wirken, die durch Bakterien verursacht werden. Bei durch Viren ausgelösten Erkrankungen, wie viele Entzündungen der oberen Atemwege oder Grippe, sind die Medikamente wirkungslos. Da die bakterielle Resistenzentwicklung weltweit steigt und damit die gesundheitlichen Risiken für Mensch und Umwelt, wird ein ver­ant­wor­tungs­vollerer Umgang mit Antibiotika gefordert.

Penicillin und die Geschichte der Antibiotika

Am 10. Mai 1929 erschien der erste Bericht über die Entdeckung des Penicillins in einer britischen Fachzeitschrift. Veröffentlicht hat den Artikel Alexander Flemming, der das „Wundermittel“ durch einen Zufall entdeckt hat: In seinem Laboratorium hat Flemming in Petrischalen Staphylokokken (Bakterien) angezüchtet. Vor seinem Urlaub hatte er wohl vergessen, einige der Kulturen zu entsorgen und nach seiner Rückkehr im September 1928 in sein Labor am Saint Mary’s Hospital in London, bemerkte er, dass auf dem Nährboden einer der verbliebenen Schalen Schimmelpilze wuchsen. Ungewöhnlich waren nicht die Schimmelpilze, sondern, dass um den blau-grünen Schimmel herum keine Staphylokokken mehr existierten. Durch die Untersuchung dieses besonderen Schimmels stellte sich heraus, dass der Schimmelpilz der Gruppe Penizillium angehörte. Daher nannte Flemming die neue Substanz, die Bakterien wie Staphylokokken abtöten konnte, Penicillin. Erst nach dem Krieg, 1946, kam Penizillin auch nach Deutschland.

Missbrauch von Antibiotika

Der weltweite Antibiotikaverbrauch stieg in 15 Jahren um 65 %. Viele Ver­schrei­bungen sind überflüssig, z. B. bei Virus­in­fektionen oder unspezifischen Be­schwer­den der oberen Atemwege. Das fördert bakterielle Resistenzen und Umwelt­be­lastungen – verantwortungsvoller Einsatz ist nötig.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Antibiotika

  • An­tibio­tika soll­ten nur dann ein­ge­setzt wer­den, wenn eine bakte­ri­elle In­fek­tion vor­liegt, zum Bei­spiel bei Lun­gen­ent­zün­dung, Harn­wegs­in­fek­ti­on oder einer bakte­ri­el­len Man­del­ent­zün­dung. Bei vi­ra­len In­fek­ti­o­nen wie Er­käl­tung oder Grip­pe sind sie hin­gegen wirk­ungs­los.

  • Ein vor­zei­tig ab­ge­bro­che­ner Be­hand­lungs­ver­lauf kann dazu füh­ren, dass Bak­te­rien über­le­ben und sich wei­ter ver­meh­ren. Das er­höht das Ri­siko für Rück­fäl­le und die Bil­dung von An­tibio­tika­re­sis­ten­zen. Darum ist es wich­tig, das An­tibio­tikum ge­nau nach ärzt­li­cher Vor­ga­be bis zum Ende ein­zu­neh­men.

  • Da An­tibio­tika nicht nur schäd­liche, son­dern auch nütz­li­che Bak­te­rien ab­tö­ten, kann die na­tür­li­che Darm­flo­ra aus dem Gleich­ge­wicht ge­raten. Pro­bio­tika, also Prä­pa­ra­te mit le­bens­fä­hi­gen Bak­te­rien, oder pro­bio­tisch wir­ken­de Nah­rungs­mit­tel wie Jo­ghurt und Ke­fir kön­nen da­bei hel­fen, das mi­kro­bi­el­le Gleich­ge­wicht wie­der­her­zu­stel­len.

  • Bei einigen Antibiotika (z. B. Tetracycline oder Fluorchinolone) sollte zwischen Einnahme und Milch mindestens 2 Stunden Abstand liegen. Nach Abschluss der Therapie kann Milch wieder normal getrunken werden.

  • Bei der Einnahme von Antibiotika sollte man bestimmte Lebensmittel und Getränke meiden, da sie die Wirkung abschwächen oder Nebenwirkungen verstärken können. Dazu zählen vor allem Alkohol sowie manche Fruchtsäfte oder eisenreiche Lebensmittel. Milchprodukte können bei einigen Antibiotika die Aufnahme beeinflussen, sollten aber wie bereits beschrieben zeitlich getrennt eingenommen werden. Grundsätzlich gilt: Beipackzettel beachten und bei Unsicherheiten Arzt oder Apotheker fragen.

  • Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte sie so bald wie möglich nachgeholt werden. Liegt die nächste Einnahme jedoch kurz bevor, sollte keine doppelte Dosis genommen werden. Mehrere vergessene Dosen können die Wirksamkeit reduzieren und die Entstehung von Resistenzen fördern. Im Zweifel Arzt oder Apotheker informieren.

  • Antibiotika wirken gezielt gegen bakterielle Entzündungen und werden nach Art und Ort der Infektion ausgewählt. Bei Atemwegsinfektionen kommen häufig Penicilline oder Makrolide zum Einsatz, bei Harnwegsinfektionen Cotrimoxazol oder Fluorchinolone, und bei Haut- oder Halsentzündungen meist Penicilline oder Cephalosporine. Wichtig: Antibiotika wirken nicht gegen Viren wie bei Erkältungen oder Grippe.

Tipps

Fazit

Antibiotika sind wir­kungs­volle Sub­stan­zen zur Be­hand­lung bakte­ri­el­ler Infek­ti­onen – ent­we­der bakte­rio­zid oder bakte­rio­sta­tisch wirkend –, die gezielt nach ärzt­li­cher Dia­gno­se zur Anwendung ge­bracht wer­den. Die richtige Auswahl, Dosie­rung und Ein­nah­me sind ent­schei­dend, denn ein fal­scher oder über­mäßiger Gebrauch för­dert Resis­ten­zen­bildung. Beein­träch­tigte Darm­flo­ra kann durch Pro­bio­tika und eine aus­wo­gene Er­näh­rung un­ter­stützt wer­den. Ein verant­wor­tungs­vol­ler Umgang unter ärzt­li­cher Be­glei­tung ist wich­tig, um Nutz­ef­fekte zu maxi­mie­ren und Resis­zenzrisiken zu mi­nimi­eren.

    • Übersicht über Antibiotika: https://www.msdmanuals.com/de/heim/infektionen/antibiotika/​​​​​​ (Abruf 31.01.2026)
    • Bundesärztekammer: www.bundesaerztekammer.de (Abruf: 12.06.2019)
    • Infektionsschutz: www.infektionsschutz.de (Abruf: 13.06.2019)
    • Kassenärztliche Bundevereinigung: www.kbv.de (Abruf: 13.06.2019)
    • Robert Koch Institut: www.rki.de (Abruf: 12.06.2019)
  • Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen  rund um das Thema Gesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Mediziner zu konsultieren.

    Unsere Inhalte werden auf Basis aktueller, wissenschaftlicher Studien verfasst, von einem Team aus Fachärzten und Redakteuren erstellt, dauerhaft geprüft und optimiert.

    Alle Angaben ohne Gewähr.

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