
Wie Sie sich vor Taschendieben schützen können
Was wird häufig gestohlen?
Diebe greifen gezielt nach Dingen, die leicht mitzunehmen und schnell weiterzuverkaufen sind. Ganz oben auf der Liste:
· Geldbörsen: Bargeld, Ausweise, Karten – alles auf einen Schlag.
· Smartphones: Klein, wertvoll, und oft achtlos in der Jackentasche.
· Schlüssel: Besonders ärgerlich, wenn gleich der ganze Schlüsselbund verschwindet.
· Wertgegenstände: Schmuck, Sonnenbrillen, Kopfhörer – was nicht fest verstaut ist, ist potenzielle Beute.
· Tascheninhalte: Auch Taschen selbst sind ein Ziel – oder zumindest deren Inhalt, oft unbemerkt entnommen.
Nicht alles, was gestohlen wird, hat hohen materiellen Wert – aber der Aufwand, Karten zu sperren, Ausweise zu ersetzen oder die Haustürschlösser zu tauschen, ist immens.
Wo halten sich Taschendiebe häufig auf?
Taschendiebe sind keine Zufallstäter – sie wählen gezielt Orte, an denen viele Menschen dicht gedrängt sind und wo Ablenkung herrscht. Besonders beliebt bei Langfingern sind:
· Öffentliche Verkehrsmittel: Busse, Bahnen, Bahnhöfe. Enger Raum, viele Menschen, viele Chancen.
· Touristische Hotspots: Sehenswürdigkeiten, Märkte oder beliebte Einkaufsstraßen.
· Veranstaltungen: Konzerte, Volksfeste, Sportevents – da ist die Aufmerksamkeit oft woanders.
· Rolltreppen und Fahrstühle: Enge Situationen, in denen man sich schlecht umdrehen kann.
· Supermärkte und Einkaufszentren: Vor allem an Regalen oder der Kasse, wenn man abgelenkt ist.
Oft arbeiten Taschendiebe im Team – eine Person lenkt ab, die andere greift zu. Ein Rempler, ein freundliches Ansprechen oder ein scheinbarer Unfall reichen manchmal schon aus.
Die Tricks der Taschendiebe
Taschendiebe verlassen sich nicht auf Glück – sie arbeiten mit ausgefeilten Methoden. Ihre besten Werkzeuge: Ablenkung, Überraschung und unser Vertrauen. Wer die gängigen Maschen kennt, erkennt gefährliche Situationen oft schon im Ansatz – und kann gezielt vorbeugen.
Welche Maschen und Taktiken gibt es?
Diebe sind kreativ – und flexibel. Sie passen ihre Taktiken den jeweiligen Umständen an und nutzen vor allem Momente, in denen wir kurz unachtsam sind. Zu den gängigsten Methoden gehören:
· Die Rempel-Taktik: Ein scheinbar harmloses Anstoßen oder Stolpern – schon ist die Aufmerksamkeit weg vom Eigentum.
· Die Karte-zum-Fragen-Masche: Eine Person bittet freundlich um Hilfe mit einer Karte oder einem Stadtplan, während die andere zugreift.
· Das Gedrängel: Je dichter die Menschen stehen, desto leichter fällt das unbemerkte Zugreifen.
· Die Ablenkung von vorne – der Griff von hinten: Während vorne höflich nach dem Weg gefragt wird, wandert hinten die Hand in die Tasche.
Supermarkt-Trick und Beschmutzer-Trick
Der Supermarkt-Trick:
Klassiker unter den Taschendiebstählen. Während Sie den Einkaufswagen beladen, nimmt jemand unbemerkt die Tasche oder das Portemonnaie aus dem Wagen – häufig genau dann, wenn Sie sich zur Ware bücken oder einen kurzen Moment zur Seite gehen. Besonders perfide: Manchmal macht der Dieb sogar den Anschein, ebenfalls einzukaufen.
Der Beschmutzer-Trick:
Ein Klassiker auf belebten Plätzen: Jemand „versehentlich“ verschüttet etwas auf Ihrer Kleidung – etwa Eis, Ketchup oder einen Kaffee. Mitfühlend bietet er an, beim Saubermachen zu helfen. Währenddessen greift ein Komplize zu. Diese Masche zielt auf unsere Hilfsbereitschaft – und auf das Chaos im Moment.
Arbeitsteiliger Diebstahl und Drängel-Trick
Arbeitsteiliger Diebstahl:
Viele Taschendiebe agieren nicht allein, sondern im Team. Ein Täter lenkt ab oder rempelt an, während ein zweiter zugreift. Ein dritter übergibt das Diebesgut blitzschnell weiter oder verschwindet damit – bevor das Opfer überhaupt merkt, dass etwas fehlt. Diese Art des Diebstahls ist besonders schwer zu verfolgen.
Der Drängel-Trick:
Vor allem in Bussen, Bahnen oder auf Rolltreppen beliebt. Eine Person drängt sich scheinbar eilig vorbei oder schiebt sich in die Schlange. Dabei entsteht Körperkontakt – und im gleichen Moment verschwindet die Geldbörse aus der Jackeninnentasche. Der Moment ist so kurz, dass viele Betroffene erst Minuten später merken, dass etwas fehlt.
Tipps zum Schutz vor Taschendieben
Taschendiebe leben von unserer Unachtsamkeit. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln lässt sich das Risiko, Opfer zu werden, jedoch deutlich senken. Es geht dabei nicht um ständige Angst – sondern um ein wachsames Auge und ums richtige Maß an Vorsicht im Alltag.
Worauf man in öffentlichen Verkehrsmitteln achten muss
Ob Bus, Bahn oder Straßenbahn – dort, wo viele Menschen eng beieinanderstehen und sich nicht frei bewegen können, haben Taschendiebe leichtes Spiel. Wer aufmerksam ist, macht es ihnen deutlich schwerer:
· Wertsachen körpernah tragen: Am besten in verschlossenen Innentaschen oder unter der Jacke – nicht in leicht zugänglichen Außentaschen.
· Taschen nicht aus den Augen lassen: Rucksack absetzen und vor den Körper nehmen – besonders in vollen Fahrzeugen.
· Nicht ablenken lassen: Beim Einstieg nicht gleichzeitig mit dem Handy hantieren und dem Kaffee balancieren – in solchen Momenten schlagen Diebe gern zu.
· Ungewöhnliche Situationen hinterfragen: Ein zu „freundlicher“ Rempler, eine große Tasche, die plötzlich gegen Sie gedrückt wird – das kann Absicht sein.
Wie bewahrt man Geldbörsen und Handtaschen am besten auf?
Taschendiebe greifen bevorzugt zu, wenn etwas offen sichtbar, leicht erreichbar oder unverschlossen getragen wird. Deshalb gilt:
· Geldbörse immer körpernah tragen: Ideal sind Innentaschen oder ein Brustbeutel unter der Kleidung. In der Gesäßtasche ist das Portemonnaie leichte Beute.
· Handtasche verschließen – und im Blick behalten: Am besten quer über den Körper tragen – und mit dem Verschluss zur Körperinnenseite.
· Rucksäcke nur mit Vorsicht nutzen: In Menschenmengen besser vor dem Körper tragen oder – wenn möglich – vermeiden.
· Wertsachen nicht offen präsentieren: Teure Handys, Designerportemonnaies oder dicke Geldscheine wirken auf Diebe wie eine Einladung.
Wie verhält man sich bei Gedränge am besten?
Große Menschenmengen sind ein Paradies für Taschendiebe – sei es auf dem Weihnachtsmarkt, beim Stadtfest oder im Stadion. Hier ist Achtsamkeit besonders wichtig:
· Taschen schließen und nach vorn nehmen: Am besten so, dass niemand unbemerkt zugreifen kann.
· Körperkontakt bewusst wahrnehmen: Wenn jemand sehr dicht steht oder sich mehrfach an Ihnen vorbeidrängt, kann das ein Alarmsignal sein.
· Wertsachen festhalten: Besonders bei Bewegung im Gedränge – etwa beim Ein- oder Aussteigen.
· Nicht ablenken lassen: Auch wenn’s turbulent zugeht – ein kurzer Griff zur eigenen Tasche gibt schnell Sicherheit.
Umgang nach einem Taschendiebstahl: Sofortmaßnahmen und Schadensbegrenzung
Ein Taschendiebstahl kann eine unangenehme und stressige Erfahrung sein, besonders wenn Wertsachen wie Geld, Ausweise oder Kreditkarten betroffen sind. Es ist jedoch wichtig, ruhig zu bleiben und schnell zu handeln, um den Schaden zu begrenzen und die Chancen auf eine Wiedererlangung der gestohlenen Gegenstände zu erhöhen. In diesem Kapitel erklären wir, welche Schritte du sofort nach einem Taschendiebstahl unternehmen solltest und wie du den Schaden effektiv minimierst.
Sofortmaßnahmen nach einem Taschendiebstahl
- Ruhe bewahren und den Diebstahl melden: Die erste und wichtigste Maßnahme ist, ruhig zu bleiben. Vermeide Panik, da dies deine Fähigkeit beeinträchtigen könnte, klare Entscheidungen zu treffen. Sobald du bemerkst, dass dir etwas gestohlen wurde, solltest du sofort den nächsten Polizeiposten oder die Polizei-Hotline anrufen. In Deutschland kannst du den Diebstahl unter der Notrufnummer 110 melden. Gib alle relevanten Informationen wie den Zeitpunkt, den Ort und mögliche Tätermerkmale an.
- Zeugen suchen: Wenn der Diebstahl in einem belebten Gebiet oder an einem öffentlichen Ort stattgefunden hat, versuche, Zeugen zu finden. Auch wenn sie den Diebstahl nicht direkt gesehen haben, können sie hilfreich sein, um den Tathergang zu rekonstruieren oder zusätzliche Informationen über die Umgebung und mögliche Täter zu geben.
- Kreditkarten und Bankkarten sperren: Ein häufiges Ziel von Taschendieben sind Kreditkarten, EC-Karten oder andere Zahlungsmittel. Um weiteren Schaden zu vermeiden, solltest du sofort deine Karten sperren lassen. Dies kannst du meist rund um die Uhr bei der entsprechenden Bank oder dem Kreditkartenanbieter tun. Notiere dir zuvor die Hotline-Nummern für die Sperrung und halte deine Kartennummern bereit.
- Ausweise und persönliche Dokumente sperren: Falls auch Ausweise, Führerschein oder Reisepass gestohlen wurden, solltest du diese umgehend bei der Einwohnermeldebehörde oder der Passbehörde melden. In einigen Fällen kannst du den Verlust direkt online melden und eine Ersatzkarte anfordern. Achte darauf, alle verlorenen Dokumente sperren zu lassen, um Missbrauch zu verhindern.
- Versicherung informieren: Wenn du eine Diebstahlversicherung oder eine Hausratversicherung hast, kontaktiere sofort deine Versicherung und melde den Diebstahl. Viele Versicherungen bieten Schadensersatz für gestohlene Gegenstände, insbesondere für Wertsachen wie Smartphones, Laptops oder Kameras. Achte darauf, alle nötigen Informationen, wie z. B. eine polizeiliche Anzeige oder die Liste der gestohlenen Gegenstände, bereitzuhalten.
- Social Media und Online-Konten überwachen: Falls dein Smartphone, Tablet oder Laptop gestohlen wurde, solltest du deine Konten und E-Mail-Adressen auf verdächtige Aktivitäten überprüfen. Ändere umgehend deine Passwörter für Online-Banking, Social Media und andere wichtige Dienste. Manche Geräte bieten zudem eine Ortungsfunktion (z. B. „Find My iPhone“ oder „Google Find My Device“), die dir helfen kann, das Gerät zu lokalisieren.
Schadensbegrenzung und weitere Schritte
- Dokumentation des Diebstahls: Es ist wichtig, alle gestohlenen Gegenstände genau zu dokumentieren. Erstelle eine Liste mit allen gestohlenen Gegenständen, ihren Werten und Seriennummern (falls vorhanden). Diese Liste ist nicht nur für die Polizei wichtig, sondern auch für deine Versicherung, um die Schadensregulierung zu beschleunigen.
- Überprüfung von Kreditkartenabrechnungen und Bankkonten: Überprüfe regelmäßig deine Kreditkartenabrechnungen und Bankkonten auf unbefugte Transaktionen. Falls du verdächtige Aktivitäten bemerkst, melde dies umgehend deiner Bank und blockiere alle betroffenen Konten.
- Sicherheitsmaßnahmen für den Verlust von Geräten: Wenn elektronische Geräte wie Smartphones oder Laptops gestohlen wurden, kannst du versuchen, diese aus der Ferne zu löschen oder zu sperren. Bei Smartphones können Funktionen wie „Remote Lock“ oder „Remote Wipe“ genutzt werden, um die Daten zu schützen.
- Emotionaler Support: Der Verlust von persönlichen Gegenständen kann auch emotional belastend sein. Wenn du merkst, dass dich die Situation stark belastet, zögere nicht, Unterstützung bei Freunden, Familie oder einem professionellen Berater zu suchen.
Kriminalstatistik und Prävention
Taschendiebstahl ist kein Randphänomen – das zeigen die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) jedes Jahr aufs Neue. Auch wenn die Fallzahlen in den letzten Jahren leicht schwankten, bleibt die Zahl der registrierten Delikte hoch.
Wie viele Vorfälle gibt es pro Jahr?
Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es 2024 in Deutschland insgesamt 107.720 gemeldete Fälle von Taschendiebstahl. Der daraus resultierende Gesamtschaden belief sich auf rund 52,4 Millionen Euro. Diese Zahl mag alarmierend erscheinen, doch sie spiegelt nur die Fälle wider, die auch tatsächlich zur Anzeige gebracht wurden. Die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen, da viele Diebstähle erst verspätet bemerkt oder gar nicht gemeldet werden.
Im Jahr 2023 wurden bundesweit rund 87.000 Fälle von Taschendiebstahl gemeldet. Das bedeutet: Etwa alle sechs Minuten wird irgendwo in Deutschland eine Geldbörse, ein Handy oder ein anderer Wertgegenstand unbemerkt entwendet.
Auffällig ist dabei:
· Die Aufklärungsquote ist niedrig: Nur rund 6 % der Fälle werden aufgeklärt – nicht zuletzt, weil viele Diebstähle erst spät bemerkt und die Täter schnell wieder verschwunden sind.
· Ballungsräume sind besonders betroffen: Großstädte wie Berlin, Hamburg, Köln oder Frankfurt am Main gelten als Hotspots für Taschendiebe – vor allem an touristischen Orten und Verkehrsknotenpunkten.
· Die Dunkelziffer ist hoch: Viele Betroffene zeigen den Diebstahl gar nicht erst an – aus Zeitgründen, oder weil sie die Hoffnung auf eine Aufklärung ohnehin als gering einschätzen.
Diese Zahlen verdeutlichen: Prävention ist der wirksamste Schutz. Denn je schwerer es Taschendiebe haben, desto seltener gelingt der Zugriff.
Kriminalstatistik und Prävention
Nach den aktuellsten Statistiken (PKS 2024) wurden in Deutschland 107.720 Fälle von Taschendiebstahl erfasst – einschließlich vollendeter Taten und strafbarer Versuche.
Die Entwicklung der letzten Jahre im Überblick:
· 2019: 94.106 Fälle
· 2020: 83.688
· 2021: 72.903
· 2022: 98.512
· 2023: 109.314
· 2024: 107.720 Die Fälle 2024 lagen somit etwas niedriger als im Vorjahr, aber immer noch deutlich über dem Niveau von 2021.
Die Aufklärungsquote für Taschendiebstahl betrug 2024 lediglich 6,9 % – nur unwesentlich mehr als 2023 (7,2 %) Damit bleibt Taschendiebstahl eines der Delikte mit der niedrigsten Aufklärungsquote in der PKS.
Zum Vergleich: Die Gesamt-Aufklärungsquote aller Straftaten lag 2024 weiterhin bei ca. 58 %.
Was bedeuten diese Zahlen?
· Hohe Dunkelziffer: Viele Betroffene melden den Diebstahl nicht – etwa weil er erst spät bemerkt oder als wenig aussichtsreich empfunden wird.
· Konstant hohe Fallzahlen: Mit über 100.000 Fällen jährlich bleibt Taschendiebstahl ein weitverbreitetes Problem.
· Geringe Aufklärungsaussicht: Nur rund jeder zehnte Fall führt zu einer ermittelten Tatperson – meist erst Monate später.
Rechtliche Aspekte und Strafen für Taschendiebstahl
Taschendiebstahl ist eine Straftat, die in Deutschland, wie auch in vielen anderen Ländern, strafrechtlich verfolgt wird. Die rechtlichen Konsequenzen können je nach Schwere des Diebstahls und den Umständen des Einzelfalls variieren. In diesem Kapitel beleuchten wir, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für Taschendiebstahl gelten und welche Strafen auf Täter warten können.
Rechtliche Grundlagen
Taschendiebstahl fällt unter den § 242 des Strafgesetzbuches (StGB), der den Diebstahl regelt. Ein Diebstahl wird als strafbar angesehen, wenn jemand unbefugt das Eigentum eines anderen wegnimmt, mit der Absicht, es sich oder einem Dritten zuzueignen.
Da Taschendiebstahl oft heimlich und ohne das Wissen des Opfers erfolgt, wird er ebenfalls als Diebstahl gewertet. In besonders schweren Fällen, etwa bei gewalttätigem Vorgehen oder organisiertem Diebstahl, kann auch der § 243 StGB ("besonders schwerer Fall des Diebstahls") zur Anwendung kommen.
Strafen für Taschendiebstahl
Die Strafen für Taschendiebstahl richten sich nach der Schwere der Tat und den jeweiligen Umständen:
1.Regelstrafe: Ein einfacher Taschendiebstahl kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden. Häufig wird jedoch auch eine Freiheitsstrafe auf Bewährung verhängt, insbesondere bei Ersttätern.
2.Besonders schwerer Fall: Wenn der Diebstahl als besonders schwer gilt (z. B. bei professionellen Diebesbanden oder bei Diebstählen unter Einsatz von Gewalt), kann die Strafe auf fünf bis zehn Jahre Freiheitsstrafe erhöht werden.
3.Organisierte Tätergruppen: Wird der Diebstahl von einer Bande begangen, wird die Strafe in der Regel deutlich höher, da Bandenkriminalität nach § 244 StGB strengere Strafen nach sich zieht. Hier kann eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bis zu zehn Jahren verhängt werden.
4. Mildernde Faktoren: In einigen Fällen können mildernde Faktoren, wie das Geständnis des Täters oder eine Wiedergutmachung des Schadens, berücksichtigt werden. Auch die Tatsache, dass der Täter erstmals straffällig wird, kann eine Rolle bei der Strafbemessung spielen.
Folgen für das Opfer
Für das Opfer eines Taschendiebstahls kann der Schaden erheblich sein, nicht nur finanziell, sondern auch emotional. In Deutschland kann das Opfer, wenn es den Diebstahl rechtzeitig meldet, eine Versicherung in Anspruch nehmen, die den Verlust von Wertsachen teilweise abdeckt.
Häufig gestellte Fragen und Antworten
Was fällt unter Taschendiebstahl?
Taschendiebstahl ist der heimliche Diebstahl von Gegenständen direkt am Körper einer Person – also zum Beispiel aus der Jackentasche, dem Rucksack oder der Handtasche. Dabei wird keine Gewalt angewendet, der Diebstahl geschieht unbemerkt. Auch wenn jemand unauffällig den geöffneten Reißverschluss Ihrer Tasche nutzt, um das Portemonnaie zu entwenden, zählt das bereits als Taschendiebstahl.
Wie erkenne ich Taschendiebe?
Taschendiebe sind oft unauffällig und nutzen Ablenkungen. Achten Sie auf folgende Hinweise:
- Ungewöhnlich nahe Personen: Wenn jemand zu nah kommt, ohne ersichtlichen Grund.
- Ablenkungen: Taschendiebe versuchen, Ihre Aufmerksamkeit mit Fragen oder kleinen "Unfällen" zu erregen.
- Überfüllte Orte: Sie agieren häufig in Menschenmengen wie Bahnhöfen oder auf Märkten.
- Teamarbeit: Oft arbeiten Täter zusammen – einer lenkt ab, der andere stiehlt.
Schutzmaßnahmen:
- Behalten Sie Ihre Taschen im Blick.
- Vermeiden Sie Ablenkungen.
- Tragen Sie Wertsachen sicher (z. B. eng am Körper).
Welches Land hat die meisten Taschendiebe?
Italien zeigt eine hohe Rate an Taschendiebstählen, insbesondere in touristischen Hotspots wie Rom, Mailand und Florenz. Ein Bericht des Versicherungsportals Quotezone.co.uk aus dem Jahr 2022 identifizierte Italien als das Land mit der höchsten Rate an Taschendiebstählen pro Million Besucher an führenden touristischen Attraktionen.
Spanien wurde in einer Untersuchung des Preisvergleich-Portals Holidu im Jahr 2024 als Land mit einem hohen Taschendiebstahl-Risiko eingestuft, basierend auf Polizeistatistiken und anderen Faktoren.
Frankreich wurde ebenfalls in einem Bericht des Versicherungsportals Quotezone.co.uk aus dem Jahr 2022 als Land mit einer hohen Rate an Taschendiebstählen pro Million Besucher an führenden touristischen Attraktionen identifiziert.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Daten auf spezifischen touristischen Attraktionen basieren und nicht unbedingt die gesamte nationale Situation widerspiegeln. Die Dunkelziffer von Taschendiebstählen ist in vielen Ländern hoch, da viele Vorfälle nicht gemeldet werden.
Was tun, wenn ich Opfer geworden bin?
Wenn Sie feststellen, dass Sie bestohlen wurden, sollten Sie schnell handeln:
· Anzeige erstatten – möglichst sofort bei der Polizei, auch online möglich (je nach Bundesland).
· EC- und Kreditkarten sperren – über den Sperr-Notruf 116 116 (rund um die Uhr, kostenfrei).
· Handy orten und ggf. sperren – über Anbieter-Portale oder Apps.
· Schlüsselverlust melden – bei Verlust eines Haustürschlüssels mit Adresse sollte aus Sicherheitsgründen oft das Schloss gewechselt werden.
· Dokumente neu beantragen – Ausweis, Führerschein oder Krankenversicherungskarte ggf. ersetzen lassen.
Tipp: Wer über eine entsprechende Versicherung verfügt (z. B. Hausrat mit „Außenversicherung“ oder Reisegepäckversicherung), sollte den Schaden dokumentieren und zeitnah melden.
Was klauen Taschendiebe am liebsten?
Taschendiebe nehmen mit, was schnell erreichbar, leicht zu verstecken und gut zu verkaufen ist. Besonders häufig gestohlen werden:
· Geldbörsen mit Bargeld, Ausweisen, Karten
· Smartphones
· Schlüssel
· Kleine Wertgegenstände wie Schmuck, Sonnenbrillen oder Kopfhörer
· Handtaschen oder Rucksäcke – oft samt Inhalt
Alles, was sichtbar getragen wird oder nicht eng am Körper ist, kann zur Beute werden – ganz unabhängig vom materiellen Wert.
- Dieser Ratgeber bezieht sich auf folgende Quellen:
Bundespolizei (2025). Tipps: So schützen Sie sich vor Taschendiebstahl. https://bundespolizei.de/sicher-im-alltag/vorsicht-taschendiebstahl/tipps-so-schuetzen-sie-sich-vor-taschendiebstahl (Stand: 05.01.2026).
Bundespolizei. Vorsicht Taschendiebstahl. https://bundespolizei.de/sicher-im-alltag/vorsicht-taschendiebstahl (Stand: 05.01.2026).
Fachanwalt.de (2025). Taschendiebstahl – Tricks, StGB & Strafe, Versicherung. https://www.fachanwalt.de/magazin/strafrecht/taschendiebstahl (Stand: 05.01.2026).
Lexikon der Sicherheit. Taschendiebstahl. https://lexikon-der-sicherheit.de/glossary/taschendiebstahl/ (Stand: 05.01.2026).
Polizei-beratung.de. Taschendiebstahl. https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl/taschendiebstahl/(Stand: 05.01.2026).
Polizei Bremen. Taschendiebstahl. https://www.polizei.bremen.de/praevention/diebstahl/taschendiebstahl-60643 (Stand: 05.01.2026).
Polizei Hamburg. Taschendiebstahl. https://www.polizei.hamburg/taschendiebstahl-792636 (Stand: 05.01.2026).
Polizei Hessen. Aktion tu was. Polizei Hessen+15Aktion-tu-was+15EasyPASS+15 (Stand: 05.01.2026).
Polizei NRW. Augen auf Tasche zu! Langfinger sind immer unterwegs. https://polizei.nrw/artikel/taschendiebstahl-augen-auf-und-tasche-zu-langfinger-sind-immer-unterwegs(Stand: 05.01.2026).
WDR (2023). Taschendiebstahl: Wie man sich am besten schützt. https://www1.wdr.de/nachrichten/taschen-diebstahl-handy-polizei-100.html (Stand: 05.01.2026).
Weisser Ring. Taschendiebstahl. https://weisser-ring.de/diebstahl (Stand: 05.01.2026).
Alle Angaben ohne Gewähr.
Redaktioneller Hinweis
Dieser Ratgeberartikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt und von Fachexperten geprüft sowie überarbeitet. Eine detaillierte Beschreibung, wie wir KI im Unternehmen einsetzen, finden Sie in unseren KI-Prinzipien.
- Das neue Elterngeld macht Vieles leichter
- Ausgelernt und ausgezogen: Welche Versicherungen brauche ich jetzt?
- Berufsstart und was sich damit alles verändert
- Einschulung der Kinder: Was Eltern im Vorfeld beachten müssen
- Mehr Geld vom Staat - Versicherungen richtig von der Steuer absetzen
- Arbeitgeberzuschüsse: Was sind Zukunftssicherungsleistungen?